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35 - 24.10.2008
INHALT
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ZWEIUNDZWANZIGSTE GENERALKONGREGATION (FREITAG, 24. OKTOBER 2008 -
NACHMITTAG)
ZWEIUNDZWANZIGSTE GENERALKONGREGATION (FREITAG, 24.
OKTOBER 2008 - NACHMITTAG)
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ZUSAMMENSETZUNG DES XII. RATES DES GENERALSEKRETARIATS DER
BISCHOFSSYNODE
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VORSTELLUNG DER ENDGÜLTIGEN LISTE DER PROPOSITIONES
- GESCHENK DES HEILIGEN
VATERS
Heute um 17.30 begann mit dem Gebet Adsumus in Anwesenheit des
Heiligen Vaters die zweiundzwanzigste Gerneralkongregation zur
Verlesung der endgültigen Liste der Propositiones in der
Synodenaula.
Vor Beginn der Generalkongregation hat der Heilige Vater zum 17.00
Uhr Circuli Minores Germanicus und Italicus B in Audienz empfangen.
Der turnusmäßige delegierte Präsident war S. Exz. Kard William
Joseph LEVADA, Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre
(VATIKANSTADT)
Bei dieser Generalkongregation, die um 19.10 Uhr mit dem Gebet des
Angelus Domini beendet wurde, waren 242 Väter anwesend.
ZUSAMMENSETZUNG DES XII. RATS DES GENERALSEKRETARIATS DER
BISCHOFSSYNODE
Zu Beginn der zweiundzwanzigsten Generalkongregation hat der
Generalsekretär der Bischofssynode, S.Exz. NIKOLA ETEROVIĆ die Namen
der 12 gewählten Mitglieder des XII. Rats des Generalsekretariats
der Bischofssynode mitgeteilt wie auch die Namen der drei vom
Heiligen Vater ernannten Mitglieder:
- Kardinal Francis ARINZE, Präfekt der Kongregation für den
Gottesdienst und die Sakramentenordnung (VATIKANSTADT)
- Kardinal Francis Eugene GEORGE, O.M.I., Erzbischof von Chicago,
Präsident der Bischofskonferenz (USA)
- Kardinal Oscar Andrés RODRÍGUEZ MARADIAGA, S.D.B., Erzbischof von
Tegucigalpa, Präsident der Bischofskonferenz (HONDURAS)
- Kardinal Peter Kodwo Appiah TURKSON, Erzbischof von Cape Coast,
Präsident der Vereinigung der Bischofskonferenzen (A.C.E.A.O.)
(GHANA)
- Kardinal Marc OUELLET, P.S.S., Erzbischof von Québec (KANADA)
- Kardinal Joseph ZEN ZE-KIUN, S.D.B., Bischof von Hong Kong (CHINA)
- Kardinal Odilo Pedro SCHERER, Erzbischof von São Paulo (BRASILIEN)
- Kardinal Walter KASPER, Präsident des Päpstlichen Rates zur
Förderung der Einheit der Christen (VATIKANSTADT)
- S.Exz. Laurent MONSENGWO PASINYA, Erzbischof von Kinshasa,
Präsident der Bischofskonferenz (DEMOCRATISCHE REPUBLIK KONGO)
- S.Exz. Thomas MENAMPARAMPIL, S.D.B., Erzbischof von Guwahati
(INDIEN)
- S.Exz. Diarmuid MARTIN, Erzbischof von Dublin (IRLAND)
- S.Exz. Mark Benedict COLERIDGE, Erzbischof von Canberra-Goulburn
(AUSTRALIEN)
- S.Exz. Gianfranco RAVASI, Titularerzbischof von Villamagna di
Proconsolare, Präsident des Päpstlichen Rates für die Kultur
(VATIKANSTADT)- S.Exz. Florentin CRIHĂLMEANU, Bischof von
Cluj-Gherla, Claudiopoli-Armenopoli der Rumänen (RUMÄNIEN)
- S.Exz. Luis Antonio G. TAGLE, Bischof von Imus (PHILIPPINEN)
VORSTELLLUNG DER ENDGÜLTIGEN LISTE DER PROPOSITIONES
Anschließend hat der Generalsekretär der Bischofssynode unter
Bezugnahme auf Art. 67 des Vademecum Synodi Episcoporum daran
erinnert, dass Endgültige Liste der Propositiones von den
Synodenvätern noch einer persönlichen Prüfung unterzogen wird, um zu
einer abschließenden Entscheidung zu kommen. Außerdem erinnerte er
daran, dass es sich bei der gedruckten Liste der Propositiones um
den Stimmzettel der Synodenväter handelt, der aus diesem Grund nur
den Synodenvätern als jeweils ein Exemplar ausgehändigt wird. Da es
sich nicht um eine geheime Wahl handelt, sondern um eine offene Wahl
zu den einzelnen Propositiones (mit der Formel Placet oder Non
placet, müssen die Synodenväter den unterschriebenen Stimmzettel in
der dreiundzwanzigsten Generalkongregation morgen vormittag, Samstag
25. Oktober 2008 zurückgeben.
Bei der Verlesung der Liste der Propositiones in lateinischer
Sprache wechselten sich ab: der Generalrelator S.Em. Kardinal Marc
OUELLET, P.S.S., Erzbischof von Québec (KANADA) und der
Sondersekretär S.Exz. Laurent MONSENGWO PASINYA, Erzbischof von
Kinshasa (DEMOKRATISCHE REPUBLIK KONGO).
GESCHENK DES HEILIGEN VATERS
Im Anschluß hat der Generalsekretär der Bischofssynode mitgeteilt,
dass der Heilige Vater Benedikt XVI. den Teilnehmern der XII.
Ordentlichen Generalversammmlung der Bischofssynode zum Abschluss
der Arbeiten ein Faksimile des Papyrus Bodmer XIV-XV schenken wird.
Abschließend hat der Bibliothekar und Archivar der Heiligen
Römischen Kirche.Kardinal Raffaele FARINA das Faksimile des Papyrus
Bodmer XIV-XV vorgestellt:
Am 2. November 2006 ist in der Vatikanischen Bibliothek das Papyrus
Bodmer XIV-XV eingetroffen. Von diesem sind Ihnen zwei bedeutende
Blätter am 22. Januar 2007 vorgestellt worden und in der Folge das
vollständige Papyrus anlässlich Ihres Besuches der Vatikanischen
Bibliothek am 25. Juni desselben Jahres.
Das Papyrus Bodmer XIV-XV ist bei uns mit 51 Blättern angekommen,
statt mit 72 (insgesamt 102 Ansichten), vollständige oder
fragmentarische Teile, die das ganze Lukas-Evangelium und über die
Hälfte des Johannes-Evangeliums enthalten.
Der Bodmer-Kodex wurde auf Basis von Vergleichen mit anderen
Handschriften auf zwischen 175 und 225 nC datiert. Sein Text ist
jedoch - und hier ist die große Bedeutung dieser äußerst antiken
Handschrift - dem, auf konstantinische Zeit bestätigten, Kodex B
(dem griechischen celeberrima Vaticana 1209) sehr ähnlich.
Letzterer, gemeinsam mit dem Sinai-Kodex, ist das älteste Zeugnis
der kompletten griechischen Bibel mit allen ihren Büchern.
Der Bodmer Kodex XIV-XV erscheint daher als das kostbarste Stück,
das derzeit von der Vatikanischen Apostolischen Bibliothek besessen
wird.
Ich habe das Privileg, heute Eurer Heiligkeit das Faksimile zweier
bedeutender Blätter dieser Kostbarkeit zu präsentieren, die den
Prolog des Johannes-Evangeliums und das Gebet des Vater Unsers aus
dem Lukas-Evangelium enthält. Dies ist eine Huldigung des Stifters
des Papyrus und der Vatikanischen Apostolischen Bibliothek,
bereichert durch Ihre eigenhändige Widmung als Geschenk, das Eure
Heiligkeit den Teilnehmern der Synode bei Abschluss der Arbeiten
macht.
Hochwürdigste und hochverehrte Synodenväter, liebe Brüder, liebe
Schwestern,
ich richte mich an Sie, auch um der Verpflichtung, wenigstens einmal
in der Versammlung das Wort zu ergreifen, nachzukommen.
Der Text des Neuen Testaments hat teil an dem Mysterium der
Menschwerdung Christi, wenn auch instrumental. Die Vatikanische
Bibliothek hat einen weltweit einmaligen Beitrag zur Erhaltung und
kompletten Übertragung der Originaltexte der Heiligen Schrift,
insbesondere des Neuen Testaments geleistet.
Das Werk der Konservierung, die Bereitstellung der Wissenschaftler
und die vollständige Übertragung dieser Schätze, die bisher in
exzellenter und eindrucksvoller Weise ausgeführt wurde, wird
derzeit, wenn auch unter Schwierigkeiten, mit
technologisch-fortschrittlichen Untersuchungen und Techniken
angegangen, wobei die Systeme und deren Firmen genauestens
ausgesucht werden.
Die Handschriften müssen, außer vor dem täglichen Gebrauch und
Katastrophen verschiedenster Art, auch vor einer physischen, nicht
absehbaren Verschlechterung ihrer Beschaffenheit, geschützt werden,
hierbei nicht nur die Originale, sondern auch die Reproduktionen,
die als Vorsichtsmaßnahme gegen eventuelle Verluste oder Zerstörung
gefertigt werden.
Eines der Probleme, das sich immer mehr als gefährlich
herauskristallisiert, ist die Abnutzung durch verschiedenen
Gebrauch, nicht nur bei der Ansicht, sondern auch bei der foto- und
digitaltechnischen Reproduktion, beim Transport, bei
Temperaturunterschieden etc. Ich beziehe mich, wie bereits gesagt,
sowohl auf die Orginale als auch auf die Kopien (Mikrofilm,
Fotografien, Digitalisierungen, Faksimile, etc.).
In einer solchen Situation, wenn es mir erlaubt ist, mit einer
Warnung an diese Versammlung gerichtet, abzuschließen, kann sich der
literarische Text als solcher, einer anderen Art von Gebrauch
ausgesetzt sehen, manchmal in nicht professioneller Weise, aber auch
nicht entsprechend motiviert und vom Glauben erhellt. In solcher
Weise nicht richtig interpretiert, wird der Text, der selbst immer
bereit ist, jeden Tropfen seines kostbaren Nektars anzubieten,
entkräftet und steril gemacht.
Dieses Risiko liegt jedoch natürlich außerhalb der Kontrolle der
Vatikanischen Bibliothek und betrifft die Berufsehre (die auf den
Wissenschaftsstatuten der jeweiligen Fachrichtungen beruht) und das
Bewusstsein derer, die sich aufgrund persönlicher Entscheidung oder
durch institutionelle Entsendung diesem preveligierten
Forschungsfeld gewidmet haben.
Abschließend ist es mir eine Freude bekanntzugeben, dass die
Restaurierungsarbeiten und die räumlichen Verbesserungen der
Bibliothek pünktlich im vorgegebenen Zeitplan liegen und Deo
adiuvante, vor Ende 2009 abgeschlossen sein werden. Von da an wird
es eine großes Vorrecht sein, Sie zu Gast als Besucher unserer
Schätze zu haben.
Ich danke Ihnen, auch im Namen des Präfekten, dem Vizepäfekten und
aller Mitarbeiter der Vatikanischen Apostolischen Bibliothek.
[00319-05.08][IN223] [Originalsprache: Italienisch]
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