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 MESSE FÜR DIE SCHWEIZERGARDISTEN

PREDIGT VON JOHANNES PAUL II.

6. Mai 1982

 

Liebe Schweizergardisten,
meine Brüder und Schwestern!

Es hat auf die Apostel einen tiefen Eindruck gemacht, daß Jesus, ihr Meister, der Messias, ihnen, seinen Jüngern, vor dem letzten Abendmahl die Füße gewaschen hat. Unmittelbar haben sie dabei verstanden: Hier ist die Mitte aller Taten und Worte Jesu. Sein Leben bedeutet Dienen, Sichverschenken; die Macht des Messias ist die Liebe.

Das gleiche erwartet Jesus auch von seinen Jüngern. Soeben haben wir ihn im Evangelium sprechen gehört:”... der Knecht ist nicht größer als sein Herr, und der Abgesandte ist nicht größer als der, welcher ihn gesandt hat“. Wenn er dient, können wir nicht Herren sein; wenn er liebt, können wir uns nicht verschließen; wenn er sich zum Menschen hinabbeugt, können wir uns nicht erhaben fühlen. ”Selig seid ihr, wenn ihr das wißt und danach handelt“. Ja, Jesus lädt uns alle ein, ihn selbst zum Maßstab für unser Leben und Verhalten zu nehmen, so wie er seinen göttlichen Vater im Himmel zum alleinigen Maßstab und Mittelpunkt seines Lebens erwählt hat.

Am Schluß des heutigen Evangeliums sagt er sogar: ”Wer den aufnimmt, den ich sende, nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat“. Kann man sagen, die vielen Menschen, denen ihr, liebe Gardisten, in eurem täglichem Dienst hier im Vatikan begegnet, seien”von Jesus gesandt“? Wenn wir diesen Vorgang mit den Augen der Vorsehung tief genug betrachten, so meine ich, daß wir es so verstehen können. Auch wenn einige ohne Glauben und kühl sich unseren Toren und Türen nähern, so tragen sie doch wenigstens Fragen in sich, Fragen an die Kirche, Fragen an uns Christen, Fragen an die Jünger Jesu: ”sie sind von Jesus gesandt“! Wenn ihr sie mit Liebe und Achtung aufnehmt, nehmt ihr in ihnen also Jesus selbst auf.

Eine solche Sicht und Verhaltensweise ist jedoch nur möglich, wenn jemand bewußt Christ sein will, wenn er aus der Kraft des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe zu leben bereit ist. Eure Ausbildung und Dienstordnung sind wichtig; noch wichtiger ist aber, daß ihr bewußte Katholiken und Christen seid. Das gilt für euer Verhalten zu den vielfältigen Besuchern des Vatikans; das gilt auch für euren Umgang miteinander, sei es im Dienst oder wo auch immer in eurer Freizeit. So ist es sehr sinnvoll, diesen euren Festtag mit einer heiligen Messe zu beginnen. Hier begegnen wir uns alle im Herrn: Gardisten, die ihr heute euren Diensteid ablegt oder schon länger dient, Eltern, Verwandte und Freunde, einige priesterliche Mitbrüder und sogar einer eurer Heimatbischöfe. Mit euch allen dieses heilige Meßopfer zu feiern, ist mir eine große Freude.

Auch möchte ich diese Gelegenheit benutzen und euch, liebe Neugardisten, herzlich dafür danken, daß ihr euch eine Zeit lang dem obersten Hirten der Kirche, dem Papst, zur Verfügung stellt, um mitzuhelfen, die notwendige äußere Ordnung und Sicherheit im Bereich des Vatikans zu gewährleisten. Ich hoffe, daß während eurer Dienstzeit die Verbindung zu euren lieben Familien und zu eurer Heimat so lebendig bleiben, daß diese euch nicht gleichsam als ”verlorene Söhne“ ansehen werden, sondern sich mit euch freuen über diese einzigartige Möglichkeit, neue Lebenserfahrungen zu machen.

Die heiligen Sebastian, Martin und Bruder Klaus seien die Schutzpatrone eures Dienstes. Maria, Gottesmutter und unser aller Mutter, leite uns immer mehr hin zu deinem Sohn Jesus Christus: ”Was er euch sagt, das tut!“.

Aux gardes suisses de langue française, j’aime redire qu’ils sont appelés à rendre ici un service de qualité, apprécié depuis des siècles par les Souverains Pontifes. Il s’agit de servir la personne du Pape et de ses collaborateurs, en veillant sur eux et sur leur maison; de servir les hôtes du Pape, et aussi tous les pèlerins ou visiteurs qui viennent le voir, l’entendre et prier avec lui, afin qu’ils soient tous reçus avec dignité et affabilité. Ce faisant, c’est le Christ que vous recevez, c’est le Christ que vous servez.

 

 

© Copyright 1982 - Libreria Editrice Vaticana


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