ANSPRACHE VON JOHANNES
PAUL II. AN DIE PÄPSTLICHE
SCHWEIZERGARDE
6. mai 1999
Herr Kommandant, liebe Gardisten, liebe Angehörige und Freunde der Schweizergarde!
1. Seit den Anfängen der Schweizergarde verbindet Euch mit dem
heutigen Tag eine ungebrochene Tradition, die Euch an den besonderen
Einsatz um Wohl und Leben der Nachfolger des hl. Petrus erinnert. So ist
es auch in diesem Jahr für mich eine besondere Freude, Euch zusammen
mit Euren Eltern, Angehörigen und Freunden im Apostolischen Palast zu
empfangen. Einen besonderen Willkommensgruß entbiete ich den neuen
Rekruten, die durch die Ablegung des Treueeides in Euer Korps
eingegliedert werden. Dadurch verpflichten sie sich, einige Jahre ihres
Lebens einer sehr ehrenhaften und verantwortungsvollen Aufgabe im Herzen
der Weltkirche zu widmen.
2. Liebe Rekruten, Ihr habt Euch zu einem zutiefst kirchlichen Dienst
entschlossen und wollt dadurch der Welt gegenüber "Farbe
bekennen". Dafür gilt Euch mein aufrichtiger Dank. Ihr tut Euren
Dienst nicht als Einzelkämpfer, sondern als Gemeinschaft. An einem
Festtag wie heute von vielen umgeben und getragen zu sein, ist ein Segen.
Diese Gemeinschaft im Alltag zu leben, bedeutet aber immer auch eine
Herausforderung. Wenn junge Menschen - wie die Mitglieder der
Schweizergarde - gewillt sind, eine gewisse Wegstrecke miteinander zurückzulegen,
dann dürfen sie ihre Hoffnungen und Sorgen, ihre Erwartungen und Nöte
im Spiegel der Gemeinschaften anschauen, die am Anfang der Kirche standen.
Die Lebensverhältnisse unter den Menschen, selbst unter Jesu Jüngern,
waren in biblischer Zeit kaum anders als in unseren Tagen. Denn die
Heilige Schrift verschweigt nicht, wie sich einige Gefolgsleute mit Paulus
zunächst auf den Weg machten, sich aber später wieder von ihm
trennten, um ihre eigenen Wege zu gehen. Auch herrschte wohl nicht immer
vollkommene Harmonie, zu unterschiedlich waren die Charaktere,
Temperamente und Interessen. Dennoch ging von den Jüngern, die sich
von Jesus in Dienst nehmen ließen, eine anziehende und einladende
Kraft aus. Paulus, der wie kaum ein anderer erfahren durfte, wie Gott auf
den krummen Zeilen des Lebens gerade zu schreiben vermag, legte in seinen
Schriften immer wieder dar, wie sehr Gott seinem Volk nahe blieb und es im
Auf und Ab seiner Geschichte, in der Spannung von Treue und Versagen nie
im Stich ließ. Die endgültige Erfüllung dieser bleibenden
Zusage Gottes an die Menschen hat er uns in seinem Sohn geschenkt, den er
der Welt "der Verheißung gemäß als Retter gesandt
hat" (Apg 13, 23).
3. Care Guardie, vorrei incoraggiarVi a dare testimonianza con gioia e
vigore giovanile dell'amore di Dio in Gesù Cristo. Questa
testimonianza si esprime particolarmente in due direzioni: entrando nel
Corpo della Guardia Svizzera, manifestate la Vostra intenzione di voler
dedicare il Vostro servizio in modo speciale al Santo Padre, cui è
affidata la cura pastorale di tutto il gregge (cfr Giov 21, 16).
Inoltre, mediante il Vostro impegno nei diversi campi di lavoro del Vostro
Corpo rendete testimonianza davanti agli uomini su chi è il Vostro
Signore e quali sono i motivi a cui s'ispira la Vostra attività.
4. Damit berühre ich einen Gedanken, der mir sehr am Herzen liegt.
Eure Bemühungen um Ausbildung und Dienstordnung, um fachliche Eignung
und professionelle Kompetenz sind wichtig. Mindestens so wichtig aber ist
es, daß Ihr die Zeit in Rom als einmalige Chance nützt, um das
Profil Eures Christseins zu schärfen. Ich denke in erster Linie an
Euer geistliches Leben, das sich der Frage nach dem Plan stellen muß,
den Gott mit jedem einzelnen von Euch hat. Zugleich erinnere ich daran,
wie wichtig ein Umgang miteinander ist, der Brüdern entspricht, die
den Namen "Christen" tragen - sei es im Dienst oder in der
Freizeit. Das ehrliche brüderliche Gespräch kann zwar manchmal
anstrengend und fordernd sein; wenn es jedoch wahrhaftig und ehrlich geführt
wird, läßt es die Beteiligten miteinander und aneinander zu
reifen Persönlichkeiten heranwachsen.
5. Je profite de cette occasion, chers jeunes gardes, pour vous
souhaiter de vivre une période heureuse dans la Ville éternelle.
Jinvite les gardes qui assurent depuis longtemps leur service au
sein du Corps, comme les responsables du commandement, à favoriser
des relations de confiance capables de soutenir et d'encourager tous les
membres de la Garde suisse, même dans les moments difficiles. Je
souhaite aussi que, pendant la durée de votre service à
Rome, vos liens avec vos parents, avec vos proches et avec les amis que
vous avez dans votre pays, demeurent vivants. Alors tous se réjouiront
avec vous de l'extraordinaire occasion qui vous est donnée de faire
de nouvelles expériences qui porteront des fruits.
Invoquant sur vous l'intercession de la Vierge Marie et de vos saints
patrons, Nicolas de Flüe, Martin et Sébastien, je vous accorde
de grand cur la Bénédiction apostolique, ainsi quà
toutes les personnes venues vous entourer au moment de votre prestation de
serment.
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