Ehrwürdige Brüder im Bischofsamt!
Wir haben also mit Hilfe des Herrn das Ziel erreicht,
das wir uns mit der Einberufung dieser Sondersynode gesteckt
hatten, nämlich die Ernennung eines Erzbischof-Koadjutors mit
dem Recht der Nachfolge für unseren verehrten Bruder Kardinal
Joseph Slipyj, Großerzbischof der Ukrainer von Lemberg.
Ich möchte euch vor allem meine lebhafte Freude
bekunden, weil ich sehen konnte, mit welchem
Verantwortungsbewußtsein ihr eure Aufgabe erfüllt habt.
Beim Anblick eurer Versammlung kam mir unwillkürlich
das Wort des Psalmisten in den Sinn: "Ecce quam bonum et quam iucundum habitare
fratres in unum" ‒ "Seht doch, wie gut und
schön ist es, wenn Brüder miteinander in Eintracht wohnen" (Ps
133, 1).
Nachdem ich lange nachgedacht und im Gebet die Hüfe des
Herrn erfleht hatte, bin ich zu dem Entschluß gelangt, zum
Koadjutor mit dem Recht der Nachfolge des hochwürdigsten Herrn
Kardinal Joseph Slipyj S. Exz. Msgr. Miroslav Ivan Lubachivsky,
Metropolit der Ukrainer von Philadelphia, zu ernennen. Er steht
in dem mir vorgelegten Dreiervorschlag an erster Stelle.
Würdig eines so hohen Amtes machen ihn im übrigen seine
ausgeprägte Frömmigkeit, sein pastoraler Eifer, seine
wissenschaftliche Ausbildung und die vorzüglichen Gaben der
Milde und Demut, die seinen Charakter auszeichnen. Auf ihn richtet sich
mein Vertrauen und ihm gelten meine herzlichen Glückwünsche.
Eure Eminenz werden in ihm einen würdigen und geeigneten
Koadjutor haben.
Ihr alle, ehrwürdige Brüder, kehrt nun zu euren
Seelsorgesaufgaben zurück in der Freude, auf so greifbare Weise
zu einer Maßnahme beigetragen zu haben, die für eure Kirche ein
gültiger Schutz und eine besondere Ehre ist.
Dieser glückliche Augenblick der Synode muß als
Unterpfand der Einheit im Handeln und in der Gemeinschaft der
Seelen "in vinculo pacis"
‒
"im Bande des Friedens" bestehen bleiben und euer Apostolat, in
enger Verbundenheit der Empfindungen und Absichten mit allen
Gläubigen dieses auserwählten Teiles der Gesamtkirche, leiten.
In der gemeinsamen Sorge meines und eures Herzens für
das Wohl der ukrainischen Kirche empfehle ich die "heilige
Sache" der Priesterberufe eurem pastoralen Eifer mit dem Wunsch
und dem Gebet, daß die in "in sorte Domini vocati"
‒ "in den Dienst des Herrn
berufenen" Kandidaten zunehmen und sich zur Hoffnung der
ukrainischen Kirche entwickeln mögen.
Unter Vermittlung der Fürbitte der Muttergottes erflehe
ich vom Herrn für euch alle, für den Klerus, für die
Ordensmänner und Ordensfrauen und für alle Gläubigen der
ukrainischen Kirche die Freude der österlichen Liebe und die
Fülle jeglichen Trostes.