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Ansprache von Johannes Paul II. 
an die Carabinieri der Region Latium
 

Montag, 26. Februar 2001

 

Liebe Angehörige der Militäreinheit der Carabinieri! 

1. Herzlich willkommen und vielen Dank für Ihren Besuch, der an das Große Jubiläum erinnert, für das auch die Carabinieri, insbesondere die in Rom stationierten Carabinieri der Region Latium, ihren wertvollen Dienst geleistet haben. Die heutige Audienz gibt mir Gelegenheit, meine Dankbarkeit sowie den Dank des Hl. Stuhls zum Ausdruck zu bringen. Vor allem grüße ich den für die Region Latium zuständigen Kommandeur der Carabinieri, Herrn General Corrado Borruso, und ich danke ihm für die edlen Worte, die er im Namen aller Anwesenden an mich gerichtetet hat. Ferner grüße ich herzlich Herrn Major Baldassarre Favara und jeden von Ihnen, die Sie hier in Vertretung Ihrer zahlreichen Kollegen zusammengekommen sind. Gemeinsam mit anderen Ordnungskräften sorgten Sie für den reibungslosen Ablauf der verschiedenen Jubiläumstreffen und die Sicherheit der zahlreichen Pilger und Besucher, die während des Heiligen Jahres nach Rom gekommen sind. 

2. Indem ich Sie, einen qualifizierten Bestandteil der italienischen Streitkräfte, empfange, denke ich unweigerlich an den vergangenen 19. November zurück, jenen Sonntag, an dem wir auf dem Petersplatz die Heiligjahrfeier der Soldaten und Polizisten gefeiert haben, ein bedeutendes Glaubenszeugnis der Soldaten zahlreicher Länder und ihrer Familien. Bei der damaligen Gelegenheit rief ich alle auf, »Diener der Sicherheit und der Freiheit der Völker« und »Männer des Frieden« zu sein. (Predigt vom 9. November 2000; in: L ’Osservatore Romano, 20./21.11.2000, S. 9; O.R. dt. vom 1.12.2000, Nr. 48, S. 7).

Diese Worte möchte ich heute auch an Sie richten, die Sie ihre Mission in und um Rom verrichten. Diese Stadt hat eine einzigartige Funktion im Bereich der Christenheit, und es ist wichtig, daß es allen, Einwohnern wie Pilgern, Migranten und Touristen, ermöglicht wird, in einem Klima der Achtung gegenüber der menschlichen Person und der mit ihr verbundenen Werte zu leben, also in einem grundsätzlich menschlichen und christlichen Klima. 

Um das zu verwirklichen, müssen die im Militärdienst Tätigen als Hüter von Recht und Ordnung vor allem sich selbst diese edlen Werte zu eigen machen. Es handelt sich um Werte, die zutiefst in den menschlichen und christlichen Traditionen verwurzelt sind und ständig durch individuellen und gemeinschaftlichen Einsatz gefördert werden müssen. Die Gläubigen wissen, daß sie aufgrund der für uns alle geltenden Berufung zur Heiligkeit zu diesem Einsatz verpflichtet sind. Heiligkeit bedeutet, die Tugenden des Evangeliums entsprechend den jeweiligen konkreten Situation vollkommen zu leben. Die Geschichte der Carabinieri beweist, daß auch durch die treue und hochherzige Erfüllung der Dienstpflicht der Gipfel der Heiligkeit erreicht werden kann. In diesem Zusammenhang möchte ich an Ihren Kollegen, den mit der goldenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichneten Unteroffizier Salvo D ’Acquisto, erinnern, dessen Seligsprechungsprozeß eingeleitet worden ist. 

3. Um auf diesem Weg des menschlichen und christlichen Reifens Fortschritte zu machen, sind das Gebet, die Versöhnung mit Gott durch die sakramentale Beichte, die überirdische Speise der Eucharistie und das Hören des Gotteswortes unerläßlich. Ferner wissen diejenigen von Ihnen, die verheiratet sind, welch unerschöpfliche Quelle der Gnade das Sakrament der Ehe im täglichen Leben ist. 

Mögen Sie, gestützt durch die Hilfe Gottes, Ihre Aufgabe im Dienst an der Stadt und der Provinz Rom voll Hochherzigkeit fortsetzen. Stets schütze Sie in mütterlicher Fürsorge die allerseligste Jungfrau Maria, die »Virgo Fidelis«. 

Auch ich begleite Sie mit meinem Gebet. Einem jeden von Ihnen und Ihren Familien wünsche ich von Herzen alles Gute und erteile Ihnen gerne meinen Segen. 

    

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