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ANSPRACHE VON PAUL VI.
AN EINE GRUPPE DEUTSCHER KATHOLISCHER LEHRERINNEN
Donnerstag, 29. April 1965
Meine lieben Lehrerinnen aus Deutschland!
Sie kommen heute zu Uns als die verantwortlichen Leiterinnen
des um die Jugenderziehung in Deutschland so hochverdienten Vereins Katholischer
Deutscher Lehrerinnen. Sie haben Uns von Ihrer Arbeit, von Ihren Freuden wie
aber auch von den Anliegen und Sorgen unterrichtet, die Sie bewegen. Wir heissen
Sie hier in Unserm Haus herzlich willkommen.
In die Hand der Lehrerin ist ein Grossteil der Zukunft von
Volk und Staat gelegt. Trägt sie doch mit an der hohen Verantwortung für
Ausbildung und Erziehung der gesamten Jugend. Ausbildung zielt auf Leistung und
deren Steigerung. Erziehung aber besagt noch mehr. Sie trachtet nach
harmonischer Formung des gesamten Menschen. Ja, die katholische Lehrerin weiss
sich als Miterfüllerin des Lehrauftrags Christi, in allen Fächern die Wahrheit
zu lehren und Bildner der Getauften zum Ebenbild Gottes für Zeit und Ewigkeit zu
sein.
Solche Tätigkeit ist Laienapostolat. Sie setzt nicht nur
gründliche Kenntnisse für die Möglichkeit einer umfassenden Bildung der Schüler
voraus, sie verlangt von der katholischen Lehrerin pädagogische Fähigkeit und
fordert vor allem eine festgegründete religiöse Persönlichkeit, die den Willen
besitzt zur Formung des ganzen ihm anvertrauten Menschen. Nur solche
Voraussetzungen gewährleisten die Heranbildung junger Menschen zu Männern und
Frauen mit solidem Wissen, die erkannt haben, dass echte Religion die Grundlage
jedes wahrhaft glücklichen Lebens ist.
Wir haben Ihren Bericht über Ihre Arbeit und Ihre Besorgnisse
mit Interesse gelesen. Ja, Wir folgen seit Jahren der segensreichen Wirksamkeit
Ihres Verbandes, seit jenen Jahren schweren Kampfes um den Bestand der
katholischen Schule im Geiste der verantwortlichen Eltern und Erzieher, in dem
Sie Unser Vorgänger Papst Pius der Zwölfte immer neu bestärkt und gekräftigt
hat.
Sie, die Sie in Ihrer Arbeit als katholische Lehrerinnen im
Laienapostolat in unmittelbarer Nähe des Priesters stehen, mögen sich dessen
bewusst bleiben, dass das, was den Menschen, der Gott heute wie zu allen Zeiten
sucht, allein überzeugt, nicht ein von allen modernen Vorbehalten aufgeweichtes
Christentum ist, sondern die uneingeschränkte und ungebrochene Botschaft
Christi, der gegenüber jeder von uns Stellung zu beziehen hat. Dass dazu
Gelegenheit geboten wird, ist nicht letztes Verdienst der katholischen
Bekenntnisschule, die, wie auch ihr Bildungsprogramm, von Uns nur jede mögliche
Förderung auch weiterhin erfahren wird.
Unterpfand dessen ist der Apostolische Segen, den Wir Ihnen
wie allen Ihren Kolleginnen in Ihrer deutschen Heimat. von Herzen erteilen.
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