Liebe Brüder und Schwestern!
IN DEN WENIGEN WORTEN des heutigen Evangeliums ist die ganze Frohe Botschaft
unseres Glaubens enthalten. Hier leuchtet uns das Geheimnis der Person Jesu
Christi in aller Klarheit auf: Jesus lebt ganz und gar dafür, den Willen des
Vaters zu tun; darin aber besteht der Wille des Vaters, die Menschen mit Jesus
in Verbindung zu bringen, damit dieser ihnen das wahre Leben schenke, jenes
Leben, das zu einer seligen Auferstehung führen soll. Dabei tut uns Jesus den
innigsten Vorsatz seines Herzens kund: ”Wer zu mir kommt, den werde ich nicht
obweisen... (damit) ich keinen von denen, die er mir gegeben hat, verliere“.
Niemanden abweisen, keinen verlieren – ist das nicht auch unser aller
Aufgabe, die wir hier an diesem Vatikanhügel, beim Grab des heiligen Petrus
unseren Dienst tun? Der Papst als Nachfolger des Petrus und als oberster Hirt
der Kirche und ihr, liebe Schweizergardisten, die ihr mich bei meinem Dienst
begleitet, wir versuchen, diesen kostbaren Auftrag Gottes zu erfüllen, die
Menschen, die er uns sendet, im Namen Christi aufzunehmen und nicht abzuweisen,
sie zu beschenken und nicht zu verlieren, ihnen das Brot des Lebens zu
vermitteln, damit ihr Hunger gestillt werde und sie das ewige Leben erlangen
können.
Die vielen Menschen, die Tag für Tag neugierig oder ehrfürchtig, mutig oder
ängstlich an die Tore des Vatikans kommen, sie alle sind uns letztlich von
Gott, dem Vater, gesandt, damit sie Speise erhalten, jeder nach der Art seines
Hungers. Wahrlich ein hohes Motiv für euren Dienst und ein starker Anstoß, um
gelegentliche Härten und Engen eures Tagewerkes zu überwinden! Das Antlitz des
Vatikans, aus dem ersichtlich wird, daß hier der Mensch in seiner Würde
ernstgenommen wird, daß hier Christus selbst der letzte Maßstab zum Handeln
sein soll, dieses Antlitz beginnt für viele Menschen bei euch, liebe Gardisten,
wenn ihr dem fragenden Blick der Menschen begegnet und ihnen weiterhelft in
ihren vielfältigen Anliegen.
Je suis heureux de vous adresser mon salut et mes encouragements, à vous
aussi, chers amis de langue française. Dans l’évangile de saint Jean qui
vient d’être lu, je vous invite à retenir ce qui est dit de la volonté de
Dieu.
Nous devons faire la volonté de Dieu: cette obligation définit notre vie
chrétienne dans la mesure où le Seigneur Jésus lui-meme, notre modèle, est
descendu du ciel pour faire la volonté de Celui qui l’a envoyé. C’est
pourquoi nous disons chaque jour, comme il nous l’a enseigné: “ Que ta
volonté soit faite ”. Les commandements de Dieu nous manifestent cette
volonté et il faut leur obéir par amour: “ Si vous m’aimez, dit le
Seigneur, vous garderez mes commandements ”, Mais l’observation des
commandements est liée à cette autre expression de la volonté de Dieu que
saint Jean nous indique ici: la volonté du Père, c’est que nous ayons la vie
éternelle par notre foi, par notre obéissance pleine d’amour à son Fils, c’est
qu’il nous ressuscite au dernier jour.
Méditez ces paroles: tout nous vient de l’amour du Père et nous conduit
à lui, à travers les obligations de la vie quoudienne. Que le Seigneur vous
garde dans cet amour et cette volonté.
Diese geistlichen Anregungen veruraue ich heute morgen vor allem den
Neugardisten an, die gleich in einem festlichen Akt ihren Diensteid ablegen
werden. Ihr gedenkt dabei eurer Vorgänger: einigen von ihnen wurde sogar das
Opfer ihres Lebens in Erfüllung ihres Auftrages abverlangt. Wir wollen den
Herrn bitten, daß er Gewalt und Fanatismus von den Vatikanmauern fernhalte.
Aber die Bereitschaft, notfalls das Leben hinzugeben, kann sich auch in eurem
Dienst verwirklichen, und zwar in der Bereitschaft, ein Stück Leben hinzugeben,
etwas an gewohnter Bequemlichkeit, einen Teil eurer Zeit, eures Einkommens,
eurer Ansprüche. ”Wer sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen“,
so verspricht es uns der Herr selbst.
Allen Mitgliedern der Garde, dem Herrn Kommandanten und dem Gardekaplan gilt
mein herzlicher Dank und mein Gebet! Den lieben Angehörigen und werten Gästen
entbiete ich meinen Gruß und spreche ihnen meine besondere Wertschätzung aus.
Schon jetzt darf ich ihnen meine große Freude kundtun, daß ich noch in diesem
Monat Ihr geliebtes Vaterland besuchen und den Gläubigen und allen Bürgern
dort in vielfältiger Weise begegnen kann. Das Gelingen dieser Pastoralreise
möchte ich auch Ihrem Einsatz und Gebet anvertrauen.