Der Heilige Stuhl
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Katechismus der Katholischen Kirche

1997
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  • VIERTER TEIL DAS CHRISTLICHE GEBET
    • ERSTER ABSCHNITT DAS GEBET IM CHRISTLICHEN LEBEN
      • ERSTES KAPITEL DIE OFFENBARUNG DES GEBETES
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ERSTES KAPITEL

DIE OFFENBARUNG DES GEBETES

 

Die allgemeine Berufung zum Beten

 

2566 Der Mensch ist auf der Suche nach Gott. Durch die Schöpfung ruft Gott jedes Wesen aus dem Nichts ins Dasein. „Mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt" (Ps 8,6), ist der Mensch, wie schon vor ihm die Engel, fähig anzuerkennen: „Herr, unser Herrscher, wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde" (Ps 8,2). Selbst nachdem der Mensch durch seine Sünde die Ähnlichkeit mit Gott verloren hat, bleibt er nach dem Bilde seines Schöpfers geschaffen. Er behält das Verlangen nach Gott, der ihn ins Dasein ruft. Alle Religionen zeugen von diesem Suchen, das dem Wesen des Menschen entspricht [Vgl. Apg 17,27].

 

2567 Bevor der Mensch nach Gott ruft, ruft Gott den Menschen. Mag auch der Mensch seinen Schöpfer vergessen oder sich vor dessen Antlitz verstecken, mag er auch seinen Götzen nachlaufen oder Gott vorwerfen, er habe ihn verlassen, so ruft doch der lebendige und wahre Gott unermüdlich jeden Menschen zur geheimnisvollen Begegnung mit ihm im Gebet. Beim Beten geht diese Bewegung der Liebe des treuen Gottes zuerst von ihm aus; die Bewegung des Menschen ist immer Antwort. In dem Maß, in dem Gott sich offenbart und den Menschen sich selbst erkennen läßt, erscheint das Gebet als ein gegenseitiger Zuruf, als ein Geschehen des Bundes, das durch Worte und Handlungen das Herz miteinbezieht. Es enthüllt sich im Lauf der ganzen Heilsgeschichte.

 

 





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