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ANSPRACHE VON JOHANNES PAUL II.
AN DIE VERTRETER DES VORSTANDES DER
ADAM-OPEL-AG
Clementina-Saal - Freitag, 24.
April 1987
Gern komme ich Ihrer Bitte nach, Sie während Ihres Romaufenthaltes hier im
Vatikan zu empfangen. Wie ich erfahre, vertreten Siel angeführt vom Vorstand der
Adam-Opel-AG in Rüsselsheim, die Verkaufsabteilung dieses angesehenen
Automobilwerkes sowie seine zahlreichen Vertragshändler in der Bundesrepublik
Deutschland. Ihnen allen gilt mein aufrichtiger Willkommensgruß.
Zugleich grüße
ich in Ihnen die Zehntausenden von Kollegen und Kolleginnen mit ihren
Familienangehörigen im weiten Vertriebsnetz sowie vor allem in den
Produktionsstätten selbst, die in einer solchen staunenswerten Organisation
zusammenwirken und darin Arbeit und Lebensunterhalt finden. Ja, auch wenn das
Ergebnis Ihrer Zusammenarbeit ein materielles, technisches Produkt ist, nämlich
ein Auto, so geht es doch im Grunde auch für Sie immer um den Menschen: um den
Menschen schon auf dem langen Wege zum fertigen Produkt, um den Menschen, der
das Produkt seinen Mitmenschen anbietet und verkauft, um den Menschen
schließlich, der das Auto auf den Straßen benutzt.
Wo es aber um Menschen geht,
da kommen notwendigerweise auch Fragen seiner Würde und seines Wohlbefindens,
Fragen des Maßes und der Gerechtigkeit ins Spiel; ja, ein Großunternehmen der
Wirtschaft ragt auch in den politischen Bereich seines Landes weit hinein, ist
von dort konditioniert und beeinflußt durch seine eigenen Entscheidungen
wiederum das gesellschaftliche Zusammenleben der Menschen. So gehen Sie gewiß
mit mir einig, wenn ich sage, daß etwa immer aufwendigere Modelle, immer größere
Geschwindigkeiten, ein immer rascherer Modellwechsel nicht die einzigen
Kriterien der Unternehmensplanung sein könne. Es gibt aber ermutigende Zeichen,
daß auch auf diesem Gebiet bereits der freie Wettbewerb selbst dazu führt, daß
zum Beispiel ökologische Anliegen oder die Sorge um eine Verringerung von
Unfällen mit Schwerstfolgen in reife technische Lösungen übertragen werden. Doch
die Marktmechanismen sind nicht allmächtig; vor allem im Hinblick auf den
Weltmarkt und die Belange der Entwicklungsländer sowie auf ein kluges Haushalten
mit den begrenzten Ressourcen dieser Erde werden auch einige politische
Vorentscheidungen für wichtige Industriebereiche nötig sein. Solche werden um
des Ganzen willen sicher Ihr wohlwollendes Verständnis und eine sachgerechte
Antwort finden.
Verehrte Damen und Herren! Aufrichtig danke ich Ihnen
schließlich für die großzügige Gabe eines hervorragenden Exemplares Ihrer
neueren Produktion. Ja, auch der Papst verdankt solchen Wunderwerken der
Verkehrstechnik die Möglichkeit zu vielen wichtigen Begegnungen in nah und fern.
In der nächsten Woche kann ich Ihr Vaterland zum zweitenmal in Amt des
Nachfolgers des Apostels Petrus besuchen. Ich freue mich schon darauf und hoffe,
daß Gott jene Tage segnen wird. Ihnen a11en und Ihren Familien gelten mein Gebet
und meine besten Wünsche für Ihr persönliches Leben und Ihr verantwortungsvolles
Wirken.
© Copyright 1987 - Libreria
Editrice Vaticana
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