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ANSPRACHE VON JOHANNES PAUL II.
AN DIE NEUEN REKRUTEN DER SCHWEIZERGARDE

Freitag, 6. Mai 1988

 

Rekruten der Schweizergarde,
liebe Brüder und Schwestern!

Wieder sind wir um den Altar versammelt, um am Tag der Vereidigung, eines neuen Jahrgangs der Garde zuerst Gott die Ehre zu geben und Euer Treueversprechen mit in das Opfer Christi hineinzunehmen. Ihr werdet ja keinem weltlichen Herrscher dienen, sondern dem Nachfolger des Petrus auf dem Bischofssitz in Rom, dem die Sorge für die Gesamtkirche in einer besonderen Weise anvertraut ist. Und diese Kirche lebt wesentlich aus der Kraft und nach dem Maßstab des Lebens Christi: Dieser will gerade dadurch der ”Herr“ der Kirche sein, daß er der ”Diener aller“ ist.

Liebe Rekruten, stellt Euch für Euren Dienst auch unter den Schutz und das Vorbild Eures verehrten Landespatrons, des heiligen Niklaus von der Flüe. Von ihm lernt Ihr, wie ein erwachsener Mensch neben seiner Verpflichtung für Familie und Beruf auch Gemeinschaftsaufgaben in der Nachbarschaft und in der Bürger- und Kirchengemeinde übernimmt, gemäß den Gaben, die ihm geschenkt sind. Und als sich Bruder Klaus zu intensiverem Gebet in den Ranft zurückzog, nahm sein Gemeinschaftsbezug keineswegs ab, sondern weitete sich sogar noch aus bis zu jenen berühmten Friedensvermittlungen in damaligen Auseinandersetzungen unter seinen Mitbürgern.

Die Geschichte hat den katholischen jungen Männern in der Schweiz die Aufgabe zugewiesen, für die Sicherheit des Papstes zu sorgen und dafür die angesehene Schweizergarde zu bilden. Seid Euch der Bedeutung dieser traditionsreichen und zugleich aktuellen Gemeinschaftsaufgabe voll bewußt und erfüllt sie mit Euren besten Kräften! Dankbar nehme ich immer wieder Eure Belange und Euer Wohlergehen in mein Beten auf. Der notwendigen äußeren Distanz, die unsere Begegnungen im Dienst erfordern, entspricht – das möchte ich Euch versichern – eine umso größere innere Wertschätzung für jeden von Euch und für Euren anspruchsvollen Dienst.

Dies zu wissen, macht es Euch, liebe Eltern und Angehörige, gewiß leichter, diese jungen Männer für eine bestimmte Zeit zu entbehren und in der Fremde zu wissen. Je mehr ein Christ seinen Glauben versteht und lebt, umso schneller wird ihm ein fremdes Land sogar wieder zur Heimat in der einen weltweiten Kirche Christi.

So laßt uns nun zusammen mit den Gaben von Brot und Wein auch die Gabe unseres Lebens, unsere Fähigkeiten, unsere Hochherzigkeit auf den Altar legen. Der Herr nehme alles in Güte entgegen und lasse Euren und meinem Dienst sich auswirken zum Besten der Kirche und Menschen.

 

Au moment d’offrir le Sacrifice eucharistique, je suis heureux d’unir également dans ma prière les jeunes Gardes de langue française et leurs familles.

Chers amis, que le Seigneur vous accorde de vivre avec foi vos années de service dans la Cité du Vatican! Les nombreux pèlerins qui viennent prier aux tombeaux des Apôtres et rencontrer le successeur de Pierre aiment vous voir dans l’exercice de vos fonctions: que l’accomplissement joyeux et digne de votre tâche, dans un esprit d’accueil fraternel, les réconforte et les encourage dans le pèlerinage de leur vie chrétienne! Au moment de prendre vos engagements, soyez assurés de la prière de ceux qui vous entourent aujourd’hui de leur affection et de leur amitié!

 

© Copyright 1988 - Libreria Editrice Vaticana

 

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