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08 - 05.10.2005
INHALT
♦ KLEINE ARBEITSGRUPPEN - ERSTE SITZUNG (MITTWOCH, 5. OKTOBER 2005 -
VORMITTAG)
♦ FÜNFTE GENERALKONGREGATION (MITTWOCH, 5. OKTOBER 2005 -
NACHMITTAG)
♦ ZUSAMMENSETZUNG DER KOMMISSION FÜR DIE VORBEREITUNG DER
ABSCHLUSSBOTSCHAFT
♦ KLEINE ARBEITSGRUPPEN - ERSTE SITZUNG (MITTWOCH, 5. OKTOBER 2005 -
VORMITTAG)
Heute morgen, am Mittwoch 5. Oktober 2005, haben die Arbeiten der
kleinen Arbeitsgruppen der XI. Ordentlichen Vollversammlung der
Bischofssynode, bei denen 238 Synodenväter anwesend waren, für die
Wahl der Moderatoren und der Relatoren der kleinen Arbeitsgruppen
und für den Beginn der Diskussion über das Synodenthema, begonnen.
Der Generalsekretär der Bischofssynode hat heute Nachmittag, im
Verlauf der Fünften Generalkongregation, die Namen der gewählten
Moderatoren der kleinen Arbeitsgruppen bekannt gegeben.
♦ FÜNFTE GENERALKONGREGATION (MITTWOCH, 5. OKTOBER 2005 -
NACHMITTAG)
● LISTE DER MODERATOREN UND RELATOREN DER KLEINEN ARBEITSGRUPPEN
● BEITRÄGE IN DER
AULA (FORTSETZUNG)
Heute, 5. Oktober 2005 um 16.30 Uhr, hat mit dem Gebet Actiones
nostras qæsumus Domine aspirando præveni et adiuvando proseguere ut
cuncta nostra oratio et operatio a te sempre incipiat et per te
coepta finiatur (Komm unserem Tun, wir bitten Dich, o Herr, mit
Deiner Gnade zuvor und begleite es, damit alles, was wir beginnen,
bei Dir seinen Anfang nehme und durch Dich vollendet werde) vom
Heiligen Vater rezitiert, die Fünfte Generalkongregation zur
Fortsetzung der Beiträge der Synodenväter in der Aula zum Thema Die
Eucharistie: Quelle und Höhepunkt des Leben und der Sendung der
Kirche.
Turnusmäßiger Deligierter Präsident S. Em. Kardinal Telesphore
Placidus TOPPO, Erzbischof von Ranchi (Indien).
● LISTE DER MODERATOREN UND RELATOREN DER KLEINEN ARBEITSGRUPPEN
Bei der Eröffnung der Fünften Generalkongregation hat der
Generalsekretär der Bischofssynode die Liste der Moderatoren und
Relatoren der kleinen Arbeitsgruppen, die heute morgen in der ersten
Sitzung gewählt wurden, verlesen.
Moderatoren
Anglicus A
Kardinal Justin Francis RIGALI, Erzbischof von Philadelphia (USA)
Anglicus B
Kardinal Cormac MURPHY-O'CONNOR, Erzbischof von Westminster,
Präsident der Bischofskonferenz (Großbritannien und Wales)
Anglicus C
Kardinal Peter Kodwo Appiah TURKSON, Erzbischof von Cape Coast
(Ghana)
Gallicus A
Bf. Mons. Jean-Pierre RICARD, Erzbischof von Bordeaux, Präsident der
Bischofskonferenz (Frankreich)
Gallicus B
Bf. Mons. Franc RODÉ, C.M., Emeritierter Erzbischof von Ljubljana,
Präfekt der Kongregation für die Institute geweihten Lebens und
Gesellschaften apostolischen Lebens
Gallicus C
Bf. Mons. Jean-Louis BRUGUÈS, O.P., Bischof von Angers (Frankreich)
Germanicus
Bf. Mons. Amédée GRAB, O.S.B., Bischof von Chur, Präsident der
Bischofskonferenz, Präsident des Rates Bischofskonferenz von Europa
(C.C.E.E.) (Schweiz)
Hispanicus A
Kardinal Darío CASTRILLÓN HOYOS, Präfekt der Kongregation des Klerus
Hispanicus B
Kardinal Jorge Mario BERGOGLIO, S.I., Erzbischof von Buenos Aires,
Vizepräsident der Bischofskonferenz (ARGENTINIEN)
Hispanicus C
Kardinal Francisco Javier ERRÁZURIZ OSSA, der Schönstatt Patres,
Erzbischof von Santiago de Chile, Präsident des Bischöflichen Rates
von Lateinamerika (C.E.L.AM.)
Italicus A
Kardinal Renato Raffaele MARTINO, Präsident des Päpstlichen Rates
für Gerechtigkeit und Frieden
Italicus B
Kardinal Geraldo Majella AGNELO, Erzbischof von São Salvador da
Bahia, Präsident der Bischofskonferenz
Relatoren
Anglicus A
Bf. Mons. Diarmuid MARTIN, Erzbischof von Dublin (Irland)
Anglicus B
Bf. Mons. Donald William WUERL, Bischof von Pittsburgh (USA)
Anglicus C
Bf. Mons. Seán Baptist BRADY, Erzbischof von Armagh, Präsident der
Bischofskonferenz (Irland)
Gallicus A
Bf. Mons. Alain HAREL, Titularbischof von Forconio, Apostolischer
Vikar von Rodrigues (Mauritius)
Gallicus B
Bf. Mons. Robert LE GALL, O.S.B., Bischof von Mende (Frankreich)
Gallicus C
Bf. Mons. Paul-André DUROCHER, Bischof von Alexandria-Cornwall (KANADA)
Germanicus
Bf. Mons. Gerhard Ludwig MÜLLER, Bischof von Regensburg (Deutschland)
Hispanicus A
Bf. Mons. José María ARANCIBIA, Erzbischof von Mendoza (ARGENTINIEN)
Hispanicus B
Bf. Mons. Alberto GIRALDO JARAMILLO, P.S.S., Erzbischof von Medellín
(KOLUMBIEN)
Hispanicus C
Bf. Mons. Juan Francisco SARASTI JARAMILLO, C.I.M., Erzbischof von
Cali (KOLUMBIEN)
Italicus A
Bf. Mons. Francesco CACUCCI, Erzbischof von Bari-Bitonto (Italien)
Italicus B
Bf. Mons. Renato CORTI, Bischof von Novara (Italien)
● BEITRÄGE IN DER
AULA (FORTSETZUNG)
In dieser Fünften Generalkongregation haben folgende Väter das Wort
ergriffen:
- S.S. Grégoire III LAHAM, B.S., Patriarch der Griechisch-Melkiten
von Antiochien, Vorsitzender der Synode der Griechisch-mekitischen
katholischen Kirche (Syrien)
- Bf. Mons. José María ARANCIBIA, Erzbischof von Mendoza
(ARGENTINIEN)
- Bf. Mons. José Mario RUIZ NAVAS, Erzbischof von Portoviejo
(EKUADOR)
- Bf. Mons. Yannis SPITERIS, O.F.M. Cap., Erzbischof von Corfù,
Zante und Cefalonia, Apostolich Verwalter "ad nutum Sanctae Sedis"
Thessalonien (Griechenland)
- Bf. Mons. Juan Francisco SARASTI JARAMILLO, C.I.M., Erzbischof von
Cali (KOLUMBIEN)
-
Bf. Mons. Patrick Daniel KOROMA, Bischof von Kenema
- Bf. Mons. Gabriel PEÑATE RODRÍGUEZ, Titularbischof von Succuba,
Apostolischer Vikar von Izabal (Guatemala)
- Bf. Mons. Stanisław RYŁKO, Titularerzbischof von Novica, Präsident
des Päpstlichen Rates für die Laien (VATIKANSTADT)
- Bf. Mons. Jean-Noël DIOUF, Bischof von Tambacounda (Senegal)
- Bf. Mons. Pierre TRÂN ÐINH TU, Bischof von Phú Cuong (Vietnam)
- Bf. Mons. Ricardo BLÁZQUEZ PÉREZ, Bischof von Bilbao, Präsident
der Bischofskonferenz (Spanien)
- Bf. Mons. Juda Thaddaeus RUWA'ICHI, O.F.M. Cap., Bischof von Mbulu
(Tanzania)
- Bf. Mons. Joseph POWATHIL, Erzbischof von Changanacherry der
Syrer-Malabaresen (Indien)
Hier im Folgenden die Zusammenfassungen der Beiträge:
- S.S. Grégoire III LAHAM, B.S., Patriarch der Griechisch-Melkiten
von Antiochien, Vorsitzender der Synode der Griechisch-mekitischen
katholischen Kirche (Syrien)
Ich möchte das Instrumentum Laboris durchgehen, indem ich die
Bedeutsamkeit des Verhältnisses zwischen der Eucharistie und der
Heilsökonomie aufzeige, ein sehr beliebtes Thema bei den
orientalischen Christen. Die Sakramente - die in der orientalischen
Tradition Mysterien genannt werden- sind verschiedene Gesichtspunkte
von dem großen Sakrament des Mysteriums Gottes, der die Form des
Menschen annehmen und die Menschen zu seiner göttlichen Ikone
erhöhen wollte. So ist die Eucharistie das Sakrament der Sakramente
und das Geheimnis der Geheimnisse.
Durch sie wird jeder Christ zu einem österlichen Menschen. Die
Kirche, die die Eucharistie feiert, wird selbst zu einer österlichen
Gegenwart Christi in der Welt.
In diesem Zusammenhang möchte ich auf der nicht lediglich
theologischen Bedeutung der drei Sakramente der christlichen
Initiation bestehen: der Taufe, der Firmung (Konfirmation) und der
Eucharistie. Es handelt sich nicht einfach um eine theologische
Beziehung, wie sie im Kapitel
über die Beziehung zwischen der Eucharistie und den anderen
Sakramenten (Nr. 15-21) dargestellt wird, sondern es existiert auch
eine biblische Beziehung, die ihren Ursprung in der Heilsökonomie
hat: der Vater hat geschaffen, der Sohn hat erlöst und hat das
Sakrament der Eucharistie geschenkt (Lk 22, 19: “Tut diese zu meinem
Gedächtnis”) und der Heilige Geist erfüllt mit Leben.
Eucharistie und Ökonomie oder Heilsplan (von Nr. 28 bis Nr. 30)
Die eucharistische Mystagogik ist die des Kirchenjahres in
verdichteter Form und spricht sich in drei Aspekten ausspricht: 1)
der Liturgie des Wortes, die die Theophanie ist und den Festen der
Geburt der Geburt, der Taufe und der Verkündigung Christi entspricht;
2) der Liturgie der Anaphora, die der Passion, dem Tod am Kreuz und
der Auferstehung entspricht; 3) der Liturgie der Kommunion, die
Pfingsten, der Vergöttlichung (Theosis) entspricht.
Die Anaphora des Hl. Johannes Chrysostomus erinnert uns daran, dass
Christus “die ganze Ökonomie der Vorsehung des Vaters für uns
ausgeführt hat”.
Vom Tisch der Eucharistie zum Tisch des armen Bruders (Nr. 79)
Die verschiedenen Aspekte der Heilsökonomie sind die grundlegenden
Dimensionen, die wir bei der Eucharistie erleben und die die
Elemente des christlichen Lebens in der Welt werden.
Der Hl. Johannes Chrysostomus sagt in seiner 50. Predigt über das
Matthäusevangelium folgendes: “Das Geheimnis der Eucharistie ist das
Geheimnis des Bruders, und das Gericht wird darüber ergehen, wie wir
das Geheimnis Christi, das präsent ist in der Heiligen Eucharistie,
mit seinem Sakrament, das präsent ist in den Brüdern, verbinden” (vgl.
Mt 25,31-46). Im 5. Jahrhundert sagt uns Narses d. Syrer: “Die
Heiligkeit ohne den Menschen, deinen Bruder, ist in der Tat keine
Heiligkeit, denn du kannst nicht allein ins Reich eintreten”.
Eucharistie und die Sendung zur Evangelisierung (Nr. 82 und Nr. 88)
Es wäre nützlich, bei Nr. 81 die Rolle der “Kirche der Araber” zu
erwähnen, die im Westen das Buch von Pater Jean Corbon bekannt
gemacht hat, das unter selbigem Titel erschienen ist. Es ist in der
Tat in der gegenwärtigen Situation, nach dem 11. September 2001, bei
dem Krieg gegen den Irak, bei dem israelisch-palästinensischen
Konflikt, bei dem Anwachsen des islamischen Fundamentalismus und der
Zunahme des Terrorismusphänomens sehr wichtig, die arabischen
Christen an ihre Rolle als “Kirche der Araber”, im Kontext des
Islam, mit dem sie historisch solidarisch sind (“Kirche des Islam”),
zu erinnern. Eine derartige Erwähnung würde dazu beitragen, der
arabischen Welt und den islamischen Ländern wieder Mut zu machen,
und würde sehr dankbar in jener Welt und in jenen Ländern
aufgenommen werden. Es wäre darüber hinaus ein Anhang an die
liturgische Formel “ite missa est”.
Was die “Eucharistie und den Frieden” angeht (Nr. 82), wäre es
opportun, Jerusalem und Palästina zu erwähnen, geistliche Heimat
aller Christen: ein Wort für den Frieden der Heiligen Stadt und des
Heiligen Landes zu sagen, Schlüssel des Friedens im Nahen Osten und
in der ganzen Welt, und dass für uns, Christen in der arabischen
Welt, er von höchster Wichtigkeit zur Bewahrung der christlichen
Präsenz in der arabischen Welt ist.
[00058-05.08] [IN009] [Originalsprache: Französisch]
- Bf. Mons. José María ARANCIBIA, Erzbischof von Mendoza
(ARGENTINIEN)
Unter Berücksichtigung, dass ehrlicherweise viele Schatten der
Eucharistie, die in der Kirche gefeiert wird, aufgezeigt worden sind,
ist es opportun, auch einige Lichtpunkte deutlich zu machen. In
dieser Weise ist es möglich, besser nachzudenken über diese
Schattenseiten, und es öffnen sich Wege der Überlegung voller
Hoffnung.
Bei uns sind das Vatikanische Konzil und die Liturgiereform mit
Enthusiasmus aufgenommen worden. Wie ein authentischer Schritt
Gottes in Richtung auf die Erneuerung der Kirche und des Dienstes,
den sie in der Welt leistet. Die Priester, klein an Zahl, aber groß
an Entsagung, halten jeden Sonntag in den Dörfern oder in den
entfernten Gegenden Feiern ab, die vielfach besucht und empfunden
werden. Sie bemühen sich, die Predigten besser vorzubereiten. Sie
hören auf bestmögliche Weise die Beichten, ohne jedoch alle zu
erreichen, die darum bitten.
In den isolierten Gemeinden, wohin sie nur gelegentlich kommen,
bedienen sie sich Diakone und Religionsdiener des Wortes, damit das
Volk den Tag des Herrn leben könne. Die wachsende Teilnahme von
Diakonen, Akoluthen und Laien ist darüber hinaus unschätzbar bei der
Vorbereitung und der Feier der Eucharistie, wie auch bei der
Anbetung.
Die Gläubigen kommen zahlreich zur Messe nicht nur, um die
Vorschrift zu beachten, sondern weil sie der Gemeinschaft begegnen
wollen, dem Herrn mit Seinem Wort, mit Seinem Leib und Blut als
Nahrung. Immer mehr predigt man und erwartet, dass die Eucharistie
eine Wende im persönlichen, familiären, sozialen Leben bewirke. In
einer säkularisierten Kultur und angesichts der Herausforderung der
Sekten fahren die Katholiken fort, sich in der Eucharistie jenem
unvergleichlichen Schatz anzuvertrauen.
Die Notwendigkeit, die Katechese für die Sakramente zu erneuern und
zu erweitern, wird anerkannt. Noch mehr fahren wir fort in der
Hoffnung und bei der Anstrengung voranzukommen in Richtung auf einen
“permanenten katechetischen Fahrplan”, der alle Alterstufen des
Lebens und alle Lebenssituationen umfasst. Man kommt darauf zurück,
die Schönheit und den Dekor in Erwägung zu ziehen von all dem, was
die Eucharistie anbelangt, wenn wir auch von unserer Armut ausgehen
müssen, es zu tun.
[00081-05.07] [IN074] [Originalsprache: Spanisch]
- Bf. Mons. José Mario RUIZ NAVAS, Erzbischof von Portoviejo
(EKUADOR)
In Ecuador, wie in manchen anderen Ländern, steht man drei
Schwierigkeiten gegenüber: -Viele Getaufte möchten die Sakramente
empfangen ohne die vorbereitende Katechese, für viele ist dies die
einzige Möglichkeit, Jesus zu lieben und kennen zu lernen. - Manche
Priester greifen zurück auf eine unangebrachte Interpretation der
Feststellung, dass die Sakramente Werkzeuge der Gnade “ex opere
operato”sind -Manche Lehrer halten die obligatorische religiöse
Unterweisung an den Schulen für Katechese .
In manchen christlichen Gemeinschaften Europas, die tief verwurzelt
sind im Evangelium, wird der Sturm der Säkularisierung wie ein -
wahrscheinlich verlängerter - Winter vorbeigehen. Mit Gottes Hilfe
wird ein neuer Frühling kommen, weil sie im Evangelium tief
verwurzelt sind. In meinem Land zeigt die Evangelisierung
Erscheinungsformen christlicher Frömmigkeit, die wir respektieren,
aber die Wurzeln der Evangelisierung sind nicht tief. Man muß sie
vertiefen, bevor der Sturm der Säkularisierung in unserem Land
ankommt.
In der Emmauserzählung finden wir zwei Wanderer und einen Fremden,
zwei Schüler und einen Lehrer. Die Schüler sind nicht in der
Gegenwart eines Unbekannten; sie befinden sich vor dem Meister.
Die Wiederkennung setzt eine vorgängige Bekanntschaft und ein tiefes
Verhältnis voraus.
Nur wer mit Jesus wandert, wird den Meister aus Nazareth als
Auferstandenen in der Eucharistie, in der er sich durch das “Brechen
des Brotes” zeigt, wiedererkennen: Lukas 24, 13-35 spricht nicht
über Schüler, die Jesus “kennen lernen”, sondern vom Wiedererkennen
Jesu Christi im Brechen des Brotes.
Sie erkennen ihn wieder, weil sie seine Jünger sind ; gleichzeitig
verwandelt das Wiedererkennen im Brechen des Brotes die Jünger in
Evangelisierer: das gebrochene und geteilte Brot treibt sie an, sich
auf den Weg zum machen nach Jerusalem als Symbol für den Ort, wo man
hingeht, um die Glaubenserfahrung zu erzählen und zu bestätigen.
Das Dasein als Jünger, das durch Kennenlernen und Wiedererkennen
gekennzeichnet ist, muß mit interpersonalen Beziehungen verbunden
werden; normalerweise findet man diese in kleinen Gemeinschaften und
Bewegungen; man findet es selten in der Menge und noch weniger in
der Masse. Papst Paul VI. hat die Wichtigkeit der kleinen
Gemeinschaften geklärt und sie gutgeheißen als Beitrag der Kirche in
Lateinamerika (E.N. 58), und Papst Johannes Paul II sieht sie als
evangelisatorische Kraft. (R.M 51).
Die Eucharistiepastoral muß der Höhepunkt sein und kann nicht von
der Pastoral der Neuevangelisierung, die die Grundlagen für
Glaubenserfahrungen legt, getrennt werden .
In meinem Land, wie in manchen anderen lateinamerikanischen Ländern,
arbeiten die Katecheten ohne Entlöhnung, aber sie benötigen mehr
Bildung und Beistand. In den Pfarreien, in welchen Gemeinschaften,
auch Ordensschwestern, mitarbeiten, wird die Bildung der Katecheten
und die Begleitung der Kinder und der Jugendlichen zur Begegnung mit
Jesus Christus besser verwirklicht.
Pfarrer und Ordensschwestern werden sich durch den Segen des Papstes
ermutigt fühlen.
[00082-05.03] [IN075] [Originalsprache: Spanisch]
- Bf. Mons. Yannis SPITERIS, O.F.M. Cap., Erzbischof von Corfù,
Zante und Cefalonia, Apostolich Verwalter "ad nutum Sanctae Sedis"
Thessalonien (Griechenland)
“Der kausale Einfluss der Eucharistie auf den Ursprung der Kirche”
ist mittlerweile ein verhärtetes Axiom. Es ist wirklich wahr: Die
Eucharistie schafft die Kirche, aber nicht in chronologischem und
logischem Sinn, sondern in dem Sinne, dass die Eucharistie der
Kirche erlaubt, auf sakramentale und erfahrbare Weise als wahrer
Leib Christi zu existieren und zu leben. Die gemeinschaftliche und
ekklesiale Dimension stellt also die Quintessenz des Geheimnisses
der Eucharistie dar, dennoch habe ich den Eindruck, dass dieser
Aspekt der Eucharistie der am wenigsten bekannte und rezipierte ist
von Seiten unserer Gläubigen, zumindest in der Praxis. Man hat den
Eindruck, dass in der Sicht unserer Gläubigen auf die Eucharistie
eine individualistische, pietistische und verinnerlichte Praxis
vorherrscht zu Lasten ihres vorwiegend gemeinschaftlichen und
ekklesialen Aspekts. In der Praxis gibt es eine unbewusste Tendenz,
Christus als Haupt von seinem Leib zu trennen, man will nur mit
“Jesus” kommunizieren, ohne mit dem ganzen Christus zu kommunizieren,
Haupt und Glieder. So verfällt man wiederum dem Legalismus: Der
Sonntag wird zur einer rituellen “Vorschrift”, die es zu erfüllen
gilt, und nicht zu einem wahren und wirklichen Leben, das in
Gemeinschaft und Liebe geteilt wird. Die Feststellung “Jesus schafft
die Kirche” bedeutet, dass jede Eucharistiefeier immer mehr auf
dynamische Weise die Gläubigen in lebendige “kirchliche
Gemeinschaften” verwandeln, sie immer mehr zu einem lebendigen
Organismus formen muss, zum lebendigen Leib Christi. Um den
ekklesialen Aspekt der Eucharistie wiederherzustellen, müsste man
auch seine pneumatologische Dimension wiederentdecken. Es ist der
Heilige Geist, der das Wunder der Transsubstantiation vollbringt,
und er ist es, der uns dazu bringt, dass “wir alle eins werden in
Christus”. Ohne den Heiligen Geist gibt es keine Eucharistie, wie es
ohne ihn auch keine Inkarnation gibt. Man sollte nicht vergessen,
dass der Geist Christus zu den Menschen führt und Christus
seinerseits den Geist bringt nach dem allgemeinen Gesetz der
Heilsökonomie: Wo der Geist ist, da ist Christus, und wo Christus
ist, ist der Geist. In diesen pneumatologischen Zusammenhang gehört
auch die Fragestellung zur eucharistischen Epiklese, die eine sehr
lebendige Wirklichkeit in den ostkirchlichen eucharistischen
Anaphora ist. Wenn wir wirklich “mit beiden Lungen atmen” wollen,
ist es notwendig, dass die katholische Theologie den
pneumatologischen Aspekt der Eucharistie zurückholt, was zum
Beispiel die beiden vorbereitenden Dokumente zu dieser Synode nicht
gemacht hat.
[00089-05.03] [IN083] [Originalsprache: Italienisch]
- Bf. Mons. Juan Francisco SARASTI JARAMILLO, C.I.M., Erzbischof von
Cali (KOLUMBIEN)
Die Eucharistie ist die Antwort auf die negativen Zeichen der
gegenwärtigen Kultur. An erster Stelle, angesichts der Kultur, oder
Anti-Kultur des Todes, die mit Waffen handelt, die ausgedehnte
Systeme der Zerstörung schafft, die Abtreibung legitimiert, die
Forschung an menschlichen Embryonen erlaubt, grenzt sich Jesus ab
und gibt sich uns als das “Brot des Lebens”.
An zweiter Stelle ist unsere Kultur von Hass und Terrorismus
gezeichnet: 11. September, 11. März, U-Bahn von London... Die
Eucharistie ist die ständige Möglichkeit der Wiederversöhnung mit
Gott, mit den Brüdern und die Einladung, uns vor dem Gottesdienst
untereinander zu versöhnen; deshalb wird in vielen Gemeinden der “Friedensgruß”,
erneuert in der Liturgiereform, als tief empfunden. Ein anderer
Wesenszug unserer Zeit ist der wissenschaftliche Positivismus und
der Relativismus; trotzdem werden in der Eucharistie die
Wirklichkeit des Mysteriums und der Wert des Glaubens und der Liebe
als Wege zur Erkenntnis beteuert; mit dem eucharistischen Glauben,
unterstützt von der kirchlichen Tradition auf den Worten des Herrn
gründend, können wir echte Gewissheiten, wenn auch unvollendete,
erlangen. Angesichts der Einsamkeit und der Hoffnungslosigkeit, die
den Menschen von heute bedrohen, bietet uns die Eucharistie- wie den
Jüngern von Emmaus - eine tiefgehende Begleitung und eine Verheißung
des ewigen Lebens, das uns mit bestimmter Hoffnung erfüllt.
[00117-05.01] [IN092] [Originalsprache: Spanisch]
-
Bf. Mons. Patrick Daniel KOROMA, Bischof von Kenema
Ich ergreife das Wort im Namen der Interterritorialen
Bischofskonferenz von Sierra Leone und Gambia. Ich beziehe mich hier
auf den Artikel Nr. 6, die Eucharistie in verschiedenen Kontexte der
Kirche.
1. Die Situation: der Besuch der Messe wird stark von dem
Zusammenspiel von Gestik, Sprache, Gesängen, Musikinstrumenten usw.,
die ortstypisch sind, gefördert. Einige Pfarrgemeinden der
Stadtgebiete besitzen eucharistische Kapellen und halten am ersten
Donnerstag und ersten Freitag des Monats Andachten.
2. Das Problem: weniger als 20 % derer, die am Sonntag an der Messe
teilnehmen, empfangen die Kommunion, und es handelt sich dabei
hauptsächlich um Kinder, Jugendliche und Alte aufgrund des
Ehesakraments.
Es gibt viele Gemeinden, die keine Priester haben, um die Messe zu
feiern.
3. Die Antwort: eine durchgehende Katechese, die im Laufe der Jahre
eine starke Wirkung hat, ist nötig.
[00118-05.01] [IN100] [Originalsprache: Englisch]
- Bf. Mons. Gabriel PEÑATE RODRÍGUEZ, Titularbischof von Succuba,
Apostolischer Vikar von Izabal (Guatemala)
Unser Glaube an die Eucharistie
Die Kirche als Pilger in Guatemala ist sich bewusst, dass das größte
Geschenk, dass die Kirche von Gott empfangen hat, die Eucharistie
ist, weil sie die Gegenwart unseres Herrn Jesus Christus enthält.
Deshalb verkündet sie den Glauben an dieses Sakrament jedes Mal,
wenn sie es in der Heiligen Messe feiert und drückt die höchste
Anbetung des Herrn aus in den tiefempfundenen Sakramentsprozessionen,
in den heiligen Stunden des Donnerstages und in den Besuchen, die
die Gläubigen persönlich Jesus Christus im Tabernakel abstatten.
Es ist eine Tradition, die treu von Generation zu Generation
übertragen wurde und die wir treu verpflichtet weiterhin feiern und
weitergeben werden, bis der Herr wiederkommen wird.
Eucharistie und Umwelt (IL 3)
Guatemala ist ein Land, das von der Ausbeutung im Bergbau bedroht
ist. Auf diesem Gebiet wurden viele Lizenzen an Unternehmen der
entwickelten Länder erteilt, die den Schutz der Umwelt nicht
garantieren, die Rechte der einheimischen Gemeinden nicht
respektieren, keine gerechte Verteilung der Gewinne garantieren und
gerade mal ein Prozent als Gratifikation abgeben.
Deshalb sehen wir die Aussage in der Nr. 3 des Instrumentum laboris
als Ermutigung für die Position der Kirche in Guatemala: “weil sie
der Höhepunkt ist, dem die ganze Schöpfung zustrebt, ist die
Eucharistie auch die Antwort auf die Sorge der jetzigen Welt um das
ökologische Gleichgewicht”.
Auch wir hoffen, dass das Brot, das sich in den Leib Christi wandelt
und der Wein, der sich in sein Blut wandelt, Frucht einer
fruchtbaren, reinen und unverseuchten Erde sind.
[00119-05.01] [IN101] [Originalsprache: Spanisch]
- Bf. Mons. Stanisław RYŁKO, Titularerzbischof von Novica, Präsident
des Päpstlichen Rates für die Laien (VATIKANSTADT)
Der sich ausbreitende Prozess der Säkularisierung und die
Verbreitung der religiösen Indifferenz und einer “seltsamen
Gottvergessenheit” - wie sie der Heilige Vater Benedikt XVI. nennt -
rufen unter vielen Getauften unserer Zeit eine besorgniserregende
Schwächung, wenn nicht gar den Verlust, der eigenen christlichen
Identität hervor. In einer solchen Situation ist eine der
dringendsten Herausforderungen, welche die Kirche aufnehmen muss,
diejenige einer geeigneten christlichen Initiation nach der Taufe,
die fähig ist, christliche Gemeinschaften hervorzubringen, die den
Glauben in Tiefe leben. Unsere Jugendlichen haben dringenden Bedarf
nach einer Erwachsenenkatechese, die den Gläubigen die Grundlagen
des Glaubens (Kerygma!) vermitteln kann, und die, nach dem Beispiel
der Katechese der Kirchenväter, einen starken mystagogischen Zug hat
(vgl. Jean Daniélou, La chatechesi nei primi secoli, LDC, Turin
1982).
Die christliche Identität hat wahren und wirklichen sakramentalen
Charakter, denn sie geht aus den drei Sakramenten hervor, die einen
Christen gebären und wachsen lassen: Die Taufe, die Firmung und die
Eucharistie, die Höhepunkt des christlichen Lebens ist und Moment,
in dem der Christ im höchsten Grad er selber ist. Die
Eucharistiefeier stellt einen vorzüglichen Ort dar, an dem die
volle, reife und kohärente christliche Identität der Laien gebildet
wird. Denn genau in der Eucharistie verwirklicht ein christlicher
Laie in vollem Maß seine dreifache Sendung, die ihm von Christus
anvertraut wurde: die priesterliche, prophetische und königliche.
Seine priesterliche Sendung: In der Eucharistie entdeckt der Christ
seine doxologische Berufung, d.h. er entdeckt, dass sein ganzes
Leben, in all seinen Dimensionen ein geistiger Kult und ein
geistiges Opfer werden muss, das mit dem von Christus vereint ist.
Die prophetische Sendung: Die Eucharistie öffnet zur Mission, d.h.
zum christlichen Zeugnis in der Welt und zur Verkündigung des Wortes
Gottes bis zu den Enden der Welt. Und schließlich die königliche
Sendung: Die Eucharistie verwandelt in eine unerschöpfliche Quelle,
aus der - im Leben des Christen - die Kraft erwächst, die Welt gemäß
dem Evangelium umzuwandeln. Wie uns der Heilige Vater in Köln in
Erinnerung gerufen hat, geht die wahre Revolution, die die Welt
verändert, gerade von der Eucharistie aus: “Dies ist der zentrale
Akt der Verwandlung, der allein fähig ist, die Welt wirklich zu
erneuern: Die Gewalt verwandelt sich in Liebe und folglich der Tod
in Leben (...) Dies ist, um ein uns heute bekanntes Bild zu
gebrauchen, die Kernspaltung, die ins Innerste des Seins gebracht
wurde - der Sieg der Liebe über den Hass, der Sieg der Liebe über
den Tod. Nur jene innerste Explosion des Guten, das das Böse besiegt,
kann in uns die Kette von Verwandlungen auslösen, die nach und nach
die Welt verändern werden.” (Ansprache, 21. August 2005) Auf diese
Weise wird die Eucharistie nicht nur das pulsierende Herz der Kirche,
sondern auch der Welt. Deshalb kann eine authentische
Laienspiritualität nichts anderes sein als eine eucharistische
Spiritualität.
[00120-05.03] [IN102] [Originalsprache: Italienisch]
- Bf. Mons. Jean-Noël DIOUF, Bischof von Tambacounda (Senegal)
Die Eucharistie ist das Geheimnis des Lichtes und des Lebens. Was
gibt es tatsächlich Größeres und Wertvolleres für einen Afrikaner
als das Geschenk des Lebens?
Im Lukasevangelium läßt Jesus den Sohn der Witwe von Nain
auferstehen und gibt ihn der Mutter und der Gemeinde zurück. Man
kann eine Parallele zwischen der Mutter Afrika und der Witwe ziehen.
Die Söhne ihres Busens sind alle Afrikaner, die Völker Afrikas, die
sich mit der Unterentwicklung und einer falschen Entwicklung
auseinander setzen müssen. Doch das Mitgefühl des Herrn Jesus
Christus für die Witwe Afrika zeigte sich in den Missionaren aller
Kongregationen, die das Evangelium und die Eucharistie gebracht
haben.
Natürlich erheben sich vor den großen Bestrebungen dieses Afrika zur
Wiedergeburt noch viele Hindernisse und viele bedrohliche Schatten.
Im Jahre 1994 hatten die Synodenväter jedoch einstimmig bestätigt:
“Christus ist auferstanden. Wir werden gewinnen!”
[00121-05.01] [IN106] [Originalsprache: Französisch]
- Bf. Mons. Pierre TRÂN ÐINH TU, Bischof von Phú Cuong (Vietnam)
Bezugnehmend auf die Nr. 6-8 des Instrumentum laboris möchte ich
einige Erfahrungen unserer Kirche in Vietnam mit euch teilen.
Die Katholiken in Vietnam sind praktizierende Katholiken. Für sie
hat die Eucharistiefeier eine besondere Bedeutung. Die Personen, die
die Messe besuchen, gehen etwa zu 80 Prozent am Sonntag und zu 15
Prozent an Wochentagen in die Kirche. Zu wichtigen Festen wie
Weihnachten oder Ostern kann diese Zahl bis zu 95 Prozent erreichen.
Die Erklärung dafür läßt sich in der katechetischen Ausbildung und
in der Erziehung in der Familie finden.
Während dieses Jahres der Eucharistie haben alle Diözesen besondere
Programme vorbereitet. Die Gläubigen werden für das Studium von
Dokumenten der Kirchenlehre zur Eucharistie vorbereitet. Für die
Feierlichkeiten hat die Bischofskonferenz einen Kongress zur
Eucharistie im Nationalen Marianischen Zentrum von Lavang
organisiert, an dem 500.000 Personen teilgenommen haben. Alle
Diözesen schlagen spezielle Programme vor. Die Pfarrgemeinden werden
angeregt, Räume der Anbetung außerhalb der Kirche zu schaffen und
dauerhafte Anbetung oder zumindest Anbetung zu einem Großteil des
Tages zu organisieren. Es gibt schon verschiedene Pfarrgemeinden,
die dieser Praxis folgen.
Die Eucharistiefeier in Vietnam hat heilende Effekte: das Niveau des
religiösen Lebens hat sich gesteigert, die gemeinschaftlichen
Aktivitäten sind lebhafter, die brüderliche Gemeinschaft ist
fühlbarer und die gegenseitige Hilfe wurde spontaner und weiter
verbreitet. Mit wenigen Worten, es gibt Grund zu hoffen, dass die
eucharistische Ergebenheit unserem Land viele Früchte bringt.
[00122-05.03] [IN109] [Originalsprache: Französisch]
- Bf. Mons. Ricardo BLÁZQUEZ PÉREZ, Bischof von Bilbao, Präsident
der Bischofskonferenz (Spanien)
Die christliche Initiation beinhaltet die Einführung in die Kenntnis
und die Teilnahme an der Eucharistie. Diese einleitende Katechese
muss durch andere Katechesen fortgeführt werden. Wenn die Kirche an
die moralische Pflicht, an der sonntäglichen Eucharistie
teilzunehmen, erinnert, möchte sie die lebenswichtige Bedeutung
unterstreichen, weil die Eucharistie die bedeutendste Handlung für
die Christen und für die gesamte kirchliche Gemeinschaft ist.
Die Heilsgeschichte mündet und wird im Sakrament der Eucharistie
zusammengefasst. Der Hl. Johannes vom Kreuz läßt in seinem Lied Auch
wenn es Nacht ist die Mitteilung Gottes in der Schöpfung und in der
Heilsgeschichte, in die Eucharistie zusammenlaufen: Diese ewige
Quelle ist in diesem lebendigen Brot versteckt, um uns das Leben zu
geben, auch wenn es Nacht ist.
Jesus hat die Eucharistie eingesetzt, als “seine Stunde” gekommen
war, d.h. die Stunde des Überganges von dieser Welt zum Vater; die
Eucharistie ist deshalb das Sakrament des Pascha Christi, die von
der Kirche gefeiert wird, um den Teilnehmern die Türen zum ewigen
Leben zu öffnen. Indem wir das Pascha mit Jesus Christus feiern,
gehen wir von der Versklavung zur Freiheit über, von der Finsternis
zum Licht, vom Tod zum Leben, von der Angst zur Hoffnung, von der
Gleichgültigkeit den anderen gegenüber zum Mitgefühl für die
Benachteiligten, vom Hass zur Liebe, von der Zerstreuung in der Welt
zur Gemeinschaft in der Kirche, von der Gewalt zum Frieden, von der
Verwirrung zur Klarheit, von der Sorge zur Heiterkeit, vom Chaos zur
neuen Schöpfung, die in Schönheit und Harmonie die erste Schöpfung
überholt, von der großen und schrecklichen Wüste zum versprochenen
Land, wo Milch und Honig fließen. Jesus Christus ist das Pascha
unseres Heils.
Weil die Eucharistie die zentrale Handlung der Kirche ist, versteht
man, warum die christliche Initiation auf besondere Weise zur
Teilnahme an diesem wunderbaren Sakrament einführt.
[00085-05.03] [IN079] [Originalsprache: Spanisch]
- Bf. Mons. Juda Thaddaeus RUWA'ICHI, O.F.M. Cap., Bischof von Mbulu
(Tanzania)
Die doppelte Würdigung auf Seite 2 der Lineamenta stellt fest, dass
die Eucharistie der Höhepunkt des Lebens und der Kirche ist und dass
die Kommunion mit dem Herrn, über alle Streitfragen hinaus, zur
Heiligung und Vergöttlichung führt. In gewisser Weise fasst diese
Aussage die Wahrheit, dass die Eucharistie eigentlich eine Gabe ist,
die heilt und heiligt und der man sich mit tiefem Bewusstsein nähern
muß, mit Respekt und einem Verhalten, wie es das Heilige fordert,
zusammen.
Auf jeden Fall müssen wir zugeben, dass diese Aussagen Implikationen
für den Einzelnen und für die Gemeinschaft der Gläubigen als Ganzes
mit sich bringen. Solche Implikationen fordern, dass eine starke
pastorale Aufmerksamkeit der Einrichtung, der Bildung und der
Stärkung jener Bedingungen zuteil wird, die für das Erreichen
bestimmter Wirkungen der Heiligen Eucharistie erforderlich sind.
Unter anderem ist es notwendig, die Faktoren zu identifizieren, die
das Bewusstsein und die Achtung des Heiligen auswaschen und deshalb
dem Ruf zur Heiligkeit entgegenstehen, den die Eucharistie im
Besonderen und die Sakramente im Ganzen in uns verwirklichen müssen.
Die Priester spielen bei der Grundlegung und dem Schutz des
Bewußtseins des Heiligen unter den Gläubigen, unter denen sie ihr
Amt ausüben, eine wesentliche Rolle. Auf jeden Fall müssen sie das
Bewusstsein fürs Heilige in ihrem Leben genauso ausbilden. Dabei ist
es notwendig, die Implikationen, die den beiden Extremen der
Vernachlässigung beziehungsweise der Gewissenhaftigkeit anhaften, zu
überprüfen.
[00116-05.02] [IN008] [Originalsprache: Englisch]
- Bf. Mons. Joseph POWATHIL, Erzbischof von Changanacherry der
Syrer-Malabaresen (Indien)
Die Eucharistie - und die Liturgie im Ganzen- ist das bevorzugte und
stärkste Mittel, durch das die Kirche den Gesamtschatz des Glaubens,
den sie von den Aposteln empfangen hat, weitergibt. Die von der
Liturgie überlieferten Traditionen verbürgen die Fortdauer und
Authentizität des Apostolischen Glaubens in der Zeit. Die Liturgie,
besonders die Eucharistie, ist nicht lediglich ein Ausdruck des
Glaubens, sondern die “Epiphanie” der Kirche. Die Mißbräuche in der
Liturgie entweihen deswegen das “Ethos”des christlichen Lebens
selbst.
Die orientalischen Kirchen wurden als “liturgische Kirchen”
bezeichnet, weil sie einen großen Nachdruck auf die Eucharistiefeier
und auf die Liturgie im allgemeinen legt. Für sie feiert die
Liturgie den durch die Apostel vermittelten Glauben, erklärt die
Theologie, was gefeiert wird und beschützt die Disziplin, wie eine
Hülse, was gefeiert, erklärt und gelebt wird.
Die Vielfältigkeit der liturgischen Traditionen und, demnach, der
Glaubenstraditionen der Kirche dient dazu, die Größe des
Geheimnisses Christi und des göttlichen Heilsplans zu erklären.
Deswegen muß das gemeinsame Gut aller Kirchen “ganz und vollständig”
bleiben und die Kirchen müssen, wenn “sie sich entfernt haben, um
dem Wechsel der Zeit oder der Menschen zu folgen.”zurückkehren zur
Tradition.
Leider sind die orientalischen Kirchen aufgrund der Wechselfälle der
Geschichte in verschiedenem Maß nicht imstande gewesen, ihr
kostbares Erbe zu bewahren. In den jetzigen Umständen der
Globalisierung und Standardisierung läuft man Gefahr, dass diese
kleinen Kirchen weiter ihre Perspektiven verlieren.
Deshalb wünschen wir uns, dass der Nachfolger Petri, der den Auftrag
hat, seine Brüder im Glauben zu stärken, den orientalischen Kirchen
im Besonderen helfen wird, zu wachsen und der Welt ein wirksameres
Zeugnis zu geben mit einer größeren Treue zu ihrem wertvollen Erbe.
.Das wird mit Sicherheit die Einheit der Christen und die
Verkündigung des Mysteriums Christi in der heutigen Zeit stärken.
[00059-05.03] [IN048] [Originalsprache: Englisch]
Dann folgten die freien Beiträge.
Bei dieser Generalkongregation, die um 19.00 Uhr mit dem Gebet
Angelus Domini beendet wurde, waren 246 Väter anwesend.
♦ ZUSAMMENSETZUNG DER KOMMISSION FÜR DIE VORBEREITUNG DER
ABSCHLUSSBOTSCHAFT
Wir veröffentlichen im folgenden die Namen der Mitglieder der
Kommission für die Vorbereitung der Abschlussbotschaft, die in der
Dritten Generalkongregation von gestern, dem 4. Oktober gewählt
wurden, zu der die Mitglieder nach Päpstlicher Ernennung hinzugefügt
wurden:
Praeses
Em.mus D.nus Card. Marc OUELLET, P.S.S., Archiepiscopus Quebecensis
(Canada)
Vice Praeses
Exc.mus D.nus Salvatore FISICHELLA, Episcopus titularis
Vicohabentinus, Auxiliaris Vicariatus Urbis, Rector Magnificus
Pontificiae Universitatis Lateranensis in Urbe (Italia)
Sodales
Em.mus D.nus Card. Nasrallah Pierre SFEIR, Patriarcha Antiochenus
Maronitarum, Caput Synodi Ecclesiae Maronitae (Libanum)
Em.mus D.nus Card. Ivan DIAS, Archiepiscopus Bombayensis (India)
Em.mus D.nus Card. Juan Luis CIPRIANI THORNE, Archiepiscopus Limanus
(Peruvia)
Em.mus D.nus Card. Cláudio HUMMES, O.F.M., Archiepiscopus Sancti
Pauli in Brasilia (Brasilia)
Em.mus D.nus Card. George PELL, Archiepiscopus Sydneyensis
(Australia)
Em.mus D.nus Card. Walter KASPER, Praeses Pontificii Consilii ad
Unitatem Christianorum Fovendam (Civitas Vaticana)
Exc.mus D.nus Laurent MONSENGWO PASINYA, Archiepiscopus
Kisanganiensis, Praeses Conferentiae Episcopalis (Res Publica
Popularis Congensis)
Exc.mus D.nus Djura DŽUDŽAR, Episcopus titularis Acrassiotanus (Acrasso),
Exarcha Apostolicus Serbiae et Montis Nigri pro catholicis ritus
byzantini (Serbia e Montenegro per i cattolici di rito bizantino,
Serbia et Mons Niger)
Exc.mus D.nus Bruno FORTE, Archiepiscopus Theatinus-Vastensis
(Italia)
Rev. P. Peter-Hans KOLVENBACH, S.I., Praepositus Generalis
Societatis Iesu (Nederlandia, U.S.G.) |