Herr Präsident!
1. Mit Freude richte ich einen herzlichen Gruß an Sie und bringe
Ihnen meinen Dank für den mir am heutigen Vormittag abgestatteten Besuch zum
Ausdruck. Es ist die erste Begegnung zwischen dem höchsten Repräsentanten der
Republik Moldawien und dem Nachfolger Petri, seitdem Ihr Land auf der
internationalen Bühne als souveräne und unabhängige Nation in Erscheinung
getreten ist. Es sei willkommen! Wenn ich mich nun an Sie wende, möchte ich auch
an Ihre Mitbürger einen lieben Gedanken richten, verbunden mit der Ermutigung,
vertrauensvoll den Aufbau einer Nation fortzuführen, die ihrer edlen Traditionen
würdig ist.
Das Land, das Sie vertreten, hat vor kurzem die Freiheit erlangt
und bittet daher um wohlwollende Unterstützung der eigenen Kräfte, um die
unvermeidbaren Schwierigkeiten, die gerade zu Beginn auftreten, zu überwinden.
Moldawien, an der Grenze zwischen der lateinischen und der slawischen Welt
gelegen, kann nicht umhin, den Dialog als wichtigstes Mittel zur Verwirklichung
seiner Pläne zu nutzen, um konkrete Möglichkeiten des Friedens, der
Gerechtigkeit und des Wohlergehens zu schaffen.
2. Die katholische Gemeinde, wenn auch zahlenmäßig klein, ist in
diesem Prozeß unter der Leitung ihres eifrigen Oberhirten aktiv im Einsatz und
wird somit in der Gesellschaft zu einem lebendigen und großherzigen
Gesprächspartner.
Mit Genugtuung betone ich, daß die Kirche in Moldawien sowohl
den eigenen Evangelisierungsauftrag als auch karitative Aktivitäten frei ausüben
kann und daß sie vom Staat als juridische Person anerkannt wird. Es wäre
wünschenswert, daß der Dialog zwischen den staatlichen Autoritäten und der
katholischen Kirche vorurteilsfrei zum Wohl der ganzen moldawischen Gesellschaft
und unter Achtung der demokratischen Regeln sowie der Gleichheit aller
religiösen Konfessionen auf fruchtbare Weise fortgeführt werden kann.
Herr Präsident, ich erneuere Ihnen meinen Ausdruck der
Wertschätzung für Ihren freundlichen Besuch und bitte Sie, Ihre Landsleute
meines Gebetsgedenkens und meiner geistigen Nähe zu versichern. Mögen sie auf
dem Weg des Aufschwungs und des Friedens vorangehen und in diesem Vorhaben vom
Segen Gottes gestärkt werden.
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