Der Heilige Stuhl
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Katechismus der Katholischen Kirche

1997
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  • ERSTER TEIL DAS GLAUBENSBEKENNTNIS
    • ZWEITER ABSCHNITT DAS CHRISTLICHE GLAUBENSBEKENNTNIS
      • ZWEITES KAPITEL ICH GLAUBE AN JESUS CHRISTUS, GOTTES EINGEBORENEN SOHN
        • ARTIKEL 2 ,,UND AN JESUS CHRISTUS, SEINEN EINGEBORENEN SOHN, UNSEREN HERRN"
          • III Gottes eingeborener Sohn
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III Gottes eingeborener Sohn

 

441 ,,Gottessohn" ist im Alten Testament ein Titel, der den Engeln gegeben wird [Vgl. Dtn 32,8 LXX; Ijob 1,6.], dem auserwählten Volk [Vgl. Ex 4,22; Hos 11,1; Jer 3,19; Sir 36,11; Weish 18,3.], den Kindern Israels [Vgl. Dtn 14,1; los 2,1.]und seinen Königen [Vgl. 2 Sam 7,14; Ps 82,6.]. Er bedeutet eine Adoptivsohnschaft, die zwischen Gott und seinem Geschöpf eine besonders innige Verbindung herstellt. Wenn der verheißene MessiasKönig ,,Sohn Gottes" genannt wird [Vgl. 1 Chr 17,13; Ps 2,7.], so heißt das dem wörtlichen Sinn dieser Texte nach nicht unbedingt, daß er mehr als ein bloßer Mensch ist. Jene, die Jesus als den Messias Israels [Vgl. Mt 27,54.]so bezeichneten, wollten vielleicht damit nicht mehr sagen [Vgl. Lk 23,47.- 18.].

 

442 Das gilt nicht für Petrus, wenn er Jesus als den ,,Messias, den Sohn des lebendigen Gottes" bekennt (Mt 16,16), denn dieser antwortet darauf feierlich: ,,Nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel" (Mt 16,17). Ebenso sagt Paulus im Blick auf seine Bekehrung auf dem Weg nach Damaskus: ,,Als aber Gott, der mich schon im Mutterleib auserwählt und durch seine Gnade berufen hat, mir in seiner Güte seinen Sohn offenbarte, damit ich ihn unter den Heiden verkündige, da zog ich keinen Menschen zu Rate .. .,, (Gal 1,15-16). ,,Und sogleich verkündete er Jesus in den Synagogen und sagte: Er ist der Sohn Gottes" (Apg 9,20). Dieses Bekenntnis war von Anfang an [Vgl. 1 Thess 1,10.]das Zentrum des apostolischen Glaubens [Vgl. Job 20,31.]. Als erster hat Petrus diesen Glauben als Fundament der Kirche bekannt [Vgl. Mt 16,18.].

 

443 Petrus konnte den transzendenten Charakter der Gottessohnschaft Jesu, des Messias, deshalb erkennen, weil Jesus diesen deutlich zu verstehen gegeben hatte. Auf die Frage seiner Ankläger: ,,Du bist also der Sohn Gottes?"

antwortete Jesus vor dem Hohen Rat: ,,Ihr sagt es - ich bin es" (Lk 22,70) [Vgl. Mt 26,64; Mk 14,61.]. Schon lange vorher hatte er sich als den ,,Sohn" bezeichnet, der den Vater kennt [Vgl. Mt 11,27; 21,37-38.]und sich von den ,,Knechten" unterscheidet, die Gott früher seinem Volk geschickt hatte [Vgl. Mt 21,34-36.], und der sogar höher steht als die Engel [Vgl. Mt 24,36.]. Er unterschied seine Sohnschaft von derjenigen der Jünger, indem er nie ,,unser Vater" sagte [Vgl. Mt 5,48; 6,8; 7,21; Lkl 1,13.], außer um ihnen aufzutragen: ,,So sollt ihr beten: Unser Vater" (Mt 6,9). Ja, er hob den Unterschied deutlich hervor. ,,mein Vater und euer Vater (Joh 20,17).

 

444 Wie die Evangelien berichten, ertönte in zwei feierlichen Momenten, bei der Taufe und der Verklärung Christi, die Stimme des Vaters, der ihn als seinen ,,geliebten Sohn" bezeichnete [Vgl. Mt 3,17; 17,5.]. Jesus nennt sich Gottes ,,eingeborenen [einziggezeugten] Sohn" (Joh 3,16) und bekräftigt damit seine ewige Präexistenz [Vgl. Joh 10,36.]. Er verlangt, ,,an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes" (Joh 3,18) zu glauben. Dieses christliche Bekenntnis erscheint schon im Ausruf des Hauptmanns angesichts des am Kreuze hängenden Jesus: ,,Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn!" (Mk 15,39). Denn erst im Pascha-Mysterium kann der Glaubende dem Titel ,,Sohn Gottes" seine volle Bedeutung geben.

 

445 Nach der Auferstehung Jesu tritt seine Gottessohnschaft in der Macht seiner verherrlichten Menschennatur zutage: Er ist ,,dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzt ... als Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten" (Röm 1,4) [Vgl. Apg 13,33.]. Die Apostel können dann bekennen: ,,Wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit" (Joh 1,14).

 

 





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