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ANSPRACHE VON JOHANNES
PAUL II. AN DIE MITGLIEDER DER STIFTUNG «PRO ORIENTE» AUS WIEN
Montag, 19. Oktober 1992
Mit großer Freude begrübe ich Sie, die Mitglieder des Komitees des
Stiftungsfonds ”Pro Oriente“, die Sie unter Leitung von Herrn Kardinal Franz
König, dem Gründer und Protektor der Stiftung, und dem derzeitigen Präsidenten
Herrn Dr. Rudolf Kirchschläger nach Rom gekommen sind, und heiße Sie hier im
Vatikan sehr herzlich willkommen.
Existenz und Aktivität von ”Pro Oriente“ können mit folgenden Worten des
Ökumenismusdekretes des Konzils zusammengefasst werden: ”Unter dem Wehen der
Gnade des Heiligen Geistes gibt es heute in vielen Ländern auf Erden
Bestrebungen, durch Gebet, Wort und Werk zu jener Fülle der Einheit zu gelangen,
die Jesus Christus will. Daher mahnt dieses Heilige Konzil alle katholischen
Gläubigen, dass sie, die Zeichen der Zeit erkennend, mit Eifer an dem
ökumenischen Werk teilnehmen“.
Die verschiedenen Initiativen im Bereich der Kirche in Österreich, die ”Pro
Oriente“ in diesen letzten Jahren zunächst dank Ihrer eifrigen Leitung, Herr
Kardinal, und heute derjenigen von Herrn Kardinal Hans Hermann Groer
verwirklicht hat, haben ihren Beitrag leisten können ”zur Verwirklichung der
Gerechtigkeit und Wahrheit, Eintracht und Zusammenarbeit, zu brüderlicher Liebe
und Einheit, so dass dadurch allmählich die Hindernisse, die sich der völligen
kirchlichen Gemeinschaft entgegenstellen, überwunden und alle Christen“ – so
hoffen wir innigst und dies erbitten wir im Gebet – zu der Einheit gelangen
können, die Christus von Anfang an seiner Kirche, der einen und einzigen,
geschenkt hat.
Was Sie sich für die Einheit der Christen zu tun bemühen, spiegelt also die
Wegweisung des Zweiten Vatikanischen Konzils wider. Eben dieser Geist des
Konzils findet seinen Ausdruck auch in der Koordinierungsarbeit des Päpstlichen
Rates für die Förderung der Einheit der Christen, mit dem die Stiftung ”Pro
Oriente“ sinnvollerweise regelmäßige Kontakte pflegt und, wie ich weiß, zum
gegenseitigen Nutzen zusammenarbeitet.
Dankbaren Herzens für den Besuch, den Sie mir haben abstatten wollen, wünsche
ich, dass ”Pro Oriente“ sein Bemühen mehr und mehr intensiviere. So bitte ich den
Herrn, Ihren grobzügigen Einsatz und den Eifer, den Sie für die Einheit seiner
Kirche empfinden, zu stärken. Dazu begleiten Sie alle meine besten Wünsche. Gern
erteile ich Ihnen und allen, die sich Ihrer Stiftung verbunden wissen, von
Herzen meinen Apostolischen Segen.
© Copyright 1992 - Libreria Editrice
Vaticana
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