Der Heilige Stuhl
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Katechismus der Katholischen Kirche

1997
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  • ERSTER TEIL DAS GLAUBENSBEKENNTNIS
    • ERSTER ABSCHNITT ,,ICH GLAUBE" - ,,WIR GLAUBEN"
      • ZWEITES KAPITEL GOTT GEHT AUF DEN MENSCHEN ZU
        • ARTIKEL 1 DIE OFFENBARUNG GOTTES
          • II Die Stufen der Offenbarung
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II Die Stufen der Offenbarung

 

Gott läßt sich von Anfang an erkennen

 

54 ,,Gott, der durch das Wort alles erschafft und erhält, gewährt den Menschen in den geschaffenen Dingen ein ständiges Zeugnis von sich und hat, weil er den Weg des übernatürlichen Heiles eröffnen wollte, darüber hinaus sich selbst schon von Anfang an den Stammeltern kundgetan" (DV 3). Er hat sie zu einer innigen Gemeinschaft mit sich berufen, indem er sie mit strahlender Gnade und Gerechtigkeit umkleidete.

 

55 Diese Offenbarung wurde durch die Sünde unserer Stammeltern nicht abgebrochen. Denn Gott hat sie nach ,,ihrem Fall ... durch die Verheißung der Erlösung zur Hoffnung auf das Heil [wieder]aufgerichtet und ohne Unterlaß für das Menschengeschlecht gesorgt, um allen das ewige Leben zu geben, die in der Beharrlichkeit des guten Werkes nach dem Heil streben"(DV 3).

 

Als der Mensch ,,im Ungehorsam deine Freundschaft verlor und der Macht des Todes verfiel, hast du ihn dennoch nicht verlassen ... Immer wieder hast du den Menschen deinen Bund angeboten" (MR, Viertes Hochgebet 118).

 

 

Der Bund mit Noach

 

56 Als durch die Sünde die Einheit des Menschengeschlechtes zerbrochen war, suchte Gott die Menschheit zunächst auf dem Weg über jedes einzelne Bruchstück zu retten. Im Bund, den er nach der Sintflut mit Noach schloß [Vgl. Gen 9,9.], äußert sich der göttliche Heilswille gegenüber den ,,Völkern", das heißt gegenüber den Menschen, die ,,in ihren verschiedenen Ländern ..., jedes nach seiner Sprache und seinen Sippenverbänden", geordnet sind (Gen 10, 5). [Vgl. Gen 10,20-31.].

 

 

57 Die zugleich kosmische, gesellschaftliche und religiöse Ordnung der Vielzahl der Völker [Vgl. Apg 17,26-27], die von der göttlichen Vorsehung der Obhut der Engel anvertraut wurde [Vgl. Din 4,19; 32,8 LXX.] soll den Stolz einer gefallenen Menschheit dämpfen, die in einmütiger Schlechtigkeit [Vgl. Weish 10,5] sich selbst zu einer Einheit in der Art von Babel [Vgl. Gen 11,4-6.] machen möchte. Doch infolge der Sünde [Vgl. Röm 1,18-25.]droht diese vorläufige Ordnung immer wieder in die heidnische Abwegigkeit der Vielgötterei und der Vergötzung des Volkes und seines Führers abzugleiten.

 

58 Der Bund mit Noach bleibt so lange in Kraft, wie die Zeit der Völker dauert [Vgl. Lk 2l,24.], bis zur Verkündigung des Evangeliums in der ganzen Welt. Die Bibel verehrt einige große Gestalten der ,,Völker": ,,Abel den Gerechten", den Priesterkönig Melchisedek [Vgl. Gen 14,18.] als ein Abbild Christi [Vgl. Hebr 7,3.], die gerechten ,,Noach, Danel und Ijob" (Ez 14,14). So bringt die Schrift zum Ausdruck, zu welch hoher Heiligkeit die gelangen können, die dem Noachbund entsprechend darauf harren, daß Christus kommt, ,,die versprengten Kinder Gottes wieder zu sammeln" (Joh 11,52).

 

 

Gott erwählt Abraham

 

59 Um die versprengte Menschheit wieder zur Einheit zusammenzuführen, erwählt Gott Abram und ruft ihn aus seinem Land, von seiner Verwandtschaft und aus seinem Vaterhaus [Vgl. Gen 12,1.], um ihn zu Abraham, das heißt zum ,,Stammvater einer Menge von Völkern" (Gen 17,5) zu machen: ,,In dir sollen gesegnet werden alle Völker der Erde" (Gen 12,3 LXX). [ 10 Vgl. Gal 3,8.]

 

60 Das aus Abraham hervorgegangene Volk wird zum Träger der den Patriarchen gemachten Verheißung, zum auserwählten Volk [Vgl. Röm 11,28.], das dazu berufen ist, die Sammlung aller Kinder Gottes in der Einheit der Kirche [Vgl. Joh 11,52; 10,16.] vorzubereiten. Dieses Volk wird zum Wurzelstock, dem die gläubig gewordenen Heiden eingepfropft werden [Vgl. Röm 11,17-18.24.].

 

61 Die Patriarchen, die Propheten und weitere große Gestalten des Alten Testamentes wurden und werden in allen liturgischen Traditionen stets als Heilige verehrt.

 

 

Gott bildet sich sein Volk Israel heran

 

62 In der Zeit nach den Patriarchen machte Gott Israel zu seinem Volk. Er befreite es aus der Sklaverei in Ägypten, schloß mit ihm den Sinaibund und gab ihm durch Mose sein Gesetz, damit es ihn als den einzigen, lebendigen und wahren Gott, den fürsorglichen Vater und gerechten Richter anerkenne, ihm diene und den verheißenen Erlöser erwarte [Vgl. DV 3].

 

63 Israel ist das priesterliche Volk Gottes [Vgl. Ex 19,6.], über dem ,,der Name des Herrn ... ausgerufen ist" (Dtn 28,10). Es ist das Volk derer, ,,zu denen Gott zuerst gesprochen hat" (MR, Karfreitag 13: große Fürbitte 6), das Volk der ,,älteren Brüder" im Glauben Abrahams.

 

64 Durch die Propheten bildet Gott sein Volk heran in der Hoffnung auf das Heil, im Harren auf einen neuen, ewigen Bund, der für alle Menschen bestimmt ist [Vgl. Jes 2,2-4.] und in die Herzen geschrieben wird [Vgl. Jer 31,31-34; Hebr 10,16.]. Die Propheten künden eine radikale Erlösung des Gottesvolkes an, die Reinigung von allen seinen Vergehen [Vgl. Ez 36], ein Heil, das alle Völker umfassen wird [Vgl. Jes 49,5-6; 53,11.]. Vor allem die Armen und Demütigen des Herrn [Vgl. Zef 2,3.]werden zu Trägern dieser Hoffnung. Heilige Frauen wie Sara, Rebekka, Rahel, Mirjam, Debora, Hanna, Judit und Ester erhalten die Heilshoffnung Israels lebendig; deren reinste Gestalt ist Maria. [Vgl. Lk l,38.]

 

 

 





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