Seligkeit,
verehrte Mitbrüder im bischöflichen und im priesterlichen Dienst,
liebe Brüder und Schwestern!
1. Mit Freude empfange ich euch und begrüße euch herzlich.
Zunächst begrüße ich den Präfekten der Kongregation für die Orientalischen
Kirchen und danke ihm für die freundlichen Worte, die er im Namen aller
Anwesenden an mich gerichtet hat. Mein Gruß gilt zugleich den Gemeinschaften,
die ihr hier repräsentiert, und den Teilnehmern eurer Synode, deren Thema
lautet: »Gemeinschaft und Verkündigung des Evangeliums.«
Es handelt sich um ein sehr aktuelles Thema für eure beiden
Eparchien und für das exarchische Kloster in Grottaferrata. Als Träger eines
gemeinsamen geistlichen Erbes sind diese eure Kirchen berufen, die Einheit
des Glaubens in den verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen zu bezeugen.
In pastoraler Hinsicht arbeiten sie mit den Gemeinschaften der lateinischen
Tradition zusammen und stärken ihre Identität, indem sie den jahrtausendealten
Schatz ihrer byzantinischen Tradition pflegen.
2. Um das zu fördern, hat eure Synode den Akzent auf die
wesentlichen Themen gelegt, wie die Katechese und die Mystagogik im
Hinblick auf ein angemessenes geistliches Wachstum des ganzen Volkes Gottes. Sie
hat außerdem theologische und asketische Wege zur Vorbereitung des Klerus und
der Mitglieder der Institute des geweihten Lebens aufgezeigt. Um eine
unrechtmäßige Veränderung der geistlichen Identität, die euch kennzeichnet, zu
vermeiden, beabsichtigt ihr, für eine solide Formung zu sorgen, die in
der orientalischen Tradition wurzelt und geeignet ist, den wachsenden
Herausforderungen der Säkularisierung wirksam zu begegnen.
Mit Hilfe der Kongregation für die Orientalischen Kirchen wird
der Heilige Stuhl es nicht versäumen, durch seinen spezifischen Beitrag diese
Erneuerung zu unterstützen. Zugleich wird es euch möglich sein, in den Texten
des II. Vatikanischen Konzils und im Gesetzbuch der Ostkirchen nützliche
Hinweise zu finden, die euch in euren Anstrengungen unterstützen.
3. Der byzantinische Ritus, die »mirabilia Dei« für die
Menschheit, und die Anaphora des hl. Johannes Chrysostomus und des hl. Basilius
sind von höchster Beispielhaftigkeit. Die Eucharistischen Hochgebete und die
Feier der übrigen Sakramente wie der ganze liturgische Ablauf und der
Gottesdienst mit der reichen Hymnographie sind großartige Mittel der Katechese
für das christliche Volk.
Ihr feiert fast täglich die Göttliche Liturgie des hl.
Johannes Chrysostomus, der wegen seiner Redekunst und seiner Kenntnis der
Heiligen Schriften »Goldmund« genannt wurde. Seine Worte dringen auch heute in
das Ohr und Herz des Menschen. Zu Recht laßt ihr sie in verständlicher Weise in
den Sprachen unserer Zeit erklingen.
4. Ich ermutige euch, dank der gemeinsamen liturgischen
Tradition die Kontakte mit den orthodoxen Kirchen fortzusetzen, die dem
einen Gott und Erlöser ebenfalls die Ehre erweisen wollen. Der allmächtige Herr,
der vor kurzem in der Feier der Weihnacht seine göttliche Zärtlichkeit durch die
lichtreiche Menschwerdung des Wortes geoffenbart hat, gewähre allen, die an
Christus glauben, die volle Einheit des einen Glaubens zu leben. Deshalb bitte
und flehe ich zum Herrn, daß eure Synode dazu beitrage, eine erneuerte
Verkündigung des Evangeliums in euren Gemeinschaften wie auch einen
verstärkten ökumenischen Eifer zu fördern.
Diesen innigen Wunsch vertraue ich der heiligsten Mutter Gottes
an, während ich aus ganzem Herzen euch hier Anwesenden und euren Eparchien
meinen besonderen Apostolischen Segen erteile.
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