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Via Crucis, Scuola Veneta - Sec. XVIII
Cattedrale - Padova
ACHTE STATION
Jesus begegnet den weinenden Frauen von Jerusalem
V/. Adoramus te, Christe, et benedicimus tibi.
L/. Quia per sanctam crucem tuam redemisti mundum.
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas. 23, 28-31
Jesus wandte sich zu ihnen um und sagte: Ihr Frauen von Jerusalem, weint nicht
über mich; weint über euch und eure Kinder! Denn es kommen Tage, da wird man
sagen: Wohl den Frauen, die unfruchtbar sind, die nicht geboren und nicht
gestillt haben. Dann wird man zu den Bergen sagen: Fallt auf uns!, und zu den
Hügeln: Deckt uns zu! Denn wenn das mit dem grünen Holz geschieht, was wird dann
erst mit dem dürren werden?
BETRACHTUNG
Es macht uns nachdenklich, wie streng Jesus zu den weinenden Frauen spricht, die
doch ihn begleiten und um ihn klagen. Wie sollen wir das verstehen? Spüren wir
darin nicht den Tadel gegen eine bloß sentimentale Frömmigkeit, die nicht zu
Umkehr und gelebtem Glauben wird? Es reicht nicht, mit Worten und Gefühlen über
die Leiden dieser Welt zu klagen, während unser Leben doch weitergeht, wie es
immer war. Deswegen macht uns der Herr auf die Gefahr aufmerksam, in der wir
selber leben. Er zeigt uns den Ernst der Sünde und den Ernst des Gerichts. Sind
wir nicht allzu sehr versucht, bei allen Worten der Empörung über das Böse und
über das Leid der Unschuldigen das Geheimnis des Bösen zu verharmlosen? Lassen
wir vom Bild Gottes und Jesu nicht am Ende doch nur das Sanfte und Liebe stehen,
und haben wir nicht das Gericht im stillen gestrichen? Gott kann doch unsere
Schwachheit nicht so tragisch nehmen, denken wir; wir sind ja nur Menschen. Aber
am Leiden des Sohnes sehen wir, welchen Ernst die Sünde hat, wie sie ausgelitten
werden muß, um überwunden zu werden. Vor der Gestalt des leidenden Herrn endet
die Banalisierung des Bösen. Auch zu uns sagt er: Weint nicht über mich, weit
über euch... Denn wenn das am grünen Holz geschieht, was wird dann erst mit dem
dürren werden?
GEBET
Herr, du hast zu den weinenden Frauen von der Buße gesprochen, von den Tagen des
Gerichts, in denen wir vor deinem Antlitz, dem Antlitz des Weltenrichters stehen
werden. Du rufst uns heraus aus der Verharmlosung des Bösen, mit der wir uns
selbst beschwichtigen, um ruhig so weiterleben zu können. Du zeigst uns den
Ernst unserer Verantwortung, die Gefahr, im Gericht schuldig und fruchtlos
gefunden zu werden. Hilf uns, daß wir nicht bloß klagend oder mit Reden neben
dir hergehen. Bekehre uns und gib uns neues Leben; laß uns nicht am Ende als
dürres Holz dastehen, sondern lebendige Zweige an dir, dem wahren Weinstock,
werden und Frucht tragen für das ewige Leben (vgl. Joh 15, 1-10).
Alle:
Pater noster, qui es in caelis
sanctificetur nomen tuum;
adveniat regnum tuum;
fiat voluntas tua, sicut in caelo, et in terra.
Panem nostrum cotidianum da nobis hodie;
et dimitte nobis debita nostra,
sicut et nos dimittimus debitoribus nostris;
et ne nos inducas in tentationem;
sed libera nos a malo.
Tui Nati vulnerati,
tam dignati pro me pati
poenas mecum divide.
© Copyright 2005 - Libreria
Editrice Vaticana
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