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ANSPRACHE VON PAPST PAUL
VI. AN DEN NEUEN BOTSCHAFTER DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND*
Dienstag, 5. Januar
1965
Euer Exzellenz!
Es erfüllt Uns mit Genugtuung und Freude, Sie heute als den
neuen Botschafter der Bundesrepublik Deutschland beim Heiligen Stuhl begrüssen
zu können, Wir beglückwünschen Sie, dass Sie damit in die Reihe jener Männer
treten, die die bewährte Tradition der guten Beziehungen gepflegt und gefördert
haben, die seit je zwischen dem Heiligen Stuhl und Ihrem Vaterlana bestehen.
Sie, Her Botschafter, dürfen versichert sein, dass der
Heilige Stuhl sehr wohl in der Lage ist, die Probleme, die das heutige
Deutschland bewegen und die sein Leben charakterisieren, zu verstehen. Mit
Genugtuung nimmt der Heilige Stuhl sodann wahr, mit welchem lebendigen Interesse
Ihre Heimat dem Zweiten Vatikanischen Konzil folgt, und weiss den Beitrag hoch
einzuschätzen, den sie durch ihre Bischöfe, ihre Gelehrten wie auch durch die
Teilnahme des katholischen Volkes als solchem seinen Arbeiten schenkt.
In gleicher Weise würdigt der Heilige Stuhl die so aktive
Teilnahme Deutschlands an dem grossen Bemühen, der Not in der Welt helfend zu
begegnen, durch das es neue Achtung und neues Wohlwollen in der ganzen Welt
erworben hat. Ihr Vaterland darf gewiss sein, dass es in diesen seinen edlen
Bestrebungen weiterhin auch Unsere volle Zustimmung und jede Uns nur mögliche
Unterstützung erhalten wird.
Die Aufgeschlossenheit des deutschen Volkes gegenüber solchen
weltweiten Problemen ist dazu angetan, die Bande gegenseitigen Vertrauens und
Verstehens weiterhin in einer Atmosphäre zu entwickeln, die für alle Teile nur
zur Zufriedenheit sein kann.
In der festen Zuversicht, dass die hohe Mission, die Euer
Exzellenz nunmehr antreten, dazu beitragen wird, die bestehenden aufrichtigen
und herzlichen Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und Deutschland, die zum
Wohle beider Partner gereichen und auch durch feierliche Verträge festgelegt
sind, zu pflegen und zu festigen, erflehen Wir für Sie selbst wie für Ihr Uns
teures Vaterland, in besonderer Weise aber für den von Uns hochgeschätzten Herrn
Bundespräsidenten, Gottes bleibenden Schutz und seinen reichsten Segen.
*AAS 57 (1965), p.175-176. Insegnamenti di Paolo
VI, vol. III, p.13-14. L’Osservatore Romano, 6.1.1965, p.1.
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