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SCHREIBEN VON JOHANNES PAUL II.
AN DEN SONDERGESANDTEN BEI DEN
JUBILÄUMSFEIERLICHKEITEN IM MARIENWALLFAHRTSORT TELGTE (DEUTSCHLAND) (3. JULI 2004)

 

Unserem Ehrwürdigen Bruder
GILBERTO
KARDINAL AGUSTONI
emeritierter Präfekt des Obersten Gerichtshofes der Apostolischen Signatur

Der göttlichen Vorsehung gemäß hat der Ehrwürdige Bruder Christoph Bernhard von Galen, Bischof von Münster, vor 350 Jahren in der Stadt Telgte einen Marienwallfahrtsort errichtet, um den Glauben seines Volkes zu stärken. In der Tat machen sich seit dieser Zeit katholische Hirten und Gläubige oft auch unter schwierigen Umständen, in Bedrängnissen und Gefahren, zur Wallfahrt zu diesem Gnadenbild der Jungfrau auf, um ihr ihre Nöte und Gelübde anzuvertrauen und ihren milden mütterlichen Schutz und Trost zu erfahren. Dabei lernen sie von ihr, alles treu und geduldig zu ertragen, um so am Leiden Christi teilzuhaben und seine wahren Jünger zu sein, die täglich ihr Kreuz auf sich nehmen (vgl. Lk 9, 23). Wer fühlte sich nicht im Glauben gestärkt, wenn er die Mutter Christi betrachtet, die vor dem Kreuz stand und mit liebevollen Augen die Wunden ihres Sohnes sah, denn sie erwartete nicht den Tod als Unterpfand, sondern das Heil der Welt (Hl. Ambrosius, Expositio evangelii secundum Lucam, X, 132)?

Aus diesem Grund wollen Wir im Geiste herzlicher Zuneigung die Pilger begleiten, die sich auf den Weg machen zu diesem berühmten Heiligtum im Bistum Münster, um dort in tiefer Frömmigkeit die Schmerzensmutter zu verehren. Da wir nun erfahren haben, daß sich in diesem Jahr zum hundertsten Mal jener Tag jährt, an dem dieses Bild der Gottesmutter auf feierliche Weise vom Päpstlichen Legaten mit einem Diadem gekrönt worden ist, wollen wir gerne der Bitte des Ehrwürdigen Bruders Reinhard Lettmann, Bischof von Münster, entgegenkommen, einen Kardinal zu dieser besonderen Feierlichkeit zu entsenden, um diese mit größerem Glanz zu versehen.

Wir haben daher beschlossen, Dich, Ehrwürdiger Bruder, zu entsenden, damit Du Uns bei dieser geliebten Gemeinschaft vertrittst, im Wissen um Deine Klugheit, Deine Verdienste und Deinen jahrelangen treuen Dienst. Deshalb ernennen Wir Dich mit diesem Schreiben zum Sondergesandten bei den Feierlichkeiten anläßlich des zweifachen Jubiläums im Wallfahrtsort von der Schmerzhaften Muttergottes, das am kommenden 3. Juli begangen werden soll.

In Unserem Namen wirst Du die liturgischen Feiern leiten und die dort anwesenden Gläubigen zur beharrlichen Nachfolge Christi und zur frommen Verehrung seiner Mutter ermuntern, wie es in diesen Regionen Brauch ist und von alters her überliefert wird. Unseren besonderen brüderlichen Gruß wirst Du zudem den Christen der anderen Konfessionen entbieten.

Schließlich ist es unser Wunsch, daß Du dem für das Heiligtum Sorge tragenden Bischof des Bistums Münster, das Wir bei Unserer Pastoralreise nach Deutschland einst persönlich besucht haben, den übrigen Bischöfen, den Priestern, Ordensleuten und allen Gläubigen, die an den liturgischen Feierlichkeiten teilnehmen, unter dem Schutz der Schmerzenmutter des Erlösers als Zeichen der Gnade Gottes und zur Bekundung Unseres guten Willens in Unserem Namen den Apostolischen Segen erteilst.

Aus dem Vatikan, am 9. Juni 2004, im sechsundzwanzigsten Jahr Unseres Pontifikates.

IOANNES PAULUS II

 

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