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APOSTOLISCHE REISE VON PAPST BENEDIKT XVI.
NACH MÜNCHEN, ALTÖTTING UND REGENSBURG
(9.-14. SEPTEMBER 2006)

GESPRÄCH VON BENEDIKT XVI.
MIT DEN JOURNALISTEN IM FLUGZEUG

 

Bei seiner Apostolischen Reise nach Bayern beantwortete Papst Benedikt XVI. im Flugzeug einige Fragen, die ihm Journalisten stellten. Auf die Frage nach der gegenwärtigen Situation des Katholizismus in Deutschland antwortete er:

»Erstens fliege ich mit Freude nach Hause. Es ist schön, daß ich wenigstens einmal noch meine alte Heimat sehen darf, auf den Stätten herumgehen, wo ich gewesen bin. Und ich fliege nach Hause in der Freude darauf, daß wir ein großes Fest des Glaubens feiern werden und daß das auch das Miteinander mit euch stärken wird. Ich würde nicht einfach sagen, daß der deutsche Katholizismus müde ist, Müdigkeiten gibt es überall, aber ich habe in diesen Wochen der Vorbereitung gesehen, wie viel Dynamik auch da ist. Unglaublich, wer alles mit wie viel Energie sich eingesetzt hat. Ich weiß gar nicht, wie ich da danken soll. Das kann sich nicht auf meine Person beziehen, es kann sich nur darauf beziehen, daß wir gemeinsam Kirche sein wollen, daß wir also gemeinsam eine Kraft des Friedens für die Nation und die Welt sein möchten. Insofern fliege ich mit großen Hoffnungen nach Hause und bin eben dankbar für alles, was ich gesehen habe, was zeigt: So müde ist der deutsche Katholizismus nicht, wie manche meinen.«

Auf die Frage, warum bei dieser Reise kein Aufenthalt in Berlin vorgesehen sei und ob der Papst einmal nach Berlin kommen möchte, antwortete der Heilige Vater:

»Ja, irgendwie würde es sich vielleicht gehören, daß man, wenn man nach München reist, auch einmal nach Berlin kommt, aber ich bin ja ein alter Mann. Wieviel Zeit mir der Herr noch gibt, weiß ich nicht, und ich bin der Papst für die ganze Weltkirche. Ich denke jetzt vor allem an Türkei, an Brasilien als die nächsten Reisen. Wenn ich noch mal nach Deutschland kommen kann – dann eben auch in die anderen Teile Deutschlands –, würde es mich freuen, würde ich es als ein Geschenk von Gott betrachten.«

Die Frage, ob er auch ein bißchen Heimweh habe, beantwortete Benedikt XVI. mit den Worten:

»Ja schon, denn ich meine, da bin ich eben aufgewachsen. ›Mein Herz schlägt bayrisch‹ – ist ein Buch herausgegeben worden. Andererseits ist so viel Erinnerung in meiner Seele, daß ich in den Landschaften der Erinnerung immer herumwandern kann, mich gar nicht so weit weg fühle, zumal ich jeden Abend mit meinem Bruder telefonieren kann. Also so ganz arg weit entfernt fühle ich mich nicht.«

 

© Copyright 2006 - Libreria Editrice Vaticana

    

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