Liebe Brüder und Schwestern!
1. Als die Jungfrau Maria der jungen Bernadette bei der Grotte von Massabielle
erschienen ist, nahm sie einen Dialog zwischen Himmel und Erde auf, der
sich im Laufe der Zeit fortsetzte und bis zum heutigen Tag andauert. Maria
forderte das junge Mädchen auf, in Prozessionen zu diesem Ort zu ziehen
und dadurch zu bezeugen, daß sich dieser Dialog nicht nur auf Worte beschränken,
sondern zu einem Pilgerweg mit ihr im Glauben, in der Hoffnung und in der
Liebe werden solle.
Seit mehr als einem Jahrhundert antwortet das christliche Volk in Treue auf
diesen mütterlichen Ruf, wenn es sich Tag für Tag mit Christus in der
Eucharistie auf den Weg macht und am Abend Gesänge und Gebete zu Ehren
der Mutter des Herrn anstimmt.
In diesem Jahr schließt sich der Papst euch an bei diesem Akt der Andacht und
Liebe gegenüber der allerseligsten Jungfrau, der glorreichen Frau der
Offenbarung, die einen Kranz von zwölf Sternen auf dem Haupt trägt (vgl. Offb
12,1). Mit brennenden Kerzen in den Händen bekennen wir unseren Glauben
an den auferstandenen Christus. Durch Ihn wird unser ganzes Leben von Licht
und Hoffnung erfüllt.
2. Liebe Brüder und Schwestern, ich vertraue euch ein besonderes
Gebetsanliegen für den heutigen Abend an: Bittet mit mir die Jungfrau Maria, daß
die Welt das ersehnte Geschenk des Friedens erhalte.
Gefühle der Vergebung und der Brüderlichkeit mögen in den Seelen
erwachen. Die Waffen sollen niedergelegt werden und in unseren Herzen mögen Haß
und Gewalt erlöschen.
Der Mensch darf im Nächsten nicht einen Feind sehen, den
es zu bekämpfen gilt, sondern einen Bruder, den man aufnehmen und dem man
mit Liebe begegnen soll, um so miteinander eine bessere Welt aufzubauen.
3. Bitten wir gemeinsam die Königin des Friedens und erneuern
wir unseren Dienst an der Versöhnung, am Dialog, an der Solidarität. Dadurch
werden wir der Seligpreisung würdig, die der Herr jenen verhieß, die Frieden
stiften (vgl. Mt 5,9).
Ich begleite euch mit meinem Gebet und meinem Segen.