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ANDACHT AM FEST DER HEIMSUCHUNG MARIENS
AM ENDE DES MARIENMONATS

WORTE VON JOHANNES PAUL II.
VORGELESEN VON MSGR. FRANCESCO MARCHISANO

Lourdes-Grotte in den Vatikanischen Gärten
Samstag, 31. Mai 2003

 

Liebe Brüder und Schwestern!

1. Wie jedes Jahr habt Ihr den heiligen Rosenkranz gebetet und dabei besonders das Geheimnis der Heimsuchung Marias betrachtet, das wir in der Liturgie des heutigen Tages feiern. Auf diese Weise habt Ihr vor der Grotte der Muttergottes von Lourdes in den Vatikanischen Gärten den Monat Mai beschließen wollen. Im Geiste schließe ich mich Euch an und begrüße Euch sehr herzlich. Ich grüße Erzbischof Francesco Marchisano, meinen Generalvikar für die Vatikanstadt, die Kardinäle und alle weiteren anwesenden Bischöfe, die Priester, die Ordensmänner und Ordensfrauen, die Jugendlichen und alle Gläubigen. Mit einem jeden von Euch halte ich vor der Grotte inne, gleichsam um der Unbefleckten Jungfrau den gesamten geistlichen Weg dieses Marienmonats als Gabe darzubringen: jeden Vorsatz, jede Sorge, jedes Anliegen der Kirche und der Welt. Die heilige Jungfrau erhöre alle Eure Bitten.

2. Zu diesem Anlaß möchte ich gegenüber Euch allen die Einladung zum häufigen Rosenkranzgebet wiederholen, wobei besonders auf die Qualität des Betens geachtet werden soll. Ich denke in erster Linie an die Priester: Ihr Vorbild und ihre Leitungsfunktion mögen die Gläubigen zur Wiederentdeckung des Sinnes und Wertes dieses Gebets führen. Ich denke an die geweihten Menschen, insbesondere an die Ordensfrauen, die, wie ich mir sehr gut vorstellen kann, zahlreich unter Euch vertreten sind: Sie sind dazu aufgerufen, Maria, die die Geheimnisse ihres göttlichen Sohnes im Herzen bewahrte, aus der Nähe zu folgen. Ich denke an die Familien und fordere sie auf, sich oft, vor allem in den Abendstunden, zum gemeinsamen Rosenkranzgebet zu versammeln: Dies ist eine der schönsten und trostreichsten Erfahrungen der häuslichen Gemeinschaft!

3. Das Jahr des Rosenkranzes, das wir gegenwärtig begehen, bietet uns ständig Gelegenheit, über die Rolle der Muttergottes in der Heilsgeschichte und in unserem Leben nachzudenken. So wie sie an der Sendung ihres göttlichen Sohnes Anteil hatte, so begleitet Maria auch weiterhin den Weg der Kirche durch die Jahrhunderte.

Verharren wir mit ihr im Gebet, liebe Gläubige, wie dies die Apostel im Abendmahlssaal in Erwartung des nun kurz bevorstehenden Pfingstfestes taten. Die Liturgie dieser Tage läßt uns das geistige Klima, das diesem Ereignis vorausging, aufs neue erleben, und obwohl das ganze Jahr des Rosenkranzes von einem unermüdlichen Gebet mit Maria geprägt sein soll, so müssen wir uns doch umso mehr in dieser Zeit der Novene mit ihr verbinden, um eine reiche Herabkunft des Geistes auf die in der ganzen Welt verbreitete Kirche zu erbitten.

Am Ende des Monats Mai und zu Beginn des Monats Juni, der dem Herzen Jesu gewidmet ist, spüren wir noch stärker, wie Maria uns zu Christus führt. Sie ist der kürzeste Weg, um zum Herzen Christi zu gelangen, aus dem wir die einzigartigen Gaben seiner Liebe und Barmherzigkeit schöpfen können.

"Magnificat anima mea Dominum!". Machen wir uns den Gesang zu eigen, der im Hause der hl. Elisabet dem Herzen Marias entspringt: Unser ganzes Leben sei ein Lobgesang auf den Herrn!

Dies, meine Lieben, ist mein Wunsch, den ich von Herzen mit meinem Segen begleite, in den auch all Eure Angehörigen und Freunde eingeschlossen seien

Aus dem Vatikan, 31. Mai 2003

IOANNES PAULUS II

 

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