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RITE DE BÉATIFICATION DE FRÈRE ARNOULD,
DE SŒUR ULRIKA NISCH ET DE SŒUR BLANDINA MERTEN

HOMÉLIE DE JEAN PAUL II

Solennité de la Toussaint
Basilique Vaticane - Dimanche, 1er novembre 1987

 

1. “Abbiamo impresso il sigillo del nostro Dio sulla fronte dei suoi servi” (Ap 7, 2).

Nella solennità di Tutti i Santi la liturgia ci parla con l’immagine dell’Apocalisse. Ecco, l’angelo che possiede il sigillo di Dio vivente. Ed ecco, una grande folla “di ogni nazione, razza, popolo e lingua”, che sta in piedi “davanti al trono e davanti all’Agnello” (Ap 7, 9).

Tutti costoro sono uniti ai cori degli angeli nell’inno di gloria e di ringraziamento. Figli e figlie di tutte le nazioni, generazioni, popoli e lingue annunciano la gioia della salvezza, che hanno trovato per sempre in Dio per opera dell’Agnello.

Infatti, tutti costoro “sono passati attraverso la grande tribolazione” (Ap 7, 14). E tutti “hanno lavato le loro vesti, rendendole candide col sangue dell’Agnello” (Ap 7, 14).

Oggi il libro dell’Apocalisse ci fa rileggere la verità della loro intera via terrestre: la verità che brilla sulla fronte dei servi di Dio come sigillo dell’eterna salvezza.

Il sigillo della santità.

2. Soltanto Dio può imprimere il sigillo della santità nel cuore dell’uomo. La liturgia della solennità odierna unisce la visione di questo sigillo dell’Apocalisse al Vangelo delle otto Beatitudini. Ciò che ha il suo definitivo compimento in Dio, tre volte santo, scende fino alla dimensione della vita umana sulla terra. Diventa la via, su cui Dio stesso è passato come vero uomo.

Diventa la via dei poveri di spirito, la via degli umili, la via di coloro che sono tristi - di coloro che hanno sete della giustizia - di coloro che sono misericordiosi, puri di cuore, operatori di pace - la via di coloro che soffrono persecuzioni per la giustizia.

È la via, sulla quale Dio stesso è passato come vero uomo. La via su cui è passato il Cristo.

E passando su di essa ha impresso sulla vita umana il sigillo delle otto Beatitudini. Questo è il sigillo della santità.

3. La Chiesa guarda oggi con adorazione verso Dio, tre volte Santo.

Allo stesso tempo rende grazie per tutti quei suoi figli e figlie, che sono stati segnati dal sigillo delle otto Beatitudini: il sigillo della santità che Cristo ha posto accanto a tante vie della vita umana in terra. “Venite a me, voi tutti che siete affaticati ed oppressi, e io vi ristorerò” (Mt 11, 28).

Che cosa potrebbe esserci di più grande ristoro per la Chiesa, già qui in terra, del riconoscere i frutti della santità negli uomini? Nei suoi figli e figlie che seguono Cristo sulla via delle otto Beatitudini?

4. Parmi ces disciples du Christ, marqués du sceau de la sainteté, aujourd’hui j’ai la joie de déclarer bienheureux le Frère Arnould, lui qui se laissait saisir par “ le Saint-Esprit sanctificateur, unificateur ”, lui qui disait: “ C’est dans le Cœur de Notre-Seigneur qu’il faut aller chercher sur la terre le Saint-Esprit surtout ”.

La sainteté s’est formée en lui dans une vie pauvre, dans le travail assumé très jeune pour aider sa famille: jusqu’à son âge adulte, le futur Frère des Ecoles Chrétiennes répond pleinement à sa vocation de chrétien: il poursuit sa formation malgré les obstacles. Il vit intensément sa foi et il sait s’en faire un témoin convaincant autour de lui. Pauvre, acceptant l’épreuve, il est heureux d’avancer d’un pas ferme vers le Royaume de Dieu.

Avec simplicité, Jules Rèche entre dans la condition de religieux laïc. Devenu Frère Arnould, il épanouit ses qualités naturelles d’éducateur: d’un jugement sûr, il se révèle un exemple d’équilibre: il invite ses élèves à développer leurs connaissances en même temps que de bonnes relations humaines et une vie spirituelle exigeante. Son influence est due autant à sa conscience professionnelle qu’à son dévouement généreux et à la profondeur de sa foi.

Sa manière d’être un “ cœur pur ” à qui il est donné de “ voir Dieu ”, c’est une ascèse austère, c’est une vie de prière qui a impressionné ses frères, c’est l’offrande de lui-même en union à la Passion du Christ, c’est sa familiarité avec la Parole de Dieu qui le nourrit, c’est le bonheur de servir Dieu, c’est l’action de grâce, qu’il appelait une “ vraie prière d’amour ”. Selon le témoignage d’un retraitant, “ son calme, sa prudence, sa lumière, son silence ”, Frère Arnould les puisait dans la présence constante du Saint-Esprit en lui. Nous l’invoquons afin que le maître spirituel qu’il fut au siècle dernier soutienne aujourd’hui ses Frères dans leur vie consacrée à l’éducation sous toutes ses formes. Et nous lui demandons d’aider les jeunes à devenir des chrétiens adultes, heureux de se reconnaître les fils de Dieu, en recherchant, selon l’esprit des Béatitudes, la justice et la paix..

5. Auch Schwester Ulrika Nisch aus der Ordensgemeinschaft der Kreuzschwestern von Ingenbohl gehört zu jener ”großen Schar aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen“, die ”in weißen Gewändern“ vor Gottes Thron stehen. Auch sie kommt ”aus der großen Bedrängnis“ eines harten und geprüften Lebens, in dem ihre Liebe und Treue zu Christus in einem überragenden Maße aufgeleuchtet sind. Darum trägt sie nun ”das Siegel des lebendigen Gottes“ auf ihrer Stirn und darf der Gemeinschaft aller Seligen Gottes zugezählt werden.

Wir dürfen Schwester Ulrika Nisch seligsprechen, weil sich an ihr in den einunddreißig Jahren ihres irdischen Weges die Bedingungen der Seligpreisungen des Evangeliums erfüllt haben. Wer ihr Leben kennt, weiß von der großen Armut ihrer Kindheit, ihres Dienens an letzter Stelle, von den Prüfungen ihres kränklichen Leibes und einer zeitweiligen Dunkelheit im Beten. Diese harten Erfahrungen führten Schwester Ulrika zu jener Lauterkeit des Herzen, die in den kleinsten Dingen die gütige Vaterhand Gottes zu erblicken vermag und von ihm jede Stunde des Lebens in kindlicher Dankbarkeit entgegennimmt. Sie war wirklich ”arm vor Gott“.

So fand die Liebe Gottes keinen Widerstand in ihrem Denken, Fühlen und Wollen: Sie hatte ein ”reines Herz“, dem es schon zu Lebzeiten gegeben war, ”Gott zu schauen“ in mystischer Vereinigung. Ihre Arbeit und ihre Nachtruhe begleitete ein fortwährendes Gebet; ”alles ist ihr zum Gebet geworden“, bezeugt ein Beobachter voller Staunen.

Ganz von Gott erfüllt, wurde Ulrika Nisch immer mehr ein Gefäß seiner Liebe, die all ihr äußeres Wirken durchdrang und die einfachsten Dienste für die Menschen ihrer Umgebung zu einer Kostbarkeit machten. In ihrer Gegenwart fühlten sich die Menschen ”wie im Paradies“. Fürwahr: Sie ist selig, weil sie ”keine Gewalt angewandt“, sondern allein der Macht einer ”Liebe ohne Maß“ vertraut hat.

So konnte Schwester Ulrika barmherzig sein, ohne zu verletzen; sie konnte geben, ohne zurückzufordern; sie konnte reich machen, obwohl sie selbst arm war, ”Durch Schwester Ulrika bekam ich eine neue Seele“, bekennt eine Frau mit einem harten Lebensschicksal, die sich an der Seite der Ordensschwester wieder für Gott und die Menschen öffnen konnte.

Gerade diejenigen, die bei unserer neuen Seligen wahre, selbstlose Liebe gefunden haben, sind die ersten gewesen, die dieses äußerlich unscheinbare Leben für wertvoll und groß angesehen haben. Sie haben erkannt, daß hier die Bedingungen der Seligpreisungen Jesu erfüllt waren. Der Herr selbst hat Schwester Ulrika Nisch das Siegel einer Seligen Gottes aufgeprägt.

6. An die Seite der seligen Schwester Ulrika Nisch stellt die Kirche heute noch eine weitere Ordensfrau, die selige Schwester Blandine Merten aus der Kongregation der Ursulinen in AhrweilerCalvarienberg. Die beiden neuen Seligen verbindet ihre gemeinsame Berufung auf dem sogenannten ”kleinen Weg“ zur christlichen Vollkommenheit.

”Der liebende Gott braucht nicht hohe außergewöhnliche Werke; er will nur Liebe“. Dieser Ausspruch von Schwester Blandine bietet uns den Schlüssel zum Geheimnis ihres heiligmäßigen Lebens. Was imrner ihr als Schülerin, Lehrerin oder als Ordensfrau aufgetragen wurde, verrichtete sie mit ganzer Hingabe und Gewissenhaftigkeit. Tiefster Beweggrund dafür war ihre Liebe zu Gott und zu den Menschen. Ihre Frömmigkeit und Bescheidenheit, ihre Sanftmut und ihre Reinheit ließen sie ihren Mitmenschen von früher Kindheit an als ”Engel“ erscheinen.

Schon von ihrem Elternhaus her von tiefer Religiosität geprägt, stellte Schwester Blandine die hl. Eucharistie, das Wort Gottes und das Gebet immer mehr in die Mitte ihres Lebens. Die treue Erfüllung ihrer Berufspflichten als Lehrerin verband sie mit einem unermüdlichen Streben nach persönlicher Heiligkeit. Dieses führte sie dazu, ihren Dienst für Gott und für die Menschen durch ein gottgeweihtes Leben im Kloster auf noch vollkommenere Weise verwirklichen zu wollen. Durch ihren Eintritt in die apostolisch tätige Ordensgemeinschaft der Ursulinen glaubte unsere neue Selige der Jugend am besten bei ihrer gottgewollten Entfaltung helfen und sie zu einem Leben aus christlichem Geist anleiten zu können. Diesem Apostolat widmete sie sich auch als Ordensfrau mit dem ganzen Einsatz ihrer Kräfte. Sie selbst liebte es, dabei unbeachtet zu bleiben, wurde jedoch für alle zum Vorbild. In ihrem selbstlosen Dienst für den Nächsten vollzog Schwester Blandine zugleich ihre Hingabe an Gott, dem sie sich bei ihrer ewigen Profeß als Opfer angeboten hatte. Gott hat ihr mutiges Lebensopfer angenommen und sie schon nach elfjährigem Ordensleben durch ergeben ertragenes Leiden im Alter von nur fünfunddreißig Jahren zur Vollendung geführt.

Schwester Blandine hat in ihrem Leben nichts Außergewöhnliches getan; aber ihre alltäglichen Aufgaben und Pflichten hat sie auf außergewöhnliche Weise erfüllt. Nach ihrem Tod sind ihr heiligmäßiges Leben und Wirken immer heller aufgeleuchtet, so daß die Kirche sie heute den Menschen als Selige feierlich zur Nachahmung vor Augen stellen kann: den Lehrerinnen und Lehrern, den Erziehern, den Ordensfrauen sowie allen Gläubigen, die in täglicher treuer Pflichterfüllung und tätiger Nächstenliebe still und verborgen Christus nachfolgen und so zur christlichen Vollkommenheit streben.

Die beiden neuen Seligen, Schwester Ulrika Nisch und Schwester Blandine Merten, die Kirche am heutigen Fest feierlich als Glieder jener unzähligen Schar aller Heiligen anerkennt, seien für uns fortan Fürsprecherinnen und Ermutigung, daß auch wir zur Herrlichkeit der Kinder Gottes gelangen.

7. “Del Signore è la terra e quanto contiene, l’universo e i suoi abitanti” (Sal 24, 1).

La solennità di Tutti i Santi riconferma e mette in evidenza in modo particolare la verità delle parole del salmista.

Sì! Dio-Creatore dell’universo ha dato all’uomo la terra e il mondo visibile. L’uomo è diventato padrone del creato e non cessa di esserlo.

Contemporaneamente la stessa terra, questo mondo visibile, è uno spazio, in cui si rivela all’uomo la santità come traguardo della via e senso ultimo della vita in terra.

Il salmista si chiede:

Chi salirà il monte del Signore, / chi starà nel suo luogo santo?”(Sal 24, 3).

La Chiesa gioisce oggi della gloria di Tutti i Santi.

Gioisce della elevazione dei nuovi beati.

Infatti nient’altro, più della santità dei figli e delle figlie degli uomini, rivela quel “sigillo” del Dio vivente” (Ap 7, 2), impresso sul volto del creato.

Davvero! “Del Signore è la terra e quanto contiene”!

Davvero!

Amen!

 

© Copyright 1987 - Libreria Editrice Vaticana

 

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