Sehr geehrter Herr Landrat!
Liebe Mitbrüder im Priesteramt!
Verehrte Damen und Herren!
Herzlich begrüße ich Sie hier im Vatikan auf Ihrer Rompilgerfahrt und freue
mich mit Ihnen, daß es auf Ihre Bitte hin kurz vor meiner Abfahrt nach
Australien noch zu dieser Begegnung kommen kann.
Sie repräsentieren – zumeist in offizieller Funktion – die Bevölkerung des
Landkreises Dillingen an der Donau sowohl auf der Ebene politischer
Selbstverwaltung wie auch auf der Ebene einer Region der Diözese Augsburg. Es
ist mir ein hoffnungsvolles Zeichen, daß ein Landkreis mit seinem Parlament,
seinen Bürgermeistern und mit Vertretern der Geistlichkeit eine gemeinsame
Pilgerfahrt nach Rom unternimmt. Gebe Gott, daß dies keine isolierte Initiative
darstellt, sondern von einer schon bewährten vertrauensvollen Zusammenarbeit
zeugt, die sich auch in Zukunft in gegenseitiger Achtung vor den jeweiligen
Kompetenzen und politischen Grundüberzeugungen fruchtbar weiterentfalten möge.
Denn Ihnen allen ist der Dienst am wahren Wohl der Menschen Ihrer Heimat übertragen.
Die Bereitschaft der Bürger, Ihren Entscheidungen und Maßnahmen Vertrauen und
Achtung entgegenzubringen, nimmt gewiß zu, wenn auf der bürgernahen Ebene
eines Kreises und einer Region die entsprechenden Verantwortlichen menschenwürdig,
sachbezogen und kompromißbereit miteinander umgehen und auch in ihrem täglichen
Leben und Wirken jene unabdingbaren Grundwerte und zivilen Tugenden zum Leuchten
bringen, die demokratisches Zusammenleben und gesellschaftlichen Fortschritt
erst möglich machen.
Schon durch den Zeitpunkt Ihrer Romreise wollen Sie auch an den Gedenktag des
heiligen Albertus Magnus von Lauingen erinnern sowie an meine erste
Pastoralreise nach Deutschland im November des Jahres 1980, die mich nach Köln
an das Grab dieses großen Sohnes Ihrer Heimat geführt hat. Als ich dort ein Fürbittgebet
in den wichtigen Anliegen Eures ganzen Vaterlandes gesprochen habe, fühlte ich
mich geistig auch mit dem Geburtsort des Heiligen verbunden. So darf ich Sie
heute einladen, daß Sie sich meinem damaligen Gebet anschließen und Gott auf
die Fürbitte des heiligen Albert bitten, daß er den Verantwortlichen in Staat
und Gesellschaft Einsicht und Gewissenskraft schenke, damit sie die
Errungenschaften von Wissenschaft und Technik für den Frieden und Fortschritt
aller Völker und nicht zu deren Schaden gebrauchen; daß Gottes weise Führung
mit Ihnen und allen Bürgern sei, für die Sie wirken; daß er dem deutschen
Volk Frieden und Einheit schenke und es in der Gemeinschaft der Völker stets
seiner Verantwortung eingedenk sein lasse.
Meinerseits bitte ich auch Sie um Ihr Gebet und Ihr wohlwollendes Gedenken während
meiner bevorstehenden Pastoralreise nach Australien. Von Herzen erteile ich
Ihnen, Ihren Familien, den Pfarrgemeinden sowie allen Bürgern, die Sie hier
vertreten, meinen besonderen Apostolischen Segen.
© Copyright 1986 - Libreria Editrice Vaticana