Liebe Brüder und Schwestern!
1. Ich danke dem Herrn für dieses Treffen. In seinem Namen grüße
ich euch alle voll Freude und Zuneigung. Mein Dank geht an den Präsidenten des
Verlags »La Scuola« für die Worte, mit denen er euer aller Empfindungen zum
Ausdruck gebracht hat, und ich richte einen besonderen Gruß an Kardinal Giovanni
Battista Re sowie an den Bischof von Brescia, Msgr. Giulio Sanguineti, die euch
hierher begleitet haben.
Ihr seid nach Rom zum Grab des Apostels Petrus gekommen, um die
Veranstaltungen zum 100jährigen Bestehen des Verlags »La Scuola« in
feierlichster Form abzuschließen. Eure im Mai 1904 von einer Gruppe katholischer
Laien – unter ihnen auch der Vater Papst Pauls VI., Giorgio Montini – und von
einigen Priestern gegründete Institution hat sich das ganze Jahrhundert hindurch
stets darum bemüht, auch im Wandel der gesellschaftlichen und kulturellen
Verhältnisse dem Plan und den Zielen der Gründer treu zu bleiben.
2. Gemeinsam mit euch danke ich dem Herrn, dem Spender alles
Guten, für diese von ihm inspirierte Initiative und für seinen Beistand in
schweren Zeiten, wie etwa bei dem Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg, der das
Verlagshaus zerstörte. Die Hilfe Gottes und der Mut zahlreicher hochherziger
Personen haben einen Neuanfang ermöglicht. Ihnen wie auch all jenen, die im
Laufe des Jahrhunderts durch ihre Arbeit und ihre Ideen mitgewirkt haben, gilt
meine dankbare Wertschätzung.
Ein besonderes Wort des Lobes möchte ich ferner an jene richten,
die dazu beigetragen haben, daß der Verlag an seinen ursprünglichen Idealen
festhalten konnte. Er war, wie ihr wißt, gedacht und beabsichtigt als
Instrument, um der italienischen Schule eine christliche Ausrichtung zu sichern.
Eine keineswegs einfache Aufgabe angesichts der Orientierung eines nicht
geringen Teils der heutigen Kultur. Doch ihr setzt den eingeschlagenen Weg fort.
Die Wahrheit Christi, dargelegt unter Achtung der Positionen anderer und bezeugt
mit der Kohärenz des eigenen Lebens, ist ein Gut für alle, die im schulischen
Bereich tätig sind: Eltern und Kinder, Lehrer und Schüler, staatliche und
nichtstaatliche Schulen.
3. Das 100. Gründungsjubiläum, das ihr nun feiert, ist auch eine
Gelegenheit, um einen Blick in die Zukunft zu werfen. Es fehlt nicht an
Prüfungen und Problemen. Die Kirche setzt großes Vertrauen in euch im Hinblick
auf die Ausarbeitung angemessener Vorschläge für die schulische Ausbildung der
neuen Generationen. Gemeinsam mit eurem Bischof und im herzlichen Einvernehmen
mit der katholischen Gemeinschaft Italiens sollt ihr stets Hoffnung verbreiten
und den Idealen der Gründer treu bleiben.
Im Laufe des 20. Jahrhunderts haben meine Vorgänger die
Entwicklung des Verlags »La Scuola« stets mit Vertrauen, Zuneigung und
Anerkennung verfolgt und begleitet. Von Herzen schließe ich mich ihnen an und
mache mir den Wunsch zu eigen, den Papst Paul VI. am 28. Juni 1965 äußerte, als
er die damaligen Verantwortlichen in
Sonderaudienz empfing. In aufrichtiger Anerkennung ihres fachkundigen
pädagogischen Urteils und ihrer großen Sensibilität gegenüber den Problemen des
Schulwesens in unserer Zeit rief er sie »nicht nur zum Erhalt der bereits
erreichten Leistungen auf, sondern auch zu mutigen neuen Entwicklungen und
Errungenschaften« (Insegnamenti 3 [1965]), S. 381).
Mit ebenso tiefer Hochachtung und Zuneigung ermutige auch ich
euch, eure Arbeit fortzuführen und, eurer im Gebet ganz besonders gedenkend,
erteile ich allen von Herzen meinen Segen.