Herr Kardinal,
liebe Mitglieder der Päpstlichen
Bibelkommission!
1. Mit Freude empfange ich euch wieder anläßlich eurer
jährlichen Vollversammlung. Einen besonderen Gruß richte ich an euren
Präsidenten, Herrn Kardinal Joseph Ratzinger, dem ich für die interessante
Darstellung eurer Arbeit danke.
2. Ihr seid erneut zusammengekommen, um ein sehr wichtiges Thema
zu vertiefen: das Verhältnis zwischen Bibel und Moral. Diese Thematik betrifft
nicht nur den Gläubigen, sondern in gewisser Weise jeden Menschen guten Willens,
denn durch die Bibel spricht Gott: Er offenbart sich selbst und zeigt die solide
Grundlage und sichere Richtschnur für das menschliche Verhalten auf. Die
Erkenntnis Gottes, des Vaters unseres Herrn Jesus Christus, die Anerkennung
seiner grenzenlosen Güte, die mit dankbarer und aufrichtiger Gesinnung erlangte
Gewißheit, daß »jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk von oben kommt,
vom Vater der Gestirne« (Jak 1,17), die mittels der von Gott geschenkten
Gaben gemachte Entdeckung seines Auftrags an uns, das Handeln im klaren Wissen
um unsere Verantwortung Ihm gegenüber – dies sind einige der Grundhaltungen
einer an der Bibel ausgerichteten Moral.
3. Die Bibel zeigt uns die unerschöpflichen Reichtümer dieser
Offenbarung Gottes und seiner Liebe zur Menschheit. Ziel eures gemeinsamen
Einsatzes ist es somit, dem christlichen Volk den Zugang zu diesen Schätzen zu
erleichtern.
Während ich euch eine erfolgreiche Fortsetzung eurer Studien
wünsche, rufe ich auf euch und eure Arbeit das Licht des Heiligen Geistes herab
und erteile euch allen von Herzen meinen Segen.