Sehr geehrter Herr Oberst,
hochwürdiger Herr Kaplan,
meine liebe Gardisten,
liebe Angehörige und Freunde der Schweizergarde!
1. Wieder ist mir die Vereidigung der Rekruten der Schweizer Garde ein
willkommener Anlaß, um Sie alle im Apostolischen Palast willkommen zu heißen.
Ganz besonders begrüße ich die neuen Gardisten sowie ihre Eltern, Angehörigen
und Freunde, die diesen bedeutsamen Moment im Leben der jungen Männer miterleben
wollen. Liebe Gardisten, Eure Dienstbereitschaft und Euer Engagement geben
beredt Zeugnis von Eurer Treue zum Nachfolger Petri, von Eurem tiefen Glauben
und ebenso von den edlen Tugenden, die in Eurer geliebten Schweizer Heimat
lebendig sind. Seid alle gewiß, daß ich den mitunter so herausfordernden Dienst,
den Ihr hier im Vatikan mit dem kraftvollen und kostbaren Einsatz Eurer selbst
leistet, sehr hoch schätze. Auch die vielen Menschen, die jedes Jahr den
Petersdom und die Vatikanstadt besuchen, sind von Eurem selbstlosen Dienst
beeindruckt. Aus all diesen Gründen erfüllt mich diese Begegnung mit Euch und
Euren werten Familienangehörigen mit aufrichtiger Freude. [Der Heilige Vater
sagte hierauf auf französisch:]
2. Euer Auftrag im Dienst am Papst und an der Kirche, liebe neue
Rekruten der Schweizergarde, steht in engem Zusammenhang mit Eurer Taufe. An
Eurem besonderen Platz sollt Ihr Zeugnis geben für den Glauben an Christus, der
gestorben und auferstanden ist. Jeder wichtige Moment in unserem Dasein – und
dieser Tag ist für Euch einer solcher Moment – bietet die Gelegenheit, die
Wahrheit Christi noch tiefer zu entdecken, an Ihn zu glauben und die Bruderliebe
zu leben, die Er uns geoffenbart und gelehrt hat. Die Gesichter all jener, denen
Ihr bei Eurem uneigennützigen Dienst begegnet – die Mitglieder der Kurie wie
auch die vielen Pilger, die Tag für Tag hierherkommen – mögen uns dazu aufrufen,
den wahren Sinn unseres Lebens anzunehmen: die Liebe Gottes zu jedem Menschen zu
entdecken und bekannt zu machen!
Mein besonderer Dank gilt Euren Familien, die Euch heute
begleiten. Sie haben akzeptiert, daß Ihr nach Rom kommt, um diesen Dienst
auszuüben, und sie unterstützen Euch mit ihrer Zuneigung und ihren Gebeten.
Liebe junge Rekruten, der Eid, den Ihr in Kürze ablegen werdet, erneuert und
ehrt das Andenken an Eure Vorgänger, die am 6. Mai 1527 ihr Leben hingaben, um
Papst Clemens VII. zu beschützen. Der Papst weiß dies sehr wohl und versichert
Euch heute seiner aufrichtigen Dankbarkeit. [Dann sagte Johannes Paul II. auf
italienisch:]
3. Liebe Gardisten der Päpstlichen Schweizergarde, habt Dank für
den Dienst, den Ihr hier im Vatikan für den Nachfolger Petri und seine
Mitarbeiter leistet. Es handelt sich um eine anspruchsvolle, mitunter auch
schwere Aufgabe, die Gott Euch jedoch reich vergelten wird. Bleibt Eurem Auftrag
immer treu, und pflegt sorgfältig das Ideal der Liebe zu Christus und zur
Kirche, das Eure Familien und die christlichen Gemeinschaften in der Schweiz
wachhalten wollen. Wie Ihr wißt, werde ich, so Gott will, am 5. und 6. Juni in
Bern am »Meeting« der jungen Schweizer Katholiken teilnehmen. Zudem werde
ich dort mit den Mitgliedern der Vereinigung ehemaliger Schweizergardisten
zusammentreffen. Ich zähle dabei auch auf das Gebet und die spirituelle
Unterstützung von Euch allen.
Mit großer Zuneigung erneuere ich Euch meine herzlichen Glück-
und Segenswünsche zum heutigen Fest und sichere Euch zu, daß Ihr in meinen
Gebeten stets gegenwärtig sein werdet. [Der Papst schloß seine Ansprache in
deutscher Sprache:]
4. Auf die Fürsprache der Seligen Jungfrau und Gottesmutter Maria und Eurer
Patrone, der Heiligen Martin und Sebastian, sowie des Schutzheiligen Euerer
Heimat, Bruder Klaus von Flüe, erteile ich Euch, Euren Familien und Freunden,
sowie allen, die anläßlich der Vereidigung nach Rom gekommen sind, von Herzen
den Apostolischen Segen.