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APOSTOLISCHES SCHREIBEN
REDEMPTORIS CUSTOS
VON PAPST JOHANNES PAUL II. ÜBER GESTALT UND SENDUNG DES HEILIGEN
JOSEF IM LEBEN CHRISTI UND DER KIRCHE
An die Bischöfe An die Priester und Diakone An die Ordensleute An
alle Laien
EINLEITUNG
1. ZUM BESCHÜTZER DES ERLÖSERS berufen, »tat Josef, was der Engel des
Herrn ihm befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich« (Mt
1, 24).
In Anlehnung an das Evangelium haben schon die Kirchenväter der ersten
Jahrhunderte hervorgehoben, daß der hl. Josef so, wie er für Maria liebevoll
Sorge trug und sich voll Freude und Eifer der Erziehung Jesu Christi
widmete,(1)seinen mystischen Leib, die Kirche, deren Gestalt und Vorbild die
heilige Jungfrau ist, hütet und beschützt.
Zum Hundertjahrjubiläum der Veröffentlichung der Enzyklika Quamquam
pluries Papst Leos XIII.(2) und in der Spur der jahrhundertealten Verehrung
für den hl. Josef möchte ich euch, liebe Brüder und Schwestern, zum
reflektierenden Nachdenken einige Betrachtungen über den Mann anbieten, dem Gott
»den Schutz seiner kostbarsten Schätze anvertraut hat«.(3) Ich komme dieser
pastoralen Pflicht mit Freude nach, damit die Verehrung für den Schutzpatron der
Gesamtkirche und die Liebe zum Erlöser, dem er in vorbildlicher Weise gedient
hat, in allen wachse.
So wird das ganze christliche Volk den hl. Josef nicht nur eifriger anrufen
und vertrauensvoll um seinen Schutz und Beistand bitten, sondern stets die
demütige, reife Art seines Dienstes und seiner »Mitwirkung« am Heilsplan vor
Augen haben.(4)
Ich glaube nämlich, das neuerliche Nachdenken über die Teilnahme des Gemahls
Mariens am göttlichen Geheimnis wird es der Kirche, die zusammen mit der ganzen
Menschheit auf dem Weg in die Zukunft ist, gestatten, ständig ihre eigene
Identität im Rahmen dieses Erlösungsplanes wiederzuentdecken, der seine
Grundlage im Geheimnis der Menschwerdung hat.
Eben an diesem Geheimnis »hatte« Josef von Nazaret »teil« wie kein anderes
menschliches Geschöpf, ausgenommen Maria, die Mutter des menschgewordenen
Wortes. Er hatte zusammen mit ihr daran teil, weil er in das tatsächliche
Heilsgeschehen einbezogen worden war, und wurde zum Hüter derselben Liebe, durch
deren Macht der ewige Vater »uns im voraus dazu bestimmt (hat), seine Söhne zu
werden durch Jesus Christus« (Eph
1, 5).
I.
DIE DARSTELLUNG DES HL. JOSEF IM EVANGELIUM
Die Ehe mit Maria
2. »Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu
nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird
einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk
von seinen Sünden erlösen« (Mt 1, 20-21).
Diese Worte enthalten den zentralen Kern der biblischen Wahrheit über den hl.
Josef, den Augenblick seines Daseins, auf den im besonderen die Kirchenväter
Bezug nehmen.
Der Evangelist Matthäus erläutert die Bedeutung dieses Augenblicks, indem er
auch beschreibt, wie ihn Josef erlebt hat. Um jedoch den Inhalt und Zusammenhang
seiner Aussage ganz zu verstehen, muß man sich die Parallelstelle des
Lukasevangeliums vergegenwärtigen. Denn im Verhältnis zu dem Vers, wo es
heißt: »Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit
Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte es sich, daß
sie ein Kind erwartete
- durch das Wirken des Heiligen Geistes« (Mt 1, 18), findet die
Herkunft der Schwangerschaft Mariens »durch das Wirken das Heiligen Geistes«
eine ausführlichere und genauere Beschreibung in dem, was wir bei Lukas über
die Verkündigung der Geburt Jesu lesen: »Der Engel Gabriel wurde von Gott in
eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit
einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der
Jungfrau war Maria« (Lk 1, 26-27). Die Worte des Engels: »Sei gegrüßt, du
Begnadete, der Herr ist mit dir« (Lk 1, 28), lösten in Maria eine tiefe
Beunruhigung aus und hielten sie zugleich zum Nachdenken an. Da beruhigte der
Bote die Jungfrau und offenbarte ihr Gottes besonderen Plan in bezug auf sie:
»Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein
Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus
geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr,
wird ihm den Thron seines Vaters David geben« (Lk 1, 30-32).
Wenige Verse vorher hatte der Evangelist gesagt, daß bei der Verkündigung
Maria »mit einem Mann namens Josef verlobt war, der aus dem Haus David stammte«.
Das Wesen dieser »Vermählung» wird indirekt erklärt, als Maria, nachdem
sie die Worte des himmlischen Boten bezüglich der Geburt des Sohnes gehört hat,
fragt: »Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?« (Lk
1, 34). Darauf erhält sie folgende Antwort: »Der Heilige Geist wird über dich
kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das
Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden« (Lk 1, 35). Maria wird, auch
wenn sie schon mit Josef »verheiratet« ist, Jungfrau bleiben, weil das schon bei
der Verkündigung in ihr empfangene Kind durch das Wirken des Heiligen Geistes
empfangen worden war.
In diesem Punkt stimmt der Text des Lukas mit jenem von Mt 1, 18
überein und kann uns zur Erklärung dessen dienen, was wir dort lesen. Wenn sich
nach der Vermählung Mariens mit Josef »zeigte, daß sie ein Kind erwartete durch
das Wirken des Heiligen Geistes«, so entspricht diese Aussage durchaus dem
Inhalt der Verkündigung und insbesondere den abschließend von Maria gesprochenen
Worten: »Mir geschehe, wie du es gesagt hast« (Lk 1, 38). Nachdem
Maria auf den klaren Plan Gottes geantwortet hat, wird in den folgenden Tagen
und Wochen vor den Leuten und vor Josef offenkundig, daß sie »ein Kind
erwartet«, daß sie gebären soll und das Geheimnis der Mutterschaft in sich
trägt.
3. Unter diesen Umständen »beschloß Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie
nicht bloßstellen wollte, sich in aller Stille von ihr zu trennen« (Mt
1, 19). Er wußte nicht, wie er sich angesichts der »wundersamen« Mutterschaft
Mariens verhalten sollte. Er suchte natürlich eine Antwort auf die beunruhigende
Frage, vor allem aber suchte er nach einem Ausweg aus der für ihn schwierigen
Situation. »Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel
des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht,
Maria als deine Frau zu dir zu nehmen, denn das Kind, das sie erwartet, ist
vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus
geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen« (Mt
1, 20-21).
Zwischen der »Verkündigung« bei Matthäus und jener bei Lukas besteht eine
enge Übereinstimmung. Der Bote Gottes weiht Josef in das Geheimnis der
Mutterschaft Mariens ein. Sie, die dem Gesetz nach seine »Frau« ist, auch
wenn sie Jungfrau bleibt, ist kraft des Heiligen Geistes Mutter geworden. Und
wenn der Sohn, den Maria im Schoß trägt, zur Welt kommt, soll er den Namen Jesus
erhalten. Das war ein bei den Israeliten bekannter Name, der ab und zu den
Söhnen gegeben wurde. In diesem Fall jedoch handelt es sich um den Sohn, der
- entsprechend der göttlichen Verheißung - die Bedeutung dieses Namens voll
erfüllen wird: Jesus - Yehošua', was bedeutet: Gott ist Heil.
Der Bote wendet sich an Josef als den »Mann Mariens«, der dem Sohn,
der von der mit ihm verheirateten Jungfrau aus Nazaret geboren werden wird, dann
diesen Namen geben soll. Er wendet sich also an Josef und überträgt ihm für
den Sohn Mariens die Aufgaben eines irdischen Vaters.
»Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte, und
nahm seine Frau zu sich« (Mt 1, 24). Er nahm sie zu sich mit dem
ganzen Geheimnis ihrer Mutterschaft, er nahm sie zu sich zusammen mit dem Sohn,
der durch das Wirken des Heiligen Geistes zur Welt kommen würde: damit bewies
er in bezug auf das, was Gott ihm durch seinen Boten aufgetragen hatte,
eine willige Verfügbarkeit, die jener Mariens ähnlich ist.
II.
DER HÜTER DES GEHEIMNISSES GOTTES
4. Als sich Maria kurz nach der Verkündigung in das Haus des Zacharias begab,
um ihre Verwandte Elisabet zu besuchen, vernahm sie bei der Begrüßung die Worte,
die Elisabet, »vom Heiligen Geist erfüllt«, sprach (vgl. Lk 1, 41). Außer
den Worten, die sich mit dem Gruß des Engels bei der Verkündigung verbanden,
sagte Elisabet: »Selig ist die, die geglaubt hat, daß sich erfüllt, was der
Herr ihr sagen ließ« (Lk 1, 45). Diese Worte waren der Leitgedanke
der Enzyklika Redemptoris Mater, mit welcher ich die Lehre des II.
Vatikanischen Konzils vertiefen wollte, die besagt: »Die selige Jungfrau ging
den Pilgerweg des Glaubens. Ihre Vereinigung mit dem Sohn hielt sie in Treue
bis zum Kreuz«(5) und ist damit allen »vorangegangen«,(6) die aufgrund des
Glaubens Christus folgen.
Am Anfang dieses Pilgerweges trifft sich der Glaube Mariens mit dem Glauben
Josefs. Wenn Elisabet von der Mutter des Erlösers sagte: »Selig ist die, die
geglaubt hat«, so kann man gewissermaßen dieses Seligsein auch auf Josef
beziehen, weil er positiv auf das Wort Gottes antwortete, als es ihm in jenem
entscheidenden Augenblick überbracht wurde. Um genau zu sein: Josef antwortete
auf die »Verkündigung« des Engels nicht wie Maria, sondern »er tat, was
der Herr ihm befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich«. Was er getan hat,
ist reinster »Gehorsam des Glaubens« (vgl. Röm 1, 5; 16, 26; 2 Kor
10, 5-6).
Man kann sagen, das, was Josef getan hat, verband ihn in ganz
besonderer Weise mit dem Glauben Mariens: er nahm als von Gott kommende
Wahrheit an, was sie bereits bei der Verkündigung angenommen hatte.
Das Konzil lehrt: »Dem offenbarenden Gott ist der 'Gehorsam des Glaubens' zu
leisten. Darin überantwortet sich der Mensch Gott als ganzer in Freiheit, indem
er sich 'dem offenbarenden Gott mit Verstand und Willen voll unterwirft' und
seiner Offenbarung willig zustimmt«.(7) Der eben zitierte Satz, der das
Wesen selbst des Glaubens berührt, trifft voll und ganz auf Josef von Nazaret
zu.
5. Er wurde deswegen in einzigartiger Weise ein Hüter des Geheimnisses,
das »von Ewigkeit her in Gott verborgen war« (vgl.
Eph 3, 9), so wie es Maria in jenem entscheidenden Augenblick wurde, den
der Apostel die »Fülle der Zeit« nennt, als nämlich »Gott seinen Sohn,
geboren von einer Frau, sandte, damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz
stehen, und damit wir die Sohnschaft erlangen« (vgl. Gal
4, 4-5). »Gott hat - so lehrt das Konzil - in seiner Güte und Weisheit
beschlossen, sich selbst zu offenbaren und das Geheimnis seines Willens
kundzutun (vgl. Eph 1, 9): daß die Menschen durch Christus, das
fleischgewordene Wort, im Heiligen Geist Zugang zum Vater haben und teilhaftig
werden der göttlichen Natur (vgl. Eph 2, 18; 2 Petr 1, 4)«.(8)
Der erste Hüter dieses göttlichen Geheimnisses ist Josef, zusammen mit
Maria. Zusammen mit Maria - und auch in Beziehung zu Maria -
hat er, und zwar von allem Anfang an, teil an diesem entscheidenden
Abschnitt der Selbstoffenbarung Gottes in Christus. Wenn wir den Text beider
Evangelisten, Matthäus und Lukas, vor Augen haben, können wir auch sagen, daß
Josef der erste ist, der am Glauben der Gottesmutter teilhat, und daß er
dadurch seine Frau im Glauben der göttlichen Verkündigung unterstützt. Er ist es
auch, der von Gott als erster auf den »Pilgerweg der Glaubens« gestellt wurde,
auf dem Maria - vor allem seit Golgota und Pfingstgeschehen - in vollkommener
Weise »vorangegangen ist«.(9)
6. Josefs eigener Weg, sein Pilgerweg des Glaubens wird früher enden,
das heißt noch bevor Maria am Fuße des Kreuzes auf Golgota steht und bevor sie -
nachdem Christus zum Vater zurückgekehrt ist - an Pfingsten im Abendmahlssaal
zugegen ist, an dem Tag, wo die aus der Kraft des Geistes der Wahrheit geborene
Kirche vor der Welt offenbar gemacht wird. Doch der Glaubensweg Josefs
schlägt dieselbe Richtung ein, er bleibt vollständig von demselben Geheimnis
bestimmt, dessen erster Hüter er zusammen mit Maria geworden war. Menschwerdung
und Erlösung bilden eine organische und unauflösliche Einheit, in der »sich das
Offenbarungsgeschehen in Tat und Wort ereignet, die innerlich miteinander
verknüpft sind«.(10) Wegen dieser Einheit verfügte Papst Johannes XXIII., der
eine große Verehrung für den hl. Josef hegte, daß in den römischen Meßkanon als
dem ewigen Erinnerungsbuch der Erlösung der Name des hl. Josef neben dem Mariens
und vor den Namen der Apostel, der Päpste und der Märtyrer aufgenommen
werde.(11)
Der Dienst der Vaterschaft
7. Wie man aus der Heiligen Schrift ableitet, bildet die Ehe mit Maria die
Rechtsgrundlage der Vaterschaft Josefs. Um Josefs väterlichen Schutz für Jesus
sicherzustellen, hat Gott ihn als Mann Mariens auserwählt. Daraus folgt, daß
Josefs Vaterschaft - eine Beziehung, die ihn in größtmögliche Nähe zu Christus,
Ziel jeder Erwählung und Vorherbestimmung (vgl. Röm
8, 28f), stellt - über die Ehe mit Maria, das heißt über die Familie, führt.
Die Evangelisten nennen, auch wenn sie mit aller Klarheit sagen, daß Jesus
durch das Wirken des Heiligen Geistes empfangen und daß in jener Ehe die
Jungfräulichkeit gewahrt worden ist (vgl. Mt 1, 16. 18-20. 24;
Lk 1, 26-34), Josef den Mann Mariens und Maria die Frau Josefs (vgl.
Mt 1, 16-18ff. 24; Lk 1, 26; 2, 5).
Und auch für die Kirche ist es, so bedeutsam das Bekenntnis zur
jungfräulichen Empfängnis Jesu ist, nicht weniger wichtig, die Ehe
Mariens mit Josef zu verteidigen, weil rechtlich von dieser Ehe die
Vaterschaft Josefs abhängt. Daraus wird auch verständlich, warum die
Geschlechter nach der Ahnenreihe Josefs aufgezählt werden: »Warum - fragt sich
der hl. Augustinus - sollte sie es nicht durch Josef sein? War Josef etwa nicht
der Gemahl Mariens? (...). Die Schrift bestätigt durch die Autorität des Engels,
daß er der Gemahl war. Fürchte dich nicht, sagt er,
Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind das sie erwartet, ist
vom Heiligen Geist. Es wird ihm befohlen, dem Kind den Namen zu geben, auch
wenn es nicht von ihm gezeugt wurde. Sie wird, heißt es, einen Sohn
gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben. Die Schrift weiß, daß Jesus
nicht aus dem Samen Josefs geboren wurde, denn als Josef wegen des Ursprungs der
Schwangerschaft seiner Frau beunruhigt ist, wird ihm gesagt:
sie kommt vom Heiligen Geist. Und dennoch wird ihm die väterliche
Autorität nicht abgesprochen, seitdem ihm befohlen wurde, dem Kind den Namen zu
geben. Schließlich nennt auch die Jungfrau Maria selbst, die sehr wohl weiß, daß
sie Christus nicht durch die eheliche Vereinigung mit ihm empfangen hat, Josef
dennoch Vater Christi«.(12)
Kraft des Ehebandes, das Maria und Josef verbindet, ist der Sohn Mariens
auch der Sohn Josefs: »Aufgrund jener treuen Ehe verdienten es beide,
Eltern Christi genannt zu werden, nicht nur seine Mutter, sondern auch sein
Vater, und zwar in derselben Weise, wie er der Gemahl seiner Mutter war,
beide in geistiger, nicht in fleischlicher Hinsicht«.(13) In dieser Ehe
fehlt keines der für die Begründung einer Ehe konsitutiven Erfordernisse: »Bei
den Eltern Christi haben sich alle Güter der Ehe verwirklicht: Nachwuchs,
eheliche Treue, Sakramentalität. Wir wissen Bescheid über den Nachwuchs,
denn das ist der Herr Jesus selbst; über die Treue, denn es gab keinen
Ehebruch; über die Sakramentalität, denn es kam zu keiner Scheidung«.(14)
Sowohl der hl. Augustinus wie der hl. Thomas sprechen, wenn sie die Natur der
Ehe analysieren, von dieser stets als der »unteilbaren Einheit der Seelen«, der
»Einheit der Herzen«, dem »Einvernehmen«,(15) Elementen, die in jener Ehe in
vorbildlicher Weise offenkundig geworden sind. Als im entscheidenden Augenblick
der Heilsgeschichte Gott seine Liebe zur Menschheit durch die Gabe des Wortes
offenbart, verwirklicht gerade die Ehe von Maria und Josef im Empfangen
und Äußern einer solchen Liebe in voller »Freiheit« die »eheliche
Selbsthingabe«.(16) »In diesem großen Unterfangen, alle Dinge in Christus zu
erneuern, wird die gleichfalls geläuterte und erneuerte Ehe zu einer neuen
Wirklichkeit, zu einem Sakrament des Neuen Bundes. Und so steht wie schon am
Anfang des Alten auch an der Schwelle des Neuen Testamentes ein Ehepaar. Während
aber Adam und Eva Quelle des Bösen waren, das die Welt überschwemmt hat, stellen
Josef und Maria den Höhepunkt dar, von dem aus sich die Heiligkeit über die
ganze Erde verbreitet. Der Heiland hat das Werk der Heilsrettung mit diesem
jungfräulichen und heiligen Bund begonnen, in dem sich sein allmächtiger Wille
offenbart, die Familie, Heiligtum der Liebe und Wiege des Lebens,
zu läutern und zu heiligen«.(17)
Wie viele Lehren lassen sich daraus für die Familie heute ableiten! Da »das
Wesen und die Aufgaben der Familie letztlich von der Liebe her bestimmt sind«
und »die Familie die Sendung empfängt, die Liebe zu hüten, zu
offenbaren und mitzuteilen als lebendigen Widerschein und wirkliche Teilhabe
an der Liebe Gottes zu den Menschen und an der Liebe Christi, unseres Herrn, zu
seiner Braut, der Kirche«,(18) soll sich die heilige Familie, diese
Ur-»Hauskirche«,(19) in allen christlichen Familien widerspiegeln. Denn »durch
den geheimnisvollen Ratschluß Gottes hat in ihr für viele Jahre der Sohn Gottes
verborgen gelebt. Sie ist deshalb Urbild und Beispiel für alle christlichen
Familien«.(20)
8. Der hl. Josef wurde von Gott dazu berufen, durch die Ausübung seiner
Vaterschaft unmittelbar der Person und Sendung Jesu zu dienen: auf diese
Weise wirkt er in der Fülle der Zeit an dem großen Geheimnis der Erlöung mit und
ist tatsächlich »Diener des Heils«.(21) Seine Vaterschaft kommt konkret darin
zum Ausdruck, daß er »sein Leben zu einem Dienst, zu einem Opfer an das
Geheimnis der Menschwerdung und an den damit verbundenen Erlösungsauftrag
gemacht hat; daß er die ihm rechtmäßig zustehende Autorität über die heilige
Familie dazu benützt hat, um sich selbst, sein Leben und seine Arbeit ganz ihr
hinzugeben; daß er seine menschliche Berufung zur familiären Liebe in die
übermenschliche Darbringung seiner selbst, seines Herzens und aller Fähigkeiten
verwandelt hat, in die Liebe, die er in den Dienst des seinem Haus entsprossenen
Messias gestellt hat«.(22)
Nachdem die Liturgie erwähnt hat, daß »Josefs aufmerksamer Obhut die Anfänge
unserer Erlösung« anvertraut worden sind,(23) heißt es erläuternd: »Gott hat ihn
als treuen und klugen Diener an die Spitze seiner Familie gestellt, damit er als
Vater seinen eingeborenen Sohn behüte«.(24) Leo XIII. unterstreicht die
Erhabenheit dieses Sendungsauftrags: »Er ragt unter allen hervor in seiner
erhabenen Würde, denn durch göttliche Verfügung war er Hüter und in der Meinung
der Menschen Vater des Sohnes Gottes. Daraus ergab sich, daß das Wort Gottes dem
Josef untergeordnet wurde, ihm gehorchte und ihm jene Ehre und Achtung erwies,
die die Kinder ihrem Vater schulden«.(25)
Da nicht anzunehmen ist, daß einer so erhabenen Aufgabe nicht auch die
Eigenschaften entsprechen, die für ihre angemessene Erfüllung erforderlich sind,
muß man einräumen, daß Josef »durch besondere Eingebung des Himmels für Jesus
jene ganze natürliche Liebe, jene ganze liebevolle Sorge empfand, die ein
Vaterherz aufzubringen vermag«.(26)
Zugleich mit der väterlichen Macht über Jesus hat Gott Josef auch die
entsprechende Liebe mitgeteilt, jene Liebe, die ihre Quelle in dem Vater hat,
»nach dessen Namen jedes Geschlecht im Himmel und auf der Erde benannt wird« (Eph
3, 15).
In den Evangelien wird Josefs Aufgabe als Vater gegenüber Jesus klar
dargelegt. Das Heil, das über das Menschsein Jesu führt, verwirklicht sich in
der Tat in den Haltungen, die unter Beachtung jener »Fügsamkeit«, die dem Plan
der Menschwerdung innewohnt, zum Alltag des Familienlebens gehören. Die
Evangelisten legen großen Wert darauf zu zeigen, daß im Leben Jesu nichts dem
Zufall überlassen war, sondern sich alles nach einem von Gott vorherbestimmten
Plan vollzog. Die häufig wiederkehrende Formel: »So geschah es, damit erfüllt
würde...« und die Beziehung des beschriebenen Geschehens auf einen Text des
Alten Testamentes zielen darauf ab, die Einheit und Kontinuität des Planes zu
unterstreichen, der in Christus seine Erfüllung erreicht.
Mit der Menschwerdung Gottes werden die »Verheißungen« und die »Gestalten«
des Alten Testamentes »Wirklichkeit«: Orte, Personen, Ereignisse und Bräuche
verflechten sich nach genauen göttlichen Anordnungen, die von dem Engel
überbracht und von Geschöpfen, die für die Stimme Gottes besonders empfänglich
sind, aufgenommen werden. Maria ist die demütige Magd des Herrn, die von
Ewigkeit her auf die Aufgabe, die Mutter Gottes zu sein, vorbereitet wurde;
Josef ist der, den Gott dazu auserwählt hat, »die Geburt Jesu zu regeln«,(27)
dem aufgetragen ist, für die »geordnete« Eingliederung des Gottessohnes in die
Welt, unter Beachtung der göttlichen Verfügungen und der menschlichen Gesetze,
zu sorgen. Das ganze sogenannte »private« oder »verborgene« Leben Jesu ist
seiner Obhut anvertraut.
Die Volkszählung
9. Als sich Josef in Befolgung der Anordnungen der staatlichen Behörden zur
Eintragung in die Einwohnerlisten nach Betlehem begab, erfüllte er in bezug auf
das Kind die wichtige und bedeutsame Aufgabe, den Namen »Jesus, Sohn Josefs aus
Nazaret« (vgl. Joh 1, 45), offiziell in die Einwohnerliste des Römischen
Reiches eintragen zu lassen. Diese Eintragung bezeugt offenkundig Jesu
Zugehörigkeit zum Menschengeschlecht, Mensch unter Menschen, Bürger dieser Welt,
der den zivilen Gesetzen und Einrichtungen unterworfen ist, aber auch »Retter
der Welt«. Origenes beschreibt sehr gut die theologische Bedeutung, die
diesem keineswegs nebensächlichen historischen Ereignis zukommt: »Da unter
Kaiser Augustus die erste Volkszählung auf dem ganzen Erdkreis stattfand und
unter allen anderen sich auch Josef zusammen mit Maria, seiner Frau, die ein
Kind erwartete, eintragen ließ, und da Jesus noch vor Abschluß der Volkszählung
zur Welt kam, wird jeder, der die Dinge aufmerksam überlegt, den Eindruck haben,
die Tatsache, daß bei der behördlichen Einwohnererfassung des ganzen Erdkreises
auch Christus eingetragen werden sollte, sei Ausdruck irgendeines Geheimnisses:
auf diese Weise konnte er, der mit allen erfaßt war, alle heiligen; er, der mit
dem ganzen Erdkreis in die Einwohnerliste eingetragen worden war, bot der Erde
die Gemeinschaft mit ihm an, und nach dieser Erfassung schrieb er alle Menschen
auf Erden in das Buch der Lebenden ein, womit alle, die an ihn geglaubt haben,
dann in den Himmel eingeschrieben werden würden, zusammen mit den Heiligen
desjenigen, dem die Ehre und Herrschaft gehört von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen«.(28)
Die Geburt in Betlehem
10. Als Hüter des Geheimnisses, »das von Ewigkeit her in Gott verborgen war«
und das, »als die Zeit erfüllt war», vor seinen Augen Wirklichkeit zu werden
beginnt, ist Josef zusammen mit Maria in der Nacht von Betlehem
privilegierter Zeuge des Kommens des Sohnes Gottes in die Welt. Lukas schreibt:
»Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft, und sie gebar
ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in
eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war« (Lk 2, 6-7).
Josef war Augenzeuge dieser Geburt, die unter menschlich
erniedrigenden Umständen erfolgte und damit erste Ankündigung jener
»Entäußerung« (vgl. Phil 2, 5-8) war, die Christus um der Vergebung der
Sünden willen freiwillig auf sich nahm. Ebenso war Josef Zeuge der Anbetung
der Hirten, die am Ort der Geburt Jesu eintrafen, nachdem ihnen der Engel
diese große, frohe Kunde überbracht hatte (vgl. Lk 2, 15-16); später war
er auch
Zeuge der Huldigung, die die Magier aus dem Osten dem Kind erwiesen
(vgl. Mt 2, 11).
Die Beschneidung
11. Da die Beschneidung des Sohnes die erste religiöse Pflicht des Vaters
ist, erfüllt Josef mit diesem Ritus (vgl. Lk 2, 21) sein Recht und seine
Pflicht gegenüber Jesus.
Das Prinzip, nach welchem sämtliche rituellen Bräuche des Alten Testamentes
der Schatten der Wirklichkeit sind (vgl. Hebr 9, 9f; 10, 1), erklärt,
warum Jesus sie annimmt. Wie die anderen Bräuche so findet auch der Ritus der
Beschneidung in Jesus die »Erfüllung«. Der Bund Gottes mit Abraham, dessen
Zeichen die Beschneidung war (vgl. Gen
17, 13), erreicht in Jesus seine volle Gültigkeit und seine vollkommene
Verwirklichung, da Jesus das »Ja« zu allen früheren Verheißungen ist (vgl. 2
Kor 1, 20).
Die Namengebung
12. Josef gibt dem Kind bei der Beschneidung den Namen Jesus. Allein in
diesem Namen ist das Heil zu finden (vgl. Apg 4, 12); und dessen
Bedeutung war Josef bei seiner eigenen »Verkündigung« enthüllt worden: »Ihm
sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden
erlösen« (Mt 1, 21). Mit der Namengebung erklärt Josef seine rechtmäßige
Vaterschaft über Jesus und mit der Nennung des Names verkündet er Jesu Sendung
als Retter.
Die Darstellung Jesu im Tempel
13. Dieser Brauch, von dem Lukas (2, 22f) berichtet, schließt die Weihe und
Einlösung des Erstgeborenen ein und erhellt den späteren Aufenthalt des
zwölfjährigen Jesus im Tempel.
Die Einlösung des Erstgeborenen ist eine weitere Pflicht des Vaters,
die von Josef erfüllt wird. Im Erstgeborenen war das Volk des Alten Bundes
verkörpert, das aus der Sklaverei freigekauft worden war, um Gott anzugehören.
Auch in dieser Hinsicht »erfüllt« Jesus, der der wahre »Preis« der Einlösung ist
(vgl. 1 Kor 6, 20; 7, 23; 1 Petr 1, 19), nicht nur den Brauch des
Alten Testaments, sondern geht zugleich über ihn hinaus, da er ja nicht ein
Freizukaufender, sondern selbst der Urheber der Einlösung ist.
Wie der Evangelist hervorhebt, »staunten der Vater und die Mutter Jesu über
die Worte, die über ihn gesagt wurden« (vgl. Lk 2, 33), und besonders
über das, was Simeon sagte, als er in seinem an Gott gerichteten Hymnus
Jesus als das »Heil« bezeichnete, »das Gott vor allen Völkern bereitet hat, ein
Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für sein Volk Israel«, und
etwas später auch als »ein Zeichen, dem widersprochen wird« (vgl. Lk 2,
30-34).
Die Flucht nach Ägypten
14. Nach der Darbringung im Tempel schreibt der Evangelist Lukas: »Als seine
Eltern alles getan hatten, was das Gesetz des Herrn vorschreibt, kehrten sie
nach Galiläa in ihre Stadt Nazaret zurück. Das Kind wuchs heran und
wurde kräftig; Gott erfüllte es mit Weisheit, und seine Gnade ruhte auf ihm« (Lk
2, 39-40).
Nach dem Text des Matthäus ist jedoch vor dieser Rückkehr nach Galiläa
ein sehr wichtiges Ereignis anzusetzen, für das sich die göttliche Vorsehung
wieder des Josef bedient. Wir lesen dort: »Als die Sterndeuter wieder gegangen
waren, erschien dem Josef im Traum ein Engel des Herrn und sagte: Steh auf,
nimm das Kind und seine Mutter, und flieh nach Ägypten; dort bleibe, bis ich
dir etwas anderes auftrage; denn Herodes wird das Kind suchen, um es zu töten« (Mt
2, 13). Durch das Eintreffen der Sterndeuter aus dem Osten hatte Herodes von der
Geburt des »Königs der Juden« erfahren (Mt 2, 2). Und als die Sterndeuter
abgezogen waren, »ließ er in Betlehem und der ganzen Umgebung alle Knaben bis
zum Alter von zwei Jahren töten« (Mt 2, 16). Dadurch, daß er alle töten
ließ, wollte er jenen neugeborenen »König der Juden« töten, von dem er während
des Besuches der Sterndeuter an seinem Hof Kenntnis erhalten hatte. Nachdem
Josef im Traum die Warnung vernommen hatte, »stand er in der Nacht auf und
floh mit dem Kind und seiner Mutter nach Ägypten. Dort blieb
er bis zum Tod des Herodes. Denn es sollte sich erfüllen, was der Herr
durch den Propheten gesagt hat: Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen« (Mt
2, 14-15; vgl. Hos 11, 1).
So führte also die Rückkehr Jesu von Betlehem nach Nazaret über Ägypten. Wie
Israel den Weg des Auszugs »aus der Sklaverei« angetreten hatte, um den Alten
Bund zu beginnen, so behütet Josef, Hüter und Mitwirkender des Geheimnisses
der Vorsehung Gottes, auch in der Verbannung den, der den Neuen Bund
verwirklicht.
Jesus im Tempel
15. Seit der Verkündigung befand sich Josef zusammen mit Maria gewissermaßen
im Innersten des von Ewigkeit her in Gott verborgenenen Geheimnisses,
das Menschengestalt angenommen hatte: »Das Wort ist Fleisch geworden und hat
unter uns gewohnt« (Joh 1, 14). Es wohnte mitten unter den Menschen,
und sein Lebensbereich war die heilige Familie von Nazaret - eine der
vielen Familien dieses Städtchens in Galiläa, eine der vielen Familien Israels.
Dort wuchs Jesus heran und »wurde kräftig; Gott erfüllte ihn mit Weisheit, und
seine Gnade ruhte auf ihm« (Lk 2, 40). Die Evangelien fassen in wenigen
Worten den langen Zeitraum des »verborgenen« Lebens zusammen, während
dessen sich Jesus auf seine messianische Sendung vorbereitete. Ein einziger
Augenblick entzieht sich dieser »Verborgenheit« und wird vom Lukasevangelium
beschrieben: das Paschafest in Jerusalem, als Jesus zwölf Jahre alt war.
Jesus nahm als junger Pilger mit Maria und Josef an diesem Fest teil.
»Nachdem die Festtage zu Ende waren, machten sie sich auf den Heimweg. Der junge
Jesus aber blieb in Jerusalem, ohne daß seine Eltern es merkten« (Lk
2, 43). Nach einem Tag bemerkten sie es und begannen ihn, »bei den Verwandten
und Bekannten« zu suchen: »Nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel; er
saß mitten unter den Lehrern, hörte ihnen zu und stellte Fragen. Alle, die ihn
hörten, waren erstaunt über sein Verständnis und über seine Antworten« (Lk
2, 46-47). Maria fragte: »Kind, wie konntest du uns das antun? Dein Vater und
ich haben dich voll Angst gesucht« (Lk 2, 48). Die Antwort Jesu war
so, daß die beiden »nicht verstanden, was er damit sagen wollte«. Er hatte
gesagt: »Warum habt ihr mich gesucht? Wußtet ihr nicht, daß ich in dem sein
muß, was meinem Vater gehort?« (Lk 2, 49-50)
Diese Antwort hörte Josef, in bezug auf den Maria soeben »dein Vater« gesagt
hatte. Tatsächlich redeten und dachten alle so: »Man hielt Jesus für den Sohn
Josefs« (Lk 3, 23). Nichtsdestoweniger sollte die Antwort Jesu im Tempel
dem »mutmaßlichen Vater« wieder ins Bewußtsein zurückrufen, was er eines Nachts
vor zwölf Jahren vernommen hatte: »Josef, ... fürchte dich nicht, Maria als
deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom
Heiligen Geist. Bereits seit damals wußte er, daß er Hüter des Geheimnisses
Gottes war, und der zwölfjährige Jesus rief ihm genau dieses Geheimnis ins
Gedächtnis zurück: »Ich muß in dem sein, was meinem Vater gehört«.
Aufziehen und Erziehung des Jesus von Nazaret
16. Jesus wuchs heran und nahm zu »an Weisheit, Alter und Gnade« (vgl. Lk
2, 52), im Kreis der heiligen Familie unter den Augen Josefs, der die hohe
Aufgabe hatte, Jesus »aufzuziehen«, das heißt ihn zu ernähren, zu kleiden und im
Gesetz und in einem Handwerk zu unterweisen, wie es den Pflichten, die dem Vater
aufgetragen sind, entspricht.
Im eucharistischen Opfer ehrt die Kirche »zunächst das Gedächtnis der seligen
immerwährenden Jungfrau Maria, aber auch des heiligen Josef«,(29) weil »er den
ernährt hat, den die Gläubigen als Brot des ewigen Lebens essen sollten«.(30)
Jesus seinerseits »war ihnen gehorsam« (Lk 2, 51), indem er die
aufmerksame Sorge seiner »Eltern« mit Ehrfurcht erwiderte. Damit wollte er die
Pflichten der Familie sowie der Arbeit, die er an der Seite Josefs leistete,
heiligen.
III.
DER GERECHTE MANN DER GEMAHL MARIENS
17. Während seines ganzen Lebens, das ein Pilgerweg im Glauben war, blieb
Josef wie Maria bis zum Ende dem Ruf Gottes treu. Das Leben Mariens war die
äußerste Erfüllung jenes ersten fiat, das sie bei der Verkündigung
gesprochen hatte, während Josef, wie bereits gesagt wurde, bei seiner
»Verkündigung« kein Wort hervorbrachte: er »tat« einfach, »was der Engel
des Herrn ihm befohlen hatte« (Mt 1, 24). Und
dieses erste »Tun« wurde der Anfang von »Josefs Weg«
. Entlang dieses Weges berichten die Evangelien nicht ein Wort, das von Josef
gesprochen worden wäre. Aber Josefs Schweigen hat eine besondere
Bedeutung: an diesem Schweigen kann man voll die Wahrheit ablesen, die in dem
Urteil des Evangeliums über ihn enthalten ist: er war »gerecht« (Mt
1, 19).
Man muß diese Wahrheit richtig zu lesen verstehen, denn sie enthält
eine der wichtigsten Zeugnisse über den Menschen und seine Berufung. Im
Laufe der Generationen liest die Kirche immer aufmerksamer und bewußter ein
solches Zeugnis, wobei sie aus dem reichen Vorrat dieser erlesenen Gestalt
»Neues und Altes« hervorholt (vgl. Mt 13, 52).
18. Der »gerechte« Mann aus Nazaret besitzt vor allem die klaren
Wesensmerkmale des Ehemannes. Der Evangelist spricht von Maria als »einer
Jungfrau, die mit einem Mann namens Josef verlobt war« (Lk 1, 27). Ehe
»das Geheimnis, das von Ewigkeit an in Gott verborgen war« (Eph
3, 9), Wirklichkeit zu werden beginnt, stellen uns die Evangelien das Bild
des Ehemannes und der Ehefrau vor Augen. Nach der Gepflogenheit des
jüdischen Volkes wurde die Eheschließung in zwei Abschnitten vollzogen: zuerst
wurde die gesetzliche Eheschliessung (eigentliche Ehe) gefeiert, und erst nach
einiger Zeit nahm der Mann die Frau zu sich in sein Haus. Bevor Josef mit Maria
zusammenlebte, war er also bereits ihr »Mann«; Maria jedoch bewahrte in ihrem
Innersten das Verlangen, sich auschließich an Gott ganz hinzugeben. Man
könnte sich fragen, wie sich dieses Verlangen mit der »Vermählung« in Einklang
bringen lasse. Die Antwort kommt einzig und allein von der Entwicklung des
Heilsgeschehens, das heißt vom besonderen Handeln Gottes selbst. Bereits im
Augenblick der Verkündigung weiß Maria, daß
sie ihr jungfräuliehes Verlangen, sich ausschließlich und vollständig
Gott hinzugeben, verwirklichen muß, eben weil sie
Mutter des Sohnes Gottes werden soll. Die Mutterschaft durch das Wirken
des Heiligen Geistes ist die Form der Hingabe, die Gott selbst von der Jungfrau,
die mit Josef »verlobt ist«, erwartet. Maria spricht ihr fiat.
Der Umstand, daß sie mit Josef »verlobt« ist, ist in dem Plan Gottes
enthalten. Darauf weisen die beiden von uns zitierten Evangelisten,
besonders aber Matthäus, hin. Die an Josef gerichteten Worte sind sehr
bezeichnend: »Fürchte dich nicht, Maria als deine Frau
zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist« (Mt
1, 20). Sie erläutern das Geheimnis der Frau Josefs: Maria ist trotz ihrer
Mutterschaft Jungfrau. In ihr nimmt »der Sohn des Höchsten« einen menschlichen
Leib an und wird »der Menschensohn«.
AIs sich Gott mit den Worten des Engels an Josef wendet, wendet
er sich an ihn als den Mann der Jungfrau aus Nazaret. Was sich in ihr
durch das Wirken des Heiligen Geistes vollzogen hat, ist zugleich Ausdruck und
besondere Bestätigung der ehelichen Bindung, die bereits vorher zwischen
Josef und Maria bestand. Der Himmelsbote sagt ganz klar zu Josef: »Fürchte dich
nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen«. Das, was vorher geschehen
war - seine Vermählung mit Maria - war also nach dem Willen Gottes geschehen und
wurde daher bewahrt. In ihrer Gottesmutterschaft muß Maria als »eine Jungfrau
und Frau eines Mannes« (vgl. Lk 1, 27) weiterleben.
19. In den Worten der nächtlichen »Verkündigung« vernimmt Josef nicht
nur die göttliche Wahrheit über die unaussprechliche Berufung seiner Frau,
sondern er hört außerdem wieder die Wahrheit über die eigene Berufung.
Dieser »gerechte« Mann, der ganz im Geist der vornehmsten Traditionen des
auserwählten Volkes die Jungfrau aus Nazaret liebte und sich mit ihr in
ehelicher Liebe verbunden hatte, wird von Gott nochmals zu dieser Liebe berufen.
»Josef tat, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte, und nahm seine Frau
zu sich« (Mt 1, 24); das Kind, das sie erwartet, »ist vom Heiligen
Geist«: muß man nicht aus diesen Aussagen vielleicht schließen, daß auch seine
Liebe als Mann vom Heiligen Geist neubelebt wird?
Muß man nicht daran denken, daß die Liebe Gottes, die durch den Heiligen Geist
in das Herz des Menschen ausgegossen ist (vgl. Röm
5, 5), jede menschliche Liebe in vollkommenster Weise gestaltet? Sie gestaltet
auch - und das in einzigartiger Weise - die bräutliche Liebe der Ehegatten,
indem sie in ihr all das vertieft, was menschlich würdig und schön ist, was die
Merkmale der ausschließlichen Hingabe, der Verbundenheit der Personen und der
echten Gemeinschaft nach dem Vorbild des Geheimnisses der Dreifaltigkeit an sich
trägt.
»Josef... nahm seine Frau zu sich. Er erkannte sie aber nicht, bis sie
ihren Sohn gebar« (Mt 1, 24-25). Diese Worte weisen auch auf eine
andere eheliche Nähe hin. Die Tiefe dieser Nähe, das heißt die geistige
Intensität der Einheit und des Kontakts zwischen Personen - des Mannes und der
Frau - stammen letztlich aus dem Geist, der lebendig macht (vgl. Joh 6,
63). Josef, der dem Geist gehorsam war, fand eben in ihm aufs neue die Quelle
der Liebe, seiner ehelichen Liebe als Mann, und diese Liebe war größer als
jene, die sich »der gerechte Mann« nach der Möglichkeit seines menschlichen
Herzens hätte erwarten können.
20. In der Liturgie wird Maria als die gefeiert, »die durch ein Band
ehelicher und jungfräulicher Liebe mit Josef, einem gerechten Mann, verbunden
ist«.(31) Es handelt sich tatsächlich um zwei Weisen der Liebe, die gemeinsam
das Geheimnis der Kirche, Jungfrau und Braut, darstellen, die in der Ehe von
Maria und Josef ihr Symbol findet. »Die Jungfräulichkeit und die Ehelosigkeit
für das Reich Gottes stehen in keinerlei Widerspruch zum hohen Wert der Ehe,
sondern setzen ihn voraus und bekräftigen ihn. Ehe und Jungfräulichkeit sind die
beiden Weisen, das eine Geheimnis des Bundes Gottes mit seinem Volk darzustellen
und zu leben«,(32) der eine Liebesgemeinschaft zwischen Gott und den Menschen
ist.
Durch seine völlige Selbstübereignung bringt Josef seine hochherzige Liebe
zur Gottesmutter zum Ausdruck, indem er mit ihr die Ehe eingeht. Obwohl er
beschlossen hatte sich zurückzuziehen, um dem Plan Gottes, der in ihr
Wirklichkeit werden sollte, nicht im Wege zu stehen, behält er sie auf die
ausdrückliche Anweisung des Engels hin bei sich und respektiert ihre
ausschließliche Zugehörigkeit zu Gott.
Andererseits erwuchsen Josef aus der Ehe mit Maria seine einzigartige Würde
und seine Rechte über Jesus. »Sicher steht die Würde der Muttergottes so hoch,
daß es nichts Erhabeneres geben kann; da aber zwischen der seligen Jungfrau und
Josef ein Eheband geknüpft worden war, besteht kein Zweifel, daß er jener
höchsten Würde, aufgrund welcher die Muttergottes alle Geschöpfe weit überragt,
näherkommt als sonst irgend jemand. Da die Ehe die höchste Gemeinschaft und
Freundschaft ist, mit der sich ihrer Natur nach die Gütergemeinschaft verbindet,
ergibt sich daraus, daß Gott, wenn er Josef der Jungfrau zum Mann gegeben hat,
ihn ihr nicht nur als Lebensgefährten, Zeugen ihrer Jungfräulichkeit und
Beschützer ihrer Ehre gegeben hat, sondern auch, damit er durch den Ehevertrag
an ihrer herausragenden Größe teilhabe«.(33)
21. Ein solches Band der Liebe bestimmte das Leben der heiligen Familie,
zunächst in der Armseligkeit in Betlehem, dann im Exil in Ägypten und danach am
Wohnsitz in Nazaret. Die Kirche umgibt diese Familie mit tiefer Verehrung und
stellt sie allen Familien als Vorbild hin. Die direkt in das Geheimnis der
Menschwerdung einbezogene Familie von Nazaret stellt selbst ein Geheimnis
besonderer Art dar. Und zu diesem Geheimnis gehört - so wie bei der
Menschwerdung - die wahre Vaterschaft: die menschliche Gestalt der Familie
des Gottessohnes - eine vom göttlichen Geheimnis gestaltete echte
menschliche Familie. In ihr ist Josef der Vater: seine Vaterschaft geht
nicht auf die Zeugung von Kindern zurück; trotzdem ist sie nicht »scheinbar«
oder nur »Ersatz«, sondern sie besitzt die volle Authentizität der
menschlichen Vaterschaft, des väterlichen Auftrags in der Familie. Darin ist
eine Folge der hypostatischen Einheit enthalten: das in der Einheit der
göttlichen Person des Sohn gewordenen Wortes, Jesus Christus, angenommene
Menschsein. Mit der Annahme des Menschseins wird in Christus auch
alles »angenommen«, was menschlich ist, insbesondere die Familie
als erste Dimension seiner irdischen Existenz. In diesem Zusammenhang wird auch
die menschliche Vaterschaft Josefs »angenommen«.
Aufgrund dieses Prinzips gewinnen die Worte Mariens an den zwölfjährigen
Jesus im Tempel ihre richtige Bedeutung: »Dein Vater und ich haben
dich... gesucht«. Das ist keine herkömmliche Redensart: die Worte der Mutter
Jesu weisen auf die ganze Wirklichkeit der Menschwerdung hin, die zum Geheimnis
der Familie aus Nazaret gehört. Josef, der von Anfang an
durch den »Gehorsam des Glaubens« seine menschliche Vaterschaft gegenüber
Jesus angenommen hat, indem er dem Licht des Heiligen Geistes folgte, das
dem Menschen durch den Glauben zuteil wird, entdeckte gewiß in immer größerem
Maße das unsagbare Geschenk dieser seiner Vaterschaft.
IV.
DIE ARBEIT ALS AUSDRUCK DER LIEBE
22. Alltäglicher Ausdruck dieser Liebe im Leben der Familie von Nazaret
ist die Arbeit. Der Text des Evangeliums gibt genau die Art der Arbeit an,
mit der Josef sich bemühte, den Unterhalt der Familie sicherzustellen: das
Zimmermannshandwerk. Hinter diesem einfachen Wort verbirgt sich der ganze
Bogen von Josefs Leben. Für Jesus sind das die Jahre des verborgenen Lebens, von
denen der Evangelist nach der Episode im Tempel sagt: »Dann kehrte er mit ihnen
nach Nazaret zurück und war ihnen gehorsam« (Lk 2, 51). Diese »Fügsamkeit«,
das heißt der Gehorsam Jesu im Haus in Nazaret ist auch als Teilnahme an der
Arbeit Josefs zu verstehen. Er, der als der »Sohn des Zimmermanns« galt,
hatte von seinem vermeintlichen »Vater« das Handwerk gelernt. Wenn die Familie
von Nazaret in der Ordnung des Heils und der Heiligkeit das Beispiel und Vorbild
für die menschlichen Familien ist, so gilt das analog
auch für die Arbeit Jesu an der Seite des Zimmermanns Josef. In unserer
Zeit hat die Kirche das auch mit dem auf den ersten Mai festgesetzten
liturgischen Gedächtnis Josefs des Handwerkers unterstrichen. Die menschliche
Arbeit und im besonderen die manuelle Arbeit finden im Evangelium
besonderen Nachdruck. Zusammen mit dem Menschsein des Gottessohnes ist sie
in das Geheimnis der Menschwerdung aufgenommen, so wie sie auch in besonderer
Weise erlöst wurde. Dank seiner Werkbank, an welcher er sein Handwerk
zusammen mit Jesus ausübte, brachte Josef die menschliche Arbeit in die Nähe des
Geheimnisses der Erlösung.
23. Einen beachtlichen Anteil an seinem menschlichen Heranwachsen und seiner
Zunahme »an Weisheit, Alter und Gnade« hatte bei Jesus die Tugend des Fleißes,
da ja »die Arbeit ein Gut für den Menschen ist«, das »die Natur umwandelt« und
bewirkt, daß der Mensch »gewissermaßen mehr Mensch wird«.(34)
Die Wichtigkeit der Arbeit im Leben des Menschen erfordert, daß man ihre
Inhalte kennt und sich aneignet, »um allen Menschen zu helfen, durch die Arbeit
Gott, dem Schöpfer und Erlöser, näherzukommen, an seinem Heilsplan für Mensch
und Welt mitzuwirken und in ihrem Leben die Freundschaft mit Christus zu
vertiefen und durch den Glauben lebendig teilzunehmen an seiner dreifachen
Sendung als Priester, Prophet und König«.(35)
24. Schließlich geht es um die Heiligung des Alltagslebens, die ein jeder
seiner Lage und Stellung entsprechend erlangen muß und die nach einem für alle
annehmbaren Vorbild gefördert werden kann: »Der hl. Josef ist das Vorbild der
Demütigen, die das Christentum für große Ziele bestimmt; ... er ist der Beweis
dafür, daß es, um gute und glaubwürdige Nachfolger Christi zu sein, keiner
'großartigen Dinge' bedarf, sondern nur allgemeine, menschliche, schlichte, aber
wahre und glaubwürdige Tugenden erforderlich sind«.(36)
V.
DER VORRANG DES INNENLEBENS
25. Auch über die Arbeit des Zimmermanns im Haus von Nazaret breitet sich
dieselbe Atmosphäre des Schweigens aus, die alles, was sich auf die Gestalt des
Josef bezieht, begleitet. Es ist jedoch ein Schweigen, das auf besondere
Weise das innere Profil dieser Gestalt freilegt. Die Evangelien
sprechen ausschließlich von dem, was Josef »tat«; übereinstimmend decken sie
jedoch in seinen bisweilen von Schweigen umhüllten »Handlungen« eine Atmosphäre
tiefer Beschaulichkeit auf. Josef stand in täglichem Kontakt mit dem »von
Ewigkeit her verborgenen« Geheimnis, das unter dem Dach seines Hauses »Wohnung
genommen hat«. Dies erklärt, weshalb zum Beispiel die hl. Theresia von Jesus,
die große Reformatorin des beschaulichen Karmel, die Erneuerung der Verehrung
des hl. Josef in der abendländischen Christenheit so nachdrücklich förderte.
26. Josefs völlige Übereignung seiner ganzen Existenz an die Erfordernisse
des Kommens des Messias in sein Haus findet den angemessenen Grund »in seinem
unerforschlichen Innenleben, aus dem ihm einzigartige Anweisungen und Tröstungen
zukommen und ihm die einfachen, reinen Seelen eigene Logik und Kraft zu großen
Entscheidungen erwachsen, wie jener, seine Freiheit, seine rechtmäßige
menschliche Berufung, sein Eheglück sogleich den göttlichen Plänen zur Verfügung
zu stellen, indem er den Stand, die Verantwortung und die Last der Familie auf
sich nimmt und um einer unvergleichlichen jungfräulichen Liebe willen auf die
natürliche eheliche Liebe, die sie begründet und nährt, verzichtet«.(37)
Diese Fügsamkeit gegenüber Gott, die Willensbereitschaft ist in der Hingabe
an alles, was seinen Dienst betrifft, ist nichts anderes als die
Ausübung der Frömmigkeit, die eine der Ausdrucksformen der Tugend der
Gottesfurcht darstellt.(38)
27. Die Lebensgemeinschaft zwischen Josef und Jesus läßt uns noch einmal das
Geheimnis der Menschwerdung eben unter dem Gesichtspunkt des Menschseins Christi
als wirksames Werkzeug der Göttlichkeit zur Heiligung der Menschen betrachten:
»Kraft seiner Göttlichkeit waren die menschlichen Handlungen Christi für uns
heilbringend, indem sie, sei es wegen des Verdienstes oder aufgrund einer
gewissen Wirksamkeit, in uns die Gnade verursachten«.(39)
Unter diesen Handlungen geben die Evangelisten jenen den Vorrang, die das
Ostergeheimnis betreffen, unterlassen es aber nicht, die Bedeutung der
physischen Berührung mit Jesus in bezug auf die Heilungen (vgl. z.B. Mk
1, 41) und den Einfluß hervorzuheben, den er auf Johannes den Täufer ausübte,
als beide noch im Mutterschoß waren (vgl. Lk 1, 41-44).
Das apostolische Zeugnis hat - wie man sieht - die Erzählung von der Geburt
Jesu, von der Beschneidung, von der Darbringung im Tempel, von der Flucht nach
Ägypten und vom verborgenen Leben in Nazaret nicht vernachlässigt, wegen des in
solchen »Geschehnissen« enthaltenen »Geheimnisses« der Gnade, die alle
Heilscharakter besitzen, weil sie an derselben Quelle der Liebe teilhaben: der
Göttlichkeit Christi. Wenn sich diese Liebe durch sein Menschsein über alle
Menschen ausbreitete, so waren davon wohl an erster Stelle diejenigen gesegnet,
die der göttliche Wille in die engste, vertraulichste Nähe zu ihm gestellt
hatte: Maria, seine Mutter, und Josef, der vermeintliche Vater.(40)
Wie soll man, da die »väterliche« Liebe Josefs nicht ohne Einfluß auf die
»kindliche« Liebe Jesu und umgekehrt die »kindliche« Liebe Jesu nicht ohne
Einfluß auf die »väterliche« Liebe Josefs bleiben konnte, in die Tiefgründigkeit
dieser einzigartigen Beziehung vordringen? Die für die Anregungen der göttlichen
Liebe empfänglichsten Seelen sehen mit Recht in Josef ein leuchtendes Beispiel
inneren Lebens.
Außerdem wird die scheinbare Spannung zwischen dem tätigen und dem
beschaulichen Leben in ihm in idealer Weise überwunden, was nur dem möglich ist,
der die Vollkommenheit der Liebe besitzt. Der bekannten Unterscheidung zwischen
der Liebe zur Wahrheit (caritas veritatis) und der Notwendigkeit der
Liebe (necessitas caritatis) folgend,(41) können wir sagen, daß Josef
sowohl die Liebe zur Wahrheit, das heißt die reine betrachtende Liebe zur
göttlichen Wahrheit, die vom Menschsein Christi ausstrahlte, gelebt hat als auch
die Notwendigkeit der Liebe, das heißt die ebenso reine Liebe des Dienstes,
den die Obhut und Entfaltung eben dieses Menschseins von ihm verlangte.
VI.
PATRON DER KIRCHE UNSERER ZEIT
28. Da Pius IX. in schwieriger Zeit die Kirche dem besonderen Schutz des
heiligen Patriarchen Josef anvertrauen wollte, erklärte er ihn zum »Patron der
katholischen Kirche«.(42) Der Papst wußte, daß er damit nicht eine weit
hergeholte Geste vollzog, denn aufgrund der herausragenden Würde, die Gott
diesem treuen Diener gewährt hatte, »hielt die Kirche nach der seligen Jungfrau,
seiner Frau, stets den heiligen Josef hoch in Ehren und bedachte ihn mit Lob und
wandte sich vorzugsweise in ihren Bedrängnissen an ihn«.(43)
Welches sind die Gründe für so großes Vertrauen? Leo XIII. legt sie, wie
folgt, dar: »Die Gründe dafür, daß der heilige Josef als besonderer Patron der
Kirche angesehen werden und die Kirche ihrerseits sich von seinem Schutz und
Beistand sehr viel erwarten darf, rühren hauptsächlich daher, daß er der Mann
Mariens und vermeintliche Vater Jesu ist... Josef war zu seiner Zeit
rechtmäßiger und natürlicher Hüter, Haupt und Verteidiger der göttlichen Familie
... Es ist daher für den heiligen Josef angebracht und seiner höchst würdig, daß
er so, wie er einst die Familie von Nazaret in allen Belangen heiligmäßig zu
beschützen gewohnt war, jetzt die Kirche Christi mit seinem himmlischen Beistand
beschützt und verteidigt«.(44)
29. Dieser Schutz muß erfleht werden; die Kirche braucht ihn immer noch,
nicht nur zur Verteidigung gegen die aufkommenden Gefahren, sondern auch und vor
allem zur Stärkung ihrer erneuten Anstrengung für die Evangelisierung der Welt
und für die Neuevangelisierung in jenen »Ländern und Nationen - wie ich im
Apostolischen Schreiben Christifideles laici
festgestellt habe -, in denen früher Religion und christliches Leben blühte...
und die nun harte Proben durchmachen«.(45) Um die erste Botschaft von Christus
zu bringen oder um sie neu zu verkünden, wo sie vernachlässigt wurde oder in
Vergessenheit geriet, braucht die Kirche eine besondere »Gnade von oben« (vgl.
Lk 24, 49; Apg 1, 8), gewiß ein Geschenk des Geistes des Herrn und
verbunden mit der Fürsprache und dem Beispiel seiner Heiligen.
30. Außer in den sicheren Schutz vertraut die Kirche auch in das
herausragende Beispiel des hl. Josef, ein Beispiel, das über die einzelnen
Lebenslagen hinausgeht und sich der ganzen Kirche anbietet, in welcher Situation
auch immer sie sich befindet und welches die Aufgaben jedes einzelnen Gläubigen
sind.
Wie es in der Konstitution des II. Vatikanischen Konzils über die göttliche
Offenbarung heißt, muß die Grundhaltung der ganzen Kirche sein, »Gottes Wort
voll Ehrfurcht zu hören«,(46) das heißt die absolute Bereitschaft, dem in Jesus
geoffenbarten Heilswillen Gottes in Treue zu dienen. Bereits am Anfang der
Erlösung des Menschen finden wir das Vorbild des Gehorsams nach Maria eben in
Josef verkörpert, der sich durch die treue Ausführung der Gebote Gottes
auszeichnet.
Paul VI. forderte dazu auf, Josef, »wie es die Kirche in letzter Zeit zu tun
pflegt«, um seinen Beistand anzurufen, »zunächst durch eine spontane
theologische Reflexion über die Verbindung des göttlichen mit dem menschlichen
Tun in dem großen Heilsplan, in welchem das erste, nämlich das göttliche, ganz
sich selbst genügt, aber das zweite, das menschliche, also unser Tun, obwohl
allein zu nichts imstande (vgl. Joh
15, 5), niemals einer zwar bescheidenen, aber bedingenden und adelnden
Mitwirkung enthoben ist. Außerdem ruft die Kirche den Beschützer aus einem
tiefen und höchst aktuellen Verlangen an, ihre irdische Existenz mit wahren
evangelischen Tugenden, wie sie im heiligen Josef erstrahlen,
wiederzubeleben«,(47)
31. Die Kirche setzt diese Erfordernisse in Gebet um. Eingedenk der Tatsache,
daß Gott »die Anfänge unserer Erlösung dem aufmerksamen Schutz des hl. Josef
anvertraut hat«, bittet sie ihn zu ermöglichen, daß sie in Treue am Heilswerk
mitwirkt, daß ihr dieselbe Treue und Reinheit des Herzens, die Josef im Dienst
am fleischgewordenen Wort beseelte, zuteil wird, und daß sie nach dem Beispiel
und durch die Fürsprache des Heiligen vor Gott hergeht auf den Wegen der
Heiligkeit und Gerechtigkeit.(48)
Bereits vor hundert Jahren forderte Papst Leo XIII. die katholische Welt auf,
um den Schutz des hl. Josefs, des Patrons der ganzen Kirche, zu beten. Die
Enzyklika Quamquam pluries berief sich auf jene »väterliche Liebe«, die
Josef »dem Knaben Jesus entgegenbrachte«, und empfahl dem »vorsorglichen Hüter
der göttlichen Familie« »das teure Erbe, das Jesus Christus mit seinem Blut
erworben hatte«. Seit damals
erfleht die Kirche - wie ich eingangs erwähnt habe - »wegen jener
heiligen Liebesbande, die ihn an die unbefleckte Jungfrau und Gottesmutter
band«, den Schutz des hl. Josef und empiehlt ihm alle ihre Sorgen, auch
hinsichtlich der Bedrohungen, die über der menschlichen Familie liegen.
Noch heute haben wir zahlreiche Gründe, in derselben Weise
zu beten: »Entferne von uns, geliebter Vater, diese Seuche von Irrtum und
Laster..., stehe uns wohlgesinnt bei in diesem Kampf gegen die Macht der
Finsternis ...; und wie du einst das bedrohte Leben des Jesuskindes vor dem Tod
gerettet hast, so verteidige jetzt die heilige Kirche Gottes gegen feindselige
Hinterlist und alle Gegner«.(49) Auch heute
noch haben wir bleibende Gründe, um jeden Menschen dem hl. Josef zu
empfehlen.
32. Ich wünsche lebhaft, daß die vorliegende Erinnerung an die Gestalt des
hl. Josef auch in uns das Gebet, das vor hundert Jahren mein Vorgänger an ihn zu
richten empfohlen hat, erneuern möge. Denn gewiß gewinnen
dieses Gebet und Josefs Gestalt in bezug auf das neue christliche
Jahrtausend eine erneuerte Aktualität für die Kirche unserer Zeit.
Das II. Vatikanische Konzil hat alle in neuer Weise empfänglich gemacht
für die »großen Dinge Gottes«, für jenen »Heilsplan«, dessen besonderer
Diener Josef war. Wenn wir uns also dem Schutz dessen empfehlen, dem Gott selber
»den Schutz seiner kostbarsten und größten Schätze anvertraut hat«,(50) dann
wollen wir zugleich von ihm lernen, dem »Heilsplan« zu dienen. Möge der
hl. Josef für alle ein einzigartiger Lehrmeister im Dienst an der
Heilssendung Christi werden, ein Dienst, der in der Kirche jeden
einzelnen und alle angeht: die Eheleute und die Eltern, jene, die von ihrer
Hände Arbeit oder jeder anderen Arbeit leben, die Personen, die zum
beschaulichen Leben, wie jene, die zum Apostolat berufen sind.
Der gerechte Mann, der das ganze Erbe des Alten Bundes in sich trug,
ist auch in den »Anfang« des neuen und ewigen Bundes in Jesus Christus
eingeführt worden. Möge er uns die Wege dieses das Heil verheißenden Bundes
weisen, an der Schwelle des nächsten Jahrtausends, in welchem die »Fülle der
Zeit« fortdauern und sich weiterentwickeln muß, die zu dem unaussprechlichen
Geheimnis der Fleischwerdung des Wortes gehört.
Der hl. Josef erwirke für die Kirche und für die Welt sowie für jeden von uns
den Segen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Gegeben zu Rom, bei St. Peter, am 15. August, dem Fest der Aufnahme
Mariens in den Himmel, im Jahr 1989, dem elften Jahr meines Pontifikates.
(1) Vgl. IRENÄUS, Adversus haereses, IV, 23, 1: Sources Chrétiennes
100/2, S. 692-694.
(2) LEO XIII., Enzyklika Quamquam pluries (15. August 1889): Leonis
XIII P.M. Acta, IX (1890), S. 175-182.
(3) Ritenkongregation, Dekret Quemadmodum Deus (8. Dezember 1870):
Pii IX P.M. Acta, pars 1, vol. V, S. 282; PIUS IX., Apost. Schreiben
Inclytum Patriarcham (7. Juli 1871), a.a.O., S. 331-335.
(4) Vgl. JOHANNES CHRYSOSTOMUS, In Matth. Hom. V, 3: PG 57,
57f.; Kirchenlehrer und Päpste haben auch aufgrund der Namensgleichheit auf
Josef von Ägypten als Urbild des Josef von Nazaret hingewiesen, um auf
irgendeine Weise dessen Dienst und Größe als Hüter der kostbarsten Schätze
Gottvaters, nämlich des fleischgewordenen Wortes und seiner allerseligsten
Mutter, verhüllt angedeutet zu haben: vgl. z.B. BERNHARD, Super »missus est«,
Hom. II, 16: S. Bernardi Opera, Ed. Cist., IV, 33 f.; LEO XIII.,
Enzyklika Quamquam pluries
(15. August 1889): a.a.O., S. 179.
(5) II. VATIKANISCHES KONZIL, Dogmatische Konstitution über die Kirche
Lumen gentium, 58.
(6) Vgl. ebd., 63.
(7) II. VATIKANISCHES KONZIL, Dogmatische Konstitution über die göttliche
Offenbarung Dei Verbum, 5.
(8) Ebd., 2.
(9) Vgl. II. VATIKANISCHES KONZIL, Dogmatischc Konstitution uber die Kirche
Lumen gentium, 63.
(10) II. VATIKANSCHES KONZIL, Dogmatische Konstitution über die göttliche
Offenbarung Dei Verbum, 2.
(11) RITENKONGREGATION, Dekret Novis hisce temporibus (13. November
1962):
AAS 54 (1962), S. 873.
(12) AUGUSTINUS, Sermo, 51, 10, 16: PL 38, 342.
(13) AUGUSTINUS, De nuptiis et concupiscentia, 1, 11, 12: PL
44, 421; vgl.
De consensu evangelistarum, II, 1, 2: PL 34, 1071; Contra
Faustum, III, 2: PL 42, 214.
(14) AUGUSTINUS, De nuptiis et concupiscentia, 1, 11, 13: PL 44, 421;
vgl.
Contra Iulianum, V, 12, 46: PL 44, 810.
(15) AUGUSTINUS, Contra Faustum, XXIII, 8: PL 42, 470 f.; De
consensu evangelistarum, II, 1, 3: PL 34, 1072; Sermo 51, 13,
21: PL 38, 344 f.; THOMAS VON AQUIN, Summa theologica, III, q. 29,
a. 2 in conclus.
(16) Vgl. Ansprachen vom 9. u. 16. Januar; 20. Februar 1980:
Insegnamenti,
III/I (1980), S. 88-92; 148-152; 428-431.
(17) PAUL VI., Ansprache an die Bewegung »Equipes Notre-Dame«
(4. Mai 1970), Nr. 7: AAS 62 1970, S. 431. Ähnliche Lobpreisung der
Familie von Nazaret als absolutes Vorbild der Hausgemeinschaft z.B. bei LEO
XIII., Apostolisches Schreiben Neminem fugit (14. Juni 1892):
Leonis XIII P.M. Acta, XII (1892), S. 149 f.; BENEDIKT XV., Motu proprio
Bonum sane (25. Juli 1920):
AAS 12 (1920), S. 313-317.
(18) Apostolisches Schreiben Familiaris consortio (22. November 1981),
17:
AAS 74 (1982), S. 100.
(19) ebd., 49: a.a.O., S. 140; vgl. II. VATIKANISCHES KONZIL,
Dogmatische Konstitution über die Kirche Lumen gentium, 11; Dekret über
das Laienapostolat Apostolicam actuositatem, 11.
(20) Apostolisches Schreiben Familiaris consortio (22. November 1981),
85:
AAS 74 (1982), S. 189-190.
(21) Vgl. JOHANNES CHRYSOSTOMUS, In Matth. Hom. V. 3: PG, 57 f.
(22) PAUL VI., Ansprache (19. März 1966): Insegnamenti, IV
(1966), S. 110.
(23) Vgl. Missale Romanum, Collecta in « Sollemnitate S. Ioseph Sponsi
B.M.V. ».
(24) Vgl. ebd., Praefatio in « Sollemnitate S. Ioseph Sponsi B.M.V. ».
(25) Enzyklika Quamquam pluries (15. August 1889): a.a.O., S.
178.
(26) PIUS XII., Rundfunkbotschaft an die Studenten der katholischen
Schulen der Vereinigten Staaten von Amerika (19. Februar 1958): AAS 50
(1958), S. 174.
(27) ORIGENES, Hom. XIII in Lucam, 7: Sources Chrétiennes
87, S. 214 f.
(28) Vgl. ORIGENES, Hom. XIII in Lucam, 6: Sources Chrétiennes
87, S. 196 f.
(29) Vgl. Missale Romanum, Prex Eucharistica I.
(30) RITENKONGREGATION, Dekret Quemadmodum Deus (8. Dezember 1870):
a.a.O., S. 282.
(31) Collectio Missarum de Beata Maria Virgine, I « Sancta Maria de
Nazareth », Praefatio.
(32) Apostolisches Schreiben Familiaris consortio (22. November 1981),
16:
a.a.O. S. 98.
(33) LEO XIII., Enzyklika Quamquam pluries (15 August 1889):
a.a.O.,
S. 177 f.
(34) Vgl Apostolisches Schreiben Laborem exercens (14. September
1981), 9:
AAS 73 (1981), S. 599 f.
(35) Ebd, 24: a.a.O., S. 638. Die Päpste der jüngsten Zeit
haben immer wieder den hl. Josef als »Vorbild« der Arbeiter hingestellt; vgl.
z.B. LEO XIII., Enzyklika Quamquam pluries (15. August 1889): a.a.O.,
S. 180; BENEDIKT XV., Motu proprio Bonum sane
(25. Juli 1920): a.a.O., S. 314-316; PIUS XII., Ansprache (11.
März 1945), 4: AAS 37 (1945), S. 72; Ansprache (1. Mai 1955):
AAS
47 (1955), S. 406; JOHANNES XXIII., Rundfunkbotschaft (1. Mai 1960):
AAS 52 (1960), S. 398.
(36) PAUL VI., Ansprache (19. März 1969): Insegnamenti,
VII (1969), S. 1268.
(37) Ebd.: a.a.O., S. 1267.
(38) Vgl. THOMAS VON AQUIN, Summa theologica, II-IIae, q. 82, a. 3, ad
2.
(39) Ebd., III, q. 8, a. 1, ad 1.
(40) Vgl. PIUS XII., Enzyklika Haurietis aquas (15. Mai 1956), III:
AAS 48 (1956), S. 329 f.
(41) Vgl. THOMAS VON AQUIN, Summa theologica, II-IIae, q. 182, a. 1,
ad 3.
(42) Vgl. RITENKONGREGATION, Dekret Quemadmodum Deus (8. Dezember
1870):
a.a.O., S. 283.
(43) Ebd., a.a.O., S. 282 f.
(44) LEO XIII., Enzyklika Quamquam pluries (15. August 1889): a.a.O.,
S. 177-179.
(45) Nachsynodales Apostolisches Schreiben Christifideles laici (30.
Dezember 1988), 34: AAS 81 (1989), S. 456.
(46) Dogmatische Konstitution über die göttliche Offenbarung Dei Verbum,
1
(47) PAUL VI., Ansprache (19. März 1969): Insegnamenti,
VII (1969), S. 1269.
(48) Vgl. Missale Romanum, Collecta; Super oblata in »Sollemnitate S.
Ioseph Sponsi B.M.V.«; Post commun. in »Missa votiva S. Ioseph«.
(49) Vgl. LEO XII., »Oratio ad Sanctum Iosephum«, unmittelbar nach dem Text
der Enzyklika Quamquam pluries (15. August 1889): Leonis XIII P.M.
Acta, IX (1890), S. 183.
(50) RITENKONGREGATION, Dekret Quemadmodum Deus (8. Dezember 1870):
a.a.O., S. 282.
© Copyright 1989 - Libreria Editrice Vaticana
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