Der Heilige Stuhl
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Katechismus der Katholischen Kirche

1997
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  • VIERTER TEIL DAS CHRISTLICHE GEBET
    • ZWEITER ABSCHNITT DAS GEBET DES HERRN: „VATER UNSER!"
        • ARTIKEL 1 „DIE ZUSAMMENFASSUNG DES GANZEN EVANGELIUMS"
          • II „Das Gebet des Herrn"
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II „Das Gebet des Herrn"

 

2765 Der überlieferte Ausdruck „Herrengebet" oder „Gebet des Herrn" bedeutet, daß Jesus, unser Herr, uns das Gebet zu unserem Vater gelehrt hat. Dieses von Jesus stammende Gebet ist wahrhaft einzigartig: es ist „vom Herrn". Zum einen gibt der eingeborene Sohn in den Worten dieses Gebetes uns die Worte, die der Vater ihm gegeben hat [Vgl. Joh 17,7]: er ist der Lehrer unseres Betens. Zum andern kennt er als fleischgewordenes Wort in seinem Menschenherzen die Bedürfnisse seiner menschlichen Brüder und Schwestern und offenbart sie uns: er ist das Vorbild unseres Betens.

 

2766 Doch Jesus hinterläßt uns nicht eine mechanisch zu wiederholende Formel [Vgl. Mt 6,7; 1 Kän 18, 26-29]. Im Herrengebet lehrt der Heilige Geist die Kinder Gottes durch das Wort Gottes zu ihrem Vater beten, wie dies bei jedem gesprochenen Gebet der Fall ist. Jesus gibt uns nicht nur die Worte zu unserem kindlichen Gebet, sondern gleichzeitig den Geist, durch den sie in uns „Geist ... und Leben" (Joh 6,63) werden. Der Vater sandte aber auch „den Geist seines Sohnes in unser Herz, den Geist, der ruft: Abba, Vater" (Gal 4,6). Dies ist der Beweis und gleichzeitig die Möglichkeit unseres Gebetes als Kinder. Unser Gebet legt Gott unser Verlangen dar. Darum weiß der Vater, „der die Herzen erforscht ... was die Absicht des Geistes ist: Er tritt so, wie Gott es will, für die Heiligen ein" (Röm 8,27). Auf diese Weise gehört das Gebet zu unserem Vater zum Mysterium der Sendung des Sohnes und des Geistes.

 

 





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