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APOSTOLISCHE REISE NACH NORWEGEN,
ISLAND,
FINNLAND, DÄNEMARK UND SCHWEDEN
GRUSSWORTE VON JOHANNES
PAUL II.
AN DIE VERTRETER DER DEUTSCHEN HILFSWERKE
IN NORDEUROPA
Stockholm
(Schweden) - Freitag, 9. Juni 1989
Liebe Brüder und Schwestern!
Während meines Besuches in den fünf Ländern der Nordischen Bischofskonferenz
habe ich vielerorts beobachten können, wie Kirchen, Kapellen und Pfarrhäuser
gebaut oder renoviert wurden. Dies alles stellt eine wichtige Voraussetzung dafür dar, daß die Kirche ihren
Auftrag in einer Art und Weise erfüllen kann, die heutigen Lebensformen und
Erwartungen entspricht.
Ohne die außerordentliche Hilfe, die die nordische Kirche in der Diaspora immer
wieder von ihren Freunden und Wohltätern – besonders aus der Bundesrepublik
Deutschland – erfährt, wäre dieser beträchtliche äußere Aufbau nicht möglich.
Das Bonifatiuswerk, das Sankt-Ansgarius-Werk und die anderen Hilfswerke haben
Großes geleistet.
Außerdem bin ich auch davon unterrichtet, daß Eure Unterstützung sich nicht nur
auf Bauprojekte beschränkt. Mit großem und immer neuem Eifer entdeckt Ihr
ständig weiter Möglichkeiten für die Förderung und Ermutigung des Lebens und
Wirkens der Kirche in der nordischen Diaspora sowie ihrer Priester und der
pastoralen Mitarbeiter.
Eure Hilfen beziehen sich unter anderem auf die Finanzierung liturgischer
Gewänder und Geräte für die heilige Messe, so daß die liturgischen Dienste in
angemessener Weise wahrgenommen werden können; ferner stellen diese
katechetisches Lehrmaterial und Fahrzeuge zur Verfügung. Genannt werden müssen
auch die vielen Zuwendungen, die zur finanziellen Unterstützung der Priester und
konkreter pastoraler Initiativen aufgebracht werden.
Für diese bedeutenden Hilfeleistungen möchte ich Euch, Euren Mitarbeitern und
den vielen Spenden aufrichtig danken. Ihr könnt versichert sein, daß Ihr
dadurch eine Aufgabe erfüllt, die von großer Bedeutung für das Wachstum der
Kirche in diesen Ländern ist. Mein Dank gilt Euch auch für die Hilfe, die Ihr
den Einwanderern gewährt, damit sie hier wirklich eine neue Heimat finden, aber
auch für den ökumenischen Dialog mit den nichtkatholischen Christen offen sind.
Ich hoffe, daß Ihr selbst – vielleicht durch die Erfahrungen bei den jährlichen
Studienwochen für Priester, Laien und Ordensleute – der Überzeugung seid, daß
diese Hilfe nicht einseitig als rein materielle Unterstützung betrachtet werden
darf. Es handelt sich vielmehr um eine echte Partnerschaft zwischen Ortskirchen,
die sich in christlicher Solidarität und gegenseitiger Hilfsbereitschaft zu
einer wahren Freundschaft entwickelt hat.
Die pastoralen Erfahrungen in der nordischen Diaspora können ihrerseits Euch
dabei helfen, die Schwierigkeiten, mit denen Ihr in ähnlicher Weise in Euren
Ortskirchen konfrontiert werdet, besser zu meistern. Die Herausforderung einer
wachsenden Säkularisierung stellt uns alle vor neue Probleme, für deren Lösung
wir gemeinsam neue Erfahrungen sammeln müssen. Wenn wir uns nur mit unseren
eigenen Problemen beschäftigen wollten, würden wir aufhören, ”katholische“, daß
heißt weltweite Kirche zu sein. Wir bleiben nur ”katholisch“, wenn wir uns allen
Teilkirchen auf der Erde verbunden und solidarisch wissen, und dies sowohl im
materiellen wie im geistlichen Bereich. Allen Christen gilt gleichermaßen das
Wort des Apostels Paulus:”... es soll ein Ausgleich sein; euer Überfluß soll bei
diesem Anlaß den Mangel anderer ausgleichen...“.
Liebe Brüder und Schwestern! Eure weitere Arbeit empfehle ich der Fürbitte Eurer
großen Schutzpatrone, des heiligen Bonifatius, des Apostels der Deutschen,
sowie des heiligen Ansgar, des ersten christlichen Missionars dieser nordischen
Länder. Mögen diese Heiligen für Euch und Euer Werk auch in Zukunft Vorbilder
und hilfreich Begleiter sein!
Euch gilt noch einmal mein herzlicher Dank für Eure treue Arbeit. Damit verbinde
ich zugleich die Bitte um Gottes reichsten Segen für Euch und alle Eure
unermüdlichen Mitarbeiter.
Es segne Euch des allmächtige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.
© Copyright 1989 - Libreria
Editrice Vaticana
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