Der Heilige Stuhl
           back          up     Hilfe

Katechismus der Katholischen Kirche

1997
IntraText - Text

  • ERSTER TEIL DAS GLAUBENSBEKENNTNIS
    • ZWEITER ABSCHNITT DAS CHRISTLICHE GLAUBENSBEKENNTNIS
      • ZWEITES KAPITEL ICH GLAUBE AN JESUS CHRISTUS, GOTTES EINGEBORENEN SOHN
        • ARTIKEL 3 ,,JESUS CHRISTUS IST EMPFANGEN DURCH DEN HEILIGEN GEIST, GEBOREN VON DER JUNGFRAU MARIA"
          • Absatz 1 DER SOHN GOTTES IST MENSCH GEWORDEN
zurück - vor

Hier klicken um die Links zu den Konkordanzen auszublenden

ARTIKEL 3

,,JESUS CHRISTUS IST EMPFANGEN DURCH DEN HEILIGEN GEIST, GEBOREN VON DER JUNGFRAU MARIA"

 

Absatz 1 DER SOHN GOTTES IST MENSCH GEWORDEN

 

I Warum ist das Wort Fleisch geworden?

 

 

 

456 Wir antworten, indem wir mit dem Credo von Nizäa-Konstantinopel bekennen: ,,Für uns Menschen und zu unserem Heil ist er vom Himmel gekommen, hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und ist Mensch geworden".

 

457 Das Wort ist Fleisch geworden, um uns mit Gott zu versöhnen und uns so zu retten: Gott hat ,,uns geliebt und seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt" (1 Joh 4,10). Wir wissen, daß ,,der Vater den Sohn gesandt hat als den Retter der Welt" (1 Joh 4,14), ,,daß er erschienen ist, um die Sünde wegzunehmen" (1 Joh 3,5):

 

,,Es bedurfte des Arztes unsere kranke Natur; es bedurfte des Aufhebers der gefallene Mensch; es bedurfte des Lebendigmachers der des Lebens Verlustige; es bedurfte des Zurückführers zum Guten der der Verbindung mit dem Guten Beraubte; es sehnte sich nach der Ankunft des Lichtes der in Finsternis Gehüllte; es verlangte nach dem Retter der Gefangene, nach dem Erlöser der Gebundene, nach dem Befreier der vom Sklavenjoch Niedergedrückte. Sind das zu geringfügige und zu unbedeutende Dinge, als daß sie hätten Gott bestimmen dürfen, wie ein Arzt zum Besuch der menschlichen Natur herabzusteigen, nachdem nun einmal die Menschheit sich in einer so kläglichen und armseligen Lage befand?" (Gregor v. Nyssa, or. catech. 14).

 

458 Das Wort ist Fleisch geworden, damit wir so die Liebe Gottes erkennen:

,,Die Liebe Gottes wurde unter uns dadurch offenbart, daß Gott seinen eingeborenen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben" (1 Joh 4,9). ,,Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat" (Joh 3,16).

 

459 Das Wort ist Fleisch geworden, um für uns Vorbild der Heiligkeit zu sein:

,,Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir . . .,, (Mt 11,29). ,,Ich bin der

Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich" (Joh 14,6). Und auf dem Berg der Verklärung gebietet der Vater: ,,Hört auf ihn!" (Mk 9,7) [Vgl. Dtn 6,4-5.]. Jesus ist ja das Inbild der Seligpreisungen und die Norm des neuen Gesetzes: ,,Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe !,, (Joh 15,12). Diese Liebe verlangt, in seiner Nachfolge sich selbst hinzugeben [Vgl. Mk 8,34.].

 

460 Das Wort ist Fleisch geworden, um uns ,,Anteil an der göttlichen Natur" zu geben (2 Petr 1,4): ,,Dazu ist das Wort Gottes Mensch geworden und der Sohn Gottes zum Menschensohn, damit der Mensch das Wort in sich aufnehme und, an Kindesstatt angenommen, zum Sohn Gottes werde" (Irenäus, hæer. 3,19,1). Das Wort Gottes ,,wurde Mensch, damit wir vergöttlicht würden" (Athanasius, inc. 54,3). ,,Weil uns der eingeborene Sohn Gottes Anteil an seiner Gottheit geben wollte, nahm er unsere Natur an, wurde Mensch, um die Menschen göttlich zu machen" (Thomas v. A., opusc. 57 in festo Corp. Chr. 1).

 

 

II Die Menschwerdung

 

461 Im Anschluß an die Sprechweise des hl. Johannes (,,Verbum caro factum est - das Wort ist Fleisch geworden": Joh 1,14) nennt die Kirche das Geschehnis, daß der Sohn Gottes eine menschliche Natur annahm, um in ihr unser Heil zu wirken, ,,Inkarnation" [Fleisch- oder Menschwerdung]. In einem beim hl. Paulus bezeugten Hymnus besingt die Kirche das Inkarnationsgeheimnis:

 

,,Seid untereinander so gesinnt, wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht:

Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest‘ wie Gott zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz" (Phil 2,5-8) [Vgl. LH, Canticum 1. Sonntagsvesper.].

 

462 Der Hebräerbrief sagt vom gleichen Mysterium:

 

,,Darum spricht Christus bei seinem Eintritt in die Welt: Schlacht- und Speiseopfer hast du nicht gefordert, doch einen Leib hast du mir geschaffen; an Brand- und Sündopfern hast du kein Gefallen. Da sagte ich: Ja, ich komme um deinen Willen, Gott, zu tun" (Hebr 10,5-7; Ps 40,7-9 LXX anführend).

 

463 Der Glaube an die tatsächliche Menschwerdung des Sohnes Gottes ist das entscheidende Kennzeichen des christlichen Glaubens: ,,Daran erkennt ihr den Geist Gottes: Jeder Geist, der bekennt, Jesus Christus sei im Fleisch gekommen, ist aus Gott" (1 Joh 4,2). Das ist von Anfang an die freudige Überzeugung der Kirche. Sie besingt ,,das große Geheimnis der Frömmigkeit": ,,Er wurde offenbart im Fleisch" (1 Tim 3,16).

 

 

III Wahrer Gott und Wahrer Mensch

 

464 Das ganz einzigartige und einmalige Ereignis der Menschwerdung des Sohnes Gottes bedeutet nicht, daß Jesus Christus zum Teil Gott und zum Teil Mensch wäre oder daß er das Ergebnis einer unklaren Vermischung von Göttlichem und Menschlichem wäre. Er ist wahrhaft Mensch geworden und dabei doch wahrhaft Gott geblieben. Jesus Christus ist wahrer Gott und wahrer Mensch. Im Laufe der ersten Jahrhunderte mußte die Kirche diese Glaubenswahrheit gegenüber mißdeutenden Irrlehren verteidigen und klären.

 

465 Die ersten Häresien haben weniger die Gottheit Christi als sein wahres Menschsein geleugnet [gnostischer Doketismus]. Schon zur Zeit der Apostel betonte der christliche Glaube die wahre Menschwerdung des Sohnes Gottes, der ,,im Fleisch gekommen" ist [Vgl. 1 Joh 4,2-3;2 Joh 7.]. Bereits im 3. Jahrhundert aber mußte die Kirche auf einem in Antiochien versammelten Konzil gegenüber Paul von Samosata bekräftigen, daß Jesus Christus von Natur aus und nicht durch Adoption Sohn Gottes ist. In seinem Credo bekannte im Jahr 325 das erste Ökumenische Konzil, das Konzil von Nizäa, daß der Sohn Gottes ,,gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit [homoúsios] dem Vater" ist. Es verurteilte Arius, der behauptete, ,,der Sohn Gottes [sei] aus nichts" (DS 130) und ,,aus einer anderen Substanz oder Wesenheit" als der Vater (DS 126).

 

466 Die nestorianische Häresie erblickte in Christus eine mit der göttlichen Person des Sohnes Gottes verbundene menschliche Person. Dieser Irrlehre gegenüber bekannten der hl. Cyrill von Alexandrien und das dritte Ökumenische Konzil, das 431 in Ephesus versammelt war, ,,daß das Wort, indem es das mit einer vernunftbegabten Seele beseelte Fleisch mit sich selbst der Hypostase [Person] nach einte, ... Mensch geworden" ist (DS 250). Die menschliche Natur Christi hat kein anderes Subjekt als die göttliche Person des Sohnes Gottes, die sie angenommen und schon bei der Empfängnis sich zu eigen gemacht hat. Deswegen hat das gleiche Konzil verkündet, daß Maria dadurch, daß sie den Sohn Gottes in ihrem Schoß empfing, wirklich ,,Gottesgebärerin" geworden ist, ,,nicht etwa weil die Natur des Wortes beziehungsweise seine Gottheit den Anfang des Seins aus der heiligen Jungfrau genommen hätte, sondern weil der vernünftig beseelte heilige Leib aus ihr geboren wurde; mit ihm hat sich das Wort der Hypostase [Person] nach geeint, und deshalb wird von ihm gesagt, es sei dem Fleische nach geboren worden" (DS 251).

 

467 Die sogenannten Monophysiten behaupteten, die menschliche Natur habe als solche in Christus zu bestehen aufgehört, als sie von seiner göttlichen Person, dem Sohne Gottes, angenommen wurde. Gegenüber dieser Häresie hat 451 das vierte Ökumenische Konzil, das von Chalkedon, erklärt:

 

,,In der Nachfolge der heiligen Väter lehren wir alle übereinstimmend, unseren Herrn Jesus Christus als ein und denselben Sohn zu bekennen; derselbe ist vollkommen in der Gottheit und derselbe ist vollkommen in der Menschheit; derselbe ist wahrhaft Gott und wahrhaft Mensch aus vernunftbegabter Seele und Leib; derselbe ist der Gottheit nach dem Vater wesensgleich und der Menschheit nach uns wesensgleich, ,in allem uns gleich außer der Sünde‘ (Hebr 4,15). Derselbe wurde einerseits der Gottheit nach vor den Zeiten aus dem Vater gezeugt, andererseits der Menschheit nach in den letzten Tagen unsertwegen und um unseres Heiles willen aus Maria, der Jungfrau [und] Gottesgebärerin, geboren.

 

Ein und derselbe ist Christus, der einziggeborene Sohn und Herr‘ der in zwei Naturen unvermischt, unveränderlich, ungetrennt und unteilbar erkannt wird, wobei nirgends wegen der Einung der Unterschied der Naturen aufgehoben ist, vielmehr die Eigentümlichkeit jeder der beiden Naturen gewahrt bleibt und sich in einer einzigen Person und einer einzigen Hypostase vereinigt" (DS 301-302).

 

468 Nach dem Konzil von Chalkedon faßten einige die menschliche Natur Christi als eine Art eigenständige Person auf. Ihnen gegenüber bekannte 553 das fünfte Ökumenische Konzil, das von Konstantinopel, in bezug auf Christus ,,eine einzige Hypostase [Person] ..., die der Herr Jesus Christus ist, einer der heiligen Dreifaltigkeit" (DS 424). Alles an der Menschennatur Christi ist somit seiner göttlichen Person als ihrem eigentlichen Träger zuzuschreiben [So schon das K. v. Ephesus: DS 255.] nicht nur die Wunder, sondern auch die Leiden [Vgl. DS 424.]und sogar der Tod, weil unser ,,im Fleisch gekreuzigter Herr Jesus Christus wahrer Gott und Herr der Herrlichkeit und einer der heiligen Dreifaltigkeit ist" (DS 432).

 

469 Die Kirche bekennt so, daß Jesus untrennbar wahrer Gott und wahrer Mensch ist. Er ist wirklich der Sohn Gottes, Mensch geworden, unser Bruder, und dies ohne aufzuhören, Gott, unser Herr zu sein:

 

,,Er blieb, was er war, und nahm an, was er nicht war", singt die römische Liturgie (LH, Antiphon der Laudes vom 1. Januar) []. Und die Liturgie des hl. Johannes Chrysostomus verkündet und singt: ,,O eingeborener Sohn und Wort Gottes, obwohl unsterblich, hast du dich um unseres Heiles willen gewürdigt, Fleisch anzunehmen von der heiligen Gottesmutter und allzeit jungfräulichen Maria. Du bist ohne Veränderung Mensch geworden und gekreuzigt worden, o Christus, Gott; du hast durch deinen Tod den Tod vernichtet; du bist einer der heiligen Dreifaltigkeit, mit dem Vater und dem Heiligen Geist verherrlicht; rette uns!" (Troparion ,,O monogenis").

 

 

IV Wie der Sohn Gottes Mensch ist

 

470 Da in der Fleischwerdung, dieser geheimnisvollen Vereinigung, ,,die menschliche Natur angenommen, nicht aufgehoben wurde" (GS 22,2), sah sich die Kirche im Lauf der Jahrhunderte veranlaßt, die volle Wirklichkeit der menschlichen Seele Christi, mit ihren Verstandes- und Willenstätigkeiten, wie auch seines menschlichen Leibes zu bekennen. Doch gleichzeitig mußte sie jeweils daran erinnern, daß die menschliche Natur Christi der göttlichen Person des Sohnes Gottes angehört, von der sie angenommen worden ist. Alles, was Christus in seiner Person ist und tut, ist und tut ,,einer der Dreifaltigkeit". Der Sohn Gottes teilt also seiner Menschennatur seine eigene, persönliche Daseinsweise in der Trinität mit. In seiner Seele wie in seinem Leibe bringt folglich Christus das Leben der heiligsten Dreifaltigkeit menschlich zum Ausdruck [Vgl. hl. Leo d. Gr., serm. 21,2-3.]:

 

,,Denn er, der Sohn Gottes, hat ... mit menschlichen Händen ... gearbeitet, mit menschlichem Geist gedacht, mit einem menschlichen Willen gehandelt, mit einem menschlichen Herzen geliebt. Geboren von Maria, der Jungfrau, ist er in Wahrheit einer aus uns geworden, in allem uns gleich außer der Sünde" (GS 22,2).

 

Die menschliche Seele und die menschliche Erkenntnis Christi

 

471 Apollinaris von Laodizäa behauptete, in Christus sei das Wort an die

Stelle der Seele oder des Geistes getreten. Gegenüber diesem Irrtum hat die

Kirche bekannt, daß der ewige Sohn auch eine vernunftbegabte menschliche

Seele angenommen hat [Vgl. Joh 14,9-10. - Vgl. DS 149.].

 

472 Diese menschliche Seele, die der Sohn Gottes angenommen hat, ist mit wahrhaft menschlicher Erkenntnisfähigkeit begabt. Diese kann an sich nicht unbegrenzt sein: sie betätigte sich in den geschichtlichen Verhältnissen seines Daseins in Raum und Zeit. Deshalb wollte der Sohn Gottes, als er Mensch wurde, auch ,,an Weisheit und Alter und Gnade" zunehmen (Lk 2,52). Er wollte das erfragen, was man als Mensch durch Erfahrung lernen muß [Vgl. z. B. Mk 6,38; 8,27; Joh 11,34.]. Das entsprach seiner freiwilligen Annahme der ,,Knechtsgestalt" (Phil 2,7).

 

473 Gleichzeitig aber kam in dieser wahrhaft menschlichen Erkenntnis des Sohnes Gottes das göttliche Leben seiner Person zum Ausdruck [Vgl. Gregor d. Gr.: DS 475.]. ,,Die menschliche Natur des Sohnes Gottes kannte und bekundete in sich - nicht von sich aus, sondern aufgrund ihrer Vereinigung mit dem Wort - alles, was Gott zukommt" (Maximus der Bekenner, qu. dub. 66). Das gilt in erster Linie von der unmittelbaren, innigen Kenntnis, die der menschgewordene Gottessohn von seinem Vater hat [Vgl. z. B. Mk 14,36;Mt 11,27;Joh 1,18; 8,55.]. Der Sohn zeigte auch in seinem menschlichen Erkennen göttlichen Einblick in die geheimen Gedanken des Menschenherzens [Vgl. z.B. Mk 2,8; Joh 2,25; 6,61.].

 

474 Weil Christus in der Person des menschgewordenen Wortes mit der göttlichen Weisheit vereint war, wußte seine menschliche Erkenntnis voll und ganz um die ewigen Ratschlüsse, die zu enthüllen er gekommen war [Vgl. Mk 13,32.], erklärt er an anderer Stelle, er sei nicht beauftragt, es zu enthüllen [Vgl. Apg 1,7.].

 

 

Der menschliche Wille Christi

 

475 Dementsprechend hat die Kirche auf dem sechsten Ökumenischen Konzil (3. K. v. Konstantinopel 681) ihren Glauben daran bekannt, daß Christus von Natur aus zwei Weisen des Wollens und Handelns - eine göttliche und eine menschliche - besitzt. Diese widerstreben einander nicht, sondern wirken so zusammen, daß das menschgewordene Wort im Gehorsam gegenüber seinem Vater als Mensch alles wollte, was es als Gott zusammen mit dem Vater und dem Heiligen Geist zu unserem Heil beschlossen hatte [Vgl. DS 556-559.]. Der menschliche Wille Christi ist ,,folgsam und widerstrebt und widersetzt sich nicht, sondern ordnet sich seinem göttlichen und allmächtigen Willen unter" (DS 556).

 

 

Der wahre Leib Christi

 

476 Da das Wort Fleisch wurde und eine wahre Menschennatur annahm, war Christus ,,im Leib begrenzt" [Vgl. Syn. im Lateran 649: DS 504.]. Infolgedessen läßt sich das menschliche Antlitz Jesu ,,vor Augen stellen" (Gal 3, 1). Auf dem siebten Ökumenischen Konzil (2. K. v. Nizäa 787) [Vgl. DS 600 -603] hat die Kirche es als berechtigt anerkannt, Christus auf heiligen Bildern darzustellen.

 

477 Die Kirche hat auch von jeher anerkannt, daß wir ,,in der sichtbaren Gestalt des Erlösers den unsichtbaren Gott erkennen" (MR, Präfation von Weihnachten). In der Tat bringen die individuellen Besonderheiten des Leibes Christi die göttliche Person des Gottessohnes zum Ausdruck. Dieser hat sich die Züge seines menschlichen Leibes sosehr zu eigen gemacht, daß sie in einer Abbildung auf einem heiligen Bild verehrt werden dürfen, denn der Gläubige, der sein Bild verehrt, ,,verehrt in ihm die Person des darin Abgebildeten" (2. K. v. Nizäa: DS 601).

 

Das Herz des menschgewordenen Wortes

 

478 Jesus hat während seines Lebens, seiner Todesangst am Ölberg und seines Leidens uns alle und jeden einzelnen gekannt und geliebt und sich für jeden von uns hingegeben: Der ,,Sohn Gottes" hat ,,mich geliebt und sich für mich hingegeben" (Gal 2,20). Er hat uns alle mit einem menschlichen Herzen geliebt. Aus diesem Grund wird das heiligste Herz Jesu, das durch unsere Sünden und um unseres Heiles willen durchbohrt wurde [Vgl. Joh 19,34.], ,,als vorzügliches Kennzeichen und Symbol für jene .... Liebe angesehen, mit der der göttliche Erlöser den ewigen Vater und alle Menschen beständig liebt" (Pius XII., Enz. ,,Haurietis aquas": DS 3924) [Vgl. DS 3812.].

 

 

KURZTEXTE

 

479 Zu der von Gott festgesetzten Zeit ist der eingeborene Sohn des Vaters, das ewige Wort und Wesensbild des Vaters, Fleisch geworden: er hat, ohne die göttliche Natur zu verlieren, die menschliche Natur angenommen.

 

480 Jesus Christus ist wahrer Gott und wahrer Mensch in der Einheit seiner göttlichen Person; deshalb ist er der einzige Mittler zwischen Gott und den Menschen.

 

481 Jesus Christus hat zwei Naturen, die göttliche und die menschliche; sie sind nicht miteinander vermischt, sondern in der einzigen Person des Sohnes Gottes vereint.

 

482 Da Christus wahrer Gott und wahrer Mensch ist, hat er einen menschlichen Verstand und einen menschlichen Willen. Diese stehen mit seinem göttlichen Verstand und göttlichen Willen, die er mit dem Vater und dem Heiligen Geist gemeinsam hat, völlig in Einklang und sind ihnen untergeordnet.

 

483 Die Inkarnation [Menschwerdung] ist somit das Mysterium der wunderbaren Vereinigung der göttlichen und der menschlichen Natur in der einen Person des Wortes.

 

 





zurück - vor

Copyright © Libreria Editrice Vaticana