Hochwürdiger Herr Präsident,
liebe Alumnen der
Päpstlichen Diplomatenakademie!
1. Mit Freude empfange ich euch in Sonderaudienz zum Abschluß
eures akademischen Jahres und entbiete euch allen meinen herzlichen Gruß. An
erster Stelle grüße ich den Präsidenten, Msgr. Justo Mullor García, dem ich
aufrichtig danke, daß er die Zuneigung und die tiefe Verbundenheit aller mit dem
Nachfolger des Apostels Petrus zum Ausdruck gebracht hat. Erneut spreche ich ihm
meine herzlichen Glück- und Segenswünsche zum 25. Jubiläum seiner Bischofsweihe
aus.
Ferner gilt mein Gruß allen Mitgliedern der Päpstlichen
Diplomatenakademie, insbesondere all jenen, die sich eurer Ausbildung widmen,
liebe Alumnen aus den verschiedensten Nationen. Einen ehrerbietigen Gruß richte
ich auch an die Hirten eurer jeweiligen Diözesen und danke ihnen, euch für
diesen besonderen pastoralen Dienst erwählt zu haben.
2. Wie euer Präsident soeben erwähnt hat, findet unsere
Begegnung am Vortag des Pfingstfestes statt, jenes liturgischen Hochfestes, das
die missionarische Berufung der Kirche ins Licht rückt. Nachdem die Apostel den
Heiligen Geist empfangen hatten, verließen sie voller Mut und Begeisterung
Jerusalem und zogen aus in die Welt, um die Frohe Botschaft zu verkünden. Nie
ist seither das Echo dieser Botschaft unter den Menschen verhallt: Christus, der
eingeborene Sohn Gottes, ist der Erlöser des Menschen, jedes Menschen, des
ganzen Menschen.
Im Lauf der Jahrhunderte hat die Evangelisierung die Begegnung
mit verschiedenen Kulturen und vor allem in jüngster Zeit auch den Dialog mit
nationalen und internationalen staatlichen Einrichtungen gesucht.
Liebe Alumnen der Päpstlichen Diplomatenakademie, in diesen
Kontext fügt sich eure besondere Teilhabe am Evangelisierungsauftrag der Kirche
ein. Es ist Aufgabe der Päpstlichen Vertretungen, ständig mit dem Papst in
Verbindung zu sein und ihn bei den kirchlichen Gemeinschaften der Länder, in
denen sie ihren Dienst leisten, sowie bei den Regierungen der Nationen und den
internationalen Einrichtungen zu vertreten. Das verlangt von den Mitarbeitern
dieser Vertretungen Dialogfähigkeit sowie die Kenntnis der verschiedenen Völker,
ihrer kulturellen und religiösen Ausdrucksformen wie auch ihrer berechtigten
Erwartungen. Unerläßlich ist zugleich eine angemessene theologische und
pastorale Ausbildung und vor allem eine reife und vollkommene Treue zu Christus.
Nur wenn ihr durch das Gebet und das unablässige Bemühen, seinen Willen zu
erkennen, mit Ihm verbunden bleibt, wird eure Arbeit erfolgreich und euer
Priestertum voll verwirklicht sein.
3. Liebe Alumnen, bewahrt in eurem Geist und in eurem Herzen
stets das belebende Feuer des Heiligen Geistes, das wir in diesen Tagen
inständig erflehen, und seid überall dort, wo die göttliche Vorsehung euch
hinführen mag, Zeugen des Friedens und der Liebe.
Die Jungfrau Maria möge über euch wachen und euch zu gehorsamen
und mutigen Aposteln ihres göttlichen Sohnes werden lassen. Nie soll euer
hochherziger, hingebungsvoller Dienst an Christus und seiner Kirche durch
Schwierigkeiten behindert werden.
Ich versichere euch meines täglichen Gebetsgedenkens und erteile
euch, euren Familien und allen, die euch nahestehen, von Herzen meinen Segen.
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