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ANSPRACHE VON JOHANNES PAUL II.
AN DIE KATECHISTEN UND PRIESTER DES NEOKATECHUMENALEN WEGES 

Samstag, 21. September 2002

 

1. Mit großer Freude empfange ich euch, liebe Katechisten und Priester des Neokatechumenalen Weges, die ihr heute hier zu diesem Treffen mit dem Papst zusammengekommen seid. Herzlichst grüße und empfange ich jeden von euch und, durch euch, den gesamten Neokatechumenalen Weg, eine von zahlreichen Hirten geschätzte kirchliche Wirklichkeit, die nunmehr in vielen Ländern vertreten ist. Ich danke Kiko Argüello, der zusammen mit Carmen Hernández den Weg begonnen hat, für die an mich gerichteten herzlichen Grußworte, mit denen er nicht nur eure Treue zum Stuhl Petri zum Ausdruck gebracht hat, sondern auch eure einmütige Liebe für die Kirche. 

2. Könnten wir versäumen, dem Herrn für jene Früchte zu danken, die der Neokatechumenale Weg während seines über dreißigjährigen Bestehens erbracht hat? In einer verweltlichten Gesellschaft wie der unseren, in der religiöse Gleichgültigkeit weit verbreitet ist und viele Personen so leben, als gäbe es Gott nicht, ist es für viele Menschen notwendig, die Sakramente der christlichen Initiation, insbesondere das Sakrament der Taufe, neu zu entdecken. Der Weg ist gewiß eine der providentiellen Antworten, um dieser dringenden Notwendigkeit zu begegnen. Nehmen wir eure Gemeinschaften:wie oft haben sie dazu beigetragen, Schönheit und Größe der empfangenen Taufberufung neu zu entdecken! Wieviel Hochherzigkeit und Eifer in der Verkündigung des Evangeliums Jesu Christi, insbesondere an die Fernstehenden. Wie viele Berufungen zum Priesteramt und Ordensleben sind dank dieses Weges christlicher Bildung entstanden! 

3. Noch sehr wohl erinnere ich mich an unsere letzte Begegnung im Mai 1997, unmittelbar nach eurem Treffen am Berg Sinai zur Feier des dreißigjährigen Bestehens des Neokatechumenalen Weges. Damals habe ich euch gesagt, daß es sich bei der Ausarbeitung einer Neokatechumenalen Satzung um »einen sehr wichtigen Schritt handelt, der das Verfahren zur formellen rechtlichen Anerkennung von seiten der Kirche einleitet und euch so eine weitere Gewähr für die Authentizität eures Charismas bietet« (vgl. Ansprache an die Mitarbeiter des Neokatechumenalen Weges, 24. Januar 1997). 

Unser heutiges Treffen bringt die Freude über die unlängst erfolgte Anerkennung der Neokatechumenalen Satzung durch den Hl. Stuhl zum Ausdruck. Es freut mich, daß der vor über fünf Jahren gestellte Antrag durch intensive Beratungen, Reflexionen und Gespräche schließlich befürwortet werden konnte. Nun wende ich mich an Kardinal Francis Stafford, dem ich für das Bemühen und die Aufmerksamkeit danke, mit denen der Päpstliche Rat für die Laien das verantwortliche internationale Team des Weges in diesem Prozeß begleitet hat. 

4. Ich möchte die Bedeutung der soeben gebilligten Statuten für das gegenwärtige und zukünftige Leben des Neokatechumenalen Weges besonders hervorheben. Diese Normen sind vor allem eine erneute Bestätigung der kirchlichen Natur des Neokatechumenalen Weges, der, wie ich bereits vor einigen Jahren sagte, »ein für die heutige Gesellschaft und Zeit gültiger Weg der katholischen Glaubenserziehung ist« (AAS 82 [1990] 1515). 

Die Statuten des Neokatechumenalen Weges beschreiben ferner die wesentlichen Aspekte dieses Weges, der sich an jene Gläubigen richtet, die in den Pfarrgemeinden ihren Glauben wiederbeleben möchten, wie auch an die Personen, die sich nunmehr als Erwachsene auf den Empfang des Taufsakraments vorbereiten. Vor allem aber sind in der Satzung die grundlegenden Aufgaben der einzelnen Personen festgelegt, zu deren besonderen Verpflichtungen die Durchführung dieses Bildungsweges innerhalb der neokatechumenalen Gemeinschaften gehört; das betrifft die Priester, die Katechisten, die entsandten Familien und die verantwortlichen Gruppen auf allen Ebenen. Auf diese Weise ist die Satzung für den Neokatechumenalen Weg eine »klare und sichere Lebensregel« (Brief an Kardinal F. Stafford, 5.4.2001) und ein grundlegender Bezugspunkt, damit dieser Bildungsprozeß, dessen Ziel es ist, die Gläubigen zu einem gereiften Glauben zu führen, der kirchlichen Lehre und Disziplin entsprechend verwirklicht werden kann. Wahrer Sauerteig für einen missionarischen Schwung 

5. Mit der Approbation der Statuten beginnt ein neuer Lebensabschnitt für den Neokatechumenalen Weg. Die Kirche erwartet nun von euch einen verstärkten hochherzigen Einsatz in der Neuevangelisierung und im Dienst an den Ortskirchen und Pfarreien. Daher tragt ihr, die Priester und Katechisten des Weges, die Verantwortung für die treue Anwendung der Satzung in jeder Hinsicht, um wahrer Sauerteig für einen neuen missionarischen Schwung zu werden. 

Ferner ist die Satzung eine wesentliche Hilfe für alle Hirten der Kirche, vor allem für die Diözesanbischöfe, denen der Herr die pastorale Sorge anvertraut hat, insbesondere die christliche Initiation der Personen in der Diözese. »Bei ihrer väterlichen und aufmerksamen Begleitung der neokatechumenalen Gemeinschaft« (Dekret des Päpstlichen Rates für die Laien, 29. Juni 2002) finden die Diözesanbischöfe in der Satzung die wesentlichen Grundsätze für die Durchführung des Neokatechumenalen Weges, wie er von Anfang an geplant war. 

Insbesondere wende ich mich an euch Priester, die ihr im Dienst der neokatechumenalen Gemeinschaften steht. Nie dürft ihr vergessen, daß ihr als Diener Christi eine unersetzliche Rolle der Heiligung, der Unterweisung und der pastoralen Leitung denen gegenüber einnehmt, die den »Weg« gehen. Dient den euch anvertrauten Gemeinschaften mit Liebe und Hochherzigkeit! 

6. Liebe Brüder und Schwestern, mit der Approbation der Statuten des Neokatechumenalen Weges ist es schließlich gelungen, seine wesentlich kirchliche Gestaltung festzulegen. Gemeinsam wollen wir dem Herrn dafür danken. 

Nun ist es Aufgabe der zuständigen Dikasterien des Hl. Stuhls, das katechetische Direktorium und die gesamte katechetische wie auch liturgische Praxis des »Weges« zu überprüfen. Gewiß werden seine Mitglieder mit großzügiger Bereitschaft den Anweisungen dieser maßgeblichen Quellen nachkommen. 

Weiterhin werde ich euer Werk in der Kirche mit großer Aufmerksamkeit verfolgen; in meinem Gebet vertraue ich euch alle der heiligen Jungfrau Maria an, dem Stern der Neuevangelisierung, und erteile von Herzen meinen Apostolischen Segen.

 

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