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SONDERAUDIENZ VON JOHANNES PAUL II. 
FÜR DAS BEIM HL. STUHL AKKREDITIERTE DIPLOMATISCHE KORPS ANLÄSSLICH SEINES 80. GEBURTSTAGES

Freitag, 19. Mai 2000

 

1. Mit ergriffener Dankbarkeit wende ich mich an Sie, Leiter der beim Hl. Stuhl akkreditierten diplomatischen Missionen. Sie sind hierhergekommen, um mir Ihre Glückwünsche zu meinem 80. Geburtstag zu überbringen.

Prof. Giovanni Galassi, Ihr Doyen, hat sich zu Ihrem Sprecher gemacht mit einer zuvorkommenden Höflichkeit, die mich tief berührt hat. Ich danke ihm für die Empfindungen, die er ausgesprochen hat; gerne nehme ich sie entgegen und trage sie vor Gott, den obersten Urheber des Lebens und alles anderen Guten.

Indem ich Sie, meine Damen und Herren Botschafter, grüße, grüße ich auch Ihre Familien und Mitarbeiter sowie die Regierungen und Bevölkerungen Ihrer Länder. Sie wissen, daß diese einen besonderen Platz im Herzen des Papstes haben, und zwar aufgrund der intensiven und beständigen persönlichen Kontakte, die im Lauf der Jahre geschaffen wurden durch Privataudienzen, gemeinsame Begegnungen und meine zahlreichen apostolischen Reisen. Sie sind hierhergekommen, um Gott mit mir zu danken für das Geschenk eines langen Lebens, das er mir gemacht hat, und auch um die Erwartungen hinsichtlich des Friedens, der Werte, die dem Leben des Menschen einen Sinn geben, und des Einsatzes des Bischofs von Rom für die Förderung und den Schutz der Würde jedes Menschen und aller Völker erneut zu bestätigen.

Ihre geistige Nähe ist wertvoll für mich und gestattet mir, Sie in das Gebet einzuschließen, das ich mit dem Psalmisten zum Himmel erhebe, der begeistert ausrief: »Zahlreich sind die Wunder, die du getan hast, und deine Pläne mit uns; Herr, mein Gott, nichts kommt dir gleich. Wollte ich von ihnen künden und reden, es wären mehr, als man zählen kann« (Ps 40,6).

2. Das Geschenk des Lebens! Ja, das Leben ist ein Geschenk, das einem Handeln aus Liebe entspringt. Daher muß man es mit Liebe annehmen, achten, pflegen, es in jeder Weise fördern und verteidigen, wenn es bedroht ist. Meine achtzig Jahre sind in einem Jahrhundert verlaufen, das Angriffe auf das Leben gekannt hat, wie man sie nie zuvor sah, zugleich aber erhabene Zeugnisse zu seinen Gunsten. Ermutigt durch die Worte des Apostels Paulus an Timotheus: »Verkünde das Wort, tritt dafür ein, ob man es hören will oder nicht« (2 Tim 4,2), habe ich mich während meines ganzen Pontifikates oftmals Ihrer großzügigen Mitarbeit bedient, um den Staatsoberhäuptern der ganzen Welt meine Appelle für die Achtung und Förderung des Lebens in seinen verschiedenen Phasen und seinen vielfältigen Erfordernissen zukommen zu lassen.

Die Erwartungen, deren Botschafter Sie sind, bilden für mich einen Ansporn in der täglichen Erfüllung meines Amtes auf dem Stuhl Petri. Nach zwanzig Jahrhunderten der Geschichte fühlt sich die Kirche, »die die Säule und das Fundament der Wahrheit ist« (1 Tim 3,15), mehr denn je gerufen, den Plan Gottes mit der Menschheit aufzunehmen, die Stimme zu hören, die sich aus den verschiedenen Gesellschaften, den Kulturen und den Zivilisationen der ganzen Welt erhebt, ihre tiefsten Bedürfnisse zu erfassen, um sich in ihren Dienst zu stellen.

Meine Damen und Herren Botschafter, erneut spreche ich Ihnen meinen herzlichen Dank aus für diese feierliche Geste, durch die Sie mich zu einem persönlichen Anlaß in meinem Leben geehrt haben.

Ihnen vertraue ich den Ausdruck meiner ehrerbietigen Dankbarkeit gegenüber den Regierungen an, die Sie hier vertreten und die mir in großer Zahl geschätzte Zeugnisse des Glückwunsches und der Dankbarkeit haben zukommen lassen.

Mit diesen Empfindungen erbitte ich gerne die Segensfülle des allmächtigen Gottes für Sie und Ihre Aufgabe.

 

© Copyright 2000 - Libreria Editrice Vaticana

 

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