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EUCHARISTIEFEIER FÜR DIE PÄPSTLICHE SCHWEIZERGARDE
PREDIGT
VON JOHANNES PAUL II.
Mittwoch, 6. Mai 1987
Liebe Brüder und Schwestern!
Mit diesem Evangelium (Joh 6, 35-40) hat uns der Apostel Johannes in die
Mitte der Person Jesu Christi geführt: Jesus lebt ganz und gar dafür, den
heiligen Willens seines Vaters zu tun. Nach diesem Willen soll den Menschen
aller Orte und Zeiten der Weg zum wahren Leben, ein Weg auch über den irdischen
Tod hinaus, angeboten und geschenkt werden. Damit dieses Angebot auch heute noch
die Menschen erreicht, hat Christus seine Kirche gegründet und sie mit ihren
apostolischen Strukturen, mit ihrem kostbaren Erbe der Heiligen Schrift und der
Sakramente auf die Pilgerschaft durch die Jahrhunderte gesandt und ihr
versprochen, immer auch selbst bei ihr zu sein als der auferstandene Herr.
Auch der Papst und die Bischöfe, auch der Vatikan mit seinen Ämtern und Diensten
stehen unter diesem Auftrag: die Menschen, wie das Evangelium sagt, zum ”Brot
des Lebens“ zu führen. Die Menschen, die Tag für Tag neugierig oder
erwartungsvoll, gläubig oder suchend an die Tore des Vatikans kommen, sie alle
sind uns letztlich von Gott zugesandt, damit sie Speise Christi erhalten, ein
jeder nach der Art seines Hungers. Das ist das tiefste Motiv, der stärkste
Anstoß für jeden Mitarbeiter des Papstes, um seinen Dienst sorgfältig und treu
zu erfüllen. Von jedem einzelnen hängt es dabei ab, ob die Besucher und Pilger
bei ihrer Begegnung mit diesen ehrwürdigen Orten rund um das Petrusgrab erfahren
können, daß hier jeder Mensch in seiner Würde ernstgenommen wird, weil hier
Christus selbst der letzte Maßstab unseres Sprechens und Handelns sein will.
Um diese geistige Grundlage auch eures Dienstes für Ordnung und Sicherheit
besonders tief wahrzunehmen und zu bejahen, feiern wir an eurem heutigen Festtag
wiederum gemeinsam die heilige Messe. Sie ist mir zugleich ein Dank für den in
den letzten zwölf Monaten geleisteten guten Dienst der Päpstlichen
Schweizergarde; sie ist mir ein Segenswunsch für euch, die Neu-Gardisten, die
ihr heute eurem Diensteid feierlich ablegen werdet; sie ist mir schließlich ein
Zeichen der Anerkennung für euch, liebe Eltern und Verwandte, die ihr durch eure
Teilnahme an diesem Festtag eure Zustimmung zur hohen Dienstverpflichtung dieser
jungen Männer bekundet. Euer Landespatron, der heilige Bruder Klaus, dessen
Todestag sich heuer zum fünfhundertsten Mal jährt, sei der ganzen Garde Vorbild
und Fürsprecher in ihrem Dienst für den Papst und die Kirche, zum Besten der
Menschen und ihrer Anliegen.
Je m’adresse également aux gardes suisses, nouveaux et anciens, à leurs parents,
à leurs amis qui les entourent avec émotion. Depuis bientôt cinq siècles, des
générations de jeunes suisses ont assuré la protection des Papes, parfois jusqu’à
l’effusion du sang comme en mai 1527. Je salue la mémoire de tous ceux qui vous
ont précédés et, à vous, j’exprime ma profonde gratitude personnelle, celle de
mes coopérateurs de la Curie romaine, mais aussi l’estime et la satisfaction des
personnalités, des visiteurs, des pèlerins accueillis au Vatican à longueur d’années.
Tous rendent hommage à votre comportement marqué par une réserve, une courtoisie,
une efficacité et un esprit ecclésial qui vous honorent. Chers jeunes, soyez
convaincus que, à votre place, vous contribuez à donner au centre de la
catholicité son visage de paix et d’accueil évangéliques, et même une note d’agrément
humain, de joie. Je vous remercie chaleureusement du service que vous avez
librement choisi d’accomplir pendant quelques années. Je remercie vos parents,
légitimement fiers de vous voir au service du Pape. Que Dieu, mystérieusement
présent et actif en chacun de vous, vous soutienne dans l’accomplissement fidèle
de votre mission et qu’il veille attentivement sur vos familles!
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Copyright 1987 - Libreria Editrice Vaticana
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