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ANSPRACHE VON JOHANNES PAUL II. AN EINE
DELEGATION VON REPRÄSENTANTEN
DER ÖSTERREICHISCHEN BUNDESLÄNDER
Samstag,
21. März 1987
Sehr geehrte Damen und Herren!
Mit besonderer Freude heiße ich Sie als Repräsentanten der österreichischen
Bundesländer heute zu dieser Audienz im Vatikan willkommen und grüße Sie
herzlich. Ihre Anwesenheit erinnert mich einmal mehr an meinen denkwürdigen
Pastoralbesuch in Ihrem Land im September 1983 anläßlich des damaligen
österreichischen Katholikentages.
Der Anlaß Ihres jetzigen Rombesuches ist die Einweihung von Räumen im
Päpstlichen Institut für Kirchenmusik, deren Einrichtung von den neun
österreichischen Bundesländern und der Republik Österreich selbst
freundlicherweise zur Verfügung gestellt worden ist. Eine sehr hilfreiche und
großzügige Geste, für die ich Ihnen und Ihren jeweiligen Ländern aufrichtig
danke.
Die Tatsache, daß diese Zimmer nach österreichischen Komponisten und Musikern
benannt werden, will zugleich die große Bedeutung unterstreichen, die Österreich
in der Musikkultur der Welt, besonders auch in der Kirchenmusik, zukommt und
Ihrem Land über die Grenzen hinaus hohes Ansehen eingebracht hat. Wenn es, wie
das II. Vatikanische Konzil erneut betont hat, das Ziel der Kirchenmusik ist,
zur Ehre Gottes und zur geistlichen Erbauung der Gläubigen beizutragen, so haben
gerade auch österreichische Komponisten und Musiker durch Werke von tiefer
Religiösität und hohem künstlerischen Wert hieran einen maßgeblichen Anteil. Ich
denke zum Beispiel an das Passionsoratorium des sieben Worte des Erlösers am
Kreuz von Joseph Haydn, an das Ave-verum von Wolfgang Amadeus Mozart, an die
Deutsche Messe von Franz Schubert oder an das Te-Deum von Anton Bruckner. Durch
diese und viele andere österreichische Komponisten wird für viele Menschen ihr
Glaube durch die Vermittlung der Kunst zum Gebet, zum gesungenen Gotteslob.
Dieser wichtigen Aufgabe der Kirchenmusik gelten die wissenschaftlichen und
praktischen Studien und Arbeiten des von meinem Vorgänger Papst Pius X.
gegründeten Päpstlichen Institutes für Kirchenmusik, das nun in der Abtei San
Girolamo seinen neuen Sitz gefunden hat. Ich danke Ihnen noch einmal aufrichtig,
daß Sie und Ihre Länder durch Ihre hochherzige Initiative den weiteren Ausbau
dieser wichtigen kirchlichen Bildungsstätte so hilfsbereit mittragen und fördern.
Ich wünsche Ihnen einen schönen und auch geistlich fruchtbaren Romaufenthalt,
der Sie auch persönlich in Ihrem verantwortungsvollen Wirken bestärken und Ihnen
neue Kraft und Zuversicht schenken möge.
Mit diesem Wunsch erteile ich Ihnen, Ihren Familien sowie allen, die zu dieser
Initiative beigetragen haben, von Herzen meinen besonderen Apostolischen Segen.
© Copyright 1987 - Libreria
Editrice Vaticana
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