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ANSPRACHE VON JOHANNES PAUL II.
AN DIE MITGLIEDER DER INTERNATIONALEN VEREINIGUNG
FÜR CHRISTLICHE SOZIALLEHRE

Freitag, 8. September 1995

 

Sehr geehrte Damen und Herren!

Es ist mir eine besondere Freude, Sie aus Anlass der Tagung des Leitungskomitees der Internationalen Vereinigung für christliche Soziallehre hier empfangen zu können. Ich heiße Sie sehr herzlich willkommen und wünsche Ihnen einen fruchtbaren Gedankenaustausch und erfolgreiche Beratungen.

In den erst wenigen Jahren des Bestehens Ihrer Vereinigung haben Sie bereits beachtliche Aktivitäten entfaltet und dabei ein besonderes Augenmerk auf die Entwicklung verlässlicher gesellschaftlicher Grundstrukturen in solchen Ländern gerichtet, denen über Jahrzehnte hinweg die freie und natürliche Entfaltung der wirtschaftlichen und sozialen Kräfte und Ressourcen versagt waren. Hier haben Sie sich als Fachleute der katholischen Soziallehre einer bedeutsamen Herausforderung gestellt, deren Bestehen mit darüber entscheidet, ob es gelingen wird, die Lebensverhältnisse in den verschiedenen Regionen Europas wie auch in weltumfassender Sicht so aufeinander abzustimmen, da die Menschheit einer friedvollen und gesicherten Zukunft entgegengeht. Daher ist es notwendig, auf den verschiedenen politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ebenen Strukturen zu schaffen, die miteinander verzahnt sind und Gewähr für eine menschliche Gestaltung der politischen und ökonomischen Prozesse gewährleisten.

In der Enzyklika ”Centesimus Annus“ habe ich darauf hingewiesen, da sich ”die Völker, die ihre innere Ordnung neu gestalten“, sich eine ”glaubwürdige und solide Grundlage geben“ müssen. Dabei sind vorrangig zu erwähnen: ”Das Recht, in einer geeinten Familie und in einem sittlichen Milieu zu leben, das für die Entwicklung und Entfaltung der eigenen Persönlichkeit geeignet ist; das Recht, seinen Verstand und seine Freiheit in der Suche und Erkenntnis der Wahrheit zur Reife zu bringen; das Recht, an der Arbeit zur Erschließung der Güter der Erde teilzunehmen und daraus den Lebensunterhalt für sich und die Seinen zu gewinnen“ (n. 48).

Mit diesen kurzen Erwägungen verbinde ich meinen aufrichtigen Dank für das engagierte Wirken der Mitglieder Ihrer Vereinigung in wissenschaftlicher Arbeit und beruflicher Praxis aus dem Geist der christlichen Soziallehre. Ihnen allen, Ihren Mitarbeitern und Ihren Familien gelten meine herzlichsten Segenswünsche.

 

© Copyright 1995 - Libreria Editrice Vaticana

 

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