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AMT FÜR DIE LITURGISCHEN FEIERN
DES PAPSTES 

Die Zusatzbestimmungen des „Cæremoniale Episcoporum“
 zum „Missale Romanum“

 

Wir wollen heute innerhalb der Rubrik „Geist der Liturgie“ die Aufmerksamkeit auf einige Aspekte richten, den Ritus der Eucharistiefeier betreffend, die nicht im „Missale Romanum“ (= MR, „editio typica tertia“ von 2008) geregelt zu sein scheinen. Weder die von der „Allgemeinen Einführung in das Messbuch“ (= AEM) vorgesehenen liturgischen Bestimmungen noch die ihm beigefügten Rubriken beschreiben einige Details der Zelebration, die, wenn auch sekundär, nicht ganz unerheblich sind.

Deshalb ist es erlaubt, sich zu fragen, ob solche „lacunae“ durch die kreativen Eingebungen des Priesters, der die Eucharistiefeier zelebriert, ausgefüllt werden können, oder ob es stattdessen spezifische Hinweise gibt, die in anderen rechtskräftigen, dokumentierten Rechtsquellen enthalten sind, auf die man zurückgreifen kann, um aus dem ehrwürdigen Erbe der Kirche zu schöpfen.

Indem wir uns in der Linie der Tradition platzieren, ist es nicht schwer, auf diese Frage eine Antwort zu geben. Es ist in der Tat richtig, die detaillierteren, normativen Bestimmungen als verbindlich zu betrachten, die das „Cæremoniale Episcoporum“ (= CE, „editio typica, reimpressio emendata“ von 2008) hinsichtlich der „Missa stationalis“ erteilt, der vom Diözesanbischof in Gegenwart seines Presbyteriums und anderer Diener geleiteten Eucharistiefeier unter der Teilnahme des Gottesvolkes. Die gesetzliche Grundlage dieser „praesumptio“ besteht in der Tatsache, dass die vom Diözesanbischof in der eigenen Diözese zelebrierte Messe - eine besondere Erscheinung der Katholizität der Teilkirche (vgl. „Sacrosanctum Concilium“ (= SC), Nr. 41) - um in edler Einfachheit zu leuchten, eine besondere liturgische Modellhaftigkeit sichtbar machen muss, um so ein Vorbild darzustellen, von dem sich die anderen eucharistischen Liturgien, die in der Diözese gefeiert werden, inspirieren lassen können (vgl. Benedikt XVI., „Sacramentum Caritatis“, Nr. 39).

Versuchen wir nun, konkret einige liturgische Bestimmungen des Messritus zu überprüfen, die vom „CE“ und von Zusätzen bezüglich der im „MR“ enthaltenen Normen vorgesehen sind. Ein erster Aspekt betrifft das Inzensieren. Das „AEM“ beschreibt das Inzensieren in den Nummern 276-277. Das „CE“ ergänzt, dass der Weihrauch rein und süß duftend sein soll und dass man, wenn man eine andere Substanz ergänzt, darauf achten soll, dass die Menge des Weihrauchs weitaus größer ist (vgl. Nr. 85). Das „CE“ beschreibt des Weiteren andere interessante Details hinsichtlich des Inzensierens in den Anmerkungen 74-75 der Nummern 90-91.

Ein zweiter Aspekt betrifft die Art, in der die Hände während der Eucharistiefeier zu halten sind. Das „MR“ schreibt in der Tat vor, dass der Zelebrant in gewissen Augenblicken der Messe die Gebete an Gott richten soll, indem er die Arme ausbreitet. Das „CE“ erklärt genauer, dass die Arme leicht erhoben und ausgebreitet sein sollen (vgl. Nr. 104). In ihm wird dann minuziös erklärt, dass man unter dem Ausdruck „gefaltete Hände“ versteht, dass die Handteller geöffnet und verbunden sind, vor die Brust gehalten, mit dem Daumen der rechten Hand kreuzförmig über den linken gelegt (vgl. „CE“ Anmerkung 80 zu Nr. 107). Es wird außerdem angegeben, dass - außer den bereits in den verschiedenen liturgischen Büchern enthaltenen Vorschriften - der Zelebrant die Hände gefaltet hält, wenn er, mit den heiligen Paramenten schon bekleidet, sich auf den Weg macht, um die Messe zu feiern; während er auf den Knien betet; während er sich vom Altar zum Sitz begibt, oder vom Sitz zum Altar (vgl. „CE“ Nr. 107). Ebenso behalten auch die Konzelebranten und die anderen Diener die Hände gefaltet, wenn sie gehen oder stehen, es sei denn, dass sie etwas zu tragen haben (ebd.).

Im Zeremonial wird außerdem die Art angegeben, in der der Zelebrant sich bekreuzigt und segnet. Wenn er sich bekreuzigt, wendet er die Handfläche der rechten Hand zu sich hin, und macht alle Finger vereint und ausgestreckt das Kreuzzeichen von der Stirn bis zur Brust und von der linken Schulter bis zur rechten. Wenn er andere Personen oder irgendeinen Gegenstand segnet, beugt er den kleinen Finger zu dem hin, der gesegnet werden soll, und segnend streckt er die ganze rechte Hand aus mit allen Fingern gleichermaßen vereint und ausgestreckt (vgl. „CE“ Anmerkung 81 zu Nr. 108). Zudem legt der Zelebrant, wenn er während der Messe sitzt, die Handflächen auf die Knie (vgl. „CE“ Nr. 109).

Dann wird genauer erklärt, dass die Konzelebranten während des Hochgebetes im Augenblick der Epiklese vor der Konsekration die Hände über den Gaben in der Weise ausstrecken, dass die Handflächen geöffnet und über die Gaben gehalten werden (vgl. „CE“ Anmerkung 79 zu Nr. 106). Im Augenblick der Konsekration halten sie, während sie die Worte des Herrn aussprechen, die rechte Hand ausgestreckt und zur Seite gedreht (ebd.), indem sie sie zum Brot und zum Kelch hin wenden (vgl. „CE“ Nr. 106).

Es gibt noch andere Details, die vom „CE“ geregelt werden. Wir bieten eine Liste mit einigen von ihnen:

1.) Die Verneigung wird in Form einer tiefen Verbeugung zum Zelebranten hin verrichtet, wenn man sich ihm nähert, sich von ihm entfernt oder an ihm vorbeigeht (vgl. „CE“ Nr. 76).

2.) In dem Moment, in dem der beauftragte Diener das Evangelium verkündet, sind alle Gläubigen, die an der liturgischen Handlung teilnehmen, ihm zugewandt (vgl. „CE“ Nr. 141).

3.) Nachdem der Zelebrant die Gaben inzensiert hat, inzensiert ihn der Diakon oder ein anderer Diener, indem er an der Seite des Altars steht (vgl. „CE“ Nr. 149).

4.) Bevor das eucharistische Hochgebet beginnt, deckt der Diakon, wenn der Kelch und die Hostienschale bedeckt sind, diese ab, und bleibt auf den Knien von der Epiklese bis zur Erhebung des Kelches. Außerdem legt einer der Diakone Weihrauch in das Weihrauchfass und inzensiert die Hostie und den Kelch bei den beiden Erhebungen (vgl. „CE“ Nr. 155).

5.) Die Konzelebranten treten vor der Kommunion nacheinander zum Bischof, machen eine Kniebeuge und erhalten von ihm den Leib Christi gereicht. Die Konzelebranten können auch an ihrem Platz bleiben und dort den Leib Christi gereicht bekommen. (vgl. „CE“ Nr. 163).

Es handelt sich nur um einige Beispiele, die nützlich sind, um daran zu erinnern, dass der göttliche Kult nicht der Willkür unterliegen darf, sondern dass er im Gegenteil durch die Kirche geregelt ist, die ihn hütet und ihn feiert. Die Beachtung der liturgischen Normen ist kein Zeichen von Legalismus und Starrheit. Sie hilft, die Katholizität der heiligen Liturgie immer neu zu verkörpern und sie „in Einheit mit der ganzen Kirche“ zu feiern (Römischer Kanon, „Communicantes“).

 

 

 

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