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FERNSEHBOTSCHAFT VON JOHANNES PAUL II.
AN DIE ÖSTERREICHER VOR ANTRITT DER
APOSTOLISCHEN REISE

Mittwoch, 22. Juni 1988

 

 

Liebe Brüder und Schwestern im Glauben,
liebe Mitchristen und Bürger in Österreich!

1. Mit großer Freude und Erwartung schaue ich auf meinen bevorstehenden zweiten Pastoralbesuch in Ihrem Land. Schon heute sende ich Ihnen vom Grab des Apostels Petrus, den Christus zum bleibenden Fundament seiner Kirche gemacht hat, herzliche Grüße. Ich bekunde Ihnen meine hohe Wertschätzung für das österreichische Volk und seine reiche Geschichte und Kultur, die von Anfang an auf das engste mit dem Christentum verbunden sind. Besinnung auf die eigene Vergangenheit und Identität bedeutet für Österreich auch die Wiederentdeckung seiner christlichen Berufung. Sie mahnt zur Anerkennung jener sittlichen und religiösen Werte, die das Leben Ihres Volkes in allen Bereichen der Gesellschaft beseelt und maßgeblich geprägt haben.

Die Lage in der Mitte Europas gibt Ihrem Land die Chance und Aufgabe, Brücke und Mittler zwischen dem Norden und Süden, dem Westen und Osten dieses Kontinents zu sein. Die beharrliche und erfolgreiche Aufbauarbeit nach dem Ruin des Zweiten Weltkrieges hat Österreich in die Lage versetzt, heute seine europäischen Möglichkeiten zielstrebig wahrzunehmen. Die Kirche ist bereit, ihren besonderen Beitrag dazu zu leisten, daß der europäische Kontinent aus den ursprünglich christlichen Wurzeln seiner Geschichte heute seine neue Einheit erlangt und so zu einem noch wirksameren Garanten für Frieden und Gerechtigkeit in der Völkergemeinschaft werden kann.

2. Ich freue mich, Ihnen nach fünf Jahren wieder zu begegnen und dieses Mal noch einige weitere Diözesen und Bundesländer Österreichs kennenzulernen. Während meines Besuches werde ich vieles über das heutige Leben und den Glauben der Christen in Ihrem Land erfahren. Das doppelte JA des Mottos dieser Tage ”Ja zum Glauben – Ja zum Leben“ hat die lange christliche Tradition Ihres Volkes bestimmt. Der Glaube hat schon Ihren Vorfahren geholfen, in guten und bösen Tagen das Leben zu bestehen und allen Krisen einen neuen Anfang folgen zu lassen. Dieser Glaube is die große Kraft, die den Menschen auch heute und morgen von Gott her angeboten wird. Möge er die Lebenskultur Ihres Landes und das Leben der einzelnen weiterhin beseelen und diesen Maß und Richtung geben.

Mein bevorstehender Besuch will eine frohe Begegnung unter Brüdern und Schwestern im gemeinsamen christlichen Glauben sein. Wir wollen uns gegenseitig darin bestärken, aus seiner Kraft in gemeinschaftlichem Gebet den Dreifaltigen Gott preisen und für unsere christliche Sendung in der Welt von heute seinen Segen erbitten. Geistliche Begleiter werden dabei die Heiligen sein, deren wir an den verschiedenen Orten gedenken werden. Diese heiligen Männer und Frauen haben ihr entschiedenes Ja zum Glauben und zum Leben entsprechend der jeweiligen geschichtlichen Herausforderung gesprochen und gelebt. Sie mögen uns helfen, daß auch unser Glaube selbst lebendig werde und uns zur eindeutigen Entscheidung zum Leben, ja zum vollen Leben in Christus ermutige. Was an diesen Männern und Frauen groß war, ist auch heute wichtig. Es ist notwendig für ein Leben in Fülle. Mein Besuch in Ihrem Land will ein weiterer Dienst dafür sein.

Gott behüte und segne Sie alle!

 

© Copyright 1988 - Libreria Editrice Vaticana

 

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