Der Heilige Stuhl
           back          up     Hilfe

Katechismus der Katholischen Kirche

1997
IntraText - Text

  • DRITTER TEIL DAS LEBEN IN CHRISTUS
    • ERSTER ABSCHNITT DIE BERUFUNG DES MENSCHEN: DAS LEBEN IM HEILIGEN GEIST
      • ERSTES KAPITEL DIE WÜRDE DES MENSCHEN
        • ARTIKEL 5 DIE SITTLICHKEIT DER LEIDENSCHAFTEN
          • II Leidenschaften und sittliches Leben
zurück - vor

Hier klicken um die Links zu den Konkordanzen anzuzeigen

II Leidenschaften und sittliches Leben

 

1767 Die Leidenschaften sind an sich weder gut noch böse. Sie werden nur in dem Maß sittlich bestimmt, als sie der Vernunft und dem Willen unterstehen. Leidenschaften werden als willentlich bezeichnet, „weil sie vom Willen angeregt oder vom Willen nicht verhindert werden" (Thomas v. A., s. th. 1-2,24,1). Es gehört zur Vollkommenheit des sittlich oder menschlich Guten, daß die Leidenschaften durch die Vernunft geregelt werden [Vgl. Thomas v. A., s. th. 1-2,24].

 

1768 Starke Empfindungen sind weder für die sittliche Haltung noch für die Heiligkeit der Menschen entscheidend; sie sind aber die unerschöpfliche Vorratskammer von Bildern und Gemütsregungen, in denen sich das sittliche Leben äußert. Die Leidenschaften sind sittlich gut, wenn sie zu einer guten Handlung beitragen; schlecht, wenn das Gegenteil der Fall ist. Der rechte Wille ordnet die sinnlichen Regungen, die er sich zu eigen macht, auf das Gute und auf die Seligkeit hin; der schlechte Wille erliegt den ungeordneten Leidenschaften und steigert sie. Die Gemütsbewegungen und Gefühle können in die Tugenden aufgenommen oder durch die Laster verdorben werden.

 

1769 Im christlichen Leben vollbringt der Heilige Geist sein Werk, indem er den ganzen Menschen mit all seinen Schmerzen, Ängsten und Traurigkeiten einsetzt, wie in der Todesangst und im Leiden des Herrn sichtbar wird. In Christus können die menschlichen Gefühle in der christlichen Liebe und göttlichen Seligkeit ihre Vollendung finden.

 

1770 Die sittliche Vollkommenheit besteht darin, daß der Mensch nicht nur durch seinen Willen zum Guten bewogen wird, sondern auch durch das sinnliche Strebevermögen, gemäß dem Psalmwort: „Mein Herz und mein Leib jauchzen ihm zu, ihm, dem lebendigen Gott" (Ps 84,3).

 

 





zurück - vor

Copyright © Libreria Editrice Vaticana