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BESUCH DER ÖFFENTLICHEN SITZUNG IM ITALIENISCHEN PARLAMENT
(PALAZZO MONTECITORIO)

ANSPRACHE SEINER HEILIGKEIT JOHANNES PAUL II.

Donnerstag, 14. November 2002

 

Herr Präsident der Italienischen Republik,
sehr geehrte Herren Präsidenten der Abgeordnetenkammer und des Senats,
Herr Ministerpräsident,
sehr geehrte Abgeordnete und Senatoren!

1. Als eine hohe Ehrung empfinde ich den feierlichen Empfang, der mir heute in diesem bedeutenden Sitz zuteil wurde, in dem das ganze italienische Volk von Ihnen würdig vertreten wird. Allen und jedem einzelnen entbiete ich meinen ehrerbietigen und herzlichen Gruß in dem Bewußtsein der höchst bedeutsamen Anwesenheit des Nachfolgers Petri im Italienischen Parlament.

Ich danke dem Herrn Präsidenten der Abgeordnetenkammer und dem Herrn Präsidenten des Senats der Republik für die freundlichen Worte, mit denen sie die gemeinsamen Gefühle zum Ausdruck gebracht und auch den Millionen von Bürgern Stimme verliehen haben, von denen ich täglich bei den vielen Gelegenheiten, wo es mir gegeben ist, ihnen zu begegnen, Beweise ihrer Zuneigung empfange. Diese Zuneigung hat mich immer begleitet, seit den ersten Monaten meiner Wahl auf den Stuhl des Petrus. Dafür möchte ich bei dieser Gelegenheit allen Italienern herzlich danken.

Schon in meinen Studienjahren in Rom und dann bei den regelmäßigen Besuchen in Italien als Bischof, besonders während des II. Ökumenischen Vatikanischen Konzils, ist in meinem Innern die Bewunderung für dieses Land gewachsen. Denn die Verkündigung des Evangeliums, die seit den Zeiten der Apostel hier Fuß gefaßt hat, hat eine Zivilisation, reich an universalen Werten, und eine Blüte wunderbarer Kunstwerke hervorgebracht, in denen die Geheimnisse des Glaubens in unvergleichlich schönen Bildern Ausdruck finden. Wie oft habe ich, gleichsam aus greifbarer Nähe, die ruhmvollen Spuren berührt, die die christliche Religion den Gewohnheiten und der Kultur des italienischen Volkes aufgedrückt hat, während sie auch in vielen heiligen Männern und Frauen, deren Charisma einen außerordentlichen Einfluß auf die Völker Europas und der übrigen Welt ausübte, konkrete Gestalt annahm. Es mag genügen, den hl. Franz von Assisi und die hl. Katharina von Siena, beide Patrone Italiens, zu nennen.

2. Das zwischen dem Hl. Stuhl und Italien bestehende Band ist wahrhaftig tief! Wir wissen, daß es sehr unterschiedliche Phasen und Ereignisse überwunden hat und von den Wechselfällen und Widersprüchen der Geschichte nicht ausgenommen war. Wir müssen aber gleichzeitig anerkennen, daß es gerade in der manchmal stürmischen Aufeinanderfolge der Ereignisse äußerst positive Impulse geweckt hat, sowohl für die Kirche von Rom und damit für die katholische Kirche als auch für die geliebte italienische Nation.

Zu diesem Werk der Annäherung und Zusammenarbeit unter Achtung der gegenseitigen Unabhängigkeit und Autonomie haben die großen Päpste beigetragen, die Italien der Kirche und Welt im letzten Jahrhundert geschenkt hat:denken wir an Pius XI., den Papst der Versöhnung, und an Pius XII., den Papst der Rettung Roms, und an die uns zeitlich näherstehenden Päpste Johannes XXIII. und Paul VI., deren Namen ich selbst, ebenso wie Johannes Paul I., angenommen habe.

3. Wenn wir einen kurzen Blick auf die Geschichte der vergangenen Jahrhunderte werfen wollen, können wir sagen, daß die gesellschaftliche und kulturelle Identität Italiens und die zivilisatorische Sendung, die es in Europa und in der übrigen Welt vollbracht hat und vollbringt, ohne den Lebenssaft des Christentums nur schwer verständlich wären.

Es sei mir erlaubt, Sie, erlesene Vertreter dieser Nation, und mit Ihnen das ganze italienische Volk respektvoll einzuladen, ein überzeugtes und durchdachtes Vertrauen in das von den Vätern weitergegebene Erbe der Tugenden und Werte zu setzen. Auf der Grundlage eines solchen Vertrauens können die komplexen und schwierigen Probleme des gegenwärtigen Augenblicks mit nüchterner Einschätzung in Angriff genommen werden; dabei kann der Blick mutig in die Zukunft gerichtet werden, während man prüft, welchen Beitrag Italien zu den Entwicklungen der menschlichen Zivilisation leisten kann.

Ist im Hinblick auf die außerordentliche Erfahrung im Rechtswesen, das ausgehend vom heidnischen Rom im Laufe der Jahrhunderte herangereift ist, nicht etwa die Verpflichtung spürbar, der Welt weiterhin die grundlegende Botschaft anzubieten, der zufolge im Mittelpunkt jeder rechten bürgerlichen Ordnung die Achtung vor dem Menschen, vor seiner Würde und vor seinen unveräußerlichen Rechten stehen muß? Zu Recht heißt es schon in einem alten Sprichwort: »Hominum causa omne ius constitutum est.« In diesem Spruch ist die Überzeugung enthalten, daß es eine »Wahrheit über den Menschen« gibt, die über die Schranken der unterschiedlichen Sprachen und Kulturen hinausreicht.

In dieser Hinsicht habe ich, als ich vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen beim 50jährigen Gründungsjubiläum sprach, daran erinnert, daß es universale Menschenrechte gibt, die in der Natur der Person verwurzelt sind und in denen sich die objektiven Ansprüche eines universalen Moralgesetzes widerspiegeln. Und weiter sagte ich: »Weit davon entfernt, abstrakte Behauptungen zu sein, sagen uns diese Rechte vielmehr etwas Wichtiges im Hinblick auf das konkrete Leben jedes Menschen und jeder Gesellschaftsgruppe. Sie erinnern uns auch daran, daß wir nicht in einer irrationalen oder sinnlosen Welt leben, sondern daß es im Gegenteil eine Logik der Moral gibt, die die menschliche Existenz erhellt und den Dialog zwischen den Menschen und zwischen den Völkern möglich macht. (Johannes Paul II., Ansprache vor den Vereinten Nationen; in: O.R. dt., Nr. 41, 13.10.1995, S. 1.)

4. Da ich mit freundlicher Aufmerksamkeit den Weg dieser großen Nation verfolge, bin ich außerdem zu der Meinung gelangt, daß sie, um ihre charakteristischen Fähigkeiten besser entfalten zu können, ihre Solidarität und ihren inneren Zusammenhalt verstärken muß. Die Wirklichkeit Italiens ist durch seine lange, reiche Geschichte und durch die Vielfalt und Lebendigkeit der sozialen, kulturellen und ökonomischen Einrichtungen und Initiativen, die seine Bewohner und sein Territorium in verschiedener Weise geprägt haben, sicher sehr komplex und würde durch aufgezwungene Gleichförmigkeiten verarmen und herabgewürdigt werden.

Der Weg, der es ermöglicht, die Unterschiede beizubehalten und wertzuschätzen, ohne daß diese Grund zu Gegensätzlichkeiten und Hindernissen für den gemeinsamen Fortschritt werden, ist der einer aufrichtigen und ehrlichen Solidarität. Sie hat in der Gesinnung und in den Gewohnheiten des italienischen Volkes tiefe Wurzeln gefaßt und tritt zur Zeit unter anderem in vielen und verdienstvollen Formen des freiwilligen Einsatzes zutage. Aber man spürt, daß sie auch in den Beziehungen zwischen den vielfältigen sozialen Gruppen der Bevölkerung und den verschiedenen geographischen Gebieten, in die das Land aufgeteilt ist, erforderlich wäre.

Sie selbst, als verantwortliche Politiker und Vertreter der Institutionen, können auf diesem Gebiet ein besonders wichtiges und wirksames Beispiel geben, das um so bedeutsamer ist, als die Dialektik der politischen Beziehungen mehr zur Betonung der Gegensätze antreibt. Ihre Tätigkeit zeigt nämlich ihre ganze Würde in dem Maß, in dem sie von einem authentischen Geist des Dienstes an den Bürgern geleitet wird.

5. Entscheidend ist in dieser Hinsicht, daß in der Gesinnung des einzelnen eine lebendige Sensibilität für das Gemeinwohl vorhanden ist. Die Lehre des II. Vatikanischen Konzils ist diesbezüglich ganz klar: »Die politische Gemeinschaft besteht …um dieses Gemeinwohls willen; in ihm hat sie ihre letztgültige Rechtfertigung und ihren Sinn, aus ihm leitet sie ihr ursprüngliches Eigenrecht ab« (Gaudium et spes, 74).

Die Herausforderungen, vor die ein demokratischer Staat gestellt ist, verlangen von allen Männern und Frauen guten Willens, unabhängig von der politischen Überzeugung des einzelnen, eine solidarische und hochherzige Mitarbeit am Aufbau des Gemeinwohls der Nation. Diese Mitarbeit darf überdies nicht von der Bezugnahme auf die ethischen Grundwerte absehen, die in der Natur des Menschen selbst eingeschrieben sind. In der Enzyklika Veritatis splendor warnte ich diesbezüglich vor der »Gefahr der Verbindung zwischen Demokratie und ethischem Relativismus, die dem bürgerlichen Zusammenleben jeden sicheren sittlichen Bezugspunkt nimmt, ja mehr noch, es der Anerkennung von Wahrheit beraubt« (Nr. 101). Denn wenn es keine letzte Wahrheit gibt, die das politische Handeln leitet und ihm Orientierung gibt - schrieb ich in einer anderen Enzyklika, in Centesimus annus, können »die Ideen und Überzeugungen leicht für Machtzwecke mißbraucht werden. Eine Demokratie ohne Werte verwandelt sich, wie die Geschichte beweist, leicht in einen offenen oder hinterhältigen Totalitarismus« (Nr. 46); auch die des soeben vergangenen 20. Jahrhunderts.

6. Bei einem so feierlichen Anlaß kann ich eine andere schwere Gefahr nicht verschweigen, die auf der Zukunft des Landes lastet und schon heute sein Leben und seine Entwicklungsmöglichkeiten bedingt. Ich beziehe mich auf die Geburtenkrise, auf den demographischen Rückgang und auf die Überalterung der Bevölkerung. Die offenkundige Wahrheit der Zahlen zwingt dazu, die menschlichen, sozialen und wirtschaftlichen Probleme wahrzunehmen, die diese Krise für Italien in den kommenden Jahrzehnten unweigerlich mit sich bringen wird;aber sie ermutigt – ja, ich wage zu sagen, sie verpflichtet – die Bürger zu dem verantwortlichen und einstimmigen Bemühen, eine entscheidende Kursänderung herbeizuführen.

Die Pastoralarbeit zugunsten der Familie und der Aufnahme des Lebens und im allgemeinen die Pastoral eines Daseins, das für die Logik der Selbsthingabe offen ist, sind der Beitrag, den die Kirche zum Aufbau einer Mentalität und einer Kultur anbietet, in deren Rahmen diese Kursänderung ermöglicht wird. Groß sind auch die Möglichkeiten für eine politische Initiative, die, unter Beibehaltung der Anerkennung der Rechte der Familie als natürliche auf der Ehe gegründete Gemeinschaft entsprechend der Vorschrift der Verfassung der Italienischen Republik selbst (vgl. Art. 29), die Geburt und Erziehung der Kinder in sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht weniger belastend macht.

7. In einer Zeit eines oft radikalen Wandels, in der die Erfahrungen der Vergangenheit unbedeutend zu sein scheinen, ist eine solide Ausbildung der Person immer notwendiger. Auch das, verehrte Repräsentanten des italienischen Volkes, ist ein Bereich, in dem eine umfassende Mitarbeit erforderlich ist, damit die vorrangigen Verantwortlichkeiten der Eltern eine angemessene Unterstützung finden. Die intellektuelle Bildung und die sittliche Erziehung der Jugendlichen bleiben die zwei grundlegenden Wege, auf denen in den kritischen Wachstumsjahren jeder sich selbst auf die Probe stellen, den Horizont seines Denkens erweitern und sich darauf vorbereiten kann, dem wirklichen Leben zu begegnen.

Dank der Kultur lebt der Mensch ein wirklich menschliches Dasein. Durch die Kultur wird der Mensch mehr Mensch, gelangt besser zu dem ihm eigenen »Sein«. Es ist klar, daß der Mensch in der Sicht des Weisen als Mensch mehr zählt auf Grund dessen, was er ist, als auf Grund dessen, was er hat. Der menschliche Wert der Person steht in direkter und wesentlicher Beziehung zum Sein, nicht zum Haben. Eben deshalb fördert eine um die eigene Zukunft besorgte Nation die Entwicklung der Schule in einer gesunden Atmosphäre von Freiheit und scheut keine Mühe, ihre Qualität zu verbessern, und das in enger Verbindung mit den Familien und mit allen gesellschaftlichen Gruppen, wie es im übrigen in den meisten europäischen Ländern geschieht.

Nicht weniger wichtig ist für die Formung der Person die sittliche Atmosphäre, die in den sozialen Beziehungen herrscht und jetzt in den Kommunikationsmitteln einen massiven und prägenden Ausdruck findet: Das ist eine Herausforderung, die jede einzelne Person und Familie auf den Plan ruft, aber in ganz besonderer Weise diejenigen betrifft, die größere politische und institutionelle Verantwortung tragen. Die Kirche ihrerseits wird nicht müde, auf diesem Gebiet den erzieherischen Auftrag auszuführen, der zu ihrer Natur selbst gehört.

8. Der wahrhaft humane Charakter eines Sozialwesens äußert sich besonders in der Aufmerksamkeit, die es seinen schwächsten Gliedern zuwendet. Blickt man auf den Weg, den Italien in den fast 60 Jahren nach den Zerstörungen des II. Weltkriegs zurückgelegt hat, kann man nicht umhin, die immensen vollbrachten Fortschritte zu bewundern, die auf eine Gesellschaft abzielen, in der allen Menschen annehmbare Lebensbedingungen sichergestellt werden. Aber genauso unvermeidlich ist die immer noch schwere Krise auf dem Arbeitsmarkt, vor allem für die jungen Menschen. sowie die vielen alten und neuen Formen der Armut, Not und Ausgrenzung, die viele italienische oder in dieses Land eingewanderte Personen und Familien bedrücken. Es bedarf also dringend einer spontanen und engmaschigen Solidarität, zu der die Kirche von Herzen ihren Beitrag leisten und die sie in jeder Weise unterstützen will.

Dennoch kann eine solche Solidarität nicht umhin, vor allem auf die ständige Sorge der öffentlichen Institutionen zu zählen. In dieser Hinsicht und ohne den notwendigen Sicherheitsschutz der Bürger zu beeinträchtigen, verdient die Situation in den Strafvollzugsanstalten unsere Aufmerksamkeit, in denen die Häftlinge oft angesichts der Überfüllung unter sehr unangenehmen Bedingungen leben. Ein Zeichen der Milde ihnen gegenüber durch eine Strafverringerung wäre ein deutlicher Ausdruck von Einfühlsamkeit, der sie zweifellos zu Bemühungen um eine persönliche Besserung im Blick auf eine positive Wiedereingliederung in die Gesellschaft anspornen würde.

9. Ein Italien, das Selbstvertrauen hat und im Innern fest zusammenhält, ist ein großer Reichtum für die anderen Nationen Europas und der Welt. Ich möchte mit Ihnen diese Überzeugung teilen in dem Augenblick, in dem die institutionellen Profile der Europäischen Nation festgelegt werden und nunmehr seine Erweiterung um viele mittelosteuropäische Länder ins Haus steht, um die Überwindung einer unnatürlichen Teilung gleichsam zu besiegeln. Ich hegte die Hoffnung, daß den neuen Fundamenten des »gemeinsamen europäischen Hauses« auch durch das Verdienst Italiens nicht der »Zement« dieses außerordentlichen religiösen, kulturellen und zivilisatorischen Erbes fehlen wird, das Europa im Laufe der Jahrhunderte groß gemacht hat.

Es ist deshalb notwendig, sich vor einer Vision Europas zu hüten, die es nur unter ökonomischen und politischen Aspekten sieht und in unkritischer Weise Lebensmodellen nachgibt, die sich am Konsumismus orientieren, dem die Werte des Geistes gleichgültig sind. Wenn man der neuen europäischen Einheit dauerhafte Festigkeit geben will, ist es notwendig, sich dafür einzusetzen, daß sie auf jenen ethischen Fundamenten gründet, die einst ihre Grundlage bildeten, aber zugleich dem Reichtum und der Vielfalt der Kulturen und Traditionen Platz einräumten, die die einzelnen Nationen auszeichneten. Ich möchte auch in dieser werten Versammlung die Aufforderung erneuern, die ich in diesen Jahren an die verschiedenen Völker Europas gerichtet habe: »Europa, öffne zu Beginn des neuen Jahrtausends wieder deine Pforten für Christus

10. Das vor kurzem begonnene neue Jahrhundert bringt ein wachsendes Bedürfnis nach Eintracht, Solidarität und Frieden unter den Nationen mit sich: Denn das ist der unauslöschliche Anspruch einer Welt, die in steigendem Maß voneinander abhängig ist und von einem weltumspannenden Netz des Austausches und der Kommunikation zusammengehalten wird, in der aber trotzdem schreckliche Ungleichheiten fortbestehen. Leider werden die Hoffnungen auf Frieden durch die Verschärfung von anhaltenden Konflikten brutal widerlegt, angefangen von dem, der das Heilige Land mit Blut befleckt. Hinzu kommt der internationale Terrorismus in der neuen und furchtbaren Dimension, die er angenommen hat, wobei auch die großen Religionen in völlig verzerrter Weise einbezogen werden. Die Religionen werden hingegen in einer solchen Situation angeregt, ihr ganzes Potential an Frieden aufzubieten und die Kulturen und Zivilisationen, die sich an ihnen inspirieren, auf eine gegenseitige Verständigung auszurichten und gleichsam »umzukehren«.

Für dieses große Unternehmen, von dessen Erfolg die Geschicke des Menschengeschlechts in den kommenden Jahrzehnten abhängen werden, hat das Christentum eine ganz besondere Befähigung und Verantwortung: Indem es den Gott der Liebe verkündet, bietet es sich als die Religion der gegenseitigen Achtung, der Vergebung und der Versöhnung an. Italien und die anderen Nationen, die ihren geschichtlichen Ursprung im christlichen Glauben haben, sind gleichsam innerlich vorbereitet, der Menschheit neue Wege des Friedens zu öffnen, weil es die Gefährlichkeit der jetzigen Bedrohungen nicht außer acht läßt, aber sich auch nicht von einer Logik des Zusammenstoßes gefangenhalten läßt.

Sehr geehrte Vertreter des italienischen Volkes, aus meinen Herzen kommt unwillkürlich eine Bitte: Von dieser antiken und ruhmvollen Stadt aus – von diesem »Rom, wo Christus Römer ist«, gemäß Dantes bekanntem Ausspruch (Fegefeuer XXXII, 102) – bitte ich den Erlöser des Menschen, zu bewirken, daß die liebe italienische Nation in Gegenwart und Zukunft ihrer leuchtenden Tradition entsprechend weiterlebt und daß sie es vermag, neue und reiche Früchte der Zivilisation für den materiellen und geistlichen Fortschritt der ganzen Welt hervorzubringen.

Gott segne Italien!

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