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ANSPRACHE VON JOHANNES
PAUL II.
AN EINE GRUPPE GENDARMEN AUS EISENSTADT
Donnerstag, 9. Februar 1989
Hochwürdigster Herr Bischof, Liebe Schwestern und Brüder!
Anlässlich eurer Wallfahrt nach Rom zu den Gräbern der Apostel Petrus und Paulus,
des Besuches bedeutender Stätten christlicher Kunst sowie antiker und
europäischer Kultur, war es Euer sehnlichster Wunsch, auch mir zu begegnen und
in Erwiderung meines Besuches im vergangenen Jahr im schönen Burgenland, Eurer
teuren Heimat, die Reverenz zu erweisen. Ich freue mich darüber und danke Euch
für dieses Zeichen treuer Verbundenheit.
Eure Heimat steht noch ganz lebendig vor meinem inneren Auge. Ich durfte dort
dank der seit dem Konzil bestehenden brüderlichen Freundschaft mit Eurem
Oberhirten, Bischof Stefan László, bereits als Erzbischof von Krakau weilen und
zuletzt anläßlich meiner zweiten Pastoralreise nach Österreich mit Euch und
Euren Landsleuten sowie mit einer großen Anzahl von Gläubigen aus Ungarn und
Kroatien in Trausdorf Eucharistie feiern.
Gerade bei dieser so einmaligen Begegnung durften wir miteinander die große
Gemeinschaft der Kirche erfahren über die Grenzen verschiedener Sprachen, Länder
und Kulturen hinweg.
”Glaube überschreitet Grenzen“, so lautet das geistliche Leitmotiv der
pastoralen Arbeit Eurer Diözese in diesem Jahr 1989. Dies gilt für die
Brückenfunktion, die Ihr gerade zu den Völkern Osteuropas hin habt, im gleichen
Maße gilt dies aber auch für den inneren Menschen in seiner Beziehung zu Gott
und zum Nächsten. Ich ermutige Euch, diesem aktuellen Thema, das vielfältige
Dimensionen aufweist, im persönlichen wie auch im öffentlichen Leben sich zu
stellen. Euer Diözesanpatron, der heilige Martin, ist Euch hierfür ein
leuchtendes Beispiel.
Liebe Schwestern und Brüder, Eure Gruppe besteht hauptsächlich aus Mitgliedern
der Burgenländischen Gendarmerie. Bei meinem Pastoralbesuch im vergangenen Jahr
mußtet Ihr einen hohen Arbeitseinsatz leisten, der einem jeden viel abverlangt
hat, damit die Feier in Trausdorf in einem würdigen Rahmen stattfinden konnte.
Ich möchte Euch dafür nochmals ein herzliches” Vergelt’s Gott “sagen.
Nun wünsche ich Euch allen einen frohen Aufenthalt in der Ewigen Stadt und
erteile Euch und Euren Lieben daheim mit besten Wünschen, insbesondere für Euren
verantwortungsvollen Dienst, von Herzen meinen Apostolischen Segen.
© Copyright 1989 - Libreria
Editrice Vaticana
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