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04 - 06.10.2008
INHALT
- ERSTE GENERALKONGREGATION (MONTAG, 6. OKTOBER 2005, VORMITTAG)
- MITTEILUNGEN
ERSTE GENERALKONGREGATION (MONTAG, 6. OKTOBER 2005,
VORMITTAG)
Heute am Montag, den 6. Oktober 2008 um 9.00 Uhr, wurden in der Synodenaula in der
Gegenwart des Heiligen Vaters die Arbeiten der XII. Ordentlichen Vollversammlung der
Bischofssynode mit dem Gesang der Dritten Stunde eröffnet mit dem Hymnus Veni, Creator
Spiritus eröffnet. Der Heilige Vater Benedikt XVII. gab seine Überlegungen wieder.
Turnusmäßiger delegierter Präsident ist S.Em.R.Kard. William Joseph LEVADA, Präfekt der
Kongregation für die Glaubenslehre.
Die Synodenversammlung, die unter dem Thema:Das Wort Gottes im Leben und in der Sendung
der Kirche steht, wurde gestern von Benedikt XVI. mit derKonzelebration in der Basilica San
Paolo fuori le Mura eröffnet und wird eine Abordnung der Bischöfe der Welt bis zum 26.
Oktober 2008 versammeln.
Folgende Bischöfe haben in dieser ersten Generalkongregation nach der Dritten Stunde das Wort
ergriffen:der delegierte Präsident S.Em.R.Kard. William Joseph Levada, Präfekt der
Kongregation für die Glaubenslehre
(STATO DELLA CITTÀ DEL VATICANO), für die Grußworte des delegierten Präsidenten;der
Generalsekretär der Bischofssynode S. Em. Mons. Nikola ETEROVIC, mit dem Bericht des
Generalsekretärs(STATO DELLA CITTÀ DEL VATICANO).
Nach der Pause hat S.Em.R.Kard. Marc Ouellet, P.S.S., Erzbischof von Québec(CANADA), für
die Relatio Ante Disceptationem des Generalrelators das Wort ergriffen.
Im folgenden veröffentlichen wir den vollständigen Text der Beiträge, die in der Aula
vorgetragen wurden:
-
ERÖFFNUNGSREDE DES DELEGIERTEN VORSITZENDEN, S. EM. R. KARD.
WILLIAM JOSEPH LEVADA, PRÄFEKT DER KONGREGATION FÜR DIE
GLAUBENSLEHRE (VATIKANSTADT)
-
BERICHT DES GENERALSEKRETÄRS DER BISCHOFSSYNODE; S. EM. MONS.
NIKOLA ETEROVI (VATIKANSTADT)
-
RELATIO ANTE DISCEPTATIONEM DES GENERALRELATORS; S.EM. KARD.
MARC OUELLET, P.S.S., ERZBISCHOF VON QUÉBEC
(CANADA)
Die erste Generalkongregation der XII. Ordentlichen Vollversammlug der Bischofssynode wurde
gegen 12.30. Uhr mit dem vom Heiligen Vater geleiteten Angelus Domini abgeschlossen.
Es waren 244 Synodenväter anwesend.
Am Ende der ersten Generalkongregation wandte der Generalsekretär sich mit folgenden Worten
an den heiligen Vater: "Heiliger Vater, zum Abschluss dieser ersten Sitzung, im Namen aller
Anwesenden möchte ich Ihnen größten Dank für Ihre Anwesenheit aussprechen, insbesondere
für die Überlegungen, durch die Sie uns mit transparenten Worten, tiefgründig und von klarer
Spiritualität, gezeigt haben, dass wir uns im Geiste erbauen mögen."
Die zweite Generalkongregation, mit den Beiträgen aus den fünf Kontinenten wird am heutigen
Nachmittag, 6. Oktober 2008, um 16.30 stattfinden.
ERÖFFNUNGSREDE DES DELEGIERTEN VORSITZENDEN, S. EM. KARD.
WILLIAM JOSEPH LEVADA, PRÄFEKT DER KONGREGATION FÜR DIE
GLAUBENSLEHRE (VATIKANSTADT)
Heiliger Vater,
im Geiste des Glaubens und in christlicher Freude haben wir uns hier zusammengefunden, um
gemeinsam diese von Ihnen einberufene XII. Ordentliche Vollversammlung der Bischofssynode
abzuhalten. Sie wird uns die Möglichkeit geben, unsere Meinungen zu konfrontieren, doch vor
allem, uns zusammenzufinden, um gemeinsam das Leben bringende Wort zu hören, das Gott der
liebevollen und aufrichtigen Sorge der Kirche anvertraut hat, damit sie es mit Mut und
Überzeugung in Nah und Fern verkünde.
Wir möchten Ihnen dafür danken, dass Sie ein so wichtiges und heikles Thema gewählt haben.
Denn wir sind aufgerufen, über "Das Wort Gottes im Leben und in der Sendung der Kirche"
nachzudenken. Keinem entgeht die Bedeutung dieses Themas und seine Zentralität im Leben der
Kirche und in der christlichen Identität selbst, da das Leben und die Sendung der Kirche auf dem
Wort Gottes basieren, das sie nährt und deren Ausdruck ist. Denn es ist die Seele der Theologie
und gleichzeitig des christlichen Lebens. Das Wort Gottes, das für alle Gläubigen bestimmt ist,
erfordert besondere Verehrung und Gehorsam, damit es aufgenommen wird auch als dringende
Aufforderung zur vollkommenen Einheit aller Gläubigen in Christus.
Das Konzilsdokument Dei Verbi weist uns darauf hin, dass eine unteilbare Einheit zwischen
Heiliger Schrift und Tradition besteht, da beide von der gleichen Quelle ausgehen: " Die Heilige
Überlieferung und die Heilige Schrift sind eng miteinander verbunden und haben aneinander
Anteil. Demselben göttlichen Quell entspringend, fließen beide gewissermaßen in eins
zusammen und streben demselben Ziel zu. Denn die Heilige Schrift ist Gottes Rede, insofern sie
unter dem Anhauch des Heiligen Geistes schriftlich aufgezeichnet wurde. Die Heilige
Überlieferung aber gibt das Wort Gottes, das von Christus dem Herrn und vom Heiligen Geist
den Aposteln anvertraut wurde, unversehrt an deren Nachfolger weiter, damit sie es unter der
erleuchtenden Führung des Geistes der Wahrheit in ihrer Verkündigung treu bewahren, erklären
und ausbreiten. So ergibt sich, dass die Kirche ihre Gewissheit über alles Geoffenbarte nicht aus
der Heiligen Schrift allein schöpft. Daher sollen beide mit gleicher Liebe und Achtung
angenommen und verehrt werden" (Dei Verbum, 9).
Nur eine lebendige kirchliche Tradition ermöglicht, dass die Heilige Schrift als authentisches
Wort Gottes verstanden wird, das das Leben der Kirche leiten, ordnen und regeln und zur
geistlichen Entwicklung der Gläubigen beitragen kann. Das führt notwendigerweise zur
Ablehnung aller subjektiven oder experimentellen Interpretationen oder aller einseitigen
Analysen, die unfähig sind, den allumfassenden Sinn wiederzugeben, der die Tradition des
gesamten Gottesvolkes durch die Jahrhunderte geführt hat.
Unter diesem Gesichtspunkt braucht es ein verantwortliches Lehramt, das fähig ist, das Wort
Gottes wahrhaftig auszulegen, im Dienste der gesamten christlichen Gemeinschaft und des Heils
der ganzen Welt. Auch ein jeder von uns Bischöfen weiß um seine große Verantwortung in
unserer Stellung als rechtmäßige Nachfolger der Apostel und darum, was die Gesellschaft heute
von uns erwartet, der wir die Wahrheit, die wir selbst empfangen haben, weitergeben sollen. Das
II. Vatikanische Konzil lehrt uns, dass "alle Kleriker [...] die unübersehbaren Schätze des
göttlichen Wortes den ihnen anvertrauten Gläubigen mitteilen sollen" (Dei Verbum, 25) Diese
Aufgabe ist also in erster Linie die Aufgabe der Bischöfe selbst, sowohl als Diener desselben,
als auch als Diener am Wort, gemäß der von ihm empfangenen munus docendi. In diesem Sinne
ist auch die Synode eine qualifizierte Institution, die die Wahrheit und den pastoralen Dialog
innerhalb der mystischen Leibs Christi fördern kann.
Heiliger Vater, in Ihrer Rede an die Mitglieder des Ordentlichen Rats des Generalsekretariats der
Bischofssynode haben Sie den Wunsch geäußert, "dass uns das helfe, die Bedeutung des Wortes
Gottes im Leben eines jeden Christen, und jeder kirchlichen und nicht-kirchlichen (zivilen)
Gemeinschaft wieder zu entdecken (Rede an die Mitglieder des Ordentlichen Rates des
Generalsekretariates der Bischofssynode, L'Osservatore Romano, 26. Januar 2007,5).
Wir wollen diese Aufforderung mit Demut und Verantwortungsgefühl aufnehmen, da wir wissen,
dass das höchste Ziel der Offenbarung der göttlichen Offenbarung das Leben mit dem Herrn ist.
Der Brief an die Juden bringt uns in Erinnerung , dass das Wort Gottes lebendig und wirksam
ist (vgl. 4,12) und unseren Weg auf unserer irdischen Wanderung zum vollen Reich Gottes
erleuchtet. Nur wer Vertrautheit mit dem Wort Gottes hat, kann sein glaubhafter Verkünder
werden, und nur, wer es in einer konkreten Aufgabe des Wachsens erlebt, kann begreifen, was
der hl. Paulus an die Christen von Korinth schreibt: "Wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht
verkünde! (1Kor 9,16). Dieser Aufschrei des hl Paulus hallt auch heute in der Kirche mit
Notwendigkeit wider und wird für alle Christen ein Appell zum Dienst des Evangeliums für die
ganze Welt.
Indem wir die Arbeiten dieser Synodenversammlung beginnen, wollen wir, unter der Leitung des
Heiligen Geistes, den Blick auf Christus richten, dem Licht der Welt und unserem einzigen
Meister. Die Jungfrau Maria, Mutter des fleischgewordenen Wortes, möge sich für uns
verwenden. Segnen Sie uns, Heiliger Vater, damit die Schönheit, die Reinheit und die Wahrheit
des Wortes Gottes alle Männer und Frauen unserer Zeit durch unsere pastorale Liebe, unseren
evangelischen Mut und unsere freudvolle Verantwortlichkeit bei der christlichen Verkündung
erreichen könne.
[00007-05.05] [NNNNN] [Originalsprache: Italienisch]
BERICHT DES GENERALSEKRETÄRS DER BISCHOFSSYNODE, S. EM. MONS. NIKOLA ETEROVI
(CITTÀ DEL VATICANO)
Heiliger Vater,
Hochwürdigste Exzellenzen Synodenväter,
Brüder und Schwestern
Ich danke der Heiligen Vorhersehung für das Privileg, das es mir erlaubt, mich zu Beginn einer
weiteren Ordentlichen Vollversammlung der Bischofssynode in Vertretung des
Generalsekretariats an Euch zu wenden. Ich begrüße alle mit den Worten des Heiligen Apostels
Paulus, die er vor ca. 1950 Jahren - im Jahre 58 - an die Christen dieser Stadt richtete:pa/sin toi/j
ou=sin evn ~Rw,mh| avgaphtoi/j Qeou/( klhtoi/j a`gi,oijà ca,rij u`mi/n kai. eivrh,nh avpo. Qeou/ patro.j
h`mw/n kai. Kuri,ou VIhsou/ CristoØ [„an alle in Rom anwesenden Geliebten Gottes, an die
berufenen Heiligen: Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn
Jesus Christus!"] (Rm, 1 7). Der bedeutungsvolle Gruß des Apostels der Völker scheint für
verschiedene Motive geeignet zu sein.
Ihr seid aus allen Teilen der Erde nach Rom gekommen, dem Herz der katholischen Kirche, Sitz
des Bischofs von Rom, der in der Barmherzigkeit der heiligen Kirche Gottes vorsteht. Im Namen
aller richte ich einen Gruß im besonderen an Seine Heiligkeit Benedikt XVI., den 264.
Nachfolger des heiligen Apostels Petrus am Sitz von Rom. Wir sind dankbar für die Einberufung
in diese Stadt, die uns allen gehört, weil die Katholiken, vielmehr alle Christen eine einmalige
und unwiederholbare Beziehung zu Rom haben, die sorgsam die Erinnerung an die Heiligen
Apostel Petrus und Paulus bewahrt. Diese haben den Erfolg der Frohen Botschaft in Rom mit
ihrem eigenem Blut geweiht, im Zentrum des römischen Reiches, das Zentrum der Katholischen
Kirche wurde.
Die Person des Heiligen Paulus begleitet mit seinen Botschaften in besonderer Art die Arbeiten
der Synode, die im Verlauf des Paulusjahres stattfinden, das durch den Heiligen Geist inspiriert,
durch den Heiligen Vater, Benedikt XVI., am 29. Juni diesen Jahres, anlässlich des 2000-jährigen Jubiläums seiner Geburt, eröffnet wurde.
Das Wort des Apostels von Tarsus erinnert außerdem daran, dass wir alle von Gott geliebt
werden [avgaphto Qeou/] und dass wir durch die Taufe die Berufung zur Heiligkeit erhalten haben
[klht a`gi,oi]. Es ist das Fundament des allgemeinen Priestertums, auf dem sich die Ämter und
die Charismen der Kirche stützen. Auch unsere Tätigkeit müsste uns in den nächsten Wochen,
beim Zuhören, beim Meditieren, in der Zelebration und in der Verbreitung des Wortes Gottes
helfen, in der Heiligkeit fortzuschreiten, ein mühsamer und anspruchsvoller Weg, der aber
gleichzeitig erbauend und anregend ist. Um ein solch hohes Ziel zu erreichen, vertrauen wir uns
der Gunst von Gottvater an, der Gnade des Heiligen Geistes, die Gabe, die der
wiederauferstandene Herr Jesus Christus kontinuierlich ohne Maß spendet (vgl. Gv 3, 34).
Mit diesen Gefühlen begrüße ich gern die 253 Synodenväter, die aus allen fünf Kontinenten
kommen und davon jeweils 51 aus Afrika, 62 aus Amerika, 41 aus Asien, 90 aus Europa und 9
aus Ozeanien. Die Synodenväter nehmen mit verschiedenen Aufgaben an der Ordentlichen
Vollversammlung der Bischofssynode teil: 173 sind gewählt worden, 38 nehmen ex officio teil,
32 sind durch den Heiligen Vater benannt worden und 10 wurden von der Union der
Generaloberen gewählt. Unter diesen sind 8 Patriarchen, 52 Kardinäle [1], 2 höhere Erzbischöfe,
79 Erzbischöfe, 130 Bischöfe. Für das, was die auszuführenden Aufgaben anbelangt, sind 10
Obere der Ostkirchen sui iuris, 30 Vorsitzende der Bischofkonferenzen, 24 Leiter der Dikasterien
der Römischen Kurie,185 Ordinarien, 17 Weihbischöfe anwesend.
Ich richte einen besonderen Gruß an die brüderlichen Delegierten, Repräsentanten von 10
Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften, die mit den Katholiken die Liebe und die Verehrung
in Bezug auf die Heilige Schrift teilen. Mehr als das Sakrament der Taufe ist es die Bibel, die vor
allem alle diejenigen vereinigt, die an das Mysterium des einzigen und dreieinigen Gottes, Vater,
Sohn und Heiliger Geist glauben. Ich richte ein herzliches Willkommen auch an die besonderen
Gesandten, die der Einladung des Heiligen Vaters Benedikt XVI. gefolgt sind und gern an der
Arbeit der Synode teilnehmen.
Ich grüße nun 41 Experten und 37 Zuhörer, Männer und Frauen, die unter zahlreichen
Spezialisten und Liebhabern des Wortes Gottes ausgewählt wurden, um den Synodenvätern
behilflich zu sein und um deren Gedankengänge zu bereichern mit persönlicher Erfahrung und
der entsprechenden Gemeinsamkeit zur lebendigen Wichtigkeit des Wortes Gottes, das immer
lebt und wirksam ist (vgl. Eb 4, 12).
Weiterhin begrüße ich die Referenten der Presse, die Assistenten, die Übersetzer, das technische
Personal und vor allem die Mitarbeiter des Generalsekretariats der Bischofssynode. Ohne deren
großzügiges und rechtskräftiges Mitwirken wäre es nicht möglich gewesen, die gegenwärtige
Vollversammlung gut zu organisieren.
Für alle, zusammen mit einem herzlichen Gruß, formuliere ich die Aussicht, dass die Teilnahme
an der XII. Ordentlichen Vollversammlung der Bischofssynode ein besseres Verständnis des
Wortes Gottes begünstigen möge, damit jeder von der Liebe Gottes bedeckt sei und
vorwärtsschreitet mit erneutem Enthusiasmus auf dem Weg der Heiligkeit, für das Wohl der
Kirche der ganzen Welt.
Die Präsentation teilt sich in 5 Teile:
I) Vorbereitende Betrachtung zum Wort Gottes
II) Tätigkeit zwischen der XI. und XII. Ordentlichen Vollversammlung
III). Vorbereitung der XII. Ordentlichen Vollversammlung
IV.) Tätigkeit des Generalsekretariates
V). Schlussbetrachtung
I) Vorbereitende Betrachtungen zum Wort Gottes
Das Thema der XII. Ordentlichen Vollversammlung zum Wort Gottes erinnert spontan an die
Worte des Prologes des Johannesevangeliums: VEn avrch/| h=n o` o,goj( kai. o` o,goj h=n pro.j to.n
Qeo,n( kai. Qeo.j h=n o` o,goj [ „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das
Wort war Gott."] (Joh., 1, 1). Diese geistigen Worte erlauben es, in die Tiefen des göttlichen
Mysteriums zu dringen, seit Jahrhunderten versteckt, enthüllt in der Fülle der Zeiten (vgl. Ef 1,
10), in Jesus Christus, der geboren wurde durch den Heiligen Geist und die Jungfrau Maria (vgl.
Lc 1, 34-37). Niemand hat Gott je gesehen; der einzig geborene Sohn, der im Schoß des Vaters
ist, der hat Aufschluss gegeben (Joh., 1, 18).
Das o,goj (Dabar, Verbum, Wort, Ragione creatrice) ist Jesus Christus: Das ewige Wort, das
im Mysterium der Menschwerdung Fleisch geworden ist und unter uns gewohnt hat (vgl. Gv 1,
14). Der Herr, Mensch und Gott, hat die Städte und Dörfer der heiligen Erde durchquert „lehrte
in ihren Synagogen und verkündigte das Evangelium von dem Reich und heilte alle Krankheiten
und alle Gebrechen im Volk" (Mt., 4, 23). Seine Offenbarung, gemacht durch Worte und Taten,
gipfelt im Ostergeheimnis, in der Schwächung der Passion und des Todes und in der folgenden
Glorifizierung der Auferstehung und der Himmelfahrt „über alle Himmel, damit er alles erfülle"
(Eph., 4, 10).
Der Sohn, der o,goj war zu Beginn bei Gott, weil er selber Gott ist (vgl. Joh. 1, 1), hat an der
Erschaffung teilgenommen als „alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch
nicht eines entstanden, was entstanden ist" (Joh. 1,3). Erleuchtet durch den Heiligen Geist, der
über die Wasser schwebte, während „die Erde aber wüst und leer war und Finsternis auf der
Tiefe lag" (Gen, 1, 2) nähern wir uns dem schöpferischen Akt von Gottvater: `#r<a'(h' taeîw> ~yIm:ßV'h; taeî
~yhi_l{a/ ar"äB' tyviÞarEB „Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde" (Gen 1, 1) und entdecken das
Meisterstück von o,goj durch den Gottvater, der das Weltall und den Menschen geschaffen hat,
Meisterwerk der Schöpfung, gemacht nach seinem Bilde und seiner Ähnlichkeit (vgl. Gen 1, 26-27).
Beim o,goj, war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen" (Joh, 1, 4), das in der
Finsternis leuchtet. Jene, die das „Wort des Lebens" aufgenommen haben [o,go th/j zwh/j] (1
Joh, 1, 1), wurden gerufen, um ihn zu verkünden, weil sie teilnehmend an der Gemeinschaft, die
als Fundament den Vater hat und den Sohn, seinen Jesus Christus, die perfekte Freude genießen
können. In diesem Werk wird den Heiligen, den „Gläubigen in Jesus Christus" (Eph 1,1), durch
den Heiligen Geist geholfen, der in ihnen wohnt, sie zum „Tempel Gottes" macht (1, Kor 3, 16),
er kommt ihren Schwächen zu Hilfe (vgl. Rm 8, 26) und er führt sie zur vollkommenen Wahrheit
(vgl. Gv 16, 13). Aber auch derselbe auferstandene Jesus bleibt mit den Seinen bis zum Ende der
Welt (vgl. Mt 28, 20). Außerdem macht er all denen, die sich in der Eucharistie von seinem
Körper und seinem Blut nähren, zum Mitglied der Kirche, seinem mystischen Körper. Deshalb
ist es derselbe Jesus, der o,goj, der uns aus dem Inneren unseres Herzens zur Sendung leitet, zur
Mitteilung der Frohen Botschaft. In Wahrheit, in den Dingen Gottes, wie der Heilige Hieronymus
es bestätigt, muss man sich der Gnade Gottes und der Aufrichtigkeit der Absicht anvertrauen,
mehr als den eigenen Kräften, denn „es kann dem das Wort nicht fehlen, der auf das Wort
vertraut" [2].
Jesus Christus, der ewige o,goj, ist der Erste und der Letzte. Auch als verherrlichter Mensch
besitzt er die Vorrangstellung der neuen Schöpfung, als Erstgeborener derjenigen, die von den
Toten auferstanden sind (vgl. Col 1, 18). „Sein Name ist Wort Gottes" [~O o,goj tou/ Qeou/] (Ap
19, 13),/ „König der Könige und Herr der Herren" (Ap 19, 16). Der o,goj, durch den alles
kreiert wurde, wird auch der Letzte sein, wenn die Lebenden und die Toten gerichtet werden,
"und ich werde jedem geben, was seinem Werk entspricht." (Off. 22, 12). Er ist „Ich bin das
Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende" (Off. 22,13-14).
Zusammen mit allen Geschöpfen des Himmels und der Erde,sind auch wir, erfüllt vom Heiligen
Geist, vereint in der Versammlung der Synode: „Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm
gebührt das Lob und die Ehre und der Ruhm und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! (Off. 5,
13).
II) Tätigkeit zwischen der XI. und XII. Ordentlichen Vollversammlung
Im Verlauf der XI. Ordentlichen Vollversammlung der Bischofssynode, die vom 2. bis zum 23.
Oktober 2005 zum Thema: Die Eucharistie: Quelle und Höhepunkt des Lebens und der Sendung
der Kirche ist der 11. Ordentliche Rat des Generalsekretariats zustande gekommen. Gemäß der
Ordnung der Bischofsynode wurden von den Synodenvätern durch elektronische Wahl 12
Mitglieder gewählt, während der Heilige Vater Benedikt XVI. 3 Bischöfe nominiert hat, um die
vorgesehene Zahl von 15 Mitgliedern des erwähnten Rates zu vervollständigen. Die
Hauptaufgaben des XI. Ordentlichen Rates waren zwei: Ausführeng der Beschlüsse der XI.
Synodenversammlung zur Eucharistie und Vorbereitung der folgenden XII. Ordentlichen
Generalversammlung.
Der Ordentliche Rat traf sich 6 Mal in Rom. Das erste Mal am 22. Oktober 2005, während die
Synodenversammlung zu Ende ging. Sie hat den Mitgliedern ein besseres Kennenlernen erlaubt,
um zukünftige Tätigkeiten zu planen. Im Verlauf des Jahres 2006 hat sich der Rat 3 Mal vereint,
und zwar vom 30. bis zum 31. Januar, vom 1. bis zum 2. Juni und vom 10. bis zum 11. Oktober.
Der Ordentliche Rat hat 2007 eine Versammlung abgehalten, vom 24. bis zum 25. Januar und
eine 2008, vom 21. bis zum 22. Januar. Dank der modernen Kommunikationsmittel,
insbesondere der elektronischen Post, hat das Generalsekretariat im Einverständnis mit den
Mitgliedern des erwähnten Rates, den Informationsaustausch und die schriftliche Dokumentation
unterstützt, um die Unbequemlichkeiten zu verringern, die durch die ständigen Reisen der
Bischöfe von ihren Diözesen nach Rom, Sitz des Generalsekretariates, verursacht worden.wären
Die ersten beiden Versammlungen des XI. Ordentlichen Rates hatte die Reflexion über die reiche
Dokumentation der Synode zur Eucharistie als Hauptziel. In besonderer Weise haben sich die
Mitglieder des ordentlichen Rates auf die Untersuchung der 50 Vorschläge konzentriert, die die
Synodenväter mit einer Mehrheit von 2/3 der Stimmen angenommen hatten. Der erste Vorschlag
stellte zum gnädigen Empfang des Heiligen Vaters Benedikt XVI. die Bitte anheim, ein
Dokument zum erhabenen Geheimnis der Eucharistie zu verfassen, zum Wohle der Kirche und
dessen Sendung in der Welt.
Seine Heiligkeit hat großzügig der Bitte der Synodenväter entsprochen. Wie gewöhnlich wird
der Papst in der Ausarbeitung der postsynodalen Apostolischen Exhortation vom XI.
Ordentlichen Rat des Generalsekretariates der Bischofsynode unterstützt. In der
Ratsversammlung vom Januar 2006 ist daher ein Schema zur Dokumentation mit weitreichenden
und genauen Hinweisen vereinbart worden. Beim Treffen des Ordentlichen Rates im Monat Juni
wurde der Entwurf zur Apostolischen Exhortation untersucht. Es wurden zahlreiche
Anmerkungen hinsichtlich der reichen Überlegungen der XI. Ordentlichen Generalversammlung
der Bischofssynode in Anbetracht der kirchlichen Lehre, im besonderen des II. Vatikanischen
Konzils und der Lehren des Papstes Paul VI., Johannes Paul II. und Benedikt XVI. gemacht.
Nach der Berücksichtigung aller Anmerkungen wurde der Text dem Papst übergeben, der euch
seinen darüber hinausgehenden bedeutsamen Beitrag leistete, in dem das Charisma des
universalen Pastors der Kirche hinzutrat. Der Heilige Vater hat den Titel, für die Apostolische
Exhortation von großer Bedeutung, gewählt, : Sacramentum Caritatis. Der Bischof von Rom hat
dieses Dokument am 22. Februar 2007 unterzeichnet, dem Fest des Stuhls von Sankt Peter. Die
Sacramentum Caritas wurde am 13. März 2007 veröffentlicht. Am gleichen Tag wurde es im
Presseamt des Heiligen Stuhles von Seiner Eminenz Kardinal Angelo Scola, Patriarch von
Venedig und Generalrelator der XI. Ordentlichen Generalversammlung, und von Seiner
Exzellenz Mons. Nikola Eterovi, Generalsekretär der Bischofsynode, vorgestellt. Die
postsynodale Apostolische Exhortation wurde in 8 Sprachen übersetzt. Später wurden diese
Veröffentlichungen in weiteren Sprachen herausgebracht.
Mit Datum 22. Februar 2006 hat Seine Exzellenz Generalsekretär der Bischofssynode die Relatio
circa labores peractos der XI. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofsynode den
Vorständen der Katholischen Ostkirchen sui iuris, den Vorsitzenden der Bischofskonferenzen,
den Leitern der Dikasterien der Römischen Kurie und dem Vorsitzenden der Union der
Generaloberen geschickt. Im Dokument wurde ein Überblick der Vorbereitung und der
Entwicklung der synodischen Arbeit präsentiert. Des weiteren wurden folgende Statistiken
aufgezeigt. An der Versammlung der Synode von 2005 haben 256 Synodenväter teilgenommen,
von denen sind 177 gewählt, 39 ex officio und 40 vom Papst ernannt worden. Bezüglich der
einzelnen Kontinente kamen 50 der Synodenväter aus Afrika, 59 aus Amerika, 44 aus Asien, 95
aus Europa und 8 aus Ozeanien. Es fanden 22 Generalversammlungen und 7 Sitzungen im
kleineren Kreis statt. Die Synodenväter haben durch Akklamation den Text des Nuntius für das
Volk Gottes und mit großer Mehrheit die 50 Propositiones angenommen.
Anhand der bekannten Praxis wurden alle mündlichen Mitschnitte der Interventionen bei der XI.
Ordentlichen Generalversammlung der Bischofsynode in den Sprachen, die in der Synodenaula
gesprochen wurden, niedergeschrieben Es handelt sich dabei um die Acta XI Coetus Generalis
Ordinari Synodi Episcoporum, veröffentlicht in 3 Bänden von 973 Seiten. Die Akten wurden
dem Heiligen Vater Benedikt XVI. am 21. Januar 2008 übergeben. Weitere Exemplare gelangen
ins Archiv der Generalversammlung und bleiben dort als wertvolle Dokumentation der
tiefgründigen synodischen Betrachtungen zum unerschöpflichen Geheimnis der Eucharistie.
III). Vorbereitung der XII. Ordentlichen Vollversammlung
Das Thema der XII. Ordentlichen Generalversammlung, die im Oktober 2008 stattfindet, ist
Objekt von weitreichender Konsultation und tiefgründiger Diskussion. Vor der Beendigung der
XI. Generalversammlung der Bischofssynode wurden die Synodenväter eingeladen, um
diejenigen Punkte aufzuzeigen, die ihrer Meinung nach bei der nächsten Synodenversammlung
zu untersuchen seien. Die Antworten waren zahlreich und die Themen sehr verschieden, auch
wenn mehrheitlich die Thematik zum Wort Gottes gewählt wurde.
Zu Beginn des Jahres 2006, nach dem Empfang des Pontifex am 13. Januar, schrieb Seine
Exzellenz Mons. Nikola Eterovi, Generalsekretär der Bischofssynode den Vorständen der
Katholischen Ostkirchen sui iuris, den Vorsitzenden des Bischofskonferenz, den Leitern der
Dikasterien der Römischen Kurie und dem Vorsitzenden der Union der Generaloberen und fragte
sie so nach drei Themenvorschlägen, die ihrer Meinung nach Objekt tieferer Betrachtung auf der
nächsten Synode werden sollten. Diesbezüglich wurde präzisiert, dass die Punkte in der
universalen Kirche von Interesse sein müssten, dass die Überlegung darüber auf der Basis einer
lebendigen pastoralen Aktualität erfragt werden müssten, dass Konditionen für eine Umsetzung
zur deren Vertiefung im Schoße der Bischofssynode existieren sollten. Die Antworten sollten
bis zum 1. Juni 2006 eingegangen sein, damit sie umgehend von dem Ordentlichen Rat des
Generalsekretariats in der Versammlung vom 1. und 2. Juni untersucht werden könnten.
Das Generalsekretariat der Bischofssynode hat zahlreiche Vorschläge erhalten, die von den
Mitgliedern des Ordentlichen Rates der oben genannten Versammlung, analysiert wurden. Nach
einer gründlichen Betrachtung wurden drei Vorschläge formuliert, die Seine Exzellenz Mons.
Nikola Eterovi, Generalsekretär der Bischofssynode dem Heiligen Vater Benedikt XVI.,
Präsident der Bischofsynode, unterbreitete. Bei der Audienz vom 22. September, hat der Heilige
Vater den ersten der drei Vorschläge angenommen, der von den Bischöfen am häufigsten
hervorgehoben wurde und bei welchem es sich um Das Wort Gottes im Leben und in der
Sendung der Kirche handelte. Gleichzeitig bestimmte der Heilige Vater wo die
Synodenversammlung vom 5. bis zum 26. Oktober stattfindet. Die Entscheidung des Papstes
wurde offiziell im Generalsekretariat durch Seine Eminenz Kardinal Tarcisio Bertone,
Staatssekretär, am 30. September 2006 kundgegeben. Das Thema wurde am 6. Oktober in 11
Sprachen veröffentlicht.
Nicht schwer wahrzunehmen ist auch in der Formulierung des Titels der aktuellen
Synodenversammlung, der Hinweis auf den vergangenen zur Eucharistie. Die beabsichtigte Nähe
soll die wechselseitige Beziehung zwischen dem Wort Gottes und der Eucharistie unterstreichen.
Sie sind eng miteinander verbunden, in der Feier der heiligen Messe, in der Art, dass in Wahrheit
die zwei Mensen der Liturgie des Wortes die und der Eucharistie praktisch eine einzige Mensa
des Wortes, des Körpers und des Blutes unseres Herrn Jesus Christus bilden.
Vorbereitung der Lineamenta
Nachdem der Heilige Vater Benedikt XVI. das Thema der XII. Ordentlichen
Generalversammlung festgelegt hatte, kam das Generalsekretariat zwei Mal zusammen, um den
Text der Lineamenta zu studieren. Auf der Versammlung des 10. und 11. Oktobers 2006 haben
die Mitglieder des Ordentlichen Rates mit Hilfe einiger Experten das Schema der Lineamenta
vereinbart, wobei sie sich besonders auf die dogmatische Konstitution Dei Verbum bezogen, ein
bedeutendes Dokument des II. Vatikanischen Konzils, aber stets unter der Beachtung der
nachfolgenden Bestimmungen der kirchlichen Lehre zum Thema, wie auch der pastoralen und
sozialen Situationen, in denen die Teilkirchen heutzutage leben und wirken.
Auf der Versammlung vom 24. und 25. Januar 2007 haben die Mitglieder des Ordentlichen Rates
die Konzepte der Lineamenta untersucht und brachten einige Veränderungen zur
Perfektionierung des Textes ein. Gleichzeitig wurden einige Aspekte unterstrichen, die für eine
letzte Vertiefung nötig waren. Das Generalsekretariat hat versucht, unter der Mitwirkung einiger
Experten alle Anmerkungen einzuarbeiten. Bevor der Text zum Übersetzen gebracht wurde,
wurde er einzelnen Mitgliedern geschickt, um letzte Verbesserungen anzumerken.
Das Einverständnis vom Ordentlichen Rat erhaltend, hat das Generalsekretariat am 27. April
2007 die Lineamenta der XII. Ordentlichen Generalversammlung veröffentlicht. Der Text hatte
als Ziel, die Diskussion auf dem Niveau der universalen Kirche zum Thema der
Synodenversammlung, anzunehmen. Die Lineamenta wurden im Presseamt des Heiligen Stuhls
von Seiner Exzellenz Mons. Nikola Eterovi, Generalsekretär und vom Hochwürdigstem Mons.
Fortunato Frezza, Untersekretär der Bischofssynode, präsentiert. Die Verbreitung des
Dokumentes wurde auch durch die bemerkenswerten Möglichkeiten der heutigen
Kommunikationsmittel begünstigt, vor allem durch das Internet. Im Bereich des Internetauftrittes
des Heiligen Stuhls in dem Bereich, der der Bischofssynode gewidmet ist, wurde der Text der
Lineamenta in 10 Sprachen veröffentlicht. Abgesehen von den 8 gängigen Hauptsprachen
(Latein, Französisch, Englisch, Italienisch, Polnisch, Portugiesisch, Spanisch und Deutsch),
wurde das Dokument durch das Generalsekretariat auch in das Chinesische und Arabische
übersetzt, als Zeichen des großen Interesse hinsichtlich des Themas der Synodenversammlung,
das sich auf die Teilkirchen, die mit verschiedenen Sprachen operieren, konzentriert. Wie für
gewöhnlich enthalten die Lineamenta Fragen; alles in allem sind es 21, um die Betrachtungen
und Vertiefungen der Punkte zu vereinfachen. Im Vorwort bat das Generalsekretariat die
interessierten Einrichtungen bis zum November 2007 zu antworten, ausgestattet mit gültigen
Beiträgen zum vom Heiligen Vater Papst Benedikt XVI. auserwählten Thema.
Abfassung des Instrumentum laboris
Den im Generalsekretariat eingegangenen Antworten konnte man entnehmen, dass das Thema
dieser Ordentlichen Generalversammlung von großer Aktualität ist, vernommen durch die
Teilkirchen, die sich von der Bischofssynode eine Verstärkung des Eifers bei der Bekehrung, eine
Erneuerung des Interesse ,das Wort Gottes zu kennen, zu lieben und zu feiern, erwarten, vor
allem in den liturgischen Feiern, um diese dann mit neuem Schwung den Nahen und Fernen zu
verkünden.
Der Prozentanteil der institutionalen Antworten beläuft sich auf 78,3%. Diese ist wie folgt
aufgeteilt:
-Synoden der katholischen Ostkirchen sui iuris: 61,5 % (von 13 Kirchen haben 8 geantwortet)
[3]
-Bischofskonferenzen: 82,3% (von 113 Bischofskonferenzen haben 93 geantwortet);
-Dikasterien der römischen Kurie: 68% (von 25 Dikasterien haben 17 geantwortet [4])
-Union der Generaloberen: 100%
Was die Bischofskonferenzen angeht, kann es interessant sein, den Prozentanteil der Antworten
bezüglich der einzelnen Kontinente in alphabetischer Ordnung aufzuzeigen:
-Afrika: 72,2% ( von 36 Bischofskonferenzen haben 25 geantwortet [5])
-Amerika: 83,3 % ( von 24 Bischofskonferenzen haben 20 geantwortet [6])
-Asien: 94,1 % ( von 17 Bischofskonferenzen haben 16 geantwortet [7])
-Europa: 93,7 % ( von 32 Bischofskonferenzen haben 30 geantwortet [8])
-Ozeanien: 50% ( von 4 Bischofskonferenzen haben 2 geantwortet [9])
Der XI. Ordentliche Rat des Generalsekretariats der Bischofssynode, unterstützt von einigen
Experten, hat aufmerksam die Beiträge der Bischöfe untersucht. Die Mitglieder des Rates
verweilten auch bei den zahlreichen Unterstützungen seitens der kirchlichen Institutionen: zum
Beispiel der internationalen Union der Generaloberen (U.I.S.G.), wie auch die einzelnen
Personen, die ihren Standpunkt beigetragen haben. Das Generalsekretariat hat auch die Resultate
einiger Kongresse in Betracht gezogen, auch die veröffentlichten Artikel in verschiedenen
Spezialzeitschriften und Bekanntmachungen.
In der Versammlung des 21. und 22. Januars 2008 griffen die Mitglieder des XI. Ordentlichen
Rates weitgehend in den Entwurf des Instrumentum laboris ein, verfasst auf der Grundlage von
reichen Beiträge, die von den Bischöfen der universalen Kirche eingegangen waren. Diese haben
das Generalsekretariat beauftragt, in einem gegliederten Text die genauen Anmerkungen zu
vervollständigen. Nach der Abwicklung der anspruchsvollen Arbeit mit der Unterstützung einiger
Experten hat das Generalsekretariat per elektronischer Post den einzelnen Mitgliedern den
kompletten Text mit den Hinweisen des Ordentlichen Rates geschickt, mit der Bitte, das
Dokument anzunehmen oder eventuell letzte Anmerkungen zu formulieren. Die Belange der
Mitglieder des Ordentlichen Rates sind genauestens untersucht worden und zum größten Teil in
den definitiven Text eingearbeitet worden. Nach der anspruchsvollen und geduldigen Arbeit der
Übersetzung in 8 Sprachen wurde das Instrumentum laboris am 12. Juni 2008 veröffentlicht. Am
gleichen Tag wurde das Dokument vom Presseamt des Heiligen Stuhls von Seiner Exzellenz
Mons. Nikola Eterovi, Generalsekretär, und vom Hochwürdigstem Mons. Fortunato Frezza,
Untersekretär der Bischofssynode, präsentiert. Das Instrumentum laboris fand eine weitläufige
Verbreitung, durch das Internet, - wo es innerhalb des Internetauftritts des Heiligen Stuhls im
Bereich, der für die Bischofssynode reserviert ist, eingefügt wurde, - außerdem erschien es in
zahlreichen Publikationen, wie beispielsweise im Osservatore Romano auf Italienisch und in
anderen Sprachen sowie in weiteren Zeitschriften der Verlagsbuchhandlung des Vatikans. Dies
erlaubte vielen, die Tagesordnung der nächsten Synodenversammlung kennenzulernen.
Insbesondere war dies nützlich für die Synodenväter, die sich somit gut auf die Überlegungen
zum Thema der aktuellen Synode vorbereiten konnten, welche so wichtig für das Leben der
Kirche und deren Sendung für die menschliche Bekehrung und Verbreitung ist.
Beitrag des Heiligen Vaters Benedikt XVI.
Der Heilige Vater hat die Tätigkeit des Generalsekretariates von Nahem und genau verfolgt,
deshalb möchte ich ihm im Namen des XI. Ordentlichen Rates und der gesamten Versammlung
danken. Außerdem ist der Heilige Vater auch der Präsident der Bischofkonferenz. Die Bischöfe
verfolgen mit großer Aufmerksamkeit die Aussagen des Heiligen Vaters, insbesondere jene, die
sich der kirchlichen Gemeinschaft widmen, der bischöflichen Kollegialität und der Synodalität
der Kirche; Themen von großem Interesse für die Bischofsynode und für seinen institutionellen
Beitrag zum Dienst des Amtes des Bischofs von Rom, dem universalen Pastor der Kirche.
Über die Arbeitssitzungen hinaus, die er dem Generalsekretär bewilligte, hat der Heilige Vater
Benedikt XVI. den XI. Ordentlichen Generalrat im Apostolischen Palast drei Mal empfangen:
am 1. Juni 1006; a. 25 Januar 2007 und am 21. Januar 2008. Jedes Mal richtete der Bischof von
Rom einen bestimmten Diskurs an ihn zu einigen wichtigen Aspekten der Tätigkeit des
genannten Rates, der ein großes Echo in der gesamten Kirche fand. Die behandelten Punkte
betrachteten das Geheimnis der Eucharistie, wohingegen der XI. Ordentliche Rat dem Pontifex
beim Zusammentragen und Systematisieren der weitreichenden Beiträge der XI. Ordentlichen
Generalversammlung der Bischofssynode zur Eucharistie half: Quellen und Höhepunkte des
Lebens und der Sendung der Kirche. Als logischerweise der gleiche Rat seine Kräfte für die
Vorbereitung der XII. Ordentlichen Generalversammlung konzentrierte, hat sich Seine Heiligkeit
auf die lebensnotwendige Wichtigkeit des Themas Das Wort Gottes im Leben und in der
Sendung der Kirche bezogen
Ich erlaube mir, die folgenden Aussagen des Heiligen Vaters zum Wort Gottes zu unterstreichen:
Angelus des 6. November 2005, anlässlich des 40. Jahrestages der Verkündigung des Dei
Verbum [10]; Diskurs der Teilnehmer des Internationalen Kongresses Die Heilige Schrift im
Leben der Kirche [11]; die Ausgabe Jesus von Nazareth [12].
Man kann die folgenden Berichte zur Wichtigkeit der Wiederentdeckung der Lectio Divina nicht
an den Rand drängen. In den Katechismen der Generalaudienzen mittwochs hat der Heilige Vater
oft die lebensnotwendige Wichtigkeit der Heiligen Schrift für das theologische, geistige und
kirchliche Wirken der Apostel und ihren Nachfolgern betont, wie auch der Kirchenväter. Einige
Eingriffe bereichern die Betrachtungen der Synodalen. Für das Übrige wurde Verschiedenes
unterstrichen, sei es im Lineamenta oder im Instrumentum laboris, beziehungsweise in den
Dokumenten der Vorbereitung und der Arbeit der XII. Ordentlichen Generalversammlung der
Bischofssynode.
IV.) Tätigkeit des Generalsekretariates
Das Generalsekretariat befasste sich intensiv damit, die Betrachtungen der XI. Ordentlichen
Generalversammlung der Bischofssynode zur Vollendung zu bringen. Gleichzeitig konzentrierte
sie sich auf die Vorbereitung der XII. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode und
der zweiten Spezialversammlung der Bischofssynode für Afrika, die, wenn es Gott gefällt, im
Oktober 2009 stattfinden wird.
Darüber hinaus beschäftigt sich das Generalsekretariat auch mit anderen Aufgaben, über die ich
es mir erlaube, kurz zu berichten.
Die Erneuerung der Ordo Synodi Episcoporum
Seit einiger Zeit spürte man die Notwendigkeit, die synodale Ordnung gemäß der Vorschriften
des Codex des Kanonischen Rechtes und des Codex der Kanons der Katholischen Ostkirchen zu
erneuern, die von Papst Johannes Paul II. jeweils am 25. Januar 1983 und am 18. Oktober 1990
verabschiedet wurden. Weiterhin schien es angebracht, die legislativen Normen an die Praxis
anzupassen, die sich im Verlauf von 40 Jahren weiterentwickelt haben und die nicht selten ad
hoc angepasst und auf losen Blättern festgehalten wurde. Der Heilige Vater Papst Benedikt XVI.
hatte einige wichtige Veränderungen in der synodischen Methodologie eingeräumt, erprobt mit
der allgemeinen Billigung im Verlauf der XI. Ordentlichen Generalversammlung der
Bischofssynode. Daher wurde gemäß des Pontifex ad hoc eine Kommission gebildet, die die
Erneuerung der Ordnung der Bischofssynode studiert. Das Ergebnis dieser bemerkenswerten
Anstrengung wurde von Seiner Heiligkeit Benedikt XVI. mit dem Rescriptum principis vom 29.
September 2006 angenommen und vom Staatssekretär, Seiner Eminenz Kardinal Tarcisio
Bertone unterschrieben.
Die Ordnung der Bischofssynode wurde in den Acta Apostolicae Sedis veröffentlicht [13]. Eine
spezielle Ausgabe in lateinischer Sprache und italienischer Übersetzung wurde von
Generalsekretariat herausgegeben. Diese Schrift kam außerdem allen Synodenvätern zu. Im
übrigen kann dieser Text auch in elektronischer Form auf der Webseite des Heiligen Stuhles im
Bereich der Bischofssynode konsultiert werden.
Aus Zeitmangel ist es nicht möglich, alle Veränderungen aufzuzeigen, die vorgenommen wurden.
Ich erlaube mir, die wichtigsten aufzuzeigen.
Im Proemio wird kurz auf die Geschichte der Veränderungen der Ordnung der Bischofssynode
hingewiesen, sowie auf die Entwicklung der kirchlichen Einrichtung. Gleichzeitig wird die
rechtliche Natur und die theologische Wichtigkeit der Bischofssynode aufgezeigt. Er drückt
insbesondere den Geist der Kommunion aus, der die Bischöfe miteinander und mit dem Bischof
von Rom vereint. Er zeigt die kollegiale Zuneigung, die die Beziehung zwischen den Mitgliedern
der ordo episcoporum charakterisiert. Er manifestiert die Verpflichtung des Episkopat für das
Wohl der universalen Kirche. Begleitet vom Heiligen Geist überbringt die Bischofssynode dem
Römischen Pontifex den sicheren Rat in Bezug auf verschiedene kirchliche Probleme. In dieser
Weise verfolgt die Bischofssynode, so wie jede andere kollegiale Einrichtung, die Suche nach
der Wahrheit oder nach dem Wohl der Kirche. Der consensus Ecclesiae, der euch in der Prüfung
des eigenen Glaubens erreicht, „ist die Frucht des Handels des Geistes, der Seele der einzigen
Kirche von Christus [14].
Der Text respektiert mit mehr Folgerichtigkeit die Zusammensetzung der synodischen
Versammlungen, insbesondere die Präsenz der Katholischen Ostkirchen sui iuris und der
Bischofskonferenzen. Es bleibt die Norm gültig, dass bei den Synodenversammlungen der
Vorstand der einzelnen Katholischen Ostkirche ex officio teilnimmt. Es wird aber präzisiert, dass,
wenn der Vorstand aus schwerwiegenden Gründen verhindert ist, er einen anderen Bischof, mit
Bewilligung der Synode der betreffenden Kirche, delegieren kann. Außerdem ist für die
Katholischen Ostkirchen die Wahl eines zweiten Repräsentanten vorgesehen.
In der Ordo Synodi Episcoporum präzisiert sich die Rolle des Generalrelators besser, eine
Position, die sich in den letzten 40 Jahren der synodischen Tätigkeit beträchtlich entwickelt hat,
wie auch die Funktion des Spezialsekretärs.
Man führt die Norm ein, dass alle Vorstände der Dikasterien der Römischen Kurie ex officio an
den Ordentlichen Generalversammlungen der Bischofssynode teilnehmen. Die vorhergehende
Norm sah diese Teilnahme für die Hauptkardinäle vor, während andere vom Heiligen Vater
benannt wurden.
Um die Bezeichnungen mit dem Kodex des Kanonischen Rechtes und dem Kodex der Kanons
der katholischen Ostkirchen zu vereinheitlichen, bevorzugt man im Allgemeinen die
Bezeichnung Römischer Pontifex, um den Bischof von Rom zu bezeichnen, dem Vorsitzenden
der Bischofssynode.
Für die außerordenlichen Generalversammlungen wurde die Regelung eingeführt, die die
gebräuchliche Praxis respektiert, dass im Falle einer Verhinderung des Vorsitzenden einer
Bischofskonferenz, dieser durch den ersten Vize-Vorsitzenden ersetzt wird. Wie bekannt ist,
sieht die Ordnung der Bischofssynode der Generalversammlungen die Teilnahme ex officio der
Vorsitzenden der Bischofskonferenz vor.
Es wurden die Regelungen bezüglich der Kommission für die Abfassung einer eventuellen
Mitteilung oder anderer Dokumente verändert.. Wie die anderen, besteht diese Kommission aus
12 Mitgliedern, von denen 4 vom Heiligen Vater benannt werden, einschließlich des
Vorsitzenden und des Vizevorsitzenden, weitere 8 werden von der Versammlung gewählt.
Auf Wunsch des Heiligen Vaters Benedikt XVI. wurde die freie Diskussion institutionalisiert,
diese wurde mit Erfolg während der XI. Ordentlichen Vollversammlung der
Bischofskonferenz im Jahr 2005 eingeführt.
Es werden auch die Teilnehmer der Teilnehmer der Bischofskonferenz ohne Stimmrecht
erwähnt, wie Experten, Auditore und Bruderdelegierte.
Die Regelungen der Arbeit der Kleingruppen wurden auf den aktuellen Stand gebracht.
Neufassung des Vademecums: methodologische Neuheiten
Im Lichte der überarbeiteten Ordo Synodi Episcoporum und der Praxis, die eine bemerkenswerte
Entwicklung während der letzten Synodenversammlungen erfahren hat, erlaube ich mir, auf
einige der methodischen Neuheiten, zum Teil bereits erprobt, hinzuweisen, welche von Papst
Benedikt XVI. in der XI. Vollversammlung der Bischofssynode beschlossen wurden.
Jeder Synodenvater hat 5 Minuten Zeit für seinen Beitrag in der Aula - und nicht 6 wie in der
letzten Versammlung. Die Zeit, die man gewinnt, kann der Diskussion in der Aula oder der
Arbeit in den Kleingruppen gewidmet werden.
Für die Bruderdelegierten, wie auch für die Auditoren und-innen, sind im Rahmen des Möglichen
Beiträge von jeweils 4 Minuten vorgesehen.
Zu Beginn der jetzigen Versammlung sind Beiträge von 5 Referenten vorgesehen, die versuchen,
eine Gesamtansicht der jeweiligen Kontinente, bezüglich des Themas zum Wort Gottes, zu
geben. Jeder von ihnen wird 10 Minuten zur Verfügung haben. Die gleiche Zeit ist für die
Berichte der Referenten der Kleingruppen vorgesehen.
Während der freien Diskussion kann ein Synodenvater nicht mehr als 3 Minuten sprechen - mit
nur einer möglichen Entgegnung.
Das gleiche gilt für andere vorgesehene Diskussionsmomente in der Aula, die zu einer immer
höheren Teilnahme der synodischen Überlegungen genutzt werden.
Eine solche Diskussion wird beispielsweise nach einer 30 Minuten andauernden Darlegung
praktiziert, die die Aufnahme der postsynodalen Apostolischen Ermahnung Sacramentum
Caritatis betrifft. Selbstverständlich erwartet man, dass sich die Diskussion auf diejenigen
Themen konzentriert, welche mit dem Dokument verbunden sind, das aus der letzten
Ordentlichen Generalversammlung resultiert und sehr bedeutend für die gesamte Weltkirche ist,
in der die Eucharistie die Quelle und den Höhepunkt des Lebens und der Sendung der Kirche
darstellt.
Jeder Synodenvater, der in der Aula zu sprechen wünscht, ist herzlich eingeladen, sich für die
Zeit einzuschreiben, die im Generalsekretariat für das Thema angegeben wird, über das er
beabsichtigt zu sprechen. Natürlich wird jeder Synodenvater die Nummer oder die Nummern des
Instrumentum laboris angeben, zu denen er zu referieren beabsichtigt.
Es werden jene den Vorrang haben, die zum ersten Teil des Instrumentum laboris sprechen
möchten, welches von N. 1 bis N. 26 geht. Es handelt sich um die Einleitung und um das Thema
Das Geheimnis Gottes, der zu uns spricht. Danach wird der zweite Teil zum Wort Gottes im
Leben der Kirche , von N. 27 bis N. 41, vertieft. Es wird der dritte Teil folgen, Das Wort in der
Sendung der Kirche, von N. 42 bis N. 60. Man hofft auf diese Weise, ein logischeres Vorgehen
zu unterstützen, dies für Punkte (xxxx), um die Vertiefung der Themen zu vereinfachen und den
plötzlichen Übergang von einem zum anderen Argument abzuwenden .
Während der Synodenversammlung werden, um Zeit zu sparen, Einrichtungen zur elektronischen
Wahl genutzt werden, die es erlauben, die Ergebnisse nahezu sofort zu erfahren. Dennoch, die
Wichtigkeit der Abstimmung der Proposiotionen ,die überkommene Praxis und die Möglichkeit
der Ungenauigkeit der elektronischen Systeme bedenkend, auch wenn diese minimal ist, wird
jene Abstimmung zum einen schriftlich und zum anderen in elektronischer Art vorgenommen
werden. Die offiziellen Ergebnisse werden von dem dafür zuständigen Wahlausschuss errechnet,
der zu gegebener Zeit gebildet wird.
Im Verlauf der Synodenversammlung werden wir die Freude haben, zwei besondere Gesandte
zu begrüßen.
Am Samstag, den 18. Oktober nachmittags, ist in dieser Synodenaula eine Zelebration des
Wortes vorgesehen, die von dem Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel Bartholomeus
I zusammen mit dem Heiligen Vater Benedikt XVI. Durchgeführt wird.
Am heutigen Nachmittag, 6. Oktober, wird sich der Oberrabbiner Haifa Shear-Yashuv Cohen an
die Synodenväter wenden und ihnen vorstellen, wie die Juden die Heilige Schrift interpretieren,
die die Christen Altes Testament nennen und die sie großenteils mit ihren größeren Brüdern
teilen.
Im Lauf der Synodenversammlung sind verschiedene Initiativen vorgesehen. Einige sind im
Kalender der Tätigkeiten angegeben. Die anderen werden mit entsprechenden Informationen
versehen werden. In jedem Fall sind alle so ausgerichtet, die Liebe zum Wort Gottes zu fördern
und Respekt gegenüber den Personen auszudrücken, die einen bemerkenswerten Beitrag zum
Verständnis und der Verbreitung der frohen Botschaft geleistet haben. Dies gilt insbesondere für
die Päpste Pio XII und Johannes Paul II. Am 9. Oktober jährt sich zum 50. Mal der Todestag des
frommen Gottesdieners Pio XII., dem angemessen mit einer Heiligen Messe gedacht wird, die
vom Heiligen Vater Benedikt XVI. gefeiert wird. Im Verlauf der synodalen Arbeit ist weiterhin
die Projektion eines Filmes über Papst Johannes Paul II. vorgesehen, der dem 30. Jahrestag seiner
Wahl zum Pastoren der universalen Weltkirche gedenken soll. .
Sonderräte
Seit der XI. Ordentlichen Generalversammlung wurden von verschiedenen Sonderräten des
Generalsekretariates Versammlungen abgehalten, die sich fortlaufend der Betrachtung der
kirchlichen und sozialen Situation der einzelnen Kontinente, in Anbetracht der jeweiligen
postsynodalen Apostolischen Ermahnung, widmeten.
Im besonderen hat der Sonderrat für Afrika 2Versammlungen abgehalten, vom23.bis zum 24.
Februar 2006 und vom 15. bis zum 16. Februar 2007. Beide haben sich auf die Abfassung der
Lineamenta der 2. Sonderversammlung der Bischofssynode für Afrika konzentriert. Wie bekannt
ist, hatte Papst Johannes Paul II. eine derartige Versammlung im Jahre 2004 nahegelegt.
Daraufhin hat der Heilige Vater Benedikt XVI dieses Projekt erneut bestätigt und legte fest, dass
die Zweite Sonderversammlung der Bischofssynode für Afrika zum Thema: Die Kirche als
Sakrament der Versöhnung, der Gerechtigkeit und des Friedens in Afrika : "'Ihr seid das Salz
der Erde..., Ihr seid das Licht der Welt" (Mt 5, 13.14) vom 4. bis zum 25. Oktober im Vatikan
stattfinden solle. Die Lineamenta wurden im Presseamt des Heiligen Stuhls am 27. Juni 2006 von
Seiner Höchstwürdigen Eminenz Kardinal Francis Arinze, Präfekt der Kongregation des
göttlichen Kultes und der Disziplin der Sakramente, Mitglied des Sonderrates für Afrika des
Generalsekretariates der Bischofssynode, und von Seiner Exzellenz Mons. Nikola Eterovi,
Generalsekretär der Bischofssynode, vorgestellt. Der Text wurde in vier Sprachen veröffentlicht:
Französisch, Englisch, Portugiesisch und Italienisch. Im Anschluss wurde seitens der
Bischofskonferenzen für Übersetzungen in andere Sprachen, wie zum Beispiel Arabisch, Suaheli
besorgt. Die interessierten Organe, insbesondere die 36 Bischofskonferenzen, müssten ihre
Beiträge im Hinblick auf die Lineamenta, bis spätestens im kommenden November 2008,
einreichen. Im Hinblick auf die Abfassung des Instrumentum laboris der zweiten
Sonderversammlung der Bischofkonferenz für Afrika ist eine Versammlung des Sonderrates für
Afrika für den 27. bis 28. November 2008 vorgesehen.
Der Sonderrat für Europa hat zwei Versammlungen abgehalten, am 15. Mai 2006 und am 23.
April 2007. Im Anschluss wurde eine schriftliche Empfehlung, die zukünftigen Tätigkeiten des
Sonderrates betreffend, abgefasst. Da es unterschiedliche Meinungen gegeben hat und die
bestehende Form überholt zu sein scheint, ist der Sonderrat für Europa, der nach wie vor formell
besteht, im Jahr 2008 nicht einberufen worden.
Auch der Sonderrat für Ozeanien ist zwei Mal zusammengetreten: vor der Versammlung des
Bundes der Bischofskonferenzen von Ozeanien am 4. und 5. August in Suva auf den Fidji-Inseln,
zu deren Teilnahme auch seine Exzellenz Mons. Nikola Eterovi, Generalsekretär der
Bischofskonferenz, eingeladen wurde. Die zweite Versammlung fand am 14. und 15. Februar
2008 in Rom statt. Die Mitglieder des Sonderrates für Ozeanien haben zum Ausdruck gebracht,
dass ihrer Meinung nach der Sonderrat seine Tätigkeit, zumindest in der jetzigen Form, mit der
nächsten Versammlung, die für kommenden Mai 2010 vorgesehen ist, einstellt.
Der Sonderrat für Amerika ist zweimal zusammengetreten: vom 2. bis zum 3. Oktober 2006 und
vom 9. bis 10. Oktober 2007. Die nächste Versammlung ist für die Zeit vom 18. bis 19.
November vorgesehen.
Seitens des Sonderrates für Asien wurden zwei Versammlungen abgehalten: in der Zeit vom 17.
bis 18. November 2006 und vom 20. bis 21. November 2007. Die nächste Sitzung ist für den 11
bis 12. Dezember 2008 vorgesehen.
Die Zusammensetzung des Sonderrates des Generalsekretariats ist durch den Ordo Synodi
Episcoporum geregelt, der eine Dauer von ad quinquennium vorsieht, mit der Möglichkeit, dass
das Mandat vom Heiligen Vater entsprechend der kirchlichen und pastoralen Notwendigkeiten
erneuert wird.
Veröffentlichungen
Die Tätigkeit des Generalsekretariates wurde durch die folgenden Veröffentlichungen bereichert
.
Ich bin erfreut mitzuteilen, dass der dritte Band des Echiridion der Bischofssynode, der die
Dokumente von 1997 bis 2007 vereint, veröffentlicht wurde. In diesem Band wurden die
Dokumente von vier Sonderversammlungen veröffentlicht (für Amerika 1997, für Asien und
Ozeanien 1998, für Europa 1999), sowie von zwei Ordentlichen Generalversammlungen, jeweils
der X. im Jahre 2001 und der XI. im Jahre 2005. Der Band wird mit der postsynodalen
Apostolischen Ermahnung des Heiligen Vaters Sacramentum Caritatis abgeschlossen. Das
Generalsekretariat der Bischofssynode ist ebenfalls der Edizioni Dehoniane aus Bologna für die
Veröffentlichung der drei mächtigen Bände der Bischofssynode während der 40 jährigen
Tätigkeit von 1965 bis 2007 dankbar. Die gut erarbeiteten Verzeichnisse, vor allem die
analytischen, erlauben die einfache Konsultation der einzelnen Hauptpunkte, die in den
Diskussionen der Synode besprochen werden.
Es wurde auch der Band Die Eucharistie: Quelle und Höhepunkt des Lebens und in der Sendung
der Kirche im Auftrag der Lateranischen Universitätspresse von P. Roberto Nardin , O.S.B. Oliv
herausgegeben. Dieses Buch vereint eine reiche Dokumentation der Vorbereitungen der
Feierlichkeiten zur XI. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode. Darin wurden
alle Texte der Synodenversammlung, unter denen die Zusammenfassungen der Beiträge der
einzelnen Synodenväter, sowie, als Krönung der Reflektionen der Synode, die postsynodale
Apostolische Ermahnung, das Sacramentum Caritatis, wiedergegeben . Das gut erarbeitete
Verzeichnis der Namen der Personen erlaubt eine nutzbringende und schnelle Konsultation.
Mit dieser Veröffentlichung beabsichtigt das Generalsekretariat der Bischofssynode mit der Hilfe
des Herrn, die von dem verdienstvollen P. Giovanni Caprile S.J. herausgegebene Reihe
fortzusetzen, um die gute synodale Dokumentation nicht nur den Pastoren und den Studierenden
näher zu bringen, sondern allen interessierten Personen.
V) Schlussbetrachtung
VEggu,j sou to. r`h/ma, evstin( evn tw/| sto,mati, sou kai. evn th/| kardi,a| sou,,Ã tout'n to. r`h/ma th/j
pi,stewj o] khru,ssomen ["Das Wort ist dir nahe, in deinem Mund und in deinem herzen, dies ist
das Wort des Glaubens, das wir verkünden"] (Rm 10, 8). Das Wort, von welchem der Heilige
Paulus spricht, ist die Botschaft der Errettung in seiner Gesamtheit, erworben im Antlitze von
einer Person, von Jesus Christus: "Denn wenn du mit deinem Mund Jesus als den Herrn bekennst
und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet"
(Rm 10, 9). Bereits als das Wort im Alten Testament aus dem Munde Gottes kam, war es
einprägsam - es kehrte nicht zu ihm zurück, ohne bewirkt zu haben, was erwünscht war und ohne
abgeschlossen zu haben, was ausgerichtet wurde (vgl. Is 55,1) -, wie wirksam o,goj das Wort
sein wird, hat Gott in seiner unendlichen Liebe auf die Erde gesendet, um sie zu erretten : "Gott
hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch
ihn gerettet werde"(Joh, 3, 17).
Jesus Christus, das o,goj, fleischgeworden, vereint in seiner Person, alle Worte der Errettung,
die Gott an die Mensch gerichtet hat. Er bringt diese zur Vollendung und gibt ihnen die wahre
Bedeutung. Uns ist es möglich, sie in der Verheißung des Heiligen Geistes zu verstehen, die
Jesus Christus durch den Vater empfangen hat(vgl.. At 2, 33) und gießt dies reich auf den
Aposteln und der Gemeinschaft der Gläubigen, der Kirche, aus.(vgl.. Tt 3, 6). In den Heiligen
Schriften verfasst, wurde die Botschaft der Errettung, der Heiligen Hinterlassenschaft, Tradition.
Sie ist wahrheitsgetreu vom Lehrmeister ausgelegt und der kirchlichen Gemeinschaft durch die
göttliche Vorhersehung anvertraut. Die durch den heiligen Geist beseelte Kirche bewahrt sie
eifersüchtig vebreitet sie treu., dem Auftrag des Herrn gehorchend: "So geht nun hin und macht
zu Jüngern alle Völker und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen
Geistes" (Mt 28, 19).
Die gegenwärtige Synode müsste dazu beitragen, das Wort Gottes in christlicher und
pneumatologischer Hinsicht wiederzuentdecken und demnach eine Erneuerung der Kirche zu
bewirken, einen zweiten Frühling, der beim Erhören eines jeden Wortes aus dem Munde Gottes
(vgl.. Mt 4, 4) jung und dynamisch wahrgenommen wird: "Die Kirche muss sich stets erneuern
und verjüngen, und das Wort Gottes, das niemals altert und niemals versiegt , ist das bevorzugte
Mittel auf dem Weg zu diesem Ziel"[15]. Diese Wiederentdeckung wird zwangsläufig eine
wichtige missionarische Dimension haben und wird zu einer Erweiterung der kirchlichen
Gemeinschaft führen: die Gemeinschaft mit dem Vater und seinem Sohn Jesus Christus unter der
Führung des Heiligen Geistes, der das Ziel der vollkommenen Freude verfolgt (vgl 1 Gv 1, 4).
Jene, die den Reichtum entdecken, die Schönheit, die Kraft der Bekehrung und die Gnade der
Umwandlung des Wort Gottes werden deshalb zu überzeugten Beobachtern und glaubhaften
Überbringern der frohen Botschaft: "Demnach kommt der Glaube aus der Verkündigung, die
Verkündigung aber durch Gottes Wort." (Rm 10, 17).
Die Mission ist die direkte Berufung der von Gott geliebten Christen,,[avgaphto Qeou/] die, durch
die Taufe die Berufung zur Heiligkeit [klht a`gi,oi] erhalten haben. Die Geschichte der
Errettung bietet zahlreiche Beispiele von Persönlichkeiten, die in exemplarischer Art und Weise
das Wort Gottes vernommen haben, nach diesem Wort leben und es anderen verkünden. Es ist
hinreichend, sich der großen Persönlichkeiten, der Zuhörer und Prediger des Evangeliums des
Alten Testamentes zu besinnen: Abraham, Moses, der Propheten und im Neuen Testament: der
Heiligen Petrus und Paulus, der anderen Apostel, der Evangelisten [16]. Jeder Heilige ist in
gewisser Weise Zeuge der Wirksamkeit des Wort Gottes, das auf den fruchtbaren Boden seines
Früchte bringenden Herzens fiel "eine trägt hundertfältig, ein anderer sechzigfältig, ein dritter
dreißigfältig(Mt 13, 23). Dies zeigen auch die Seligen, die der Heilige Vater Papst Benedikt XVI.
am 12. Oktober 2008 kanonisieren wird..
In dieser Gemeinschaft von Heiligen gebührt ein besonderer Platz der heiligen Jungfrau Maria,
Mutter des fleischgewordenen Wortes. Maria, eucharistische Frau, ist ebenfalls die Jungfrau des
Zuhörens. Sie stellt die Fruchtbarkeit des Wort Gottes dar, gelebt im Gehorsam des Glaubens
(vgl.. Lc 1, 38). Durch die Gnade des Heiligen Geistes und durch den Empfang des Willen
Gottes, wurde in ihrem Schoß das Wort zu Fleisch. Maria wurde der erste Tabernakel; in
welchem sich das Wunder der Fleischwerdung des Ewigen Wortes vollendete, Mensch wurde
und die Botschaft der Errettung in unsere Geschichte brachte. Ein ähnliches Wunder vollzieht
sich in jeder Eucharistiefeier, wenn durch die Gnade des heiligen Geistes und durch die
ausgesprochenen Worte des Priesters in persona Christi capitis, das Brot Körper und der Wein
das Blut Jesus Christi wird, fleischgewordenens Wort, das zur Nahrung des Ewigen Lebens wird
(vgl. Gv 6, 27).
Wir vertrauen uns der Fürbitte der Heiligen Jungfrau Maria an, Mutter der Kirche, sprechen
Gelübde aus, damit die gegenwärtige Synodenversammlung einen gültigen Beitrag zur
Wiederentdeckung des Wortes Gottes anbietet, den Weg zur Heiligkeit aller seiner Anhänger und
eine erneute Dynamik der Evangelisierung und des menschlichen Aufstiegs erweckt. Es ist die
christliche Hoffnung, dass die Kirche aufgerufen wurde, um immerfort zu leben, damit sie den
Nahen und Fernen die Verkündigung der Worte des Apostels der Menschheit verkündet:o` de.
Qeo.j th/j evlpi,doj plhrw,sai u`ma/j pa,shj cara/j kai. eivrh,nhj evn tw/| pisteu,ein( eivj to. perisseu,ein
u`ma/j evn th/| evlpi,di evn duna,mei Pneu,matoj ~Agi,ou ["Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit
aller Freude und mit Frieden im Glauben, daß ihr überströmt in der Hoffnung durch die Kraft
des Heiligen Geistes!]Rm 15, 13).
Danke für das geduldige Zuhören und gute Arbeit im Namen des Herrn!
Note
[1] Dazu gehören 4 Kardinalpatriarchen sowie ein oberer Erzbischofskardinal
[2] "neque posse eum verba deficere, qui credidisset in Verbum", Heiliger Hyronimus ,
Epistolum I, Ad Innocentium, De Muliere septies percussa, PL 22, 327.
[3] Folgende Kirchen haben nicht geantwortet: sui iuris: Patriarchat von Babylonien der
Chaldäer, Oberster Erzbischof von Siro-Malabaresi (xxxx), Oberster Erzbischof der Rumänen,
Metropolitische Kirche sui iuris von Äthiopien, Metropolitische Kirche sui iuris der Slowakei,
erst am 31. Januar 2008 errichtet
[4] Es fehlen 8 Antworten, die der Kongregation der Fälle der Heiligen und der katholischen
Bildung, des obersten Gerichtshofes der Apostolischen Signatur, des päpstlichen Rates für Justiz
und Gerechtigkeit und des Friedens und der sozialen Kommunikation, der Administration des
Patrimoniums des Apostolischen Sitzes und der Präfektur der Ökonomischen Angelegenheiten
des Heiligen Stuhls
[5] Die folgenden 11 Bischofkonferenzen haben nicht geantwortet: Burundi, Tschad, Guinea
Äquatorial, Kenia, Liberia, Madagaskar, Mozambique, Namibia, Sudan, Togo, Uganda, Zambia.
[6] Die Bischofskonferenzen von Kuba, Haiti, Porto Rico und Uruguay haben ihren Beitrag nicht
zukommen lassen..
[7] Die einzige fehlende Antwort ist die der Bischofskonferenz des Irans.
[8] Es fehlen die Antworten der Bischofskonferenzen von Griechenland und Malta.
[9] Die Bischofskonferenzen des Pazifiks (C.E.P.A.C.) und aus Papua Neu-Guinea und den
Salomon-Inseln haben ihren Beitrag nicht zukommen lassen.
[10] L'Osservatore Romano, 7.-8. November 2005, S. 5.
[11] AAS 97 (2005) 957.
[12] Ratzinger J., Jesus von Nazareth, Rizzoli, Milano 2007.
[13] AAS 98 (2006) 755-779.
[14] Ibid., 756.
[15] Benedikt der XVI., Diskurse der Teilnehmer am internationalen Kongress zum 40.
Jahrestags des "Dei Verbum", L'Osservatore Romano, 17. September 2005, S.5.
[16] Cfr. l'Instrumentum laboris N.25.
[00008-05.25] [NNNNN] [Originalsprache: Latein]
RELATIO ANTE DISCEPTATIONEM DES GENERALRELATORS, S. EM. R.
KARD. MARC OUELLET, P.S.S., ERZBISCHOF VON QUÉBEC (CANADA)
EINLEITUNG
"An den Engel der Gemeinde in Smyrna schreibe: 'So spricht Er, der Erste und der Letzte, der
tot war und wieder lebendig wurde: Sei treu bis in den Tod; dann werde ich dir den Kranz des
Lebens geben.' Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt" (Apg 2, 8.10-11).
Wir sind zur XII. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode zusammengekommen,
um zu hören, was der Heilige Geist in unseren Tagen den Kirchen im Hinblick auf "das Wort
Gottes im Leben und in der Sendung der Kirche" sagt. Wir teilen die vom heiligen Cäsarius von
Arles zum Ausdruck gebrachte Überzeugung der Kirchenväter, wonach "das Licht der Seele und
ihre ewige Nahrung nichts anderes sind als das Wort Gottes, ohne das die Seele weder in den
Genuss des Sehens noch des Lebens kommen kann: unser Leib stirbt, wenn er keine Nahrung zu
sich nimmt; in gleicher Weise geht unsere Seele zugrunde, wenn sie nicht das Wort Gottes
empfängt".[1]
Das Ziel der Synode ist vor allem pastoraler und missionarischer Art. Es besteht darin, gemeinsam
das Wort Gottes zu hören, um zu erkennen, wie der Heilige Geist und die Kirche auf das
Geschenk des menschgewordenen Wortes antworten durch die Liebe zur Heiligen Schrift und die
Verkündigung des Reiches Gottes an die ganze Menschheit. Machen wir uns das Gebet des
heiligen Paulus zu eigen, das uns in das Herz des Geheimnisses der Offenbarung einsenkt:
Daher beuge ich meine Knie vor dem Vater, nach dessen Namen jedes Geschlecht im Himmel und
auf der Erde benannt wird, und bitte, er möge euch aufgrund des Reichtums seiner Herrlichkeit
gewähren, dass ihr in eurem Innern durch seinen Geist an Kraft und Stärke zunehmt. Durch den
Glauben wohne Christus in eurem Herzen. In der Liebe verwurzelt und auf sie gegründet, sollt ihr
zusammen mit allen Heiligen dazu fähig sein, die Länge und Breite, die Höhe und Tiefe zu
ermessen und die Liebe Christi zu verstehen, die alle Erkenntnis übersteigt. So werdet ihr mehr
und mehr von der ganzen Fülle Gottes erfüllt. Er aber, der durch die Macht, die in uns wirkt,
unendlich viel mehr tun kann, als wir erbitten oder uns ausdenken können, er werde verherrlicht
durch die Kirche und durch Christus Jesus in allen Generationen, für ewige Zeiten. Amen (Eph
3, 14-21).
Die Synode wird pastorale Richtlinien vorlegen, um die "die Praxis der Begegnung mit dem Wort
Gottes als Quelle des Lebens zu stärken",[2] wobei sie ihre Aufmerksamkeit auf die Rezeption
des II. Vatikanischen Konzils hinsichtlich des Wortes Gottes im Blick auf die ekklesiologische
Erneuerung, die Ökumene und den Dialog mit den Nationen und Religionen richten wird.
Jenseits aller theoretischen Diskussionen sind wir eingeladen, die Haltung des Konzils
anzunehmen: "Wenn es das Wort Gottes fromm hört und unerschrocken verkündet, folgt das
heilige Konzil den Worten des heiligen Johannes: 'Wir verkünden euch das ewige Leben, das
beim Vater war und uns offenbart wurde. Was wir gesehen und gehört haben, das verkünden wir
auch euch, damit auch ihr Gemeinschaft mit uns habt. Wir aber haben Gemeinschaft mit dem
Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus' (1 Joh 1, 2-3)" (DV 1).
Dank der trinitarischen und christozentrischen Vision des II. Vatikanischen Konzils hat die Kirche
das Wissen um ihr eigenes Geheimnis und ihre Sendung erneuert. Die dogmatische Konstitution
Lumen Gentium und die Pastoralkonstitution Gaudium et spes entwickeln eine Ekklesiologie der
Gemeinschaft, die auf einer erneuerten Auffassung von der göttlichen Offenbarung basiert. In der
Tat hat die dogmatische Konstitution Dei Verbum einen wahren Wendepunkt bedeutet
hinsichtlich der Art und Weise, wie mit der göttlichen Offenbarung umgegangen wird. Anstatt wie
zuvor der noetischen Dimension der Glaubenswahrheiten den Vorzug zu geben, haben die
Konzilsväter den Akzent auf die dynamische und dialogale Dimension [3] der Offenbarung als
persönliche Selbstmitteilung Gottes gelegt. Sie haben damit die Grundlagen gesetzt für eine
lebendigere Begegnung und einen lebendigeren Dialog zwischen Gott, der ruft, und seinem Volk,
das antwortet.
Dieser Wendepunkt wurde von den Theologen, den Exegeten und den Hirten weithin als
entscheidendes Ereignis gewürdigt.[4] Dennoch ist gemeinhin bekannt, dass die Konstitution Dei
Verbum unzureichend rezipiert wurde und dass der Wendepunkt, den sie mit sich gebracht hat,
noch nicht die erwünschten und erwarteten Früchte im Leben und in der Sendung der Kirche
gezeitigt hat.[5] Unter Berücksichtigung der erreichten Erfolge muss man sich fragen, warum das
Modell der persönlichen Kommunikation [6] noch nicht tiefer das Bewusstsein der Kirche, ihr
Beten, ihre pastorale Praxis sowie die theologischen und exegetischen Methoden durchdrungen
hat. Die Synode muss konkrete Lösungsvorschläge machen, um diese Lücken zu schließen und
die Unwissenheit hinsichtlich der Schrift zu überwinden, die zu den aktuellen Schwierigkeiten im
Bereich der Evangelisierung gehört.
Wir müssen zugeben, dass das Glaubensleben und der missionarische Elan der Christen tief in
Mitleidenschaft gezogen wird von verschiedenen soziokulturellen Phänomenen wie der
Säkularisierung, dem religiösen Pluralismus, der explosionsartigen weltweiten Ausbreitung der
Medien mit all den verschiedenartigen Konsequenzen dieser Phänomene, namentlich der
zunehmenden Kluft zwischen armen und reichen Menschen, der Ausbreitung esoterischer Sekten,
der Bedrohungen für den Frieden, ganz zu schweigen von den aktuellen Angriffen auf das
menschliche Leben und die Familie.[7]
Zu diesen soziokulturellen Phänomenen kommen die Schwierigkeiten im Innern der Kirche hinzu,
wie etwa die Glaubensvermittlung in der Familie, die Mängel in der katechetischen Ausbildung,
die Spannungen zwischen kirchlichem Lehramt und akademischer Theologie, die innere Krise der
Exegese und ihre Beziehung zur Theologie und, allgemein gesagt, "eine gewisse Kluft zwischen
den Experten und den Hirten sowie zwischen den Experten und den einfachen Menschen der
christlichen Gemeinschaften" (IL 7a).
Die Synode muss sich der großen Herausforderung der Glaubensvermittlung durch das Wort
Gottes in unserer Zeit stellen. In einer pluralistischen Welt, die von Relativismus und Esoterik
geprägt ist,[8] wirft selbst der Begriff der göttlichen Offenbarung Fragen auf und erfordert
genauere Erklärungen.
Convocatio, communio, missio. Anhand dieser drei Schlüsselbegriffe, die die dreifache
dynamische, persönliche und dialogale Dimension der christlichen Offenbarung beschreiben,
werden wir die thematische Struktur des Instrumentum Laboris aufzeigen. Das Wort Gottes ruft
Menschen zusammen, es lässt uns durch den Glaubensgehorsam Anteil haben am Plan Gottes,
und es sendet das erwählte Volk zu allen Nationen aus. Dieses Wort des Bundes findet seinen
Höhepunkt in Maria, die gläubig das menschgewordenen Wort aufnimmt, nach dem sich die
Nationen sehnen. Wir werden auf die drei Dimensionen des Wortes des Bundes zu sprechen
kommen, so wie der Heilige Geist sie in der Heilsgeschichte, in der Heiligen Schrift und in der
kirchlichen Tradition konkret Gestalt annehmen lässt.
Bitten wir den Heiligen Geist, in uns den Wunsch zu vertiefen, das Wort Gottes
wiederzuentdecken, das stets aktuell und niemals veraltet ist. Dieses Wort hat die Macht, die
Kirche gleichsam "auf die Welt zu bringen", sie zu verjüngen und im Hinblick auf die Mission
neue Hoffnung zu wecken. Benedikt XVI. hat uns in Erinnerung gerufen, dass diese große
Hoffnung auf der Gewissheit beruht, dass "Gott die Liebe ist"[10] und dass "Gott sich in Christus
gezeigt hat"[11], um das Heil aller zu erwirken.
I. CONVOCATIO : IDENTITÄT DES WORTES GOTTES
A. GOTT SPRICHT
"In principio erat Verbum, et Verbum erat apud Deum, et Deus erat Verbum" (Joh 1, 1s).
Zu Beginn dieser Überlegungen wollen wir vom Geheimnis Gottes ausgehen, so wie es uns in der
Heiligen Schrift offenbart ist. Der Gott der Offenbarung ist ein Gott, der spricht; er ist ein Gott,
der in seinem innersten Wesen Logos ist und der sich der Menschheit auf verschiedenste Weise
zu erkennen gibt (Hebr 1,1). Dank der Bibel fühlt sich die Menschheit von Gott angesprochen;
der Heilige Geist befähigt sie, das Wort Gottes zu hören und aufzunehmen, wodurch sie zur
Ecclesia wird, zur Gemeinschaft, die sich um das Wort Gottes herum versammelt. Diese gläubige
Gemeinschaft erhält ihre Identität und ihre Sendung durch das Wort Gottes, das sie begründet,
nährt und sie in den Dienst am Reich Gottes stellt.[12]
Wir wollen zu Beginn die verschiedenen Bedeutungen des Wortes Gottes genauer klären. Der
Prolog des Johannesevangeliums bietet die höchste und umfassendste Perspektive für diese
Erklärungen. Mit dem Terminus Logos bezeichnet der Evangelist eine transzendente Wirklichkeit,
die bei Gott war und die Gott selbst ist. Dieser Logos ist "bei Gott, und das Wort war Gott" (
) (Joh 1, 1); im Anfang war es bei Gott, das heißt vor allen Dingen, in Gott selbst (
). Der Schlußteil des Prologs präzisiert die persönliche göttliche Natur des Logos mit
folgenden Worten: "Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des
Vaters ruht, er hat Kunde gebracht" (Joh 1, 18).
In seinen Briefen an die Kolosser und an die Epheser beschreibt der heilige Paulus auf sehr
ähnliche Weise das Geheimnis Christi, des Wortes Gottes: "Er ist das Ebenbild des unsichtbaren
Gottes, der Erstgeborene der ganzen Schöpfung. Denn in ihm wurde alles erschaffen im Himmel
und auf Erden, das Sichtbare und das Unsichtbare… alles ist durch ihn und auf ihn hin
geschaffen" (Kol 1, 15-16). In seinem Heilsplan wollte Gott "in Christus alles vereinen, alles, was
im Himmel und auf Erden ist. Durch ihn sind wir auch als Erben vorherbestimmt und eingesetzt,
nach dem Plan dessen, der alles so verwirklicht, wie er es in seinem Willen beschließt; wir sind
zum Lob seiner Herrlichkeit bestimmt, die wir schon früher auf Christus gehofft haben" (Eph 1,
10-12).
B. DAS WORT VOM NEUEN UND EWIGEN BUND IN JESUS CHRISTUS
Mit dem Wort Gottes wird also zunächst Gott selbst bezeichnet, der spricht und in seinem Inneren
ein göttliches Wort zum Ausdruck bringt, das seinem innersten Geheimnis zugehört. Dieses
göttliche Wort ist der Ursprung aller Dinge, "denn ohne das Wort wurde nichts, was geworden
ist" (Joh 1, 3). Er spricht die verschiedensten Sprachen, insbesondere jene der materiellen
Schöpfung, jene des Lebens und jene des Menschen. "In ihm war das Leben und das Leben war
das Licht der Menschen" (Joh 1, 4). Auch spricht er auf besondere und mitunter dramatische
Weise in der Geschichte der Menschen, vor allem durch die Erwählung eines Volkes, durch das
Gesetz des Mose und durch die Propheten.
Nachdem er schließlich auf verschiedene Weise gesprochen hat (vgl. Hebr 1,1), erneuert und krönt
er alles auf einzigartige, vollkommene und entgültige Weise in Jesus Christus. "Et Verbum caro
factum est et habitavit in nobis" (Joh 1, 14). Das Mysterium des menschgewordenen Gotteswortes
bildet den Mittelpunkt des Prologs und des gesamten Neuen Testaments: "Denn es ist Jesus
Christus - wer ihn sieht, sieht auch den Vater (vgl. Joh 14,9) -, der durch sein ganzes Dasein und
seine ganze Erscheinung, durch Worte und Werke, durch Zeichen und Wunder, vor allem aber
durch seinen Tod und seine herrliche Auferstehung von den Toten, schließlich durch die Sendung
des Geistes der Wahrheit die Offenbarung erfüllt und abschließt und durch göttliches Zeugnis
bekräftigt, daß Jesus Christus der 'Gott mit uns ist'" (DV 4).
Das Wort Gottes, das in der Heiligen Schrift bezeugt ist, hat somit unterschiedliche Formen und
birgt unterschiedliche Bedeutungsebenen in sich. Es beschreibt Gott selbst, der spricht, sein
göttliches Wort, sein schöpferisches und heilbringendes Wort, und schließlich das in Jesus
Christus, "dem Mittler und der Fülle der göttlichen Offenbarung" (DV 2), menschgewordene
Wort. Bei Lukas wird das Wort Gottes mit der mündlichen Lehre Jesu gleichgesetzt (Lk 5, 1-3),
ja sogar mit der österlichen Botschaft, dem Kerygma, das, durch die Verkündigung der Apostel,
"wächst und sich vermehrt", so als wäre es ein lebendiger Organismus (Apg 12,24). Dieses Wort
Gottes, das eins und vielfältig, dynamisch und eschatologisch, persönlich und kindgleich ist,
wohnt der Kirche durch den Glauben inne und belebt sie; es ist in den Heiligen Schriften enthalten
als historisches und literarisches Zeugnis, als heiliges Vermächtnis, das für die ganze Menschheit
bestimmt ist. Daher also diese neue und entscheidende Form des Wortes Gottes, der heilige Text,
die schriftlich abgefasste Form, die das Volk Gottes als Zeugnis des Neuen Bundes ansah. Daher
auch die Schriften des Neuen Testaments, die die Kirche ihrerseits vom Heiligen Geist und aus
der apostolischen Überlieferung empfangen hat. Diese Schriften sieht sie als normativ und
definitiv für ihr Leben und für ihre Sendung an.
Kurz gesagt, das geschriebene oder überlieferte Wort Gottes ist ein dialogales und sogar
trinitarisches Wort. Es wird dem Menschen in Jesus Christus angeboten, um ihn in die
trinitarische Gemeinschaft einzuführen, damit er dort seine volle Identität finde. Gemäß dem
Prolog des Johannes richtet sich dieses persönliche Wort Gottes an die Menschheit, wobei sich
sofort die Frage nach seiner Aufnahme stellt: "Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen
ihn nicht auf "; aber "allen, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden" (Joh 1,
12).
Gott spricht und somit wird der Mensch zu einem Wesen, das angesprochen wird. Diese
anthropologische Dimension der göttlichen Offenbarung wird kurz erwähnt in der Konstitution
Dei Verbum 2: "Durch Christus, das menschgewordene Wort, haben die Menschen im Heiligen
Geist Zugang zum Vater und erhalten Anteil an der göttlichen Natur". Zu diesem
anthropologischen Thema haben die Kirchenväter die traditionelle Lehre vom Imago Dei
entwickelt. Der heilige Irenäus zum Beispiel spricht in einem Kommentar zum heiligen Paulus
vom Sohn und vom Heiligen Geist als von den "Händen des Vaters", die den Menschen nach dem
"Bild und Gleichnis Gottes" formen.[13] Es ist wichtig, sich die anthropologische Dimension der
göttlichen Offenbarung vor Augen zu halten, da sie heutzutage eine sehr wichtige Rolle in der
Hermeneutik der biblischen Texte spielt. Das II. Vatikanische Konzil hat die dialogale Identität
des Menschen ausgehend vom Wort Gottes in Christus neudefiniert. "Tatsächlich klärt sich nur
im Geheimnis des fleischgewordenen Wortes das Geheimnis des Menschen wahrhaft auf. Denn
Adam, der erste Mensch, war das Vorausbild des zukünftigen, nämlich Christi des Herrn.
Christus, der neue Adam, macht eben in der Offenbarung des Geheimnisses des Vaters und seiner
Liebe dem Menschen den Menschen selbst voll kund und erschließt ihm seine höchste Berufung"
(GS 22§ 1). In diesem christologischen Licht betrachtet, hat es also den Anschein, dass der
Mensch durch die Annahme dieser erhabenen Berufung im Glauben und in der Liebe Zugang
bekommt zu seiner vollkommenen persönlichen Identität in der Kirche, jenes Mysteriums der
Gemeinschaft und "Volkes, das in der Einheit des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes
versammelt ist".[14] Müsste man auf pastoraler Ebene nicht klären, ob diese dialogale und
kindgleiche Theoanthropologie, die auf Christus gründet, den ihr gebührenden Platz in der
Liturgie, der Katechese und der theologischen Lehre einnimmt? "In den Heiligen Büchern", so
ruft DV in Erinnerung, "kommt ja der Vater, der im Himmel ist, seinen Kindern in Liebe entgegen
und nimmt mit ihnen das Gespräch auf. Und solche Gewalt und Kraft liegt im Worte Gottes, daß
es für die Kirche Halt und Leben, für die Kinder der Kirche Glaubensstärke, Seelenspeise und
reiner, unversieglicher Quell des geistlichen Lebens ist." (DV 21).
Die göttliche Berufung des Menschen, so haben wir gesagt, erhellt sich im Geheimnis des
menschgewordenen Wortes, im neuen Adam. Diese Berufung verleiht dem Menschen seine
transzendente Dynamik in Form einer tiefen Sehnsucht nach Gott, die in sein Innerstes
eingeschrieben ist. Der Mensch ist ein Wesen, das die Sehnsucht nach dem Unendlichen in sich
trägt, aber er ist auch ein Wesen, das im Dienst steht und dem Wort Gottes gehorcht: "Ich bin die
Magd des Herrn" (Lk 1,38). Die gesamte Anthropologie ist in diesem Textabschnitt enthalten, in
dem von der Sehnsucht nach dem Dienen die Rede ist, die den Menschen zu einem kirchlichen
Wesen macht, zu einer anima ecclesiastica.
C. DIE BRAUT DES MENSCHGEWORDENEN WORTES
1. Die Tochter Sion und die Ecclesia
"In Gemeinschaft mit der ganzen Kirche gedenken wir deiner Heiligen. Wir ehren vor allem
Maria, die glorreiche, allzeit jungfräuliche Mutter unseres Herrn und Gottes Jesus Christus"
(Römisches Hochgebet). Eine Frau, Maria, erfüllt auf vollkommene Weise den an die Menschheit
ergangenen Ruf Gottes durch ihr "Ja"zum Wort des Bundes und zu seiner Sendung. Durch ihre
göttliche Mutterschaft und ihre geistliche Mutterschaft erscheint Maria als Vorbild und ständiges
Urbild der Kirche, so wie die frühe Kirche. Lasst uns innehalten in der Betrachtung Mariens als
Gestalt, die gleichsam den Angelpunkt bildet zwischen dem alten und dem neuen Bund und die
den Übergang vollzieht vom Glauben Israels hin zum Glauben der Kirche. Betrachten wir den
Bericht von der Verkündigung, die unübertrefflicher Ursprung und Vorbild der Selbstmitteilung
Gottes und der Glaubenserfahrung der Kirche ist. Er wird uns als Paradigma dienen, um die
dialogale Identität des Wortes Gottes in der Kirche zu verstehen. Auf Seiten Gottes, der spricht,
scheint in aller Klarheit die trinitarische Dimension der göttlichen Offenbarung auf. Der Engel
spricht bei der Verkündigung im Namen Gottes, des Vaters, der die Initiative ergreift und sich an
sein Geschöpf wendet, um ihm seine Berufung und seine Sendung mitzuteilen. Es handelt sich
um ein Ereignis der Gnade, bei dem die Botschaft mitgeteilt wird ungeachtet der Furcht und des
Erstaunens seines Geschöpfes: "Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären; ihm
sollst du den Namen Jesus geben." In dem lebhaften Dialog, der hierauf folgt, spricht Maria dann:
"Wie soll dies geschehen, da ich keinen Mann erkenne?" Der Engel gibt ihr zur Antwort: "Der
Heilige Geist wird über dich kommen und die Kraft des Höchsten dich überschatten" (Lk 1,35).
Über diese trinitarische Dimension des Berichtes von der Verkündigung hinaus zeigt uns der
Dialog Mariens mit dem Engel zugleich die lebhafte Reaktion der Angesprochenen, ihre Angst,
ihre Verlegenheit und ihre Bitte um eine Erklärung. Gott achtet die Freiheit seines Geschöpfes;
daher erwähnt er auch das Zeichen der Fruchtbarkeit von Elisabet, was Maria gestattet, auf
zugleich übernatürliche und vollkommen menschliche Weise ihre Zustimmung zu geben: "Ich bin
die Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Wort" (Lk 1,38). Als Braut des lebendigen Gottes
wird Maria durch die Gnade des Heiligen Geistes zur Mutter des göttlichen Sohnes.
In dem Augenblick, in dem Maria ihre bedingungslose Zustimmung zur Botschaft des Engels gibt,
geht das trinitarische Leben in ihre Seele, ihr Herz und ihren Schoß ein. Die Kirche des Neuen
Testaments beginnt dann zu existieren, als das menschgewordene Wort aufgenommen, innig
geliebt und ihm in voller Verfügbarkeit gegenüber dem Heiligen Geist gedient wird. Dieses Leben
der Gemeinschaft mit dem göttlichen Wort im Heiligen Geist beginnt mit der Botschaft des
Engels und sie erstreckt sich über das gesamte Leben Mariens hinweg. Dieses Leben schließt alle
Etappen des Wachsens und der Sendung des menschgewordenen Wortes ein, insbesondere die
eschatologische Szene des Kreuzes, als Maria von Jesus selbst die Botschaft der Fülle ihrer
geistlichen Mutterschaft empfängt: "Frau, siehe dein Sohn." (Joh 19,26). Auf all diesen Etappen
hat Maria durch "ihr anfängliches und dauerhaftes JA" [15] Anteil am Leben Gottes, der sich
hingibt, wobei sie selbst auf vollkommene Weise an seinem Heilsplan für die ganze Menschheit
mitarbeitet. Sie ist die neue Eva, die vom heiligen Irenäus besungen wird, die als Braut des
Lammes an der universalen Fruchtbarkeit des menschgewordenen Wortes teilhat.
Die Szene von der Verkündigung und das Leben Mariens veranschaulichen und wiederholen die
Struktur des Bundes des Wortes Gottes und den Glauben in seiner Eigenschaft als Antwort. Sie
lassen die persönliche und trinitarische Natur des Glaubens zur Geltung kommen, der in der
Hingabe der eigenen Person an Gott besteht, der wiederum sich hingibt, in dem er sich
offenbart.[16] "Diese Haltung ist die Haltung der Heiligen. Sie ist auch Haltung der Kirche, die
sich unablässig zu ihrem Herrn bekehrt als Antwort auf das Wort, das er an sie richtet".[17]
Daher erscheint uns die Aufmerksamkeit gegenüber der Gestalt Mariens als Modell und sogar als
Urbild [18] des Glaubens von wesentlicher Bedeutung zu sein, um konkret einen
Paradigmenwechsel zu bewirken in der Beziehung zum Wort Gottes. Dieser Paradigmenwechsel
folgt nicht der Philosophie des jeweiligen Tages, sondern der Wiederentdeckung des
ursprünglichen Ortes des Wortes Gottes, dem vitalen Dialog des dreifaltigen Gottes mit seiner
Braut, der Kirche, die sich in der heiligen Liturgie vollzieht. "Zur Erfüllung dieses großen Werkes,
durch das Gott vollkommen verherrlicht und die Menschen geheiligt werden, schließt sich
Christus ständig der Kirche an, seiner geliebten Braut, die ihn als ihren Herrn anruft und durch
ihn Gott, dem ewigen Vater, die Ehre erweist".[19]
2. Überlieferung, Schrift, Lehramt
Die Liturgie als einen lebendigen Dialog der Kirche mit Gott zu bezeichnen bedeutet von der
Überlieferung in ihrem ursprünglichen Sinn zu sprechen, nämlich von der lebendigen
Übermittlung des Geheimnisses vom Neuen Bund. Die Überlieferung besteht aus der
apostolischen Verkündigung, sie geht den Heiligen Schriften voraus, entwickelt sie und begleitet
sie ständig. Das verkündete Wort Gottes bringt den Glauben hervor, dessen Höhepunkt die Taufe
und die Eucharistie ist. Denn dort bringt Gott in Christus den Menschen sein Leben dar, "um sie
einzuladen, mit ihm in Gemeinschaft zu treten und sie in diese Gemeinschaft aufzunehmen" (DV
2). Dort antwortet die Kirche auch im Namen der ganzen Menschheit auf den Gott des Bundes,
indem sie sich mit Christus zu seiner Ehre und für das Heil der Welt darbringt.
In der lebendigen Tradition der Kirche nimmt das Wort Gottes den ersten Platz ein: es ist der
lebendige Christus. Das geschriebene Wort legt Zeugnis hiervon ab. Die Heilige Schrift ist in der
Tat ein historischer Beleg und ein unersetzlicher kanonischer Bezugspunkt für das Gebet, das
Leben und die Lehre der Kirche. Dennoch ist die Schrift nicht das gesamte Wort, sie kann nicht
völlig mit ihm identifiziert werden. Daher ist die Unterscheidung zwischen dem Wort und der
Schrift so wichtig, ebenso wie zwischen dem Buchstaben und dem Geist. Der heilige Paulus hebt
mit Nachdruck hervor, dass wir Diener "eines Neuen Bundes sind, nicht des Buchstabens, sondern
des Geistes; denn der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig" (2 Kor 3,6). Es ist
einsichtig, dass der Buchstabe der Heiligen Schrift eine vorrangige und normative Rolle in der
Kirche spielt, aber "das Christentum kann nicht als eine 'Religion des Buches' bezeichnet werden:
es ist die Religion des Wortes - aber nicht allein und vorrangig der Wortes in schriftlicher Form.
Es ist die Religion des Wortes, und zwar nicht eines 'geschriebenen und stummen Wortes,
sondern des menschgewordenen und lebendigen Wortes"[20]. Diese Religion des Wortes ist
jedoch untrennbar verbunden mit dem geschriebenen Wort, zu dem es in einer komplexen, aber
wesentlichen Beziehung steht.
Die Einheit zwischen der lebendigen Überlieferung und der Heiligen Schrift gründet auf dem
Beistand des Heiligen Geistes für jene, die einen pastoralen Dienst ausführen: "Die Aufgabe aber,
das geschriebene oder überlieferte Wort Gottes verbindlich zu erklären, ist nur dem lebendigen
Lehramt der Kirche anvertraut, dessen Vollmacht im Namen Jesu Christi ausgeübt wird. Das
Lehramt ist nicht über dem Wort Gottes, sondern dient ihm, indem es nichts lehrt, als was
überliefert ist, weil es das Wort Gottes aus göttlichem Auftrag und mit dem Beistand des Heiligen
Geistes voll Ehrfurcht hört, heilig bewahrt und treu auslegt und weil es alles, was es als von Gott
geoffenbart zu glauben vorlegt, aus diesem einen Schatz des Glaubens schöpft" (DV 10).
Dieser Beistand, den der Heilige Geist dem Lehramt schenkt (vgl. 2 Tim 1,14) vervollständigt sein
Wirken in der Schöpfung und in der Heilsgeschichte. In der Tat ist der Heilige Geist in der
Geschichte am Wirken, wobei er "Taten" und "Worte" hervorbringt, die die Ereignisse gedeutet
haben und die in den Heiligen Büchern schriftlich niedergelegt sind (DV I,2). Die historisch-kritische Exegese hat unser Bewußtsein geschärft für die komplexe menschliche Vermittlung bei
der Abfassung der Heiligen Texte, und dennoch hat der Heilige Geist die ganze Heilsgeschichte
geleitet, er hat ihre mündliche und schriftliche Interpretation inspiriert und ihren Höhepunkt in
Christus und der Kirche gestaltet.
Der heilige Paulus beschreibt in poetischer Weise "das Wort Gottes" als "Schwert des Geistes"
(Eph 6, 17). Er stellt dabei in besonderer Weise die Rolle des Heiligen Geistes im Heilsplan
Gottes heraus, vor allem in seinem meisterhaften Brief an die Epheser (vgl. 1,13; 2,22; 3,5). Wir
möchten nun anmerken, dass das Wirken des Heiligen Geistes nicht der dialogalen Dimension und
der lehrmässigen Dimension entgegensteht, wie es das Lehramt der Kirche in Erinnerung ruft,
wobei es in DV den Schwerpunkt auf die persönlich-dialogale Dimension legt, ausgehend von der
Selbstmitteilung Gottes in Christus. "Es zeigt sich also, daß die Heilige Überlieferung, die Heilige
Schrift und das Lehramt der Kirche gemäß dem weisen Ratschluß Gottes so miteinander verknüpft
und einander zugesellt sind, daß keines ohne die anderen besteht und daß alle zusammen, jedes
auf seine Art, durch das Tun des einen Heiligen Geistes wirksam dem Heil der Seelen dienen."
(DV 10). Trotz dieses delikaten Gleichgewichtes, das viele Auswirkungen auf ökumenischer
Ebene hat, bleiben Spannungen bestehen, und das Nachdenken über grundlegende Fragen muss
weiterentwickelt werden, denn diese haben großen Einfluss darauf, wie die Schrift gelesen und
ausgelegt wird und wie sie fruchtbringend im Leben und in der Sendung der Kirche verwendet
wird.
Convocatio: Gott ruft durch sein Wort seine Geschöpfe ins Leben. Er ruft den Menschen zum
Dialog in seinem Sohn und er beruft die Kirche dazu, im Heiligen Geist an seinem göttlichen
Leben Anteil zu haben. Wir wollen diesen Teil über die Identität des Wortes Gottes mit einem
Abschnitt über die Kirche, die Braut des menschgewordenen Wortes, abschließen. Trotz der
Komplexität der Beziehungen zwischen Schrift, Überlieferung und Lehramt gewährleistet der
Heilige Geist die Einheit des Ganzen, vor allem wenn man sich die eine Antwort beinhaltende,
bräutliche Dynamik des Bundes vor Augen führt. Indem wir die kirchlichen Aspekte der Schrift,
der Überlieferung und des Lehramtes in den Kontext einer marianischen Ekklesiologie stellen,
laden wir zu einem Paradigmenwechsel ein, wobei sich der Schwerpunkt von der noetischen
Dimension zur persönlichen Dimension der Offenbarung verlagert. Die archetypische Gestalt
Mariens gestattet, die dynamische Dimension des Wortes Gottes und der persönlichen Natur des
Glaubens als Gabe seiner selbst zur Geltung zu bringen, indem sie die Kirche einlädt, sich unter
das Wort Gottes zu stellen und verfügbar zu sein gegenüber dem Wirken des Geistes
II. COMMUNIO: DAS WORT GOTTES IM LEBEN DER KIRCHE
In diesem zweiten Teil sprechen wir vom Wort Gottes im Leben der Kirche, wobei wir beim
Dialog der Kirche mit Gott in der heiligen Liturgie beginnen wollen, die gleichsam die Wiege des
Wortes Gottes ist, sein Sitz im Leben [21]. Danach werden wir die Lectio divina und die
kirchliche Auslegung der Heiligen Schrift behandeln, wobei wir den Schwerpunkt auf die Suche
nach dem geistlichen Sinn legen und dazu einladen werden, die Exegese mit den Kirchenvätern
zu verbinden.
A. DER DIALOG DER KIRCHE MIT GOTT, DER SPRICHT
1.Die heilige Liturgie
Die Liturgie wird angesehen als Ausübung des priesterlichen Amtes Jesu Christi, eine Übung, bei
der der gesamte öffentliche Kult vom mystischen Leib Jesu Christi vollzogen wird, das heißt vom
Haupt und von seinen Gliedern (vgl. SC 7). Daher stellt die Konstitution Sacrosanctum concilium
die verschiedenen Formen der Gegenwart Christi in der Liturgie heraus: "Gegenwärtig ist er im
Opfer der Messe sowohl in der Person dessen, der den priesterlichen Dienst vollzieht - denn
'derselbe bringt das Opfer jetzt dar durch den Dienst der Priester, der sich einst am Kreuz selbst
dargebracht hat' -, wie vor allem unter den eucharistischen Gestalten. Gegenwärtig ist er mit
seiner Kraft in den Sakramenten, so daß, wenn immer einer tauft, Christus selber tauft." Christus
ist "gegenwärtig in seinem Wort, da er selbst spricht, wenn die heiligen Schriften in der Kirche
gelesen werden." (SC 7).
"Er selbst spricht, wenn die heiligen Schriften in der Kirche gelesen werden." Man kann gar nicht
oft genug an die pastoralen Auswirkungen dieser feierlichen Worte des Konzils erinnern. Sie rufen
uns ins Gedächtnis, dass die Hauptperson der heiligen Liturgie Christus selbst ist, der sich an sein
Volk wendet und sich aus Liebe im Opfer seinem Vater hingibt für das Heil der Welt. Auch wenn
beim Vollzug der liturgischen Riten die Kirche die Hauptrolle zu spielen scheint, spielt sie
tatsächlich aber stets eine untergeordnete Rolle im Dienste des Wortes und dessen, der spricht.
Der Ekklesiozentrismus ist der Konzilsreform fremd. Wenn das Wort Gottes verkündet wird, ist
es Christus, der im Namen seines Vaters spricht, und der Heilige Geist befähigt uns, sein Wort
aufzunehmen und an seinem Leben Anteil zu haben. Die liturgische Versammlung muss auf sein
Wort ausgerichtet sein und nicht auf sich selbst. Andernfalls wird sie zu nichts anderem als einer
beliebigen sozialen Gruppe.
Die Kirche lehrt uns, indem sie uns all dies ständig ins Gedächtnis ruft, dass das Wort Gottes in
erster Linie Gott ist, der spricht. Schon im Ersten Bund spricht Gott zu seinem Volk durch Mose,
der ihm dann die Antwort des Volkes auf die Worte des Herrn überbringt: "Alles, was der Herr
befohlen hat, wollen wir tun." (Ex 19,8)[22]. Gott spricht weniger, um uns zu belehren, als um
uns sich selbst mitzuteilen und "uns in seine Gemeinschaft hineinzunehmen" (DV 2). Der Heilige
Geist verwirklicht diese Gemeinschaft, in dem er die Gemeinde um sein Wort versammelt und
das österliche Geheimnis Christi vergegenwärtigt, wobei er sich selbst in der Kommunion hingibt.
Denn gemäß der Schrift gipfelt die Sendung des menschgewordenen Wortes in der Mitteilung des
göttlichen Geistes.[23] In diesem trinitarischen und pneumatologischen Licht betrachtet, wird es
klarer deutlich, dass die heilige Liturgie der lebendige Dialog ist zwischen Gott, der spricht, und
der Gemeinschaft, die hört und Antwort gibt durch ihren Lobpreis, ihre Danksagung und ihr
Engagement im Leben und in der Sendung. Wie soll man bei den Gläubigen das Bewußtsein dafür
schärfen, dass die Liturgie die Ausübung des priesterlichen Amtes Jesu Christi ist, dem die Kirche
als seine geliebte Braut zutiefst verbunden ist? Welche Konsequenzen müsste die
Wiederentdeckung dieses ursprünglichen Ortes des Wortes Gottes auf die biblische Hermeneutik,
die Eucharistiefeier und besonders auf den Stellenwert und die Funktion des Wortgottesdienstes
einschließlich der Homilie haben?
a) Wort und Eucharistie
"Die Kirche hat die Heiligen Schriften immer verehrt wie den Herrenleib selbst, weil sie, vor
allem in der heiligen Liturgie, vom Tisch des Wortes Gottes wie des Leibes Christi ohne Unterlaß
das Brot des Lebens nimmt und den Gläubigen reicht" (DV 21). Als sie den Wortgottesdienst und
die Eucharistiefeier mit den zwei Tischen verglich, wollte DV zu Recht die Bedeutung des Wortes
Gottes hervorheben. Dieser Ausdruck nimmt einen traditionellen Gedanken wieder auf, den
beispielsweise Origines sehr gut dargelegt hat, als er zum Respekt vor dem Wort Gottes wie auch
vor dem Leib Christi ermahnt: "So wie ihr, da es sich um seinen Leib handelt, zu Recht alle
Vorsicht walten lasst, warum wollt ihr dann, dass die Missachtung des Wortes Gottes eine
geringere Züchtigung nach sich ziehe als die seines Leibes?".[24] Wenn wir darauf Wert legen,
die Metapher von den beiden Tischen beizubehalten, müssten wir dann nicht auch die Art, ihnen
Verehrung entgegenzubringen, in all ihren Nuancen darstellen?[25] Müssen wir nicht auch vor
allem ihre Einheit hervorheben, da sie beide den Gläubigen dasselbe "Brot des Lebens"schenken
(Joh 6,35-58)? Sowohl unter der Gestalt des Brotes, an das wir glauben, als auch des Brotes, das
wir essen, lässt uns das verkündete Wort und das über die Hostien gesprochene Wort teilhaben
am selben sakramentalen Ereignis. Der Wortgottesdienst trägt eine geistliche Kraft in sich, die
gesteigert wird durch ihre enge Verbindung mit dem Vollzug des österlichen Geheimnisses: das
Wort Gottes wird durch die Kraft des Heiligen Geistes zum sakramentalen Fleisch. Dieses
sakramentale Geheimnis vollzieht sich durch Worte, wie es das Konzil von Trient in Erinnerung
ruft [26], sowie durch das Wirken des Heiligen Geistes, der auf dem geweihten Diener ruht in der
Epiklese ausdrücklich angerufen wird.
Der Heilige Geist verleiht dem Wort Gottes in der Liturgie eine performative Kraft, das heißt es
ist "voll Leben und voll Kraft" (Hebr 4,12). Das bedeutet, dass das liturgische Wort ebenso wie
das Evangelium "nicht nur Mitteilung von Wißbarem (ist); es ist Mitteilung, die Tatsachen wirkt
und das Leben verändert".[27] Diese performative Kraft des liturgischen Wortes hängt von der
Tatsache ab, dass derjenige, der spricht, durch sein Wort nicht in erster Linie belehren, sondern
sich selbst mitteilen will. Derjenige, der hört und antwortet, hängt nicht nur abstrakten Wahrheiten
an, sondern er setzt sich persönlich mit seinem ganzen Leben ein, wobei er seine Identität als
Glied des Leibes Christi zeigt. Der Heilige Geist ist der Schlüssel zu dieser lebenswichtigen
Kommunikation. Er ist es, der den sakramentalen und kirchlichen Leib formt, so wie er in Maria
seinen fleischlichen Leib und, nach den Worten des Origines, den "Leib der Schrift" geformt
hat.[28] So kommt mit dem Sohn und dem Heiligen Geist "ja der Vater, der im Himmel ist, seinen
Kindern in Liebe entgegen und nimmt mit ihnen das Gespräch auf." (DV 21). Wie soll man nun
Jünger und Diener heranbilden, die fähig sind, die trinitarische und antwortartige Dimension der
Liturgie zur Geltung zu bringen? Diese pastoralen Auswirkungen erfordern nicht nur eine Reform
der biblischen Studien, sondern auch eine Wiederaufwertung der Schriftbetrachtung.
b) Die Homilie
Obwohl beim Konzil über die Reform der Homiletik beraten wurde, spüren wir noch die
Unzufriedenheit vieler Gläubiger angesichts des Dienstes der Verkündigung. Diese
Unzufriedenheit erklärt zum Teil den Wechsel vieler Katholiken zu anderen religiösen Gruppen.
Wir wissen, dass es, um die Lücken in der Verkündigung zu schließen, nicht genügt, dem Wort
Gottes die Priorität einzuräumen. Es ist auch nötig, dass es im mystagogischen Kontext der
Liturgie richtig ausgelegt wird. Auch genügt es nicht, sich der Exegese zu bedienen, oder neue
pädagogische oder technologische Mittel zu verwenden. Es ist auch nicht ausreichend, dass das
persönliche Leben des Priesters in tiefem Einklang mit dem verkündeten Wort steht. All dies ist
sehr wichtig, es kann aber dem Vollzug des österlichen Geheimnisses Christi fremd bleiben. Wie
kann man den Homileten helfen, das Leben und das Wort in Verbindung zu bringen mit diesem
eschatologischen Ereignis, das ins Herz der Gemeinde eingeht? Die Homilie muss die spirituelle
und damit christologische Tiefe der Heiligen Schrift erreichen.[29] Wie kann man den Hang zum
Moralismus vermeiden und vielmehr an die Entschlossenheit des Glaubens appellieren?
Das Instrumentum laboris legt besonderen Wert auf die Bibelstelle Lukas 4,21, in der von der
"ersten Homilie" die Rede ist, die Jesus in der Synagoge von Nazaret gehalten hat: "Da begann
er, ihnen darzulegen: Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt." Das
Lukasevangelium führt diese Textpassage auf sehr feierliche Weise ein und macht sie gleichsam
zu einer Zusammenfassung der Verkündigung und der Geschicke Jesu. In gewisser Weise war die
Szene in der Synagoge von Nazaret ein Sinnbild seines Lebens. Die Menschen waren erstaunt
über die Botschaft der Gnade, die von seinen Lippen kam, aber am Ende waren sie bereit, ihm den
Todesstoß zu versetzen. Der Beginn seiner Predigttätigkeit war der Prolog des Ostergeheimnisses.
"Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt" (Lk 4,21). Zwischen dem Heute
des Auferstandenen und dem Heute der Gemeinde steht die Vermittlung der Heiligen Schrift, die
der Mund des Homileten, vom Heiligen Geist erfüllt, verkündet. "Sie staunten darüber, wie
begnadet er redete" (LK 4,22). Erleuchtet vom Heiligen Geist, dient der auf einfache und vertraute
Weise dargelegte Text als Vermittlung der Begegnung zwischen Christus und der Gemeinde. Die
Erfüllung der Schrift vollzieht sich somit im Glauben der Gemeinde, die Christus als Wort Gottes
aufnimmt. Das Heute, das den Prediger interessiert, ist das Heute des Glaubens, die im Glauben
getroffene Entscheidung, sich Christus zu überantworten und ihm zu gehorchen, bis hin zu den
sittlichen Anforderungen des Evangeliums.
Der Priester als Diener des Wortes Gottes vervollständigt das, was an der Verkündigung Jesu
gegenüber seinem Leib, der Kirche, fehlt. Er teilt die Mühen der Vorbereitung, die
Schwierigkeiten des Mitteilens, aber vor allem die Freude darüber, Werkzeug des Heiligen Geistes
im Dienst an einem sehr tiefgehenden Ereignis zu sein: "der Mensch nimmt die Liebesgabe Gottes
an, der ihm in Christus entgegenkommt".[30]
c) Das Stundengebet
Gott spricht auch weiterhin mit seinem Volk durch seinen Sohn im Heiligen Geist, "nicht nur
durch die Feier der Eucharistie, sondern auch auf anderen Wegen und vor allem durch die Übung
des Stundengebets" (SC 83). Jesus Christus "hat uns in diesem Erdental diesen Hymnus gegeben,
der auf ewig im Himmel gesungen wird. In diesen himmlischen Lobgesang stimmt die ganze
Menschenfamilie ein." "Auf diese Weise", so schreibt der heilige Augustinus, "betet unser Herr
Jesus Christus, der einzige Erlöser seines mystischen Leibes, für uns, er betet in uns, und er nimmt
unsere Bitten entgegen. Er bittet für uns wie unser Priester, er bittet in uns wie unser Haupt, er
nimmt unsere Bitten entgegen wie unser Gott. Erkennen wir daher, das wir in ihm sprechen und
dass er in uns spricht".[31]
Das Stundengebet ist Teil des Vollzugs des priesterlichen Amtes Jesu Christi, dem sich die Kirche
tiefinnerlich anschließt als Braut des menschgewordenen Wortes. Die Erneuerung des
Stundengebetes, die vom Konzil durchgeführt wurde, hat große Früchte in der Kirche gebracht
dank der Entwicklung einer umfassenderen Praxis mit vereinfachten Formen, die den häufigen,
vom Gebet durchdrungenen Kontakt mit dem Wort Gottes ermöglichen. Diese monastische und
gemeinschaftliche Praxis, die auch von der Lektüre der Kirchenväter bereichert wird, bleibt ein
konstitutives Element der kirchlichen Überlieferung und stellt somit einen wichtigen Bezugspunkt
für die Auslegung der Heiligen Schrift in der Kirche dar.
Die kirchliche Übung verkörpert das spirituelle Ziel der Heiligen Schrift und bringt das
unübertreffliche Gebet der Psalmen zur Geltung. "Gewiß, die ganze Heilige Schrift, vom Alten
bis zum Neuen Testament, ist von Gott inspiriert und dient seiner Lehre, so wie sie geschrieben
steht; und auch das Buch der Psalmen, schreibt der heilige Athanasius, bietet wie ein Paradies,
das die Früchte aller anderen Bücher in sich birgt, seine Gesänge und fügt in der Psalmodie seine
eigenen Früchte hinzu[32]. Wer die Psalmen singt, steht gleichsam vor einem "Spiegel", in dem
er seine eigenen Gefühle wiederentdecken kann, so wie Augustinus, der bekennt, dass so "die
Wahrheit von Eifer getragen in mein Herz einging, meine Tränen flossen, und es tat mir so
wohl".[33]
Die Synode müsste in Erinnerung rufen, wie sehr die eifrige Übung des Stundengebets nach den
Vorschriften der jeweiligen Gemeinschaften, ein wertvoller Sauerteig des gemeinschaftlichen
Lebens und der Freude ist".[34] Es verkörpert die Sequela Christi, die Einheit zwischen Braut und
Bräutigam im Lobgebet der Liebe und der Fürbitte zur Ehre Gottes und für das Heil der Welt.
2. Die Lectio divina
Die Überlieferung der Kirche fördert auch die Praxis der Lectio divina als weise Betrachtung der
Heiligen Schrift, so wie Maria in ihrem Herzen über alle Geheimnisse aus dem Leben Jesu
nachdachte. "Maria suchte den geistlichen Sinn der Schrift und fand ihn, indem sie ihn in
Beziehung brachte (symballousa) zu den Worten, zum Leben Jesu und zu den Ereignissen, die sie
nach und nach in ihrer eigenen Lebensgeschichte entdeckte". Auf diese Weise wird Maria zu
einem Sinnbild für uns alle, für den Glauben der einfachen Menschen und für den der
Kirchenlehrer, die studieren, forschen und die Art und Weise festlegen, wie das Evangelium
bekannt wird.[35]
"Ich möchte vor allem die alte Tradition der Lectio divina in Erinnerung rufen und empfehlen",
schreibt Papst Benedikt XVI. "Sie sollen daran denken, daß Gebet die Lesung der Heiligen Schrift
begleiten muß, damit sie zu einem Gespräch werde zwischen Gott und Mensch; denn ihn reden
wir an, wenn wir beten; ihn hören wir, wenn wir Gottes Weisungen lesen" (DV 25). Wenn diese
Praxis in rechter Weise gefördert wird, kann sie der Kirche, und hiervon bin ich überzeugt, einen
neuen geistlichen Frühling bescheren".[36]
Damit die Übung der Lectio divina noch fruchtbringender gepflegt wird, vermittelt uns der Text
DV 23 den richtigen Blick, indem er die Kirche, die Braut des menschgewordenen Wortes
erwähnt, die vom Heiligen Geist beseelt und belehrt wird. Diese bräutliche Ekklesiologie
vermittelt eine Atmosphäre der Liebe und Gegenseitigkeit, welche die Betrachtung der Schrift
begünstigt. Dieser wertvolle Hinweis hilft uns, uns der ekklesiologischen Voraussetzungen
bewußt zu werden, die eine wichtigere Rolle im Dialog mit Gott spielen als die heiligen Texte
selbst. In dem Maße, in dem die Kirche sich in ihren Gliedern als geliebte Braut erkennt, als
Objekt der Liebe und des Auserwähltseins, wird sie sich ganz von selbst voll Liebe der Heiligen
Schrift als immer sprudelnder Quell der göttlichen Liebe zuwenden.[37]
"Vor diesem Hintergrund müssen wir die außergewöhnliche Exegese der Kirchenväter zur
Kenntnis nehmen, recht verstehen und wiedererlangen ebenso wie die großartige mittelalterliche
Intuition des 'vierfachen Schriftsinns', die in keinster Weise an Bedeutung verloren haben.[38]
Die Pflege der Lectio divina wird reiche Früchte bringen und uns in eine Atmosphäre des
Vertrauens gegenüber der Heiligen Schrift hineinnehmen. Dies setzt eine Exegese des Textes
voraus "im Geiste dessen, der ihn geschrieben hat" (DV 12). In diesem Kontext kann man gar
nicht genug "das Studium der Kirchenväter des Ostens und des Westens sowie der heiligen
Liturgie" empfehlen (DV 23).
Kurz gesagt: die Lectio divina kann viel zum Dialog der Kirche mit Gott, zur Ausbildung der
Schüler und der christlichen Gemeinschaften beitragen, wie auch zur Annäherung der Kirchen und
kirchlichen Gemeinschaften "durch die gemeinsame geistliche Lektüre des Wortes Gottes".[39]
Es ist wünschenswert, dass die Synode die Suche nach neuen, einfachen und anziehenden
Strategien ermutigt, die dem ganzen christlichen Volk oder bestimmten Gruppen von Gläubigen
angepasst werden, um den freudige Pflege einer beständigen persönlichen und gemeinschaftlichen
Lektüre des Wortes Gottes zu fördern.
B. Die Auslegung der Heiligen Schrift in der Kirche
1. Problematische Elemente
Die Auslegung der Heiligen Schrift in der Kirche hat seit den apostolischen Anfängen wiederholt
Anlass gegeben zu Konflikten und Spannungen. Schismen und Trennungen haben weitere
Hindernisse aufgerichtet. Mit diesen bedauerlichen Ereignissen einhergehend, haben sich nicht
nur die Exegese und die Theologie voneinander entfernt, sondern auch von der spirituellen
Auslegung der Heiligen Schrift, die im Zeitalter der Kirchenväter üblich war.[40] Das
kontemplative Beispiel der monastischen und patristischen Theologie ist - unter dem Einfluss der
zu bekämpfenden Irrtümer und der historischen, philosophischen und wissenschaftlichen
Entdeckungen - verdrängt worden von einer spekulativen und oft polemischen Form der
Theologie. Hinzu kommt noch die anthropozentrische Wende des modernen Denkens, das die
Metaphysik des Seins zugunsten einer immanentistischen Epistemologie zurückweist. Als
Gefangener des magischen Zirkels des "cogito" (Ricoeur), ist der Mensch fasziniert von seinen
eigenen spekulativen Heldentaten (Hegel), aber er verliert den Sinn für das Staunen vor dem
Geheimnis des Seins und der Offenbarung.[41]
In diesem Kontext der Trennung und des Konfliktes zwischen Glauben und Vernunft wohnt man
einer Infragestellung der Einheit der Heiligen Schrift bei sowie einer übermäßigen Fragmentierung
der Interpretationen. Von nun an gibt es keine Übereinstimmung mehr hinsichtlich des inneren
Bezugs von Exegese und Glauben, und die Spannungen zwischen Exegeten, Hirten und
Theologen vergrößern sich.[42] Sicher wird die historisch-kritische Exegese immer mehr durch
andere Methoden ergänzt, von denen einige an die Tradition und Geschichte der Exegese
anknüpfen.[43] Aber muss nicht im allgemeinen, nachdem man sich Jahrzehnte lang auf die
menschlichen Aspekte der Übermittlung der Heiligen Schrift konzentriert hat, die göttliche Tiefe
der inspirierten Texte wiedergefunden werden, ohne dabei die wertvollen Errungenschaften der
neuen Methodologien preiszugeben?
Man kann nicht genug Wert darauf legen, denn die Krise der Exegese und die theologische
Hermeneutik ziehen das geistliche Leben des Volkes Gottes und sein Vertrauen in die Heilige
Schrift stark in Mitleidenschaft. Sie belastet auch die kirchliche Gemeinschaft wegen der oft
schädlichen angespannten Atmosphäre zwischen der universitären Theologie und dem kirchlichen
Lehramt. Angesichts dieser heiklen Situation und ohne in die Diskussionen der verschiedenen
Schulen einzutreten, muss die Synode eine Orientierung geben, um die Beziehungen zu verbessern
und um die Errungenschaften der biblischen und hermeneutischen Wissenschaften in die
kirchliche Auslegung der Heiligen Schriften.[44]
Die in dieser Hinsicht von der Kongregation für die Glaubenslehre geförderten Dialoge sollten
intensiviert werden, um die Streitfragen auf multidisziplinäre Weise und im Respekt der
jeweiligen Kompetenzen zu vertiefen und so das Urteil der Kirche vorzubereiten, "deren
gottergebener Auftrag und Dienst es ist, das Wort Gottes zu bewahren und auszulegen" (DV 12).
Die Päpstliche Bibelkommission und die Internationale Theologische Kommission spielen eine
wichtige und in diesem Zusammenhang sehr geschätzte Rolle. Die Synode könnte dem wertvollen
Beitrag dieser Institutionen ihre Anerkennung aussprechen und zu gemeinsamen Sitzungen
ermutigen [45], um den Dialog zwischen Hirten, Theologen und Exegeten zu fördern. Sie könnte
auch Treffen dieser Art auf regionaler Ebene vorschlagen, die dazu beitragen würden, ein
gesundes Klima der Gemeinschaft und des Dienstes am Wort Gottes zu schaffen. Die Synode
könnte unter anderem den Vorschlag machen, dass man den geistlichen Sinn der Heiligen Schrift
zum tragenden Element dieser Suche nach Einheit macht.[46]
2. Der geistliche Sinn der Heiligen Schrift
"Der erfahrene Theologe erkennt ohne Umschweife", schreibt Pater de Lubac, "dass das
Vorhandensein eines zweifachen Schriftsinns, des wörtlichen und des geistlichen, eine
unveräußerliche Vorgabe der Tradition ist. Sie ist Teil des christlichen Erbes. Er [der geistliche
Schriftsinn] ist, wiederholen wir es mit den Vätern, das Neue Testament selbst, mit all seiner
Fruchtbarkeit, das sich uns offenbart als 'Erfüllung und Transfiguration des Alten Testaments'"
[47] Nach dem heiligen Thomas von Aquin setzt der geistliche Sinn den wörtlichen Sinn voraus
und stützt sich auf ihn.[48] Jedoch muss jede symbolische oder geistliche Interpretation eine
Homogenität mit dem wörtlichen Sinn bewahren. Denn "ließe man einen heterogenen Sinn zu,
würde man die biblische Botschaft in ihren Wurzeln treffen und subjektiver Willkür überlassen,
denn diese Botschaft ist ein Wort, das Gott in der Geschichte gesprochen hat."[49] Man würde
einem unkontrollierbaren Subjektivismus die Tür öffnen.
Diese Befürchtung eines Subjektivismus und die fehlende zeitgenössische Reflexion über die
Inspiration der Heiligen Schrift erklären, dass sich die zeitgenössische katholische Exegese nur
langsam wirklich für den geistlichen Sinn der Heiligen Schrift interessiert.[50] Dennoch zeichnet
sich eine bedeutsame Entwicklung in dieser Richtung ab. "In der Regel", schreibt die Päpstliche
Bibelkommission, "läßt sich der geistliche Sinn in der Perspektive des christlichen Glaubens als
der Sinn definieren, den die biblischen Texte ausdrücken, wenn sie unter dem Einfluß des
Heiligen Geistes im Kontext des österlichen Mysteriums Christi und des daraus folgenden neuen
Lebens gelesen werden."[51] Diese Definition stimmt sehr gut überein mit der Ausrichtung von
DV 12, wo darauf hingewiesen wird, dass die biblischen Texte in dem Geist auszulegen sind, in
dem sie geschrieben wurden.
Denn es ist der Heilige Geist, der die Ereignisse des Alten und des Neuen Testaments vorbereitet
hat, einem Fortschreiten entsprechend, das von der Verheißung zur Erfüllung führt; durch den
Heiligen Geist wurden diese Ereignisse durch prophetische Worte und symbolische oder
weisheitliche "relectures" ausgelegt, um das Volk Gottes durch Läuterungen und schrittweise
Vertiefungen zur Begegnung mit Jesus Christus zu führen, der Fülle der Offenbarung. Im Grunde
bleibt der geistliche Sinn der Heiligen Schrift, der "wahre Sinn, der des Heiligen Geistes".[52]
"Was mich angeht", schreibt der heilige Bernhard, "suche ich, so wie es mich der Herr gelehrt hat,
in den verborgenen Tiefen des heiligen Wortes seinen Heiligen Geist und seinen lebendigen Sinn;
das ist meine Aufgabe, denn ich glaube an Jesus Christus. Wie sollte ich nicht versuchen, aus
diesem toten Wort ohne Geschmack eine köstliche und heilsame geistliche Nahrung zu gewinnen,
so wie man die Spreu vom Weizen trennt, die Nuss von ihrer Schale oder wie man das Mark aus
einem Knochen saugt? Ich möchte diesen Buchstaben nicht, der nach Fleisch schmeckt und den
tötet, der ihn verschlingt. Aber das, was unter seiner Hülle verborgen ist, stammt vom Heiligen
Geist".[53]
Die Praxis der geistlichen Auslegung der Heiligen Schrift erfordert hier eine pneumatologische
Vertiefung. Es reicht nicht aus, "unter dem Einfluss des Heiligen Geistes" die Heilige Schrift zu
lesen, man muss im Buchstaben den Geist wahrnehmen, der in ihm enthalten ist. So ist der Heilige
Geist nicht nur eine von außen wirkende Kraft der Abfassung der Bibel; er ist derjenige, der sich
in der Bibel in Übereinstimmung mit dem Wort des Vaters, Jesus Christus, ausdrückt. In
Weiterführung dieser Untersuchung wäre es angemessen, wenn sich die Synode der Frage stellen
würde, ob möglicherweise eine Enzyklika über die Interpretation der Heiligen Schrift in der
Kirche angemessen wäre.
3. Exegese und Theologie
Exegese und Theologie beschäftigen sich mit demselben Objekt, dem Wort Gottes, aber aus
verschiedenen und einander ergänzenden Perspektiven. Der Exeget studiert den "Buchstaben" der
Heiligen Schrift "in dem Geist, in dem sie geschrieben worden ist [54]", für eine "rechte
Ermittlung des Sinnes der heiligen Texte" (DV 12). Er schenkt der historischen Genese der Texte
Aufmerksamkeit, ihrer literarischen Gattung, ihrer Strukturierung, aber auch der Beziehung
zwischen den verschiedenen Büchern der Bibel und den beiden Testamenten. Die Synode sollte
das wiederauflebende Interesse für die kanonische Herangehensweise an die Heilige Schrift
begrüßen sowie die Bemühungen, Synthesen biblischer Theologie vorzuschlagen als interessante
Schritte in Richtung auf ein globales Verstehen der Heiligen Schrift. Auch der Theologe bemüht
sich, den "Buchstaben" auszulegen entsprechend der "Einheit der ganzen Schrift, unter
Berücksichtigung der lebendigen Überlieferung der Gesamtkirche" (DV 12), der philosophischen
und anderer Sprechweisen, die die Kultur seiner Zeit kennzeichnen. Dabei sollte er so weit wie
möglich die besonderen Sensibilitäten seiner Zeitgenossen respektieren.
Exegeten und Theologen wissen, dass "die Heiligen Schriften das Wort Gottes enthalten und, weil
inspiriert, wahrhaft Wort Gottes sind: Deshalb sei das Studium des heiligen Buches gleichsam die
Seele der heiligen Theologie" (DV 24). Dieses Wort Gottes ist immer und zugleich das Wort des
Glaubens, das Zeugnis eines Volkes und seiner inspirierten Verfasser. Deshalb müssen die
exegetischen und theologischen Methoden die Wechselbeziehung von "Buchstabe", Heiligem
Geist und Glauben in ihrer Auslegungsarbeit widerspiegeln. Die Bundesbeziehung zwischen Gott
und seinem Volk wohnt dem Text selbst inne und verlangt eine Interpretation, die nicht nur
noetisch, sondern auch dynamisch und dialogal ist. Kurz gesagt, entweder legen Exegeten und
Theologen die Bibel gewissenhaft im Glauben und im Hören auf den Heiligen Geist aus, oder sie
halten sich bei den oberflächlichen Charakteristika des Textes auf, wenn sie sich auf historische,
linguistische oder literarische Überlegungen beschränken.
Unter den dringenden Forschungsaufgaben kommt der Vertiefung der theologischen
Epistemologie anhand der Kirchenväter und der Heiligen besondere Wichtigkeit zu. Durch ihre
persönliche und methodische Haltung des kontemplativen Glaubens öffnen sie sich der Tiefe des
Textes, das heißt der Gegenwart Gottes, der jetzt durch ihn spricht und den Hörer persönlich
anspricht. Daher stammt ihr Zeugnis einer "Wissenschaft der Liebe" [55], die der bevorzugte Weg
zur Kenntnis Gottes bleibt. "Die inspirierte Richtigkeit, mit der die am wenigsten spekulativen
Heiligen bestimmte Aspekte des christlichen Lebens unterstreichen, kann unvorhersehbare
Auswirkungen auf die lebendige Theologie der Kirche haben. Denken wir an die Regel des
heiligen Benedikt, das Testament des heiligen Franziskus, an die Exerzitien des heiligen Ignatius"
[56]. Auch wenn die betreffenden Heiligen keine Berufstheologen sind, dienen die besonderen
Akzente als "Kanon" und Regeln zur Auslegung der Offenbarung, denn "diejenigen, die lieben,
wissen am meisten über Gott. Auf sie muss der Theologe hören".[57] Die heilige Therese vom
Kinde Jesu wusste, dass ihr Weg der geistlichen Kindschaft ein nachzuahmendes Vorbild war und
in der Bibel weist der heilige Paulus auf sich selbst als Vorbild hin.
"Für eine abgeschlossene anthropologische Ethik wird die Freimütigkeit, mit der der heilige
Paulus an sich selbst die Heiligkeit aufzeigt - um die dogmatische Wahrheit aufzuzeigen - und die
Analyse seiner eigenen Existenz vor der ganzen Kirche und der Welt unterbreitet, wird immer
etwas schockierendes an sich haben. Aber auf kirchlicher Ebene ist sie nichts weiter als der exakte
und folgsame Widerschein der außerordentlichen Bekräftigung Christi, die Bekräftigung dessen,
dass er selbst in seinem lebendigen Dasein die Wahrheit Gottes ist".[58] Die Art und Weise, wie
der heilige Franziskus die Schrift verstanden hat, unterscheidet sich in wichtigen Punkten von der
Auffassung seiner Biographen. Diese sind mit den wissenschaftlichen Methoden der damaligen
Zeit vertraut und lassen sich auf eine symbolische Exegese ein, in der der Phantasie keine Grenzen
gesetzt sind. Beim heiligen Franziskus ist dies anders: er hat keine Vorstellung von den zu seiner
Zeit geltenden hermeneutischen Prinzipien. Seine Exegese ist realistisch, konkret, seine
Vorstellungskraft ist an den Buchstaben der Heiligen Schrift gebunden". [59] Mit einem Wort,
die Heiligen betrachten mit den Augen des Geistes die Tiefen Gottes, die in der Heiligen Schrift
aufscheinen.[60] "Die Heiligen sind für das Evangelium das, was der Gesang im Verhältnis zu
den Noten ist", schreibt der heilige Franz von Sales.[61]
III. MISSIO : Das Wort Gottes in der Sendung der Kirche
Wir haben das Wort Gottes in das Leben der Kirche hineingestellt unter dem Zeichen der
Communio, denn das im Glauben angenommene Wort führt uns ein in die Gemeinschaft der
Dreifaltigkeit. Die Erfahrung dieser Gemeinschaft führt zu einer immer tiefergehenden Bekehrung
zur Liebe und einer Teilhabe an der missionarischen und eschatologischen Dynamik des Wortes
Gottes. Beseelt vom Geist des Pfingstereignisses, will diese Synode dieser Dynamik folgen.
"Das Wort des Herrn aber wuchs und breitete sich aus", sagt uns die Apostelgeschichte (Apg
12,24). Es fand Anhänger unter den Juden und den Heiden, wie Petrus selbst vor der
Gemeinschaft von Jerusalem bezeugte, als er von der Ausgießung des Heiligen Geistes über die
Heiden sprach. "So wuchs das Wort des Herrn mit Macht und wurde stark" (Apg 19,20), indem
es die Kirche wachsen ließ und ihr den Frieden des Reiches Gottes mitteilte (vgl. Apg 9,31).
A. Das Evangelium vom Reich Gottes verkünden
1. Die Kirche, Dienerin des Wortes
Die Kirche "hat ein lebendiges Bewusstsein, dass das Wort des Heilands - 'Ich muss die
Frohbotschaft vom Reich Gottes verkünden' - voll und ganz auch von ihr gilt. Mit dem heiligen
Paulus fügt sie gern hinzu: 'Von der Verkündigung des Evangeliums bleibt mir kein Ruhm. Es
ist meine Pflicht. Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkündigte!'" (1 Kor 9,16). Das Herz
des Sendungsauftrags der Kirche ist, zu evangelisieren. Evangelisieren bedeutet: "zu predigen und
zu unterweisen, Mittlerin des Geschenkes der Gnade zu sein, die Sünder mit Gott zu versöhnen,
das Opfer Christi in der heiligen Messe immer gegenwärtig zu setzen, welche die Gedächtnisfeier
seines Todes und seiner glorreichen Auferstehung ist" (EN 14). "Evangelisieren besagt für die
Kirche, die Frohbotschaft in alle Bereiche der Menschheit zu tragen und sie durch deren Einfluss
von innen her umzuwandeln und die Menschheit selbst zu erneuern: 'Seht, ich mache alles neu!'
(Apg 21,5)" (EN 18).
In der Erfüllung ihres Evangelisierungsauftrags nimmt die Kirche das Wort Gottes an und dient
ihm. Durch die prophetische Rede, die Liturgie und die Diakonie bezeugt die Kirche die
persönliche Dynamik des fleischgewordenen Wortes. Bischöfe, Priester, Diakone, Laien und
Gottgeweihte bleiben dem Wort unterstellt und handeln in Übereinstimmung mit ihm, dem
Charisma entsprechend, das sie vom Heiligen Geist empfangen haben. Indem die Kirche so mit
dem Wort Gottes zusammenarbeitet, hat sie an der Mission des Heiligen Geistes teil, der "die
versprengten Kinder Gottes wieder sammelt" (Joh 11,52) "in Christus" (Eph 1,10), dem Herrn.
2. Der historische Jesus der Evangelien
Wie in apostolischer Zeit verkündet die Kirche das Reich Gottes, das heißt Jesus, den Christus,
so wie ihn die Evangelien zeigen. Diese Aufgabe aber wurde belastet durch den Einfluss
verschiedener Strömungen der Exegese, die einen Graben aufrissen zwischen dem "historischen
Jesus" und dem "Christus des Glaubens". Diese exegetischen Strömungen haben den historischen
Wert der Evangelien in Frage gestellt und so die Glaubwürdigkeit der Texte untergraben. "Eine
solche Situation ist dramatisch für den Glauben, weil sein eigentlicher Bezugspunkt unsicher wird:
Die innere Freundschaft mit Jesus, auf die doch alles ankommt, droht ins Leere zu greifen",
schreibt Benedikt XVI.[62] Es ist wahr, dass die biblische Forschung seitdem, seit einigen
Jahrzehnten den historischen Wert der Evangelien wieder anerkennt [63] und selbst deren
biographischen Charakter erneut bekräftigt.[64] Die Kenntnis dieser Resultate ist nicht weit genug
verbreitet und hat den negativen Einfluss der rationalistischen Exegese auf das geistliche Leben
und das missionarische Zeugnis der Christen nicht korrigiert.
In diesem Kontext ist die Veröffentlichung des Buches "Jesus von Nazareth" durch Papst
Benedikt XVI. ein wichtiges Ereignis, das den Zugang zur authentischen Gestalt Jesu frei macht.
Der Heilige Vater zeigt, dass die göttliche Identität Jesu, die in den Evangelien historisch belegt
ist, aus den Texten selbst und aus dem kohärenten und glaubwürdigen Zeugnis des Neuen
Testaments hervor scheint. Bei gleichzeitiger Anerkennung der positiven Resultate der historisch-kritischen Exegese unterstreicht er ihre methodologischen Grenzen und wünscht die
Weiterentwicklung der "kanonischen Exegese" zur Vervollständigung der theologischen
Interpretation. Die befreiende Haltung Benedikts XVI. besteht darin, "den Evangelien zu trauen"
und "den Jesus der Evangelien als den wirklichen Jesus, als den 'historischen Jesus' im
eigentlichen Sinn darzustellen". [65]
Das Buch ist "in keiner Weise ein lehramtlicher Akt" [66], aber deswegen ist es nicht weniger ein
Leuchtturm, der vor Klippen und Schiffbruch bewahrt. Sein Zeugnis nähert die Theologie und die
Exegese einander an durch die harmonische Einheit zwischen der wissenschaftlichen Kompetenz
und dem persönlichen Zeugnis einer kirchlichen Autorität. Es versteht sich von selbst, dass ein
solches Werk die Verwirrung beseitigen hilft, die von gewissen Phänomenen der Medien [67]
verbreitet wurde. Und es trägt dazu bei, den Dialog der Kirche mit der zeitgenössischen Kultur
wiederzubeleben. Die Synode könnte in diesem Buch einen wichtigen Ort für die Neubegründung
einer kontemplativen Kultur der Evangelien sehen.
B. Zeugnis geben von Gott, der die Liebe ist
1. Der Primat der Liebe
Wenn der Geist heute zur Kirche spricht und sie an die Heilige Schrift erinnert, ruft er sie zu
einem neuen Zeugnis der Liebe und der Einheit auf, um die Glaubwürdigkeit des Evangeliums
zu erhöhen vor einer Welt, die empfänglicher ist für Zeugen als für Lehrmeister. "Daran werden
alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt" (Joh 13,35). Dieses Zeichen
der gegenseitigen Liebe setzt das Zeugnis Gottes fort, denn so nimmt die Liebe Jesu selbst Gestalt
an, der gesagt hat: "Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben" (Joh 13,34).
Dieses "wie" bedeutet: liebt einander mit derselben Liebe, mit der ich euch liebe. Das gesamte
hohepriesterliche Gebet Jesu, Zusammenfassung seines Paschaopfers, zielt darauf ab, die
Menschheit am Zeugnis der Einheit der Trinität teilhaben zu lassen: "Und ich habe ihnen die
Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast; denn sie sollen eins sein, wie wir eins sind, ich in
ihnen und du in mir. So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, dass du
mich gesandt hast und die Meinen ebenso geliebt hast wie mich" (Joh 17,22-23). Gregor von
Nyssa setzt die Herrlichkeit mit dem Heiligen Geist gleich [68], der auch mit Christus betet, damit
seine Jünger in der Wahrheit geheiligt sind, das heißt vollendet, verzehrt in der Einheit. Dieses
feierliche Gebet verdeutlicht sehr gut, dass die Treue zum Liebesgebot nicht nur das Heil des
Gläubigen betrifft, sondern auch und vor allem die Glaubwürdigkeit der Trinität in der Welt. "Alle
sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die
Welt glaubt, dass du mich gesandt hast" (Joh 17,21).
Das Zeugnis des Wortes Gottes erfordert folglich von den missionarischen Jüngern [69], dass sie
authentische Zeugen des Primates der Liebe über die Erkenntnis sind. Der heilige Paulus
bekräftigt ohne Umschweife im "Hohenlied der Liebe" des ersten Korintherbriefs (1 Kor 13,1-3)
wie auch in seiner Mahnung an die Philipper: "Seid einander in Liebe verbunden, einmütig und
einträchtig" (Phil 2,2) nach dem Vorbild Christi in seiner Kenosis. "Es sind nicht die trockenen
Lehrbücher, die - auch wenn sie voll unbezweifelbarer Wahrheiten sind - für die Welt die
Wahrheit des Evangeliums zum Ausdruck bringen und glaubwürdig machen können, es ist das
Leben der Heiligen, die vom Heiligen Geist Christi ergriffen worden sind. Christus hat keine
andere Apologetik vorgesehen (Joh 13,35)".[70]
2. Das ökumenische Zeugnis
Seit dem offiziellen Eintritt der katholischen Kirche in die ökumenische Bewegung haben die
Päpste die Einheit der Christen als eine Priorität angesehen. Darüber hinaus hat die ökumenische
Annäherung den Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften erlaubt, gemeinsam ihre Treue zum
Wort Gottes zu hinterfragen. Obwohl die ökumenischen Treffen und Dialoge Früchte der
Brüderlichkeit, der Versöhnung und der gegenseitigen Unterstützung gebracht haben, ist die
gegenwärtige Situation gekennzeichnet von einem gewissen Unbehagen, das zu einer tieferen
Bekehrung zum "geistlichen Ökumenismus" aufruft.[71] "Diese Bekehrung des Herzens und die
Heiligkeit des Lebens ist in Verbindung mit dem privaten und öffentlichen Gebet für die Einheit
der Christen als die Seele der ganzen ökumenischen Bewegung anzusehen" (UR 8).
Diese Weisung des Konzils ist weiterhin aktuell, so fordert auch der Heilige Vater auf:
"Gemeinsam das Wort Gottes hören; die Lectio divina der Bibel pflegen, das heißt das an das
Gebet gebundene Lesen der Heiligen Schrift; sich überraschen lassen von der Neuheit des Wortes
Gottes, die nie alt wird und sich nie erschöpft; unsere Taubheit für jene Worte überwinden, die
nicht mit unseren Vorurteilen und unseren Meinungen übereinstimmen; hören und studieren in
der Gemeinschaft der Gläubigen aller Zeiten; all das stellt einen Weg dar, der beschritten werden
muss, um die Einheit im Glauben zu erreichen, als Antwort auf das Hören des Wortes".[72]
Unter den zahlreichen ökumenischen Zeugnissen unserer Zeit wollen wir als Beispiel die von
Chiara Lubich gegründete Fokolar-Bewegung erwähnen, deren Spiritualität der Einheit die
"gegenseitige Liebe" und den Gehorsam gegenüber dem "Wort des Lebens" betont. Die
Pädagogik dieser Bewegung gibt zu Recht dem dynamischen Element der Liebe den Vorrang vor
dem noetischen Element des Wortes Gottes. Diese Priorität verlangt von allen ökumenischen
Partnern eine immer tiefere Bekehrung zum liebevollen Plan des dreifaltigen Gottes, den der
Heilige Geist zur Erfüllung bringen will mit "Seufzen, das wir nicht in Worte fassen können"
(Röm 8, 26).
Es ist von Bedeutung, dass diese katholische und ökumenische Bewegung - sollte man nicht eher
nur "katholisch" sagen, das heißt ökumenisch? - kirchenrechtlich den Namen "Werk Mariens"
trägt. Man kann hier - wie im übrigen auch in anderen Bewegungen [73] - ein glückliches und
harmonisches Zusammenfließen der biblischen, der ökumenischen und der marianischen
Bewegung erkennen, dank einer beharrlichen Beschäftigung mit dem Wort Gottes, das in die Tat
umgesetzt und miteinander geteilt wird. [74] Diese Zeugnis erinnert daran, dass die Einheit der
Christen und deren missionarische Wirksamkeit nicht in erster Linie "unser Werk" sind, sondern
das Werk des Heiligen Geistes und Mariens [75].
C. Der Dialog mit den Nationen und Religionen
1. Im Dienst des Menschen
Die missionarische Aktivität der Kirche wurzelt, wir haben es bereits gesagt, in der Sendung Jesu
und des Heiligen Geistes, welche die trinitarische Gemeinschaft in allen Kulturen der Welt
offenbart und verbreitet. Die universale heilbringende Tragweite des Paschamysteriums Christi
verlangt die Verkündigung der Frohen Botschaft an alle Völker und auch an alle Religionen. Das
Wort Gottes lädt alle Menschen zu einem Dialog mit Gott ein, der in Jesus Christus, dem einzigen
Mittler, alle Menschen retten will (1 Tim 2,5; Hebr 8,6; 9,5; 12,24). Die missionarische Aktivität
der Kirche bezeugt ihre Liebe zum "ganzen Christus" ("Christus totus"), der alle Kulturen
umfasst. In ihrem Bemühen um die Evangelisierung der Kulturen ist das Ziel dieser Aktivität die
Einheit der Menschheit in Jesus Christus, aber in der Achtung und Aufnahme aller menschlichen
Werte.[76] "Schließlich Brüder: Was immer wahrhaft, edel, recht, was lauter, liebenswert,
ansprechend ist, was Tugend heißt und lobenswert ist, darauf seid bedacht!" (Phil 4,8).
In ihrem liturgischen Dialog mit Gott tritt die Kirche mit ihrer Fürbitte für alle Menschen ein, vor
allem für die Ärmsten. Ihre Leidenschaft für das Wort Gottes führt sie auf den Spuren des armen,
keuschen und gehorsamen Jesus, um in alle Situationen der Ungerechtigkeit, der Unterdrückung
und des Krieges Hoffnung, Versöhnung und Frieden zu bringen. Wie bei dem "guten Samariter"
ist diese Sorge um den Menschen, wer auch immer er sei, ein Ausdruck des Mitleids der Kirche
für jedes menschliche Leid und Ausdruck ihrer Bereitschaft, den Armen und Leidenden zur Hilfe
zu kommen. Im Bewusstsein der Gegenwart Jesu an ihrer Seite - wie auf dem Weg nach Emmaus
- legt sie die Schrift aus wie er, "ausgehend von Mose und allen Propheten" und indem sie allen
Menschen das Mysterium Jesu, des Erlösers, erläutert: "Musste nicht der Messias all das erleiden,
um so in seine Herrlichkeit zu gelangen?" (Lk 24, 26).
Diese Exegese Jesu, die die Kirche ohne Unterlass aufnimmt, verbürgt die christologische
Interpretation des Ersten Testaments, die die Väter nach Origines und Irenäus umfassend
entwickelt haben. In unseren Tagen sind wir - unter Berücksichtigung der tragischen Geschichte
der Beziehungen zwischen Israel und der Kirche - nicht nur eingeladen, das den Juden gegenüber
begangene Unrecht wiedergutzumachen, sondern auch zu einem "neuen Respekt für die jüdische
Auslegung des Alten Testaments".[77] Ein respektvoller und konstruktiver Dialog mit dem
Judentum kann außerdem dazu beitragen, auf beiden Seiten die Auslegung der Heiligen Schrift
zu vertiefen.[78]
2. Der interreligiöse Dialog
Unter den verschiedenen Dialogpartnern der Kirche mit den Völkern, nimmt das jüdische Volk
als Erbe des Ersten Bundes, mit dem wir die Heilige Schrift gemeinsam haben, eine einzigartige
Stellung ein. Dieses gemeinsame Erbe lädt uns zur Hoffnung ein, "denn unwiderruflich sind
Gnade und Berufung, die Gott gewährt" (Röm 11,29), wie der heilige Paulus im Brief an die
Römer leidenschaftlich bezeugt: "Ja, ich möchte selber verflucht und von Christus getrennt sein
um meiner Brüder willen, die der Abstammung nach mit mir verbunden sind. Sie sind Israeliten;
damit haben sie die Sohnschaft, die Herrlichkeit, die Bundesordnungen, ihnen ist das Gesetz
gegeben, der Gottesdienst und die Verheißungen, sie haben die Väter, und dem Fleisch nach
entstammt ihnen der Christus, der über allem als Gott steht, er ist gepriesen in Ewigkeit. Amen"
(Röm 9,3-5). "Damit ihr euch nicht auf eigene Einsicht verlasst, Brüder, sollt ihr dieses Geheimnis
wissen: Verstockung liegt auf einem Teil Israels, bis die Heiden in voller Zahl das Heil erlangt
haben; dann wird ganz Israel gerettet werden, wie es in der Schrift heißt" (Röm 11,25-26).
Anschließend kommen die Gläubigen des muslimischen Glaubens, die auch in der biblischen
Tradition verwurzelt sind und den einen Gott bekennen. Angesichts von Säkularisierung und
Liberalismus sind sie Verbündete bei der Verteidigung des menschlichen Lebens und der
Bekräftigung der gesellschaftlichen Bedeutung der Religion. Der Dialog mit ihnen ist unter den
gegenwärtigen Umständen wichtiger denn je, um "gemeinsam einzutreten für Schutz und
Förderung der sozialen Gerechtigkeit, der sittlichen Güter und nicht zuletzt des Friedens und der
Freiheit für alle Menschen" (NA 3). Das Zeugnis der Märtyrer von Tibhirine in Algerien im Jahr
1996 erhebt diesen Dialog auf ein Niveau, das hinsichtlich des Dienstes an den Menschen und der
Versöhnung der Völker in der Geschichte vielleicht noch nie vorher erreicht worden ist. Die
kühnen Initiativen Papst Benedikts XVI. treten ein für die beharrliche Fortsetzung des Dialogs mit
dem Islam.
Schließlich kommen die Menschen "aus allen Stämmen, Sprachen, Nationen und Völkern" (vgl.
Offb 5,9) unter dem Himmel, denn das geopferte Lamm hat sein Blut für alle vergossen. Das Wort
Gottes ist insbesondere für die bestimmt, die es noch nie gehört haben, denn im Herzen Gottes
und im missionarischen Bewusstsein der Kirche haben die Letzen die Gnade, die Ersten zu
sein.[79]
In einer Welt auf dem Weg der Globalisierung ist mit Hilfe der neuen Kommunikationsmittel das
Feld der Mission offen für neue Initiativen der Evangelisierung in einem Geist echter
Inkulturation. Wir leben in der Ära des Internet und die Zugriffsmöglichkeiten auf die Heilige
Schrift haben sich mannigfach vervielfältigt.[80] Die Synode muss die Projekte der Übermittlung
und Umsetzung der Heiligen Schriften durch und in diese neuen Ausdrucksweisen, die darauf
warten, dem Wort Gottes zu dienen, wahrnehmen, unterscheiden und fördern.
Schluss
"Wer sonst besiegt die Welt, außer dem, der glaubt, dass Jesus der Sohn Gottes ist? [...] Und der
Geist ist es, der Zeugnis ablegt; denn der Geist ist die Wahrheit. Drei sind es, die Zeugnis ablegen:
der Geist, das Wasser und das Blut; und diese drei sind eins. Wenn wir von Menschen ein Zeugnis
annehmen, so ist das Zeugnis Gottes gewichtiger" (1 Joh 5,5-9).
Jesus ist immer in der Kirche, um "Zeugnis abzulegen für die Wahrheit" und denen, die an seinen
Namen glauben, die Kenntnis des Vaters mitzuteilen, die er in Fülle besitzt. Diese Botschaft des
Johannes verdeutlicht das erste Ziel und die Hauptsorge der Synode: Gott, der spricht, von neuem
anzuhören und anzunehmen, und die Gnade eines erneuerten Glaubens an sein fleischgewordenes
Wort zu erbitten. Im Bewusstsein der mit der dynamischen und dialogalen Sichtweise der
Offenbarung verbundenen ekklesiologischen Erneuerung haben wir einige Richtungen der
Vertiefung des Wortes Gottes vorgeschlagen, ausgehend vom Glauben Mariens, so wie er sich im
Leben der Kirche, in der Liturgie, in der Verkündigung, der Lectio divina, der Exegese und der
Theologie fortsetzt.
Die Anwendung dieses marianischen Paradigmas setzt eine pneumatologische Vertiefung der
kirchlichen Tradition und der Exegese der Schrift voraus, die sich der performativen Eigenschaft
des Wortes Gottes bewusst ist, sie aber sorgfältig von der eucharistischen Gegenwart
unterscheidet. Mehr als eine Bibliothek für Gelehrte ist die Bibel ein Tempel, wo die Braut des
Hohenliedes die Geständnisse des Geliebten hört und seine Küsse preist (vgl. Hld 1,2). "Wer vom
Heiligen Geist belehrt wird, versteht alles", schreibt der heilige Siluan, "seine Seele fühlt sich wie
im Himmel, denn der Heilige Geist selbst ist im Himmel und auf der Erde, in der Heiligen Schrift
und in den Seelen all derer, die Gott lieben". [81]
Diese eher dynamische als noetische Sicht erfordert eine kontemplativere Theologie, die in der
Liturgie, den Kirchenvätern und dem Leben der Heiligen verwurzelt ist, sowie eine im Glauben
durchgeführte Exegese, die ihrem Gegenstand entspricht, und auch eine Philosophie des Seins und
der Liebe.
Sie macht offen für eine fruchtbarere spirituelle Lektüre der Bibel, eine kirchliche Interpretation
der Heiligen Schrift und eine Wiederbelebung des missionarischen Dialogs der Kirche in allen
seinen Formen. Die eifrigere Beschäftigung mit der Heiligen Schrift wird das missionarische
Gewissen der Kirche verlebendigen und auch ihre Liebe zum Menschen, Bild Gottes, der daran
leidet, Gott nicht ähnlich zu sein.
Der heilige Caesarius von Arles ermahnte die Gläubigen seiner Diözese oft, niemals das zu
vernachlässigen, was er die "Nahrung der Seele für die Ewigkeit" nannte: "Ich flehe euch an, liebe
Brüder, euch mit Eifer der Lektüre der heiligen Texte so viel Zeit, wie ihr nur könnt, zu widmen".
[82] Am Ende eines Tages fragte er gerne seine Priester in Bezug auf die Meditation des Wortes
Gottes: "Was habt ihr heute gegessen?" Mögen wir dieselbe Verfügbarkeit haben, denselben
Geschmack am Wort Gottes und uns unsererseits dieselbe Frage stellen: "Was haben wir heute
gegessen?"
Fußnoten
[1] Hl. Caesarius von Arles, Predigt VI.
[2] Instrumentum laboris, 4.
[3] Das Adjektiv "dialogal" ist ein Neologismus. Es wird hier verwendet, um die persönliche
Dimension des Glaubens als Antwort und als Dialog mit Gott zu beschreiben. Er entspricht in
gewisser Weise der Unterscheidung zwischen "theologisch" und "theologal", wobei der erste
Ausdruck den noetischen Aspekt und der zweite den persönlichen Aspekt bezeichnet.
[4] Siehe J. Ratzinger, Kommentar zu Dei Verbum in LThK, 1967; A. Grillmeier in LThK Vat.
II, Bd. 2, Freiburg i. Br., 1967 ; H. de Lubac, La Révélation divine, Paris, Cerf, 1983, 190 S. ; A.
Vanhoye, La réception dans l'Église de la constitution Dei Verbum. Du Concile Vatican II à nos
jours , in Esprit et Vie, Nr. 107, Juni 2004, S. 3-13 ; H. Hoping, Theologischer Kommentar zur
Dogmatischen Konstitution über die göttliche Offenbarung. Dei Verbum », in P. Hünermann, B.
J. Hilberath (Hrsg), Herders theologischer Kommentar zum Zweiten Vatikanischen Konzil.
Freiburg-Basel-Wien: Herder, 2005, S. 695-831 ; C. Théobald, La Révélation. Quarante ans
après Dei Verbum, in Revue théologique de Louvain 36 (2005), S. 145-165.
[5] Instrumentum laboris, 6.
[6] M. Seckler, Der Begriff der Offenbarung, in Handbuch der Fundamentaltheologie, Ed. W.
Kern et.al., Bd.2, Freiburg i. Br., 1985, S. 64-67.
[7] Ebd.
[8] J. Rigal, Le phénomène gnostique , in Esprit et Vie, Nr. 192, April 2008, S. 1-10.
[9] P. Bordeyne und L. Villemin (dir.), L'herméneutique théologique de Vatican II, Paris, Cerf
(coll. «Cogitatio Fidei»), 2006, 268 S.
[10] Benedikt XVI., Enzyklika Deus caritas est.
[11] Benedikt XVI., Enzyklika Spe salvi, Nr. 9.
[12] Joh 19, 25-27 ; Joh 20, 21-22 ; 1 Petr 2, 9-10.
[13] Hl. Irenäus von Lyon, Adversus haereses, I, 3.
[14] Hl. Cyprian, De Orat. Dom. 23: PL 4, 553.
[15] Instrumentum laboris, 25.
[16] "Wir glauben nicht an Formeln, sondern an die Wirklichkeiten, die diese ausdrücken und die
der Glaube uns zu 'berühren' erlaubt. Der Akt des Glaubenden hat seinen Zielpunkt nicht bei der
Aussage, sondern bei der [ausgesagten] Wirklichkeit (Thomas von Aquin, S. th. 2-2, 1, 2, ad 2)"
(KKK 170). Das Formalobjekt des Glaubens ist die göttliche Person, die mitteilt und in dieser
ihrer erhabensten Mitteilung sich selbst schenkt, Jesus Christus, den der Heilige Geist uns zu
bekennen befähigt. Der Glaube ist wesentlich trinitarisch, er ist ein Akt der persönlichen Hingabe
als Antwort auf die drei-personale Hingabe Gottes. Im Text von Dei Verbum ist zu spüren, dass
das Gleichgewicht zwischen dem personalen oder dynamischen Aspekt des Glaubens und dem
noetischen Aspekt des Glaubens noch gefunden werden muss.
[17] H. de Lubac, L'Écriture dans la tradition, Aubier, 1966, S. 100.
[18] Das bedeutet, dass das Glaubensleben Mariens mehr als nur ein Vorbild für die Kirche ist,
sie ist Mutter, das heißt beständige Quelle des Lebens für die Kirche.
[19] Siehe Conc. Trident., Sess. XXII, 17. Sept. 1562, Decr. De Ss. Eucharist., c. 1. "er wollte
seiner geliebten Braut, der Kirche, ein sichtbares Opfer hinterlassen"; Lumen Gentium 4; Dei
Verbum 8, 23; Sacrosanctum Concilium, 7. Siehe auch : Eph 5, 21-32; Offb 22, 17; Joh 2; Joh 19,
25-27).
[20] H. de Lubac, L'Écriture dans la tradition, Aubier, 1966, S. 246 ; der Autor verweist auf den
hl. Bernhard, Sup. Missus est, h. 4, n. 11, der Maria sagen läßt: "Nec fiat mihi verbum scriptum
et mutum, sed incarnatum et vivum" (PL, 183, 86 B).
[21] Zu diesem Ausdruck siehe W. Rordorf, La confession de foi et son 'Sitz im Leben' dans
l'Église ancienne in: Novum Testamentum, Bd. 9, Fasc. 3 (Jul., 1967), SS. 225-238; A. Vanhoye,
La réception dans l'Église de la constitution dogmatique Dei Verbum. Du Concile Vatican II à
aujourd'hui, Esprit et Vie, Nr. 107, Juni 2004, S. 9.
[22] Dieser Antwortcharakter findet einen eindringlichen Ausdruck in der Beschreibung des Ritus,
durch den der sinaitische Bund begründet wird (Ex 24, 3.7) und auch in der Erzählung der
Vorbereitungsphase (Ex 19, 8).
[23] Joh 19, 30 ; Joh 20, 22 ; Apg 2, 1-13 ; Röm 8, 15-17; Gal 4, 6.
[24] Origenes, Homilien zu Exodus, 13, 3.
[25] Die Redaktionsgeschichte dieses Abschnitts zeigt, dass in der endgültigen Version noch
etwas differenziert wurde: man gebrauchte den Ausdruck "sicut et" anstelle von "de velut", um
eine Forcierung des Vergleichs im Sinne einer identischen Verehrung zu vermeiden. Siehe H.
Hoping, Op. cit., 2005, S. 791.
[26] "Der Leib ist unter der Gestalt des Brotes und das Blut unter der Gestalt des Weines da kraft
der Worte." Denz. 1640.
[27] Benedikt XVI., Spe salvi, 2.
[28] Origenes, De principiis, IV, 2.8. ; vgl. Benedikt XVI., Sacramentum caritatis, 12-13.
[29] Siehe H. U. v. Bathasar, Licht des Wortes. Skizzen zu allen Sonntagslesungen ,Paulinus
Verlag, Trier, 1987. Er unterstreicht die Einheit der drei Lesungen unter theologischem
Gesichtspunkt. Dieser in mehreren Sprachen veröffentlichte Kommentar antwortet auf einen
häufig zum Ausdruck gebrachten Wunsch der Homiletiker.
[30] J. Ratzinger, Dogma e predicazione [ital. Ausgabe von Dogma und Verkündigung], Op. cit.,
S. 50; vgl. Benedikt XVI., Sacramentum caritatis, 46.
[31] Hl. Augustinus, Kommentar zu Psalm 85.
[32] Hl. Pius X., Apostolische Konstitution Divino afflatu, 1911, Liturgie des Heures [franz.
Ausgabe des Stundenbuchs], vol. 3, p. 1254.
[33] Ebd.
[34] Am Rande sei die gelungene biblische Erneuerung verschiedener Frömmigkeitsübungen
erwähnt, die auch wichtige Gelegenheiten zur Meditation der Heiligen Schrift sind: die
eucharistische Anbetung außerhalb der heiligen Messe, der Rosenkranz, der Kreuzweg, etc.
[35] Instrumentum laboris, 25.
[36] Benedikt XVI, Ansprache an den internationalen Kongress zum Thema 'Die Heilige Schrift
im Leben der Kirche' (16.09.2005) : AAS 97 (2005) 957. Siehe auch C.M. Martini, La place
centrale de la Parole de Dieu dans la vie de l'Église - L'animation biblique de toute la pastorale
in Catholic Biblical Federation, no 76/77, 2005, p.33.
[37] Vgl. H. U. v. Balthasar, Sponsa Verbi. Skizzen zur Theologie II, Johannes Verlag, 1961;
Theodramatik. II. Die Personen des Spiels. 2. Die Personen in Christus, [franz. Ausgabe S. 209-367] ; H. Rahner, Die Gottgeburt. Die Lehre der Kirchenväter von der Geburt Christi aus dem
Herzen der Kirche und der Gläubigen, in Symbole der Kirche (O. Müller, Salzburg, 1964, 13-87)
; L. A. Schökel, Símbolos matrimoniales en la Biblia, Estella, Verbo Divino, 1997.
[38] Instrumentum laboris, 22.
[39] W. Kasper, Dei Verbum Audiens et Proclamans in Catholic Biblical Federation, Nr. 76/77,
2005, S.11. Siehe auch Groupe des Dombes, Pour la conversion des Églises, Paris, 1991.
[40] H. U. v. Balthasar, Retour au Centre, Desclée de Brouwer, 1998, p. 25-57
[41] H. U. v. Balthasar, Theologik 1. Wahrheit der Welt, Johannes Verlag, 1985, p. 11-23 ;
Phénoménologie de la Vérité. La Vérité du monde, Beauchesne, 1952.
[42] Siehe dazu I. de la Potterie, L'exégèse chrétienne aujourd'hui, Fayard, 2000, 220 S.,
insbesondere J. Ratzinger, L'interprétation de la Bible en conflit. Problèmes des fondements et
de l'orientation de l'exégèse contemporaine , ebd., S. 65-109.
[43] Päpstliche Bibelkommission, Die Interpretation der Bibel in der Kirche, 1.
[44] J. Ratzinger, L'interprétation de la Bible en conflit , in L'exégèse chrétienne aujourd'hui,
Fayard, S. 65-109 ;I. De la Potterie, L'exégèse biblique, science de la foi , in ibid., S. 111-160.
[45] L'interpretazione della Bibbia nella Chiesa. Atti del Simposio promosso della
Congregazione per la Dottrina della Fede [Die Interpretation der Kirche in der Bibel. Akten des
von der Kongregation für die Glaubenslehre veranstalteten Symposiums], September 1999,
Libreria Editrice Vaticana, 2001.
[46] W. Kasper, op. cit., S. 11. "Die geistliche Auslegung der Heiligen Schrift und die
Schriftexegese sind Antworten auf das ökumenische und exegetische Unbehagen."
[47] H. de Lubac, L'Écriture dans la tradition, Aubier, 1966, S. 201. Für einen Gesamtüberblick
über den meisterhaften Beitrag von Père de Lubac: vgl. R.Voderholzer, Die Einheit der Schrift
und ihr geistiger Sinn, Johannes, 1998, 564 S.
[48] S. Thomas d'Aquin, S. th. I, q. 1, a. 10, ad 1.
[49] Päpstliche Bibelkommission, Die Interpretation der Bibel in der Kirche, 2.B.1.
[50] A. Vanhoye, op cit. S. 3-13.
[51] Päpstliche Bibelkommission, op. cit., 2.B.2.
[52] H. U. v. Balthasar, Le sens spirituel de l'Écriture in L'exégèse chrétienne aujourd'hui, op.
cit., S. 184.
[53] Hl. Bernhard von Clairvaux, Sermones in Cantica canticorum, 73, 2.
[54] Benedikt XV., Enzyklika Spiritus Paraclitus, 15 Sept. 1920, E. B., 469; Hl. Hieronymus,
Kommentar zum Galaterbrief, 5, 19-21, PL 26, 417 A.
[55] Hl. Thérèse von Lisieux, Autobiographische Schriften, B 1r°-v°; F.-M. Léthel, Connaître
l'amour du Christ qui surpasse toute connaissance, Carmel, 1989, 593 S. (Die Theologie der
Heiligen als Wissenschaft der Liebe, S. 3-7).
[56] H. U. v. Balthasar, Actualité de Lisieux , Vortrag in Notre-Dame de Paris, in Thérèse de
Lisieux, Conférence du centenaire 1873-1973, Sondernummer der Nachrichten des "Institut
catholique", S. 112.
[57] H. U. v. Balthasar, L'amour seul est digne de foi [Glaubhaft ist nur die Liebe], Aubier, 1966,
S. 11.
[58] H. U. v. Balthasar, La Gloire et la Croix , Bd. 1, Aubier, 1961, S. 194.
[59] A. Rotzetter, Mystik und wörtliche Befolgung des Evangeliums bei Franz von Assisi [franz.],
in Concilium 169, 1981, S. 86.
[60] Vgl. M. Ouellet, Adrienne von Speyr et le samedi saint de la théologie in Hans Urs von
Balthasar - Stiftung, Adrienne von Speyr und ihre spirituelle Theologie, Johannes, 2002, 145 S.,
S. 31-56.
[61] Hl. Franz von Sales, Briefe CCXXIX [6. Oktober 1604]: Werke XII, Annecy, Dom Henry
Benedict Mackey OSB, 1892-1932, S. 299-325.
[62] J. Ratzinger - Benedikt XVI., Jesus von Nazareth, Herder, 2007, S. 11.
[63] A. Schweitzer, Storia della ricerca sulla vita di Gesù [Geschichte der Forschung über das
Leben Jesu], Paideia, 1986 ; J. Jeremias, Il problema del Gesù storico [Das Problem des
historischen Jesus], Paideia, 1973.
[64] R. Burridge, What are the Gospels? A Comparaison with Greco-Roman Biography.
Cambridge, University press 1992.
[65] J. Ratzinger - Benedikt XVI., Jesus von Nazareth, Herder, 2007, S. 20.
[66] Ebd. S. 22.
[67] Cf. D. Brown, Da Vinci Code, Jean-Claude Lattès, 2004, 574 S.
[68] Hl. Gregor von Nyssa, 15. Homilie über das Hohelied.
[69] CELAM, Jünger und Missionare Christi, damit unsere Völker das Leben in Fülle haben
(Dokument von Aparecida), V. Generalversammlung in Aparecida (Brasilien) vom 13. bis 31. Mai
2007.
[70] H. U. v. Balthasar, « La Gloire et la Croix », op. cit., S. 418.
[71] UR et UUS ; siehe auch W. Kasper, Manuel d'œcuménisme spirituel [Handbuch des
geistlichen Ökumenismus], Nouvelle Cité, 2007, 96 S.
[72] Benedikt XVI., Predigt beim Vespergottesdienst am Fest der Bekehrung des heiligen Paulus
zum Abschluss der Gebetswoche für die Einheit der Christen (25.01.2007).
[73] Insbesondere die Gemeinschaften von Sant'Egidio, Taizé, etc.
[74] C. Lubich, Pensée et spiritualité, Nouvelle Cité, 2003, 510 S.
[75] M. Ouellet, Marie et l'avenir de l'œcuménisme, Communio XXVIII, 1- Januar-Februar 2003,
S. 113-125 ; D.-I. Ciobotea; B. Sesboue ; J.-N. Peres ; « Marie : L'oecuménisme à l'épreuve »,
L'actualité Religieuse dans le Monde, 1987, Nr. 46, S. 17-24.
[76] AG 11 ; EN 20 ; RM 3.
[77] Päpstliche Bibelkommission, Das jüdische Volk und seine heilige Schrift in der christlichen
Bibel, 2001 : J. Ratzinger, Vorwort.
[78] Ibid., Nr. 9, 11, 21-22, 85-86.
[79] AG 10.
[80] Zum Beispiel bietet die Biblia Clerus der Kongregation für den Klerus sehr wertvolle
Hilfsmittel für die Konsultation, die viel verdanken u.a. der Bible chrétienne, verfasst von Dom
Claude-Jean Nesmy und Mère Élisabeth de Solms, Benediktiner der Abtei "La Pierre qui Vire"
und Solesmes, veröffentlicht bei: Éditions Anne Sigier.
[81] Hl. Siluan vom Berg Athos, Geistliche Schriften, Spiritualité orientale Nr. 5, Abbaye de
Bellefontaine, 1976/1994, S. 30.
[82] Hl. Caesarius von Arles, Sermones VIII, 1; (Vgl. SC 175, S. 349-351).
[00009-05.03] [NNNNN] [Originalsprache: Französisch]
MITTEILUNGEN
- PRESSEKONFERENZ
- BRIEFING DER SPRACHGRUPPEN
- "POOLS" FÜR DIE SYNODENAULA
- VERLAUTBARUNG
- TV DIREKTÜBERTRAGUNG
- TELEFONMITTEILUNG
- ÖFFNUNGSZEITEN DES PRESSEAMTES DES HEILIGEN STUHLS
PRESSEKONFERENZ
Die erste Pressekonferenz über die Arbeit der Synode (mit Simultanübersetzung auf
italienisch, englisch, französisch, spanisch und deutsch) wird heute,Montag, den 6. Oktober
2008, um 12.45 in der Aula Johannes Paul II. des Presseamtes des Heiligen Stuhls stattfinden.
Das Personal des Fernsehens (Kameramänner und Techniker) und Fotografen werden gebeten,
sich für die Akkreditierung an den Päpstlichen Rat für die sozialen Kommunikationsmittel zu
wenden.
Das akkredierte Personal des Fernsehens wird gebeten, sich 30 Minuten, die akkreditierten
Fotografen 15 Minuten, vor Beginn der Pressekonferenz in der Aula Johannes Paul II.
einzufinden. Die Journalisten werden gebeten, 5 Minuten vor Beginn der Pressekonferenz in
der Aula Platz zu nehmen.
Es werden folgende Synodenväter sprechen:
- S.Em.R.Kard. Marc Ouellet, P.S.S., Erzbischof von Québec(KANADA)
- S. Exz. Claudio Maria Celli, Titularerzbischof von Civitanova, Präsident des Päpstlichen
Rates für die sozialen Kommunikationsmittel
BRIEFING DER SPRACHGRUPPEN
Das erste Briefing der Sprachgruppen wird morgen,(an den Briefingsstellen und mit den im
Bollettino Nr. 2 erwähnten Pressevertretern) morgen, Dienstag 7. Oktober 2008 um ca. 14.00,
im Anschluß an das Briefing der Bibelgesellschaft um 13.00 in der Aula Johannes-Paul II. des
Presseamts am Heiligen Stuhl stattfinden (ursprünglich für Mittwoch, den 8. Oktober 2008
vorgesehen).
Es wird daran erinnert, dass das Personal des Fernsehens (Kameramänner und Techniker) und
die Fotografen gebeten werden, sich für die Akkreditierung an den Päpstlichen Rat für die
sozialen Kommunikationsmittel zu wenden (stark beschränkt).
"POOLS" FÜR DIE SYNODENAULA
Der nächste "Pool" für die Synodenaula wird für das Eröffnungsgebet der Zweiten
Generalkongregation , am Dienstagmorgen, 7. Oktober 2008 gebildet.
Im Informations- und Akkreditierungsbüro des Presseamtes des Heiligen Stuhls (in der
Eingangshalle rechts), stehen den Korrespondenten Listen zur Eintragung in die "Pools" bereit.
Es wird daran erinnert, dass das akkreditierte Fernsehpersonal (Kameramänner und Techniker)
und Fotografen gebeten werden, sich an den Päpstlichen Rat für die sozialen
Kommunikationsmittel zu wenden, um an den "Pools" für die Synodenaula teilnehmen zu können.
Die Teilnehmer der "Pools" werden gebeten, sich um 08.30 Uhr im Pressesektor, der sich vor dem
Eingang der Aula Paul VI. befindet, einzufinden. Von dort aus werden sie dann in die
Synodenaula gerufen. Die Korrespondenten werden von einem Assistenten des Presseamtes des
Heiligen Stuhls oder von einem Assistenten des Päpstlichen Rates für die sozialen
Kommunikationsmittel begleitet.
VERLAUTBARUNG
Die nächste Verlautbaung Nr. 5, zur Arbeit der zweiten Generalkongregation der XII.
Ordentlichen Vollversammlung der Bischofssynode, wird den akkreditierten Journalisten am
Dienstag, 7. Oktober 2008, ab Öffnung des Presseamtes des Heiligen Stuhls zur Verfügung
stehen.
TV DIREKTÜBERTRAGUNG
Bezugnehmend auf die Veröffentlichung in den Verlautbarungen Nr. 2 vom 3. Oktober 2008 wird
mitgeteilt, dass am heutigen Nachmittag Montag den 6. Oktober 2008 die Beiträge des
Oberrabbiners Iopes Shear- Yashuv COHEN (ISRAEL) und seiner Em. Kardinal Albert
VANHOYE, S.I.emeritierter Rektor des Pontificio Istituto Biblico di Roma (FRANKREICH) live
im Fernsehen übertragen werden.
TELEFONMITTEILUNG
Während der Bischofssynode wird eine Telefonmitteilung eingerichtet werden:
- +39-06-698.19 enthält die normalen Verlautbarungen des Presseamtes des Heiligen Stuhls;
- +39-06-698.84051 enthält die Verlautbarungen der Bischofssynode, Morgenausgabe;
- +39-06-698.84877 enthält die Verlautbarungen der Bischofssynode, Abendausgabe;
ÖFFNUNGSZEITEN DES PRESSEAMTES DES HEILIGEN STUHLS
Das Presseamt des Heiligen Stuhls wird während der Dauer der XII. Ordentlichen
Generalversammlung der Bischofssynode vom 3. bis 26. Oktober wie folgt geöffnet sein:
-Freitag 3. Oktober: 09.00 - 15.00
- Samstag 4. Oktober: 09.00 - 14.00
- Sonntag 5. Oktober: 09.00 - 13.00
- Montag 6. Oktober: 09.00 - 20.00
- Von Dienstag 7. Oktober bis Samstag 11. Oktober: 09.00 - 16.00
- Sonntag 12. Oktober: 09.30 - 13.00
- Montag 13. Oktober und Dienstag 14. Oktober: 09.00 - 16.00
- Mittwoch 15. Oktober: 09.00 - 20.00
- Donnerstag 16. Oktober und Freitag 17. Oktober: 09.00 - 16.00
- Samstag 18. Oktober: 09.00 - 19.00
- Sonntag 19. Oktober: 10.00 - 13.00
- Von Montag 20. Oktober a Samstag 25. Oktober: 09.00 - 16.00
- Sonntag 26. Oktober: 09.00 - 13.00
Das Personal des Büros für Information und Akkreditierung wird wie folgt zur Verfügung
stehen (am Eigang rechts):
- Montag-Freitag: 09.00-15.00
- Samstag: 09.00-14.00
Eventuelle Änderungen werden sobald wie möglich am schwarzen Brett des Journalistenraums
im Presseamt des Heiligen Stuhls, in den Verlautbarungen des Informationsausschuss der XII.
Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode und im Bereich Serviceinformationen
auf der Internetseite des Heiligen Stuhl bekanntgegeben.
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