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ANSPRACHE VON JOHANNES PAUL II.
AN DIE MITGLIEDER DER ITALIENISCHEN FRAUENVEREINIGUNG "CENTRO ITALIANO FEMMINILE"

Freitag, 16. Januar 2004  

 

Liebe Schwestern!

1. Gerne empfange ich euch anläßlich des Nationalkongresses des »Centro Italiano Femminile «, der in diesen Tagen in Rom stattfindet. Ich begrüße die Landesvorsitzende und danke ihr für die freundlichen Worte, mit denen sie die geistige Nähe der gesamten Vereinigung gegenüber meinem Hirtenamt zum Ausdruck gebracht hat. Auch grüße ich euch, liebe Delegierte aus verschiedenen italienischen Provinzen. Eure Anwesenheit bietet mir die willkommene Gelegenheit, meinen Gruß auf alle Frauen auszuweiten, die sich auf unterschiedliche Weise in eurer Vereinigung engagieren, wie auch auf all jene, denen ihr durch eure Initiativen Tag für Tag begegnet.

2. Das »Centro Italiano Femminile« orientiert sich an den christlichen Grundsätzen und möchte den Frauen dabei helfen, ihre Rolle in der Gesellschaft immer verantwortungsvoller auszuüben. Die Menschheit verspürt zunehmend das Bedürfnis, einer Welt, die täglich vor neuen, Unsicherheit und Verwirrung stiftenden Problemen steht, Sinn und Zweck zu geben. Zu Recht wollt ihr deshalb bei eurem Kongreß über das Thema »Die Frauen angesichts der Erwartungen der Welt« nachdenken. Das gegenwärtige, von einer raschen Abfolge von Ereignissen geprägte Zeitalter ist gekennzeichnet durch eine immer stärkere Mitwirkung der Frauen in allen Bereichen des gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und religiösen Lebens, ausgehend von der Familie, der ersten und grundlegenden Zelle der menschlichen Gesellschaft. Dies erfordert von euch die ständige Aufmerksamkeit gegenüber den neuen Problemstellungen und besonderen Weitblick in eurem Handeln.

3. Im Apostolischen Schreiben Mulieris dignitatem habe ich herausgestellt, daß »die Würde der Frau eng verbunden ist mit der Liebe, die sie gerade in ihrer Fraulichkeit empfängt, und ebenso mit der Liebe, die sie ihrerseits schenkt« (Nr. 30). Es ist wichtig, daß den Frauen diese ihre grundlegende Berufung lebendig im Bewußtsein bleibt: Sie verwirklichen sich selbst nur, wenn sie Liebe schenken, mit jenem einzigartigen »Genius«, der »die Sensibilität für den Menschen, eben weil er Mensch ist, unter allen Umständen« gewährleistet (vgl. ebd.).

Das biblische Paradigma der Frau, die vom Schöpfer dem Mann zur Seite gestellt wurde als »Hilfe, die ihm entspricht« (vgl. Gen 2,18), offenbart auch den wahren Sinn ihrer Berufung. Ihre moralische und geistige Kraft entspringt der Gewißheit, daß »Gott ihr in einer besonderen Weise den Menschen anvertraut« (ebd.).

4. Meine Lieben! Dies ist die wichtigste Aufgabe einer jeden Frau auch im dritten Jahrtausend. Lebt sie in Fülle, und laßt euch nicht entmutigen von den Schwierigkeiten und Hindernissen, denen ihr auf eurem Weg begegnen werdet, im Gegenteil: Vertraut immer auf die Hilfe Gottes, und erfüllt euren Auftrag mit Freude, indem ihr den fraulichen »Genius«, der euch auszeichnet, zum Ausdruck bringt.

Wenn ihr euch im Gebet vertrauensvoll an Gott wendet, wird Er es euch nicht am Licht und an der Führung seines Heiligen Geistes fehlen lassen. Die Jungfrau von Nazaret, jenes höchste Vorbild erfüllter Fraulichkeit, wird euch eine sichere Stütze sein.

Der Papst ermutigt euch, überall für das Evangelium des Lebens und der Hoffnung Zeugnis zu geben, und begleitet euch mit einer täglichen Erinnerung beim Herrn. Mit diesen Empfindungen segne ich von Herzen euch, eure Familien und alle Mitglieder des »Centro Italiano Femminile«.

       

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