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KONGREGATION FÜR DEN KLERUS
ALLGEMEINES DIREKTORIUM
FÜR DIE KATECHESE

NAMEN UND ABKÜRZUNGEN

I
DIE BIBLISCHEN BÜCHER

Gen: Das Buch Genesis

Ex: Das Buch Exodus

Lev: Das Buch Levitikus

Num: Das Buch Numeri

Dtn: Das Buch Deuteronium

Jos: Das Buch Josua

Ri: Das Buch der Richter

Rut: Das Buch Rut

1 Sam: Das erste Buch Samuel

2 Sam: Das zweite Buch Samuel

1 Kön: Das erste Buch der Könige

2 Kön: Das zweite Buch der Könige

1 Chr: Das erste Buch der Chronik

2 Chr: Das zweite Buch der Chronik

Esra: Das Buch Esra

Neh: Das Buch Nehemia

Tob: Das Buch Tobit

Jdt: Das Buch Judit

Est: Das Buch Ester

1 Makk: Das erste Buch der Makkabäer

2 Makk: Das zweite Buch der Makkabäer

Ijob: Das Buch Ijob

Ps: Die Psalmen

Spr: Das Buch der Sprichwörter

Koh: Das Buch Kohelet

Hld: Das Hohe Lied

Weish: Das Buch der Weisheit

Sir: Das Buch Jesus Sirach

Jes: Das Buch Jesaja

Jer: Das Buch Jeremia

Klgl: Die Klagelieder

Bar: Das Buch Baruch

Ez: Das Buch Ezechiel

Dan: Das Buch Daniel

Hos: Das Buch Hosea

Joël: Das Buch Joël

Am: Das Buch Amos

Obd: Das Buch Obadja

Jona: Das Buch Jona

Mi: Das Buch Micha

Nah: Das Buch Nahum

Hab: Das Buch Habakuk

Zef: Das Buch Zefanja

Hag: Das Buch Haggai

Sach: Das Buch Sacharja

Mal: Das Buch Maleachi

Mt: Das Evangelium nach Matthäus

Mk: Das Evangelium nach Markus

Lk: Das Evanglium nach Lukas

Joh: Das Evangelium nach Johannes

Apg: Die Apostelgeschichte

Röm: Der Brief an die Römer

1 Kor: Der erste Brief an die Korinther

2 Kor: Der zweite Brief an die Korinther

Gal: Der Brief an die Galater

Eph: Der Brief an die Epheser

Phil: Der Brief an die Philipper

Kol: Der Brief an die Kolosser

1 Thess: Der erste Brief an die Thessalonicher

2 Thess: Der zweite Brief an die Thessalonicher

1 Tim: Der erste Brief an Timotheus

2 Tim: Der zweite Brief an Timotheus

Tit: Der Brief an Ttius

Phlm: Der Brief an Philemon

Hebr: Der Brief an die Hebräer

Jak: Der Brief des Jakobus

1 Petr: Der erste Brief des Petrus

2 Petr: Der zweite Brief des Petrus

1 Joh: Der erste Brief des Johannes

2 Joh: Der zweite Brief des Johannes

3 Joh: Der dritte Brief des Johannes

Jud: Der Brief des Judas

Offb: Die Offenbarung des Johannes

« Libreria Editrice Vaticana omnia sibi vindicat iura. Sine eiusdem licentia scripto data nemini liceat hunc Directorium denuo imprimere aut in aliam linguam vertere ».

Copyright 1997 - Libreria Editrice Vaticana

00120 Vatikanstadt

Tel. (06) 698.85003 - Fax (06) 698.84716

ISBN 88-209-2454-4

II
KIRCHLICHE DOKUMENTE

AA: II. Vat. Konzil, Dekret über das Laienapostolat Apostolicam actuositatem (18. November 1965)

AG: II. Vat. Konzil, Dekret über die Missionstätigkeit der Kirche Ad Gentes (7. Dezember 1965)

CA: Johannes Paul II., Enzyklika Centesimus Annus (1. Mai 1991): AAS 83 (1991), S.793-867

CD: II. Vat. Konzil, Dekret über die Hirtenaufgabe der Bischöfe in der Kirche Christus Dominus (28. Oktober 1965)

CCL: Corpus Christianorum, Series Latina (Turnholti 1953 ff.)

CIC: Codex Iuris Canonici (25. Januar 1983)

ChL: Johannes Paul II., Nachsynodales Apostol. Schreiben Christifideles Laici (30. Dezember 1988): AAS 81 (1989), S. 393-521

CSEL: Corpus Scriptorum Ecclesiasticorum Latinorum (Wien 1866 ff.)

CT: Johannes Paul II., Apostol. Schreiben Catechesi tradendae (16. Oktober 1979): AAS 71 (1979), S. 1277-1340

DCG (1971): Hl. Kongregation für den Klerus, Directorium Catecheticum Generale Ad normam decreti (11. April 1971): AAS 64 (1972), S. 97-176 [Allgemeines Katechetisches Direktorium]

DH: II. Vat. Konzil, Erklärung über die Religionsfreiheit Dignitatis humanae (7. Dezember 1965)

DM: Johannes Paul II., Enzyklika Dives in misericordia (30. November 1980): AAS 72 (1980), S. 1177-1232

DV: II. Vat. Konzil, Dogmatische Konstitution über die göttliche Offenbarung Dei Verbum (18. November 1965)

DS: H. Denzinger - A. Schönmetzer, Enchiridion symbolorum definitionum et declarationum de rebus fidei et morum, Editio XXXVI emendata, Friburgi Br., Romae, Vindobonae 1976 (die Übersetzung folgt der Ausgabe von Denzinger-Hünermann, 1991)

EA: Johannes Paul II., Nachsynodales Apostol. Schreiben Ecclesia in Africa (14. September 1995): AAS 88 (1996), S. 5-82

EN: Paul VI., Apostol. Schreiben Evangelii nuntiandi (8. Dezember 1975): AAS 58 (1976), S. 5-76

EV: Johannes Paul II., Enzyklika Evangelium vitae (25. März 1995): AAS 87 (1995), S. 401-522

FC: Johannes Paul II., Nachsynodales Apostol. Schreiben Familiaris consortio (22. November 1981): AAS 73 (1981), S. 81-191

FD: Johannes Paul II., Apostol. Konstitution Fidei depositum (11. Oktober 1992): AAS 86 (1994), S. 113-118

GE: II. Vat. Konzil, Erklärung über die christliche Erziehung Gravissimum educationis (28. Oktober 1965)

GS: II. Vat. Konzil, Pastoralkonstitution über die Kirche in der Welt von heute Gaudium et spes (7. Dezember 1965)

IRK: Internationaler Rat für die Katechese, Die Erwachsenenkatechese in der christlichen Gemeinschaft, Vatikanstadt 1990

KKK: Katechismus der Katholischen Kirche, München - Vatikanstadt 1993

LC: Kongregation für die Glaubenslehre, Instruktion Libertatis conscientia (22. März 1986): AAS 79 (1987), S. 554-599

LE: Johannes Paul II., Enzyklika Laborem exercens (14. September 1981): AAS 73 (1981), S. 577-647

Leitfaden: Kongregation für die Evangelisierung der Völker,Guida per i catechisti [Leitfaden für Katecheten]. Anleitung für Berufung, Ausbildung und Förderung von Katecheten in den Missionsländern, die von der Kongregation für die Evangelisierung der Völker abhängen (3. Dezember 1993).

LG: II. Vat Konzil, Dogmatische Konstitution über die Kirche Lumen gentium (21. November 1964)

MM: Johannes XXIII., Enzyklika Mater et Magistra (15. Mai 1961): AAS 53 (1961), S. 401-464

NA: II. Vat Konzil, Dekret über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen Nostra aetate (28. Oktober 1965)

OICA: Ordo initiationis christianae adultorum, Typis Polyglottis Vaticanis 1972

PB: Johannes Paul II., Apostol. Konstitution Pastor Bonus (28. Juni 1988): AAS 80 (1988), S. 841-930

PG: Patrologiae Cursus completus, Series Graeca, hrsg. v. J.-P. Migne, Parisiis 1857 ss.

PL: Patrologiae Cursus completus, Series Latina, hrsg. v. J.-P. Migne, Parisiis 1844 ss.

PO: II. Vat Konzil, Dekret über Dienst und Leben der Priester Presbyterorum ordinis (7. Dezember 1965)

PP: Paul VI., Enzyklika Populorum progressio (26. März 1967): AAS 59 (1967), S. 257-299

RH: Johannes Paul II., Enzyklika Redemptor hominis (4. März 1979): AAS 71 (1979), S. 257-324

RM: Johannes Paul II., Enzyklika Redemptoris missio (7. Dezember 1990): AAS 83 (1991), S. 249-340

SC: II. Vat Konzil, Konstitution über die heilige Liturgie Sacrosanctum Concilium (4. Dezember 1963)

SCh: Sources Chrétiennes, Collection, Paris 1946 ff.

SRS: Johannes Paul II., Enzyklika Sollicitudo rei socialis (30. Dezember 1987): AAS 80 (1988), S. 513-586

SYN 1977: Bischofssynode, Botschaft an das Volk Gottes über die Katechese in unserer Zeit Cum iam ad exitum (28. Oktober 1977), Typis Polyglottis Vaticanis 1977

SYN 1985: Bischofssynode (außerordentliche Versammlung 1985), Schlußbericht Ecclesia sub verbo Dei mysteria Christi celebrans pro salute mundi (7. Dezember 1985)

TMA: Johannes Paul II., Apostol. Schreiben Tertio millennio adveniente (10. November 1994): AAS 87 (1995), S. 5-41

UR: II. Vat Konzil, Dekret über den Ökumenismus Unitatis redintegratio (21. November 1964)

UUS: Johannes Paul II., Enzyklika Ut unum sint (25. Mai 1995): AAS 87 (1995), S. 921-982

VS: Johannes Paul II., Enzyklika Veritatis splendor (6. August 1993): AAS 85 (1993), S. 1133-1228

VORWORT

1. Das II. Vatikanische Konzil ordnete die Abfassung eines »Direktoriums für die katechetische Unterweisung des christlichen Volkes« an.(1) In Ausführung dieses Auftrags des Konzils bediente sich die Kongregation für den Klerus einer Sonderkommission von Fachleuten und konsultierte die Bischofskonferenzen der Welt, die ihr zahlreiche diesbezügliche Anregungen und Bemerkungen zukommen ließen. Der vorbereitete Text wurde von einer ad hoc zusammengestellten theologischen Kommission und von der Kongregation für die Glaubenslehre überprüft. Am 18. März 1971 wurde er von Paul VI. endgültig approbiert und am 11. April des gleichen Jahres unter dem Titel Directorium Catecheticum Generale [Allgemeines Katechetisches Direktorium] promulgiert.

2. Die dreißig Jahre seit dem Abschluß des II. Vatikanischen Konzils bis zur Schwelle des dritten Jahrtausends stellen zweifellos eine in bezug auf Orientierungen und Förderung der Katechese sehr nutzbringende Zeit dar. Es war eine Zeit, die in gewisser Weise die evangelisierende Vitalität der Urkirche wieder an den Tag legte und treffenderweise auf die Lehren der Väter zurückgriff und auf kluge Weise eine Rückkehr zum altchristlichen Katechumenat förderte. Von 1971 an hat das Allgemeine Katechetische Direktorium den Teilkirchen bei der langwierigen Erneuerung der Katechese den Weg gewiesen, da es sich als Bezugspunkt sowohl hinsichtlich der Inhalte als auch bezüglich des pädagogischen Vorgehens und der zu verwendenden Methoden anbot.

Der Weg, den die Katechese in dieser Periode durchlief, war überall von einem großmütigen Einsatz von seiten vieler Personen, von bewunderungswürdigen Initiativen und sehr positiven Früchten für die Glaubensbildung und –vertiefung bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gekennzeichnet. Doch fehlte es gleichzeitig nicht an Krisen, Unzulänglichkeiten in bezug auf die Lehre und an Experimenten, welche die Qualität der Katechese absinken ließen; sie gehen zum großen Teil auf die Entwicklung des weltweiten kulturellen Umfeldes und auf kirchliche Fragen nicht katechetischen Ursprungs zurück.

3. Das kirchliche Lehramt hat in diesen Jahren nie aufgehört, seine pastorale Sorge für die Katechese auszuüben. In allen Kontinenten haben zahlreiche Bischöfe und Bischofskonferenzen dem katechetischen Wirken einen beachtlichen Impuls gegeben auch durch die Veröffentlichung trefflicher Katechismen und pastoraler Weisungen; zudem förderten sie die Ausbildung von Fachleuten und die katechetische Forschung. Diese Anstrengungen waren fruchtbar und wirkten sich auf die katechetische Praxis der Teilkirchen günstig aus. Besonders wertvoll für die katechetische Erneuerung war der Ordo initiationis christianae adultorum (Ordnung für die christliche Initiation Erwachsener), der am 6. Januar 1972 von der Kongregation für den Gottesdienst erlassen wurde.

Insbesondere ist das Wirken Pauls VI. zu erwähnen, des Papstes, der die Kirche während der ersten Periode der Nachkonzilszeit leitete. In bezug auf ihn sagte Johannes Paul II.: »Mein verehrter Vorgänger Paul VI. hat durch seine Taten, seine Predigt und seine maßgebliche Interpretation des II. Vatikanischen Konzils — das er als den großen Katechismus für die moderne Zeit ansah —, durch sein ganzes Leben der Katechese der Kirche in sehr beispielhafter Weise gedient«.(2)

4. Ein entscheidender Meilenstein für die Katechese war die anläßlich der Generalversammlung der Bischofssynode über die Evangelisierung in der heutigen Zeit im Oktober 1974 in die Wege geleitete Reflexion. Die Vorschläge dieser Versammlung wurden Papst Paul VI. vorgelegt, der das Nachsynodale Apostolische Schreiben Evangelii nuntiandi am 8. Dezember 1975 promulgierte. Dieses Dokument legt — unter anderem — ein besonders bedeutsames Prinzip vor: die Katechese als evangelisierendes Wirken im Rahmen der großen Sendung der Kirche. Von jetzt an wird man das katechetische Wirken als ständige Teilnahme an den Dringlichkeiten und Sorgen des missionarischen Auftrags für unsere Zeit betrachten müssen.

Auch die letzte von Paul VI. für Oktober 1977 einberufene Synodenversammlung wählte die Katechese als Thema der Analyse und Reflexion der Bischöfe. Diese Synode erblickte »in der katechetischen Erneuerung ein kostbares Geschenk des Heiligen Geistes an die Kirche von heute«.(3)

5. Johannes Paul II. übernahm 1978 dieses Erbe und formulierte seine ersten Weisungen in dem Apostolischen Schreiben Catechesi tradendae vom 16. Oktober 1979. Dieses bildet eine mit dem Schreiben Evangelii nuntiandi völlig kohärente Einheit und stellt die Katechese wieder ganz in den Rahmen der Evangelisierung.

Während seines ganzen Pontifikats hat Johannes Paul II. ein ständiges Lehramt von sehr hohem katechetischem Wert dargeboten. Unter den Reden, Briefen und Lehrschriften ragen die zwölf Enzykliken heraus: von Redemptor hominis bis zu Ut unum sint. Diese Rundschreiben bilden schon an und für sich ein Corpus synthetischer und organischer Lehre zu der vom II. Vatikanischen Konzil geforderten Anwendung der Erneuerung des kirchlichen Lebens.

Was die katechetische Bedeutung dieser Dokumente des Lehramtes Johannes Pauls II. betrifft, sind besonders zu erwähnen die Enzykliken Redemptor hominis (4. März 1979), Dives in misericordia (30. November 1980), Dominum et vivificantem (18. Mai 1986) und, wegen der Bekräftigung der dauernden Gültigkeit des Missionsauftrags, Redemptoris missio (7. Dezember 1990).

6. Andererseits hatten die ordentlichen und außerordentlichen Vollversammlungen der Bischofssynode auf dem Gebiet der Katechese eine besondere Auswirkung. Wegen ihrer besonderen Wichtigkeit ist auf die Synodenversammlungen von 1980 und 1987 hinzuweisen, welche die Sendung der Familie und die Berufung der getauften Laien zum Thema hatten. Auf die Synodenarbeiten folgten die entsprechenden Apostolischen Schreiben Johannes Pauls II.: Familiaris consortio (22. November 1981) und Christifideles laici (30. Dezember 1988). Die außerordentliche Bischofssynode von 1985 wirkte sich ebenfalls entscheidend auf die Gegenwart und Zukunft der Katechese unserer Zeit aus. Auf ihr wurde eine Bilanz von zwanzig Jahren Anwendung des II. Vatikanischen Konzils gezogen, und die Synodenväter schlugen dem Heiligen Vater die Ausarbeitung eines Weltkatechismus für die ganze katholische Kirche vor. Johannes Paul II. hat den Vorschlag der außerordentlichen Bischofssynode von 1985 wohlwollend aufgenommen und sich zu eigen gemacht. Nach dem geduldigen und langwierigen Prozeß der Ausarbeitung wurde der Katechismus der Katholischen Kirche durch die Apostolische Konstitution Fidei depositum vom 11. Oktober 1992 den Bischöfen und den Teilkirchen übergeben.

7. Dieses Ereignis von so tiefgreifender Bedeutung und die Gesamtheit der im vorhergehenden angegebenen Fakten und Interventionen des Lehramtes machten eine Überarbeitung des »Allgemeinen Katechetischen Direktoriums« zur dringenden Aufgabe, um dieses wertvolle pastoraltheologische Instrument auf die neue Situation und die neuen Erfordernisse abzustimmen. Dieses Erbe zu sammeln und für die katechetische Tätigkeit systematisch zusammenzufassen, und zwar im Blick auf die jetzige Etappe des Lebens der Kirche, ist ein Dienst des Heiligen Stuhls für alle.

Die von der Kongregation für den Klerus in Gang gebrachte neue Ausarbeitung des »Allgemeinen Direktoriums für die Katechese« wurde von einer Gruppe von Bischöfen und Fachleuten für Theologie und Katechese geleistet. Sie wurde dann den Bischofskonferenzen und den wichtigsten katechetischen Instituten und Studienzentren zur Konsultation unterbreitet. Bei der Abfassung hielt man sich im wesentlichen an die Grundidee und die Inhalte des Textes von 1971.

Natürlich mußte die neue Redigierung des Allgemeinen Direktoriums für die Katechese zwei Hauptforderungen miteinander in Einklang bringen:

– einerseits die von den Schreiben Evangelii nuntiandi und Catechesi tradendae geforderte Einfügung der Katechese in den Rahmen der Evangelisierung,

– andererseits die Übernahme der vom Katechismus der Katholischen Kirche vorgelegten Glaubensinhalte.

8. Der neue Text des Allgemeinen Direktoriums für die Katechese behält die Grundstruktur des Textes von 1971 bei und ist wie folgt gegliedert:

– Eine Einführende Darlegung, in der Richtlinien für die Deutung und das Verständnis der menschlichen und der kirchlichen Situation im Licht des Glaubens und im Vertrauen auf die Kraft des Samenkorns des Evangeliums geboten werden.

Der Erste Teil(4) gliedert sich in drei Kapitel und verwurzelt die Katechese deutlicher in der Konzilskonstitution Dei verbum, indem er sie in den Rahmen der in Evangelii nuntiandi und Catechesi tradendae vorgezeichneten Evangelisierung hineinstellt. Er legt zudem eine Klärung der Natur der Katechese vor.

– Der Zweite Teil(5) besteht aus zwei Kapiteln. Im ersten werden unter dem Titel »Normen und Richtlinien für die Darbietung der Botschaft des Evangeliums in der Katechese« die Inhalte des entsprechenden Kapitels des früheren Textes in neuer Artikulierung und einer bereicherten Sicht in ihrer Gesamtheit zusammengestellt. Das zweite, vollständig neue Kapitel steht im Dienst der Vorstellung des Katechismus der Katholischen Kirche als Bezugstext für die Glaubensvermittlung in der Katechese und für die Abfassung der örtlichen Katechismen. Der Text bietet auch Grundprinzipien für die Ausarbeitung der Katechismen für die Teil– und Ortskirchen.

– Der Dritte Teil(6) erscheint ziemlich erneuert, denn er formuliert zudem das Wesentliche einer an der göttlichen Pädagogik inspirierten Glaubenserziehung; eine Frage, die sowohl die Theologie wie die Humanwissenschaften betrifft.

– Der Vierte Teil(7) trägt den Titel »Die Adressaten der Katechese«. In fünf kurzen Kapiteln wird das Augenmerk auf die recht unterschiedlichen Situationen der Personen gerichtet, an die sich die Katechese wendet, auf die Aspekte, welche die gesellschaftlich-religiöse Situation betreffen, und ganz besonders auf die Frage der Inkulturation.

– Der Fünfte Teil(8) hat zum zentralen Schwerpunkt die Ortskirche, deren vorrangige Aufgabe es ist, die gesamte katechetische Tätigkeit zu planen, zu überwachen und zu koordinieren. Besondere Bedeutung kommt der Beschreibung der jeweiligen Rollen der verschiedenen katechetisch Tätigen (die stets im Bischof der Teilkirche ihren Bezugspunkt haben) und der Anforderungen an ihre Ausbildung in jedem einzelnen Fall zu.

– Der Schluß, der zu einer Intensivierung des katechetischen Wirkens in unserer Zeit auffordert, schließt die Reflexion und die Weisungen ab mit einem Aufruf zum Vertrauen in das Wirken des Heiligen Geistes und in die Wirkkraft des in der Liebe ausgesäten Gotteswortes.

9. Der Zweck des vorliegenden Direktoriums ist natürlich der gleiche wie der, den der Text von 1971 verfolgte. Das heißt, es setzt sich zum Ziel, »die vom Lehramt der Kirche und besonders vom II. Vatikanischen Konzil festgelegten theologisch-pastoralen Grundprinzipien« darzubieten, »durch die die pastorale Tätigkeit des Dienstes am Wort besser geleitet und koordiniert werden kann«,(9) also ganz konkret die Katechese. Das Grundanliegen war und ist, eher Überlegungen und Grundsätze als unmittelbare Anwendungen oder praktische Weisungen zu bieten. Dieser Weg und diese Methode wurde vor allem aus folgendem Grund gewählt: Nur dann, wenn von Anfang an Wesen und Ziele der Katechese sowie die zu übermittelndenWahrheiten und Werte richtig verstanden werden, werden sich Fehler und Irrtümer im Bereich der Katechese vermeiden lassen.(10)

Die konkretere Anwendung dieser Grundsätze und Aussagen durch nationale, regionale oder diözesane Richtlinien und Direktorien, Katechismen und jedes weitere Mittel, das man als geeignet erachtet für eine wirksame Förderung der Katechese, liegt in der spezifischen Zuständigkeit der Episkopate.

10. Selbstverständlich sind nicht alle Teile des Direktoriums von gleicher Wichtigkeit. Diejenigen, die von der göttlichen Offenbarung, vom Wesen der Katechese, von den Maßstäben handeln, welche die christliche Verkündigung bestimmen, sind für alle von Wert. Die Teile hingegen, welche die gegenwärtige Situation, die Methodologie und die Art und Weise betreffen, die Katechese auf die verschiedenen Situationen, auf das Alter und das kulturelle Umfeld abzustimmen, sind eher als Hinweise und Leitlinien aufzufassen.(11)

11. Die Adressaten des Direktoriums sind in erster Linie die Bischöfe, die Bischofskonferenzen und ganz allgemein alle, die in deren Auftrag und unter ihrer Leitung auf dem Gebiet der Katechese Verantwortung wahrnehmen. Selbstverständlich kann das Direktorium ein treffliches Instrument für die Heranbildung der Priesterkandidaten, für die Weiterbildung der Priester und für die Ausbildung der Katecheten sein.

Eine unmittelbare Zielsetzung des Direktorims ist es, bei der Abfassung der katechetischen Direktorien und Katechismen behilflich zu sein. Der von vielen Bischöfen erhaltenen Anregung entsprechend sind zahlreiche Anmerkungen und Hinweise beigegeben, die zur Ausarbeitung der erwähnten Instrumente von großem Nutzen sein können.

12. Da sich das Direktorium an die Teilkirchen richtet, deren pastorale Situationen und Bedürfnisse sehr unterschiedlich sind, liegt es auf der Hand, daß darin nur gemeinsame oder Zwischensituationen dazwischen berücksichtigt werden konnten. Dasselbe gilt für die Beschreibung der Organisation der Katechese auf den verschiedenen Ebenen. Bei der Benützung des Direktoriums möge man sich folgende Beobachtung — die übrigens schon im Text von 1971 angeführt wurde, vor Augen halten: Was in Regionen, wo die Katechese sowohl qualitativ wie hinsichtlich der aufgewendeten Mittel ein hohes Niveau erreichen konnte, möglicherweise ungenügend sein wird, wird hingegen in den Regionen, wo die Katechese noch nicht einen solchen Fortschritt erleben konnte, vielleicht als außerordentlich erscheinen.

13. In der Veröffentlichung dieses Dokumentes, eines neuen Zeugnisses der Sorge des Apostolischen Stuhls für den katechetischen Dienst, kommt der Wunsch zum Ausdruck, daß es sehr aufmerksam und unter Erwägung der pastoralen Bedürfnisse jeder Teilkirche aufgenommen, geprüft und studiert werden und auch für die Zukunft zu Studien und tiefgreifenderen Forschungen anregen möge, die den Bedürfnissen der Katechese und den Normen und Anleitungen des Lehramtes der Kirche entsprechen.

Die selige Jungfrau Maria, Stern der Neu-Evangelisierung, geleite uns zur vollen Erkenntnis Jesu Christi, unseres Meisters und Herrn.

»Im übrigen, Brüder, betet für uns, damit das Wort des Herrn sich ausbreitet und verherrlicht wird, ebenso wie bei euch« (2 Thess 3,1).

Aus dem Vatikan, 15. August 1997
Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel

Darío Castrillón Hoyos

Alterzbischof von Bucaramanga
Pro-Präfekt

Crescenzio Sepe

Titularerzbischof von Grado
Sekretär


EINFÜHRENDE DARLEGUNG
Die Verkündigung des Evangeliums
in der Welt von heute

»Hört! Ein Sämann ging aufs Feld, um zu säen. Als er säte, fiel ein Teil der Körner auf den Weg, und die Vögel kamen und fraßen sie.
Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war; als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte.
Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen, und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat, und sie brachte keine Frucht.
Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden und brachte Frucht; die Saat ging auf und wuchs empor und trug dreißigfach, ja sechzigfach und hundertfach« (Mk 4,3-8).

14. Diese einführende Darlegung will die Bischöfe und die in der Katechese Tätigen anregen, sich der Notwendigkeit bewußt zu werden, stets auf das Saatfeld zu achten und zwar aus einer Sicht des Glaubens und des Erbarmens. Die hier vorgelegte Deutung der heutigen Welt hat natürlich den Charakter der Vorläufigkeit, der mit der Zufälligkeit der Geschichte zusammenhängt.

»Hört! Ein Sämann ging aufs Feld, um zu säen« (Mk 4,3)

15. Dieses Gleichnis ist eine Inspirationsquelle für die Evangelisierung. »Der Samen ist das Wort Gottes« (Lk 8,11). Der Sämann ist Jesus Christus. Er verkündigte vor zweitausend Jahren das Evangelium in Palästina und sandte seine Jünger, es in der Welt auszusäen. Jesus Christus, der heute durch seinen Geist in der Kirche zugegen ist, streut das Wort des Vaters weiterhin mit freigebigen Händen auf das Saatfeld der Welt.

Der Boden ist stets sehr verschiedenartig beschaffen. Das Evangelium fällt »auf den Weg« (Mk 4,4), wenn man nicht wirklich auf es hört; es fällt »auf felsigen Boden« (Mk 4,5) und dringt nicht tief in die Erde ein; oder es fällt »in die Dornen« (Mk 4,7) und wird im Herzen der Menschen, die von vielen Sorgen abgelenkt werden, sogleich erstickt. Ein Teil aber fällt »auf guten Boden« (Mk 4,8), das heißt in Männer und Frauen, die für die persönliche Beziehung zu Gott aufgeschlossen und mit dem Nächsten solidarisch sind, und bringt reiche Frucht.

Jesus teilt im Gleichnis die gute Nachricht mit, daß ungeachtet der ungünstigen Beschaffenheit des Bodens, der Spannungen, Konflikte und Probleme der Welt das Gottesreich kommen wird. Der Samen des Evangeliums befruchtet die Geschichte der Menschen und kündigt eine reiche Ernte an. Jesus gibt auch eine Mahnung: nur in einem bereitwilligen Herzen keimt das Wort Gottes.

Ein Blick auf die Welt vom Glauben aus

16. Die Kirche sät weiterhin das Evangelium Jesu auf das große Saatfeld Gottes. Die Christen, die in die verschiedenartigsten gesellschaftlichen Umgebungen eingebettet sind, blicken auf die Welt mit den gleichen Augen, mit denen Jesus die Gesellschaft seiner Zeit betrachtet hat. Der Jünger Jesu Christi nimmt ja von innen her an der »Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute«(12) teil, blickt auf die menschliche Geschichte und beteiligt sich an ihr nicht nur mit dem Verstand, sondern auch mit dem Glauben. In dessen Licht erscheint die Welt gleichzeitig als »durch die Liebe des Schöpfers begründet und erhalten, unter die Knechtschaft der Sünde geraten, von Christus aber, dem Gekreuzigten und Auferstandenen, durch Brechung der Herrschaft des Bösen befreit«.(13)

Der Christ weiß, hinter jeder menschlichen Wirklichkeit und Begebenheit stehen gleichzeitig:

– das schöpferische Wirken Gottes, das jedem Wesen seine gute Beschaffenheit vermittelt;

– die aus der Sünde herrührende Kraft, die den Menschen einengt und abstumpft;

– die aus dem Pascha, aus der Auferstehung Christi, hervorbrechende Dynamik als Keim der Erneuerung, der dem Glaubenden die Hoffnung auf eine endgültige »Vollendung«(14) verleiht.

Ein Blick auf die Welt, der von einem dieser drei Aspekte absähe, wäre nicht wirklich christlich. Deshalb ist es wichtig, daß die Katechese die Katechumenen und die Glaubensschüler in eine »theologische Deutung der modernen Probleme«(15) einzuführen weiß.

Das Saatfeld der Welt

17. Als Mutter der Menschen sieht die Kirche zunächst voll tiefem Schmerz »eine unzählige Menge von Männern und Frauen, Kindern, Erwachsenen und alten Menschen, von konkreten und einmaligen Menschen also, die unter der unerträglichen Last des Elends leiden«.(16) Mit Hilfe einer Katechese, in welcher die Soziallehre der Kirche ihren Platz haben muß,(17) möchte sie im Herzen der Christen »den Einsatz für die Gerechtigkeit«(18) und die »Option oder vorrangige Liebe für die Armen«(19) wecken, damit ihre Präsenz wirklich erhellendes Licht und veränderndes Salz sei.

Die Menschenrechte

18. Bei der Analyse des Saatfeldes der Welt ist die Kirche sehr sensibel für alles, was die Würde der menschlichen Person verletzt. Sie weiß, daß dieser Würde die Menschenrechte entspringen,(20), 270-273) wird auf die haupstächlichen »Pflichten des Menschen« hingewiesen. Die Katechese muß beiden Aspekten die nötige Aufmerksamkeit schenken.] die beständiger Gegenstand der Sorge und des Einsatzes der Christen sind. Deswegen erfaßt ihr Blick nicht nur die wirtschaftlichen und sozialen,(21) sondern vor allem die kulturellen und religiösen Indikatoren. Was sie anstrebt, ist die gesamtheitliche Entwicklung der Menschen und Völker.(22)

Die Kirche gewahrt mit Freude, daß »nunmehr das Bewußtsein von der Würde des Menschen wie ein befreiender Strom alle Völker durchzieht und durchdringt«.(23) Dieses Bewußtsein äußert sich in der lebhaften Sorge für die Respektierung der Menschenrechte und in der entschiedensten Zurückweisung ihrer Verletzungen. Besonders eingefordert werden das Recht auf Leben, auf Arbeit, auf Bildung, auf Gründung einer Familie, auf Teilnahme am öffentlichen Leben, auf Religionsfreiheit.

19. Manchenorts jedoch werden in offensichtlichem Widerspruch zum Gespür für die Würde des Menschen die Menschenrechte klar verletzt.(24) Auf diese Weise kommt es zu anderen Armutsformen, die nicht auf der materiellen Ebene liegen: zu einer kulturellen und religiösen Armut, welche die kirchliche Gemeinschaft ebenfalls mit Besorgnis erfüllt. Denn die Verweigerung oder Beschränkung der Menschenrechte läßt den Menschen und die Völker genauso oder noch mehr verarmen als die Entbehrung materieller Güter.(25)

Auf diesem weiten Feld der Menschenrechte hat das evangelisierende Wirken der Kirche eine unverzichtbare Aufgabe: die unverletzliche Würde jeder menschlichen Person entdecken zu lassen. Dies ist »in einem gewissen Sinn die zentrale und alle anderen einschließende Aufgabe im Rahmen des Dienstes an der Menschheitsfamilie, zu dem die Kirche und in ihr die Laien berufen sind«.(26) Die Katechese muß sie auf diese Aufgabe vorbereiten.

Die Kultur und die Kulturen

20. Der Sämann weiß, daß das Samenkorn in konkrete Bodenbereiche eindringt und alle Elemente in sich aufnehmen muß, die nötig sind, um Frucht bringen zu können.(27) Er weiß auch, daß zuweilen einige dieser Elemente das Keimen und die Ernte beeinträchtigen können.

Die Konstitution Gaudium et Spes betont die große Bedeutung von Wissenschaft und Technik bei der Entstehung und Entwicklung der modernen Kultur. Die wissenschaftliche Einstellung, die von ihnen ausgeht, »gibt der Kultur und dem Denken... ein neues Gepräge«,(28) was sich auf den Menschen und die Reliogiosität stark auswirkt. Die wissenschaftliche und experimentelle Rationalität ist im Menschen von heute tief verwurzelt.

Doch das Bewußtsein, daß diese Art von Rationalität nicht alles zu erklären vermag, gewinnt immer mehr an Boden. Selbst die Wissenschaftler stellen fest, daß es neben der Strenge des Experimentierens einer anderen Art der Erkenntnis bedarf, um das menschliche Wesen in seiner Tiefe begreifen zu können. Die philosophische Reflexion über die Sprache zeigt beispielsweise, daß das symbolische Denken eine Form des Zugangs zum Mysterium der menschlichen Person ist, zu dem man auf andere Weise nicht Zugang findet. Somit wird eine Rationalität unumgänglich, die das menschliche Wesen nicht spaltet, sondern die seine Affektivität integriert, es eint und seinem Leben einen volleren Sinn gibt.

21. Neben dieser »universaleren Form der menschlichen Kultur«(29) stellt man heute auch ein wachsendes Verlangen fest, die bodenständigen Kulturen wieder aufzuwerten. Noch steht die Frage des Konzils im Raum: »Wie kann man für die Dynamik und Expansion der neuen Kultur eintreten, ohne daß die lebendige Treue zum überlieferten Erbe verlorengeht?«.(30)

– An vielen Orten wird man sich bewußt, daß die herkömmlichen Kulturen von dominierenden äußeren Einflüssen und entfremdender Nachahmung importierter Lebensformen angegriffen werden. Auf diese Weise werden die Identität und die Eigenwerte der Völker allmählich zersetzt.

– Man stellt auch den ungeheuren Einfluß der Massenmedien fest, die oftmals aus wirtschaftlichen oder ideologischen Interessen eine Sicht des Lebens aufdrängen, welche die kulturelle Eigenart der Völker, an die sie sich wenden, nicht respektiert.Die Evangelisierung begegnet so in der Inkulturation einer ihrer größten Herausforderungen.

Die Kirche muß alle positiven Werte der Kultur und der Kulturen aufnehmen(31) und im Licht des Evangeliums jene Elemente verwerfen, welche die Menschen und die Völker an der Entfaltung ihrer echten Fähigkeiten hindern.

Die sittlich-religiöse Situation

22. Unter den Elementen, aus denen sich das Kulturerbe eines Volkes zusammensetzt, ist der sittlich-religiöse Faktor für den Sämann von besonderer Bedeutung. In der heutigen Kultur breitet sich unablässig religiöse Gleichgültigkeit aus. »Viele unserer Zeitgenossen erfassen die innigste und lebensvolle Verbindung mit Gott gar nicht oder verwerfen sie ausdrücklich«.(32)

Als Leugnung Gottes »muß man den Atheismus zu den ernstesten Gegebenheiten dieser Zeit rechnen«.(33) Er nimmt verschiedene Formen an, erscheint aber heute besonders in Gestalt des Säkularismus, der in einer autonomistischen Erklärung des Menschen und der Welt besteht, »derzufolge sie sich ganz aus sich selbst erklärt, ohne daß es eines Rückgriffs auf Gott bedürfte«.(34) Im spezifisch religiösen Bereich sind jedoch Anzeichen einer »Wiederkehr zum Heiligen«,(35) eines neuen Durstes nach transzendenten, göttlichen Wahrheiten vorhanden. Die heutige Welt bezeugt reichlicher und vitaler »das Suchen und das Bedürfnis nach dem Religiösen«.(36) Gewiß ist dieses Phänomen »nicht ohne Zweideutigkeit«.(37) Die breite Entwicklung der Sekten und der neuen religiösen Bewegungen und das Wiederaufleben des »Fundamentalismus«(38) sind Gegebenheiten, die an die Kirche ernste Fragen richten und aufmerksam analysiert werden müssen.

23. Die heutige moralische Situation entspricht ganz der religiösen. Es ist in der Tat eine Verdunkelung der ontologischen Wahrheit über den Menschen als Person wahrzunehmen. Es ist, als würde die Zurückweisung Gottes den inneren Bruch der Strebungen des Menschen bedeuten.(39) So kommt es an vielen Orten zu einem »ethischen Relativismus«, der »dem bürgerlichen Zusammenleben jeden sicheren sittlichen Bezugspunkt nimmt«.(40)

Die Evangelisierung trifft auf dem sittlich-religiösen Terrain einen bevorzugten Tätigkeitsbereich an. Die vorrangige Sendung der Kirche ist es ja, Gott zu verkünden, ihn vor der Welt zu bezeugen. Es geht darum, das wahre Antlitz Gottes und seinen Liebes- und Heilsplan für die Menschen, so wie Jesus ihn offenbart hat, bekanntzumachen.

Um solche Zeugen heranzubilden, muß die Kirche eine Katechese entwickeln, die die Begegnung mit Gott begünstigt und ein ständiges Band der Gemeinschaft mit ihm neu festigt.

Die Kirche auf dem Saatfeld der Welt

Der Glaube der Christen

24. Die Jünger Jesu sind zwar als Sauerteig in die Welt getaucht, sind aber zu jeder Zeit nicht dagegen gefeit, dem Einfluß der menschlichen Situationen zu unterliegen. Darum ist es notwendig, sich nach der heutigen Situation des Glaubens der Christen zu fragen. Die in den letzten Jahrzehnten in der Kirche entfaltete katechetische Erneuerung ist im Begriff, sehr positive Früchte zu zeitigen.(41) Die Katechese der Kinder, der Jugendlichen und der Erwachsenen dieser Jahre hat eine Typologie des Christen hervorgebracht, der sich seines Glaubens wirklich bewußt ist und mit ihm in seinem Leben übereinstimmt. Sie hat tatsächlich in ihnen gefördert:

– eine neue, lebensvolle Erfahrung Gottes als barmherzigen Vater;

– eine vertiefte Neu- oder Wiederentdeckung Jesu Christi nicht nur in seiner Göttlichkeit, sondern auch in seiner wahren Menschlichkeit;

– das Gefühl aller, mitverantwortlich zu sein für die Sendung der Kirche in der Welt;

– das Bewußtwerden der sozialen Forderungen des Glaubens.

25. Angesichts des heutigen religiösen Panoramas drängt sich jedoch den Söhnen und Töchtern der Kirche eine Prüfung auf: »Inwieweit sind auch sie von der Atmosphäre des Säkularismus und ethischen Relativismus betroffen?«.(42)

Eine erste Kategorie bilden »sehr viele, die zwar getauft sind, aber gänzlich außerhalb eines christlichen Lebensraumes stehen«.(43) Es handelt sich um eine Menge »nichtpraktizierender Christen«,(44) auch wenn bei vielen von ihnen im Innersten ihres Herzens das religiöse Empfinden nicht völlig verschwunden ist. Sie wieder zum Glauben zu erwecken, ist für die Kirche eine echte Herausforderung. Neben ihnen gibt es auch »das einfache Volk«,(45) das sich manchmal in sehr aufrichtigen religiösen Gefühlen und in einer tiefverwurzelten »Volksfrömmigkeit«(46) äußert. Es hat zwar einen gewissen Glauben, »kennt aber seine Grundlagen kaum«.(47) Zudem gibt es zahlreiche Christen, die sehr gebildet sind, aber nur in der Kindheit eine religiöse Unterweisung erhalten haben und die es nötig haben, ihren Glauben in einem anderen Licht(48) neu durchzudenken und reifer werden zu lassen.

26. Sodann gibt es eine gewisse Anzahl getaufter Christen, die wegen eines mißverstandenen interreligiösen Dialogs oder wegen einer gewissen Scheu, in der heutigen Gesellschaft ihren Glauben an Jesus Christus zu bezeugen, leider ihre christliche Identität verbergen. Diese Glaubenssituationen der Christen verlangen vom Sämann dringend, eine Neu-Evangelisierung in die Wege zu leiten,(49) vor allem in den Kirchen mit einer alten christlichen Tradition, wo der Säkularismus die stärksten Breschen geschlagen hat. In dieser neuen Situation, die einer Evangelisierung bedarf, haben die missionarische Verkündigung und die Katechese, vor allem an Jugendlichen und Erwachsenen, klare Vordringlichkeit.

Das innere Leben der kirchlichen Gemeinschaft

27. Es ist wichtig, sich auch das Leben der kirchlichen Gemeinschaft, ihre innere Beschaffenheit anzusehen. In einer ersten Betrachtung gilt es festzustellen, wie in der Kirche das II. Vatikanische Konzil aufgenommen worden ist und Früchte getragen hat. Die großen Konzilsdokumente sind nicht toter Buchstabe geblieben; ihre Wirkungen sind festzustellen. Die vier Konstitutionen — Sacrosanctum Concilium, Lumen gentium, Dei verbum und Gaudium et spes — haben die Kirche befruchtet. In der Tat:

– Das liturgische Leben wird tiefer als Quelle und Höhepunkt des kirchlichen Lebens verstanden.

– Das Volk Gottes hat ein lebendigeres Bewußtsein des »gemeinsamen Priestertums«(50) erworben, das in der Taufe wurzelt. Gleichzeitig entdeckt es immer mehr wieder die universale Berufung zur Heiligkeit und einen lebendigeren Sinn für den Dienst an der Nächstenliebe.

– Die kirchliche Gemeinschaft hat einen lebendigeren Sinn für das Gotteswort erworben. Beispielsweise wird die Heilige Schrift viel intensiver gelesen, verkostet und meditiert.

– Die Sendung der Kirche in der Welt wird auf neue Weise wahrgenommen. Auf der Grundlage einer inneren Erneuerung hat das Konzil die Katholiken offen gemacht für das Erfordernis einer Evangelisierung, die notwendig mit der Förderung des Menschen verbunden ist, für die Notwendigkeit des Dialogs mit der Welt, mit den verschiedenen Kulturen und Religionen und für die dringliche Suche nach der Einheit unter den Christen.

29. Doch bei all dieser Fruchtbarkeit sind auch »Mängel und Schwierigkeiten in der Aufnahme des Konzils»(51) festzustellen. Trotz einer so reichen und tiefen Lehre über die Kirche ist der Sinn für die Zugehörigkeit zur Kirche schwächer geworden, ja häufig ist eine »Abneigung gegen die Kirche«(52) festzustellen; man betrachtet sie oft einseitig als bloße Institution, die ihres Mysteriums beraubt ist.

In einigen Fällen hat man bei der Interpretation und Anwendung der Erneuerung, die das II. Vatikanische Konzil von der Kirche verlangt hat, einseitige und gegensätzliche Positionen eingenommen. Solche Ideologien und Haltungen haben zu Zersplitterungen geführt und sind der für die Evangelisierung unerläßlichen Bezeugung der Gemeinschaft abträglich.

Das evangelisierende Wirken der Kirche und in ihm der Katechese muß entschiedener einen soliden kirchlichen Zusammenhalt anstreben. Zu diesem Zweck ist es dringlich, eine echte Ekklesiologie der Gemeinschaft zu fördern und zu vertiefen,(53) um in den Christen eine tiefe kirchliche Spiritualität zu erzeugen.

Situation der Katechese: Lebenskraft und Probleme

29. Die Katechese weist in den letzten Jahren viele positive Aspekte auf, die ihre Lebenskraft deutlich machen. Unter anderem sind hervorzuheben:

– Die große Zahl der Priester, Ordensleute und Laien, die sich mit Begeisterung und Ausdauer der Katechese widmen. Sie ist eine der wichtigsten kirchlichen Tätigkeiten.

– Zu betonen ist auch der missionarische Charakter der heutigen Katechese und ihre Bereitschaft, in einer Welt, in der sich das religiöse Empfinden abstumpft, die Glaubenszustimmung der Katechumenen und der Glaubensschüler zu sichern. In dieser Dynamik ist man sich klar bewußt, daß die Katechese den Charakter einer ganzheitlichen Formung annehmen muß und sich nicht auf bloßes Lehren beschränken darf; sie wird sich bemühen müssen, eine echte Bekehrung hervorzurufen.(54)

– Im Einklang mit dem Gesagten wird es außerordentlich wichtig, daß bei der Planung der Katechese möglichst vieler Teilkirchen die Erwachsenenkatechese vermehrt wird.(55) Sie scheint in den Pastoralplänen vieler Diözesen Priorität zu haben. Auch in einigen kirchlichen Bewegungen und Gruppen nimmt sie einen zentralen Platz ein.

– Zweifellos begünstigt von den neueren Anleitungen des Lehramtes, hat das katechetische Denken in unserer Zeit an Dichte und Tiefe gewonnen. In diesem Sinn verfügen viele Ortskirchen schon über geeignete und zweckmäßige pastorale Orientierungshilfen.

30. Es ist jedoch notwendig, einige Probleme mit besonderer Aufmerksamkeit zu prüfen und nach einer Lösung für sie zu suchen:

– Das erste betrifft das Verständnis der Katechese als Glaubensschule, als Erlernung und Lehrzeit des ganzen christlichen Lebens, was bei weitem noch nicht in das Bewußtsein der Katecheten gedrungen ist.

– Was die Grundausrichtung betrifft, so durchtränkt für gewöhnlich der Begriff »Offenbarung« die katechetische Tätigkeit; doch hat der Konzilsbegriff »Überlieferung« weniger großen Einfluß als wirklich inspirierendes Element. In vielen Katechesen wird fast ausschließlich auf die Bibel Bezug genommen, ohne daß das zweitausend Jahre lange Denken und Leben der Kirche ausreichend berücksichtigt wird.(56) Die kirchliche Natur der Katechese wird in diesem Fall weniger klar sichtbar. Die wechselseitige Verknüpfung von Heiliger Schrift, Überlieferung und Lehramt, »jedes auf seine Art«,(57) befruchtet die katechetische Glaubensvermittlung noch nicht harmonisch.

– Hinsichtlich der Zielsetzung der Katechese, die darauf abzielt, die Gemeinschaft mit Jesus Christus zu fördern, ist eine ausgewogenere Darbietung der ganzen Wahrheit des Geheimnisses Christi notwendig. Zuweilen bleibt man bei seinem Menschsein stehen, ohne ausdrücklich auf seine Gottheit zu verweisen; in anderen, heute weniger häufigen Fällen, betont man seine Gottheit so ausschließlich, daß die Wirklichkeit des Mysteriums der Inkarnation des Wortes nicht mehr hervortritt.(58)

– Bezüglich des Inhalts der Katechese bestehen verschiedene Probleme. Es gibt da gewisse Lücken in bezug auf die Wahrheit über Gott und den Menschen, über Sünde und Gnade und die Letzten Dinge. Auch ist eine solidere sittliche Bildung notwendig; man stößt auf eine unzulängliche Darstellung der Kirchengeschichte, und der kirchlichen Soziallehre wird zu wenig Bedeutung beigemessen. In einigen Regionen wimmelt es von Katechismen und Texten, die aus privater Initiative stammen, selektive Tendenzen und so unterschiedliche Akzentsetzungen aufweisen, daß sie der notwendigen Übereinstimmung in der Glaubenseinheit Schaden zufügen.(59)

– »Die Katechese ist von ihrem Wesen her mit dem gesamten liturgischen und sakramentalen Handeln verbunden«.(60) Häufig freilich zeugt die katechetische Praxis nur von einer schwachen, brüchigen Verbindung mit der Liturgie: begrenzte Beachtung der liturgischen Zeichen und Riten, spärliche Ausschöpfung der liturgischen Quellen, katechetische Unterweisungen, die kaum oder gar keinen Bezug zum Kirchenjahr erkennen lassen, nur am Rand vorhandene Hinweise auf Gottesdienste in den Katechese-Anleitungen.

– Was die Pädagogik angeht, so schenkt man, nach einer Überbetonung des Wertes der Methode und der Techniken von seiten einiger, den Forderungen und der besonderen Eigenart der Pädagogik der Glaubenserziehung noch nicht die gebührende Aufmerksamkeit.(61) Man fällt leicht in den »Inhalt-Methode«-Dualismus mit Verkürzungen in der einen oder anderen Richtung. Was den pädagogischen Aspekt betrifft, wurde nicht immer die notwendige theologische Unterscheidung vorgenommen.

– Was schließlich die Unterschiedlichkeit der Kulturen in bezug auf den Dienst am Glauben angeht, stellt sich das Problem, wie das Evangelium so in den Kulturhorizont der Völker, an die man sich richtet, zu übertragen ist, daß es wirklich als eine für das Leben der Menschen und der Gesellschaft wichtige Kunde wahrgenommen werden kann.(62)

– Die Ausbildung für das Apostolat und für die Mission ist eine der fundamentalen Aufgaben der Katechese. Doch während innerhalb der katechetischen Tätigkeit eine neue Sensibilität bei der Heranbildung gläubiger Laien für das christliche Zeugnis, für den interreligiösen Dialog, für den Einsatz in der Welt wächst, macht die Erziehung für die Missionstätigkeit ad gentes noch einen recht schwachen und rückständigen Eindruck. Die gewöhnliche Katechese schenkt den Missionen nur unregelmäßig und am Rande Aufmerksamkeit.

Die Aussaat des Evangeliums

31. Nach Untersuchung des Bodens schickt der Sämann seine Arbeiter aus, um das Evangelium in der ganzen Welt zu verkünden, und teilt ihnen dazu die Kraft seines Geistes mit. Gleichzeitig zeigt er ihnen, wie die Zeichen der Zeit zu deuten sind, und verlangt von ihnen eine sehr gediegene Vorbereitung, um die Aussaat vorzunehmen.

Wie die Zeichen der Zeit zu deuten sind

32. Die Stimme des Geistes, den Jesus vom Vater her seinen Jüngern gesandt hat, spricht auch aus den Ereignissen der Geschichte.(63) Hinter den veränderlichen Gegebenheiten der aktuellen Situation und in den tieferen Motivationen für die Herausforderungen, die sich der Evangelisierung stellen, muß man, »die Zeichen der Gegenwart oder der Absicht Gottes«(64) zu entdecken suchen. Es geht um eine Analyse, die im Licht des Glaubens in einer Haltung des Mitleidens vorzunehmen ist. Während sie sich der stets notwendigen Humanwissenschaften bedient,(65) sucht die Kirche den Sinn der jeweiligen Situation innerhalb der Heilsgeschichte zu ergründen.Ihre Urteile über die Wirklichkeit sind stets Diagnosen für die Sendung.

Einige Herausforderungen für die Katechese

33. Um ihre Lebenskraft und Wirksamkeit zum Ausdruck bringen zu können, müßte die Katechese sich der folgenden Herausforderungen und Orientierungen annehmen:

– sie muß sich vor allem als wirksamen Dienst an der Evangelisierung der Kirche mit betont missionarischem Charakter vorstellen;

– sie muß sich an einige ihrer bevorzugten Adressaten richten: das waren und sind weiterhin die Kinder, die Heranwachsenden, die Jugendlichen und die Erwachsenen, und dabei vor allem mit diesen letzteren beginnen;

– sie muß, nach dem Beispiel der Kirchenväter, die Persönlichkeit des Glaubenden formen und somit eine echte Schule christlicher Pädagogik sein;

– sie muß die wesentlichen Geheimnisse des Christentums verkünden, indem sie die trinitarische Erfahrung eines Lebens in Christus als Zentrum des Glaubenslebens fördert;

– sie muß die Vorbereitung und Ausbildung von tiefgläubigen Glaubenserziehern (Katecheten) als vorrangige Aufgabe betrachten.

ERSTER TEIL
DIE KATECHESE
IN DER
EVANGELISIERENDEN SENDUNG
DER KIRCHE

»Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen« (Mk 16,15).
»Geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern, tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe« (Mt 28,19-20).
»Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein...bis an die Grenzen der Erde« (Apg 1,8).

Der Missionsauftrag Jesu

34. Nach seiner Auferstehung sandte Jesus vom Vater her den Heiligen Geist, damit er das Heilswerk von innen heraus vollende und die Jünger ansporne, seine Sendung in der ganzen Welt fortzusetzen, so wie er einst vom Vater gesandt worden war. Er war der erste und größte Verkünder des Evangeliums. Er verkündete das Reich Gottes(66) als neuerliches und endgültiges göttliches Eingreifen in die Geschichte und bezeichnete diese Verkündigung als »das Evangelium«, das heißt als die Frohe Botschaft. Ihm widmete er sein ganzes irdisches Dasein: er machte mit der Freude bekannt, dem Reich Gottes anzugehören,(67) er sprach von den Anforderungen und der Magna Charta dieses Reiches,(68) von den Geheimnissen, die es in sich birgt,(69) vom geschwisterlichen Leben derer, die in es eintreten,(70) und von seiner zukünftigen Fülle.(71)

Bedeutung und Zielsetzung dieses Teiles

35. Dieser erste Teil will den Eigencharakter der Katechese bestimmen.

Das erste Kapitel erinnert, entsprechend dem theologischen Denkansatz, kurz an den Begriff der Offenbarung, wie er im Konzilsdokument Dei verbum dargelegt wird. Er bestimmt auf spezifische Weise die Auffassung vom Dienst am Wort. Die Begriffe Wort Gottes, Evangelium, Reich Gottes und Überlieferung, die in dieser dogmatischen Konstitution vorkommen, begründen die Bedeutung der Katechese. Neben ihnen ist für die Katechese der Begriff Evangelisierung verpflichtender Bezugspunkt. Seine Dynamik und seine Elemente werden im Apostolischen Schreiben Evangelii Nuntiandi mit einer neuen und vertieften Präzision dargelegt.

Das zweite Kapitel stellt die Katechese in den Rahmen der Evangelisierung und bringt sie zu den anderen Formen des Dienstes am Gotteswort in Beziehung. Dank dieser Beziehung entdeckt man leichter den eigentlichen Charakter der Katechese.

Das dritte Kapitel analysiert direkter die Katechse als solche: ihre kirchliche Natur, ihre verbindliche Zielsetzung der Gemeinschaft mit Jesus Christus, ihre Aufgaben, die katechumenale Inspiration, die sie beseelt.

Die Auffasung, die man von der Katechese hat, bedingt stark die Auswahl und Anordnung ihrer (erkenntnis-, erfahrungs- und verhaltensbezogenen) Inhalte, bestimmt ihre Empfänger und definiert das pädagogische Vorgehen, das für die Erreichung der Ziele erfordert ist.

Das Wort Katechese hat während der zweitausendjährigen Geschichte der Kirche eine bedeutungsmäßige Entwicklung durchgemacht. Im vorliegenden Direktorium inspiriert sich der Begriff Katechese an den nachkonziliaren päpstlichen Lehrschreiben, vorallem an Evangelii nuntiandi, Catechesi tradendae und Redemptoris missio.

I. KAPITEL

Die Offenbarung und ihre Weitergabe
durch die Evangelisierung

»Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus: Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel... Er hat uns das Geheimnis seines Willens kundgetan, wie er es gnädig im voraus bestimmt hat: Er hat beschlossen, die Fülle der Zeiten heraufzuführen, in Christus alles zu vereinen« (Eph 1,3.9-10).

Die Offenbarung des Planes der Vorsehung Gottes

36. »Gott, der durch das Wort alles erschafft und erhält, gibt den Menschen jederzeit in den geschaffenen Dingen Zeugnis von sich«.(72) Der Mensch, der auf Grund seiner Natur und Berufung »zur Erfassung Gottes befähigt ist«, kann, wenn er die Botschaft der Geschöpfe vernimmt, zur Gewißheit gelangen, daß die Existenz Gottes Ursache und Ziel von allem ist und daß Gott sich dem Menschen offenbaren kann.

Die Konstitution Dei verbum des II. Vatikanischen Konzils hat die Offenbarung als Akt beschrieben, durch den Gott sich den Menschen persönlich offenbart. Gott zeigt sich als der, der sich selbst mitteilen will, indem er den Menschen an seiner göttlichen Natur teilhaben läßt.(73) Auf diese Weise verwirklicht er seinen Liebesplan.

»Gott hat in seiner Weisheit und Güte beschlossen, sich selbst zu offenbaren und das Geheimnis seines Willens kundzutun..., um sie (die Menschen) in seine Gemeinschaft einzuladen und aufzunehmen».(74)

37. Dieser »Plan der göttlichen Vorsehung«(75) des Vaters, der in Jesus Christus voll geoffenbart worden ist, verwirklicht sich durch die Kraft des Heiligen Geistes.

Er beinhaltet:

– die Offenbarung Gottes, seiner »intima... veritas«,(76) seines »Geheimnisses«(77) und der wahren Berufung und Würde des Menschen;(78)

– das Heilsangebot an alle Menschen als Geschenk der Gnade und des Erbarmens Gottes,(79) das die Befreiung vom Übel, von der Sünde, vom Tod mit sich bringt;(80)

– den endgültigen Ruf, um alle versprengten Kinder in der Familie Gottes zu sammeln und so zwischen den Menschen die geschwisterliche Einheit herzustellen.(81)

Die Offenbarung: Taten und Worte

38. In seiner Unermeblichkeit bedient sich Gott, um sich dem Menschen zu offenbaren, eines pädagogischen Vorgehens;(82) er benützt Geschehnisse und menschliche Worte, um seinen Plan mitzuteilen: er tut das nach und nach und in Etappen,(83) um sich den Menschen besser zu nähern. Denn Gott wirkt so, daß die Menschen durch die Ereignisse der Heilsgeschichte und die von Gott inspirierten Worte, die sie begleiten und erklären, seinen Heilsplan kennenlernen.

»Das Offenbarungsgeschehen ereignet sich in Tat und Wort, die innerlich miteinander verknüpft sind:

– die Werke nämlich, die Gott im Verlauf der Heilsgeschichte wirkt, offenbaren und bekräftigen die Lehre und die durch die Worte bezeichneten Wirklichkeiten;

– die Worte verkündigen die Werke und lassen das Geheimnis, das sie enthalten, ans Licht treten«.(84)

39. Auch die Evangelisierung, die die Offenbarung an die Welt weitergibt, erfolgt mit Taten und Worten. Sie ist gleichzeitig Zeugnis und Verkündigung, Wort und Sakrament, Lehre und Einsatz.

Die Katechese gibt ihrerseits die Geschehnisse und Worte der Offenbarung weiter: Sie muß sie verkünden und erzählen und gleichzeitig die tiefen Geheimnisse erklären, die sie enthalten. Und da die Offenbarung für den Menschen Lichtquelle ist, erwähnt die Katechese nicht nur die in der Vergangenheit gewirkten wunderbaren Taten Gottes, sondern deutet im Licht der gleichen Offenbarung die Zeichen der Zeit und das gegenwärtige Leben der Männer und Frauen, da sich in ihnen Gottes Heilsplan für die Welt verwirklicht.(85)

Jesus Christus, Vermittler und Fülle der Offenbarung

40. Gott offenbarte sich den Menschen allmählich durch die Propheten und die Heilsgeschehnisse, bis er mit der Entsendung seines Sohnes seine Offenbarung zu Ende führte.(86)

»Jesus Christus... ist es, der durch sein ganzes Dasein und seine ganze Erscheinung, durch Worte und Werke, durch Zeichen und Wunder, vor allem aber durch seinen Tod und seine herrliche Auferstehung von den Toten, schließlich durch die Sendung des Geistes der Wahrheit die Offenbarung erfüllt und abschließt«.(87)

Jesus Christus ist nicht nur der größte der Propheten, sondern er ist der menschgewordene ewige Sohn Gottes. Er ist somit das letzte Ereignis, auf das alles Geschehen der Heilsgeschichte hinausläuft.(88) »Er ist das vollkommene, unübertreffbare, eingeborene Wort des Vaters«.(89)

41. Der Dienst am Wort muß diese bewundernswerte Eigenart des Offenbarungsgeschehens zur Geltung bringen: Der Sohn Gottes tritt in die Geschichte der Menschen ein, nimmt das menschliche Leben und Sterben auf sich und verwirklicht den neuen, endgültigen Bund zwischen Gott und den Menschen. Es ist Aufgabe der Katechese aufzuzeigen, wer Jesus Christus ist: sie soll sein Leben und sein Geheimnis und den christlichen Glauben als Nachfolge seiner Person darstellen.(90) Darum muß sie sich beständig auf die Evangelien stützen; diese »sind das Herzstück aller Schriften als Hauptzeugnis für Leben und Lehre des fleischgewordenen Wortes, unseres Erlösers«.(91)

Die Tatsache, daß Jesus Christus die Fülle der Offenbarung ist, bildet die Grundlage der »Christozentrik«(92) der Katechese: In der geoffenbarten Botschaft ist das Mysterium Christi nicht ein zusätzliches Element neben anderen, sondern das Zentrum, von dem her alle anderen Elemente Rang und Licht erhalten.

Die Weitergabe der Offenbarung durch die Kirche als Werk des Heiligen Geistes

42. Die Offenbarung Gottes, die in Jesus Christus gipfelt, ist für die ganze Menschheit bestimmt: Gott »will, daß alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen« (1 Tim 2,4). Kraft dieses universalen Heilswillens hat Gott verfügt, daß die Offenbarung allen Völkern und allen Generationen weitergegeben werde und für alle Zeiten unversehrt erhalten bleibe.(93)

43. Um diesen göttlichen Plan zu erfüllen, gründete Jesus Christus die Kirche auf dem Fundament der Apostel und beauftragte sie, indem er ihnen vom Vater her den Heiligen Geist sandte, das Evangelium in der ganzen Welt zu verkünden. Die Apostel führten mit Worten, Werken und Schriften diesen Auftrag getreu aus.(94)

Diese apostolische Überlieferung setzt sich in der Kirche und durch die Kirche fort. Und sie als ganze, Hirten und Gläubige, ist um ihre Bewahrung und Weitergabe besorgt. Das Evangelium wird in der Kirche vollständig und lebendig erhalten; die Jünger Jesu Christi betrachten und meditieren es unablässig, leben es im täglichen Dasein und verkünden es in der Mission. Der Heilige Geist befruchtet die Kirche beständig, während sie das Evangelium lebt;er läßt sie in dessen Verständnis fortwährend wachsen, treibt sie an und unterstützt sie bei der Aufgabe, es in jedem Winkel der Welt zu verkünden.(95)

44. Die unversehrte Bewahrung der Offenbarung, des in der Überlieferung und der Schrift enthaltenen Gotteswortes, sowie seine ständige Weitergabe sind in ihrer Authentizität gewährleistet. Vom Heiligen Geist unterstützt und mit dem »Charisma der Wahrheit« ausgestattet, übt das Lehramt der Kirche die Funktion aus, das Wort Gottes »verbindlich zu erklären«.(96)

45. Die Kirche, das »allumfassende Heilssakrament«,(97) gibt, vom Heiligen Geist dazu bewegt, die Offenbarung durch die Evangelisierung weiter: sie verkündet die Frohe Botschaft vom Heilsplan des Vaters und teilt in den Sakramenten die göttlichen Gaben aus.

Dem sich offenbarenden Gott gebührt der Glaubensgehorsam, durch den der Mensch aus freien Stücken, mit voller verstandes- und willensmäßiger Zustimmung, sein Ja sagt zum »Evangelium von der Gnade Gottes« (Apg 20,24). Vom Glauben, der Gabe des Geistes, geleitet, gelangt der Mensch dahin, den Gott der Liebe zu schauen und zu verkosten, der in Christus die Fülle seiner Herrlichkeit geoffenbart hat.(98)

Die Evangelisierung(99)

46. Die Kirche »ist dazu da, um zu evangelisieren«, (100) das heißt »die Frohbotschaft in alle Bereiche der Menschheit zu tragen und sie durch deren Einfluß von innen her umzuwandeln und die Menschheit selbst zu erneuern«. (101)

Der Missionsauftrag Jesu weist verschiedene Aspekte auf, die miteinander eng verknüpft sind: »verkündet« (Mk 16,15), »macht zu Jüngern und lehrt«, (102) »ihr sollt meine Zeugen sein«, (103) »tauft«, (104) »tut dies zu meinem Gedächtnis« (Lk 22,19), »liebt einander« (Joh 15,12). Verkündigung, Zeugnis, Lehre, Sakramente, Nächstenliebe, zu Jüngern machen: alle diese Aspekte sind Wege und Mittel für die Weitergabe des einzigen Evangeliums und bilden die Elemente der Evangelisierung.

Einige dieser Elemente sind von so großer Bedeutung, daß man bisweilen dazu neigt, sie mit dem evangelisierenden Wirken zu identifizieren. »Keine partielle und fragmentarische Definition entspricht jedoch der reichen, vielschichtigen und dynamischen Wirklichkeit, die die Evangelisierung darstellt«. (105) Es besteht immer die Gefahr, sie zu verarmen und sogar zu verstümmeln. Statt dessen muß eine solche Definition »ihre Gesamtheit« (106) entfalten und auch ihre innere Zweipoligkeit in sich aufnehmen: Zeugnis und Verkündigung, (107) Wort und Sakrament, (108) innere Wandlung und gesellschaftliche Veränderung. (109) Die in der Evangelisierung Tätigen müssen in einer »globalen (d.h. die Evangelisierung der Welt betreffenden) Sicht« (110) von ihr zu handeln wissen und sie mit der gesamten Sendung der Kirche identifizieren. (111)

Der Evangelisierungsprozeß

47. Obgleich die Kirche von sich aus stets die Fülle der Heilsmittel enthält, »kennt sie in ihrer Tätigkeit... Stufen«. (112) Das Konzilsdekret Ad gentes hat die Dynamik des Evangelisierungsprozesses gut klargestellt: christliches Zeugnis und Nächstenliebe (11-12), Verkündigung des Evangeliums und Ruf zur Umkehr (13), Katechumenat und christliche Initiation (14), Aufbau der christlichen Gemeinschaft durch die Sakramente und durch Ämter und Dienste (15-18). (113) Das ist die Dynamik der Einpflanzung und des Aufbaus der Kirche.

48. Dementsprechend ist die Evangelisierung als der Vorgang zu verstehen, durch den die Kirche, vom Heiligen Geist dazu bewegt, das Evangelium in der ganzen Welt verkündet und verbreitet.

– Von der Nächstenliebe dazu angetrieben, durchtränkt und verändert sie die ganze zeitliche Ordnung, indem sie die Kulturen aufnimmt und erneuert; (114)

– sie gibt unter den Völkern Zeugnis (115) von der neuen Daseins– und Lebensweise, welche die Christen kennzeichnet;

– sie verkündet ausdrücklich das Evangelium durch die »Erstverkündigung« (116) und den Ruf zur Bekehrung; (117)

– sie führt diejenigen, die sich zu Jesus Christus bekehren oder den Weg seiner Nachfolge von neuem einschlagen, durch die »Katechese«(118) und die »Initiationssakramente« (119) in den Glauben und das christliche Leben ein, indem sie die einen in die christliche Gemeinschaft eingliedert und die anderen zu ihr zurückführt; (120)

– sie stärkt in den Gläubigen ständig die Gabe der Gemeinschaft (121) durch die Weiterbildung im Glauben (Homilie, andere Formen des Dienstes am Wort), die Sakramente und die Pflege der Nächstenliebe;

– sie löst unablässig die Mission (122) aus, indem sie alle Jünger Christi aussendet, mit Worten und Werken auf der ganzen Welt das Evangelium zu verkünden.

49. Der Evangelisierungsprozeß (123) gliedert sich folglich in Etappen oder »wesentliche Momente«: (124) das missionarische Wirken für die Nichtglaubenden und für die, die in religiöser Gleichgültigkeit leben; das katechetisch-initiierende Wirken für die, die sich für das Evangelium entscheiden, und für die, die es nötig haben, ihre Initiation zu vervollständigen oder neu zu strukturieren; und das pastorale Wirken für die schon reifen Christgläubigen im Schoß der christlichen Gemeinde. (125) Diese Momente sind jedoch nicht abgeschlossene Etappen: sie werden, wenn nötig, wiederholt, so daß sie dem geistlichen Wachstum jeder Person und der Gemeinde selbst die passendste evangeliumsgemäbe Nahrung geben.

Der Dienst am Wort Gottes in der Evangelisierung

50. Der Dienst am Wort (126) ist das Grundelement der Evangelisierung. Die christliche Präsenz inmitten der verschiedenen Menschengruppen und das Lebenszeugnis müssen durch die ausdrückliche Verkündigung Jesu Christi, des Herrn, erklärt und begründet werden. »Es gibt keine wirkliche Evangelisierung, wenn nicht der Name, die Lehre, das Leben, die Verheißungen, das Reich, das Geheimnis von Jesus von Nazaret, des Sohnes Gottes, verkündet werden«. (127) Auch die, die schon Jünger Christi sind, haben, um in ihrem christlichen Leben zu wachsen, es nötig, beständig durch das Wort Gottes genährt zu werden. (128)

Innerhalb der Evangelisierung gibt der Dienst am Wort die Offenbarung durch die Kirche weiter, indem er sich menschlicher »Worte« bedient. Diese sind jedoch stets auf die »Werke« bezogen: auf jene, die Gott vollbracht hat und weiterhin vollbringt, zumal in der Liturgie; auf das Lebenszeugnis der Christen; und auf das verändernde Wirken, das diese im Verein mit vielen Menschen guten Willens in der Welt vollziehen. Dieses menschliche Wort der Kirche ist das Mittel, dessen sich der Heilige Geist bedient, um den Dialog mit der Menschheit weiterzuführen. Er ist nämlich der Hauptakteur im Dienst am Wort, der, durch den »die lebendige Stimme des Evangeliums in der Kirche und durch sie in der Welt widerhallt«. (129)

Der Dienst am Wort wird »demgemäß auf verschiedene Weise ausgeübt«. (130) Seit der Zeit der Apostel (131) hat die Kirche in ihrem Verlangen, das Wort Gottes auf die geeignetste Weise darzubieten, diesen Dienst in verschiedensten Formen vollzogen.(132) Sie alle dienen dazu, jene grundlegenden Funktionen in Gang zu bringen, die der Dienst am Wort zu versehen berufen ist.

Funktionen und Formen des Dienstes am Wort Gottes

51. Die Hauptfunktionen des Dienstes am Wort sind folgende:

Versammlung und Ruf zum Glauben

Das ist die Funktion, die sich am unmittelbarsten aus dem Missionsauftrag Jesu herleitet. Sie wird verrichtet durch die »Erstverkündigung«, die sich an die Nichtglaubenden richtet: an die, die sich für den Unglauben entschieden haben, an die Getauften, die am Rand des christlichen Lebens stehen, an die Anhänger anderer Religionen... (133) Die religiöse Weckung der Kinder in den christlichen Familien ist auch eine vortreffliche Form dieser Funktion.

Die Initiation

Wer, von der Gnade bewegt, sich dazu entscheidet, Christus nachzufolgen, wird »stufenweise in das Leben des Glaubens, der Liturgie und der liebenden Gemeinschaft des Gottesvolkes eingeführt«. (134) Die Kirche vollbringt diese Aufgabe grundlegend durch die Katechese, in engem Zusammenhang mit den Initiationssakramenten, gleich, ob diese erst zu empfangen oder schon empfangen worden sind. Wichtige Formen sind: die Katechese der ungetauften Erwachsenen im Katechumenat; die Katechese der getauften Erwachsenen, die zum Glauben zurückzukehren wünschen, oder derer, die einer Vervollständigung ihrer Initiation bedürfen; die Kinder- und Jugendkatechese, die von sich aus Initiationscharakter hat. Auch die christliche Erziehung in der Familie und der Religionsunterricht in den Schulen üben eine Initiationsfunktion aus.

Die ständige Glaubenserziehung

In verschiedenen Ländern wird sie auch »fortdauernde Katechese« genannt. (135)

Sie wendet sich an Christen, die in die Grundelemente eingeführt sind, es aber nötig haben, ihren Glauben während des ganzen Lebens beständig zu nähren und reifen zu lassen. Sie ist eine Funktion, die in sehr verschiedenartigen Formen ausgeführt wird: »systematisch und gelegentlich, für einzelne und für Gemeinschaften, organisiert und spontan usw«. (136)

Die liturgische Funktion

Der Dienst am Wort umfaßt auch eine liturgische Funktion, denn wenn er innerhalb einer heiligen Handlung vorgenommen wird, ist er ein integrierender Teil von ihr. (137) Sie kommt in vortrefflicher Weise durch die Homilie zum Ausdruck. Weitere Formen sind die Ermahnungen bei den Wortgottesdiensten. Hinzuweisen ist auch auf die unmittelbare Vorbereitung auf die verschiedenen Sakramente, auf die Sakramentalien und vor allem auf die Teilnahme der Gläubigen an der Eucharistie als Grundform der Glaubenserziehung.

Die theologische Funktion

Sie sucht das Glaubensverständnis zu entwickeln, indem sie sich in die Dynamik der »fides quaerens intellectum« versetzt, d.h. des Glaubens, der zu verstehen sucht. (138) Um diese Funktion zu erfüllen, muß die Theologie sich auseinandersetzen oder in Dialog treten mit den philosophischen Formen des Denkens, mit den Humanismen, die die Kultur bestimmen, und mit den Wissenschaften vom Menschen. Sie artikuliert sich in Formen, welche »die wissenschaftliche Behandlung und wissenschaftliche Erforschung der Glaubenswahrheiten« (139) fördern.

52. Wichtige Formen des Dienstes am Wort sind: Erstverkündigung oder missionarische Verkündigung, Katechese vor und nach der Taufe, liturgische Form und theologische Form. Es kommt häufig vor, daß diese Formen — wegen pastoraler Umstände — mehr als eine Funktion übernehmen müssen. Die Katechese zum Beispiel muß zusätzlich zu ihrer Initiationsfunktion oft missionarische Aufgaben erfüllen. Selbst die Homilie wird unter entsprechenden Umständen die Funktionen der Versammlung und der organischen Initiation zu übernehmen haben.

Die Umkehr und der Glaube

53. Durch die Verkündigung der Frohbotschaft von der Offenbarung an die Welt lädt die Evangelisierung Männer und Frauen zur Bekehrung und zum Glauben ein. (140) Der Aufruf Jesu »Kehrt um, und glaubt an das Evangelium« (Mk 1,15) ertönt heute durch die Evangelisierung der Kirche weiter. Der christliche Glaube ist vor allem Bekehrung zu Jesus Christus, (141) volle, aufrichtige Bindung an seine Person, und die Entscheidung, in seiner Nachfolge zu leben. (142) Der Glaube ist eine persönliche Begegnung mit Jesus Christus, in der man zu seinem Jünger wird. Dies erfordert das beständige Bemühen, zu denken wie er, zu urteilen wie er und zu leben, wie er gelebt hat. (143) So vereint sich der Glaubende mit der Gemeinde der Jünger und macht sich den Glauben der Kirche zu eigen. (144)

54. Dieses Ja zu Jesus Christus, Fülle der Offenbarung des Vaters, weist eine doppelte Dimension auf: sich vertrauensvoll Gott zu überlassen und allem, was er geoffenbart hat, liebend zuzustimmen. Das ist nur durch das Wirken des Heiligen Geistes möglich. (145)

»Im Gehorsam des Glaubens» (Röm 12,26)...

– überantwortet sich der Mensch Gott als ganzer in Freiheit,

– indem er sich dem offenbarenden Gott mit Verstand und Willen voll unterwirft und seiner Offenbarung willig zustimmt«. (146)

»Glauben hat also einen doppelten Bezug: den zur Person und den zur Wahrheit; der Glaubensakt bezieht sich auf die Wahrheit durch das Vertrauen in die Person, die sie bezeugt«. (147)

55. Der Glaube zieht eine Lebensänderung, eine »metanoia« (148) nach sich, eine tiefgreifende Änderung der Gesinnung und des Herzens; er bewirkt, daß der Glaubende jene »neue Weise des Seins, des Lebens, des Zusammenlebens« erlebt, »die das Evangelium eröffnet«. (149) Diese Lebensänderung zeigt sich auf allen Daseinsebenen des Christen: in seinem Innenleben durch Anbetung und Annahme des göttlichen Willens; in seiner aktven Beteiligung an der Sendung der Kirche; in seinem Ehe- und Familienleben; in der Ausübung des Berufslebens; im Wirken auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiet.

Der Glaube und die Umkehr entspringen dem »Herzen«, das heibt dem innersten Kern der menschlichen Person, und involviert sie In der Begegnung mit Jesus Christus und in der Bindung an ihn sieht der Mensch seine tiefsten Sehnsüchte gestillt; er findet das, wonach er stets gesucht hat, und findet es in Überfülle. (150) Der Glaube entspricht jener oft unbewußten und stets begrenzten »Erwartung«, (151) die Wahrheit über Gott, den Menschen selbst und das Schicksal, das ihn erwartet, zu kennen. Er ist wie klares Wasser, (152) das den Weg des Menschen, des Pilgers auf der Suche nach seinem Zuhause, neu belebt.

Der Glaube ist eine Gottesgabe. Er kann im Innersten des Menschen nur entstehen als Frucht der »zuvorkommenden und helfenden Gnade Gottes« (153) und als völlig freie Antwort auf den Antrieb des Heiligen Geistes, der das Herz bewegt und es Gott zuwendet, und es ihm leicht macht, »der Wahrheit zuzustimmen und zu glauben«. (154)

Die Jungfrau Maria hat diese Dimensionen des Glaubens aufs vollkommenste gelebt. Die Kirche verehrt in ihr »die lauterste Glaubensgestalt«.(155)

Der Vorgang ständiger Bekehrung

56. Der Glaube ist eine Gabe, die dazu bestimmt ist, im Herzen der Glaubenden zu wachsen. (156) Die Bindung an Jesus Christus leitet nämlich einen Prozeß ständiger Umkehr ein, der das ganze Leben andauert: (157) Wer zum Glauben hinzutritt, ist wie ein Kindlein, das eben zur Welt gekommen ist (158) und nach und nach zu einem Erwachsenen heranwachsen wird, der »zum vollkommenen Menschen werden«, (159) zur Fülle Christi heranreifen möchte.

Im Glaubens- und Bekehrungsprozeß lassen sich vom theologischen Standpunkt aus verschiedene wichtige Momente hervorheben:

a) Das Interesse für das Evangelium. Der erste Moment ist der, wo im Herzen des Nichtglaubenden, des Gleichgültigen oder des Angehörigen einer andern Religion als Folge der Erstverkündigung ein Interesse für das Evangelium entsteht, ohne daß noch ein fester Entschluß vorhanden ist. Diese erste Hinbewegung des menschlichen Geistes zum Glauben, die schon Frucht der Gnade ist, wird verschieden bezeichnet: als »Hingezogenwerden zum Glauben«, (160) »Vorbereitung auf das Evangelium«, (161) Neigung zum Glauben, »Suche nach religiösen Werten«. (162) Die Kirche nennt Personen, die von dieser Unruhe beseelt sind, »Sympathisanten«.(163)

b) Die Bekehrung. Dieses erste Interesse für das Evangelium benötigt eine Zeit der Suche, (164) um zu einer festen Entscheidung zu werden. Der Entschluß zum Glauben muß erwogen werden und reifen. Diese durch den Heiligen Geist und die Verkündigung des Kerygmas angeregte Suche bereitet auf die Bekehrung vor, die — sicher — »anfanghaft« (165) ist, aber schon die Bindung an Jesus Christus und den Willen mit sich bringt, in seiner Nachfolge zu leben. Diese »Grundoption« legt den Grund zum ganzen christlichen Leben des Jüngers des Herrn. (166)

c) Das Glaubensbekenntnis. Die Hingabe an Jesus Christus erzeugt in den Glaubenden das Verlangen, ihn tiefer kennenzulernen und sich mit ihm zu identifizieren. Die Katechese führt sie in die Kenntnis des Glaubens und in das Einüben des christlichen Lebens ein; sie begünstigt einen geistlichen Weg, der »einen fortschreitenden Wandel des Empfindens und Verhaltens« (167) hervorruft in Entsagungen und Kämpfen, aber auch in Freuden, die Gott maßlos gewährt. Der Jünger Jesu Christi ist dann imstande, ein lebendiges, ausdrückliches und wirksames Glaubensbekenntnis abzulegen. (168)

d) Der Weg zur Vollkommenheit. Diese grundlegende Reife, aus der das Glaubensbekenntnis hervorgeht, ist im ständigen Bekehrungsprozeß nicht der Endpunkt. Das Glaubensbekenntnis bei der Taufe legt den Grund zu einem geistlichen Gebäude, das bestimmt ist ausgebaut zu werden. Stets vom Geist angetrieben, von den Sakramenten, dem Gebet und der Ausübung der Nächstenliebe genährt und von den vielfältigen Formen ständiger Glaubenserziehung unterstützt, sucht der Getaufte sich das Verlangen Christi zu eigen zu machen: »Ihr sollt vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist«. (169) Es ist der Ruf zur Fülle, der sich an jeden Getauften richtet.

57. Der Dienst am Wort steht im Dienst dieses Vorgangs der vollen Bekehrung. Die Erstverkündigung hat zum Glauben zu rufen; die Katechese hat der Bekehrung ein Fundament und dem christlichen Leben eine Grundstruktur zu geben; die ständige Erziehung zum Glauben, vorzüglich die Homilie, hat die ständige Nahrung zu sein, die jeder erwachsene Organismus zum Leben braucht. (170)

Die Evangelisierung angesichts unterschiedlicher sozio-religiöser Situationen

58. Die Evangelisierung der Welt hat ein sehr vielgestaltiges und wandelbares religiöses Panorama vor sich, worin sich im Grunde »drei Situationen« (171) unterscheiden lassen, die entsprechende differenzierte Antworten verlangen.

a) Die Situation jener »Völker, Menschengruppen, sozio-kulturellen Zusammenhänge, in denen Christus und sein Evangelium nicht bekannt sind oder in denen es an genügend reifen christlichen Gemeinden fehlt, um den Glauben in der eigenen Umgebung Fuß fassen zu lassen und anderen Menschengruppen verkündigen zu können«. (172) Diese Situation erfordert die eigentliche »Mission ad gentes«(173) in einem evangelisierenden Wirken, das sich vorzugsweise auf die Jugendlichen und die Erwachsenen konzentriert. Ihre Besonderheit besteht darin, daß sie sich an die Nichtchristen wendet und sie zur Bekehrung einlädt. In dieser Situation vollzieht sich die Katechese für gewöhnlich innerhalb des Taufkatechumenates.

b) Zudem gibt es Situationen, in denen in einem bestimmten sozio-kulturellen Umfeld in sehr signifikanter Weise »christliche Gemeinden« leben, »die angemessene und solide kirchliche Strukturen besitzen, die eifrig sind im Glauben und im Leben, die mit ihrem Zeugnis vom Evangelium in ihre Umgebung ausstrahlen und die Verantwortung für die Weltmission spüren«.(174) Diese Gemeinden benötigen ein intensives »pastorales Wirken der Kirche«, da sie aus tief christlichen Personen und Familien bestehen. In diesem Umfeld muß die Katechese der Kinder, der Heranwachsenden und Jugendlichen unbedingt gut gegliederte echte Prozesse christlicher Initiation entwickeln, die es ihnen ermöglicht, mit reifem Glauben das Erwachsenenalter zu erreichen. Auch in diesen Situationen sind die Erwachsenen Adressaten verschiedener Weisen christlicher Bildung.

c) In vielen »Ländern mit alter christlicher Tradition, aber manchmal auch in jüngeren Kirchen« gibt es »eine Situation dazwischen«, (175) »wo ganze Gruppen von Getauften den lebendigen Sinn des Glaubens verloren haben oder sich gar nicht mehr als Mitglieder der Kirche erkennen, da sie sich in ihrem Leben von Christus und dem Evangelium entfernt haben«. (176) Diese Situation erfordert eine »Neu-Evangelisierung«. Ihre Besonderheit besteht darin, daß sich das missionarische Wirken an Getaufte jedes Alters wendet, die in einem religiösen Umfeld von christlichen Bezügen leben, die bloß äußerlich wahrgenommen werden. In dieser Situation sind die Erstverkündigung und eine Grundkatechese die vordringlichste Option.

Wechselseitiger Zusammenhang zwischen den evangelisierenden Tätigkeiten, die diesen Situationen entsprechen

59. Diese sozio-religiösen Situationen sind natürlich unterschiedlich, und man darf sie nicht einfach gleichsetzen. Diese Verschiedenheit, die in der Sendung der Kirche schon immer vorhanden war, wird heute in unserer sich wandelnden Welt zu etwas Neuem. Häufig bestehen nämlich unterschiedliche Situationen auf ein und demselben Territorium nebeneinander. In vielen Großstädten zum Beispiel gibt es die Situation, die eine »Mission ad gentes« erfordert, gleichzeitig neben der Situation, die eine »Neu-Evangelisierung« erfordert. Neben ihnen sind christliche Missionsgemeinden, die von einem entsprechenden »pastoralen Wirken« gefördert werden, in dynamischer Weise präsent. Heute kommt es oft vor, daß man auf dem Territorium einer Teilkirche mit allen diesen Situationen umzugehen wissen muß. »Die Grenzen zwischen Seelsorge, Neu-Evangelisierung und ausgesprochen missionarischer Tätigkeit sind nicht eindeutig bestimmbar, und es ist undenkbar, zwischen ihnen Barrieren oder scharfe Trennungen zu ziehen«. (177) »Jede von ihnen hat Einfluß auf die andere, regt sie an und hilft ihr«. (178)

Deshalb muß man sich zur gegenseitigen Bereicherung der evangelisierenden Tätigkeiten, die nebeneinander ausgeübt werden, bewußt sein:

– Die Mission ad gentes ist, in welcher Zone oder welchem Umfeld sie auch vorgenommen wird, die spezifischeste missionarische Verantwortung, die Jesus seiner Kirche anvertraut hat, und deshalb das beispielhafte Modell des gesamten missionarischen Wirkens der Kirche. Die »Neu-Evangelisierung« darf die »Mission ad gentes« nicht verdrängen oder ersetzen, die weiterhin die spezifische missionarische Tätigkeit und primäre Aufgabe ist.(179)

– »Das Modell jeder Katechese ist das Taufkatechumenat, nämlich die spezifische Bildung, durch die der zum Glauben gekommene Erwachsene während der Ostervigil zum Glaubensbekenntnis geführt wird«. (180) Diese katechumenale Bildung muß die anderen Formen von Katechese in ihren Zielsetzungen und ihrer Dynamik inspirieren.

– »Da sich die Katechese für Erwachsene an Menschen wendet, die zu einer wirklich verantwortlichen Glaubensentscheidung fähig sind, ist sie die vorzügliche Form der Katechese, auf die alle anderen Formen, die sicher immer notwendig sind, gewissermaßen hingeordnet sind«. (181) Darum muß die Katechese der anderen Altersstufen sie zum Bezugspunkt haben und sich mit ihr über eine kohärente katechetische Planung der diözesanen Pastoral verständigen.

Wenn die Katechese so als wesentliches »Moment« in der evangelisierenden Sendung der Kirche angesiedelt wird, erhält sie von der Evangelsierung eine missionarische Dynamik, die sie innerlich befruchtet und in ihrer Identität ausprägt. Der Dienst der Katechese erscheint so als ein für die Ausführung des Missionsauftrags Jesu grundlegender kirchlicher Dienst.

II. KAPITEL
Die Katechese im Evangelisierungsprozeß

»Was wir hörten und erfuhren, was uns die Väter erzählten, das wollen wir unseren Kindern nicht verbergen, sondern dem kommenden Geschlecht erzählen: die ruhmreichen Taten und die Stärke des Herrn, die Wunder, die er getan hat« (Ps 78,3-4).
»Apollo war unterwiesen im Weg des Herrn. Er sprach mit glühendem Geist und trug die Lehre von Jesus genau vor« (Apg 18,25).

60. In diesem Kapitel wird die Beziehung der Katchese zu den anderen Elementen der Evangelisierung aufgezeigt, deren integrierender Bestandteil sie ist.

In diesem Sinn wird an erster Stelle die Beziehung der Katechese zur Erstverkündigung beschrieben, die in der Mission vorgenommen wird. Dann wird der enge Zusammenhang zwischen der Katechese und den Sakramenten der christlichen Initiation aufgezeigt. Darauf wird die grundlegende Rolle der Katechese im gewöhnlichen Leben der Kirche an ihrer Aufgabe der ständigen Glaubenserziehung verdeutlicht.

Eine besondere Erwägung wird der Beziehung gewidmet, die zwischen der Katechese und dem Religionsunterricht in den Schulen besteht, denn die beiden Betätigungen hängen innerlich eng zusammen und erweisen sich, zusammen mit der christlichen Erziehung in der Familie, als grundlegend für die Bildung der Kinder und Jugendlichen.

Erstverkündigung und Katechese

61. Die Erstverkündigung richtet sich an die Nichtglaubenden und an die, die in religiöser Gleichgültigkeit leben. Sie hat die Aufgabe, das Evangelium zu verkünden und zur Umkehr zu rufen. »Im Unterschied zur Erstverkündigung des Evangeliums« (182) fördert die Katechese diese beginnende Bekehrung und bringt sie zur Reife, indem sie den Bekehrten zum Glauben erzieht und in die christliche Gemeinde eingliedert. Die Beziehung zwischen diesen beiden Formen des Dienstes am Wort ist deshalb eine Beziehung des Verschiedenseins in gegenseitiger Ergänzung.

Die Erstverkündigung, zu der jeder Christ aufgerufen ist, gründet auf dem wiederholten »Geht!«, (183) das Jesus zu seinen Jüngern gesprochen hat; es besagt also das Hinausgehen, Sich-Beeilen, Vorstellen. Die Katechese hingegen geht von der Voraussetzung aus, die Jesus genannt hat: »Wer glaubt«, (184) wer umkehrt, wer sich entschließt. Beide Tätigkeiten sind wesentlich und erfordern einander: gehen und aufnehmen, verkünden und erziehen, rufen und eingliedern.

62. In der pastoralen Praxis jedoch lassen sich die Grenzen zwischen den beiden Tätigkeiten nicht leicht ziehen. Die Menschen, welche zur Katechse kommen, haben in der Tat oft eine wahre Bekehrung nötig. Deshalb wünscht die Kirche, daß für gewöhnlich eine erste Etappe des katechetischen Vorgehens der Sicherung der Bekehrung gewidmet sei. (185) In der »Mission ad gentes« wird diese Aufgabe im »Vorkatechumenat« geleistet. (186) In der von der »Neu-Evangelisierung« geforderten Situation wird sie durch die »kerygmatische Katechese« vollzogen, die manche als »Vorkatechese« (187) bezeichnen, weil sie, inspiriert vom Vorkatechumenat, ein Angebot der Frohbotschaft für eine sichere Glaubensoption ist. Erst von der Bekehrung an, das heißt, wenn sie sich auf die innere Haltung dessen, »der glaubt«, verläßt, wird die eigentliche Katechese ihre spezifische Aufgabe der Glaubenserziehung leisten können. (188)

Der Umstand, daß die Katechese zunächst diese missionarischen Aufgaben übernimmt, dispensiert eine Teilkirche nicht davon, eine institutionalisierte Erstverkündigung als direktere Verwirklichung des Missionsauftrags Jesu zu fördern. Die katechetische Erneuerung muß sich auf diese vorhergehende missionarische Evangelisierung stützen.

Die Katechese im Dienst der christlichen Initiation

Die Katechese, ein wesentliches »Moment« des Evangelisierungsprozesses

63. Das Apostolische Schreiben Catechesi tradendae, das die Katechese in die Sendung der Kirche stellt, erinnert daran, daß die Evangelisierung eine reichhaltige, vielschichtige und dynamische Wirklichkeit ist, die verschiedene wesentliche »Momente« aufweist. Und es fügt hinzu: »Die Katechese ist eines... dieser Momente — wohl ein sehr wichtiges — des ganzen Evangelisierungsprozesses«. (189) Das heißt, es gibt Tätigkeiten, welche auf die Katechese »vorbereiten«, (190) und Tätigkeiten, die »auf sie folgen«. (191)

Das »Moment« der Katechese entspricht der Periode, in welcher die Bekehrung zu Jesus Christus Gestalt annimmt, indem es die Grundlagen für dieses erste Ja bietet. Durch eine »Einführung und genügend lange Einübung im ganzen christlichen Leben« (192) werden die Bekehrten in das Heilsmysterium eingeweiht und zu einem Lebensstil angeleitet, der dem Evangelium entspricht. Es geht nämlich darum, sie »in die Fülle des christlichen Lebens einzuführen«. (193)

64. Durch den in verschiedenen Formen erfolgenden Vollzug dieser Initiationsfunktion des Dienstes am Wort legt die Katechese die Fundamente zum Glaubensgebäude. (194) Weitere Funktionen dieses Dienstes werden dann die verschiedenen Stockwerke dieses Gebäudes aufbauen.

Die Initiationskatechese ist somit die notwendige Verbindung zwischen dem missionarischen Wirken, das zum Glauben ruft, und dem pastoralen Wirken, das die christliche Gemeinschaft fortwährend nährt. Sie ist also nicht ein beliebiges Tun, sondern eine grundlegende Tätigkeit für den Aufbau sowohl der Persönlichkeit des Glaubensschülers wie der Gemeinde. Ohne sie hätte das missionarische Wirken keine Kontinuität und es bliebe unfruchtbar. Ohne sie hätte das pastorale Wirken keine Wurzeln und es wäre oberflächlich und verworren: ein gewöhnliches Unwetter würde das ganze Gebäude zum Einsturz bringen. (195)

»Das innere Wachstum der Kirche, ihre Übereinstimmung mit Gottes Heilsplan, hängen wesentlich von der Katechese ab«. (196) In diesem Sinn muß die Katechese stets als ein vorrangiges Moment in der Evangelisierung betrachtet werden.

Die Katechese als Dienst an der christlichen Initiation

65. Der Glaube, durch den der Mensch auf die Verkündigung des Evangeliums anspricht, erfordert die Taufe. Die enge Beziehung zwischen beiden Gegebenheiten wurzelt im Willen Christi selbst, der seinen Aposteln befahl, alle Völker zu Jüngern zu machen und sie zu taufen. »Die Sendung zu taufen — und damit die sakramentale Sendung — ist inbegriffen in der Sendung zu evangelisieren«. (197)

Diejenigen, die sich zu Jesus Christus bekehrt haben und durch die Katechese im Glauben erzogen worden sind, werden beim Empfang der Sakramente der christlichen Initiation, der Taufe, der Firmung und der Eucharistie, »von der Macht der Finsternis befreit; mit Christus sterben sie, werden sie begraben und erstehen sie; sie empfangen den Geist der Kindschaft und feiern das Gedächtnis des Todes und der Auferstehung des Herrn mit dem ganzen Gottesvolk«. (198)

66. Die Katechese ist somit das grundlegende Element der christlichen Initiation und eng mit den Initiationssakramenten verbunden, besonders mit der Taufe, dem »Sakrament des Glaubens«. (199) Das Band, das die Katechese mit der Taufe verbindet, ist das Glaubensbekenntnis, das gleichzeitig das diesem Sakrament innewohnende Element und Ziel der Katechese ist. Die Zielsetzung des katechetischen Wirkens besteht genau in folgendem: ein lebendiges, ausdrückliches und sich in Taten auswirkendes Bekenntnis des Glaubens zu fördern. (200) Um das zu erreichen, vermittelt die Kirche den Katechumenen und den Glaubensschülern die lebendige Erfahrung des Evangeliums, ihren Glauben, damit diese, wenn sie ihn bekennen, ihn sich aneignen. Deshalb ist »die echte Katechese immer eine geordnete und systematische Einführung in die Offenbarung, die Gott von sich selber dem Menschen in Jesus Christus geschenkt hat, eine Offenbarung, die im tiefen Bewußtsein der Kirche und in der Heiligen Schrift bewahrt und fortwährend durch eine lebendige und aktive "traditio" von einer Generation zur anderen weitergegeben wird«. (201)

Grundlegende Merkmale der Initiationskatechese

67. Aus der Tatsache, daß sie »wesentliches Moment« des Evangelisierungsprozesses im Dienst der christlichen Initiation ist, ergeben sich für die Katechese einige Merkmale. (202) Sie ist:

– eine organische und systematische Bildung des Glaubens. Die Synode von 1977 betonte die Notwendigkeit einer »organischen und systematischen Katechese«, (203), und die Betrachtung des organischen Charakters der Katechese als das für sie bezeichnende Hauptmerkmal, denn das lebendige und organische Sich-Vertiefen in das Mysterium Christi ist das, was die Katechese von allen anderen Formen der Darbietung des Gotteswortes grundsätzlich unterscheidet.

– Diese organische Bildung ist mehr als ein Unterricht: sie ist ein Erlernen des ganzen christlichen Lebens, eine »vollständige Einführung ins Christentum«, (204) die eine auf seine Person ausgerichtete echte Nachfolge Christi begünstigt. Es geht nämlich darum, so zur Glaubenserkenntnis und zum Glaubensleben zu erziehen, daß sich der ganze Mensch in seinen tiefsten Erfahrungen durch das Gotteswort befruchtet fühlt. Man wird somit dem Jünger Christi helfen, den alten Menschen umzugestalten, seine Verpflichtungen als Getaufter auf sich zu nehmen und den Glauben »von Herzen« zu bekennen. (205)

– Sie ist eine wesentliche, eine Grundausbildung, (206) auf das konzentriert, was den Kern der christlichen Erfahrung ausmacht, auf die Grundwahrheiten des Glaubens und auf die Grundwerte des Evangeliums. Die Katechese legt das Fundament zum geistlichen Gebäude des Christen, nährt die Wurzeln seines Glaubenslebens, indem sie ihn daran gewöhnt, die nachfolgende feste Speise im gewöhnlichen Leben der christlichen Gemeinde zu empfangen.

68. Zusammenfassend: Da die Initiationskatechese organisch und systematisch ist, beschränkt sie sich nicht auf das bloß Gelegentliche oder Zufällige; (207) da sie Heranbildung zum christlichen Leben ist, geht sie — dieses einschließend — über bloßes Belehren hinaus; (208) und da sie wesentlich ist, ist sie auf das bedacht, was für den Christen »allgemein gilt«, ohne auf strittige Fragen einzugehen oder zu theologischer Forschung zu werden. Und da sie schließlich Initiation ist, gliedert sie sich in die Gemeinschaft ein, die den Glauben lebt, feiert und bezeugt. Sie erfüllt also gleichzeitig Initiations-, Erziehungs- und Unterrichtsaufgaben.(209) Dieser Reichtum, der dem Katechumenat der ungetauften Erwachsenen innewohnt, muß die anderen Formen von Katechese inspirieren.

Die Katechese im Dienst der ständigen Glaubenserziehung

Die ständige Glaubenserziehung in der christlichen Gemeinschaft

69. Die ständige Glaubenserziehung folgt auf die Grundausbildung und setzt sie voraus. Beide erfüllen im Dienst des ständigen Bekehrungsprozesses zwei voneinander verschiedene und einander ergänzende Funktionen des Dienstes am Wort.

Die Initiationskatechese legt in den Jüngern Jesu die Grundlagen des christlichen Glaubens. Der ständige Bekehrungsprozeß geht über das hinaus, was die Grundkatechese leistet. Um diesen Vorgang zu fördern, bedarf es einer christlichen Gemeinschaft, welche die Neueingeführten aufnimmt, um sie im Glauben zu unterstützen und zu bilden. »Die Katechese droht kraftlos zu werden, wenn nicht eine Gemeinschaft von glaubenden und christlich lebenden Menschen den Katechumenen in einem bestimmten Stadium seines katechetischen Unterrichts aufnimmt«.(210) Die Begleitung, welche die Gemeinschaft im Dienst des Neueingeührten ausübt, wird dann zu dessen voller Eingliederung in die Gemeinde.

70. In der christlichen Gemeinschaft nähren sich die Jünger Jesu Christi von einem doppelten Tisch: »vom Tisch des Wortes Gottes wie des Leibes Christi«. (211) Das Evangelium und die Eucharistie sind die beständige Speise auf dem Pilgerweg zum Haus des Vaters. Das Wirken des Heiligen Geistes veranlaßt, daß die Gabe der »Gemeinschaft« und das »missionarische« Engagement sich vertiefen und immer intensiver ins Leben umgesetzt werden.

Die ständige Glaubenserziehung ist nicht nur für jeden Christen gedacht, um ihn auf seinem Weg zur Heiligkeit zu begleiten, sondern auch für die Christengemeinde als solche, damit sie in ihrem inneren Leben der Liebe zu Gott und zu den Brüdern und Schwestern heranreift wie auch in ihrer Aufgeschlossenheit für die Welt als missionarische Gemeinschaft. Der Wunsch Jesu im Gebet an den Vater ist ein unaufhörlicher Appell: »Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns eins sein, damit die Welt glaubt, daß du mich gesandt hast«. (212) Nach und nach diesem Ideal näherzukommen, verlangt in der Gemeinschaft eine große Treue zum Wirken des Heiligen Geistes, ein dauerndes Sich-Nähren vom Leib und Blut des Herrn und eine ständige Glaubenserziehung im Hören auf das Wort.

An diesem Tisch des Gotteswortes nimmt die Homilie einen bevorzugten Platz ein, denn sie »setzt den Weg der in der Katechese gebotenen Glaubensunterweisung fort und führt ihn zu seiner natürlichen Vollendung; zugleich drängt sie die Jünger des Herrn dazu, ihren geistlichen Weg in der Wahrheit, Anbetung und Danksagung jeden Tag wieder neu aufzunehmen«. (213)

Vielfältige Formen ständiger Katechese

71. Für die ständige Glaubenserziehung bedient sich der Dienst am Wort vieler Formen von Katechese. Unter ihnen lassen sich die folgenden hervorheben:

– Das Studium der Heiligen Schrift, die nicht nur in der Kirche, sondern mit der Kirche und ihrem lebendigen Glauben gelesen wird, und das Sich-Vertiefen in sie. Das hilft, die göttliche Wahrheit entdecken, um schließlich eine Glaubensantwort hervorzurufen. Die sogenannte »lectio divina« ist eine vortreffliche Form dieses lebendigen Schriftstudiums. (214)

– Die christliche Deutung der Geschehnisse, die von der missionarischen Berufung der christlichen Gemeinschaft gefordert wird. Diesbezüglich ist das Studium der Soziallehre der Kirche unerläßlich, denn »ihr Hauptziel ist es, solche Wirklichkeiten (die vielschichtigen des Daseins des Menschen in der Gesellschaft und im internationalen Umfeld) zu deuten, wobei sie prüft, ob diese mit den Grundlinien der Lehre des Evangeliums... übereinstimmen«. (215)

– Die liturgische Katechese, die auf die Sakramente vorbereitet und ein tieferes Verständnis und Erlebnis der Liturgie fördert. Sie erklärt die Inhalte der Gebete, den Sinn der Gesten und Zeichen, erzieht zu aktiver Teilnahme, zu Betrachtung und innerer Sammlung. Sie ist als »eine sehr wichtige Form der Katechese« (216) zu betrachten.

– Die Gelegenheitskatechese, die in bestimmten Situationen des persönlichen, familiären, sozialen und kirchlichen Lebens behilflich zu sein sucht, die Gegebenheiten zu deuten und in einer Glaubensperspektive zu leben. (217)

– Die Initiativen zu geistlicher Bildung, welche die Überzeugungen stärken, neue Perspektiven aufreißen und das Durchhalten im Gebet und im Eifer der Nachfolge Christi bewirken.

– Das systematische tiefere Eindringen in die christliche Botschaft durch einen theologischen Unterricht, der wirklich zum Glauben erzieht, in dessen Verständnis wachsen läßt und den Christen befähigt, in der heutigen Welt über seine Hoffnung Auskunft zu geben. (218) In einem gewissen Sinn darf man diesen Unterricht als »vervollkommnende Katechese« bezeichnen.

72. Es ist von grundlegender Wichtigkeit, daß die Initiationskatechese für getaufte oder ungetaufte Erwachsene, die Initiationskatechese für Kinder und Jugendliche und die ständige Katechese im katechetischen Plan der christlichen Gemeinschaft richtig aufeinander abgestimmt werden, damit die Teilkirche harmonisch wächst und ihre evangelisierende Tätigkeit echten Quellen entspringt. »Es ist wichtig, daß Katechese für Kinder und Jugendliche, ständige Katechese und Erwachsenenkatechese keine beziehungslos gegeneinander abgeschlossene Bereiche sind... Man muß sich im Gegenteil dafür einsetzen, daß sie sich vollkommen ergänzen«.(219)

Katechese und Religionsunterricht in den Schulen

Der Eigencharakter des Religionsunterrichts in den Schulen

73. Innerhalb des Dienstes am Wort verdient der Eigencharakter des Religionsunterrichts in den Schulen und seine Beziehung zur Kinder- und Jugendkatechese eine besondere Erwägung.

Die Beziehung zwischen Religionsunterricht und Katechese ist eine Beziehung der Unterscheidung und wechselseitigen Ergänzung: »Zwischen Religionsunterricht und Katechese besteht ein unzerreißbarer Zusammenhang und zugleich ein klarer Unterschied«. (220)

Was dem Religionsunterricht in der Schule seine besondere evangelisierende Eigenart verleiht, ist der Umstand, daß er dazu berufen ist, in den Bereich der Kultur einzudringen und sich mit den anderen Wissensinhalten in Beziehung zu setzen. Denn als originale Form des Dienstes am Wort läßt der Religionsunterricht das Evangelium im persönlichen Prozeß der systematischen und kritischen Anverwandlung der Kultur gegenwärtig werden. (221)

In die Kulturwelt, die von den Schülern in sich aufgenommen und von den Wissensinhalten und Werten, die von den anderen Schulfächern angeboten werden, bestimmt wird, bringt der Religionsunterricht das dynamische Element des Evangeliums ein und sucht, »die anderen Elemente des Wissens und der Erziehung wirklich mitzuerfassen, damit das Evangelium Geist und Herz der Schüler auf der Ebene ihrer Ausbildung erreicht und die Harmonisierung ihrer Kultur im Licht des Glaubens geschieht«. (222)

Darum muß der Religionsunterricht als Schulfach mit demselben Anspruch von Systematik und Strenge erscheinen, wie die anderen Fächer sie haben. Er muß die christliche Botschaft und das christliche Ereignis mit der gleichen Ernsthaftigkeit und Tiefgründigkeit vorlegen, wie die anderen Fächer ihre Wissensinhalte. Er steht jedoch nicht als etwas bloß Zusätzliches neben ihnen, sondern in einem notwendigen interdisiplinären Dialog. Dieser Dialog ist vor allem auf der Ebene vorzunehmen, auf der jedes Fach die Persönlichkeit des Schülers prägt. Dann wird die Darstellung der christlichen Botschaft sich auf die Art und Weise auswirken, wie man sich den Ursprung der Welt und den Sinn der Geschichte, die Grundlage der ethischen Werte, die Funktion der Religion in der Kultur, das Schicksal des Menschen, die Beziehung zur Natur denkt. Der Religionsunterricht begründet, verstärkt, entwickelt und vervollständigt durch diesen interdisziplinären Dialog die Bildungstätigkeit der Schule. (223)

Das Umfeld Schule und die Adressaten des Religionsunterrichts

74. Der Religionsunterricht in den Schulen entfaltet sich in unterschiedlichen schulischen Rahmenbedingungen, was bewirkt, daß er, trotz Beibehaltung seiner spezifischen Eigenart, verschiedene Akzentsetzungen erhält. Diese hängen von den rechtlichen und organisatorischen Verhältnissen, von der didaktischen Konzeption, von den persönlichen Voraussetzungen der Lehrer und der Schüler und von der Verbindung zwischen dem Religionsunterricht in der Schule und der Katechese in Familie und Pfarrei ab.

Es ist unmöglich, sämtliche Modelle des Religionsunterrichts in der Schule, die sich historisch im Zuge der Vereinbarungen mit den Staaten und der Beschlüsse der einzelnen Bischofskonferenzen entwickelt haben, auf eine einzige Form zurückführen. Man muß sich jedoch unbedingt darum bemühen, daß entsprechend den jeweiligen Voraussetzungen der Religionsunterricht an den Schulen seinen besonderen Zielsetzungen und Wesensmerkmalen entspricht. (224)

Die Schüler haben »ein Recht darauf, ihre Religion wahrheitsgemäß und zuverlässig kennenzulernen. Dieses ihr Recht, die Person Christi und das unverkürzte Ganze der von ihm gebrachten Heilsbotschaft gründlicher kennenzulernen, darf nicht mißachtet werden. Der konfessionelle Charakter des Religionsunterrichts, wie ihn die Kirche nach den in den einzelnen Ländern festgelegten Weisen und Formen erteilt, ist daher eine unverzichtbare Garantie für die Familien und die Schüler, die sich für diesen Unterricht entscheiden«. (225)

Für die katholischen Schulen ist der so qualifizierte und durch andere Formen des Dienstes am Wort (Katechese, Gottesdienste usw.) ergänzte Religionsunterricht unersetzlicher Bestandteil ihrer pädagogischen Aufgabe und Grundlage ihrer Existenz. (226)

Der Religionsunterricht im Rahmen der öffentlich-staatlichen und nichtkonfessionellen Schule, wo die staatlichen Behörden oder andere Umstände zu einem gemeinsamen Religionsunterricht für katholische und nichtkatholische Schüler nötigen, (227) wird einen mehr ökumenischen Charakter haben und gemeinsames interreligiöses Kennenlernen fördern.

In anderen Fällen wird der Religionsunterricht in der Schule einen eher kulturellen Charakter haben können, der auf die Kenntnis der Religionen ausgerichtet ist, dabei aber der Darstellung der katholischen Religion einen gebührenden Platz einräumt. (228) Auch in diesem Fall bewahrt der Religionsunterricht an der Schule, vor allem wenn er von einem ehrlich respektvoll eingestellten Professor erteilt wird, eine Dimension echter »Vorbereitung für das Evangelium«.

75. Die Lebens- und Glaubenssituation der Schüler, die den Religionsunterricht in der Schule besuchen, ist von beachtlichem, ständigem Wandel gekennzeichnet. Diesem Umstand muß der Religionsunterricht Rechnung tragen, um seine Ziele erreichen zu können.

Der Religionsunterricht in der Schule verhilft den gläubigen Schülern zu einem besseren Verständnis der christlichen Botschaft mit Bezug auf die großen, den Religionen gemeinsamen und für jedes menschliche Dasein charakteristischen Existenzprobleme, auf die vor allem in der Kultur vorhandenen Lebensauffassungen und auf die hauptsächlichen moralischen Grundprobleme, in die sich die Menschheit heute verstrickt sieht.

Die Schüler hingegen, die sich auf der Suche oder in religiösen Zweifeln befinden, werden im Religionsunterricht in der Schule entdecken können, was der Glaube an Jesus Christus genau ist, welche Antworten die Kirche ihnen auf ihre Fragen gibt, indem sie ihnen Gelegenheit bietet, die eigene Entscheidung besser zu erforschen.

Wenn es sich hingegen um nicht glaubende Schüler handelt, nimmt der Religionsunterricht in der Schule die Merkmale einer missionarischen Verkündigung des Evangeliums an, um eine Glaubensentscheidung herbeizuführen, die dann die Katechese im Rahmen der Gemeinde zum Wachsen und Reifen bringen wird.

Christliche Familienerziehung, Katechese und Religionsunterricht in den Schulen im Dienst der Glaubenserziehung

76. Die christliche Erziehung in der Familie, die Katechese und der Religionsunterricht in der Schule stehen, je nach ihren besonderen Wesensmerkmalen, in enger Wechselbeziehung mit dem Dienst der christlichen Erziehung der Kinder, Heranwachsenden und Jugendlichen. In der Praxis sind jedoch unterschiedliche Variabeln, zu denen es punktuell kommt, in Erwägung zu ziehen, um bei der Anwendung der allgemeinen Weisungen mit Wirklichkeitssinn und pastoraler Klugheit vorzugehen.

Es ist somit Sache jeder Diözese oder Seelsorgeregion, die verschiedenen Umstände, die mitspielen, wahrzunehmen: ob für die Kinder im Kreis der Familien eine christliche Initiation stattfindet oder nicht, oder welche Bildungsaufträge die Pfarreien, die Schulen usw. in der örtlichen Tradition oder Situation erfüllen.

Folglich werden die Teilkirchen und die Bischofskonferenz eigene Anleitungen für die verschiedenen Bereiche festlegen und Aktivitäten anregen, die unterscheidenden und ergänzenden Charakter haben.

III. KAPITEL
Wesen, Zielsetzung
und Aufgaben der Katechese

»... jeder Mund bekennt: "Jesus Christus ist der Herr" – zur Ehre Gottes, des Vaters« (Phil 2,11).

77. Nachdem der Platz der Katechese in der evangelisierenden Sendung der Kirche, ihre Beziehung zu den verschiedenen Elementen der Evangelisierung und zu den anderen Formen des Dienstes am Wort umrissen worden ist, soll in diesem Kapitel über die Katechese selbst nachgedacht werden, und zwar insbesondere über:

– das kirchliche Wesen der Katechese, das heißt über die vom Geist beseelte Kirche als Träger der Katechese;

– das Ziel, das sie beim Glaubensunterricht im wesentlichen anstrebt;

– die Aufgaben, mit denen sie dieses Ziel verwirklicht und die ihre unmittelbaren Zielsetzungen bilden;

– die innere Staffelung des katechetischen Prozesses und die katechumenale Inspiration, die ihn beseelt.

Im letzten Kapitel dieses Teiles soll zudem der Eigencharakter der Katechese — der schon im vorigen Kapitel beschrieben worden ist — noch mehr vertieft und dabei die Beziehungen analysiert werden, die sie zu den anderen kirchlichen Tätigkeiten herstellt.

Die Katechese: eine ihrem Wesen nach kirchliche Tätigkeit

78. Die Katechese ist ihrem Wesen nach ein kirchlicher Akt. (229) Der eigentliche Träger der Katechese ist die Kirche, die in Fortsetzung der Sendung Jesu, des Meisters, und vom Geist beseelt, gesandt ist, Glaubenslehrerin zu sein. Darum bewahrt die Kirche in Nachahmung der Mutter des Herrn das Evangelium treu in ihrem Herzen, (230) verkündet es, feiert es, lebt es und gibt es in der Katechese an alle weiter, die sich dazu entschieden haben, Jesus Christus nachzufolgen.

Diese Weitergabe des Evangeliums ist ein lebendiger Akt kirchlicher Überlieferung: (231)

– Die Kirche gibt den Glauben weiter, den sie selber lebt: ihr Verständnis des Mysteriums Gottes und seines Heilsplanes; ihre Sicht der erhabenen Berufung des Menschen; den evangeliumsgemäßen Lebensstil, der die Freude des Gottesreiches vermittelt; die Hoffnung, die sie durchdringt; die Liebe, die sie für die Menschheit und für alle Geschöpfe Gottes empfindet.

– Die Kirche gibt den Glauben aktiv weiter, sie sät ihn in die Herzen der Katechumenen und Glaubensschüler, um deren tiefste Erfahrungen zu befruchten. (232) Das von der Kirche empfangene Glaubensbekenntnis (»traditio«), das während des Unterrichtsvorgangs keimt und wächst, wird, angereichert mit den Werten der verschiedenen Kulturen, zurückgegeben (»redditio«). (233) Der Katechumenat wird so zu einem fundamentalen Zentrum des Wachstums von Katholizität und zu einem Ferment kirchlicher Erneuerung.

79. Bei der Weitergabe des Glaubens und des neuen Lebens — durch die christliche Initiation — handelt die Kirche als Mutter der Menschen, die Kinder zur Welt bringt, die durch das Wirken des Heiligen Geistes empfangen und aus Gott geboren sind (234) Genauer gesagt, »als unsere Mutter ist die Kirche auch unsere Erzieherin im Glauben«; (235 )sie ist zugleich Mutter und Lehrerin. Durch die Katechese nährt sie ihre Kinder mit ihrem eigenen Glauben und fügt sie als Glieder in die kirchliche Familie ein. Als gute Mutter bietet sie ihnen das Evangelium in seiner ganzen Echtheit und Reinheit an, das ihnen zugleich als kulturell angereicherte und geeignete Speise und als Antwort auf die tiefsten Sehnsüchte des menschlichen Herzens geschenkt wird.

Ziel der Katechese: die Gemeinschaft mit Jesus Christus

80. »Das Endziel der Katechese ist es, jemanden nicht nur in Kontakt, sondern in Gemeinschaft, in Lebenseinheit mit Jesus Christus zu bringen«. (236)

Die ganze katechetische Tätigkeit ist darauf bedacht, die Gemeinschaft mit Jesus Christus zu fördern. Von der »anfanghaften«, (237) vom Heiligen Geist durch die Erstverkündigung angestoßenen Bekehrung eines Menschen zum Herrn an nimmt sich die Katechese vor, dieser ersten Bindung eine Grundlage zu geben und sie reifen zu lassen. Es geht also darum, dem eben Bekehrten zu helfen, »... diesen Christus, dem er sich anvertraut hat, besser kennenzulernen: sein "Geheimnis" zu verstehen und das Reich Gottes, das er verkündet, die Forderungen und Verheißungen seiner Frohen Botschaft zu erfassen und die Wege, die er für alle, die ihm nachfolgen wollen, aufgezeigt hat«. (238) Die Taufe, das Sakrament, durch das wir »Christus gleichgestaltet« (239) werden, unterstützt mit ihrer Gnade dieses Wirken der Katechese.

81. Die Gemeinschaft mit Jesus Christus treibt mit der ihr eigenen Dynamik den Jünger an, sich mit all dem zu vereinen, mit dem Jesus Christus selbst sich tief vereint fühlte: mit Gott, seinem Vater, der ihn in die Welt gesandt hatte, und mit dem Heiligen Geist, der ihm den Impuls zur Sendung gab; mit der Kirche, seinem Leib, für den er sich hingab, und mit den Menschen, seinen Brüdern und Schwestern, deren Los er teilen wollte.

Das Ziel der Katechese kommt zum Ausdruck im Bekenntnis des Glaubens an den einen Gott: den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist

82. Die Katechese ist jene besondere Form des Dienstes am Wort, welche die anfanghafte Bekehrung zum Reifen bringt, bis sie zu einem lebendigen, ausdrücklichen und sich in Taten auswirkenden Glaubensbekenntnis wird: »Die Katechese hat ihren Ursprung im Bekenntnis des Glaubens und führt zum Bekenntnis des Glaubens«. (240)

Das Glaubensbekenntis bei der Taufe (241) ist in hervorstechender Weise trinitarisch. Die Kirche tauft »im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes« (Mt 28,19), (242) des dreieinigen Gottes, dem der Christ sein Leben anvertraut. Die Initiationskatechese bereitet — vor und nach dem Empfang der Taufe — auf diese entscheidende Verpflichtung vor. Die ständige Katechese soll helfen, dieses Glaubensbekenntnis fortwährend reifen zu lassen, es in der Eucharistiefeier zu verkünden und die mit ihm gegebenen Verpflichtungen zu erneuern. Es ist wichtig, daß die Katechese das christologische Glaubensbekenntnis »Jesus ist der Herr« gut mit dem trinitarischen Bekenntnis »Ich glaube an den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist« zu verbinden weiß, denn es sind nur zwei Weisen, um ein und denselben christlichen Glauben zum Ausdruck zu bringen. Wer sich durch die Erstverkündigung zu Jesus Christus bekehrt und ihn als Herrn anerkennt, beginnt einen von der Katechese unterstützten Prozeß, der notwendigerweise in das ausdrückliche Bekenntnis der Dreifaltigkeit mündet.

Mit dem Bekenntnis des Glaubens an den einen Gott verzichtet der Christ darauf, irgendeinem menschlichen Absolutum, wie Macht, Vergnügen, Rasse, Ahnen, Staat, Geld..., (243) hörig zu sein, und befreit sich von jedwedem Idol, das ihn versklavt. Er erklärt damit seinen Willen, Gott und den Menschen ohne irgendeine andere Bindung zu dienen. Durch die Kundmachung seines Glaubens an die Dreifaltigkeit, eine Personengemeinschaft, bekundet der Jünger Christi gleichzeitig, daß die Liebe zu Gott und zum Nächsten das Prinzip ist, das sein Wesen und Wirken formt.

83. Das Glaubensbekenntnis ist nur dann vollständig, wenn es Bezug nimmt auf die Kirche. Jeder Getaufte spricht einzeln das Credo, denn es gibt keinen persönlicheren Akt als diesen. Aber er spricht es in der Kirche und durch sie, denn er tut das als ihr Glied. Das »Ich glaube« und das »wir glauben« schließen einander ein. (244) Indem er sein eigenes Bekenntnis mit dem der Kirche verschmilzt, wird der Christ in ihre Sendung eingegliedert: »allumfassendes Sakrament des Heils« für das Leben der Welt zu sein. Wer das Glaubensbekenntnis ablegt, nimmt Verpflichtungen auf sich, die nicht selten Verfolgung nach sich ziehen werden. In der Geschichte des Christentums sind die Märtyrer die Verkünder und Zeugen schlechthin. (245)

Die Aufgaben der Katechese verwirklichen deren Ziel

84. Das Ziel der Katechese wird durch verschiedene, miteinander verflochtene Aufgaben erreicht. (246) Um sie auszuführen, wird sich die Katechese sicherlich von der Art und Weise inspirieren lassen, wie Jesus seine Jünger bildete: er ließ sie die verschiedenen Dimensionen des Gottesreiches erkennen (»Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Himmelreichs zu erkennen«, Mt 13,11), (247) lehrte sie beten (»Wenn ihr betet, so sprecht: Vater...«, Lk 11,2), (248) prägte ihnen die evangeliumsgemäßen Haltungen ein (»Lernt von mir, denn ich bin gütig und von Herzen demütig«, Mt 11,29), führte sie in die Mission ein (»Er sandte sie zu zweit voraus...«, Lk 10,1). (249)

Die Aufgaben der Katechese entsprechen der Erziehung zu den verschiedenen Dimensionen des Glaubens, denn die Katechese ist eine ganzheitliche christliche Bildung, »die sich für alle Bereiche des christlichen Lebens offenhält«. (250) Kraft seiner inneren Dynamik will der Glaube gekannt, gefeiert, gelebt und in Gebet übersetzt werden. Die Katechese muß jede dieser Dimensionen pflegen. Der Glaube wird jedoch in der christlichen Gemeinde gelebt und in der Mission verkündet: er ist ein solidarischer und verkündeter Glaube. Auch diese Dimensionen sollen von der Katechese gefördert werden.

Das II. Vatikanische Konzil brachte diese Aufgaben so zum Ausdruck: »Die katechetische Unterweisung erleuchtet den Glauben und stärkt ihn, sie nährt das Leben im Geiste Christi, führt zum bewußten und aktiven Mitvollzug des Mysteriums der Liturgie und ermuntert zur apostolischen Tat«. (251)

Die grundlegenden Aufgaben der Katechese: helfen, das Geheimnis Christi zu erkennen, zu feiern, zu leben und zu betrachten

85. Die grundlegenden Aufgaben der Katechese sind:

Die Förderung der Kenntnis des Glaubens

Wer Christus begegnet ist, möchte ihn möglichst gut kennenlernen, ebenso wie er wünscht, den von ihm offenbarten Plan des Vaters zu kennen. Die Kenntnis der Glaubensinhalte (fides quae) wird von der Annahme des Glaubens (fides qua) gefordert. (252) Schon auf der menschlichen Ebene bringt es die Liebe zu einem Menschen mit sich, daß man ihn immer besser kennenlernen möchte. Die Katechese muß also dahin führen, »allmählich die ganze Wahrheit des göttlichen Ratschlusses zu erfassen«, (253) indem sie die Jünger Jesu Christi in die Kenntnis der Überlieferung und der Schrift einführt, in die »alles übertreffende Erkenntnis Jesu Christi (Phil 3,8)«. (254)

Die Vertiefung in die Glaubenserkenntnis führt zur christlichen Erleuchtung des menschlichen Daseins, nährt das Glaubensleben und befähigt überdies dazu, den Glauben in der Welt bekanntzumachen. Die Überreichung des Glaubensbekenntnisses, das ein Kompendium der Schrift und des Glaubens der Kirche darstellt, bringt die Verwirklichung dieser Aufgabe zum Ausdruck.

Die liturgische Erziehung

»Christus ist in seiner Kirche immerdar gegenwärtig, besonders in den liturgischen Handlungen«.(255) Die Gemeinschaft mit Jesus Christus veranlaßt, seine Heilsgegenwart in den Sakramenten, zumal in der Eucharistie, zu feiern. Die Kirche wünscht sehr, daß alle Christgläubigen zu jener vollen, bewußten und aktiven Beteiligung geführt werden, wie sie das Wesen der Liturgie und die Würde ihres allgemeinen Priestertums kraft der Taufe verlangt. (256) Deshalb muß die Katechese nicht nur die Kenntnis von der Bedeutung der Liturgie und der Sakramente fördern, sondern auch die Jünger Jesu Christi »zum Gebet, zur Danksagung, zur Buße, zum vertrauensvollen Bitten, zum Gemeinschaftssinn, zum Erfassen der symbolischen Sprache...« (257) erziehen, denn all das ist zu einem echten liturgischen Leben notwendig.

Die sittliche Bildung

Zur Bekehrung zu Jesus Christus gehört, daß man den Weg seiner Nachfolge einschlägt. Die Katechese muß deshalb den Jüngern die dem Meister eigenen Haltungen vermitteln. Diese begeben sich so auf einen Weg innerer Umformung, auf dem sie unter Teilnahme am Ostermysterium des Herrn »vom alten Menschen hinüberschreiten zum neuen Menschen, der in Christus vollendet ist«. (258) Die Bergpredigt, in der Jesus den Dekalog übernimmt und ihm den Geist der Seligpreisungen aufprägt, (259) ist ein unerläßlicher Bezugspunkt in der sittlichen Bildung, die heute so notwendig ist. Die Evangelisierung, die auch »die Verkündigung und das Anbieten einer Moral«(260) in sich schließt, verbreitet ihre ganze, an den Menschen appellierende Kraft, wenn sie, im Verein mit dem verkündeten Wort, auch das ins Leben umgesetzte Wort anzubieten weiß. Dieses sittliche Zeugnis, zu dem die Katechese vorbereitet, muß die sozialen Konsequenzen der Forderungen des Evangeliums aufzuzeigen wissen. (261)

Beten lehren

Die Gemeinschaft mit Christus bringt die Jünger dazu, die betende und kontemplative Haltung anzunehmen, die der Meister hatte. Mit Jesus beten zu lernen heibt mit den gleichen Gefühlen beten, mit denen er sich an seinen Vater wandte: in Anbetung, Lob, Danksagung, kindlichem Vertrauen, Bitte, Bewunderung seiner Herrlichkeit. Diese Gefühle spiegeln sich im Vaterunser wider, dem Gebet, das Jesus seine Jünger lehrte und das Modell jedes christlichen Gebetes ist. Die »Übergabe des Vaterunsers«, (262) das eine Zusammenfassung des ganzen Evangeliums darstellt, (263) ist deshalb der eigentliche Ausdruck für die Verwirklichung dieser Aufgabe. Wenn die Katechese von einer Gebetsatmosphäre durchdrungen ist, erhält das Erlernen des ganzen christlichen Lebens seine Tiefe. Diese Atmosphäre ist besonders notwendig, wenn die Katechumenen und Glaubensschüler vor den anspruchsvolleren Aspekten des Evangeliums stehen und sich schwach fühlen, oder wenn sie — verwundert — das Wirken Gottes in ihrem Leben entdecken.

Weitere grundlegende Aufgaben der Katechese: Hinführung und Erziehung zum Gemeinschaftsleben und zur Mission

86. Die Katechese befähigt den Christen, in Gemeinschaft zu leben und am Leben und an der Sendung der Kirche aktiv teilzunehmen. Das II. Vatikanische Konzil weist auf die Notwendigkeit hin, daß die Hirten den »Geist der Gemeinschaft« (264) pflegen und daß die Katechumenen »lernen, durch das Zeugnis des Lebens und das Bekenntnis des Glaubens an der Verkündigung des Evangeliums und am Aufbau der Kirche wirksam mitzuarbeiten«.(265)

Die Erziehung zum Gemeinschaftsleben

a) Das christliche Leben in Gemeinschaft läßt sich nicht improvisieren, sondern es muß sorgsam zu ihm erzogen werden. Für diese Einübung verlangt die Unterweisung Jesu über das Gemeinschaftsleben, die vom Matthäusevangelium wiedergegeben wird, einige Haltungen, welche die Katechese fördern muß: den Geist der Schlichtheit und Demut (»Wenn ihr nicht wie die Kinder werdet ...«, Mt 18,3); die Sorge um die Kleinen (»Wer einen von diesen Kleinen... zur Sünde verführt...«, Mt 18,6); die besondere Aufmerksamkeit für diejenigen, die sich abgewandt haben (»Auf die Suche nach dem verlorenen Schaf gehen...«, Mt 18,12); die brüderliche Zurechtweisung (»Weise ihn unter vier Augen zurecht...«, Mt 18,15); das gemeinsame Gebet (»Was zwei von euch auf Erden gemeinsam erbitten ...«, Mt 18,19); die gegenseitige Vergebung (»siebenundsiebzigmal...«, Mt 18,22). Die brüderliche Liebe vereint alle diese Haltungen (»Liebt einander, wie ich euch geliebt habe«, Joh 13,34).

b) Bei der Erziehung zu diesem Gemeinschaftssinn wird die Katechese auch die ökumenische Dimension pflegen und zu brüderlichen Haltungen gegenüber den Mitgliedern anderer christlicher Kirchen und kirchlicher Gemeinschaften ermuntern. Deshalb wird die Katechese bei der Verfolgung dieses Zieles die ganze Lehre der katholischen Kirche klar darlegen und dabei Ausdrücke oder Darstellungen vermeiden, die zu Irrtümern verleiten könnten. Sie wird außerdem »eine richtige Kenntnis der anderen Konfessionen« fördern, (266) mit denen wir einige Güter gemeinsam besitzen, wie »das geschriebene Wort Gottes, das Leben der Gnade, Glaube, Hoffnung und Liebe und andere innere Gaben des Heiligen Geistes«. (267) Die Katechese wird in dem Maße eine ökumenische Dimension haben, als sie »ein echtes Verlangen nach Einheit weckt und nährt«, (268) und zwar nicht im Blick auf einen bequemen Ökumenismus, sondern im Blick auf die volle Einheit, wann sie denn der Herr haben will, und durch die Mittel und Wege, die er haben will.

Einführung in die Sendung

a) Die Katechese ist ebenfalls für die missionarische Dynamik aufgeschlossen. (269) Sie bemüht sich, die Jünger Jesu dafür tauglich zu machen, daß sie in der Gesellschaft, im beruflichen, kulturellen und sozialen Leben als Christen präsent sind. Sie wird sie auch vorbereiten, entsprechend der einem jeden eigenen Berufung in den verschiedenen kirchlichen Diensten mitzuarbeiten. Dieser Einsatz für die Glaubensverkündigung ergibt sich für die gläubigen Laien aus den Sakramenten der christlichen Initiation und aus dem weltlichen Charakter ihrer Berufung. (270) Wichtig ist auch, alle Mittel einzusetzen, um Berufungen zum Priestertum und zur besonderen Weihe an Gott in den verschiedenen Formen des Ordenslebens und des apostolischen Lebens zu wecken und im Herzen der einzelnen die besondere missionarische Berufung zu entzünden.

Die evangeliumsgemäßen Haltungen, zu denen Jesus seine Jünger anregte, als er sie in die Sendung einführte, müssen von der Katechese gefördert werden: auf die Suche nach dem verirrten Schaf gehen; gleichzeitig verkündigen und heilen; arm auftreten, ohne Gold und ohne Vorratstasche; Ablehnung und Verfolgung auf sich zu nehmen wissen; sein Vertrauen auf den Vater und die Unterstützung durch den Heiligen Geist setzen; sich keinen anderen Lohn erwarten als die Freude, für das Gottesreich zu arbeiten. (271)

b) Bei der Erziehung zu diesem missionarischen Bewußtsein soll die Katechese zum interreligiösen Dialog heranbilden, der die Gläubigen zu einer fruchtbaren Kommunikation mit Männern und Frauen anderer Religionen befähigen kann. (272) Die Katechese soll aufzeigen, daß die Verbundenheit der Kirche mit den nichtchristlichen Religionen sich in erster Linie aus dem gemeinsamen Ursprung und dem gemeinsamen Ziel des Menschengeschlechtes ergibt sowie aus den vielfältigen »Samenkörnern des Wortes«, die Gott in diese Religionen gelegt hat. Die Katechese wird auch mithelfen, daß es gelingt, »Christusverkündigung« und »interreligiösen Dialog« miteinander zu versöhnen und zugleich voneinander zu unterscheiden. Diese beiden Elemente behalten wohl ihre enge Beziehung zueinander, dürfen aber weder vermengt noch als gleichwertig betrachtet werden. (273) Denn »der Dialog enthebt nicht von der Verkündigung des Evangeliums«. (274)

Einige Überlegungen zu diesen Aufgaben als Ganzes

87. Die Aufgaben der Katechese stellen folglich ein facettenreiches und buntes Ganzes dar. Dazu sind einige Überlegungen angebracht:

– Alle Aufgaben sind notwendig. Wie es für die Lebenskraft eines menschlichen Organismus notwendig ist, daß alle seine Organe funktionieren, so müssen zum Reifen des christlichen Lebens alle seine Dimensionen gepflegt werden: die Glaubenskenntnis, das liturgische Leben, die sittliche Bildung, das Gebet, die Zugehörigkeit zur Gemeinschaft, der missionarische Geist. Wenn die Katchese eine dieser Dimensionen vernachlässigt, wird der christliche Glaube nicht zur vollen Entfaltung kommen.

– Die Erfüllung jeder Aufgabe verwirklicht auf ihre Weise die Zielsetzung der Katechese. Die sittliche Bildung zum Beispiel ist ihrem Wesen nach christologisch und trinitarisch, von kirchlichem Bewußtsein beseelt und für die soziale Dimension aufgeschlossen. Das gleiche ist bei der liturgischen Erziehung der Fall, die ihrem Wesen nach religiös und kirchlich ist, aber auch hohe Anforderungen stellt in bezug auf ihr evangelisierendes Engagement zugunsten der Welt.

– Die Aufgaben implizieren sich gegenseitig und entwickeln sich miteinander. Jedes große katechetische Thema, zum Beispiel die Katechese über Gottvater, hat eine Erkenntnisdimension und moralische Implikationen; man verinnerlicht es im Gebet und übernimmt es in das Zeugnis. Eine Aufgabe ruft nach der anderen: die Glaubenskenntnis befähigt zur Sendung; das sakramentale Leben gibt Kraft zum sittlichen Wandel.

– Für die Erfüllung ihrer Aufgaben bedient sich die Katechese zweier großartiger Mittel: der Weitergabe der Botschaft des Evangeliums und der christlichen Lebenserfahrung. (275) So muß zum Beispiel die liturgische Erziehung erklären, was die christliche Liturgie ist und was die Sakramente sind; sie soll jedoch auch die verschiedenen Arten von liturgischen Feiern erfahrbar machen, die Symbole, den Sinn der Körpergesten usw. entdecken und lieb gewinnen lassen. Die sittliche Bildung vermittelt nicht nur den Inhalt der christlichen Moral, sondern pflegt auch aktiv die evangeliumsgemäßen Haltungen und die christlichen Werte.

– Die verschiedenen Dimensionen des Glaubens sind als »Gabe« wie auch als »Empfang« Gegenstand der Erziehung. Die Kenntnis des Glaubens, das liturgische Leben, die Nachfolge Christi sind jede für sich eine Gabe des Geistes, die man im Gebet empfängt, und zugleich eine Verpflichtung zum Studium in geistlicher, moralischer und zeugnisgebender Hinsicht. Beide Aspekte müssen gepflegt werden.(276)

– Jede Dimension des Glaubens ebenso wie der Glaube als ganzer soll in der menschlichen Erfahrung Wurzel fassen und im Menschen nicht etwas künstlich Aufgesetztes oder Isoliertes bleiben. Die Kenntnis des Glaubens ist bedeutsam, erhellt die ganze Existenz und steht im Dialog mit der Kultur; in der Liturgie wird das ganze persönliche Leben zu einem geistlichen Angebot; die evangeliumsgemäße Moral nimmt die menschlichen Werte auf und erhöht sie; das Gebet ist für alle persönlichen und gesellschaftlichen Probleme offen. (277)

Wie das Direktorium von 1971 sagte, hat es »seine große Bedeutung, daß die Katechese ihre Vielgestaltigkeit bewahrt, so daß ein Aspekt von den übrigen nicht ohne Schaden für die anderen losgelöst werden kann«. (278)

Der Taufkatechumenat: Aufbau und Mehrstufigkeit

88. Von der göttlichen Gnade angeregt und vom Wirken der Kirche gepflegt, erfährt der Glaube einen Reifungsprozeß. Im Dienst dieses Wachstums ist die Katechese ein mehrstufiger Vorgang. Eine gute Katechese ist in Abschnitte gegliedert. (279)

Im Taufkatechumenat entfaltet sich die Bildung in vier Etappen:

– der Vor-Katechumenat, (280) dessen Eigenart darin besteht, daß in ihm die auf die Bekehrung hingeordnete erste Evangelisierung stattfindet und das Kerygma der Erstverkündigung deutlich wird;

– der eigentliche Katechumenat, (281) der zur unverkürzten Katechese dienen soll und an dessen Beginn die »Überreichung der Evangelien« stattfindet;(282)

– die Zeit der Läuterung und Erleuchtung, (283)die eine intensivere Vorbereitung auf die Initiationssakramente bietet und in der die »Überreichung des Symbolum« (284) und die »Überreichung des Gebetes des Herrn« (285) stattfindet;

– die Zeit der Mystagogie, (286) die durch das Erleben der Sakramente und den Eintritt in die Gemeinde gekennzeichnet ist.

89. Diese Abschnitte, die von der Weisheit der großen katechumenalen Tradition erfüllt sind, inspirieren die Mehrstufigkeit der Katechese. (287) Zur Zeit der Kirchenväter erfolgte die katechumenale Bildung im eigentlichen Sinn durch die Bibelkatechese, in deren Mitte die Erzählung der Heilsgeschichte stand; die unmittelbare Vorbereitung auf die Taufe durch die Lehrkatechese, die das Glaubensbekenntnis und das Vaterunser, die soeben überreicht worden waren, mit ihren sittlichen Forderungen erklärte; und der Abschnitt, der auf die Initiationssakramente folgte, durch die mystagogische Katechese, die dem Neugetauften half, sich die genannten Sakramente innerlich anzueignen und sich in die Gemeinde einzugliedern. Dieses Konzept der Väter bildet weiterhin eine Lichtquelle für den heutigen Katechumenat und für die Initiationskatechese.

Insofern diese den Bekehrungsprozeß begleitet, erfolgt sie wesensgemäß in Stufen; und insofern sie im Dienst dessen steht, der sich dazu entschieden hat, Christus Jesus nachzufolgen, ist sie eminent christozentrisch.

Der Taufkatechumenat als Inspirator der Katechese in der Kirche

90. Da die Mission ad gentes das Musterbeispiel des ganzen missionarischen Wirkens der Kirche ist, bildet der mit ihr verbundene Taufkatechumenat das Modell, das ihr katechetisches Wirken inspiriert. (288) Darum ist es angebracht, diejenigen Elemente des Katechumenats, welche die heutige Katechese inspirieren sollen, und ihre inspirierende Bedeutung hervorzuheben. Doch ist vorauszuschicken, daß zwischen den Glaubensschülern und den Katechumenen (289) und zwischen der Katechese vor der Taufe und der Katechese nach der Taufe, die ihnen je nachdem erteilt werden, ein grundlegender Unterschied besteht. Dieser rührt von den Initiationssakramenten her, die von den ersteren bereits empfangen worden sind. »Sie sind ja bereits in die Kirche aufgenommen und durch die Taufe Kinder Gottes geworden. Ihre Umkehr gründet in der schon empfangenen Taufe, deren Wirkung sie nun zur Entwicklung bringen«. (290)

91. Angesichts dieses wesentlichen Unterschiedes werden nun einige Elemente des Taufkatechumenats besehen, die für die Katechese nach der Taufe eine Inspirationsquelle sein sollen:

– Der Taufkatechumenat erinnert die ganze Kirche beständig an die grundlegende Wichtigkeit der Initiationsfunktion mit den Grundfaktoren, die sie ausmachen: die Katechese und die Sakramente der Taufe, der Firmung und der Eucharistie. Die Pastoral der christlichen Initiation ist für jede Teilkirche lebenswichtig.

– Für den Taufkatechumenat ist die ganze christliche Gemeinde verantwortlich. »Um diese christliche Initiation im Katechumenat sollen sich aber nicht bloß. Katechisten und Priester kümmern, sondern die ganze Gemeinde der Gläubigen, besonders aber die Taufpaten«. (291) Die Einrichtung des Katechumenats steigert so in der Kirche das Bewubtsein der geistlichen Mutterschaft, die sie in jeder Form der Glaubenserziehung ausübt. (292)

– Der Taufkatechumenat ist ganz vom Paschamysterium Christi durchtränkt. Deshalb »muß die ganze Eingliederung österlich geprägt sein«. (293) Die Ostervigil, das Zentrum der christlichen Liturgie, und ihre Taufspiritualität sind Inspiration für die ganze Katechese.

– Der Taufkatechumenat ist auch der Beginn der Inkulturation. Nach dem Beispiel der Inkarnation des Gottessohnes, der in einem konkreten geschichtlichen Augenblick Mensch geworden ist, nimmt die Kirche die Katechumenen vollständig, samt ihren kulturellen Bindungen, auf. Das ganze katechetische Wirken hat an dieser Aufgabe teil, die echten, in die Einzelpersonen und die Völker ausgesäten »Samenkörner des Wortes« in die Katholizität der Kirche einzugliedern. (294)

– Schließlich bietet die Auffassung vom Taufkatechumenat als Bildungsprozeß und wahre Glaubensschule der Katechese nach der Taufe eine Dynamik und einige kennzeichnende Merkmale: die Intensität und Integrität der Bildung; ihren Stufencharakter mit bestimmten Abschnitten; ihre Verbindung mit Riten, Symbolen und Zeichen, besonders biblischen und liturgischen; ihre ständige Bezogenheit auf die christliche Gemeinde...

Die Katechese nach der Taufe braucht die Gestalt des Taufkatechumenats nicht äußerlich nachzuahmen und soll den Glaubensschülern ihr Getauftsein zuerkennen. Doch würde sie gut daran tun, sich von dieser »Vorschule des christlichen Lebens« (295) inspirieren und von ihren kennzeichnenden Hauptelementen befruchten zu lassen.

ZWEITER TEIL
DIE BOTSCHAFT DES EVANGELIUMS

»Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast« (Joh 17,3).
»Jesus ging wieder nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!« (Mk 1,14-15).
»Ich erinnere euch, Brüder, an das Evangelium, das ich euch verkündet habe... Vor allem habe ich euch überliefert, was auch ich empfangen habe: Christus ist für unsere Sünden gestorben, gemäß der Schrift, und ist begraben worden. Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäß der Schrift« (1 Kor 15,1-4).

Bedeutung und Zielsetzung dieses Teiles

92. Der christliche Glaube, auf Grund dessen sich ein Mensch zu Jesus Christus bekennt, kann unter einem doppelten Aspekt gesehen werden:

– als unter dem Einfluß der Gnade gewährte Bindung an den sich offenbarenden Gott.

In diesem Fall besteht der Glaube darin, daß sich der Mensch dem Wort Gottes anvertraut und sich ihm überläßt (fides qua);

– als Inhalt der Offenbarung und der Botschaft des Evangeliums.

So verstanden, kommt der Glaube in dem Bemühen zum Ausdruck, den tiefen Sinn jenes Wortes immer besser zu erkennen (fides quae).

Diese beiden Aspekte lassen sich wegen ihres Charakters nicht voneinander trennen. Reifen und Wachsen des Glaubens erfordern deren organische und kohärente Entwicklung. Aus methodischen Gründen können die zwei Aspekte jedoch getrennt betrachtet werden. (296)

93. In diesem zweiten Teil geht es um den Inhalt der Botschaft des Evangeliums (fides quae).

– Im ersten Kapitel werden die Normen und Richtlinien angegeben, an die sich die Katechese halten muß, um ihre Inhalte aufzustellen, zu formulieren und darzulegen. Jede Form des Dienstes am Wort ordnet und präsentiert die Botschaft des Evangeliums ja ihrem eigenen Charakter gemäß.

– Im zweiten Kapitel wird der Glaubensinhalt so behandelt, wie er im Katechismus der Katholischen Kirche dargelegt wird, der für die Katechese der Bezugstext für die Glaubenslehre ist. Darum werden einige Hinweise gegeben, die behilflich sein können, den Katechismusinhalt sich anzueignen und in sich aufzunehmen sowie ihn in das katechetische Wirken der Kirche hineinzustellen. Zudem werden einige Richtlinien geboten für die im Anschluß an den Katechismus der Katholischen Kirche vorgesehene Erstellung von örtlichen Katechismen in den Teilkirchen, die — in Bewahrung der Glaubenseinheit — den verschiedenen Situationen und Kulturen gebührend Rechnung tragen sollen.

I. KAPITEL
Normen und Richtlinien
für die Darbietung der Botschaft
des Evangeliums in der Katechese

»Höre, Israel! Jahwe, unser Gott, Jahwe ist einzig. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft. Diese Worte, auf die ich dich heute verpflichte, sollen auf deinem Herzen geschrieben stehen. Du sollst sie deinen Söhnen wiederholen. Du sollst von ihnen reden, wenn du zu Hause sitzt und wenn du auf der Straße gehst, wenn du dich schlafen legst und wenn du aufstehst. Du sollst sie als Zeichen um das Handgelenk binden. Sie sollen zum Schmuck auf deiner Stirn werden. Du sollst sie auf die Türpfosten deines Hauses und in deine Stadttore schreiben« (Dtn 6,4-6).

»Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt« (Joh 1,14).

Das Wort Gottes, Quelle der Katechese

94. Die Quelle, aus der die Katechese ihre Botschaft schöpft, ist das Wort Gottes:

»Die Katechese wird ihren Inhalt immer aus der lebendigen Quelle des Wortes Gottes schöpfen, das uns in der Überlieferung und in der Heiligen Schrift gegeben ist; denn die Heilige Überlieferung und die Heilige Schrift bilden den einen der Kirche überlassenen heiligen Schatz des Wortes Gottes«. (297)

Dieser »Schatz des Glaubens« (298) ist gewissermaßen der der Kirche, der Familie Gottes, anvertraute Schatz des Hausherrn, aus dem sie beständig Neues und Altes hervorholt. (299) Von seinem Geist beseelt, nähren sich alle Kinder des Vaters aus diesem Schatz des Wortes. Sie wissen, daß das Wort Jesus Christus, das menschgewordene Wort ist, und daß seine Stimme durch den Heiligen Geist in der Kirche und in der Welt weiterhin ertönt.

Durch die wunderbare »Herablassung« (300) Gottes wird das Gotteswort an uns gerichtet und erreicht uns mittels menschlicher »Taten und Worte«, »wie einst des ewigen Vaters Wort durch die Annahme menschlich-schwachen Fleisches den Menschen ähnlich geworden ist«. (301) Ohne aufzuhören, Wort Gottes zu sein, äußert es sich im menschlichen Wort. Obwohl nahe, bleibt es jedoch verhüllt, im Zustand der »Kenosis«. Darum ist es nötig, daß die Kirche, vom Heiligen Geist geleitet, es beständig auslegt und, während sie es in tiefem Glaubensgeist betrachtet, es »voll Ehrfurcht hört, heilig bewahrt und treu auslegt«. (302)

Die Quelle und »die Quellen« der Botschaft der Katechese (303)

95. Das in der Heiligen Überlieferung und in der Heiligen Schrift enthaltene Wort Gottes:

– wird durch den Glaubenssinn des ganzen Gottesvolkes unter der Leitung des Lehramtes, das es mit Autorität lehrt, bedacht und immer tiefer erfaßt;

– es wird in der Liturgie gefeiert, wo es ständig verkündet, gehört, verinnerlicht und kommentiert wird;

– es erstrahlt im Leben der Kirche, in ihrer zweitausendjährigen Geschichte, vor allem im Zeugnis der Christen, zumal der Heiligen;

– es wird eingehend untersucht in der theologischen Forschung, die den Gläubigen hilft, im lebenswichtigen Verständnis der Glaubensgeheimnisse fortzuschreiten;

– es offenbart sich in den echten religiösen und sittlichen Werten, die als Samenkörner des Wortes in die menschliche Gesellschaft und die verschiedenen Kulturen gesät werden.

96. »Das alles sind Quellen der Katechese, grundlegende oder subsidiäre, doch dürfen sie in keiner Weise als gleichwertige verwendet werden«. (304) »Die Heilige Schrift ist Gottes Rede, insofern sie unter dem Anhauch des Heiligen Geistes schriftlich aufgezeichnet wurde«. (305) »Die Heilige Überlieferung aber gibt das Wort Gottes, das von Christus dem Herrn und vom Heiligen Geist den Aposteln anvertraut wurde, unversehrt an deren Nachfolger weiter«. (306) Das Lehramt hat die Aufgabe, »das Wort Gottes verbindlich zu erklären«, (307) und erfüllt damit — im Namen Jesu Christi — einen grundlegenden kirchlichen Dienst. Überlieferung, Schrift und Lehramt, eng »miteinander verknüpft und einander zugesellt«, sind, »jedes auf seine Art«, (308) die Hauptquellen der Katechese.

Die »Quellen« der Katechese haben eine je eigene Sprache, der durch eine reiche Vielfalt von »Glaubensdokumenten« Ausdruck gegeben wird. Die Katechese ist lebendige Überlieferung dieser Dokumente: (309) biblische Perikopen, liturgische Texte, Schriften der Kirchenväter, Äußerungen des Lehramtes, Glaubensbekenntnisse, Zeugnisse von Heiligen, theologische Reflexionen.

Die lebendige Quelle des Gotteswortes und die »Quellen«, die auf ihm beruhen und in denen es sich ausdrückt, liefern der Katechese die Kriterien, um ihre Botschaft an alle zu übermitteln, in denen der Entschluß herangereift ist, Jesus Christus nachzufolgen.

Die Kriterien für die Darbietung der Botschaft

97. Die Kriterien für die Darbietung der Botschaft des Evangeliums in der Katechese stehen miteinander in enger Beziehung, da sie einer einzigen Quelle entspringen.

– Die auf die Person Jesu Christi konzentrierte Botschaft (Christozentrik) führt durch ihre innere Dynamik in die trinitarische Dimension dieser Botschaft ein.

– Die Verkündigung der Frohbotschaft vom Reich Gottes, die um die Gabe des Heils kreist, enthält eine Befreiungsbotschaft.

– Der kirchliche Charakter der Botschaft verweist auf ihren geschichtlichen Charakter, denn die Katechese geht — wie die Evangelisierung als ganze — in der »Zeit der Kirche« vor sich.

– Als für alle Völker bestimmte Frohe Botschaft strebt die Botschaft des Evangeliums die Inkulturation an, die nur dann gründlich verwirklicht werden kann, wenn die Botschaft in ihrer ganzen Vollständigkeit und Unversehrtheit dargeboten wird.

– Die Botschaft des Evangeliums ist notwendigerweise eine organische Botschaft mit einer eigenen Wahrheitshierarchie. Diese harmonische Sicht des Evangeliums macht sie für den Menschen zu einem zutiefst bedeutsamen Ereignis.

Obwohl diese Kriterien für den ganzen Dienst am Wort gelten, werden sie aber hier auf die Katechese bezogen dargelegt.

Die Christozentrik der Botschaft des Evangeliums

98. Jesus Christus übermittelt nicht nur das Wort Gottes; er ist das Wort Gottes. Darum steht die Katechese — als ganze — in Beziehung zu ihm.

Was die von der Katechese vermittelte Botschaft charakterisiert, ist somit vor allem die »Christozentrik«, (310) die in mehrfachem Sinn zu verstehen ist:

– Sie besagt erstens, »daß wir im Kern der Katechese wesentlich eine Person vorfinden, nämlich Jesus von Nazareth, einziger Sohn vom Vater, voll Gnade und Wahrheit«. (311) Hauptaufgabe der Katechese ist es, Christus darzustellen, und alles übrige mit Bezugnahme auf ihn. Was sie letztendlich zu fördern sucht, ist die Nachfolge Jesu, die Gemeinschaft mit ihm; jedes Element der Botschaft strebt das an.

– Die Christozentrik besagt zweitens, daß Christus im »Zentrum der Heilsgeschichte« (312) steht, die von der Katechese vorgelegt wird. Er ist ja das Endereignis, auf das die ganze Heilsgeschichte zuläuft. Gekommen, als »die Zeit erfüllt war«, ist er der »Schlüssel, der Mittelpunkt und das Ziel der Menschheitsgeschichte«. (313) Die katechetische Botschaft hilft dem Christen, sich in die Geschichte zu stellen und sich aktiv in sie einzufügen, indem sie ihm zeigt, daß Christus der letzte Sinn dieser Geschichte ist.

– Christozentrik besagt zudem, daß die Botschaft des Evangeliums nicht vom Menschen stammt, sondern Wort Gottes ist. Die Kirche, und in ihrem Namen jeder Katechet, kann wahrheitsgetreu sagen: »Meine Lehre stammt nicht von mir, sondern von dem, der mich gesandt hat« (Joh 7,16). Deshalb ist alles, was die Katechese übermittelt, »die Lehre Jesu Christi, die Wahrheit, die er mitteilt, oder genauer: die Wahrheit, die er ist. (314) Die Christozentrik verpflichtet die Katechese, das zu übermitteln, was Jesus über Gott, den Menschen, die Glückseligkeit, das sittliche Leben, den Tod... lehrt, ohne sich zu gestatten, sein Denken irgendwie zu verändern. (315)

Die Evangelien, die das Leben Jesu erzählen, stehen im Zentrum der katechetischen Botschaft. Da sie selber eine »katechetische Struktur« (316) aufweisen, sind sie Ausdruck der Unterweisung, die den ersten Christengemeinden erteilt wurde und die das Leben Jesu, seine Botschaft und seine Heilstaten vermittelte. »Die vier Evangelien nehmen« in der Katechese »eine zentrale Stellung ein, weil Jesus Christus ihre Mitte ist«. (317)

Die trinitarische Christozentrik der Botschaft des Evangeliums

99. Das in Jesus von Nazaret, Sohn der Jungfrau Maria, inkarnierte Wort Gottes ist das Wort des Vaters, der durch seinen Geist zur Welt spricht. Jesus verweist beständig auf den Vater, als dessen einzigen Sohn er sich weiß, und auf den Heiligen Geist, von dem er sich gesalbt weiß. Er ist der »Weg«, der ins innerste Geheimnis Gottes führt. (318)

Kraft der ihr innewohnenden Dynamik führt die Christozentrik der Katechese zum Bekenntnis des Glaubens an Gott: den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist. Es ist eine wesentlich trinitarische Christozentrik. Die Christen werden bei der Taufe Christus gleichgestaltet, »einem der Dreifaltigkeit«, (319) und diese Gleichgestaltung versetzt die Getauften, »Söhne im Sohn«, in die Gemeinschaft mit dem Vater und dem Heiligen Geist. Darum ist ihr Glaube von Grund auf trinitarisch. »Das Mysterium der heiligsten Dreifaltigkeit ist das zentrale Geheimnis des christlichen Glaubens und Lebens«. (320)

100. Die trinitarische Christozentrik der Botschaft des Evangeliums veranlaßt die Katechese, unter anderen die folgenden Aspekte zu beachten:

– Die innere Struktur der Katechese, jede Weise der Darstellung, wird stets christozentrisch-trinitarisch sein: »durch Christus zum Vater im Heiligen Geist«. (321) Eine Katechese, die es an einem dieser drei Elemente fehlen ließe und deren innere Verknüpfung vernachlässigte, liefe Gefahr, den Eigencharakter der christlichen Botschaft zu verraten. (322)

– Entsprechend dem pädagogischen Vorgehen Jesu selbst bei der Offenbarung des Vaters, seiner selbst als des Sohnes, und des Heiligen Geistes wird die Katechese von den Heilswerken zugunsten der Menschheit her das innere Leben Gottes aufzeigen. (323) Die Werke Gottes offenbaren, wer er in sich selbst ist, während das Geheimnis seines inneren Wesens das Verständnis aller seiner Werke erhellt.

Ähnlich verhält es sich in den Beziehungen zwischen menschlichen Personen: Die Person äußert sich in ihrem Tun, und je besser wir eine Person kennen, desto mehr verstehen wir ihr Handeln. (324)

– Die Darstellung des von Jesus geoffenbarten inneren Wesens Gottes — einer dem Wesen nach und dreifach in den Personen — wird die wichtigen Folgerungen daraus für das Leben der Menschen aufzeigen. Einen einzigen Gott bekennen heißt, »daß der Mensch seine personale Freiheit keiner irdischen Gewalt absolut unterwerfen darf«. (325) Es besagt auch, daß die nach dem Bilde eines Gottes, der »Personengemeinschaft« ist, geschaffene Menschheit berufen ist, eine geschwisterliche Gesellschft zu sein, die aus Söhnen und Töchtern ein und desselben Vaters besteht, die der personalen Würde nach einander gleichgestellt sind. (326) Die menschlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen der christlichen Gottesauffassung sind immens. Darin, daß die Kirche den Glauben an die Dreifaltigkeit bekennt und ihn der Welt verkündet, versteht sie sich selbst als »das von der Einheit des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes her geeinte Volk«. (327)

Eine Botschaft, die das Heil verkündet

101. Die Botschaft Jesu von Gott ist für die Menschheit eine gute Nachricht. Jesus verkündete ja das Reich Gottes: (328) ein neues, endgültiges Eingreifen Gottes mit einer umgestaltenden Kraft, die ebenso groß, ja größer ist als die, die er bei der Erschaffung der Welt einsetzte. (329), Vigila Paschalis, Oratio post primuam lectionem).] In diesem Sinn, »als Hauptpunkt und gleichsam Zentrum seiner Frohbotschaft, verkündet Christus das Heil, nämlich das große Geschenk Gottes, das nicht nur als Befreiung von all dem anzusehen ist, von dem der Mensch niedergedrückt wird, sondern vor allem als Befreiung von der Sünde und vom Bösen, die mit der Freude verbunden ist, die einer spürt, wenn er Gott erkennt und von ihm erkannt wird, ihn sieht und in ihm getrost ruht«. (330)

Die Katechese vermittelt diese Botschaft vom Reich, die im Zentrum der Verkündigung Jesu steht. Dadurch wird diese Botschaft »mehr und mehr vertieft, in ihren inneren Folgerungen entfaltet«, (331) indem aufgezeigt wird, welch große Auswirkungen sie für die Menschen und die Welt hat.

102. Bei dieser Verdeutlichung des Kerygmas Jesu im Evangelium betont die Katechese die folgenden grundlegenden Aspekte:

– Mit dem Kommen des Reiches verkündigt und offenbart Jesus, daß Gott nicht ein fernes, unzugängliches Wesen, »keine anonyme und ferne Macht« (332) ist, sondern der Vater, der inmitten seiner Geschöpfe anwesend und durch seine Liebe und seine Macht am Werk ist. Dieses auf einfache und direkte Weise gebotene Zeugnis über Gott als den Vater ist für die Katechese von entscheidender Wichtigkeit.

– Jesus weist gleichzeitig darauf hin, daß Gott mit seinem Reich das Geschenk des vollen Heils anbietet, von der Sünde befreit, in die Gemeinschaft mit dem Vater führt, die Gotteskindschaft gewährt und durch die Besiegung des Todes das ewige Leben verheißt. (333) Dieses volle Heil ist zugleich immanent und eschatologisch, da es »seinen Anfang gewiß schon in diesem Leben hat, aber sich erst in der Ewigkeit vollendet«. (334)

– Bei der Verkündigung des Reiches verkündet Jesus die Gerechtigkeit Gottes: er kündigt das göttliche Gericht an und stellt unsere Verantwortung heraus. Die Ankündigung von Gottes Gericht mit ihrer Macht, die Gewissen zu formen, ist ein zentraler Inhalt des Evangeliums und für die Welt eine gute Nachricht, eine Frohbotschaft. Sie ist es für den, der unter dem Fehlen der Gerechtigkeit leidet, und für die, die für die Schaffung von Gerechtigkeit kämpfen; sie ist es auch für den, der es versäumt hat, zu lieben und solidarisch zu sein, denn er hat nun die Möglichkeit zu Buße und Vergebung, da wir im Kreuz Christi die Erlösung von der Sünde erlangen. Der Ruf zur Umkehr und zum Glauben an die Frohbotschaft vom Reich — das ein Reich der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens ist und in dessen Licht wir dereinst gerichtet werden — ist für die Katechese überaus wichtig.

– Jesus erklärt, daß das Reich Gottes mit ihm, in seiner Person beginnt. (335) Er offenbart, daß er selbst, zum Herrn bestellt, die Verwirklichung dieses Reiches auf sich nimmt, bis er es, wenn er in Herrlichkeit wiederkommen wird, allseits vollendet dem Vater übergeben wird. (336) »Hier auf Erden ist das Reich schon im Geheimnis da; beim Kommen des Herrn erreicht es seine Vollendung«. (337)

– Jesus weist auch darauf hin, daß die Gemeinde seiner Jünger, seine Kirche, »Keim und Anfang dieses Reiches auf Erden darstellt« (338) und daß sie, als Sauerteig in der Welt, wünscht, das Reich Gottes in der Welt möge wachsen wie ein gewaltiger Baum und alle Völker und Kulturen in sich eingliedern. »Die Kirche ist tatsächlich und konkret für den Dienst am Reich da«. (339)

– Jesus macht schließlich kund, daß die Menschheitsgeschichte nicht auf das Nichts zuläuft, sondern mit ihren Aspekten von Gnade und Sünde in ihm von Gott angenommen ist, um umgestaltet zu werden. Auf ihrer jetzigen Pilgerschaft zum Haus des Vaters bietet sie schon eine Vorahnung von der zukünftigen Welt, wo sie, angenommen und geläutert, ihre Vollkommenheit erreichen wird. »Die Evangelisierung muß folglich die prophetische Verkündigung eines Jenseits enthalten, das eine tiefe, endgültige Berufung des Menschen ist, die zugleich eine Fortsetzung und ein Übersteigen des jetzigen Zustandes darstellt«. (340)

Eine Botschaft der Befreiung

103. Die Frohe Botschaft vom Gottesreich, die das Heil ankündigt, enthält eine »Botschaft der Befreiung«. (341) Bei der Verkündigung dieses Reiches wandte sich Jesus ganz besonders an die Armen: »Selig ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes. Selig, die ihr jetzt hungert, denn ihr werdet satt werden. Selig, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen« (Lk 6,20-21). Diese Seligpreisungen Jesu, die sich an die Leidenden richten, sind die eschatologische Ankündigung des Heils, das das Reich mit sich bringt. Sie greifen die schmerzlichen Erfahrungen auf, für die das Evangelium so empfänglich ist: Armut, Hunger und Leid der Menschheit.

Die Gemeinde der Jünger Jesu, die Kirche, teilt heute dieselbe Sensibilität, die damals ihr Meister hatte. In tiefem Mitgefühl richtet sie ihre Aufmerksamkeit auf jene »Völker, die sich mit all ihren Kräften dafür einsetzen und kämpfen, daß all das überwunden wird, was sie dazu verurteilt, am Rande des Lebens zu bleiben: Hunger, chronische Krankheiten, Analphabetismus, Armut, Ungerechtigkeiten in den internationalen Beziehungen..., Situationen eines wirtschaftlichen und kulturellen Neokolonialismus...«. (342) Alle Formen von Armut, »nicht nur die materielle, sondern auch die kulturelle und religiöse Armut«, (343) erfüllen die Kirche mit Sorge.

Als wichtige Dimension ihrer Sendung »hat die Kirche die Pflicht, die Befreiung von Millionen Menschen zu verkünden, von denen viele ihr selbst angehören; die Pflicht, zu helfen, daß diese Befreiung Wirklichkeit wird, für sie Zeugnis zu geben und mitzuwirken, damit sie ganzheitlich erfolgt«. (344)

104. Um die Christen auf diese Aufgabe vorzubereiten, wird sich die Katechese unter anderen folgende Aspekte angelegen sein lassen:

– Sie wird die Botschaft von der Befreiung in die Perspektive der »spezifisch religiösen Zielsetzung der Evangelisierung« (345) stellen, denn »diese würde ihre Existenzberechtigung verlieren, wenn sie sich von der religiösen Zielsetzung entfernte, die sie bestimmt: das Reich Gottes vor allen anderen Dingen in seinem vollen theologischen Sinn«. (346) Darum kann sich die Botschaft der Befreiung »nicht einfach auf die begrenzte wirtschaftliche, politische, soziale oder kulturelle Dimension beschränken, sondern muß den ganzen Menschen in allen seinen Dimensionen sehen, einschließlich seiner Öffnung auf das Absolute, das Gott ist«. (347)

– Bei der Aufgabe der sittlichen Erziehung wird die Katechese die christliche Sozialmoral als eine Forderung und Konsequenz der »von Christus vollbrachten radikalen Befreiung« (348) darstellen. Das nämlich ist die Frohe Botschaft, welche die Christen mit hoffnungsvollem Herzen bekennen: Christus hat die Welt befreit und befreit sie weiterhin. Hier entsteht die christliche Praxis, die die Erfüllung des großen Liebesgebotes ist.

– Desgleichen wird die Katechese bei der Aufgabe der Einführung in die Sendung in den Katechumenen und den Glaubensschülern »die Option oder vorrangige Liebe zu den Armen« (349) wecken. Diese, »weit davon entfernt, den Willen zu bekunden, sich nur um einen Teil oder Bereich des Menschen zu sorgen, erschließt... vielmehr die Universalität des Wesens und der Sendung der Kirche. Von dieser Option wird niemand ausgeschlossen«, (350) sondern es »ergibt sich daraus auch der Einsatz für die Gerechtigkeit je nach Auftrag, Berufung und Lage des einzelnen«. (351)

Der ekklesiologische Charakter der Botschaft des Evangeliums

105. Der ekklesiologische Charakter der Katechese verleiht der von ihr vermittelten Botschaft des Evangeliums einen innerlich kirchlichen Charakter. Die Katechese geht aus dem Glaubensbekenntnis der Kirche hervor und führt zum Glaubensbekenntnis des Katechumenen und des Glaubensschülers. Das erste offizielle Wort, das die Kirche an den erwachsenen Täufling richtet, nachdem sie seinen Namen vernommen hat, ist die Frage: »Was verlangst du von der Kirche Gottes?«. »Den Glauben», lautet die Antwort des Taufbewerbers. (352) Der Katechumene weiß ja, daß das Evangelium, das er entdeckt hat und kennenlernen will, im Herzen der Glaubenden lebendig ist. Die Katechese ist nichts anderes als der Vorgang der Weitergabe des Evangeliums, so wie die christliche Gemeinschaft es empfangen hat, versteht, feiert, lebt und in vielerlei Formen mitteilt.

Wenn die Katechese das Geheimnis Christi weitergibt, ist deshalb in ihrer Botschaft der Glaube des ganzen Gottesvolkes im Verlauf der Geschichte zu vernehmen: der Glaube der Apostel, den sie von Christus selbst und durch das Wirken des Heiligen Geistes erhalten haben; der Glaube der Märtyrer, die ihn mit ihrem Blut bekannten und bekennen; der Glaube der Heiligen, die ihn in seiner ganzen Tiefe gelebt haben und leben; der Glaube der Kirchenväter und Kirchenlehrer, die ihn in glanzvoller Weise lehrten; der Glaube der Missionare, die ihn unablässig verkünden; der Glaube der Theologen, die helfen, ihn besser zu verstehen; schließlich der Glaube der Bischöfe, die ihn voll Eifer und Liebe behüten und authentisch auslegen. In der Katechese ist tatsächlich der Glaube all derer vorhanden, die glauben und sich vom Heiligen Geist leiten lassen.

106. Dieser von der kirchlichen Gemeinschaft übermittelte Glaube ist ein einziger. Wenn auch die Jünger Jesu Christi eine Gemeinschaft bilden, die in die ganze Welt verstreut ist, und wenn auch die Katechese den Glauben in sehr verschiedenen Kultursprachen weitergibt, ist das Evangelium, das weitergegeben wird, ein einziges, das Glaubensbekenntnis ein einziges und die Taufe eine einzige: »Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller« (Eph 4,5).

Die Katechese ist also in der Kirche der Dienst, der die Katechumenen in die Einheit des Glaubensbekenntnisses einführt. (353) Kraft ihres Wesens stärkt sie das Band der Einheit, (354) indem sie das Bewußtsein schafft, einer großen Gemeinschaft anzugehören, die weder räumlich noch zeitlich begrenzt sein kann: »Vom gerechten Abel bis zum letzten Auserwählten, bis zu den äußersten Grenzen der Erde, bis ans Ende der Zeiten«. (355)

Der geschichtliche Charakter des Heilsmysteriums

107. Das Glaubensbekenntnis der Jünger Jesu Christi geht aus einer pilgernden, auf Sendung geschickten Kirche hervor. Es ist noch nicht die glorreiche Verkündigung am Ende des Weges, sondern eine, die der »Zeit der Kirche« entspricht. (356) Die »Heilsökonomie« hat somit geschichtlichen Charakter, denn sie erfüllt sich in der Zeit: »Sie hat in der Vergangenheit angefangen, ist fortgeschritten und hat in Christus ihren Höhepunkt erreicht; sie entfaltet ihre Kraft in der Gegenwart und erwartet ihre Vollendung in der Zukunft«. (357)

Wenn die Kirche im lebendigen Wissen darum heute die christliche Botschaft weitergibt, »gedenkt« sie deshalb beständig der Heilsereignisse der Vergangenheit und erzählt sie. Sie deutet in ihrem Licht die heutigen Ereignisse der Menschheitsgeschichte, worin der Geist Gottes das Antlitz der Erde erneuert, und verharrt in gläubiger Erwartung des Kommens des Herrn. In der Katechese der Kirchenväter begleiteten die Erzählung (narratio) von den Wundertaten Gottes und die Erwartung (expectatio) der Wiederkunft Christi stets die Darlegung der Glaubensgeheimnisse. (358)

108. Der geschichtliche Charakter der christlichen Botschaft verpflichtet die Katechese zur Beachtung folgender Aspekte:

– Darstellung der Heilsgeschichte mittels einer biblischen Katechese, die mit den »Taten und Worten« bekannt macht, mit denen sich Gott der Menschheit geoffenbart hat: die großen Etappen des Alten Testaments, mit denen er dem Evangelium den Weg bereitete; (359) das Leben Jesu, des im Schoße Mariens menschgewordenen Gottessohnes, der mit seinen Taten und seiner Lehre die Offenbarung zur Vollendung führte, (360) und die Geschichte der Kirche, welche die Offenbarung weitergibt. Auch diese Geschichte, die vom Glauben her zu deuten ist, gehört wesentlich zum Inhalt der Katechese.

– Bei der Erklärung des Glaubensbekenntnisses und des Inhalts der christlichen Moral durch eine lehrhafte Katechese soll die Botschaft des Evangeliums das »Heute« der Heilsgeschichte erhellen. Denn »... der Dienst am Wort ruft nicht nur die in der Vergangenheit erfolgte und in Christus zur Vollendung geführte Offenbarung in die Erinnerung zurück..., sondern deutet auch im Lichte dieser Offenbarung das menschliche Leben unserer Zeit, die Zeichen der Zeit und die Wirklichkeiten dieser Welt, da in diesen der Plan Gottes zum Heil der Menschen am Werke ist«. (361)

– Die Sakramente sind durch eine mystagogische Katechese, die »alle diese großen Ereignisse der Heilsgeschichte im "Heute" der Liturgie aufs neue liest und durchlebt«, in die Heilsgeschichte hineinzustellen. (362) Die Bezugnahme auf das heilsgeschichtliche »Heute« ist in dieser Katechese wesentlich. So wird den Katechumenen und den Glaubensschülern geholfen, »sich für dieses "geistliche" Verständnis der Heilsökonomie zu öffnen...«. (363)

– Die »Taten und Worte« der Offenbarung verweisen auf »das Geheimnis, das sie enthalten«. (364) Die Katechese wird helfen, vom Zeichen zum Geheimnis überzugehen. Sie wird helfen, hinter der Menschennatur Jesu seinen Seinszustand als Sohn Gottes zu entdecken; hinter der Geschichte der Kirche ihr Geheimnis als »Heilssakrament«; hinter den »Zeichen der Zeit« die Spuren der Gegenwart und des Planes Gottes. Die Katechese wird so die typische Glaubenserkenntnis zeigen, »die ein Erkennen auf dem Weg über Zeichen ist«. (365)

Die Inkulturation der Botschaft des Evangeliums (366)

109. Das Wort Gottes ist Mensch geworden, ein konkreter, in Zeit und Raum angesiedelter, in einer bestimmten Kultur verwurzelter Mensch: »Christus ließ sich in der Menschwerdung von der konkreten sozialen und kulturellen Welt der Menschen einschließen, unter denen er lebte«. (367) Das ist die Ur-»Inkulturation« des Wortes Gottes und das Bezugsmodell für die ganze Evangelisierung der Kirche, welche »die Kraft des Evangeliums ins Herz der Kultur und der Kulturen einpflanzen soll«. (368)

Die »Inkulturation« (369) des Glaubens, durch die »alle Schätze der Völker, die Christus zum Erbe gegeben sind«, in einen »wunderbaren Tausch« hineingenommen werden, (370) ist ein tiefgreifender und umfassender Prozeß und ein langsamer Weg. (371) Sie besteht nicht in einer bloß äußerlichen Anpassung, die, um die christliche Botschaft attraktiver zu machen, sich darauf beschränkt, sie nur dekorativ mit einem oberflächlichem Anstrich zu versehen.

Es geht im Gegenteil um das Eindringen des Evangeliums in die verborgensten Schichten der Menschen und der Völker, indem man sie »mit lebenspendender Kraft in der Tiefe und bis zu den Wurzeln« (372) ihrer Kulturen erreicht.

Bei dieser Inkulturationsarbeit werden jedoch die Christengemeinden eine Unterscheidung vornehmen müssen: Zum einen geht es darum, diejenigen kulturellen Reichtümer zu »übernehmen«, (373) die mit dem Glauben vereinbar sind; zum andern geht es aber auch darum zu helfen, jene Urteilskriterien, Denkgewohnheiten oder Lebensmodelle die zum Reiche Gottes im Gegensatz stehen, zu »heilen« (374) und »umzugestalten«. (375) Diese Unterscheidung muß sich von zwei Grundprinzipien leiten lassen: der »Vereinbarkeit mit dem Evangelium und der Gemeinschaft mit der Gesamtkirche«.(376) Das ganze Gottesvolk muß sich auf diesen Prozeß einlassen. Dieser »muß schrittweise vor sich gehen, damit er wirklich Ausdruck der christlichen Erfahrung der Gemeinde sein kann«. (377)

110. Bei dieser Inkulturation des Glaubens stellen sich der Katechese konkret verschiedene Aufgaben. Unter diesen sind anzuführen:

– Die kirchliche Gemeinschaft ist als wichtigster Faktor von Inkulturation zu betrachten. Einen Ausdruck und zugleich ein wirksames Werkzeug dieser Aufgabe stellt der Katechet dar, der nicht nur eine tief religiöse Gesinnung, sondern auch ein lebhaftes soziales Empfinden haben und in seinem kulturellen Umfeld gut verwurzelt sein muß. (378)

– Örtliche Katechismen sind auszuarbeiten, die den Erfordernissen, welche sich von den verschiedenen Kulturen her stellen, entsprechen (379) und das Evangelium bei seiner Darbietung zu den in diesen Kulturen auftretenden Ideen, Fragen und Problemen in Beziehung bringen.

– Durchführung einer zweckmäßigen Inkulturation im Katechumenat und in den katechetischen Einrichtungen, indem man mit kluger Überlegung die Sprache, die Symbole und die Werte der Kultur einbezieht, in der die Katechumenen und die Glaubenschüler leben.

– Darstellung der christlichen Botschaft auf eine Weise, die es denjenigen, die inmitten oft heidnischer und manchmal nachchristlicher Kulturen das Evangelium zu verkünden haben, möglich macht, »jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt« (1 Petr 3,15). Eine gelungene Apologetik, die den Dialog zwischen Glaube und Kultur voranbringt, erweist sich heute als unumgänglich.

Die Unversehrtheit der Botschaft des Evangeliums

111. Bei der Aufgabe der Inkulturation des Glaubens muß die Katechese die Botschaft des Evangeliums vollständig und rein verkünden. Jesus verkündet das Evangelium vollständig: »Ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe« (Joh 15,15). Diese selbe Vollständigkeit und Unversehrtheit verlangt Jesus von seinen Jüngern, als er sie aussendet: »Lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe« (Mt 28,20). Darum ist es ein Grundprinzip der Katechese, die Unversehrtheit der Botschaft zu wahren und sich vor verkürzten oder entstellten Wiedergaben zu hüten: »Damit die Opfergabe seines Glaubens vollkommen sei, hat jeder Jünger Christi das Recht, "das Wort des Glaubens" nicht verstümmelt, verfälscht oder verkürzt zu empfangen, sondern voll und ganz, in all seiner Macht und Kraft«.(380)

112. Zwei eng miteinander verbundene Dimensionen sind von diesem Kriterium abhängig. Es handelt sich darum:

– die vollständige Botschaft des Evangeliums vorzulegen, ohne über irgendeinen grundlegenden Aspekt stillschweigend hinwegzugehen oder aus dem Glaubensgut eine Auswahl zu treffen. (381) Vielmehr muß die Katechese »dafür sorgen, daß der ganze Schatz der christlichen Botschaft gewissenhaft verkündet wird«. (382) Das muß jedoch stufenweise geschehen nach dem Beispiel der »göttlichen Erziehungskunst«, gemäß der Gott bei seiner Selbstoffenbarung Schritt um Schritt und stufenweise vorgegangen ist. Vollständigkeit muß mit Anpassung einhergehen.

Folglich geht die Katechese von einer einfachen Vorlage der Gesamtstruktur der christlichen Botschaft aus und legt sie auf eine der Auffassungskraft der Empfänger angepaßte Weise dar. Die Katechese wird sich aber nicht auf diese anfängliche Darlegung beschränken, sondern die Botschaft stufenweise jedes Mal umfassender und ausführlicher vorlegen, je nach dem Auffassungsvermögen des Glaubensschülers und dem Eigencharakter der Katechese. (383) Diese beiden Ebenen einer vollständigen Darlegung der Botschaft werden als »intensive Integrität« und »extensive Integrität« bezeichnet.

– Die Botschaft des Evangeliums muß authentisch, in ihrer ganzen Reinheit vorgelegt werden, ohne ihre Ansprüche aus Angst vor Ablehnung zu verharmlosen und ohne schwere Lasten aufzuerlegen; solche bringt sie nicht mit sich, denn Jesu Joch ist leicht. (384)

Das Kriterium der Echtheit ist eng mit dem der Inkulturation verbunden, denn diese hat die Funktion, das Wesentliche der Botschaft in eine bestimmte Kultursprache zu »übersetzen«. (385) Bei dieser notwendigen Aufgabe gibt es immer eine Spannung: »Die Evangelisierung verliert viel von ihrer Kraft und Wirksamkeit, wenn sie das konkrete Volk, an das sie sich wendet, nicht berücksichtigt... Aber andererseits kann sie auch ihre Seele verlieren und innerlich leer werden, wenn man sie unter dem Vorwand, sie zu übersetzen, aushöhlt oder verfälscht...«. (386)

113. In dieser vielschichtigen Beziehung zwischen Inkulturation und Unversehrtheit der christlichen Botschaft ist das Kriterium einer evangeliumsgemäßen Haltung »missionarischer Offenheit für das Gesamtheil der Welt« (387) zu befolgen. Sie muß die Annahme der echt menschlichen und religiösen Werte über jede starre Abschließung hinweg zu verbinden wissen mit dem missionarischen Engagement, die ganze Wahrheit des Evangeliums zu verkünden, ohne auf bequeme Ausgleiche zu verfallen, die das Evangelium um seine Kraft bringen und die Kirche verweltlichen würden. Die Authentizität des Evangeliums schließt Haltungen aus, die dem wahren Sinn der Mission widersprechen.

Eine organsiche und hierarchisch gegliederte Botschaft

114. Die Botschaft, welche die Katechese weitergibt, besitzt »einen organischen und hierarchischen Charakter«, (388) so daß sie eine zusammenhängende und lebensvolle Glaubenssynthese bildet. Sie baut sich in einer christozentrischen Sicht rund um das Geheimnis der heiligsten Dreifaltigkeit auf, denn dieses ist »der Urgrund aller anderen Glaubensmysterien und das Licht, das diese erhellt«. (389) Von ihm her verlangt die Harmonie der Botschaft als ganzer eine »Hierarchie der Wahrheiten«, (390) da der Zusammenhang einer jeden von ihnen mit dem Fundament des Glaubens verschiedenartig ist. Doch »diese Hierarchie bedeutet nicht, daß einige Wahrheiten weniger als andere zum Glauben gehören, sondern daß manche Wahrheiten auf anderen, grundlegenderen aufbauen und von ihnen her Licht erhalten«. (391)

115. Alle Aspekte und Dimensionen der christlichen Botschaft haben an diesem hierarchisch geordneten, organischen Charakter teil:

– Die Heilsgeschichte, welche die »wunderbaren Taten Gottes« (mirabilia Dei), alles, was er für uns getan hat, tut und tun wird, erzählt, baut sich rund um Jesus Christus, die »Mitte der Heilsgeschichte« auf. (392) Die Vorbereitung auf das Evangelium im Alten Testament, die Fülle der Offenbarung in Jesus Christus und die Zeit der Kirche bilden die Struktur der ganzen Heilsgeschichte, deren Anfang und Ende die Schöpfung und die Eschatologie sind.

– Wie das Apostolische Glaubensbekenntnis zeigt, wollte die Kirche das christliche Mysterium stets in einer lebensvollen Synthese vorlegen. Um dieses Symbolum, das die Zusammenfassung und der Deutungsschlüssel der ganzen Schrift und der ganzen Lehre der Kirche ist, formiert sich die Kirche in hierarchischer Ordnung. (393)

– Die Sakramente sind ebenfalls ein organisches Ganzes, denn sie entspringen dem Paschamysterium Jesu Christi und bilden »ein organisches Ganzes..., in dem jedes Sakrament einen lebenswichtigen Platz einnimt«.(394) Die Eucharistie nimmt in diesem Organismus eine einzigartige Stellung ein, auf die die anderen Sakramente hingeordnet sind: sie ist das »Sakrament der Sakramente«. (395)

– Das Doppelgebot der Gottes– und Nächstenliebe ist — in der sittlichen Botschaft — die von Jesus selbst festgelegte Wertehierarchie: »An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten« (Mt 22,40). Die Liebe zu Gott und die Liebe zum Nächsten, die den Dekalog zusammenfassen, bilden, wenn sie im Geist der Seligpreisungen des Evangeliums gelebt werden, die von Jesus in der Bergpredigt verkündete Magna Charta des christlichen Lebens. (396)

– Das Vaterunser, das eine Kurzdarlegung des Wesens des Evangeliums darstellt, faßt zusammen und ordnet hierarchisch die immensen Reichtümer an Gebet, die in der Heiligen Schrift und im ganzen Leben der Kirche enthalten sind. Dieses Gebet, das den Jüngern von Jesus selbst vorgelegt worden ist, läßt das kindliche Vertrauen und die tiefen Sehnsüchte und Wünsche durchschimmern, mit denen sich ein Mensch an Gott wenden kann. (397)

Eine für den Menschen bedeutsame Botschaft

116. Das Wort Gottes nimmt bei der Menschwerdung die menschliche Natur in allem an, außer der Sünde. Somit ist Jesus Christus, »das Ebenbild des unsichtbaren Gottes« (Kol 1,15), auch der vollkommene Mensch. Von daher versteht man, daß »sich nur im Geheimnis des fleischgewordenen Wortes das Geheimnis des Menschen wahrhaft aufklärt«. (398)

Beim Vorlegen der christlichen Botschaft zeigt die Katechese nicht nur auf, wer Gott ist und welches sein Heilsplan ist, sondern sie macht auch, wie Jesus selbst das getan hat, dem Menschen den Menschen selbst voll kund und erschließt ihm seine höchste Berufung. (399) Die Offenbarung ist »nicht vom Leben losgelöst und auch nicht nur künstlich an seine Seite gestellt. Sie richtet sich ja auf den letzten Sinn des Daseins, das sie vollständig mit dem Licht des Evangeliums erleuchtet, um anzuregen oder in Frage zu stellen«. (400)

Die Beziehung der christlichen Botschaft zur Erfahrung ist nicht einfach eine Methodenfrage, sondern entspringt der Zielsetzung der Katechese, die den Menschen mit Jesus Christus in Gemeinschaft zu bringen sucht. In seinem irdischen Leben lebte dieser sein Menschsein voll und ganz: »Mit Menschenhänden hat er gearbeitet, mit menschlichem Geist gedacht, mit einem menschlichen Willen hat er gehandelt, mit einem menschlichen Herzen geliebt«. (401) »Alles, was Christus gelebt hat, läßt er uns in ihm leben, und er lebt es in uns«. (402) Die Katechese handelt aufgrund dieser Identität der menschlichen Erfahrung zwischen dem Meister Jesus und dem Jünger und lehrt, zu denken wie er, zu handeln wie er, zu lieben wie er.(403) Die Gemeinschaft mit Christus leben heißt, die Erfahrung des neuen Lebens der Gnade machen.(404)

117. Aus diesem in herausragender Weise christologischen Grund muß die Katechese beim Vorlegen der christlichen Botschaft »Sorge tragen, die Menschen auf die Erfahrungen von größerem Gewicht aufmerksam zu machen, auf die persönlichen wie auf die sozialen; dazu ist es ihre Aufgabe, die daraus entstehenden Fragen in das Licht des Evangeliums zu rücken, so daß in den Menschen die rechte Sehnsucht geweckt wird, ihre eigene Lebensweise umzugestalten«. (405) In diesem Sinne gilt:

– In der Erstevangelisierung während des Vorkatechumenats oder der Vorkatechese wird die Verkündigung des Evangeliums stets in engem Zusammenhang mit der menschlichen Natur und ihren Strebungen erfolgen und dabei aufzeigen, daß sie das Menschenherz voll zufriedenstellt.(406)

– In der Bibelkatechese wird man helfen, das gegenwärtige menschliche Leben im Licht der Lebenserfahrungen des Volkes Israel, Jesu Christi und der christlichen Gemeinschaft zu deuten, in welcher der Geist des auferstandenen Christus lebt und ständig am Werk ist.

– Bei der Erklärung des Symbolums wird die Katechese aufzeigen, daß die großen Glaubensthemen (Schöpfung, Ursünde, Inkarnation, Ostern, Pfingsten, Eschatologie...) für den Menschen stets Lebens– und Lichtquelle sind.

– Wenn die Moralkatechese darlegt, worin das evangeliumsgemäße Leben besteht, (407) und die Seligpreisungen im Evangelium als den Geist herausstellt, der den Dekalog durchdringt, wird sie diese in den im Herzen des Menschen vorhandenen menschlichen Tugenden verwurzeln. (408)

– In der liturgischen Katechese wird man von der hebräischen und christlichen Kultur her ständig auf die großen menschlichen Erfahrungen Bezug nehmen müssen, die von den Zeichen und Symbolen der liturgischen Handlung versinnbildlicht werden.(409)

Methodologisches Prinzip für die Darbietung der Botschaft (410)

118. Die in diesem Kapitel angegebenen Normen und Richtlinien für »die Darbietung des Inhaltes der Katechese müssen in den verschiedenen Katechesetypen angewandt werden: natürlich im biblischen und liturgischen Unterricht, in der lehrmäßigen Zusammenfassung, in der Deutung der konkreten menschlichen Lebensverhältnisse usw«. (411)

Aus diesen Normen und Richtlinien läßt sich indes nicht die Reihenfolge ableiten, die bei der Darbietung des Inhaltes einzuhalten ist. »Es kann sein, daß es bei der heutigen Lage der Katechese Gründe der Methodik oder Pädagogik ratsam erscheinen lassen, die Vermittlung des reichen Inhaltes der Katechese auf diese und nicht auf eine andere Weise durchzuführen«. (412) Man kann von Gott ausgehen, um zu Christus zu gelangen, und umgekehrt; man kann vom Menschen ausgehen, um zu Gott zu gelangen, und umgekehrt. Daß man bei der Darbietung der Botschaft sich für eine bestimmte Ordnung entscheidet, wird durch die Umstände und die Glaubenssituation dessen bestimmt, der die Katechese erhält.

Man muß sich die pädagogische Methode ausdenken, die für die Umstände, in denen sich die kirchliche Gemeinschaft oder die konkreten Adresssaten, an die sich die Katechese richtet, jeweils befinden, am besten geeignet ist. Darum ist es nötig, sorgfältige Untersuchungen anzustellen, um die Wege und Weisen zu finden, die den verschiedenen Situationen am besten entsprechen.

Es ist Sache der Bischöfe, auf diesem Gebiet genauere Normen zu erlassen und sie durch katechetische Direktorien, Katechismen für die verschiedenen Altersstufen und kulturellen Bedingungen und durch andere Mittel, die man für zweckdienlich hält, auf die Praxis anzuwenden. (413)

II. KAPITEL

»Das ist unser Glaube,
das ist der Glaube der Kirche«

»Jede von Gott eingegebene Schrift ist auch nützlich zur Belehrung, zur Widerlegung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit; so wird der Mensch Gottes zu jedem guten Werk bereit und gerüstet sein« (2 Tim 3,16-17).

»Seid standhaft und haltet an den Überlieferungen fest, in denen wir euch unterwiesen haben, sei es mündlich, sei es durch einen Brief« (2 Thess 2,15).

119. Dieses Kapitel denkt über den Inhalt der Katechese nach, wie er von der Kirche in den Glaubenskompendien dargelegt wird, die sie offiziell ausarbeitet und in ihren Katechismen vorlegt.

Die Kirche hat stets Glaubensformulierungen verwendet, die das Wesentliche dessen, was sie glaubt und lebt, in Kurzform enthalten: neutestamentliche Texte, Symbola oder Glaubensbekentnisse, liturgische Formeln, eucharistische Gebete. Später hielt man es auch für zweckmäßig, eine ausführlichere Glaubenserklärung in Form einer organischen Zusammenfassung zu bieten durch die Katechismen, die in den letzten Jahrhunderten in zahlreichen Ortskirchen ausgearbeitet worden sind. In zwei historischen Augenblicken, anläßlich des Konzils von Trient und in unseren Tagen, hielt man es für angebracht, durch einen Katechismus universalen Charakters als Bezugspunkt für die Katechese der ganzen Kirche eine organische Darlegung des Glaubens anzubieten. Für dieses Vorgehen entschied sich Johannes Paul II. mit der Approbation und Veröffentlichung des Katechismus der Katholischen Kirche am 11. Oktober 1992.

Das vorliegende Kapitel möchte diese offiziellen Werkzeuge der Kirche, wie es die Katechismen sind, in Beziehung setzen zum katechetischen Wirken bzw. zur Praxis.

Es wird zunächst über den Katechismus der Katholischen Kirche nachdenken und dabei die Rolle zu klären suchen, die ihm in der kirchlichen Katechese als ganzer zukommt. Dann folgt eine Analyse der notwendigen Erstellung der örtlichen Katechismen, die den Zweck haben, die Formulierung des Glaubensinhaltes an die verschiedenen Situationen und Kulturen anzupassen, und es werden einige hilfreiche Richtlinien für ihre Abfassung vorgelegt. Die Kirche betrachtet den reichen Inhalt des Glaubens, dargeboten in den Werkzeugen, welche die Bischöfe dem Volk Gottes vorlegen und die gleich einer »Symphonie« (414) das zum Ausdruck bringen, was sie glaubt, feiert, lebt — und verkündet: »Das ist unser Glaube, das ist der Glaube der Kirche».

Der Katechismus der Katholischen Kirche und das Allgemeine Direktorium für die Katechese

120. Der Katechismus der Katholischen Kirche und das Allgemeine Direktorium für die Katechese sind zwei verschiedene und einander ergänzende Werkzeuge im Dienst des katechetischen Wirkens der Kirche.

– Der Katechismus der Katholischen Kirche »ist eine Darlegung des Glaubens der Kirche und der katholischen Lehre, wie sie von der Heiligen Schrift, der apostolischen Überlieferung und vom Lehramt der Kirche bezeugt oder beleuchtet wird«. (415)

– Das Allgemeine Direktorium für die Katechese »will die theologisch-pastoralen Grundprinzipien, die vom Lehramt der Kirche und besonders vom II. Vatikanischen Konzil festgelegt worden sind«, vorlegen, damit die katechetische Tätigkeit in der Kirche »besser geleitet und geordnet werden kann«.(416)

Beide Werkzeuge, jedes in seiner Art und in seiner spezifischen Autorität, ergänzen einander.

– Der Katechismus der Katholischen Kirche ist ein Akt des Lehramtes des Papstes, mit dem er in unserer Zeit kraft der apostolischen Vollmacht den katholischen Glauben als ganzen normativ zusammenfaßt und ihn vor allem den Kirchen als Bezugspunkt für die authentische Darlegung des Glaubensinhaltes anbietet.

– Das Allgemeine Direktorium für die Katechese hat den Wert, den der Heilige Stuhl normalerweise solchen Orientierungshilfen dadurch gibt, daß er sie approbiert und bestätigt. Er ist ein offizielles Hilfsmittel für die Weitergabe der Botschaft des Evangeliums und für die gesamte katchetische Tätigkeit.

Der Charakter gegenseitiger Ergänzung der beiden Werkzeuge rechtfertigt, wie im Vorwort gesagt, daß das vorliegende Allgemeine Direktorium für die Katechese der Darlegung der Glaubensinhalte kein Kapitel widmet, während das im Direktorium von 1971 unter dem Titel: »Die wesentlichen Elemente der christlichen Botschaft« (417) erfolgt war. Aus diesem Grund verweist das Allgemeine Direktorium für die Katechese bezüglich des Inhalts der Botschaft auf den Katechismus der Katholischen Kirche, für dessen konkrete Anwendung das Direktorium ein methodisches Werkzeug sein möchte.

Die Vorstellung des Katechismus der Katholischen Kirche, der im folgenden erläutert wird, ist weder zur Zusammenfassung noch zur Rechtfertigung dieses Instrumentes des Lehramtes verfaßt worden, sondern hat den Zweck, dessen besseres Verständnis und Übernahme in die katechetische Praxis zu erleichtern.

Der Katechismus der Katholischen Kirche
Zielsetzung und Wesen des Katechismus der Katholischen Kirche

121. Der Katechismus der Katholischen Kirche selbst gibt in seinem Prolog das Ziel an, das er verfolgt: »Der vorliegende Katechismus will im Licht des Zweiten Vatikanischen Konzils und der Gesamttradition der Kirche eine organische Synthese der wesentlichen und grundlegenden Inhalte der katholischen Glaubensund Sittenlehre darlegen«. (418)

Mit dem Katechismus der Katholischen Kirche gedachte das Lehramt der Kirche einen kirchlichen Dienst für unsere Zeit zu leisten, indem es ihn anerkennt als:

– »gültiges und legitimes Werkzeug im Dienst der kirchlichen Gemeinschaft«. (419) Er möchte das Band der Einheit festigen, indem er unter den Jüngern Jesu Christi »das Bekenntnis ein und desselben, von den Aposteln überlieferten Glaubens« (420) erleichtert;

– »sichere Norm für die Lehre des Glaubens«. (421) Gegenüber dem legitimen Recht jedes Getauften, von der Kirche zu erfahren, was sie empfangen hat und an was sie glaubt, bietet der Katechismus der Katholischen Kirche eine klare Antwort. Er ist deshalb ein verbindlicher Bezugspunkt für die Katechese und die anderen Formen des Dienstes am Wort;

– »Bezugspunkt für die Katechismen bzw. Kompendien, die in den verschiedenen Regionen zu erstellen sind«.(422) Der Katechismus der Katholischen Kirche ist ja »nicht dazu bestimmt, die örtlichen Katechismen zu ersetzen«, (423) sondern »zur Abfassung neuer örtlicher Katechismen zu ermuntern und die zu unterstützen, die den verschiedenen Situationen und Kulturen Rechnung tragen, aber zugleich sorgfältig die Einheit des Glaubens und die Treue zur katholischen Lehre wahren«. (424)

Das Wesen und der Eigencharakter dieses Dokumentes des Lehramtes besteht darin, daß es eine organische Zusammenfassung des Glaubens von universaler Bedeutung darstellt. Darin unterscheidet es sich von anderen Dokumenten des Lehramtes, die nicht eine solche Synthese zu bieten beabsichtigen. Es unterscheidet sich ebenfalls von den örtlichen Katechismen, die, wenn auch in Gemeinschaft mit der Gesamtkirche, dazu bestimmt sind, einem bestimmten Teil des Gottesvolkes zu dienen.

Die Gliederung des Katechismus der Katholischen Kirche

122. Der Katechismus der Katholischen Kirche gliedert sich um vier Grunddimensionen des christlichen Lebens: das Bekenntnis des Glaubens, die Feier der Liturgie, die Moral nach dem Evangelium und das Gebet. Diese vier Dimensionen entspringen ein und demselben Kern: dem christlichen Mysterium. Dieses

– »ist Gegenstand des Glaubens (erster Teil);

– wird in den liturgischen Handlungen gefeiert (zweiter Teil);

– ist gegenwärtig, um die Kinder Gottes bei ihrem Tun zu erleuchten (dritter Teil);

– bildet die Grundlage für unser Gebet, dessen bevorzugter Ausdruck das Vaterunser ist, und es bildet den Gegenstand unseres Bittens, unseres Lobes und unseres Fürbittgebetes (vierter Teil)«.(425)

Diese vierteilige Gliederung entfaltet die wesentlichen Aspekte des Glaubens:

– an den dreieinigen Gott, den Schöpfer, und seinen Heilsplan glauben;

– sich von ihm heiligen lassen im sakramentalen Leben;

– ihn von ganzem Herzen lieben und den Nächsten lieben wie sich selbst;

– beten in Erwartung des Kommens seines Reiches und der Begegnung mit ihm von Angesicht zu Angesicht.

Der Katechismus der Katholischen Kirche bezieht sich also auf den geglaubten, gefeierten, gelebten und gebeteten Glauben und stellt eine Aufforderung zur gesamtchristlichen Erziehung dar.

Die Gliederung des Katechismus der Katholischen Kirche verweist auf die tiefe Einheit des christlichen Lebens. In ihm wird die gegenseitige Beziehung zwischen »lex orandi«, »lex credendi« und »lex vivendi« deutlich. »Die Liturgie ist selber Gebet; das Bekenntnis des Glaubens hat daher seinen angemessenen Platz in der Feier des Gottesdienstes. Die Gnade, Frucht der Sakramente, ist die unabdingbare Voraussetzung des christlichen Tuns, so wie die Teilnahme an der Liturgie der Kirche den Glauben erfordert. Wenn aber der Glaube sich nicht in den Werken zeigt, ist er tot und kann keine Früchte für das ewige Leben bringen«. (426)

Mit dieser herkömmlichen Gliederung um die vier Pfeiler, welche die Glaubensübermittlung tragen (Glaubensbekenntnis oder Symbolum, Sakramente, Zehn Gebote, Vaterunser), (427) bietet sich der Katechismus der Katholischen Kirche als lehrmäßiger Bezugspunkt bei der Heranbildung zu den vier Grundaufgaben der Katechese (428) und bei der Erstellung der örtlichen Katechismen an, obwohl er weder der einen noch der anderen eine bestimmte Form aufzuerlegen beabsichtigt. »Die beste Struktur der Katechese muß den diesbezüglichen konkreten Umständen angepaßt werden und soll nicht durch den gemeinsamen Katechismus für die ganze Kirche festgesetzt werden«. (429) Vollkommene Treue zur katholischen Lehre läßt sich mit einer reichen Vielfalt in ihrer Darstellungsweise vereinbaren.

Die Inspiration des Katechismus der Katholischen Kirche: die trinitarische Christozentrik und die Erhabenheit der Berufung des Menschen

123. Die tragende Achse des Katechismus der Katholischen Kirche ist Jesus Christus als »der Weg, die Wahrheit und das Leben« (Joh 14,6).

Der Katechismus der Katholischen Kirche mit Jesus Christus als seiner Mitte hat eine zweifache Ausrichtung: auf Gott und auf den Menschen.

– Das Mysterium des dreieinigen Gottes und seine Heilsordnung inspiriert den Katechismus der Katholischen Kirche als ganzen und in seinen Teilen von innen her und gibt ihm seine hierarchische Gliederung. Das Glaubensbekenntnis, die Liturgie, die dem Evangelium entsprechende Moral, das Gebet haben im Katechismus der Katholischen Kirche eine trinitarische Inspiration, die das ganze Werk als Leitfaden durchzieht. (430) Dieses zentrale inspirierende Element trägt dazu bei, dem Text einen tief religiösen Charakter zu geben.

– Das Mysterium des Menschen wird im Katechismus der Katholischen Kirche vor allem in einigen besonders bedeutsamen Kapiteln dargelegt: »Der Mensch ist "gottfähig"«; »Die Erschaffung des Menschen«; »Der Sohn Gottes ist Mensch geworden«; »Die Berufung des Menschen: das Leben im Heiligen Geist«... und andere.(431) Im Lichte der Menschennatur Jesu, des vollkommenen Menschen, betrachtet, zeigt diese Lehre die erhabene Berufung und das Ideal der Vollkommenheit, zu der jeder Mensch berufen ist.

In der Tat läßt sich die ganze Lehre des Katechismus der Katholischen Kirche in dem folgenden Konzilsgedanken zusammenfassen: »Christus... macht eben in der Offenbarung des Geheimnisses des Vaters und seiner Liebe dem Menschen den Menschen selbst voll kund und erschließt ihm seine höchste Berufung«. (432)

Das literarische Genus des Katechismus der Katholischen Kirche

124. Es ist wichtig, das literarische Genus des Katechismus der Katholischen Kirche auszumachen, um die Funktion zu respektieren, welche die Autorität der Kirche ihm bei der Ausübung und Erneuerung der katechetischen Tätigkeit unserer Zeit zuerkennt.

Die Hauptzüge, die das literarische Genus des Katechismus der Katholischen Kirche bestimmen, sind folgende:

– Der Katechismus der Katholischen Kirche ist vor allem ein Katechismus, das heißt ein offizieller Text des Lehramtes der Kirche, der mit Kompetenz und Genauigkeit in Form einer organischen Synthese die grundlegenden Heilsereignisse und Heilswahrheiten zusammenstellt, die den gemeinsamen Glauben des Gottesvolkes zum Ausdruck bringen und den unerläßlichen Grundbezug für die Katechese bilden.

– Da es sich um einen Katechismus handelt, stellt der Katechismus der Katholischen Kirche das zusammen, was im christlichen Leben grundlegend und gemeinsam ist, ohne bestimmte Auslegungsversuche, die nichts anderes als Privatmeinungen oder Ansichten irgendeiner theologischen Schule sind, als Glaubenslehre vorzutragen«. (433)

– Der Katechismus der Katholischen Kirche ist außerdem ein Katechismus von universalem Charakter, der der ganzen Kircheangeboten wird. In ihm wird eine aktualisierte Glaubenssynthese vorgelegt, in der die Lehren des II. Vatikanischen Konzils ebenso ihren Platz gefunden haben wie die religiösen und moralischen Fragen unserer Zeit. Doch »wegen seiner Zielsetzung kann dieser Katechismus nicht selbst jene Anpassungen in der Darlegung und den katechetischen Methoden vornehmen, welche die Unterschiede in den Kulturen, Lebensphasen, im geistlichen Leben, in den gesellschaftlichen und kirchlichen Situationen der Adressaten erfordern. Diese unerläßlichen Anpassungen sind Aufgabe entsprechender Katechismen, und vor allem der für den Unterricht der Gläubigen Verantwortlichen«. (434)

Das Glaubensgut und der Katechismus der Katholischen Kirche

125. Das II. Vatikanische Konzil machte es sich zur Hauptaufgabe, das kostbare Erbe der christlichen Lehre besser zu hüten und vorzulegen, um es den Christgläubigen und allen Menschen guten Willens zugänglicher zu machen.

Der Inhalt dieses Gutes ist das in der Kirche bewahrte Wort Gottes. Da sich das Lehramt der Kirche zum Ziel gesetzt hatte, einen Bezugstext für die Glaubensunterweisung auszuarbeiten, hat es aus diesem kostbaren Schatz Neues und Altes hervorgeholt, das sich seinem Dafürhalten nach für den genannten Zweck am besten eignete. Der Katechismus der Katholischen Kirche erscheint somit als ein grundlegender Dienst: nämlich die Verkündigung des Evangeliums und die Glaubensunterweisung, die ihre Botschaft aus der der Kirche anvertrauten heiligen Hinterlassenschaft der Überlieferung und der Heiligen Schrift entnehmen, zu fördern, auf daß sie ganz authentisch erfolgen. Der Katechismus der Katholischen Kirche ist nicht die einzige Quelle der Katechese, denn als Akt des Lehramtes steht er nicht über dem Gotteswort, sondern in dessen Dienst. Doch er ist ein besonders bedeutsamer Akt der authentischen Auslegung dieses Wortes, der gesetzt wird, damit das Evangelium in seiner ganzen Wahrheit und Reinheit verkündigt und übermittelt werde.

126. Im Licht dieser Beziehung des Katechismus der Katholischen Kirche zum Glaubensgut sind zwei Fragen zu klären, die für die Katechese von lebenswichtiger Bedeutung sind:

– die Beziehung zwischen der Heiligen Schrift und dem Katechismus der Katholischen Kirche als Bezugspunkte für den Inhalt der Katechese;

– die Beziehung zwischen der katechetischen Tradition der Kirchenväter mit ihrem Reichtum an Inhalten und Einsichten in bezug auf den katechetischen Prozeß und dem Katechismus der Katholischen Kirche.

Die Heilige Schrift, der Katechismus der Katholischen Kirche und und die Katechese

127. Die Konstitution Dei verbum des II. Vatikanischen Konzils hat die grundlegende Bedeutung der Heiligen Schrift im Leben der Kirche betont. Sie wird, zusammen mit der Heiligen Überlieferung als »oberste Glaubensregel« hingestellt, da sie »das Wort Gottes selbst unwandelbar vermittelt und in den Worten der Propheten und der Apostel die Stimme des Heiligen Geistes vernehmen läßt«. (435) Deshalb will die Kirche, daß im ganzen Dienst am Wort die Heilige Schrift eine herausragende Stellung einnimmt. Konkret muß die Katechese »eine authentische Anleitung zur Schriftlesung ("lectio divina") "gemäß dem Geist", der der Kirche einwohnt«, sein. (436)

In diesem Sinn heißt »von der Überlieferung und der Heiligen Schrift als Quelle der Katechese zu sprechen, betonen, daß diese sich von Gedanken, Geist und Haltungen der Bibel und der Evangelien durch ständigen Kontakt mit den Texten selber prägen und durchdringen lassen muß; es heißt aber auch, darauf hinweisen, daß die Katechese umso reichhaltiger und wirksamer sein wird, je mehr sie die Texte mit dem Verstand und dem Herzen der Kirche liest«. (437) Bei dieser Lesung der Schrift in der Kirche im Licht der Überlieferung spielt der Katechismus der Katholischen Kirche eine sehr wichtige Rolle.

128. Die Heilige Schrift und der Katechismus der Katholischen Kirche erscheinen als die zwei Bezugspunkte, um das gesamte katechetische Wirken der Kirche in unserer Zeit zu inspirieren:

– Die Heilige Schrift als »Gottes Rede, insofern sie unter dem Anhauch des Heiligen Geistes schriftlich aufgezeichnet wurde«, (438) und der Katechismus der Katholischen Kirche als bedeutsamer gegenwartsbezogener Ausdruck der lebendigen Überlieferung der Kirche und als sichere Norm für die Glaubensunterweisung sind, auf je eigene Weise und nach ihrer je besonderen Autorität, berufen, die Katechese in der Kirche unserer Zeit zu befruchten.

– Die Katechese vermittelt den Inhalt des Wortes Gottes den beiden Weisen entsprechend, wie die Kirche ihn besitzt, ihn verinnerlicht und lebt: als Erzählung der Heilsgeschichte und als ausführliche Erklärung des Glaubensbekenntnisses (Symbolum). Die Heilige Schrift und der Katechismus der Katholischen Kirche sollen sowohl die biblische Katechese als auch die lehrhafte Katechese inspirieren, die diesen Inhalt des Gotteswortes nahebringen.

– Beim gewöhnlichen Ablauf der Katechese ist es wichtig, daß die Katechumenen und die Glaubensschüler sich sowohl auf die Heilige Schrift als auch auf den örtlichen Katechismus verlassen können. Die Katechese ist schließlich nichts anderes als die lebenswichtige, sinnvolle Weitergabe dieser Glaubensdokumente. (439)

Die katechetische Überlieferung der Kirchenväter und der Katechismus der Katholischen Kirche

129. Im heiligen Erbe des Glaubens (depositum fidei) ist, im Verein mit der Heiligen Schrift, die ganze Überlieferung der Kirche enthalten. »Die Aussagen der heiligen Väter bezeugen die lebenspendende Gegenwart dieser Überlieferung, deren Reichtümer sich in das Tun und Leben der glaubenden und betenden Kirche ergießen«. (440)

In bezug auf diesen Reichtum in Lehre und Pastoral verdienen einige Aspekte besondere Beachtung:

– Die entscheidende Wichtigkeit, die die Väter bei der Bildung der Teilkirchen dem Taufkatechumenat beimessen.

– Die Konzeption von der Heranbildung zum Christen als eines fortschreitenden und mehrstufigen Prozesses, der in Etappen gegliedert ist. (441) Die Väter lassen sich bei der Gestaltung des Katechumenats von der göttlichen Erziehungsweisheit inspirieren. In dem katechumenalen Prozeß durchläuft der Katechumene wie das Volk Israel einen Weg, um in das Land der Verheißung zu gelangen: zur Identifikation mit Christus in der Taufe. (442)

– Die Gliederung des Inhalts der Katechese entsprechend den Etappen jenes Prozesses. In der patristischen Katechese spielte die Erzählung der Heilsgeschichte eine vorrangige Rolle. Gegen Ende der Fastenzeit schritt man zur Übergabe des Symbolums und des Vaterunsers sowie zu ihrer Erklärung mit allen daraus zu ziehenden sittlichen Folgerungen. Nach Feier der Initiationssakramente half die mystagogische Katechese, sich diese Sakramente innerlich anzueignen und sie zu verkosten.

130. Der Katechismus der Katholischen Kirche seinerseits bringt in die Katechese die große Tradition der Katechismen ein. (443) Einige Aspekte des großen Reichtums dieser Tradition verdienen auch hier hervorgehoben zu werden:

– Die Erkenntnis- oder Wahrheitsdimension des Glaubens. Dieser besteht nicht nur in der lebendigen Zustimmung zu Gott, sondern auch in der Zustimmung des Verstandes und des Willens zur geoffenbarten Wahrheit. Die Katechismen erinnern die Kirche ständig an die Notwendigkeit, daß die Gläubigen, wenn auch in einfacher Form, eine organische Kenntnis des Glaubens haben sollen.

– Die in allen ihren Quellen fest verwurzelte Erziehung zum Glauben umfaßt verschiedene Dimensionen: einen Glauben, der bekannt, gefeiert, gelebt und gebetet wird.

Der Reichtum der Überlieferung der Kirchenväter und jener der Katechismen fließt in der heutigen Katechese der Kirche zusammen und bereichert sie in ihrer Konzeption wie auch in ihren Inhalten. Sie erinnern die Katechese an die sieben Grundelemente, die sie bilden: die drei Etappen der Erzählung der Heilsgeschichte: das Alte Testament, das Leben Jesu Christi und die Geschichte der Kirche; und an die vier Pfeiler der Darlegung: das Symbolum, die Sakramente, die Zehn Gebote und das Vaterunser. Mit diesen sieben Grundsteinen, die sowohl dem Verlauf der Initiationskatechese wie dem weiteren christlichen Reifungsprozeß zugrunde liegen, lassen sich je nach den Adressaten und den verschiedenen kulturellen Situationen Gebäude von unterschiedlicher Architektur und Gliederung bauen.

Die Katechismen in den Ortskirchen

Die örtlichen Katechismen: ihre Notwendigkeit (444)

131. Der Katechismus der Katholischen Kirche wird allen Gläubigen und jedem Menschen angeboten, der kennenlernen möchte, was die katholische Kirche glaubt, (445) und ist in besonderer Weise »dazu bestimmt, zur Abfassung neuer örtlicher Katechismen zu ermuntern und die zu unterstützen, die den verschiedenen Situationen und Kulturen Rechnung tragen, aber zugleich die Einheit des Glaubens und die Treue zur katholischen Lehre wahren«. (446)

Die von den Diözesanbischöfen oder von den Bischofskonferenzen (447) erstellten oder approbierten örtlichen Katechismen sind unschätzbare Werkzeuge für die Katechese, »welche die Kraft des Evangeliums ins Herz der Kultur und der Kulturen einpflanzen soll«. (448) Aus diesem Grund entschloß sich Johannes Paul II., »die Bischofskonferenzen der ganzen Welt zu ermutigen und dazu aufzurufen, daß sie mit Geduld, aber fest entschlossen, die anspruchsvolle Arbeit in Angriff nehmen, in Übereinstimmung mit dem Apostolischen Stuhl gute Katechismen zu schaffen, die getreu die wesentlichen Inhalte der Offenbarung darlegen, methodisch der heutigen Zeit entsprechen und so in der Lage sind, die christlichen Generationen der Zukunft zu einem kraftvollen Glauben zu erziehen«. (449)

Durch die örtlichen Katechismen aktualisiert die Kirche die »göttliche Erziehungskunst«, (450) deren sich Gott in der Offenbarung bediente, indem er seine Redeweise vorsorglich unserer Natur anpaßte. (451) In den örtlichen Katechismen teilt die Kirche das Evangelium in einer dem Menschen verständlichen Form mit, auf daß dieser es wirklich als gute Nachricht vom Heil, als Frohbotschaft, wahrnehmen kann. Die örtlichen Katechismen werden so zu einem greifbaren Ausdruck der »wunderbaren Herablassung« (452) Gottes und seiner »unsagbaren« (453) Liebe zur Welt.

Das literarische Genus eines örtlichen Katechismus

132. Drei Haupteigenschaften charakterisieren jeden Katechismus, den sich eine Ortskirche zu eigen gemacht hat: sein offizieller Charakter, die grundlegende organische Zusammenfassung des Glaubens, die er vorlegt, und der Umstand, daß er, zusammen mit der Heiligen Schrift, als Bezugspunkt für die Katechese angeboten wird.

– Der örtliche Katechismus ist in der Tat ein offizieller Text der Kirche. Er macht gewissermaßen die »Überreichung des Symbolums« und die »Überreichung des Vaterunsers« an die Katechumenen und die Taufanwärter sichtbar und ist damit Ausdruck eines Aktes der Überlieferung.

Der offizielle Charakter des örtlichen Katechismus bringt eine qualitative Unterscheidung von den anderen in der katechetischen Pädagogik nützlichen Arbeitsmitteln mit sich (didaktische Texte, nicht offizielle Katechismen, Handbücher für die Katecheten...).

– Zudem ist jeder Katechismus ein grundlegender und zusammenfassender Text, in dem die Hauptereignisse und Grundwahrheiten des christlichen Mysteriums organisch und unter Berücksichtigung der »Hierarchie der Wahrheiten« dargeboten werden.

– Der örtliche Katechismus stellt in seinem organischen Charakter eine Ganzheit aus den »Dokumenten der Offenbarung und der christlichen Überlieferung« dar, (454) die in der reichen Vielfalt von »Sprachen«, in denen sich das Wort Gottes ausdrückt, dargeboten werden.

Der örtliche Katechismus bietet sich schließlich als Bezugspunkt an, der die Katechese inspiriert. Die Heilige Schrift und der Katechismus sind bei der Erteilung der Katechese die beiden grundlegenden Lehrdokumente, die stets zuhanden sein sollen. Obwohl beide erstrangige Arbeitsbehelfe sind, sind sie doch nicht die einzigen, denn es sind noch andere, direktere Arbeitsinstrumente notwendig. (455) Man darf sich daher mit Recht fragen, ob ein offizieller Katechismus pädagogische Elemente enthalten oder sich im Gegenteil darauf beschränken soll, bloß eine Synthese des Lehrstoffes zu sein, indem er lediglich die Quellen anbietet.

Da der Katechismus ein Werkzeug für den katechetischen Akt darstellt, der ein Kommunikationsakt ist, entspricht er in jedem Fall einer gewissen pädagogischen Inspiration und muß innerhalb seines Genus stets die göttliche Erziehungsweisheit durchschimmern lassen.

Für ausgesprochene Fragen der Methodik eignen sich für gewöhnlich andere Arbeitsbehelfe besser.

Die Aspekte der Anpassung in einem örtlichen Katechismus (456)

133. Der Katechismus der Katholischen Kirche gibt an, welche Aspekte jeder örtliche Katechismus bei der Anpassung und Einbettung [in das jeweilige sozio–kulturelle Umfeld] der organischen Synthese des Glaubens berücksichtigen muß. Diese Glaubenssynthese muß die Anpassungen vornehmen, »welche die Unterschiede in den Kulturen, Lebensphasen, im geistlichen Leben, in den gesellschaftlichen und kirchlichen Situationen der Adressaten erfordern«. (457) Auch das II. Vatikanische Konzil bejaht nachdrücklich die Notwendigkeit, die Darbietung der Botschaft des Evangeliums anzupassen: »Diese... angepaßte Verkündigung des geoffenbarten Wortes muß ein Gesetz aller Evangelisation bleiben«. (458) Darum gilt:

– Ein örtlicher Katechismus muß beim Vorlegen der Glaubenssynthese auf die konkrete Kultur Bezug nehmen, in der die Katechumenen und Glaubensschüler leben. Er wird deshalb alle »originellen Ausdrucksformen christlichen Lebens, Feierns und Denkens« (459) sich zu eigen machen, die aus der eigenen Kulturtradition hervorgegangen und Furcht der Arbeit und der Inkulturation der Ortskirche sind.

– Ein örtlicher Katechismus, der sich an den Grundsatz »der Treue zu Gott und der Treue zum Menschen« hält, (460) stellt das christliche Mysterium sinnvoll und der Denkweise und seelischen Verfaßtheit der Altersstufe des konkreten Adressaten nahekommend dar und folglich in klarer Bezugnahme auf dessen grundlegende Lebenserfahrungen. (461)

– Insbesondere ist auf die konkrete Form zu achten, in der das Religiöse in einer bestimmten Gesellschaft gelebt wird. Es ist nicht dasselbe, ob man einen Katechismus für ein von religiöser Gleichgültigkeit geprägtes Milieu abfaßt, oder für ein anderes, dessen Umfeld tief religiös ist. (462) Das Verhältnis »Glaube — Wissen« ist in jedem Katechismus sehr sorgfältig zu behandeln.

– Die Problematik des gesellschaftlich-sozialen Umfeldes ist, wenigstens was die tieferen strukturellen (wirtschaftlichen, politischen, familiären...) Elemente betrifft, ein wichtiger Faktor, um den Katechismus in eben diesem Umfeld einzubetten. Indem er sich von der Soziallehre der Kirche inspirieren läßt, wird der Katechismus Kriterien, Beweggründe und Leitlinien zum Handeln anbieten, die die christliche Präsenz inmitten dieser Problematik erhellen.(463)

– Schließlich ist die konkrete kirchliche Situation, in der die Teilkirche lebt, vor allem der gegebene Rahmen, auf den sich der Katechismus beziehen muß. Selbstverständlich nicht die konjunkturellen oder Sondersituationen, derer sich andere lehramtliche Dokumente annehmen, sondern der ständige Zustand, der eine Evangelisierung mit spezifischeren und bestimmteren Akzenten erfordert.(464)

Die Kreativität der Ortskirchen bei der Erstellung der Katechismen

134. Bei der Aufgabe, die Botschaft des Evangeliums durch die Katechismen in das jeweilige Umfeld einzubetten, zu inkulturieren und ihre Formulierung an die verschiedenen Altersstufen, Situationen und Kulturen anzupassen, bedürfen die Ortskirchen einer sicheren und reifen Kreativität. Von dem der Kirche anvertrauten depositum fidei [Glaubensgut, Glaubenserbe] müssen die Ortskirchen unter der Leitung des Heiligen Geistes, des inneren Lehrers, all jene Elemente auswählen, gliedern und ausdrücken, mit denen das Evangelium in einer bestimmten Situation authentisch und vollständig weiterzugeben ist.

Bei dieser schwierigen Aufgabe ist der Katechismus der Katholischen Kirche »Bezugspunkt«, um die Einheit des Glaubens zu gewährleisten. Das vorliegende Allgemeine Direktorium für die Katechese bietet seinerseits die grundlegenden Kriterien, an denen sich die Darbietung der christlichen Botschaft orientieren soll.

135. In bezug auf die Ausarbeitung der örtlichen Katechismen ist an folgendes zu erinnern:

– Vor allem geht es darum, entsprechend angepaßte und inkulturierte echte Katechismen auszuarbeiten. In diesem Sinn gilt es zu unterscheiden zwischen einem Katechismus, der die christliche Botschaft an die verschiedenen Altersstufen, Situationen und Kulturen anpaßt, und einer bloßen Zusammenfassung des Katechismus der Katholischen Kirche als eines Werkzeugs zur Einführung in dessen Studium. Es handelt sich um zwei verschiedene Genera. (465)

– Die örtlichen Katechismen können diözesanen, regionalen oder nationalen Charakter haben. (466)

– Was Aufbau und Gliederung der Inhalte betrifft, so veröffentlichen die verschiedenen Episkopate Katechismen in verschiedener Gliederung und Gestalt. Wie schon gesagt, wurde der Katechismus der Katholischen Kirche als Bezugspunkt für die Lehre vorgelegt, aber man will damit nicht der ganzen Kirche eine bestimmte Gestalt des Katechismus vorschreiben. So gibt es Katechismen mit einer trinitarischen Struktur, andere sind entsprechend den Etappen des Heils aufgebaut, andere auf der Grundlage eines reichhaltigen biblischen und theologischen Themas (Bund, Reich Gottes usw.), andere nach der Dimension des Glaubens, wieder andere folgen dem liturgischen Jahr.

– Was die Art und Weise betrifft, wie die Botschaft des Evangeliums zum Ausdruck gebracht wird, so wirkt sich die Kreativität eines Katechismus auch auf die Formulierung des Inhaltes aus. (467) Selbstverständlich muß sich ein Katechismus in seiner Methode, den Lehrgehalt der christlichen Botschaft auszudrücken, treu an das Glaubensgut halten. »Die wahrhaft eingewurzelten Teilkirchen, die sich sozusagen verschmolzen haben mit den Menschen, aber auch mit den Wünschen, Reichtümern und Grenzen, mit der Art zu beten, zu lieben, Leben und Welt zu betrachten, wie sie für eine bestimmte Menschengruppe charakteristisch sind, haben die Aufgabe, das Wesentliche der Botschaft des Evangeliums sich tief zu eigen zu machen und es ohne den geringsten Verrat an seiner wesentlichen Wahrheit in eine Sprache zu übersetzen, die diese Menschen verstehen, um es dann in dieser Sprache zu verkünden«. (468) Bei dieser heiklen Aufgabe sollte man sich an den vom II. Vatikanischen Konzil empfohlenen Grundsatz halten: »Immer nach einer geeigneteren Weise zu suchen, die Lehre des Glaubens den Menschen ihrer Zeit zu vermitteln. Denn die Glaubenshinterlage selbst, das heißt die Glaubenswahrheiten, darf nicht verwechselt werden mit ihrer Aussageweise, auch wenn diese immer den selben Sinn und Inhalt meint«.(469)

Der Katechismus der Katholischen Kirche und die örtlichen Katechismen: die Symphonie des Glaubens

136. Der Katechismus der Katholischen Kirche und die örtlichen Katechismen bilden, natürlich je nach ihrer spezifischen Autorität, eine Einheit. Sie sind konkreter Ausdruck der »Einheit im gleichen apostolischen Glauben« (470) und zugleich der reichen Vielfalt in der Formulierung des gleichen Glaubens.

Der Katechismus der Katholischen Kirche und die örtlichen Katechismen, die dem, der ihre Harmonie betrachtet, als ein Ganzes erscheinen, bringen die Symphonie des Glaubens zum Ausdruck: allem voran eine Symphonie innerhalb des Katechismus der Katholischen Kirche selbst, der in Zusammenarbeit des ganzen Episkopats der katholischen Kirche ausgearbeitet wurde; und dann eine auf ihm beruhende und sich in den örtlichen Katechismen äußernde Symphonie. Diese »Symphonie« — dieser »Chor aller Stimmen der gesamten Kirche» (471) —, wie sie in den örtlichen Katechismen, die sich an den Katechismus der Katholischen Kirche halten, erklingt, hat eine wichtige theologische Bedeutung:

– In ihr offenbart sich vor allem die Katholizität der Kirche. Der kulturelle Reichtum der Völker fügt sich in den Ausdruck des Glaubens der einen Kirche ein.

– Der Katechismus der Katholischen Kirche und die örtlichen Katechismen offenbaren auch die kirchliche Gemeinschaft: das »Bekenntnis ein und desselben... Glaubens« (472) ist eines ihrer sichtbaren Bande. Die Teilkirchen, »in denen und aus denen die eine und einzige katholische Kirche besteht«, (473) bilden mit dem Ganzen, mit der Gesamtkirche, »eine besondere Beziehung wechselseitigen Innewohnens«. (474) Die Einheit zwischen dem Katechismus der Katholischen Kirche und den örtlichen Katechismen macht diese Gemeinschaft sichtbar.

– Der Katechismus der Katholischen Kirche und die örtlichen Katechismen drücken ganz offensichtlich auch die bischöfliche Kollegialität aus. Die Bischöfe, ein jeder in seiner Diözese und alle gemeinsam als Kollegium, haben, in Gemeinschaft mit dem Nachfolger Petri, die höchste Verantwortung für die Katechese in der Kirche. (475)

Wegen ihrer tiefen Einheit und reichen Vielfalt sind der Katechismus der Katholischen Kirche und die örtlichen Katechismen dazu berufen, der Sauerteig der Erneurerung der Katechese in der Kirche zu sein. Wenn die Kirche sie mit katholisch-universalem Blick betrachtet, kann sie, die ganze Gemeinschaft der Jünger Christi, in Wahrheit sagen: »Das ist unser Glaube, das ist der Glaube der Kirche«.

DRITTER TEIL
DIE PÄDAGOGIK DES GLAUBENS

»Ich war es, der Efraim gehen lehrte, ich nahm ihn auf meine Arme... Mit menschlichen Fesseln zog ich sie an mich, mit den Ketten der Liebe. Ich war für sie da wie die (Eltern), die den Säugling an ihre Wangen heben. Ich neigte mich ihm zu und gab ihm zu essen« (Hos 11,3-4).

»Als er mit seinen Begleitern und den Zwölf allein war, fragten sie ihn nach dem Sinn seiner Gleichnisse. Da sagte er zu ihnen: Euch ist das Geheimnis des Reiches Gottes anvertraut... Seinen Jüngern erklärte er alles, wenn er mit ihnen allein war« (Mk 4,10-11.34).

»Nur einer ist euer Lehrer, Christus« (Mt 23,10)

137. Jesus hat für die Formung der Apostel, die er ausgesandt hat, umsichtig gesorgt. Er hat sich ihnen als den einzigen Lehrer und zugleich als geduldigen und treuen Freund hingestellt,(1) hat durch sein ganzes Leben(2) eine wirkliche Lehrtätigkeit ausgeübt; indem er mit passenden Fragen ihr Interesse weckte,(3 )hat er ihnen das, was er der Menge verkündigte, eingehender erklärt;(4 )er hat sie ins Gebet eingeführt,(5)sie dazu angehalten, eine missionarische Lehrzeit zu machen;(6) er hat ihnen den Geist seines Vaters zuerst verheißen und dann gesandt, damit er sie in die ganze Wahrheit einführe(7) und sie in den unvermeidlichen schwierigen Augenblicken stärke.(8) Jesus Christus ist »der Meister, der den Menschen offenbart, wer Gott ist, und auch, wer der Mensch ist...; der Meister, der rettet, heiligt und führt, der lebt, spricht, aufrüttelt und erschüttert, zurechtweist, richtet und verzeiht, der täglich den Weg durch die Geschichte mit uns geht...; der Meister, der kommt und kommen wird in Herrlichkeit«.(9) In Jesus, dem Herrn und Meister, findet die Kirche die transzendente Gnade, die dauernde Inspiration, das überzeugende Vorbild für alle Glaubensvermittlung.

Bedeutung und Zielsetzung dieses Teiles

138. In der Schule des Meisters Jesus verbindet der Katechet sein Wirken als verantwortliche Person eng mit dem geheimnisvollen Wirken der Gnade Gottes. Die Katechese ist somit Ausübung einer »originalen Glaubenspädagogik«.(10)

Die Weitergabe des Evangeliums durch die Kirche bleibt vor allem und immer Werk des Heiligen Geistes und hat in der Offenbarung das fundamentale Zeugnis und die Grundnorm (Kapitel 1).

Aber der Geist benützt Menschen, welche den Auftrag zur Verkündigung des Evangeliums erhalten und ihre menschlichen Kompetenzen und Erfahrungen in die Glaubenspädagogik einbringen.

Daraus entspringen eine Reihe von Fragen, die in der Geschichte der Katechese ausführlich behandelt wurden: die Frage nach der Katechese selbst, nach den Quellen, den Methoden, den Adressaten, dem Inkulturationsprozeß.

Im zweiten Kapitel nimmt man sich nicht vor, diese Fragen erschöpfend zu behandeln, sondern es werden bloß jene Punkte dargelegt, die für die ganze Kirche besonders wichtig erscheinen. Es wird Sache der verschiedenen Verantwortlichen und anderer Arbeitsinstrumente der einzelnen Kirchen sein, sich den spezifischen Problemen auf passende Weise zu stellen.

KAPITEL I
Die Erziehungskunst Gottes,
Quelle und Vorbild
der Pädagogik des Glaubens
(11)

Die Erziehungskunst Gottes

139. »Gott behandelt euch wie Söhne. Denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt?» (Hebr 12,7). Das Heil des Menschen, welches das Ziel der Offenbarung ist, erweist sich als Frucht auch einer eigenartigen und wirksamen »Erziehungskunst Gottes« im Lauf der Geschichte. In Analogie zu den menschlichen Bräuchen und in Entsprechung zu den jeweiligen kulturellen Kategorien wird Gott in der Schrift als ein barmherziger Vater, ein Meister, ein Weiser(12) gesehen, der den Menschen — den einzelnen und die Gemeinschaft — in der Situation annimmt, in der er sich befindet, ihn von den Banden des Bösen befreit, ihn durch Bande der Liebe an sich zieht, ihn Schritt für Schritt geduldig zu einem freien, treuen und seinem Wort gehorchenden Sohn heranreifen läßt. Als genialer und weitblickender Erzieher macht Gott zu diesem Zweck die Lebensschicksale seines Volkes zu Lektionen der Weisheit,(13) indem er sich an die verschiedenen Altersstufen und Lebenssituationen anpaßt. Er vermittelt ihm Worte der Belehrung und Katechese, die von Generation zu Generation weitergegeben werden,(14) ermahnt, indem er Belohnung verspricht oder Strafe androht, und macht selbst Prüfungen und Leiden zu Bildungsmitteln.(15) In der Tat, einen Menschen Gott begegnen lassen, was ja Aufgabe des Katecheten ist, heißt die Beziehung Gottes zum Menschen ins Zentrum stellen, sich zu eigen machen und sich von ihm leiten lassen.

Die Pädagogik Christi

140. Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott der Menschheit seinen Sohn, Jesus Christus. Er hat das große Geschenk des Heils in die Welt gebracht, indem er seine Sendung als Erlöser in einem Vorgehen vollzog, das die »Erziehungskunst Gottes« mit der dem Neuen seiner Person innewohnenden Vollkommenheit und Wirksamkeit fortsetzte. Anhand seiner Worte, Zeichen und Werke während seines ganzen kurzen, aber intensiven Lebens haben die Jünger die Grundzüge der »Pädagogik Jesu» kennengelernt, auf die sie dann in den Evangelien hinwiesen: die Annahme des anderen Menschen, insbesondere des Armen, Kleinen, Sünders als einer von Gott geliebten und gesuchten Person; die freimütige Verkündigung des Reiches Gottes als gute Nachricht von der Wahrheit und dem Trost des Vaters; ein zarter und starker Stil der Liebe, die vom Bösen befreit und das Leben fördert; die dringende Aufforderung zu einem Verhalten, das vom Glauben an Gott, von der Hoffnung auf das Reich und von der Liebe zum Nächsten getragen ist; der Einsatz aller Möglichkeiten der interpersonalen Kommunikation, wie des Wortes, des Schweigens, der Metapher, des Bildes, des Beispiels, so vieler verschiedener Zeichen, wie sie die biblischen Propheten zur Hand hatten. Mit der Aufforderung an die Jünger, ihm total und ohne Bedauern zu folgen,(16) übergibt ihnen Christus seine Glaubenspädagogik als volle Teilhabe an seiner Sache und seinem Schicksal.

Die Pädagogik der Kirche

141. Von Anfang an hat die Kirche, die »in Christus gleichsam ein Sakrament«(17) ist, ihre Sendung als sichtbare und gegenwartsbezogene Weiterführung der Erziehungskunst des Vaters und des Sohnes gelebt. »Als unsere Mutter ist sie auch unsere Erzieherin im Glauben«.(18)

Das sind die tiefen Gründe, weshalb die christliche Gemeinde in sich selbst lebendige Katechese ist. Durch das, was sie ist, verkündet und feiert, bewirkt und bleibt sie stets der lebenswichtige und unerläßliche Hauptort der Katechese.

Die Kirche hat im Lauf der Jahrhunderte einen unvergleichlichen Reichtum an Glaubenspädagogik hervorgebracht: vor allem das Zeugnis heiligmäßiger Katecheten und Katechetinnen. Eine Vielfalt origineller Weisen und Formen religiöser Kommunikation wie der Katechumenat, die Katechismen, die Anleitungen zu einem christlichen Leben; ein kostbares Erbe an katechetischer Unterweisung, an Glaubenskultur, an katechetischen Einrichtungen und Diensten. Alle diese Aspekte machen die Geschichte der Katechese aus und gehen mit Recht in das Gedächtnis der Gemeinde und in die Praxis des Katecheten ein.

Die göttliche Erziehungskunst, Wirken des Heiligen Geistes in jedem Christen

142. »Wohl dem Mann, den du, Herr, erziehst, den du mit deiner Weisung belehrst« (Ps 94,12). In der Schule des Gotteswortes, das in der Kirche aufgenommen wird, nimmt der Jünger dank der Gabe des von Christus gesandten Heiligen Geistes wie sein Meister zu »an Weisheit, Alter und Wohlgefallen bei Gott und den Menschen« (Lk 2,52) und erfährt Hilfe, um in sich die erhaltene »göttliche Erziehung« durch die Katechese und durch die Mittel des Wissens und der Erfahrung zur Entfaltung zu bringen.(19) Indem er auf diese Weise das Heilsmysterium immer besser kennenlernt, Gott den Vater anbeten lernt und »sich, von der Liebe geleitet, an die Wahrheit hält«, sucht er »ihm, der das Haupt ist, Christus, in allem entgegenzuwachsen« (Eph 4,15).Man kann die Erziehungskunst Gottes dann für vollendet halten, wenn der Jünger zum vollkommenen Menschen wird und Christus in seiner vollendeten Gestalt darstellt (vgl. Eph 4,13). Deshalb kann man nicht Glaubenslehrer und Glaubenserzieher für andere sein, wenn man nicht selber überzeugter und treuer Jünger Christi in seiner Kirche ist.

Göttliche Erziehungskunst und Katechese

143. Als Vermittlerin der göttlichen Offenbarung inspiriert sich die Katechese von Grund auf an der Erziehungsweisheit Gottes, wie sie sich in Christus und der Kirche entfaltet, nimmt ihre wesentlichen Züge an und erstellt von ihr unter der Leitung des Heiligen Geistes eine weise Synthese, womit sie eine echte Glaubenserfahrung, eine kindliche Begegnung mit Gott begünstigt. Auf diese Weise gilt von der Katechese:

– Sie ist eine Pädagogik, die sich in den »Heilsdialog» zwischen Gott und dem Menschen einfügt und in seinem Dienst steht, da sie die universale Bestimmung dieses Heils gebührend hervorhebt; was Gott angeht, so betont sie die göttliche Initiative, die liebende Motivierung, die Ungeschuldetheit, die Achtung der Freiheit; was den Menschen angeht, so verdeutlicht sie die Würde des erhaltenen Geschenkes und das Bedürfnis, ständig in ihm zu wachsen;(20)

– sie akzeptiert das Prinzip der fortschreitenden Entfaltung der Offenbarung, die Transzendenz und den geheimnisvollen Charakter des Wortes Gottes sowie seine Anpassung an die verschiedenen Personen und Kulturen;

– sie anerkennt die zentrale Stellung Jesu Christi, des menschgewordenen Wortes Gottes, welche die Katechese zur »Pädagogik der Inkarnation« bestimmt, weshalb das Evangelium stets durch das Leben und im Leben der Menschen vorzulegen ist;

– sie bringt die gemeinschaftliche Glaubenserfahrung, die dem Gottesvolk, der Kirche, eignet, zur Geltung;

– sie wurzelt in der interpersonalen Beziehung und macht sich den Prozeß des Dialogs zu eigen; – sie bedient sich pädagogisch der Zeichen, in denen Taten und Worte, Belehrung und Erfahrung miteinander verknüpft sind;(21)

– da die Liebe Gottes der letzte Grund seiner Offenbarung ist, bezieht die Katechese aus der unerschöpflichen göttlichen Liebe, dem Heiligen Geist, ihre Wahrheitskraft und das ständige Bemühen, von ihr Zeugnis zu geben.(22)

Die Katechese gestaltet sich als Lehrvorgang oder Anleitung oder Weg im Geist zum Vater in der Nachfolge des Christus des Evangeliums. Dieser Weg wird unternommen, um »in dem Maß, wie Christus es geschenkt hat« (Eph 4,7), und entsprechend den Möglichkeiten und Bedürfnissen eines jeden zur Glaubensreife zu gelangen.

Ursprüngliche Pädagogik des Glaubens(23)

144. Die Katechese, die also aktive Glaubenspädagogik ist, darf sich beim Vollzug ihrer Aufgaben nicht von ideologischen Erwägungen oder rein menschlichen Interessen leiten lassen;(24) sie verwechselt das Heilshandeln Gottes, das reine Gnade ist, nicht mit dem pädagogischen Handeln des Menschen, stellt sich ihm aber auch nicht entgegen und verzichtet nicht darauf. Der Dialog, den Gott liebevoll mit jedem Menschen führt, wird zu ihrer Inspiration und Richtlinie; die Katechese wird zu seinem unermüdlichen »Echo«, indem sie ständig nach dem Dialog mit den Menschen sucht, den großen Leitlinien entsprechend, die vom Lehramt der Kirche angeboten werden.(25)

Genaue Zielsetzungen, die ihre Optionen hinsichtlich der Methoden inspirieren, sind:

– Förderung einer fortschreitenden und kohärenten Synthese zwischen der vollen Verbundenheit des Menschen mit Gott (fides qua) und den Inhalten der christlichen Botschaft (fides quae);

– Entfaltung sämtlicher Dimensionen des Glaubens, damit dieser zu einem Glauben wird, den man kennt, feiert, lebt, betet;(26)

– Ansporn des Menschen, »sich Gott als ganzer in Freiheit zu überantworten«,(27) das heißt seinen Verstand, seinen Willen, sein Herz, sein Gedächtnis;

– Hilfe an den Menschen, die Berufung, zu der ihn der Herr gerufen hat, wahrzunehmen.

Die Katechese leistet somit ein Werk der Initiation, der Erziehung und der Belehrung zugleich.

Treue zu Gott und Treue zum Menschen(28)

145. Jesus Christus ist die lebendige, vollkommene Beziehung Gottes zum Menschen und des Menschen zu Gott. Von ihm erhält die Glaubenspädagogik einen »für das ganze Leben der Kirche — und somit auch für die Katechese — fundamentalen Grundsatz«: den Grundsatz »der Treue zu Gott und der Treue zum Menschen aus derselben Haltung der Liebe«.(29)

Folglich wird jene Katechese echt sein, die das Wirken Gottes während des ganzen Bildungsweges wahrzunehmen hilft, indem sie eine Atmosphäre des Hörens, der Danksagung und des Gebetes begünstigt(30) und zugleich auf die freie Antwort der Menschen dadurch abzielt, daß sie die aktive Beteiligung der Glaubensschüler fördert.

Die »Herablassung«(31) Gottes, Schule für den Menschen

146. In dem Willen, zu den Menschen als zu Freunden zu sprechen,(32) erweist Gott seine Erziehungskunst insbesondere darin, daß er seine Rede fürsorglich auf unseren irdischen Zustand abstimmt.(33)

Das bringt für die Katechese die nie abgeschlossene Aufgabe mit sich, eine Sprache zu finden, die imstande ist, in den ganz unterschiedlichen Verhältnissen der Zuhörer(34) das Gotteswort und das von ihm abgeleitete Credo der Kirche mitzuteilen und dabei an der Gewißheit festzuhalten, daß das durch Gottes Gnade möglich ist und daß der Heilige Geist die Freude schenkt, es tatsächlich zu tun.

Für die Katechese eignen sich deshalb Hinweise, die es ermöglichen, die Gesamtheit des Wortes Gottes dem Herzen der Menschen in ihrer Existenz zu vermitteln.(35)

Durch Erziehung evangelisieren und durch Evangelisierung erziehen(36)

147. Während er sich dauernd von der Glaubenspädagogik inspirieren läßt, gestaltet der Katechet seinen Dienst als qualifizierten Erziehungsweg, das heißt, er hilft einerseits dem Menschen, sich der religiösen Lebensdimension zu öffnen, und legt ihm andererseits das Evangelium so vor, daß es die von Verstand, Bewußtsein, Freiheit und Handeln bestimmten Abläufe durchdringt und verändert, um nach dem Vorbild Jesu Christi das Dasein zu einer Selbsthingabe zu machen.

Zu diesem Zweck macht sich der Katechet mit dem Beitrag der christlich verstandenen Erziehungswissenschaften bekannt und bedient sich seiner.

II. KAPITEL

Elemente der Methodik

Die Verschiedenheit der Methoden in der Katechese (37)

148. Die Kirche hat bei der Glaubensvermittlung an und für sich weder eine eigene noch eine einzige Methode, sondern sie besieht im Licht der Erziehungskunst Gottes die zeitgenössischen Methoden und übernimmt in Geistesfreiheit, »was immer wahrhaft, edel, recht, was lauter, liebenswert, ansprechend ist, was Tugend heißt und lobenswert ist« (Phil 4,8), kurz, alle Elemente, die zum Evangelium nicht im Gegensatz stehen, und stellt sie in dessen Dienst. Das findet eine wunderbare Bestätigung in der Geschichte der Kirche, in der so viele Charismen im Dienst am Wort unterschiedliche Methoden hervorgebracht haben. In diesem Sinn ist »die Vielfalt der Methoden ein Zeichen der Lebendigkeit und ein Reichtum« und zugleich ein Erweis des Respekts gegenüber den Adressaten der Katechese. Erfordert wird diese Vielfalt vom »Alter und der geistigen Entwicklung der Christen, vom Grad ihrer kirchlichen und religiösen Reife und von vielen anderen persönlichen Umständen«.(38)

Die katechetische Methode hat die Erziehung zum Glauben zum eigentlichen Ziel; man bedient sich für die Katechese der Erziehungs- und der Kommunikationswissenschaften und berücksichtigt die zahlreichen bemerkenswerten Erkenntnisse und Einsichten der modernen Katechetik.

Die Beziehung von Inhalt und Methode in der Katechese(39)

149. Der Grundsatz von »der Treue zu Gott und der Treue zum Menschen« läßt jede Gegensätzlichkeit oder künstliche Trennung oder angebliche Neutralität von Methode und Inhalt vermeiden und spricht sich vielmehr für ihre notwendige Wechselbeziehung und Wechselwirkung aus. Der Katechet anerkennt, daß die Methode im Dienst der Offenbarung und der Bekehrung(40) steht und daß man sich deshalb ihrer bedienen muß. Andererseits weiß der Katechet, daß es in bezug auf den Inhalt der Katechese nicht gleichgültig ist, welcher Methode man sich bedient, sondern daß die Vermittlung ein Vorgehen erfordert, das dem Wesen der Botschaft, ihren Quellen und Redeweisen, den konkreten Umständen der kirchlichen Gemeinschaft und der Situation der einzelnen Gläubigen entspricht, an die sich die Katechese richtet.

Wegen der Bedeutung, die ihnen sowohl in der Tradition wie in der gegenwärtigen Situation der Katechese zukommt, sind zu erwähnen: die Methode der Annäherung an die Bibel;(41) die Methode oder »Pädagogik des Dokumentes«, inbesondere des Glaubensbekenntnisses oder Symbolums, insofern »die Katechese Weitergabe der Glaubensdokumente«(42) ist; die Methode der liturgischen und kirchlichen Zeichen; die den Massenmedien eigene Methode.

Eine gute katechetische Methode bietet Gewähr für die Treue zum Inhalt.

Induktive und deduktive Methode(43)

150. Die Glaubensmitteilung in der Katechese ist ein gnadenhaftes Geschehen, das die Begegnung des Wortes Gottes mit der Erfahrung des Menschen zustande kommt, sich durch sinnenfällige Zeichen äußert und sich letztlich dem Geheimnis öffnet. Sie kann auf verschiedenen Wegen geschehen, die uns nicht immer vollständig bekannt sind.

In Beachtung der Geschichte der Katechese spricht man heute allgemein von induktivem und deduktivem Verfahren. Die induktive Methode besteht in der Darbietung von Fakten (biblischen Ereignissen, liturgischen Handlungen, Ereignissen aus dem Leben der Kirche und aus dem Alltagsleben...), um herauszufinden, welche Bedeutung sie in der göttlichen Offenbarung haben können. Dieser Weg bietet viele Vorteile, denn er entspricht der Offenbarungsordnung oder »Heilsökonomie«; er entspricht dem tiefen Angewiesensein des menschlichen Geistes darauf, durch Sichtbares zur Erkenntnis von Unsichtbarem zu gelangen, und er entspricht auch den Wesensmerkmalen der Glaubenserkenntnis, die Erkenntnis durch Zeichen ist.

Die induktive Methode schließt die deduktive nicht aus, sondern erfordert sie, denn sie erklärt und beschreibt, von ihren Ursachen ausgehend, die Gegebenheiten. Aber die deduktive Synthese hat ihren vollen Wert erst dann, wenn der induktive Prozeß vollzogen worden ist.(44)

151. Anders verhält es sich in bezug auf die Bedeutung von operativen Verfahren: eines wird auch »kerygmatisch« (oder absteigend) genannt, wenn es von der Verkündigung der Botschaft ausgeht, wie sie in den Hauptdokumenten des Glaubens (Bibel, Liturgie, Glaubenslehre...) zum Ausdruck kommt, und sie auf das Leben anwendet; das andere wird »existentiell« (oder aufsteigend) genannt, wenn es bei menschlichen Problemen und Situationen ansetzt und sie mit dem Licht des Gotteswortes beleuchtet. An und für sich sind das legitime Ansätze, wenn dabei alle Faktoren beachtet werden, die mit im Spiel sind: das Geheimnis der Gnade und die menschliche Gegebenheit, das Glaubensverständnis und der Prozeß der Vernünftigkeit.

Die menschliche Erfahrung in der Katechese(45)

152. Die Erfahrung erfüllt in der Katechese verschiedene Funktionen, weshalb sie unablässig gebührend ausgewertet werden muß.

a) Sie läßt im Menschen Interessen, Fragen, Hoffnungen und Ängste, Überlegungen und Urteile entstehen, die sich zu einem gewissen Verlangen nach Umgestaltung des Daseins vereinen. Aufgabe der Katechese ist es, die Menschen auf ihre wichtigsten Erfahrungen aufmerksam zu machen, ihnen zu helfen, die Fragen und die Bedürfnisse, die sich daraus ergeben, im Licht des Evangeliums zu beurteilen, und sie zu einer Neuausrichtung des Lebens zu erziehen. Auf diese Weise wird der Mensch befähigt, sich angesichts der Gabe Gottes aktiv und verantwortlich zu verhalten.

b) Die Erfahrung begünstigt die Verständlichkeit der christlichen Botschaft. Dem entsprach trefflich das Handeln Jesu, der menschliche Erfahrungen und Situationen aufgriff, um auf eschatologische und transzendente Wirklichkeiten und zugleich darauf hinzuweisen, welche Haltung diesen Wirklichkeiten gegenüber eingenommen werden soll. Von daher gesehen ist die Erfahrung eine nützliche Vermittlung, um die Wahrheiten, die den objektiven Offenbarungsinhalt bilden, zu erforschen und sich anzueignen.

c) Die genannten Funktionen sind ein Hinweis darauf, daß die vom Glauben übernommene Erfahrung gewissermaßen zum Bereich der Heilsoffenbarung und Heilsverwirklichung wird, wo Gott, der Pädagogik der Inkarnation entsprechend, den Menschen mit seiner Gnade einholt und rettet. Der Katechet muß dem Menschen helfen, das Erlebte in dieser Sicht zu deuten, um die Einladung des Heiligen Geistes zur Umkehr, zum tätigen Einsatz, zur Hoffnung zu erfassen und so immer mehr im eigenen Leben Gottes Plan zu entdecken.

153. Die Erfahrung mit der Gegebenheit des Glaubens zu erhellen und zu deuten, wird eine Daueraufgabe der katechetischen Pädagogik sein, die zwar schwierig zu erfüllen ist, aber nicht vernachlässigt werden darf, da man sonst in künstliche Nebeneinanderstellungen oder in integristische Wahrheitsverständnisse gerät.

Ermöglicht wird diese Aufgabe durch eine korrekte Anwendung der Wechselbeziehung bzw. Wechselwirkung zwischen tiefen menschlichen Erfahrungen(46) und geoffenbarter Botschaft. Und wie ausgiebig zeugen davon die Verkündigung der Propheten, die Rede Christi und die Lehrtätigkeit der Apostel, die deshalb das grundlegende und maßgebende Kriterium für jede Begegnung zwischen Glaube und menschlicher Erfahrung in der Zeit der Kirche darstellen.

Die gedächtnismäßige Einprägung in der Katechese(47)

154. Die Katechese gehört zu jenem »Gedächtnis« der Kirche, das die Gegenwart des Herrn unter uns lebendig erhält.(48) Das Festhalten im Gedächtnis bildet darum seit den Anfangszeiten des Christentums einen wesentlichen Aspekt der Glaubenspädagogik. Um die Gefahren eines mechanischen Auswendiglernens zu bannen, muß sich das gedächtnismäßige Lernen in die verschiedenen Funktionen des Lernens einfügen: in die spontane Reaktion und die besonnene Überlegung, in den Moment des Gesprächs und den des Schweigens, in das mündliche Aufsagen und die schriftliche Arbeit.(49)

Als Gegenstand des Memorierens müssen insbesondere die wichtigsten Formeln des Glaubens geeignet erscheinen, denn sie sichern dessen genauere Darlegung und gewährleisten ein wertvolles gemeinsames lehrmäßiges, kulturelles und sprachliches Erbe. Der sichere Besitz der Sprachen des Glaubens ist eine unerläßliche Voraussetzung, um den Glauben selbst zu leben.

Diese Formeln dürfen jedoch erst dann als Synthesen vorgelegt werden, wenn zuvor ein Weg der Erklärung zurückgelegt wurde; sie müssen sich treu an die christliche Botschaft halten und der Verständnisfähigkeit der Zuhörer angepaßt sein. Zu diesen Formeln gehören einige sehr wichtige Formeln und Texte aus Bibel, Dogma, Liturgie sowie die bekannten Gebete der christlichen Überlieferung (Apostolisches Glaubensbekenntnis, Vaterunser, Ave Maria...-).(50)

»Die Blüten des Glaubens und der Frömmigkeit, wenn man so sagen darf, wachsen nicht in den Wüstengebieten einer Katechese ohne gedächtnismäßige Einprägung. Wesentlich ist natürlich, daß diese auswendig gelernten Texte zugleich innerlich angeeignet und allmählich in ihrer Tiefe verstanden werden, damit sie zur Quelle eines persönlichen und gemeinschaftlichen christlichen Lebens werden«.(51)

155. Das Erlernen der Glaubensformeln und ihr gläubiges Bekenntnis sind noch tiefer zu verstehen im Rahmen der gewinnbringenden herkömmlichen Übung der »traditio« und »redditio«, wonach der Weitergabe des Glaubens in der Katechese (traditio) die Antwort des Glaubensschülers während des Weges der Katechese und dann im Leben (redditio) entspricht.(52)

Dieses Verfahren begünstigt eine bessere Teilhabe an der empfangenen Wahrheit. Richtig und reif ist die persönliche Antwort, die den wahren Sinn der Glaubensgegebenheit voll respektiert und zeigt, daß man die zu seiner Aussage verwendete (biblische, liturgische, unterweisende...) Sprache versteht.

Rolle des Katecheten(53)

156. Keine, wenn auch noch so bewährte, Methode macht die Person des Katecheten in irgendeiner Phase des katechetischen Prozesses entbehrlich.

Das ihm vom Heiligen Geist geschenkte Charisma, eine solide Spiritualität und ein klares Lebenszeugnis bilden die Seele jeder Methode, und allein die menschlichen und christlichen Qualitäten bieten Gewähr für die richtige Verwendung der Texte und anderer Arbeitsbehelfe.

Der Katechet ist eigentlich ein Vermittler, der die Kommunikation zwischen den Menschen und dem Geheimnis Gottes sowie der Glaubensschüler untereinander und mit der Gemeinde erleichtert. Deshalb muß er sich darum bemühen, daß seine kulturelle Einstellung, seine soziale Situation und sein Lebensstil den Weg des Glaubens nicht behindern, und zwar indem er die besten Bedingungen dafür schafft, daß die christliche Botschaft gesucht, angenommen und ergründet wird.

Er vergibt nicht, daß die Zustimmung der Menschen zum Glauben Frucht der Gnade und der Freiheit ist; deshalb tut er das Nötige, damit seine Tätigkeit stets vom Glauben an den Heiligen Geist und vom Gebet getragen wird.

Von grundlegender Bedeutung ist schließlich das persönliche Verhältnis zwischen dem Katecheten und dem Glaubensschüler. Es lebt aus dem Drang zum Erziehen, aus einfallreicher Kreativität, Anpassung und zugleich aus dem größten Respekt vor der Freiheit und dem Reifen des Menschen.

Kraft seiner weisen Begleitung leistet der Katechet einen Dienst, der zu den wertvollsten des katechetischen Wirkens gehört: Er hilft den Glaubensschülern, die Berufung wahrzunehmen, zu der Gott sie ruft.

Die Aktivität und Kreativität der Glaubensschüler(54)

157. Die aktive Beteiligung aller Glaubensschüler an ihrem Bildungsprozeß entspricht voll und ganz nicht nur echter menschlicher Kommunikation, sondern spezifisch der Offenbarungs- und Heilsökonomie. Denn die Glaubenden sind gerufen, im gewöhnlichen Alltag des christlichen Lebens einzeln und in Gemeinschaft der Gabe Gottes aktiv zu entsprechen durch Gebet, Teilnahme an den Sakramenten und an der Liturgie, durch tätigen Einsatz in Kirche und Gesellschaft, durch Übung der Nächstenliebe, Förderung der großen menschlichen Anliegen und Werte, so der Freiheit, der Gerechtigkeit, des Friedens, der Bewahrung der Schöpfung.

In der Katechese übernehmen also die Glaubensschüler die Verpflichtung, sich in den Betätigungen des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe zu üben, Fähigkeit und Redlichkeit des Urteils zu erwerben und die persönliche Entscheidung zu Umkehr und christlicher Lebenspraxis zu stärken.

Die Glaubensschüler selbst können, vor allem wenn es sich um Erwachsene handelt, wirksam zur Entwicklung der Katechese beitragen, indem sie auf die wirkungsvollsten Wege zum Verständnis und zur Darbietung der Botschaft hinweisen, wie z.B. auf "Lernen durch Tun", Verwendung der Forschung und des Dialogs, Austausch und Gegenüberstellung von Ansichten.

Gemeinschaft, Person und Katechese(55)

158. Die katechetische Pädagogik erweist sich in dem Maße als wirksam, wie die christliche Gemeinde konkreter und beispielhafter Bezug für den Glaubensweg der einzelnen wird. Das tritt dann ein, wenn die Gemeinde sich zum Quell, Ort und Ziel der Katechese macht. Dann wird die Gemeinde konkret sichtbarer Ort des Glaubenszeugnisses, sorgt für die Fortbildung ihrer Glieder, nimmt sie als Familie Gottes auf und wird zum dauernden, für das Wachstum des Glaubens lebenswichtigen Raum.(56)

Neben der Verkündigung des Evangeliums in öffentlicher und kollektiver Form bleibt der Kontakt von Person zu Person nach dem Beispiel Jesu und der Apostel stets unerläßlich. Auf diese Weise wird das persönliche Bewußtsein leichter miteinbezogen, das Geschenk des Glaubens gelangt, wie es dem Wirken des Heiligen Geistes eigen ist, zum Glaubensschüler von Person zu Person, und die Überzeugungskraft wird wirksamer.(57)

Die Wichtigkeit der Gruppe(58)

159. Die Gruppe hat in den Entwicklungsprozessen der Menschen eine wichtige Funktion. Das gilt auch für die Katechese, sowohl der Kinder, bei denen sie eine gute Sozialisation begünstigt, wie der Jugendlichen, für welche die Gruppe bei der Formung der Persönlichkeit gewissermaßen eine Lebensnotwendigkeit darstellt, und auch der Erwachsenen, unter denen sie zu einer Haltung des Dialogs, des Teilens und der christlichen Mitverantwortung anregt.

Der Katechet, der am Leben der Gruppe teilnimmt und ihre Dynamik wahrnimmt und zu schätzen weiß, erkennt es als seine primäre und spezifische Aufgabe — die er auch ausführt —, im Namen der Kirche tätiger Zeuge des Evangeliums zu sein, der fähig ist, die anderen an den Früchten seines reifen Glaubens teilhaben zu lassen und auf kluge Weise zum gemeinsamen Suchen anzuregen.

Die christliche Gruppe ist nicht nur ein didaktischer Faktor, sie ist darüber hinaus berufen, Erfahrung von Gemeinschaft und Form der Teilnahme am kirchlichen Leben zu sein, während sie in der umfassenderen eucharistischen Gemeinschaft ihr Ziel und ihre volle Erscheinungsform findet. Jesus sagt: »Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen« (Mt 18,20).

Die soziale Kommunikation(59)

160. »Ein erster Areopag der neuen Zeit ist die Welt der Kommunikation, die die Menschheit immer mehr eint... Die Mittel der sozialen Kommunikation spielen eine derartig wichtige Rolle, daß sie für viele zum Hauptinstrument der Information und Bildung, der Führung und Beratung für individuelles, familiäres und soziales Verhalten geworden sind«.(60) Darum ist zusätzlich zu den zahlreichen traditionellen und weiterhin gültigen Mitteln und Wegen »der Einsatz der Massenmedien für die Glaubensverkündigung (Evangelisierung) und die Katechese unabdingbar geworden«.(61) Denn »die Kirche würde vor ihrem Herrn schuldig, wenn sie nicht diese machtvollen Mittel nützte, die der menschliche Verstand immer noch weiter vervollkommnet... In ihnen findet sie eine moderne, wirksame Form der Kanzel. Durch sie vermag sie zur Masse des Volkes zu sprechen«.(62)

Zu diesen Medien können, wenn auch mit jeweils unterschiedlicher Gewichtung, gehören: Fernsehen, Rundfunk, Presse, Schallplatten, Tonbänder, Video- und Audio-Kassetten, Compact-disc und der ganze Bereich der audiovisuellen Medien.(63) Jedes Medium leistet einen eigenen Dienst und jedes will spezifisch eingesetzt sein; man muß die Ansprüche eines jeden respektieren und seine Wichtigkeit abwägen.(64) In einer gut programmierten Katechese dürfen also diese Hilfsmittel nicht fehlen. Eine wechselseitige Hilfe unter den Kirchen in die Wege zu leiten, um die manchmal sehr hohen Auslagen für den Ankauf und den Betrieb zu bestreiten, ist ein echter Dienst an der Sache des Evangeliums.

161. Der richtige Gebrauch der Medien verlangt von den Katecheten ein ernsthaftes Bemühen um Kenntnisse, Kompetenz und einen fachkundigen und auf der Höhe der Zeit stehenden Einsatz. Wegen der starken Auswirkung auf die Kultur, zu deren Entstehen die Medien beitragen, darf aber vor allem nie vergessen werden, daß es »nicht genügt, sie nur zur Verbreitung der christlichen Botschaft und der Lehre der Kirche zu benützen; sondern die Botschaft selbst muß in diese von der modernen Kommunikation geschaffene "neue Kultur" integriert werden... in Verbindung mit einer neuen Sprache, neuen Techniken und mit neuen psychologischen Haltungen«.(65) Nur so hat die Botschaft des Evangeliums mit der Gnade Gottes die Fähigkeit, in das Bewußtsein eines jeden einzudringen und seine »ganz persönliche Zustimmung und Einsatzbereitschaft«(66) zu wecken.

162. Die Manager und die Nutznießer der Kommunikation sollen die Gnade des Evangeliums empfangen können. Das veranlaßt die Katecheten, auf bestimmte Personengruppen besonders zu achten: auf die professionellen Medienfachleute, denen das Evangelium als weiter Horizont der Wahrheit, der Verantwortung, der Inspiration zu zeigen ist; auf die Familien — die dem Einfluß der Massenmedien so sehr ausgesetzt sind —, um sie zu schützen, vor allem aber um ihre kritische und erzieherische Fähigkeit zu steigern;(67) auf die jungen Generationen, die Nutznießer und schöpferische Träger der Kommunikation durch die Massenmedien sind. Man mache alle darauf aufmerksam, daß »Gebrauch und Annahme der Kommunikationsmittel nach einer Erziehung zum kritischen, von der Liebe zur Wahrheit getragenen Sinn, nach einer umfassenden Verteidigung der Freiheit, der Ehrfurcht vor der personalen Würde, der Festigung der wahren Kultur der Völker verlangen«.(68)

VIERTER TEIL
DIE ADRESSATEN DER KATECHESE

»Ich mache dich zum Licht für die Völker, damit mein Heil bis an das Ende der Erde reicht« (Jes 49,6).
»Er kam nach Nazaret, wo er aufgewachsen war, und ging, wie gewohnt, am Sabbat in die Synagoge.
Als er aufstand, um aus der Schrift vorzulesen, reichte man ihm das Buch des Propheten Jesaja. Er schlug das Buch auf und fand die Stelle, wo es heißt: Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe, damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe.
Dann schloß er das Buch, gab es dem Synagogendiener und setzte sich. Die Augen aller in der Synagoge waren auf ihn gerichtet. Da begann er, ihnen darzulegen: Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt« (Lk 4,16-21).

»Das Reich bezieht alle ein«(69)

163. Zu Beginn seines öffentlichen Wirkens verkündet Jesus, daß er gesandt sei, damit er den Armen die Frohe Botschaft bringe;(70) er läßt durchblicken und bestätigt es dann mit seinem Leben, daß das Reich Gottes für alle bestimmt ist, angefangen von denen, die am meisten benachteiligt sind. Er macht sich zum Katecheten des Reiches Gottes gegenüber allen Kategorien von Menschen: gegenüber Großen und Kleinen, Reichen und Armen, Gesunden und Kranken, Nahen und Fernen, Juden und Heiden, Männern und Frauen, Gerechten und Sündern; gegenüber dem Volk und der Autorität; gegenüber den einzelnen und der Gruppe... Er ist für jeden Menschen da und interessiert sich für alle seine Nöte, seelische und leibliche; er heilt und vergibt, weist zurecht und ermutigt mit seinem Wort und mit Taten.

Jesus beschließt sein irdisches Leben damit, daß er seine Jünger auffordert, das Gleiche zu tun und jedem Geschöpf auf der Welt,(71) »allen Völkern« (Mt 28,19; Lk 24,47) »bis an die Grenzen der Erde« (Apg 1,8) und für alle Zeiten, »bis zum Ende der Welt« (Mt 28,20), das Evangelium zu verkünden.

164. Das ist die Aufgabe, welche die Kirche seit zweitausend Jahren mit einer unendlichen Vielfalt von Erfahrungen in Verkündigung und Katechese vollbringt, ständig gedrängt vom Geist von Pfingsten, »Griechen und Nichtgriechen, Gebildeten und Ungebildeten« (Röm 1,14) gegenüber ihre Verpflichtung zur Evangelisierung zu erfüllen.

So zeichnen sich die Züge einer Glaubenspädagogik ab, in der sich die universalistische Aufgeschlossenheit der Katechese und ihr beispielhaftes Eingebundensein in die Welt ihrer Adressaten eng miteinander verbinden.

Bedeutung und Zielsetzung dieses Teiles

165. Die notwendige Beachtung der vielgestaltigen, unterschiedlichen Lebenssituationen der Menschen(72) veranlaßt die Katechese, vielfältige Wege zu gehen, um ihnen zu begegnen und die christliche Botschaft und die Glaubenspädagogik auf die verschiedenen Bedürfnisse abzustimmen.(73)

So öffnet sich. wenn man die Anfangssituation des Glaubens bedenkt, der Weg für die Katechumenen und Neugetauften; die Aufmerksamkeit für die Glaubensentwicklung der Getauften führt zu dem, was man Vertiefungs- oder Rückbesinnungskatechese nennt, für alle, die noch wesentlicher Wegweisungen bedürfen. Im Blick auf die physische und psychische Entwicklung der Glaubensschüler gliedert sich die Katechese nach Altersstufen. Die Beachtung der sozio-kulturellen Rahmenbedingungen hingegen veranlaßt dazu, eine auf die jeweiligen Gruppen abgestimmte Katechese in die Wege leiten.

166. Da wir die verschiedenen möglichen Typen von Katechese nicht im einzelnen behandeln können, werden in diesem Teil nur einige Aspekte ins Auge gefaßt, die für jede Situation von Bedeutung sind:

– allgemeine Aspekte der katechetischen Anpassung (Kapitel 1);

– Katechese entsprechend den Altersstufen (Kapitel 2);

– Katechese für Menschen in besonderen Situationen (Kapitel 3);

– Katechese je nach den Rahmenbedingungen (Kapitel 4 und 5).

So wird an das Problem der Inkulturation operativ herangegangen, unter Bezugnahme auf die Inhalte des Glaubens, auf die Menschen und auf das kulturelle Umfeld.

Es wird Sache der Teilkirchen sein, in ihren nationalen und regionalen katechetischen Direktorien spezifischere und festgelegte Richtlinien zu geben, die den konkreten Verhältnissen und örtlichen Bedürfnissen entsprechen.

I. KAPITEL
Die Anpassung an den Adressaten
Allgemeine Aspekte

Bedürfnis und Recht jedes Glaubenden, eine gediegene Katechese zu erhalten(74)

167. Da von Gott zur Glaubensreife berufen, hat jeder Getaufte eine passende Katechese nötig und das Recht auf sie. Es ist daher vorrangige Aufgabe der Kirche, diesem Anspruch auf angemessene und befriedigende Weise nachzukommen.

Zu diesem Zweck wird man sich vor allem daran erinnern müssen, daß der Adressat des Evangeliums »der konkrete, geschichtliche Mensch« ist,(75) der immer in einer bestimmten Situation verwurzelt und immer von psychologischen, gesellschaftlichen, kulturellen und religiösen Bedingtheiten beeinflußt ist, ob er sich dessen bewußt ist oder nicht.(76)

Im katechetischen Prozeß muß sich der Adressat als aktives, bewußtes und mitverantwortliches Subjekt und nicht als bloß schweigender, passiver Empfänger zeigen können.(77)

Bedürfnis und Recht der Gemeinschaft(78)

168. Die Aufmerksamkeit für den einzelnen darf nicht vergessen lassen, daß die Katechese die christliche Gemeinschaft als solche und jede Person in ihr zum Adressaten hat. Wenn nämlich die Katechese ihre Legitimität und Energie aus dem ganzen Leben der Kirche bezieht, so gilt auch: »Das innere Wachstum der Kirche, ihre Übereinstimmung mit Gottes Heilsplan, hängen wesentlich von der Katechese ab«.(79)

Deshalb betrifft die notwendige Anpassung der Darbietung des Evangeliums auch die Gemeinde als solche und bezieht sie ein.

Die Anpassung will, daß der Inhalt der Katechese gleichsam eine gesunde, bekömmliche Speise sei(80)

169. »Die angepaßte Verkündigung des Gotteswortes muß ein Gesetz aller Evangelisation bleiben«.(81) Das hat eine innere theologische Begründung im Geheimnis der Menschwerdung, entspricht einer elementaren pädagogischen Forderung der gesunden menschlichen Kommunikation und spiegelt die Praxis der Kirche durch alle Jahrhunderte wider.

Diese Anpassung ist als ein feinfühliges mütterliches Handeln der Kirche zu verstehen, die die Menschen als »das Ackerfeld Gottes« (1 Kor 3,9) ansieht, die nicht zu verurteilen, sondern in Zuversicht zu bebauen sind. Die Kirche geht auf jeden von ihnen zu, berücksichtigt ernsthaft die Vielfalt der Situationen und Kulturen und bewahrt die Gemeinschaft der vielen in dem einzigen rettenden Wort. Auf diese Weise wird das Evangelium echt und schmackhaft, als gesunde und zugleich zusagende Speise weitergegeben. Von diesem Grundsatz muß sich jede Einzelinitiative inspirieren lassen und ihm müssen sich die schöpferische Begabung und die geistigen Fähigkeiten des Katecheten verpflichtet wissen.

Die Anpassung berücksichtigt die unterschiedlichen Umstände

170. Die Anspassung wird entsprechend den verschiedenen Umständen, unter denen das Wort Gottes weitergegeben wird, vorgenommen.(82) Diese werden bestimmt durch »die Unterschiede in den Kulturen, Lebensphasen, im geistlichen Leben, in den gesellschaftlichen und kirchlichen Situationen der Adressaten«(83) Auf sie ist sehr aufmerksam Bedacht zu nehmen.

Man wird auch daran denken müssen, daß bei der Vielfalt der Situationen die Anpassung stets die Ganzheit der Person und ihre Wesenseinheit, wie die Kirche sie sieht, vor Augen hat. Deswegen bleibt die Katchese nicht bloß bei der Erwägung der äußeren Elemente einer gegebenen Situation stehen, sondern vergegenwärtigt sich stets auch die Innenwelt der Person, die Wahrheit über den Menschen, der »der erste und grundlegende Weg der Kirche« ist.(84) Das bestimmt einen Anpassungsprozeß, der umso geeigneter ist, je mehr die Fragen, Bestrebungen, Bedürfnisse des Menschen in seiner inneren Welt beachtet werden.

II. KAPITEL
Die Katechese entsprechenden Altersstufen

Allgemeine Hinweise

171. Die Katechese entsprechend den verschiedenen Altersstufen ist ein für die christliche Gemeinschaft wesentliches Erfordernis. Zum einen ist der Glaube an der Entwicklung des Menschen beteiligt; zum andern ist jede Lebensphase der Herausforderung der Entchristlichung ausgesetzt und muß sich vor allem an die stets neuen Aufgaben der christlichen Berufung heranwagen.

So bieten sich also, veranlaßt von den Bedürfnissen und Fähigkeiten der Adressaten, zu Recht nach Altersstufen unterschiedene und einander ergänzende Katechesen.(85)

Deshalb ist es unerläßlich, alle Elemente zu beachten, die im Spiel sind, die anthroplogisch-evolutiven ebenso wie die theologisch-pastoralen, wobei man sich auch der auf den letzten Stand gebrachten Erkenntnisse der Human- und der Erziehungswissenschaften bezüglich der verschiedenen Altersstufen bedient.

Dabei wird man weise die verschiedenen Etappen des Glaubensweges zu integrieren suchen und insbesondere darauf achten, daß die Kinderkatechese in den späteren Phasen harmonisch ergänzt wird.

Auch aus diesem Grund ist es pädagogisch wirksam, sich auf die Erwachsenenkatechese zu beziehen und in ihrem Licht die Katechesen der anderen Lebensphasen auszurichten.

Hier sollen bloß einige allgemeine Elemente als Beispiele angegeben und weitere Einzelangaben den katechetischen Direktorien der Teilkirchen und der Bischofskonferenzen überlassen werden.

Die Erwachsenenkatechese(86),

Die Erwachsenen, an die sich die Katechese wendet(87)

172. Das Glaubensgespräch mit Erwachsenen muß ernsthaft deren erlebte Erfahrungen sowie die Rahmenbedingungen und Herausforderungen berücksichtigen, denen sie im Leben begegnen. Ihre Fragen und Glaubensbedürfnisse sind vielfältig und unterschiedlich.(88)

Demnach sind zu unterscheiden:

– glaubende Erwachsene, die ihre Glaubensentscheidung konsequent leben und ehrlich eine Vertiefung wünschen;

– Erwachsene, die zwar getauft sind, aber nicht angemessen unterrichtet wurden oder den Weg der christlichen Initiation nicht vollendet oder sich vom Glauben abgewandt haben, so daß sie als »Quasi-Katechumenen«(89) bezeichnet werden können;

– ungetaufte Erwachsene, für die der eigentliche Katechumenat vorgesehen ist.(90)

Zu erwähnen sind auch die Erwachsenen, die aus christlichen Konfessionen kommen, welche nicht in voller Gemeinschaft mit der katholischen Kirche stehen.

Elemente und Kriterien der Erwachsenenkatechese(91)

173. Die Erwachsenenkatechese betrifft Menschen, die das Recht und die Pflicht haben, den Glaubenskeim, den Gott ihnen geschenkt hat, zur Reife zu bringen;(92) sie wendet sich an einzelne, die gerufen sind, verschiedenartige soziale Verantwortungen auf sich zu nehmen, und an Menschen, die zuweilen tiefgreifenden Veränderungen und schweren Krisen ausgesetzt sind. Deswegen muß der Glaube des Erwachsenen ständig erhellt, entwickelt und geschützt werden, um jene christliche Weisheit zu erwerben, die den vielfältigen Erfahrungen seines persönlichen, gesellschaftlichen und geistigen Lebens Sinn, Einheit und Hoffnung gibt. Die Erwachsenenkatechese macht es erforderlich, die typischen Eigenschaften des erwachsenen Christen im Glauben genau zu ermitteln, sie in Ziele und Inhalte zu übersetzen, gewisse Konstanten in der Darbietung zu bestimmen, die wirksamsten methodologischen Hinweise festzulegen, die Formen und die Modelle zu wählen. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Gestalt und Identität des Erwachsenenkatecheten und seine Ausbildung sowie die Frage, wer in der Gemeinde für die Erwachsenenkatechese verantwortlich ist.(93)

174. Unter den Grundsätzen, die eine authentische und wirksame Erwachsenenkatechese sicherstellen, sind zu erwähnen:(94)

– Achten auf die Adressaten in ihrer Situation als Erwachsene, als Männer und Frauen; also achten auf ihre Probleme und Erfahrungen, auf ihre geistigen und kulturellen Fähigkeiten und Möglichkeiten in voller Respektierung der Unterschiede;

– achten darauf, daß die Erwachsenen getaufte Laien sind, denen es kraft der Taufe aufgetragen ist, »in der Verwaltung und gottgemäßen Regelung der zeitlichen Dinge das Reich Gottes zu suchen«,(95) und die durch die Taufe zur Heiligkeit berufen sind;(96)

– achten auf den Einbezug der Gemeinde, damit sie Ort der Aufnahme und der Unterstützung des Erwachsenen sei;

– achten auf eine organische Planung der Erwachsenenpastoral, in die sich die Katechese zusammen mit der liturgischen Bildung und dem Dienst der Caritas einfügt.

Allgemeine und besondere Aufgaben der Erwachsenenkatechese(97)

175. Um den tiefsten Anliegen unserer Zeit zu entsprechen, muß die Erwachsenenkatechese den christlichen Glauben in seiner Ganzheit, Echtheit und seinem systematischen Charakter vorlegen, gemäß dem Verständnis, das die Kirche von ihm hat. In den Vordergrund ist die Heilsverkündigung zu stellen, welche die vielen Schwierigkeiten, Dunkelheiten, Mißverständnisse, Vorurteile und Einwände, die heute im Umlauf sind, erhellt, die geistige und moralische Auswirkung der Botschaft zeigt und in die gläubige Lesung der Heiligen Schrift und in die Gebetspraxis einführt. Ein grundlegender Dienst für die Erwachsenenkatechese wird vom Katechismus der Katholischen Kirche geleistet und — unter Bezugnahme auf ihn — von den Erwachsenenkatechismen der einzelnen Kirchen.

Im einzelnen hat die Erwachsenenkatechese folgende Aufgaben:

Förderung der Formung und Reifung des Lebens im Geist des auferstandenen Christus mit geeigneten Mitteln: Sakramentenpädagogik, Einkehrtage (Exerzitien), geistliche Leitung...

Erziehung zur richtigen Beurteilung des sozio-kulturellen Wandels unserer Gesellschaft im Licht des Glaubens. Auf diese Weise wird dem christlichen Volk geholfen, die wahren Werte und auch die Gefahren unserer Zivilisation zu unterscheiden und dazu die entsprechenden Haltungen einzunehmen.

Klärung der heutigen religiösen und moralischen Probleme, nämlich jener Fragen, die sich den Menschen unserer Zeit stellen, z.B. in bezug auf die öffentliche und die individuelle Sittlicheit, die sozialen Fragen, die Erziehung der neuen Generationen.

Klärung der Beziehungen zwischen dem weltlichen und dem kirchlichen Tun durch das Aufzeigen der wechselseitigen Unterschiede, der Verflechtungen und somit des Maßes erforderlichen Zusammenwirkens. Darum muß die Soziallehre der Kirche wesentlicher Bestandteil der Erwachsenenbildung sein.

Darlegung der rationalen Grundlagen des Glaubens. Wenn der Glaube und die Glaubenswahrheiten richtig verstanden werden, stimmen sie mit den Forderungen der menschlichen Vernunft überein, und das Evangelium ist stets zeitgemäß und zuständig. Deshalb muß unbedingt eine Pastoral des Denkens und der christlichen Kultur wirksam gefördert werden. Das wird es ermöglichen, gewisse Formen von Integrismus und Fundamentalismus ebenso zu überwinden wie auch willkürliche oder subjektive Auslegungsversuche.

Heranbildung zur Übernahme von Verantwortungen in der Sendung der Kirche und zur Fähigkeit, in unserer Gesellschaft ein christliches Zeugnis abzulegen.

Dem Erwachsenen wird geholfen, alles, was er in der kirchlichen Gemeinschaft oder im Leben innerhalb der menschlichen Gemeinschaft durch Natur und Gnade empfangen hat, zu entdecken, auszuwerten, wirken zu lassen. Auf diese Weise wird er auch über die Gefahren der Vermassung und der Anonymität hinwegkommen können, wie sie in einigen unserer heutigen Gesellschaften besonders häufig vorhanden sind und zu Identitätsverlust und Beeinträchtigung der Eigenschaften und Fähigkeiten führen, die einer besitzt.

Besondere Formen der Erwachsenenkatechese(98)

176. Es gibt Situationen und Umstände, in denen sich besondere Formen der Katechese aufdrängen:

– die Katechese der christlichen Initiation oder der Katechumenat für Erwachsene, dessen Riten vom OICA geregelt sind;

– die Katechese für das Volk Gottes in den gebührend angepaßten herkömmlichen Formen während des liturgischen Jahres oder in der außerordentlichen Form der Volksmissionen;

– die vervollkommende Katechese, die sich an diejenigen richtet, die in der Gemeinde eine Bildungsaufgabe haben: Katecheten und alle, die im Laienapostolat engagiert sind;

– die Katechese anläßlich besonders bedeutsamer Lebensereignisse, wie Heirat, Taufe der Kinder und Empfang der anderen Sakramente der christlichen Initiation, in den kritischen Perioden des jugendlichen Heranwachsens, bei Krankheit usw. Es sind Umstände, in denen die Menschen mehr denn je veranlaßt sind, nach dem wahren Sinn des Lebens zu suchen;

– die Katechese anläßlich besonderer Erfahrungen, wie Eintritt in das Arbeitsleben, Militärdienst, Auswanderung... Das sind Veränderungen, die zu inneren Bereicherungen, aber auch zu Verirrungen führen können, weshalb das Licht und die Stütze des Wortes Gottes benötigt werden;

– die Katechese über den christlichen Gebrauch der Freizeit, insbesondere anläßlich von Ferien und Urlaubsreisen;

– die Katechese im Anschluß an besondere Ereignisse, die das Leben der Kirche und der Gesellschaft betreffen.

Diese und weitere besondere Formen von Katechese flankieren, ohne sie zu ersetzen, die Kurse systematischer, organischer und dauernder Katechese, die jede kirchliche Gemeinschaft allen Erwachsenen gewährleisten muß.

Die Katechese für Kinder im Vorschul– und Schulalter(99)

Situation und Bedeutung des Kleinkind- und Kindesalters (100)

177. Dieser Altersphase, die herkömmlicherweise in Kleinkindoder Vorschulalter und Kindheit unterschieden wird, ist in den Augen des Glaubens und auch der Vernunft die Anmut der Lebensanfänge eigen, die »wertvolle Möglichkeiten für den Aufbau der Kirche und für die Humanisierung der Gesellschaft bieten«. (101) Daraus ergeben sich auch Bedürfnisse, denen Rechnung zu tragen ist. Das Kind, das dank der Taufe Kind Gottes geworden ist, wird von Christus zum beispielhaften Glied des Gottesreiches erklärt. (102)

Aus verschiedenen Gründen verlangt das Kind heute vielleicht mehr als früher volle Achtung und Hilfe in seinen Ansprüchen auf menschliches und geistiges Wachstum, auch mittels der Katechese, die christlichen Kindern nie fehlen darf. Wer ihm das Leben gegeben und dieses mit der Gabe der Taufe bereichert hat, hat die Pflicht, es unablässig zu nähren.

Kennzeichnende Eigenschaften der Katechese für Kleinkinder und Kinder im Schulalter (103)

178. Die Katechese der Kleinkinder hängt zwangsläufig mit ihrer Lebenssituation und ihren Lebensbedingungen zusammen und ist Sache verschiedener Erziehungsträger, die einander ergänzen.

Es lassen sich einige Faktoren angeben, die besonders wichtig und allgemein verbreitet sind:

– Das Kleinkind– und das Kindesalter, jedes nach den ihm eigenen Besonderheiten verstanden und behandelt, stellen die Zeit der ersten Sozialisation und menschlichen und christlichen Erziehung in der Familie, in der Schule und in der Kirche dar und sind deshalb als ein für die spätere Zukunft des Glaubens entscheidender Moment zu verstehen.

– Gemäß einer feststehenden Tradition ist die Kindheit für gewöhnlich die Periode, in der die mit der Taufe begonnene christliche Initiation vollendet wird. Im Blick auf den Empfang der Sakramente ist man auf die erste organische Glaubensbildung des Kindes und auf seine Einführung in das Leben der Kirche bedacht. (104)

– In der Zeit der Kindheit wird deshalb der katechetische Prozeß vorwiegend erzieherisch sein und darauf achten, jene inneren menschlichen Kräfte zu entwickeln, die den anthropologischen Nährboden für das Glaubensleben bilden, wie der Sinn für Vertrauen, Selbstlosigkeit, Selbsthingabe, für Gebet und frohe Beteiligung... Die Gebetserziehung und die Einführung in die Heilige Schrift sind zentrale Aspekte der christlichen Formung der Kinder. (105)

– Schließlich ist die Bedeutung zweier lebenswichtiger Erziehungsräume zu beachten: der Familie und der Schule. Die Familienkatechese ist gewissermaßen unersetzlich, vor allem wegen des positiven, heimeligen Milieus, wegen des mitreißenden Beispiels der Erwachsenen, wegen der ersten ausdrücklichen Sensibilisierung für den Glauben und die Glaubenspraxis.

179. Der Schuleintritt bedeutet für das Kind den Eintritt in eine größere Gesellschaft, als sie die Familie ist, mit der Möglichkeit, seine verstandes-, gefühls- und verhaltensbezogenen Fähigkeiten viel mehr zu entwickeln. In der Schule wird oft ein spezifischer Religionsunterricht erteilt.

All das verlangt von der Katechese und den Katecheten eine ständige Zusammenarbeit mit den Eltern und auch mit dem Lehrpersonal der Schule, je nach den von den Rahmenbedingungen gegebenen Möglichkeiten. (106) Die Seelsorger mögen sich bewußt sein, daß es die Kirche ist, die aufgebaut wird, wenn sie den Eltern und Erziehern helfen, ihre Sendung gut zu erfüllen. Zudem bietet diese Arbeit eine ausgezeichnete Gelegenheit zur Erwachsenenkatechese.(107)

Kleinkinder und Kinder ohne religiösen Halt in der Familie oder Kinder, die nicht die Schule besuchen (108)

180. Es gibt wirklich, und zwar in großem Maß, kleine und größere Kinder, die schwer benachteiligt sind, weil ihnen von der Familie her kein angemessener religiöser Halt zuteil wird oder weil sie keine echte Familie haben oder weil sie keine Schule besuchen oder unter sozialer Unsicherheit oder Fehlanpassung leiden oder aus anderen milieubedingten Gründen. Viele sind nicht einmal getauft; andere führen den Initiationsweg nicht zu Ende. Es ist Sache der christlichen Gemeinschaft, sich durch einen großmütigen, kompetenten und wirklichkeitsbezogenen Ersatzdienst ihrer anzunehmen, indem das Gespräch mit den Familien gesucht wird, geeignete schulische Erziehungsformen vorgeschlagen und für eine Katechese gesorgt wird, die den konkreten Möglichkeiten und Notwendigkeiten der Kinder entspricht.

Die Jugendkatechese (109)

Voradoleszenz, Adoleszenz und Jugendalter (110)

181. Allgemein ist zu bemerken, daß die geistige und kulturelle Krise, an der die Welt krankt, (111) ihre ersten Opfer in den jungen Generationen hat. Es ist aber auch wahr, daß der Einsatz für eine bessere Gesellschaft in ihnen die besten Hoffnungsträger findet.

Das muß die Kirche noch mehr dazu antreiben, mutig und schöpferisch die Verkündigung des Evangeliums an die Welt der Jugend vorzunehmen.

Diesbezüglich zeigt die Erfahrung, wie nützlich es für die Katechese ist, das Jugendalter in Voradoleszenz, Adoleszenz und Jugend zu unterscheiden, wobei man sich die Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung und die Kenntnis der Lebensbedingungen in den verschiedenen Ländern zweckmäßig zunutze macht.

In den sogenannten fortschrittlichen Regionen stellt sich besonders in bezug auf die Voradoleszenz ein Problem: Man trägt den Schwierigkeiten, Bedürfnissen und menschlichen und geistigen Kräften der Halbwüchsigen zu wenig Rechnung, so daß man in bezug auf sie geradezu von einem verleugneten (nicht zur Kenntnis genommenen) Alter sprechen kann.

In sehr vielen Fällen vollendet an und für sich in dieser Zeit der Junge, das Mädchen durch den Empfang des Firmsakraments den Prozeß der christlichen Initiation, verabschiedet sich aber gleichzeitig fast gänzlich von der Glaubenspraxis. Man muß dem ernsthaft Rechnung tragen und eine besondere Seelsorge entwickeln, die von den Bildungskräften Gebrauch macht, welche durch den Initiationsweg selbst gegeben sind.

Was die beiden anderen Kategorien betrifft, so ist die Zeit des Heranwachsens (Adoleszenz) vom Jugendalter zu unterscheiden, wenn wir uns auch der Schwierigkeit, die Bedeutung der beiden Ausdrücke eindeutig zu bestimmen. voll bewußt sind. Im großen und ganzen verstehen wir hier darunter jene Lebensperiode, die der Übernahme von Verantwortung, die den Erwachsenen vorbehalten ist, vorausgeht.

Auch die Katechese für die Welt der Jugend muß gründlich überprüft und verstärkt werden.

Die Bedeutung der Jugend für Gesellschaft und Kirche (112)

182. Obwohl die Kirche die Jugendlichen als »Hoffnungsträger« ansieht, erblickt sie heute in ihnen »eine große Herausforderung für die Kirche«. (113)

Der rasche und ungestüme kulturelle und gesellschaftliche Wandel, die wachsenden Bevölkerungszahlen, das Sich-Durchsetzen einer festen Jugendperiode, bevor man an den Pflichten der Erwachsenen teilhat, der Mangel an Arbeitsplätzen und in bestimmten Ländern die anhaltende Unterentwicklung, die Zwänge der Konsumgesellschaft..., all das trägt mit dazu bei, das Schicksal der Jugendlichen zu einer Welt des Wartens und nicht selten der Ernüchterung und Langeweile, ja der Angst und der Ausgrenzung zu machen. Die Abwendung von der Kirche oder wenigstens ein Mißtrauen ihr gegenüber schleicht sich in viele als Grundhaltung ein. Darin spiegeln sich oft der Mangel an geistigem und moralischem Halt durch die Familien und die Schwächen der erhaltenen Katechese wider.

Andererseits ist in vielen von ihnen ein starker, ungestümer Drang nach Sinnsuche, Solidarität, sozialem Engagement, ja zur religiösen Erfahrung vorhanden...

183. Daraus ergeben sich für die Katechese einige Konsequenzen.

Der Dienst am Glauben nimmt vor allem die Licht- und die Schattenseiten der Situation der Jugend wahr, so wie sie sich in den verschiedenen Regionen und Lebensbereichen konkret zeigen.

Kern der Katechese ist der ausdrückliche Vorschlag Christi an den jungen Mann im Evangelium, (114) ein direkter Vorschlag an alle Jugendlichen, abgestimmt auf die jungen Leute in aufmerksamer Wahrnehmung ihrer Probleme. Im Evangelium erscheinen nämlich die Jugendlichen als direkte Gesprächspartner Christi, der ihnen ihren »einzigartigen Reichtum« enthüllt und sie zugleich für einen Plan des persönlichen und gemeinschaftlichen Wachstums einzunehmen sucht, der für das Schicksal der Familie und der Gesellschaft von entscheidender Bedeutung ist. (115)

Deshalb dürfen die Jugendlichen nicht lediglich als Objekt der Katechese verstanden werden; sie sind in der Tat auch »aktive Subjekte, Protagonisten der Evangelisierung und Erbauer der sozialen Erneuerung«.(116)

Kennzeichnende Eigenschaften der Jugendkatechese (117)

184. Angesichts des Umfangs der Aufgabe ist es sicher Sache der katechetischen Direktorien der Teilkirchen und der nationalen und regionalen Bischofskonferenzen, im Zusammenhang mit dem Umfeld zu bestimmen, was an den einzelnen Plätzen das Richtige ist.

Man kann jedoch gewisse allgemeingültige Richtlinien angeben:

– Man wird die Vielfalt der religiösen Situation vor Augen haben müssen: Es gibt Jugendliche, die nicht einmal getauft sind, andere, welche die christliche Initiation nicht beendet haben oder in zuweilen schwerer Glaubenskrise stecken, und wieder andere, die geneigt sind, eine Glaubensentscheidung zu treffen oder sie schon getroffen haben, und dabei unterstützt sein möchten.

– Man darf sodann nicht vergessen, daß sich jene Katechese als erfolgreich erweist, die sich innerhalb einer umfassenderen Pastoral für die Kinder, die Heranwachsenden und die Jugendlichen entfalten kann, welche die Gesamtheit der ihr Leben betreffenden Probleme vor Augen hat. Zu diesem Zweck ist die Katechese durch gewisse Vorgänge zu ergänzen wie die Deutung der Situation, die Beachtung der Human- und Erziehungswissenschaften, die Mitarbeit von Laien und der Jugendlichen selbst.

– Die gut geleitete Gruppentätigkeit, die Zugehörigkeit zu guten Jugendorganisationen (118) und die persönliche Begleitung des jungen Menschen — dabei am vortrefflichsten die geistliche Leitung — sind überaus nützliche Hilfen für eine wirksame Katechese.

185. Unter den verschiedenen Formen der Jugendkatechese sind, je nach den Situationen, vorzusehen: der Jugendkatechumenat im Schulalter, Katechese der christlichen Initiation, Katechesen über programmierte Themen, weitere mehr oder weniger gelegentliche und informelle Begegnungen...

Umfassender gesehen ist die Katchese für die Jugendlichen in neuen Bahnen vorzunehmen, in Aufgeschlossenheit für das Empfinden und die Problematik dieses Alters, die theologischer, ethischer, geschichtlicher, sozialer Natur sind... Ihren rechten Platz erhalten sollen insbesondere die Erziehung zur Wahrheit und Freiheit nach dem Evangelium, die Gewissensbildung, die Erziehung zur Liebe, das Gespräch über die Berufung, das christliche Engagement in der Gesellschaft, die missionarische Verantwortung in der Welt. (119) Es ist jedoch zu bemerken, daß die heutige Evangelisierung der Jugend oft eine eher missionarische als eine streng katechumenale Ausrichtung einschlagen soll. In der Tat verpflichtet die Situation das Apostolat unter den Jugendlichen oft als ersten notwendigen Schritt dazu, Jugendanimation von humanisierender und missionarischer Prägung zu sein, damit günstigere Voraussetzungen für die eigentliche Katechese entstehen. Deswegen ist es in der Wirklichkeit oftmals angebracht, die vorkatechumenale Tätigkeit innerhalb globaler Erziehungsprozesse zu intensivieren.

Einer der Knoten, die es anzupacken und zu lösen gilt, betrifft den Unterschied der »Sprache« (Mentalität, Empfinden, Geschmack, Stil, Vokabular...) zwischen den Jugendlichen und der Kirche (Katechese, Katecheten). Darum wird die Notwendigkeit einer »Anpassung der Katechese an die Jugendlichen« betont, um so »mit Geduld und Umsicht die Botschaft Christi..., ohne sie zu verraten«, in ihre Spache zu »übersetzen«. (120)

Katechese für alte Menschen (121)

Das dritte Lebensalter, ein Gottesgeschenk an die Kirche

186. In verschiedenen Ländern der Welt stellt die wachsende Zahl alter Menschen die Kirche vor eine neue und spezifische pastorale Aufgabe. Während man diese Menschen nicht selten als mehr oder weniger lästiges passives Objekt empfindet, sind sie im Licht des Glaubens hingegen als Geschenk Gottes für die Kirche und die Gesellschaft zu verstehen, denen man sich auch mit einer passenden Katechese zuwenden muß. Sie haben wie alle Christen diesbezüglich eine Pflicht und ein Recht.

Man muß die Verschiedenheit der persönlichen, familiären, sozialen Situation berücksichtigen, insbesondere die Prüfung der Vereinsamung und Abschiebung. Die Familie hat eine erstrangige Funktion, denn hier kann die Glaubensverkündigung in einer freundlichen, liebevollen Atmosphäre stattfinden, die mehr als alles andere die Gültigkeit des Gotteswortes bestätigt.

Auf alle Fälle verbindet die Katechese für alte Menschen den Glaubensinhalt mit der herzlichen Gegenwart des Katecheten und der glaubenden Gemeinde. Deswegen ist es sehr wünschenswert, daß die alten Menschen am katechetischen Weg der Gemeinde voll teilnehmen.

Katechese der Fülle und der Hoffnung

187. Die Katechese für die alten Menschen schenkt den besonderen Aspekten ihrer Glaubenslage Beachtung: Der alte Mensch kann mit einem festen, reichen Glauben altgeworden sein: dann führt die Katechese den zurückgelegten Weg gewissermaßen zur Fülle, in einer Haltung der Dankbarkeit und der vertrauensvollen Erwartung. Andere leben in einem mehr oder weniger verdunkelten Glauben und in einer schwachen christlichen Praxis: dann wird die Katechese zu einem Moment neuen Lichtes und neuer religiöser Erfahrung. Manchmal gelangt der Mensch mit tiefen Wunden an Seele und Leib in seine alten Tage: die Katechese hilft ihm, seine Situation in der Haltung des Gebets, der Vergebung, des inneren Friedens zu leben.

In jedem Fall erfordert die Verfassung des alten Menschen eine Katechese der Hoffnung, die aus der Gewißheit der endgültigen Begegnung mit Gott erwächst.

Es ist stets eine Wohltat für ihn selbst und eine Bereicherung für die Gemeinde, wenn der gläubige alte Mensch einen Glauben bezeugt, der noch umso heller erstrahlt, je näher der große Augenblick der Begegnung mit dem Herrn rückt.

Weisheit und Dialog (122)

188. Die Bibel stellt uns den gläubigen alten Menschen als das Symbol einen an Weisheit und Gottesfurcht Reichen vor und somit als Bewahrer einer intensiven Lebenserfahrung, was ihn gewissermaßen zu einem natürlichen »Katecheten« der Gemeinschaft macht. Er ist ja Zeuge der Glaubenstradition, Lehrer des Lebens, tätig in der Liebe. Die Katechese macht sich diese Gnade zunutze und hilft dem alten Menschen, die reichen Möglichkeiten, die in ihm liegen, wieder zu entdecken und katechetische Rollen gegenüber der Welt der kleinen Kinder — von denen sie häufig als Großeltern geschätzt werden — und gegenüber den Jugendlichen und Erwachsenen zu übernehmen. Auf diese Weise begünstigt sie einen grundlegenden Dialog zwischen den Generationen innerhalb der Familie und der Gemeinschaft.

III. KAPITEL
Katechese für besondere Situationen,
Mentalitäten und Milieus

Die Katechese für Personen mit Behinderungen (123)

189. Jede christliche Gemeinde betrachtet Personen, zumal Minderjährige, die an einer körperlichen oder geistigen Behinderung oder an anderen Gebrechen leiden, als vom Herrn besonders geliebte Menschen. Ein gesteigertes soziales und kirchliches Bewußtsein und die unleugbaren Fortschritte der Spezialpädagogik ermöglichen es, daß die Familie und andere Bildungsstätten solchen Menschen heute eine angepaßte Katechese erteilen können, auf die sie als Getaufte — und wenn sie nicht getauft sind, als zum Heil Berufene — ein Recht haben. Die Liebe des Vaters zu diesen schwächsten Kindern und die ständige Gegenwart Jesu durch seinen Geist geben die Zuversicht, daß jeder Mensch, wie behindert er auch sein mag, an Heiligkeit zu wachsen vermag.

Die Glaubenserziehung, die vor allem die Familie einbeziehen soll, erfordert angepaßte und personalisierte Verfahren, berücksichtigt die Hinweise der pädagogischen Forschung und erfolgt nützlicher Weise im Rahmen einer Gesamterziehung des Menschen. Andererseits muß sie sich vor der Gefahr hüten, daß eine zwangsläufig spezialisierte Katechese schließlich ganz am Rande der gemeinschaftlichen Pastoral erfolgt. Damit es nicht dazu kommt, muß die Gemeinschaft dauernd verständigt und einbezogen werden. Die besonderen Anforderungen an diese Katechese verlangen von den Katecheten eine spezifische Sachkenntnis und machen ihren Dienst noch verdienstvoller.

Die Katechese für Menschen am Rande der Gesellschaft

190. In der gleichen Pespektive ist die Katechese für Menschen am Rande der Gesellschaft zu sehen, an solche, die fast oder ganz ausgegrenzt sind, wie z.B. Einwanderer, Flüchtlinge, Nomaden, Leute ohne festen Wohnsitz, chronisch Kranke, Drogenabhängige, Häftlinge, Gefangene... Die feierliche Aussage Jesu, wonach alles, was man »für einen seiner geringsten Brüder tut«, für ihn getan ist (Mt 25,40), gewährleistet die Gnade, in nicht leichten Bereichen gute Arbeit zu leisten. Dauerndes Zeichen für die Gültigkeit der Katechese ist die Fähigkeit, die Unterschiedlichkeit der Situationen wahrzunehmen, die Bedürfnisse und Fragen eines jeden zu erfassen, in großmütiger und geduldiger Hingabe stark auf die persönliche Begegnung zu setzen, mit Zuversicht und Wirklichkeitssinn vorzugehen und zu oft indirekten und gelegenheitsbedingten Formen der Katechese zu greifen. Die Gemeinde wird die Katecheten, die sich diesem Dienst widmen, brüderlich unterstützen.

Die Katechese für verschiedene Gruppen

191. Die Katechese steht heute vor Menschen, die wegen der Besonderheit ihres Berufes oder einer besonderen kulturellen Verfassung auch katechetische Sonderformen erfordern.

Solche sind die Katechese für die Arbeiterwelt, für die Freiberuflichen, die Künstler, die Wissenschaftler, die Hochschuljugend... Innerhalb des gemeinsamen Weges der christlichen Gemeinde sind diese Katechesen lebhaft zu empfehlen.

Natürlich muß man an alle diese Kreise kompetent und in einer den Adressaten angepaßten Sprache herangehen, dabei jedoch der Botschaft, die man übermitteln will, voll treu bleiben. (124)

Die milieubezogene Katechese

192. Der Dienst am Glauben mißt heute dem Milieu der Lebensbereiche und Rahmenbedingungen große Bedeutung zu, denn daselbst verbringt der Mensch konkret sein Dasein, erhält Einflüsse und gibt sie weiter und übt seine Verantwortungen aus.

Ganz allgemein und als Beispiele sind hier zwei große Lebensbereiche zu erwähnen, der ländliche und der städtische, die differenzierte Formen der Katechese verlangen.

Die Katechese für eine ländliche Bevölkerung reflektiert notwendigerweise die dort entstehenden Bedürfnisse, die oft mit Armut und Elend verbunden und nicht selten von Angst und Aberglauben begleitet sind; diese Menschen können aber auch sehr schlicht sein, mit Vertrauen in das Leben, Sinn für Solidarität, Glauben an Gott und Treue zu den religiösen Traditionen.

Die Katechese für Stadtmenschen muß einer manchmal überaus großen Vielfalt von Situationen Rechnung tragen, die sich von exklusiven Zonen des Reichtums bis zu Vierteln der Armut und Ausgrenzung erstrecken. Der Lebensrhythmus ist häufig von Streß bestimmt, die Mobilität wird leicht gemacht, es gibt nicht wenige Anreize zu Flucht und Bindungslosigkeit, häufig sind Situationen schmerzlicher Anonymität und Vereinsamung anzutreffen...

Für jeden dieser Lebensbereiche wird man sich in angemessener Weise den Dienst am Glauben überlegen müssen, indem man ausgebildete Katecheten beizieht, geeignete Hilfsmittel beschafft, die Möglichkeiten der Massenmedien nützt...

IV. KAPITEL
Katechese im sozio-religiösen Umfeld

Die Katechese in der Situation von Pluralismus und Komplexität (125)

193. Viele Gemeinden und Einzelpersonen müssen in einer pluralistischen und säkularisierten Welt leben, (126) wo Formen von Unglauben und religiöser Gleichgültigkeit anzutreffen sind, aber auch lebendige Formen eines kulturellen und religiösen Pluralismus. Bei vielen scheint es eine starke Suche nach Gewißheiten und Werten zu geben, es fehlt aber auch nicht an Fehlformen von Religion und schwacher Verankerung im Glauben. Angesichts dieser vielschichtigen Situation können verschiedene Christen verwirrt und verlegen sein; sie sind weder imstande, sich mit den Situationen auseinanderzusetzen noch die in ihnen zirkulierenden Botschaften zu beurteilen; sie geben die regelmäßige religiöse Praxis auf und leben schließlich so, als ob es keinen Gott gäbe, nehmen aber oft zu pseudoreligiösen Surrogaten Zuflucht. Ihr Glaube ist Prüfungen ausgesetzt und gefährdet; er droht zu erlöschen und zu sterben, wenn er nicht ständig genährt und gestützt wird.

194. Eine evangelisierende Katechese ist unerläßlich, das heißt eine Katechese, »die ganz erfüllt ist vom echten Geist des Evangeliums und in ihrer Sprache der Zeit und den Menschen angepaßt ist«. (127) Ihr Ziel ist, die Christen zum Sinn für ihre Identität als Getaufte und Glaubende und als Mitglieder der Kirche zu erziehen, die aufgeschlossen und im Dialog mit der Welt sind. Sie ruft ihnen die Grundelemente des Glaubens in Erinnerung, regt sie zu einem echten Bekehrungsprozeß an, läßt sie gegenüber theoretischen und praktischen Einwänden die Wahrheit und den Wert der christlichen Botschaft tiefer erfassen, hilft ihnen, das Evangelium im Alltag wahrzunehmen und zu leben, befähigt sie, Auskunft zu geben über die Gründe zur Hoffnung, die in ihnen ist,(128) und ermutigt sie, ihre missionarische Berufung durch Zeugnis, Dialog und Verkündigung zu erfüllen.

Die Katechese in Beziehung zur Volksfrömmigkeit (129)

195. In den christlichen Gemeinden finden sich als lebenswichtige Dimension der katholischen Wirklichkeit besondere Äußerungen der Suche nach Gott und des religiösen Lebens von manchmal rührender Glut und Reinheit der Absichten, die man zu Recht als »Volksfrömmigkeit« bezeichnen kann. »In ihr kommt ein Hunger nach Gott zum Ausdruck, wie ihn nur die Einfachen und Armen kennen. Sie befähigt zur Großmut und zum Opfer, ja zum Heroismus, wenn es gilt, den Glauben zu bekunden. In ihr zeigt sich ein feines Gespür für tiefe Eigenschaften Gottes: seine Vaterschaft, seine Vorsehung, seine ständige, liebende Gegenwart. Sie führt zu inneren Haltungen, die man sonst kaum in diesem Maße findet: Geduld, das Wissen um die Notwendigkeit, das Kreuz im täglichen Leben zu tragen, Entsagung, Wohlwollen für andere, Respekt«. (130) Sie ist eine reiche und zugleich verwundbare Wirklichkeit, wo der Glaube, der ihr zugrunde liegt, der Läuterung und Stärkung bedarf.

Darum ist eine Katechese erfordert, die imstande ist, die inneren Dimensionen und unleugbaren Werte dieser religiösen Kraft zu erkennen, und ihr hilft, die Gefahren des Fanatismus, des Aberglaubens, des Synkretismus und der religiösen Gleichgültigkeit zu überwinden. »Gut ausgerichtet, kann die Volksfrömmigkeit mehr und mehr für die Vielen im Volk zu einer echten Begegnung mit Gott in Jesus Christus werden«. (131)

196. Auch die Verehrung der Gläubigen für die Muttergottes hat entsprechend den örtlichen und zeitlichen Verhältnissen sowie der verschiedenen Mentalität der Völker und ihrer unterschiedlichen kulturellen Überlieferung vielfältige Formen angenommen. Die Formen, in denen sich eine solche Marienfrömmigkeit äußerte und die dem Wechsel der Zeit unterliegen, scheinen eine erneuerte Katechese nötig zu haben, die es ermöglicht, überholte Elemente zu ersetzen, unvergängliche Elemente als wertvoll herauszustellen und die Lehraussagen der theologischen Forschung, die vom Lehramt der Kirche vorgelegt wurden, zu berücksichtigen.

Eine solche Katechese ist dringend notwendig. Sie muß auch die trinitarische, christologische und ekklesiologische Dimension, die der Mariologie innewohnt, klar zum Ausdruck bringen. Außerdem gilt es bei der Überprüfung oder Neuschöpfung von Andachtsformen der Marienverehrung die Orientierungspunkte biblischer, liturgischer, ökumenischer und anthropologischer Natur zu berücksichtigen. (132)

Die Katechese im ökumenischen Umfeld (133)

197. Jede christliche Gemeinde wird als solche vom Heiligen Geist dazu angeregt, in der Situation, in der sie sich befindet, ihre ökumenische Sendung anzuerkennen, indem sie sich am ökumenischen Dialog und an den Initiativen zur Wiederherstellung der Einheit der Christen beteiligt. Darum soll die Katechese immer und überall eine »ökumenische Dimension« annehmen. (134) Das geschieht erstens durch die Darlegung der gesamten Offenbarung, deren Erbe (depositum) die katholische Kirche unter Achtung der Hierarchie der Wahrheiten hütet; (135) zweitens hebt die Katechese die Glaubenseinheit hervor, die zwischen den Christen besteht, und gleichzeitig erklärt sie die Trennungen, die noch bestehen, und die notwendigen Schritte, um sie zu überwinden; (136) außerdem weckt und nährt die Katechese ein echtes Verlangen nach Einheit insbesondere durch die Liebe zur Heiligen Schrift; und schießlich bemüht sie sich, die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen vorzubereiten, im Kontakt mit Brüdern und Schwestern anderer Konfessionen zu leben; sie pflegt die eigene katholische Identität unter Achtung des Glaubens der anderen.

198. Angesichts verschiedener christlicher Konfessionen können die Bischöfe bestimmte Experimente der Zusammenarbeit im Bereich des Religionsunterrichts für angebracht oder sogar notwendig halten. Wichtig ist dabei, daß für die Katholiken in anderer Weise mit umso größerer Sorgfalt eine spezifisch katholische Katechese gewährleistet ist. (137)

Auch der Religionsunterricht, der in der Schule erteilt wird, wo Angehörige verschiedener christlicher Konfessionen anwesend sind, ist von ökumenischer Bedeutung, wenn die christliche Lehre unverfälscht dargeboten wird. Denn er bietet die Gelegenheit zum Dialog, durch den die Schüler Unwissenheit und Vorurteile überwinden und sich einem besseren gegenseitigen Verständnis öffnen können.

Die Katechese in Beziehung zum Judentum

199. Besondere Aufmerksamkeit muß der Katechese gelten, welche die jüdische Religion betrifft. (138) »Indem die Kirche, das Gotesvolk im Neuen Bund, sich in ihr eigenes Mysterium vertieft, entdeckt sie ihren Zusammenhang mit dem jüdischen Volk, zu dem Gott, unser Herr, zuerst gesprochen hat«. (139)

»Der Religionsunterricht, die Katechese und die Predigt sollen nicht nur zur Objektivität, Gerechtigkeit und Toleranz heranbilden, sondern auch zum Verständnis und zum Dialog. Unsere beiden Traditionen sind einander zu nahe verwandt, als daß sie einander ignorieren dürften. Es muß auf allen Ebenen zu gegenseitiger Kenntnis ermutigt werden«. (140) Ein Ziel der Katechese ist insbesondere die Überwindung jeder Form von Antisemitismus. (141)

Die Katechese im Umfeld anderer Religionen (142)

200. Die Christen leben heute zumeist in einem multireligiösen Umfeld und nicht wenige in einer Minderheitssituation. In einer solchen Lage erhält die Katechese, besonders in Beziehung zum Islam, eine große Wichtigkeit und hat eine heikle Verantwortung auf sich zu nehmen, die auf mehrere Aufgaben hinausläuft.

Erstens vertieft und stärkt sie die Identität der Glaubenden — zumal da, wo sie sich in der Minderheit befinden — durch eine angemessene Anpassung oder Inkulturation in einer notwendigen Gegenüberstellung zwischen dem Evangelium Jesu Christi und der Botschaft der anderen Religionen. Dafür sind gefestigte und eifrige christliche Gemeinden und gut geschulte einheimische Katecheten unverzichtbar.

Zweitens hilft die Katechese, sich der Anwesenheit anderer Religionen bewubt zu werden. Sie befähigt notwendigerweise die Gläubigen, in ihnen die der christlichen Verkündigung widersprechenden Elemente zu erkennen, erzieht sie aber auch dazu, die Samenkörner des Evangeliums (semina Verbi) wahrzunehmen, die bei ihnen zu finden sind und die eine echte Vorbereitung auf das Evangelium bilden können.

Drittens fördert die Katechese in allen Glaubenden ein lebendiges missionarisches Bewußtsein. Es zeigt sich in einem klaren Glaubenszeugnis, in einer Haltung gegenseitiger Achtung und des Verständnisses füreinander, im Dialog und in der Zusammenarbeit bei der Verteidigung der Menschenrechte und zugunsten der Armen sowie, wo das möglich ist, in der ausdrücklichen Verkündigung des Evangeliums.

Die Katechese in Beziehung zu den »neuen religiösen Bewegungen« (143)

201. Im Klima des religiösen und kulturellen Relativismus und manchmal auch infolge des unrichtigen Verhaltens der Christen verbreiten sich heute rasch »neue religiöse Bewegungen«, auch Sekten oder Kulte genannt, mit einer Menge von Namen und Tendenzen, die sich nur schwer in einen genauen organischen Rahmen einordnen lassen. Soviel man bisher feststellen konnte, lassen sich unterscheiden: Bewegungen, die aus christlichem Boden stammen, solche, die von östlichen Religionen herkommen, und wieder andere, die aus esoterischen Traditionen schöpfen. Sie bereiten Sorge wegen der Lehren und Lebensweisen, die sich oft von den Inhalten des christlichen Glaubens entfernen. Deshalb ist es notwendig, zugunsten der Christen, deren Glaube in Gefahr ist, das »Engagement für eine integrale und systematische Evangelisierung und Katechese zu fördern, die von einem Glaubenszeugnis begeitet sein sollen, das sie in das Leben umsetzt«. (144) Es geht nämlich darum, die schlimme Gefahr der Unkenntnis und des Vorurteils abzuwenden, den Gläubigen zu helfen, der Heiligen Schrift richtig zu begegnen, unter ihnen lebendige Gebetserfahrungen auszulösen, sie vor den Säern des Irrtums zu behüten, sie zur Verantwortung für den empfangenen Glauben zu erziehen und gefährlichen Situationen der Einsamkeit, der Armut, des Leidens mit dem Schwung der Liebe des Evangeliums zu begegnen. Wegen der religiösen Sehnsucht, die in solchen Bewegungen zum Ausdruck kommen kann, verdienen sie, als ein »zu evangelisierender Areopag« angesehen zu werden, auf dem die am stärksten verspürten Probleme eine Antwort finden können. »Die Kirche besitzt ein unschätzbares geistliches Gut, das sie der Menschheit anbieten kann: es ist Christus, der sich als "der Weg, die Wahrheit und das Leben" bezeichnet (Joh 14,61)«. (145)

V. KAPITEL
Die Katechese im sozio-kulturellen Umfeld
(146)

Katechese und heutige Kultur (147)

202. »Von der Katechese können wir wie von der Evangelisierung im allgemeinen sagen, daß sie die Kraft des Evangeliums ins Herz der Kultur und der Kulturen einpflanzen soll«. (148) Die Grundsätze der katechetischen Anpassung und Inkulturation sind schon dargelegt worden. (149) Nun soll es genügen, noch einmal zu betonen, daß der katechetische Diskurs die vom Lehramt erläuterte und von der Theologie vertiefte »Glaubensregel« zur notwendigen und vorzüglichen Leitlinie hat. Man darf auch nicht vergessen, daß die Geschichte der Katechese, insbesondere zur Zeit der Väter, in vielerlei Hinsicht Geschichte der Inkulturation des Glaubens ist und als solche studiert und meditiert zu werden verdient; andererseits ist sie Geschichte, die nie still steht und langer Zeiten ständiger Anverwandlung des Evangeliums bedarf.

In diesem Kapitel werden methodische Hinweise für eine Aufgabe gegeben, die ebenso notwendig wie anspruchsvoll ist, keineswegs leicht, sondern den Risiken des Synkretismus und anderer Mißverständnisse ausgesetzt. Man kann sagen, daß es über dieses gerade heute besonders wichtige Thema einer stärkeren programmierten und universalen Reflexion in bezug auf die katechetische Erfahrung bedarf.

Aufgaben einer Katechese zur Inkulturation des Glaubens (150)

203. Diese Aufgaben bilden ein organisches Ganzes und werden hier zusammengefaßt. Es gilt:

– die Kultur der Menschen und wie stark deren Leben von ihr durchdrungen ist, gründlich kennenzulernen;

– das Vorhandensein der kulturellen Dimension im Evangelium selbst wahrzunehmen, indem man einerseits sagt, daß dieses nicht igendeinem menschlichen kulturellen Nährboden entsprießt, und andererseits anerkennt, daß sich das Evangelium nicht von den Kulturen ablösen läßt, in die es sich zu Beginn eingebettet und im Lauf der Jahrhunderte zum Ausdruck gebracht hat;

– den tiefgreifenden Wandel, die Umkehr, zu verkünden, die das Evangelium als »umgestaltende und erneuernde Kraft« (151) in den Kulturen bewirkt;

– von der Transzendenz und dem Nicht-Aufgehen des Evangeliums in der Kultur zu zeugen und zugleich die evangelischen Keime wahrzunehmen, die in ihr vorhanden sein können;

– einen neuen, der evangelisierten Kultur entsprechenden Ausdruck des Evangeliums zu fördern, indem man eine Glaubenssprache anstrebt, die gemeinsames Erbgut der Gläubigen und somit grundlegender Gemeinschaftsfaktor ist.

Methodisches Vorgehen

204. Während die Katechese jede Manipulation einer Kultur vermeiden muß, kann sie sich doch nicht darauf beschränken, daß sie das Evangelium einfach »dekorativ« neben sie stellt, sondern sie muß es »mit vitaler Kraft in die Tiefe und bis zu den Wurzeln der Kultur und der Kulturen des Menschen« (152) reichend vorlegen.

Das bestimmt einen dynamischen Prozeß, der aus verschiedenen aufeinanderwirkenden Momenten besteht: sich bemühen, in der Kultur des Volkes gleichsam den Widerhall (die Vorahnung, den Anruf, das Zeichen...) des Wortes Gottes zu hören; unterscheiden, was echter oder wenigstens für das Evangelium offener evangelischer Wert ist; reinigen, was unter dem Zeichen der Sünde (Leidenschaften, Strukturen des Bösen...) oder der menschlichen Gebrechichkeit steht; auf die Menschen einwirken, indem man zu einer Haltung radikaler Umkehr zu Gott, des Dialogs mit anderen, des geduldigen inneren Reifens anregt.

Notwendigkeit und Kriterien der Beurteilung

205. In der Phase der Beurteilung, die im Fall eines anfänglichen Versuchs und oder Experiments umso notwendiger ist, wird man mit aller Sorgfalt ermitteln, ob sich in den katechetischen Prozeß Elemente des Synkretismus eingeschlichen haben. In diesem Fall wären die Inkulturationsversuchungen gefährlich und irrig und müßten berichtigt werden.

Positiv gesagt ist jene Katechese korrekt, die nicht nur eine verstandesmäßige Anverwandlung des Glaubensinhaltes hervorruft, sondern auch das Herz berührt und das Verhalten ändert. Auf diese Weise erzeugt die Katechese ein dynamisches und vom Glauben geeintes Leben, füllt den Graben zwischen dem Geglaubten und dem Gelebten, zwischen der christlichen Botschaft und dem kulturellen Umfeld, läßt Früchte der Heiligkeit hervorbringen.

Die für den Prozeß der Inkulturation Verantwortlichen

206. »Die Inkulturation muß das ganze Volk Gottes und nicht nur einige Experten einbeziehen; denn es ist bekannt, daß das Volk über den ursprünglichen Glaubenssinn nachdenkt, was nie aus dem Blick verloren werden soll. Diese muß zwar angeleitet und angeregt, darf aber nicht erzwungen werden, um keine negativen Reaktionen der Christen hervorzurufen. Sie hat Ausdruck des gemeinschaftlichen Lebens und nicht ausschließlich Frucht gelehrter Forschung zu sein, muß also in der Gemeinschaft selber reifen«. (153) Die Neigung zur Verkörperung des Evangeliums, die das spezifische Anliegen der Inkulturation ist, verlangt von allen, die im selben kulturellen Umfeld leben — dem Klerus, den Pastoralassistenten (Katecheten), der Welt der Laien —, daß sie sich an der Katechese beteiligen.

Bevorzugte Formen und Wege

207. Unter den zur Inkulturation des Glaubens geeignetsten Formen ist die Jugend- und die Erwachsenenkatechese zu erwähnen wegen der Möglichkeiten, Glaube und Leben ausgeprägter miteinander in Beziehung zu bringen. Die Inkulturation des Glaubens darf bei der christlichen Initiation der Kinder nicht unbeachtet bleiben, gerade wegen der bemerkenswerten kulturellen Auswirkungen dieses Prozesses: Erwerb neuer Lebensmotivationen, Gewissenserziehung, Erlernen der biblischen und sakramentalen Sprache, Kennenlernen der geschichtlichen Bedeutung des Christentums.

Ein bevorzugter Weg ist die liturgische Katechese wegen des Reichtums an Zeichen, mit denen die Botschaft zum Ausdruck gebracht wird, und weil sie einem großen Teil des Gottesvolkes zugänglich ist; neue Aufwertung erfahren sollen auch die Inhalte der Lektionarien, der Aufbau des liturgischen Jahres, die Sonntagshomilie und weitere besonders bedeutsame Gelegenheiten zur Katechese (Hochzeit, Bestattung, Krankenbesuche, Feste der Schutzheiligen usw.); zentral bleibt die Sorge für die Familie, von der in erster Linie eine inkarnierte Glaubensvermittlung ausgeht; von besonderem Interesse ist die Katechese in einer multi-ethnischen und multikulturellen Situation, insofern sie noch aufmerksamer die Möglichkeiten der verschiedenen Gruppen, den Glauben anzunehmen und neu zum Ausdruck zu bringen, entdeckt und berücksichtigt.

Die Sprache (154)

208. Die Inkulturation des Glaubens ist in gewisser Hinsicht Werk der Sprache. Das verlangt, daß die Katechese die Sprache der Botschaft respektiert und zur Geltung bringt, vor allem die biblische, aber auch die geschichtlich-herkömmliche der Kirche (Symbolum, Liturgie) und die sogenannte theoretische (gelehrte) Sprache (dogmatische Formeln); es ist auch nötig, daß die Katechese in Kommunikation mit Formen und Ausdrücken tritt, die der Kultur des Menschen, an den sie sich wendet, eigen sind; schließlich muß die Katechese zu neuen Ausdrucksformen des Evangeliums in der Kultur anregen, in die es eingepflanzt worden ist.

Im Inkulturationsprozeß des Evangeliums darf sich die Katechese nicht scheuen, traditionelle Formeln und Fachausdrücke des Glaubens zu verwenden, muß aber deren Sinn erläutern und deren existentielle Bedeutsamkeit aufzeigen; und andererseits ist es Pflicht der Katechese, »eine den Kindern und Jugendlichen unserer Zeit im allgemeinen und vielen anderen Personengruppen angemessene Sprache zu finden: eine Sprache für Studenten, Intellektuelle und Wissenschaftler; eine Sprache für Analphabeten oder Menschen mit primitiver Kultur; eine Sprache für Behinderte usw.«. (155)

Die Kommunikationsmittel

209. Mit der Sprache innerlich verbunden sind die Kommunikationsweisen. Eine der wirksamsten und am weitesten vordringenden ist die der Massenmedien. »Die Evangelisierung der modernen Kultur selbst hängt zum großen Teil von ihrem Einfluß ab«. (156)

Unter Rückbezug auf das, was diesbezüglich an anderer Stelle gesagt wurde, (157) erinnern wir an einige Hinweise, die für die Wirkungen der Inkulturation nützlich sind: eine umfassendere Verwendung der Massenmedien entsprechend ihrer je spezifischen kommunikativen Eigenschaften, wobei ein gutes Gleichgewicht zwischen der Sprache des Bildes und jener des Wortes gefunden werden soll; die Wahrung des echten religiösen Sinnes in den gewählten Ausdrucksformen; die Förderung der kritischen Reife der Empfänger und die Anregung zur persönlichen Vertiefung dessen, was sie von den Medien aufgenommen haben; die Herstellung zweckentsprechender katechetischer Hilfsmittel für den Gebrauch der Massenmedien; eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen den in der Pastoral tätigen Personen. (158)

210. Ein anerkanntes zentrales Instrument im Inkulturationsprozeß ist der Katechismus. Vor allem der Katechismus der Katholischen Kirche, dessen »breites Spektrum von Diensten« man aufzuzeigen verstehen muß, »auch für die Ziele der Inkulturation, welche, um wirksam zu sein, nie aufhören darf, wahrhaftig zu sein«. (159)

Der Katechismus der Katholischen Kirche verlangt ausdrücklich die Abfassung geeigneter örtlicher Katechismen, in denen die Anpassungen vorzunehmen sind, »welche die Unterschiede in den Kulturen, Lebensphasen, im geistlichen Leben, in den gesellschaftlichen und kirchlichen Situationen erfordern«. (160)

Anthroplogische Bereiche und Kulturtendenzen

211. Das Evangelium fordert eine offene, großzügige und mutige Katechese: die Menschen dort aufsuchen, wo sie leben, insbesondere an jenen Nahtstellen des Daseins, wo der elementarste und fundamentalste Kulturaustausch stattfindet, wie die Familie, die Schule, das Arbeitsmilieu, die Freizeit.

Für die Katechese ist es auch wichtig, zu unterscheiden und in jene anthropologischen Kreise vorzudringen, in denen die kulturellen Tendenzen sich auf die Schaffung und Verbreitung von Lebensmodellen am meisten auswirken: in die städtische Welt, den Touristen- und Migrationsfluß, in die Welt der Jugend und andere sozial bedeutsame Phänomene...

»Sektoren, die mit dem Licht des Evangeliums zu erhellen sind«, (161) bilden schließlich jene Kulturbereiche, die als »moderne Areopage« bezeichnet werden, wie der Bereich der Kommunikation; der Bereich der zivilen Einsätze für den Frieden, für die Entwicklung, für die Befreiung der Völker, für die Bewahrung der Schöpfung; der Bereich der Verteidigung der Rechte der Menschen, vor allem der Minderheiten, der Frau und des Kindes; der Bereich der wissenschaftlichen Forschung und der internationalen Beziehungen...

Eingreifen in konkreten Situationen

212. Der von der Katechese unternommene Inkulturationsprozeß hat sich ständig mit vielfältigen und verschiedenen konkreten Situationen auseinanderzusetzen. Wir wollen hier einige der bedeutsamsten und häufigsten nennen.

Erstens ist es notwendig, zu unterscheiden zwischen Inkulturation in Ländern, wo das Christentum erst vor kurzem Fuß gefaßt hat und wo sich die erste missionarische Verkündigung noch festigen muß, und Inkulturation in traditionell christlichen Ländern, die einer Neu-Evangelisierung bedürfen.

Sodann muß man Situationen Rechnung tragen, die Spannungen und Konflikten ausgesetzt sind in bezug auf Faktoren, wie sie der ethnische Pluralismus, der religiöse Pluralismus, die manchmal so krassen Unterschiede in der Entwicklung, das städtische oder außerstädtische Milieu, die vorherschenden Wertsysteme darstellen, die in manchen Ländern von massiver Säkularisierung, in anderen von starker Religiosität beeinflußt sind.

Schließlich wird man versuchen, die im betreffenden Territorium kulturell bedeutsamen Tendenzen präsent zu haben, die durch verschiedene Gesellschafts- und Berufskreise repräsentiert werden — von Wissenschaftlern und Kulturschaffenden, von der Arbeiterwelt, den Jugendlichen, Ausgegrenzten, Ausländern, Behinderten...

Allgemeiner gesprochen, »Erziehung und Ausbildung der Laien müssen die menschliche Kultur des jeweiligen Ortes weitgehendst berücksichtigen. Sie trägt nämlich zu dieser Erziehung und Ausbildung bei und bietet Hilfen an, um über die Werte der traditionellen und modernen Kultur zu urteilen. Auch die verschiedenen Kulturen, die im selben Volk und in einem Land koexistieren, müssen berücksichtigt werden«. (162)

Aufgaben der Ortskirchen (163)

213. Die Inkulturation ist Sache der Teilkirchen und bezieht sich auf sämtliche Bereiche des christlichen Lebens. Die Katechese ist nur ein Aspekt davon. Wegen der Natur der Inkulturation, die in der Konkretheit und Besonderheit der Situation erfolgt, »kann die Berücksichtigung der Teilkirchen für die Kirche nur Reichtum bedeuten. Sie ist daher unerläßlich und dringlich«. (164)

Zu diesem Zweck gehen, was sehr angebracht ist, die Bischofskonferenzen da und dort dazu über, katechetische Direktorien (und ähnliche Instrumente), Katechismen und Hilfsmittel, Arbeitsstätten und Bildungszentren zu schaffen. Im Licht der Ausführungen im vorliegenden Direktorium erscheint es notwendig, die örtlichen Richtlinien zu überprüfen und auf den neuesten Stand zu bringen und dazu die Mitwirkung der Forschungszentren anzuregen, sich die Erfahrung der Katecheten zunutze zu machen und die Beteiligung des Gottesvolkes selbst zu fördern.

Geleitete Initiativen

214. Die Wichtigkeit des Problems und zum andern die unerläßliche Phase des Forschens und Experimentierens erfordern Initiativen unter der Leitung der rechtmäßigen Bischöfe. Sie bestehen:

– in der Förderung einer verbreiteten und engmaschigen Katechese, die dazu dient, vor allem das schlimme Hindernis für jede Inkulturation zu überwinden, das in der Unwissenheit oder schlechten Information besteht. Das ermöglicht jenen Dialog und die direkte Einbeziehung der Personen, die am besten wirksame Wege der Verkündigung anzugeben imstande sind;

– in der Durchführung von Pilot-Erfahrungen bei der Inkulturation des Glaubens innerhalb eines von der Kirche aufgestellten Programmes. Eine einflußreiche Rolle kommt dabei besonders der Praxis des Erwachsenenkatechumenats entsprechend des OICA zu;

– wenn auf demselben Kirchengebiet vielfältige ethnisch-linguistische Gruppen bestehen, muß man über Anleitungen und Direktorien verfügen, die in die verschiedenen Spachen übersetzt sind, und durch katechetische Zentren einen jeder Gruppe homogenen katechetischen Dienst fördern;

– die Anbahnung eines in gegenseitigem Aufeinanderhören und in Gemeinschaft erfolgenden Dialogs zwischen den Ortskirchen und zwischen ihnen und dem Heiligen Stuhl. Das ermöglicht, trefflichere und zeitgemäßere Erfahrungen, Richtlinien, Programme, Arbeitsinstrumente für die Inkulturation zu ermitteln.

FÜNFTER TEIL
DIE KATECHESE
IN DER TEILKIRCHE

»Jesus stieg auf einen Berg und rief die zu sich, die er erwählt hatte, und sie kamen zu ihm. Und er setzte zwölf ein, die er bei sich haben und die er dann aussenden wollte, damit sie predigten und mit seiner Vollmacht Dämonen austrieben« (Mk 3,13-15).

»Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Ich aber sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen« (Mt 16,17-18).

Vom Heiligen Geist getrieben, bringt die Kirche von Jerusalem die Kirchen hervor: »Kirche von Jerusalem« (Apg 8,1); »die Kirche Gottes, die in Korinth ist« (1 Kor 16,19); »die Kirchen in Judäa« (Gal 1,22); »die sieben Kirchen: die von Ephesus, Smyrna, Pergamon, Thyatira, Sardes, Philadelphia, Laodizea« (vgl. Offb 1,20; 3,14).

Bedeutung und Zielsetzung dieses Teiles

215. Aus dem, was in den vorhergehenden Kapiteln über das Wesen der Katechese, ihren Inhalt, ihre Pädagogik und ihre Adressaten ausgeführt wurde, ergibt sich die katechetische Pastoral, die sich in der Teilkirche vollzieht.

Dieser fünfte Teil legt deren wichtigste Elemente dar.

216. Im ersten Kapitel wird über den katechetischen Dienst und seine Träger nachgedacht. Die Katechese ist eine gemeinsame, doch differenzierte Verpflichtung. Die Bischöfe, die Priester, die Diakone, die Ordensleute und die gläubigen Laien sind entsprechend ihren jeweiligen Verpflichtungen und Charismen darin tätig.

Die im zweiten Kapitel analysierte Ausbildung der Katecheten ist das entscheidende Element im katechetischen Wirken. Zwar ist es wichtig, die Katechese mit trefflichen Werkzeugen zu versehen; noch wichtiger aber ist es, geeignete Katecheten heranzubilden. Im dritten Kapitel werden die Orte studiert, wo Katechese stattfindet.

Im vierten Kapitel werden die ausgesprochen organisatorischen Aspekte der Katechese studiert: die verantwortlichen Organe, die Koordination der Katechese und einige besondere Aufgaben des katechetischen Dienstes.

Die in den folgenden Kapiteln gebotenen Hinweise und Anregungen lassen sich nicht in allen Teilen der Kirche ohne weiteres und gleichzeitig anwenden. Für jene Nationen oder Regionen, in denen das katechetische Wirken noch nicht Gelegenheit hatte, ein genügend hohes Entwicklungsniveau zu erreichen, geben diese Orientierungen und Anregungen bloß eine Reihe von Zielen an, die stufenweise erreicht werden sollen.

I. KAPITEL
Der Dienst der Katechese
in der Teilkirche und seine Träger

Die Teilkirche (165)

217. Die Verkündigung, Weitergabe und gelebte Erfahrung des Evangeliums erfolgen in der Teilkirche (166) oder Diözese. (167) Die Teilkirche besteht aus der Gemeinschaft der Jünger Jesu Christi, (168) die in einem bestimmten sozio-kulturellen Raum leben. In jeder Teilkirche »ist die Gesamtkirche mit allen ihren wesentlichen Elementen gegenwärtig«. (169) Die Gesamtkirche, die am Pfingsttag vom Heiligen Geist als erste Zelle befruchtet wurde, »gebiert die Teilkirchen als Töchter und drückt sich in ihnen aus«. (170) Die Gesamtkirche als Leib Christi offenbart sich so als »Leib der Kirchen«. (171)

218. Die Verkündigung des Evangeliums und die Eucharistie sind folglich die zwei Pfeiler, auf denen sich die Teilkirche aufbaut und um die herum sie sich versammelt. Wie für die Gesamtkirche »ist auch für sie die Evangelisierung die wesentliche Aufgabe«. (172)

Die Katechese ist eine grundlegende evangelisierende Tätigkeit jeder Teilkirche. Durch sie bietet die Diözese allen ihren Gliedern und allen, die sich ihr mit dem Wunsch nähern, sich Jesus Christus anzuvertrauen, einen Bildungsprozeß, der ermöglicht, das Evangelium innerhalb des eigenen Kulturhorizonts kennenzulernen, zu feiern, zu leben und zu verkünden. Auf diese Weise kann das Bekenntnis des Glaubens — das Ziel der Katechese — von den Jüngern Christi »in ihren Sprachen« (173) verkündet werden. Wie zu Pfingsten spricht die Kirche Christi, die in den Teilkirchen »zugegen und am Werk ist«, (174) auch heute »in allen Sprachen«, (175) denn sie senkt als Baum, der wächst, ihre Wurzeln in alle Kulturen.

Der Dienst der Katechese in der Teilkirche

219. In der Gesamtheit der Ämter und Dienste, mit denen die Teilkirche ihre evangelisierende Sendung vollzieht, nimmt der katechetische Dienst einen besonders wichtigen Platz ein. (176) Er weist folgende charakteristische Merkmale auf:

a) In der Diözese ist die Katechese ein einziger Dienst, (177) der von den Priestern, Diakonen, Ordensleuten und Laien in Gemeinschaft mit dem Bischof vollzogen wird. Die ganze christliche Gemeinschaft muß sich für diesen Dienst verantwortlich wissen. Auch wenn die Priester, Ordensleute und Laien die Katechese im Verein miteinander erteilen, tun sie es doch auf unterschiedliche Weise, ein jeder gemäß seiner besonderen Stellung in der Kirche (geweihte Amtsträger, Personen des geweihten Lebens, Christgläubige). (178) Durch sie bietet, bei aller Unterschiedlichkeit der Funktionen eines jeden von ihnen, der katechetische Dienst das Wort und das Zeugnis der kirchlichen Wirklichkeit in ihrer Vollständigkeit an. Wenn eine dieser Formen von Präsenz fehlte, würde die Katechese einen Teil ihres Reichtums und ihrer Bedeutung verlieren.

b) Andererseits handelt es sich um einen für das Wachstum der Kirche unerläßlichen kirchlichen Dienst. Er ist nicht eine Tätigkeit, die man in der Gemeinde auf eigene Faust oder durch eine rein persönliche Initiative verrichten könnte. Man handelt im Namen der Kirche, kraft der von ihr verliehenen Sendung.

c) Das Katechetenamt hat — innerhalb der Gesamtheit der kirchlichen Ämter und Dienste — einen Eigencharakter, der sich aus der Besonderheit des katechetischen Wirkens innerhalb des Evangelisierungsprozesses ergibt. Die Aufgabe des Katecheten als Glaubenserzieher unterscheidet sich von der der anderen Träger der (liturgischen, karitativen, sozialen) Pastoral, auch wenn er natürlich in Koordination mit ihnen tätig sein muß.

d) Damit der katechetische Dienst in der Diözese fruchtbringend ist, muß er sich auf andere, nicht notwendigerweise direkte Katecheten, verlassen, die das katechetische Wirken unterstützen und mittragen, indem sie unumgängliche Aufgaben erfüllen, wie die Ausbildung der Katecheten, die Erarbeitung von Materialien, die Reflexion, Organisation und Planung. Zusammen mit den Katecheten stehen diese Mitträger im Dienst eines einzigen diözesanen katechetischen Dienstes, auch wenn nicht alle, und auch nicht im gleichen Auftrag, die gleichen Funktionen versehen.

Die christliche Gemeinschaft und die Verantwortung für die Katechese

220. Die Katechese ist eine Verantwortung der ganzen christlichen Gemeinschaft. »Um die christliche Initiation sollen sich nicht bloß Katechisten und Priester kümmern, sondern die ganze Gemeinde der Gläubigen«. (179) Die ständige Glaubenserziehung ist eine Frage, welche die ganze Gemeinde angeht. Die Katechese ist folglich eine erzieherische Tätigkeit, die von der besonderen Verantwortung jedes Mitglieds der Gemeinschaft her in einem Gemeinschaftsrahmen oder Gemeinschaftsklima ausgeübt wird, damit sich die Katechumenen und die Glaubensschüler aktiv in das Leben der Gemeinschaft eingliedern.

Die christliche Gemeinschaft folgt dem Verlauf des katechetischen Lehrganges sowohl bei den Kindern wie bei den Jugendlichen oder den Erwachsenen als einer Gegebenheit, die sie einbezieht und direkt verpflichtet. (180) Und die christliche Gemeinschaft ist es auch, die am Ende des katechetischen Lehrganges die Glaubensschüler in ein geschwisterliches Milieu aufnimmt, »wo sie möglichst umfassend das Gelernte werden leben können«. (181)

221. Die christliche Gemeinschaft gibt der Gruppe der Glaubensschüler nicht nur viel, sondern empfängt auch viel von ihnen. Die Neubekehrten, vor allem die Jugendlichen und die Erwachsenen, bringen dadurch, daß sie mit Jesus Christus verbunden sind, der Gemeinschaft, die sie aufnimmt, neuen menschlichen und religiösen Reichtum. So wächst und entwickelt sich die Gemeinschaft, denn die Katechese führt nicht nur die Glaubensschüler zur Glaubensreife, sondern auch die Gemeinschaft selbst.

Auch wenn die ganze christliche Gemeinschaft für die Katechese verantwortlich ist und ihre Mitglieder den Glauben bezeugen müssen, erhalten nur einige den kirchlichen Auftrag, Katecheten zu sein. Zusätzlich zu der ureigenen Sendung hinzu, welche die Eltern gegenüber ihren Kindern haben, betraut die Kirche offiziell dazu bestimmte, besonders berufene Angehörige des Gottesvolkes mit der heiklen Aufgabe, den Glauben innerhalb der Gemeinde organisch weiterzugeben. (182)

Der Bischof als Erstverantwortlicher für die Katechese in der Teilkirche

222. Das II. Vatikanische Konzil hebt den überaus hohen Stellenwert hervor, den die Verkündigung und Weitergabe des Evangeliums im bischöflichen Amt haben: »Unter den hauptsächlichsten Ämtern der Bischöfe hat die Verkündigung des Evangeliums einen hervorragenden Platz«. (183) Bei der Erfüllung dieser Aufgabe sind die Bischöfe erstens »Glaubensboten«, (184) die Christus neue Jünger zu gewinnen suchen, und zugleich »authentische Lehrer«, (185) die dem ihnen anvertrauten Volk den Glauben vermitteln, der bekannt und gelebt werden soll. Die missionarische Verkündigung und die Katechese stellen im Prophetenamt der Bischöfe zwei eng miteinander verbundene Aspekte dar. Um diese Funktion auszuüben, empfangen die Bischöfe »ein Charisma der Wahrheit«. (186)

Die Bischöfe sind »die für die Katechese zuallererst Verantwortlichen, die eigentlichen Katcheten«. (187) In der Geschichte der Kirche tritt die überaus wichtige Rolle großer und heiliger Bischöfe deutlich hervor, die mit ihren Initiativen und Schriften die blühendste Periode der katechumenalen Institution kennzeichnen. Sie faßten die Katechese als eine der Hauptpflichten ihres Amtes auf. (188)

223. Diese Sorge für das katechetische Wirken wird den Bischof veranlassen, in der Teilkirche »die oberste Leitung der Katechese zu übernehmen«. (189) Dazu gehören u.a. die Aufgaben:

– Seiner Kirche die effektive Priorität einer wirksamen aktiven Katechese zu gewährleisten, »die Menschen, Mittel und Werkzeuge, natürlich auch das notwendige Geld zur Verfügung« hat. (190)

– Die Sorge für die Katechese mit einem direkten Eingreifen in die Weitergabe des Evangeliums an die Gäubigen wahrzunehmen und gleichzeitig über die Echtheit des Glaubensbekenntnisses und die Qualität der Texte und Arbeitsbehelfe zu wachen, die verwendet werden sollen. (191)

– »Eine echte und tiefe Liebe zur Katechese zu wecken und zu pflegen, eine Liebe, die in einer angemessenen und wirksamen Organisation konkrete Gestalt annimmt«, (192) und mit der tiefen Überzeugung von der Wichtigkeit zu wirken, welche die Katechese für das christliche Leben einer Diözese hat.

– Dafür zu sorgen, »daß die Katecheten für ihre Aufgabe gebührend vorbereitet werden; daß sie die Lehre der Kirche gründlich kennenlernen und auch die psychologischen Gesetze und pädagogischen Fächer theoretisch und praktisch erlernen«. (193)

– In der Diözese einen gegliederten und zusammenhängenden katechetischen Gesamtplan festzulegen, der den wirklichen Bedürfnissen der Gläubigen entspricht und in die diözesanen Pastoralpläne entsprechend eingebettet ist. Dieser Plan muß in seinem Ablauf auch mit den Plänen der Bischofskonferenz koordiniert werden.

Die Priester als Hirten und Erzieher der christlichen Gemeinde

224. Die dem Priester eigene Funktion bei der katechetischen Aufgabe ergibt sich aus dem Weihesakrament, das er empfangen hat. Durch das Weihesakrament werden die Priester kraft der Salbung durch den Heiligen Geist Christus dem Priester gleichgestaltet als Diener des Hauptes zur vollkommenen Auferbauung seines Leibes, der Kirche, und Mitarbeiter des Bischofsstandes. (194) Aufgrund dieser ontologischen Gleichgestaltung mit Christus ist das Priesteramt ein Dienst, der die Gemeinde formt und die anderen Dienste und Charismen koordiniert und kräftigt. In bezug auf die Katechese macht das Weihesakrament die Priester zu »Erziehern im Glauben«. (195) Sie setzen sich deshalb dafür ein, daß die Gläubigen der Gemeinde angemessen gebildet werden und zur christlichen Reife gelangen. (196) Die Priester, die sie sich andererseits bewußt sind, daß ihr »Priestertum des Dienstes« (197) im Dienst des »gemeinsamen Priestertums der Gläubigen« (198) steht, spornen die Berufung und Arbeit der Katecheten an und helfen ihnen, eine Funktion zu erfüllen, die der Taufe entspringt und kraft einer Sendung ausgeübt wird, welche die Kirche ihnen anvertraut. Die Priester kommen so der Aufforderung des II. Vatikanischen Konzils nach, das sie bittet, »die Würde der Laien und die bestimmte Funktion, die den Laien für die Sendung der Kirche zukommt, wahrhaft anzuerkennen und zu fördern«. (199)

225. Die eigentlichen Aufgaben des Priesters und insbesondere des Pfarrers (200) in bezug auf die Katechese sind folgende:

– In der christlichen Gemeinschaft das Gefühl der gemeinsamen Verantwortung für die Katechese als einer Aufgabe zu wecken, die alle angeht, sowie die Dankbarkeit und Hochschätzung gegenüber den Katecheten und ihrer Sendung;

– für die Grundausrichtung der Katechese und ihre entsprechende Planung zu sorgen, indem er sich auf die aktive Beteiligung der Katecheten selbst verläßt und darauf achtet, daß die Katechese »gut strukturiert und gut ausgerichtet« (201) ist;

Berufungen zum katechetischen Dienst zu wecken und wahrzunehmen und als Katechet der Katecheten sich um ihre Ausbildung zu kümmern und sich dieser Aufgabe mit größtem Eifer zu widmen;

– die katechetische Tätigkeit in den Evangelisierungsplan der Gemeinde einzuordnen und besonders für die Verbindung zwischen Katechese, Sakramenten und Liturgie zu sorgen;

– die Verbindung der Katechese seiner Gemeinde mit den diözesanen Pastoralplänen zu gewährleisten, indem er den Katecheten hilft, zu aktiven Mitarbeitern einer gemeinsamen diözesanen Planung zu werden.

Wie die Erfahrung bezeugt, hängt die Qualität der Katechese einer Gemeinde zum größten Teil von der Präsenz und der Tätigkeit des Priesters ab.

Die Eltern, erste Glaubenserzieher ihrer Kinder (202)

226. Das Zeugnis eines christlichen Lebens, das die Eltern im Schoß der Familie geben, erreicht, in Zärtlichkeit und mütterlichen und väterlichen Respekt gehüllt, die Kinder. Diese gewahren auf diese Weise und erleben freudig die durch die Eltern bekundete Nähe Gottes und Jesu, so daß diese erste christliche Erfahrung oftmals eine entscheidende Spur hinterläßt, die während des ganzen Lebens andauert. Dieses religiöse Erwachen des Kindes im Familienkreis hat einen »unersetzlichen« (203) Charakter.

Diese erste Initiation festigt sich, wenn anläßlich gewisser Familienereignisse oder Feste »der christliche oder religiöse Sinn dieser Ereignisse sorgfältig erklärt wird«. (204) Diese Initiation vertieft sich noch mehr, wenn die Eltern die methodischere Katechese, die ihre größeren Kinder in der christlichen Gemeinschaft erhalten, aufgreifen und ihnen helfen, sie zu verinnerlichen und sich zu eigen zu machen. »Die Familienkatechese geht daher jeder anderen Form der Katechese voraus, begleitet und bereichert sie«.(205)

227. Die Eltern empfangen im Sakrament der Ehe die Gnade und die Verantwortung für die christliche Erziehung ihrer Kinder, (206) denen sie die menschlichen und religiösen Werte bezeugen und weitergeben. Dieses zugleich menschliche und religiöse erzieherische Wirken ist ein »echtes und wirkliches Amt«, (207) durch das das Evangelium weitergegeben wird und so sehr ausstrahlt, daß das Leben der Familie selbst zum Glaubensweg und zur christlichen Lebensschule wird. Wenn die Kinder heranwachsen, kommt es zum gegenseitigen Austausch, und »bei einem derartigen Gespräch ist jeder ein Empfangender und Gebender zugleich«.(208)

Darum muß die christliche Gemeinde den Eltern ganz besondere Aufmerksamkeit schenken. Durch persönliche Kontakte, Begegnungen, Kurse und auch durch eine an die Eltern gerichtete Erwachsenenkatechese muß ihnen geholfen werden, die — heute besonders heikle — Aufgabe auf sich zu nehmen, ihre Kinder im Glauben zu erziehen. Das ist noch dringender an den Orten, wo die staatliche Gesetzgebung eine freie Erziehung im Glauben nicht gestattet oder erschwert. (209) In diesen Fällen ist die »Hauskirche« (210) praktisch der einzige Bereich, wo die Kinder und die Jugendlichen eine echte Katechese erhalten können.

Die Ordensleute in der Katechese

228. Die Kirche beruft ganz besonders die Personen des geweihten Lebens zur katechetischen Tätigkeit und spricht den Wunsch aus, »daß die Ordensgemeinschaften alles, was sie an Fähigkeiten und Möglichkeiten besitzen, der spezifischen Aufgabe der Katechese widmen mögen«. (211)

Der besondere Beitrag der Ordensmänner, Ordensfrauen und der Mitglieder der Gesellschaften des apostolischen Lebens zur Katechese ergibt sich aus ihrem besonderen Stand. Das Gelübde der evangelischen Räte, das das Ordensleben bestimmt, stellt für die ganze christliche Gemeinschaft ein Geschenk dar. Im diözesanen katechetischen Wirken wird ihr eigentümlicher und besonderer Beitrag nie ersetzt werden können, weder durch Priester noch durch Laien. Dieser unvergleichliche Beitrag entsteht aus dem öffentlichen Zeugnis ihrer Weihe an Gott, die sie zum lebendigen Zeichen der Wirklichkeit des Gottesreiches macht: »Das Gelübde dieser Räte in einem von der Kirche anerkannten dauernden Lebensstand kennzeichnet das gottgeweihte Leben«. (212) Obwohl die Werte des Evangeliums von jedem Christen gelebt werden sollen, leben doch die Personen des geweihten Lebens in konkreter Weise »die Kirche, die danach trachtet, der Unbedingtheit der Seligpreisungen zu entsprechen«. (213) Das Zeugnis der Ordensleute im Verein mit dem Zeugnis der Laien zeigt das einzige Antlitz der Kirche, die Zeichen des Gottesreiches ist. (214)

229. »Viele Ordensgemeinschaften, weibliche und männliche, sind für die christliche Erziehung von Kindern und Jugendlichen, zumal der verlassensten, gegründet worden«. (215) Dieses Charisma der Stifter läßt viele Ordensmänner und Ordensfrauen heute in der diözesanen Erwachsenenkatechese mitarbeiten. Im Verlauf der Geschichte »haben viele von ihnen das katechetische Wirken der Kirche sehr engagiert mitgetragen«. (216)

Die Gnadengaben der Stifter (217) werden nicht links liegen gelassen, wenn die Ordensleute die katechetische Aufgabe auf sich nehmen. Während sie am Eigencharakter der Katechese festhalten, versehen die Charismen der verschiedenen Ordensgemeinschaften diese gemeinsame Aufgabe mit je eigenen Akzenten von oft großer religiöser, sozialer und pädagogischer Tiefe. Die Geschichte der Katechese beweist die Lebenskraft, die diese Charismen dem erzieherischen Wirken der Kirche gebracht haben.

Die Laienkatecheten

230. Auch die katechetische Betätigung der Laien hat einen besonderen Charakter, der auf ihren Stand in der Kirche zurückgeht: »Den Laien ist der Weltcharakter in besonderer Weise eigen«. (218) Die Laien üben die Katechese von ihrer Einbettung in die Welt her aus, indem sie alle Formen des Engagements mit den anderen Männern und Frauen teilen und der Übermittlung des Evangeliums besondere Sensibilität und Eigenart verleihen. »Diese Evangelisation, das heißt die Verkündigung der Botschaft Christi durch das Zeugnis des Lebens und das Wort, bekommt eine eigentümliche Prägung und besondere Wirksamkeit von da her, daß sie in den gewöhnlichen Verhältnissen der Welt erfüllt wird«. (219)

Da die Laienkatecheten die gleiche Lebensform haben wie die, die sie unterweisen, haben sie einen besonderen Sinn dafür, das Evangelium im konkreten Leben der Menschen zu inkarnieren. Die Katechumenen und die Glaubensschüler können in ihnen ein christliches Modell finden, in das sie ihre Zukunft als Glaubende projizieren können.

231. Die Berufung des Laien zur Katechese entspringt dem Sakrament der Taufe und wird durch die Firmung gestärkt, Sakramente, durch die der Laie teilhat am »priesterlichen, prophetischen und königlichen Amt Christi«. (220) Über die gemeinsame Berufung zum Apostolat hinaus fühlen sich einzelne Laien von Gott innerlich dazu berufen, die Katechetenaufgabe auf sich zu nehmen. Die Kirche weckt und prüft diese göttliche Berufung und erteilt die Sendung, im Glauben zu unterweisen. So lädt der Herr Jesus Männer und Frauen auf eine besondere Weise ein, ihm, dem Lehrer und Ausbilder der Jünger, zu folgen. Dieser persönliche Ruf Jesu Christi und die Beziehung zu ihm sind die wahre Triebkraft des Wirkens des Katecheten. »Diese liebende Erkenntnis Christi weckt das Verlangen, zu verkünden, zu evangelisieren und andere zum Ja des Glaubens an Jesus Christus zu führen«.(221)

Sich zum Katecheten berufen zu fühlen und der von der Kirche dazu erhaltene Auftrag kann, je nach der Eigenart eines jeden, zu verschiedenen Graden des Einsatzes führen. Bisweilen kann der Katechet für bloß eine gewisse Zeit seines Lebens am Dienst der Katechese mitarbeiten oder auch einfach gelegentlich; auch das bleibt stets ein Dienst und eine wertvolle Mitarbeit. Die Wichtigkeit des katechetischen Dienstes rät jedoch dazu, daß es in der Diözese eine gewisse Anzahl von Ordensleuten und Laien gibt, die sich großmütig auf Dauer der Katechese widmen und, öffentlich anerkannt, — in Gemeinschaft mit den Priestern und dem Bischof — dazu beitragen, diesem diözesanen Dienst das kirchliche Erscheinungsbild zu geben, das zu ihm gehört. (222)

Verschiedene Typen von Katecheten, die heute besonders gebraucht werden

232. Der Typus oder die Gestalt des Katcheten in der Kirche weist verschiedene Ausprägungen auf, da die Bedürfnisse der Katechese vielfältig sind.

– »Die Katechisten in den Missionsländern«,(223) auf die dieser Titel ganz besonders zutrifft. »Heute blühende Kirchen hätten ohne sie nicht aufgebaut werden können«. (224) Es gibt solche, »die die spezifische Aufgabe der Katechese haben«, (225) und solche, die »in den verschiedenen Apostolatsformen mitarbeiten«. (226)

– In so mancher von alters her bestehenden Kirche mit großem Priestermangel bedarf es einer Gestalt, welche der des Katechisten in den Missionsländern in gewisser Weise analog ist. Es gilt nämlich, dringenden Bedürfnissen nachzukommen: Belebung der Gemeinde einer kleinen ländlichen Bevölkerung, die die ständige Anwesenheit eines Priesters entbehren müssen; angemessene Form einer Präsenz und missionarischen Durchdringung der »dichtbesiedelten Quartiere von Großstädten«. (227)

– In den Situationen der traditionell christlichen Länder, die einer »Neu-Evangelisierung« (228) bedürfen, werden die Gestalt des Jugendkatecheten und die des Erwachsenenkatecheten unentbehrlich. Diese Katecheten müssen auch für die ständige Katechese sorgen. Bei solchen Aufgaben ist die Rolle des Priesters ebenfalls von entscheidender Bedeutung.

– Weiterhin grundlegend wichtig ist die Gestalt des Katecheten für Kleinkinder, Schulkinder und Heranwachsende, dem die heikle Sendung zukommt, »den ersten Katechismusunterricht und die Vorbereitung auf das Bußsakrament, die heilige Erstkommunion und die Firmung« zu erteilen. (229) Diese Aufgabe ist heute besonders dort wichtig, wo Kinder und Jugendliche aus verschiedenen Gründen »daheim keine entsprechende religiöse Bildung erhalten«. (230)

– Ein Katechetentyp, der heranzubilden ist, ist der des Katecheten für die vorsakramentalen Begegnungen, (231) der für die Welt der Erwachsenen anläßlich der Taufe und der Erstkommunion ihrer Kinder oder des Empfanges des Ehesakraments bestimmt ist. Es ist eine ganz eigene Aufgabe, bei der die Aufnahme, die Erstverkündigung und die Gelegenheit, zum Wegbegleiter auf der Suche nach dem Glauben zu werden, in eins verschmelzen.

– Weitere Katechetentypen sind für besonders sensible Menschengruppen dringend erfordert: für die Menschen des dritten Lebensalters, (232) die eine ihren Verhältnissen angepaßte Darlegung des Evangeliums benötigen; für Personen mit Behinderungen, die außer ihrer vollen Eingliederung in die Gemeinde eine Spezialkatechese brauchen; (233) für die Migranten und die aus der modernen Entwicklung Ausgegrenzten.( 234)

– Es können noch weitere Katechetentypen anzuraten sein. Jede Teilkirche wird in einer Analyse ihrer kulturellen und religiösen Situation ihre eigenen Bedürfnisse entdecken und mit Wirklichkeitssinn jene Typen von Katecheten heranbilden, die sie benötigt. Der Moment, in dem man die Ausbildung der Katecheten in die Wege leiten und organisieren muß, ist eine entscheidend wichtige Aufgabe.

II. KAPITEL
Die Ausbildung
für den Dienst der Katechese

Die Pastoral der Katecheten in der Teilkirche

233. Damit der katechetische Dienst in der Teilkirche gut funktioniert, ist es sehr wichtig, daß man vor allem auf eine angemessene Pastoral der Katecheten zählen kann. Bei dieser ist verschiedenen Aspekten Rechnung zu tragen. Man muß versuchen:

– In den Pfarreien und den christlichen Gemeinschaften Berufungen für die Katechese zu wecken. Da es heute einer immer differenzierteren Katechese bedarf, sind verschiedene Typen von Katecheten heranbilden. »Es braucht spezialisierte Katecheten«. (235) Diesbezüglich sind Auswahlkriterien zu bestimmen.

– Eine gewisse Anzahl vollamtlicher Katecheten heranzubilden, die sich intensiver und dauernd der Katechese widmen können, (236) und dazu Teilzeitkatecheten, deren Zahl für gewöhnlich größer sein wird.

– In den Bereichen der Adressaten, die einer Katechese bedürfen, eine ausgewogenere Verteilung der Katecheten vorzunehmen. Das Wissen um die Notwendigkeit einer Jugend- und Erwachsenenkatechese wird zum Beispiel zur Herstellung eines größeren Gleichgewichtes zwischen ihrer und der Anzahl jener Katecheten führen, die sich der Kinder und der Heranwachsenden annehmen.

– Für das katechetische Wirken verantwortliche Leiter auszubilden, die auf diözesaner, regionaler oder Pfarreiebene Verantwortung übernehmen. (237)

– Die Bildung der Katecheten, sowohl die Grundausbildung als auch die Weiterbildung, angemessen zu organisieren.

– Den Katecheten und der Katechetengruppe als solcher persönliche und geistliche Aufmerksamkeit zu schenken. Das ist im Grunde vor allem Sache der Priester der betreffenden christlichen Gemeinden.

Die Katecheten in den christlichen Gemeinden mit den anderen Seelsorgern zu koordinieren, damit das vielschichtige evangelisierende Wirken nicht isoliert und dem Leben der Gemeinde fremd bleibt.

Bedeutung der Ausbildung der Katecheten

234. Alle diese Aufgaben ergeben sich aus der Überzeugung, daß jede pastorale Tätigkeit, die bei ihrer Verwirklichung nicht auf wirklich ausgebildete und gut vorbereitete Personen zählen kann, an Qualität einbüßt. Die Arbeitsinstrumente können nicht wahrhaft wirkungsvoll sein, wenn sie nicht von gut ausgebildeten Katecheten benützt werden. Darum darf die angemessene Ausbildung der Katecheten nicht zugunsten der Überarbeitung von Texten oder einer besseren Organisation der Katechese vernachlässigt werden.(238)

Infolgedessen muß die katechetische Pastoral auf Diözesanebene der Ausbildung von Laienkatecheten abolute Priorität einräumen. Im Zusammenhang damit und als entscheidendes Element wird man der katechetischen Ausbildung der Priester Beachtung zu schenken haben, sowohl in den Studienplänen der Seminarausbildung als auch in der Zeit der Weiterbildung. Die Bischöfe sind gebeten, für diese Ausbildung höchst gewissenhaft zu sorgen.

Zielsetzung und Wesen der Katechetenausbildung

235. Die Ausbildung sucht die Katecheten zu befähigen, denen, die sich Jesus Christus anzuvertrauen wünschen, das Evangelium zu vermitteln. Die Zielsetzung der Ausbildung verlangt deshalb, daß der Katechet in möglichst hohem Maße dazu befähigt wird, einen Kommunikationsakt zu vollbringen: »Der Höhepunkt und zugleich das Herzstück der katechetischen Ausbildung ist die Eignung und Geschicklichkeit, die Botschaft des Evangeliums auszurichten«. (239)

Die christozentrische Zielsetzung der Katechese, welche die Verbindung des Bekehrten mit Jesus Christus zu fördern sucht, prägt die ganze Ausbildung der Katecheten. (240) Diese strebt ja nichts anderes an, als den Katecheten dazu anzuleiten, einen katechetischen Lehrgang wirkungsvoll zu beseelen, in dem er durch die notwendigen Etappen hindurch Jesus Christus verkündet, mit seinem Leben bekannt macht, indem er es in den Rahmen der ganzen Heilsgeschichte stellt, das Geheimnis des Gottessohnes, der für uns Mensch geworden ist, erklärt; schließlich soll er dem Katechumenen und dem Glaubensschüler helfen, sich durch die Initiationssakramente mit Jesus Christus zu identifizieren. (241) Bei der ständigen Katechese tut der Katechet nichts anderes, als daß er diese Grundaspekte vertieft.

Die christologische Sicht wirkt sich auf die Identität des Katecheten und seine Ausbildung unmittelbar aus. »Einheit und Harmonie des Katecheten sind in dieser christozentrischen Optik zu sehen und bauen sich um eine tiefe Verbundenheit mit Christus und dem Vater im Heiligen Geist auf«.(242)

236. Die Tatsache, daß die Ausbildung den Katecheten dafür tauglich zu machen sucht, das Evangelium im Namen der Kirche weiterzugeben, verleiht der ganzen Ausbildung einen kirchlichen Charakter. Die Ausbildung der Katecheten ist nichts anderes als eine Hilfe für sie, sich in das lebendige, gegenwartsbezogene Bewußtsein, das die Kirche vom Evangelium hat, einzufühlen und so fähig zu werden, es in ihrem Namen weiterzugeben.

Konkreter gesagt, der Katechet vereint sich — in seiner Ausbildung — mit jenem Bestreben der Kirche, die als Braut »das Treuewort, das sie dem Bräutigam gegeben hat, unversehrt und rein bewahrt« (243) und als »Mutter und Lehrerin« das Evangelium in seiner ganzen Echtheit weitergeben will, indem sie es an alle Kulturen, Lebensalter und Situationen anpaßt. Dieser ekklesiologische Charakter der Weitergabe des Evangeliums durchdringt die ganze Ausbildung der Katecheten und gibt ihr ihren wahren Charakter.

Inspirative Kriterien der Katechetenausbildung

237. Um die Ausbildung der Katecheten richtig zu konzipieren, muß man sich vorher einige inspirierende Richtlinien vor Augen halten, welche mit verschiedenen Akzentsetzungen diese Bildung ausmachen.

– Vor allem gilt es, Katecheten auszubilden für die Erfordernisse der Evangelisierung in diesem Augenblick der Geschichte mit seinen Werten, seinen Herausforderungen und seinen Schattenseiten. Um diese Aufgabe zu bewältigen, braucht es Katecheten mit einem tiefen Glauben, (244) einer klaren christlichen und kirchlichen Identität (245) und tiefem sozialen Einfühlungsvermögen. (246) Jeder Ausbildungsplan muß diesen Aspekten Rechnung tragen.

– Bei der Ausbildung wird man sich auch den Begriff Katechese vor Augen halten, den die Kirche heute vertritt. Es gilt Katecheten so auszubilden, daß sie nicht nur eine Lehre, sondern durch Erfüllung von »Aufgaben der Einführung, der Erziehung und der Unterweisung« (247) auch eine christliche Gesamtformung zu vermitteln vermögen. Es braucht Katecheten, die zugleich Lehrer, Erzieher und Zeugen sind.

– Die Stunde der Katechese, die die Kirche erlebt, ist eine Aufforderung, Katecheten auszubilden, die imstande sind, »sich über divergierenden einseitigen Tendenzen zu halten« (248) und eine volle und vollständige Katechese zu bieten. Sie sollen die Wahrheits- und die Sinndimension des Glaubens, die Rechtgläubigkeit und das richtige Handeln (Orthodoxie und Orthopraxis), den sozialen und den kirchlichen Sinn miteinander zu verbinden wissen. Die Ausbildung wird zur gegenseitigen Befruchtung dieser Pole, die zu Polaritäten werden können, beitragen müssen.

– Die Ausbildung von Laienkatecheten darf den Eigencharakter des Laien in der Kirche nicht ignorieren und darf nicht als bloße Synthese der Formung konzipiert werden, welche die Ordensleute oder die Priester erhalten. Ja, man wird sich vor Augen halten müssen, daß »ihre apostolische Bildung vom weltbezogenen Eigencharakter des Laientums selbst und von seiner Spiritualität eine eigene Prägung erhält« (AA 29).

– Die Pädagogik schließlich, an die man sich bei dieser Ausbildung hält, ist von grundlegender Bedeutung. Als allgemeinen Grundsatz gilt es zu betonen, daß zwischen der Pädagogik der katechetischen Ausbildung als ganzer und der Pädagogik eines katechetischen Lehrganges unbedingt ein Zusammenhang bestehen muß. Für den Katecheten wäre es sehr schwierig, in seiner Tätigkeit einen Stil und eine Sensibilität zu improvisieren, zu denen er in seiner Ausbildung nicht angeleitet worden ist.

Die Dimensionen der Ausbildung: Sein, Wissen, praktisches Können

238. Die Ausbildung der Katecheten umfaßt verschiedene Dimensionen. Die tiefste bezieht sich auf das Sein des Katecheten, auf seine menschliche und christliche Dimension. Denn die Ausbildung soll ihm helfen, vor allem als Person, als Glaubender und als Apostel zu reifen. Dazu kommt das, was der Katechet wissen muß, um seine Aufgabe gut zu erfüllen. Von der doppelten Treue zur Botschaft und zum Menschen durchdrungen, verlangt diese Dimension, daß der Katechet die Botschaft, die er weitergibt, und gleichzeitig den Adressaten, der sie empfängt, und das soziale Umfeld, in dem dieser lebt, entsprechend kennt. Schließlich ist da noch die Dimension des praktischen Könnens (Know-how), denn die Katechese ist ein Kommunikationsakt. Die Ausbildung sucht den Katecheten zu einem Erzieher des Menschen und des menschlichen Lebens zu machen.(249)

Menschliche, christliche und apostolische Reife der Katecheten

239. Auf der Grundlage einer anfanghaften menschlichen Reife (250) wird die fortwährend überprüfte und beurteilte Ausübung der Katechese dem Katecheten ermöglichen, im Hinblick auf das emotionale Gleichgewicht, das kritische Bewußtsein, die innere Einheit, die Beziehungs- und Dialogfähigkeit, den konstruktiven Geist und die Gruppenarbeit zu wachsen. (251) Man wird sich vor allem bemühen müssen, sie in der Achtung und Liebe gegenüber den Katechumenen und den Glaubensschülern wachsen zu lassen. »Was ist das für eine Liebe? Sehr viel mehr als die eines Erziehers, es ist die Liebe eines Vaters, ja, noch mehr: die Liebe einer Mutter. Das ist die Liebe, die der Herr von jedem Verkündiger der Frohbotschaft erwartet, von jedem, der die Kirche aufbauen will«. (252)

Die Ausbildung wird gleichzeitig dafür sorgen müssen, daß die Ausübung der Katechese den Glauben des Katecheten fördert und stärkt und ihn so als Glaubenden wachsen läßt. Darum nährt eine solide Ausbildung vor allem die Spiritualität des Katecheten selbst, (253) so daß seine Tätigkeit wirklich dem Zeugnis seines Lebens entspringt. Jedes katechetische Thema, das er behandelt, soll zunächst den Glauben des Katecheten selbst fördern. Denn dadurch, daß man zuerst sich selbst unterweist, unterweist man die anderen.

Darüber hinaus soll die Ausbildung fortwährend das apostolische Bewußtsein des Katecheten, sein Eigenverständnis als Verkünder des Evangeliums stärken. Deshalb soll er das konkrete Evangelisierungsprojekt der eigenen Diözesankirche und das seiner Pfarrei kennen, um sich auf das Bewußtsein einzustellen, das die Teilkirche von ihrer Sendung hat. Die beste Weise, dieses apostolische Bewußtsein zu nähren, besteht darin, sich mit der Gestalt Jesu Christi, des Lehrers und Heranbilders der Apostel, zu identifizieren und sich den Eifer für das Reich, den Jesus bekundet hat, zu eigen zu machen. Von der Ausübung der Katechese her wird die apostolische Berufung des Katecheten — von seiner Weiterbildung genährt — mehr und mehr reifen.

Die biblisch-theologische Ausbildung des Katecheten

240. Der Katechet soll nicht nur Glaubenszeuge, sondern auch Glaubenslehrer sein. Eine biblisch-theologische Ausbildung wird ihn mit einer organischen Kenntnis der rund um das zentrale Geheimnis des Glaubens, Jesus Christus, gegliederten christlichen Botschaft ausstatten.

Der Inhalt dieser lehrmäßigen Ausbildung ist durch die verschiedenen Teile vorgegeben, aus denen sich jede organische Katecheseplanung zusammensetzt:

– die drei großen Etappen der Heilsgeschichte: Altes Testament, Leben Jesu Christi und Geschichte der Kirche;

– die großen Kernpunkte der christlichen Botschaft: Symbolum, Liturgie, sittliches Leben und Gebet.

Auf der Ebene des Theologiestudiums ist der Lehrinhalt bei der Ausbildung eines Katecheten der gleiche wie der, den die Katechese zu vermitteln hat. Die Heilige Schrift wird also »gleichsam die Seele dieser ganzen Ausbildung« sein müssen. (254) Der Katechismus der Katholischen Kirche wird die Lehrgrundlage sein, zusammen mit den Katechismen der eigenen Teil- oder Ortskirche.

241. Diese biblisch-theologische Ausbildung soll folgende Eigenschaften aufweisen:

a) Erstens muß sie eine Ausbildung von synthetischem Charakter sein, die der zu vermittelnden Botschaft entspricht und worin die verschiedenen Elemente des christlichen Glaubens gut aufgebaut und aufeinander abgestimmt in einer organischen Sicht erscheinen, welche die »Hierarchie der Wahrheiten« respektiert.

b) Diese Glaubenssynthese soll so beschaffen sein, daß sie dem Katecheten hilft, im eigenen Glauben zu reifen, und ihn gleichzeitig befähigt, über die Hoffnung Auskunft zu geben, die in der Zeit der Mission vorhanden ist. »Eine theologische Schulung der Laien erweist sich heute nicht nur aufgrund der Dynamik ihrer Glaubensvertiefung, sondern auch aufgrund der Forderung, vor der Welt und ihren schweren und komplexen Problemen die Hoffnung, die in ihnen ist, zu bezeugen, als immer notwendiger«. (255)

c) Sie muß eine theologische Ausbildung sein, die der menschlichen Erfahrung nahe steht und in der Lage ist, die verschiedenen Aspekte der christlichen Botschaft auf das konkrete Leben der Männer und Frauen zu beziehen, »das sie mit dem Licht des Evangeliums beleuchtet, um anzuregen oder in Frage zu stellen«. (256) Sie soll, obwohl sie theologischer Unterricht bleibt, gewissermaßen einen katechetischen Stil annehmen.

d) Schließlich muß sie so beschaffen sein, daß der Katechet »die Botschaft des Evangeliums nicht nur richtig weitergeben kann, sondern auch in der Lage ist, die Glaubensschüler zu befähigen, eben diese Botschaft in aktiver Weise aufzunehmen, und unterscheiden zu können, was auf deren geistlichem Weg mit dem Glauben übereinstimmt«. (257)

Die Humanwissenschaften in der Ausbildung des Katecheten

242. Der Katechet verschafft sich die Kenntnis des Menschen und der Wirklichkeit, in der er lebt, auch durch die Humanwissenschaften, die in unserer Zeit eine außerordentlich hohe Entwicklungsstufe erreicht haben. »In der Seelsorge sollen nicht nur die theologischen Prinzipien, sondern auch die Ergebnisse der profanen Wissenschaften, vor allem der Psychologie und der Soziologie, wirklich beachtet und angewendet werden, so daß auch die Laien zu einem reineren und reiferen Glaubensleben kommen«.(258)

Der Katechet muß wenigstens einige Grundelemente der Psychologie kennenlernen: die psychischen Triebkräfte, die den Menschen bewegen; die Struktur der Persönlichkeit; die tiefsten Bedürfnisse und Sehnsüchte des menschlichen Herzens; die Entwicklungspsychologie und die Etappen des menschlichen Lebenszyklus; die Religionspsychologie und die Erfahrungen, die den Menschen für das Mysterium des Heiligen öffnen.

Die Sozialwissenschaften verschaffen die Kenntnis des sozio-kulturellen Umfeldes, in dem der Mensch lebt und vondem er stark beeinflußt wird. Deshalb ist bei der Ausbildung des Katecheten auch eine »Analyse der soziologischen, kulturellen und wirtschaftlichen Verhältnisse« vorzunehmen, »soweit diese Gegebenheiten des gesamten Lebens Auswirkungen auf die Verbreitung des Evangeliums haben können«. (259)

Zusammen mit diesen Wissenschaften, die vom II. Vatikanischen Konzil ausdrücklich empfohlen werden, sollen bei der Ausbildung der Katecheten noch weitere in der einen oder anderen Weise berücksichtigt werden, insbesondere die Erziehungs- und die Kommunikationswissenschaften.

Verschiedene Kriterien, die den Gebrauch der Humanwissenschaften bei der Ausbildung der Katecheten inspirieren können

243. Dazu gehören:

a) Die Anerkennung der Autonomie der Wissenschaften: »Die Kirche bejaht... die rechtmäßige Eigengesetzlichkeit der Kultur und vor allem der Wissenschaften«. (260)

b) Die evangelische Unterscheidung der verschiedenen psychologischen, soziologischen und pädagogischen Tendenzen und Schulen: ihre Werte und ihre Grenzen.

c) Das Studium der Humanwissenschaften — bei der Ausbildung des Katecheten — ist kein Selbstzweck. Das Sich-Bewußtwerden der existentiellen, psychologischen, kulturellen und sozialen Situation des Menschen hat im Blick auf den Glauben zu geschehen, in dem man ihn erziehen muß. (261)

d) Die Theologie und die Humanwissenschaften müssen sich bei der Ausbildung der Katecheten gegenseitig befruchten. Man muß folglich vermeiden, daß diese Wissenschaften zur einzigen Norm für die Glaubenserziehung werden, während man von den theologischen Kriterien, die sich aus der göttlichen Erziehungskunst herleiten, absieht. Wohl sind es notwendige und grundlegende Wissenschaften, die aber immer in den Dienst eines evangelisierenden Wirkens gestellt sind, das nicht ausschließlich menschlich ist. (262)

Die pädagogische Ausbildung

244. Zusammen mit den Dimensionen, die sich auf das Sein und das Wissen beziehen, muß die Ausbildung des Katecheten auch das Know-how pflegen. Der Katechet ist ein Erzieher, der das Reifen des Glaubens erleichtert, das der Katechumene oder der Glaubensschüler mit der Hilfe des Heiligen Geistes vollzieht. (263)

In diesem entscheidenden Abschnitt der Ausbildung muß man als Erstes bewußt die Eigenart der Glaubenserziehung respektieren. Der Katechet bereitet sich ja darauf vor, das Wachstum einer Glaubenserfahrung zu erleichtern, die nicht er in Verwahrung hat. Sie ist von Gott in das Herz des Mannes und der Frau gelegt worden. Aufgabe des Katecheten ist es bloß, diese Gabe zu pflegen, darzubringen, zu nähren und ihr Wachstum zu unterstützen. (264)

Die Ausbildung wird versuchen, im Katecheten die erzieherische Fähigkeit zur Reife zu bringen; sie beinhaltet: die Fähigkeit, auf die Personen einzugehen, die Geschicklichkeit, die Nachfrage nach Erziehung zu deuten und ihr zu entsprechen, die Initiative, Lernprozesse in Gang zu bringen, und die Kunst, eine Menschengruppe zur Reife zu führen. Wie bei jeder Kunst ist auch hier das Wichtigste, daß der Katechet seinen eigenen Stil, Katechese zu erteilen, erwirbt, indem er die allgemeinen Grundsätze der katechetischen Pädagogik seiner Persönlichkeit anpaßt. (265)

245. Konkreter gesagt: Der Katechet, insbesondere der, der sich vollamtlich der Katechese widmet, muß dazu befähigt werden, unter Erwägung der Umstände das erzieherische Wirken in der Katechetengruppe zu programmieren, einen realistischen Plan auszuarbeiten und — nach dessen Verwirklichung — kritisch zu beurteilen. (266) Er soll imstande sein, eine Gruppe zu leiten, indem er in kluger Weise Techniken der Gruppendynamik anwendet, wie sie die Psychologie anbietet.

Diese erzieherische Fähigkeit und dieses Know-how mit den sich daraus ergebenden Konsequenzen, Haltungen und Techniken »können besser angeeignet werden, wenn sie gleichzeitig mit der Arbeit vermittelt werden (z.B. während der Sitzungen, bei denen die einzelnen Stunden der Katechese vorbereitet oder kritisch besprochen werden)«. (267)

Das Ziel oder Ideal wäre, daß die Katecheten sich als Protagonisten ihres Lernprozesses erwiesen, indem sie die Ausbildung unter das Zeichen der Kreativität und nicht der bloßen Aufnahme äußerer Regeln stellen. Deshalb muß die Ausbildung der Praxis sehr nahe stehen: man muß von jener ausgehen, um zu dieser zu gelangen. (268)

Die Ausbildung der Katecheten innerhalb der christlichen Gemeinden

246. Unter den Ausbildungsorten des Katecheten ist die eigene christliche Gemeinde besonders wichtig. In ihr erfährt der Katechet seine Berufung und nährt ständig sein apostolisches Bewußtsein. Bei der Aufgabe, ihr fortwährendes Reifen als Glaubende und Glaubenszeugen zu gewährleisten, ist die Gestalt des Priesters von entscheidender Bedeutung. (269)

247. Eine christliche Gemeinde kann verschiedene Arten von Bildungsmöglichkeiten für die eigenen Katecheten vorsehen:

a) Eine von ihnen besteht darin, die kirchliche Berufung der Katecheten fortwährend zu fördern, indem man in ihnen das Bewußtsein lebendig erhält, von ihrer Kirche beauftragt zu sein.

b) Ebenfalls sehr wichtig ist es, auf dem ordentlichen Weg, auf dem die christliche Gemeinschaft ihre Seelsorger und die engagiertesten Laien im Glauben erzieht, für die Reifung des Glaubens ihrer Katecheten zu sorgen. (270)

Wenn der Glaube der Katecheten noch nicht reif ist, ist es ratsam, daß sie am katechumenalen Lehrgang für die Jugendlichen und Erwachsenen teilnehmen. Es kann der gewöhnliche der eigenen Gemeinde sein oder ein eigens für sie eingerichteter.

c) Die zusammen mit der Katechetengruppe vorgenommene unmmittelbare Vorbereitung auf die Katechese ist ein ausgezeichnetes Bildungsmittel, vor allem wenn es mit der Beurteilung aller in den Katechesesitzungen gemachten Erfahrungen einhergeht.

d) Im Rahmen der Gemeinde können auch weitere Bildungsaktivitäten veranstaltet werden: Kurse zur Sensibilisierungs für die Katechese, beispielsweise zu Beginn des Seelsorgejahres; Einkehrtage und brüderliches Zusammenleben in den hohen Zeiten des liturgischen Jahres, (271) monographische Kurse über notwendigere oder dringendere Themen; eine systematischere Ausbildung in der Glaubenslehre, beispielsweise durch das Studium des Katechismus der Katholischen Kirche.

Das sind Aktivitäten zur Weiterbildung, die zusammen mit der persönlichen Arbeit des Katecheten sehr angebracht erscheinen. (272)

Katechetenschulen und Höhere Ausbildungszentren für Katechese-Experten

248. Der Besuch einer Katechetenschule (273) ist im Ausbildungsprozeß eines Katecheten eine besonders wichtige Zeit. An vielen Orten werden solche Schulen auf zwei Ebenen geführt: für »gewöhnliche Katecheten« (274) und für »Verantwortliche der Katechese«.

Schulen für gewöhnliche Katecheten

249. Diese Schulen haben zum Ziel, eine organische und systematische katechetische Grundausbildung bereitzustellen. In einem genügend langen Zeitrahmen befaßt man sich mit den im spezifischen Sinn katechetischen Seiten der Ausbildung: christliche Botschaft, Kenntnis des Menschen und des sozio-kulturellen Umfeldes und Glaubenspädagogik.

Die beträchtlichen Vorteile dieser organischen Ausbildung bestehen:

– in ihrer Systematik, da es sich um eine Ausbildung handelt, die von der unmittelbaren praktischen Arbeit weniger in Beschlag genommen wird;

– in ihrer Qualität, die durch spezialisierte Ausbilder gewährleistet wird;

– in der Integration von Katecheten anderer Gemeinden, was die kirchliche Gemeinschaft fördert.

Schulen für Verantwortliche

250. Um die Vorbereitung der in den Pfarreien oder Vikariatszonen für die Katechese Verantwortlichen und auch die jener Katecheten zu fördern, die sich mehr oder weniger ständig und hauptamtlich der Katechese widmen, (275) ist es angebracht, auf diözesaner oder interdiözesaner Ebene Schulen für Verantwortliche zu gründen.

Selbstverständlich wird das Niveau solcher Schulen anspruchsvoller sein. Zusammen mit einem gemeinsamen Grundprogramm sollen darin diejenigen katechetischen Spezialsparten angeboten werden, welche die Diözese in ihren besonderen Verhältnissen für die notwendigsten hält.

Es kann — um Mittel und Finanzen zu sparen — angebracht sein, daß die Ausrichtung dieser Schulen sich auch auf die Verantwortlichen für die verschiedenen pastoralen Tätigkeiten ausweitet, so daß sie zu Bildungszentren für die in der Pastoral Tätigen werden. Im Anschluß an eine gemeinsame (lehrmäßige und anthropologische) Grundausbildung werden sich die Spezialfächer nach den Erfordernissen der verschiedenen pastoralen und apostolischen Tätigkeiten richten, die diesen in der Pastoral eingesetzten Personen anvertraut sind.

Höhere Ausbildungszentren für Katechese-Experten

251. Eine katechetische Ausbildung auf höherer Ebene, zu der auch Priester, Ordensleute und Laien Zugang haben können, sind für die Katechese von lebenswichtiger Bedeutung. Darum wird der Wunsch wiederholt, man möge höhere Institute für katechetische Pastoral fördern bzw. gründen, um Katecheten auszubilden, die imstande sind, die Katechese im Bereich einer Diözese oder in den von den Ordenskongregationen entfalteten Tätigkeitsbereichen zu leiten. Diese höheren Institute können nationalen oder auch internationalen Charakter haben. Sie müssen sich, was den Studienplan, die Dauer der Kurse und die Zulassungsbestimmungen betrifft, den Universitäten angleichen. (276)

Diese Institute werden zusätzlich zur Ausbildung derer, die in der Katechese Leitungsaufgaben übernehmen sollen, auch Katechetikdozenten für die Priesterseminare, die Bildungshäuser und die Katechetenschulen ausbilden. Desgleichen werden sich solche Institute auch der Förderung der entsprechenden katechetischen Forschung annehmen.

252. Diese Ausbildungsebene eignet sich gut zu einer erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen den Kirchen: »Hier kann dann auch die materielle Hilfe der bessergestellten Kirchen für ihre ärmeren Schwesterkirchen am wirksamsten werden. Kann eine Kirche überhaupt einer anderen besser helfen, als wenn sie dazu beiträgt, daß diese durch sich selbst als Kirche wachsen kann?«. (277) Natürlich muß diese Zusammenarbeit von feinfühliger Achtung für die Besonderheiten der ärmeren Kirchen und für deren Eigenverantwortung beseelt sein.

Auf diözesaner oder interdiözesaner Ebene ist es sehr angebracht, daß man sich der Notwendigkeit bewußt wird, Leute auf dieser höheren Ebene auszubilden, wie man das für die anderen kirchlichen Aktivitäten oder für den Lehrbetrieb anderer Fächer eilig vorantreibt.

III. KAPITEL
Orte und Wege der Katechese

Die christliche Gemeinschaft als Heimstätte der Katechese(278)

253. Die christliche Gemeinschaft ist die geschichtliche Verwirklichung der Gabe der »Communio» (koinonia),(279) die eine Frucht des Heiligen Geistes ist.

Die »Communio« drückt den tiefen Kern der Gesamtkirche und der Teilkirchen aus, welche die christliche Gemeinschaft bilden, auf die man sich jeweils bezieht. Diese kommt einem nahe und wird sichtbar in der reichen Vielfalt der unmittelbaren christlichen Gemeinschaften, in denen die Christen zum Glauben geboren werden, in ihm aufwachsen und ihn leben: die Familie, die Pfarrei, die katholische Schule, die christlichen Vereine und Bewegungen, die kirchlichen Basisgemeinden... Sie sind die »Orte« der Katechese, das heißt die gemeinschaftlichen Räume, wo die Katechese katechumenaler Inspiration und die ständige Katechese stattfinden.(280)

254. Die christliche Gemeinschaft ist Ursprung, Ort und Ziel der Katechese. Die Verkündigung des Evangeliums, welche die Menschen auffordert, umzukehren und Christus nachzufolgen, erwächst stets aus der christlichen Gemeinschaft. Und diese Gemeinschaft ist es auch, welche diejenigen aufnimmt, die den Herrn kennenlernen und sich auf ein neues Leben einlassen möchten. Sie begleitet die Katechumenen und die Glaubensschüler auf ihrem katechetischen Weg, läßt sie in mütterlicher Sorge an der eigenen Glaubenserfahrung teilhaben und gliedert sie in ihren Schoß ein. (281) Die Katechese ist stets die gleiche. Aber diese »Orte« (282) der Unterweisung kennzeichnen sie durch je eigene Züge. Es ist wichtig, zu wissen, welche Rolle jeder von ihnen für die Katechese spielt.

Die Familie als Bereich oder Mittel des Glaubenswachstums

255. Die Eltern sind die ersten Erzieher im Glauben. Zusammen mit ihnen haben, vor allem in gewissen Kulturen, alle Familienangehörigen eine aktive Aufgabe bei der Erziehung der jüngeren Glieder. Es soll nun konkreter bestimmt werden, in welchem Sinn die christliche Familiengemeinschaft »Ort« von Katechese ist.

Die Familie ist als »Hauskirche« bezeichnet worden. (283) Das besagt, daß sich in jeder christlichen Familie die verschiedenen Aspekte oder Funktionen des Lebens der ganzen Kirche wiederfinden sollen: Mission, Katechese, Zeugnis, Gebet usw. ... Denn die Familie ist, wie die Kirche, »ein Raum, wo das Evangelium ins Leben übersetzt wird und wo daher dieses Evangelium aufleuchtet«. (284) Die Familie hat als »Ort« der Katechese einen einzigartigen Vorzug: sie vermittelt das Evangelium, indem sie es im Umfeld tiefer menschlicher Werte verwurzelt. (285) Auf dieser menschlichen Grundlage geht die Einführung in das christliche Leben tiefer: das Erwachen zu einem Gottesbewußtsein, die ersten Schritte im Gebet, die Erziehung zum sittlichen Bewußtsein und die Formung des christlichen Empfindens der menschlichen Liebe als eines Widerscheins der Liebe Gottes, des Schöpfers und Vaters. Kurz, es handelt sich um eine christliche Erziehung, die mehr in Zeugnis als in Lehre besteht, mehr zufällig als systematisch erfolgt, eher dauernd und täglich geschieht als in bestimmten Perioden.

Der Taufkatechumenat von Erwachsenen (286)

256. Der Taufkatechumenat ist ein typischer Ort der Glaubensunterweisung; er wurde von der Kirche eingerichtet, um die Erwachsenen, die Christen zu werden wünschen, auf den Empfang der Initiationssakramente vorzubereiten. (287) Im Katechumenat erfolgt wirklich jene »besondere Formung, durch welche der zum Glauben bekehrte Erwachsene zum Bekenntnis seines Glaubens bei der Taufe in der Osternacht veranlaßt wird«. (288)

Die Katechese, die im Taufkatechumenat erteilt wird, ist eng an die christliche Gemeinde gebunden. (289) Die Kirche wendet den Katechumenen vom Augenblick ihres Eintritts in den Katechumenat an »besondere Liebe zu, da sie bereits mit ihr verbunden sind und zum "Haus Christi" gehören...«. (290) Daher soll die christliche Gemeinde »den Bewerbern und den Katechumenen während der ganzen Zeit der Eingliederung beistehen: im Vorkatechumenat, in der entfernteren und näheren Vorbereitung und in der Zeit der Einübung und Vertiefung«.( 291)

Diese ständige Präsenz der christlichen Gemeinde kommt auf verschiedene Weisen zum Ausdruck, die in Die Feier der Eingliederung Erwachsener in die Kirche [= OICA] treffend beschrieben werden.(292)

Die Pfarrei als Bereich der Katechese

257. Die Pfarrei ist zweifellos der bedeutsamste Ort, an dem sich die christliche Gemeinschaft bildet und in Erscheinung tritt. Sie ist dazu berufen, ein familiäres, einladendes Zuhause zu sein, wo sich die Christen bewußt werden, Volk Gottes zu sein. (293) In der Pfarrei schmelzen alle menschlichen Unterschiede, die sich dort finden, zusammen und fließen in die Universalität der Kirche ein. (294) Sie ist zum andern der normale Bereich, wo man im Glauben geboren wird und wächst. Sie bildet deshalb einen gemeinschaftlichen Raum, der sich sehr gut dazu eignet, daß der in ihr vollzogene Dienst am Wort gleichzeitig Belehrung, Erziehung und lebendige Erfahrung ist.

Die Pfarrei macht heute in vielen Ländern einen tiefgreifenden Wandel durch. Die sozialen Veränderungen haben starke Rückwirkungen auf sie. In den Großstädten ist sie »durch das Phänomen der Verstädterung erschüttert worden«. (295) Trotzdem bleibt die Pfarrei »ein Hauptbezugspunkt für die Christen, selbst für die nichtpraktizierenden«.(296) Sie soll jedoch weiterhin »Motor und bevorzugter Ort der Katechese« (297) bleiben, obwohl man zugeben muß, daß sie bei gewissen Anlässen nicht das Gravitationszentrum der ganzen kirchlichen Funktion, Katechese zu erteilen, sein kann, sondern sich mit anderen Institutionen in die Aufgabe teilen muß.

258. Damit es der Pfarrei gelingt, in der evangelisierenden Sendung ihre ganze Wirkkraft zu entfalten, sind einige Voraussetzungen erfordert:

a) Die Erwachsenenkatechese (298) muß immer mehr Gewicht erhalten. Gefördert werden muß »eine Katechese nach der Taufe, nach Art eines Katechumenats, die einige wesentliche Elemente aus dem Ritus der christlichen Einführung für Erwachsene aufnehmen und so dazu beitragen soll, die immensen außerordentlichen Reichtümer und Verantwortungen der empfangenen Taufe zu verstehen und zu leben«. (299)

b) Es gilt, sich mit neuem Mut die Verkündigung an die Fernstehenden und an jene, die in religiöser Gleichgültigkeit leben, planmäßig vorzunehmen. (300) Bei diesem Einsatz können sich die vorsakramentalen Begegnungen (Vorbereitung auf die Trauung, auf die Taufe und die Erstkommunion der Kinder...) als überaus wichtig erweisen. (301)

c) Als solider Bezugspunkt für die Pfarrkatechese ist das Vorhandensein einer Kerngemeinde von reifen, schon in den Glauben eingeführten Christen erforderlich, denen eine angemessene und differenzierte pastorale Sorge zuteil werden muß. Man wird dieses Ziel leichter erreichen können, wenn man in den Pfarreien die Bildung kleiner kirchlicher Gemeinschaften fördert. (302)

d) Wenn diese eben genannten Voraussetzungen, die sich hauptsächlich auf die Erwachsenen beziehen, erfüllt werden, wird die Kinder- und Jugendkatechese — die freilich immer unverzichtbar bleibt — daraus großen Gewinn ziehen.

Die katholische Schule

259. Die katholische Schule (303) ist ein sehr bedeutsamer Ort für die menschliche und christliche Bildung. Die Erklärung Gravissimum educationis des II. Vatikanischen Konzils »bedeutet eine entscheidende Wende in der Geschichte der katholischen Schule: den Übergang von der Schule als Institution zur Schule als Gemeinschaft«. (304)

Die katholische Schule »verfolgt nicht weniger als andere Schulen die Bildungsziele und die menschliche Erziehung der Jugend. Ihre besondere Aufgabe aber ist es,

– einen Lebensraum zu schaffen, in dem der Geist der Freiheit und der Liebe des Evangeliums lebendig ist«;

– dem jungen Menschen zu helfen, »seine Persönlichkeit zu entfalten und zugleich der neuen Schöpfung nach zu wachsen, die er durch die Taufe geworden ist«;

– »die gesamte menschliche Bildung auf die Heilsbotschaft« auszurichten. (305)

Der Erziehungsplan der katholischen Schule soll auf der Grundlage dieser vom II. Vatikanischen Konzil vorgelegten Konzeption entwickelt werden.

Dieses Erziehungsprojekt findet seine Realisierung in der Schulgemeinschaft, zu der all jene gehören, die direkt in sie einbezogen sind: »die Lehrkräfte, das Leitungs-, Verwaltungs- und Hilfspersonal, die Eltern, die als die unersetzlichen natürlichen Erzieher ihrer Kinder zentrale Gestalten sind, und die Schüler, die als wahre Hauptpersonen und aktive Subjekte des Erziehungsprozesses mitbeteiligt und mitverantwortlich sind«.(306)

260. Wenn die Schüler der katholischen Schule mehrheitlich Familien angehören, die mit dieser Schule wegen deren katholischen Charakters verbunden sind, kann an ihr der Dienst am Wort in verschiedenen Formen ausgeübt werden: Erstverkündigung, schulischer Religionsunterricht, Katechese, Homilie. Zwei dieser Möglichkeiten haben jedoch in der katholischen Schule eine besondere Bedeutung:der Religionsunterricht in der Schule und die Katechese, auf deren je eigenen Charakter schon hingewiesen wurde. (307)

Wenn die Schüler und ihre Familien die katholische Schule wegen deren erzieherischer Qualität oder wegen möglicher anderer Umstände besuchen, bleibt das katechetische Wirken zwangsläufig beschränkt und die eigentliche religiöse Unterweisung — sofern sie möglich ist — betont dann den kulturellen Charakter. Der Beitrag dieser Schule bleibt bestehen als ein »äußerst wertvoller Dienst für die Menschen« (308) und als ein der Evangelisierungstätigkeit der Kirche innewohnendes Element.

Angesichts der Vielfalt sozio-kultureller und religiöser Umstände, in denen sich das Wirken der katholischen Schule quer durch die verschiedenen Nationen abspielt, wird es angebracht sein, daß die Bischöfe und die Bischofskonferenzen die Art und Weise der katechetischen Tätigkeit bestimmen, die an der katholischen Schule geleistet werden soll.

Vereinigungen, Bewegungen und Gruppen von Gläubigen

261. Die verschiedenen »Vereinigungen, Bewegungen und Gruppen von Gläubigen«, (309) die sich in der Teilkirche entfalten, haben als Ziel, die Jünger Christi bei der Erfüllung ihrer Sendung als Laien in der Welt und in der Kirche zu unterstützen. In solchen Vereinigungen widmen sich die Christen »Werken der Frömmigkeit, dem direkten Apostolat, der Liebestätigkeit, der Hilfe für Notleidende und der christlichen Präsenz innerhalb der irdischen Wirklichkeit«. (310)

Um diese grundlegenden Elemente des christlichen Lebens intensiv zu pflegen, wird in allen diesen Vereinigungen und Bewegungen auf die eine oder andere Weise eine nötige Ausbildung vermittelt. »Sie können den jeweiligen Methoden entsprechend ihren Mitgliedern eine Erziehung und Bildung anbieten, die in ihrer eigenen apostolischen Erfahrung verankert ist. Ferner ist ihnen die Chance gegeben, die Erziehung und Bildung, die ihre Mitglieder von anderen Menschen und Gemeinschaften empfangen, zu integrieren, zu konkretisieren und spezifisch anzuwenden«. (311)

Die Katechese ist bei der Ausbildung jedes Laien immer ein grundlegendes Element. Deshalb räumen diese Vereinigungen und Bewegungen für gewöhnlich »der ernsthaften religiösen Bildung ihrer Mitglieder einen wichtigen Platz ein«. (312) Die Katechese ist ja nicht eine Alternative zu der von ihnen erteilten christlichen Schulung, sondern eine wesentliche Dimension von ihr.

262. Wenn die Katechese innerhalb dieser Vereinigungen und Bewegungen vor sich geht, sind einige Aspekte zu beachten. Insbesondere die folgenden:

a) Man muß die der Katechese »eigene Natur« (313) respektieren und ihren ganzen Inhaltsreichtum darlegen »mit den dreifachen Dimensionen von Wort, Gedächtnis und Zeugnis« (Lehre, Feier und Lebensengagement). (314) Welches auch immer der »Ort« sein mag, wo sie erteilt wird, ist die Katechese vor allem eine organische Grundausbildung im Glauben. Sie muß deshalb »das gründliche Studium der christlichen Lehre« (315) einschließen und eine seriöse religiöse Ausbildung darstellen, die sich für alle Bereiche des christlichen Lebens offenhält«. (316)

b) Das ist kein Hindernis dafür, daß die eigene Zielsetzung der Vereinigungen und Bewegungen — mit ihren je eigenen Charismen — mit bestimmten Akzenten eine Katechese hervorbringen kann, die jedoch stets ihrem Eigencharakter treu bleiben muß. Die Erziehung durch das Vorlegen der

eigenen Spiritualität einer Vereinigung oder Bewegung — die stets auch von großem Reichtum für die Kirche ist — wird dann in einem auf die christliche Grundausbildung, die zu jedem Christen gehört, folgenden Abschnitt stattfinden. Zuerst muß zu dem erzogen werden, was allen Gliedern der Kirche gemeinsam ist, und erst dann zu dem, was besonderen oder unterschiedlichken Charakter hat.

c) Desgleichen ist zu sagen, daß die Bewegungen und Vereinigungen, was die Katechese betrifft, nicht eine normale Alternative zur Pfarrei darstellen, denn diese ist eine Erziehungsgemeinschaft im eigentlichen Sinn. (317)

Die kirchlichen Basisgemeinden

263. Die kirchlichen Basisgemeinden haben in den letzten Jahrzehnten weite Verbreitung gefunden. (318) Es handelt sich um Gruppen von Christen, die »aus dem Bedürfnis heraus entstehen, das Leben der Kirche noch intensiver zu leben, oder aus dem Wunsch und dem Suchen nach einer persönlicheren Atmosphäre, welche die großen Gemeinden nur schwer bieten können...«. (319)

Die kirchlichen Basisgemeinden sind »Zeichen für die Lebendigkeit der Kirche«. (320) Die Jünger Christi kommen in ihnen zusammen, um aufmerksam das Wort Gottes zu hören, nach mehr geschwisterlichen Beziehungen zu suchen, um in ihrem Leben die christlichen Geheimnisse zu feiern und sich für die Veränderung der Gesellschaft zu engagieren. Zusammen mit diesen eigentlich christlichen Dimensionen treten auch wichtige menschliche Werte zutage: Feundschaft und persönliche Anerkennung, Geist der Mitverantwortung, Kreativität, Antwort auf die Berufung, Interesse für die Probleme der Welt und der Kirche. Daraus kann sich eine bereichernde Gemeinschaftserfahrung ergeben, »ein wahrer Ausdruck der Gemeinschaft und Mittel, um eine noch tiefere Gemeinschaft zu bilden«. (321)

Um authentisch zu sein, muß »jede Gemeinde... in Einheit mit der Teil- und Gesamtkirche leben, in aufrichtiger Gemeinschaft mit den Hirten und dem Lehramt; dabei bemüht sie sich, missionarisch zu wirken und jede ideologische Abschließung oder Instrumentalisierung zu vermeiden«.(322)

264. In den kirchlichen Basisgemeinden kann sich eine sehr fruchtbare Katechese entfalten:

– Die geschwisterliche Atmosphäre, in der man lebt, ist ein passendes Milieu für eine integrale katechetische Tätigkeit, falls sie das Wesen und den Eigencharakter der Katechese zu respektieren weiß.

– Umgekehrt dient die Katechese dazu, das Gemeinschaftsleben zu vertiefen, denn sie sichert die Grundlagen des christlichen Lebens der Gläubigen. Ohne sie werden die kirchlichen Basisgemeinden kaum stabil sein.

– Die kleine Gemeinde ist schließlich ein passendes Ziel für die Aufnahme derjenigen, die einen katechetischen Lehrgang durchlaufen haben.

IV. KAPITEL
Die Organisation der katechetischen Pastoral
in der Teilkirche

Organisation und Ausübung der Verantwortlichkeiten

Der diözesane katechetische Dienst

265. Die Organisation der katechetischen Pastoral hat den Bischof und die Diözese zum Bezugspunkt. Das diözesane katechetische Amt (Officium Catechisticum) ist »das Instrument, durch das der Bischof, als Haupt der Gemeinschaft und Hüter der Lehre, die gesamte Tätigkeit der Katechese in der Diözese lenkt und leitet«. (323)

266. Die Hauptaufgaben des diözesanen katechetischen Amtes sind:

a) Zu analysieren, wie es mit der Glaubenserziehung in der Diözese steht. (324) In dieser Analyse sollten u.a. die realen Bedürfnisse der Diözese in bezug auf die katechetische Praxis festgestellt werden.

b) Ein Aktionsprogramm auszuarbeiten, (325) das klare Ziele angibt, Anleitungen vorlegt und auf konkrete Tätigkeiten hinweist.

c) Die Katecheten zu fördern und auszubilden. Dazu sollen die Zentren errichtet werden, die man als die zweckmäßigsten erachtet. (326)

d) Die für die katechetische Arbeit nötigen Hilfsmittel zu erstellen oder die Pfarreien und Katecheten wenigstens darauf hinzuweisen: Katechismen, Direktorien, Programme für die verschiedenen Altersstufen, Leitfäden für die Katecheten, Material für die Glaubensschüler, audiovisuelle Medien... (327)

e) Die diözesanen katechetischen Einrichtungen im eigentlichen Sinn (Taufkatechumenat, Pfarrkatechese, Gruppe von Verantwortlichen für die Katechese) anzuregen und zu fördern, »die gewissermaßen die Grundzellen der katechetischen Arbeit sind«. (328)

f) Vor allem für die Verbesserung der personalen und materiellen Mittel sowohl auf diözesaner wie auf Pfarrei- und Dekanatsebene zu sorgen. (329)

267. Zur Erfüllung dieser Aufgaben muß das katechetische Amt »eine Gruppe von Personen umfassen, die mit besonderer Zuständigkeit ausgerüstet sein sollen. Der Umfang und die Vielfältigkeit der Fragen, die zu behandeln sind, erfordern, daß die Verantwortlichkeiten auf mehrere wirklich sachverständige Personen zu verteilen sind«. (330) Zweckentsprechend sollte dieses Diözesanamt für gewöhnlich aus Priestern, Ordensleuten und Laien bestehen.

Die Katechese ist im Leben einer Teilkirche eine so grundlegende Tätigkeit, daß »keine Diözese ein eigenes katechetisches Amt entbehren kann«. (331)

Dienste interdiözesaner Zusammenarbeit

268. Diese Zusammenarbeit ist in unserer Zeit außerordentlich fruchtbar. Nicht nur wegen der geographischen Nähe, sondern auch um der kulturellen Homogenität willen ist eine gemeinsame katechetische Arbeit anzuraten. »Es ist vorteilhaft, wenn die verschiedenen Diözesen ihr eigenes Tun mit dem anderer Diözesen verbinden und zum gemeinsamen Nutzen ihre Erfahrungen und Unternehmungen, ihre Fachkenntnisse und Hilfsmittel einbringen, damit die besser ausgerüsteten Diözesen den anderen helfen und ein gemeinsames Aktionsprogramm mit regionalem Charakter aufgestellt werden kann«. (332)

Der Dienst der Bischofskonferenz

269. »Bei der Bischofskonferenz kann ein katechetisches Amt eingerichtet werden, dessen vornehmliche Aufgabe es ist, den einzelnen Diözesen in Fragen der Katechese Hilfe zu leisten«. (333)

Diese vom Codex des kanonischen Rechtes vorgesehene Möglichkeit ist bei den meisten Bischofskonferenzen bereits Realität. Das katechetische Amt oder das nationale Katechesezentrum der Bischofskonferenz hat eine doppelte Funktion:(334)

– Es dient den katechetischen Bedürfnissen, die alle Diözesen des Territoriums betreffen. Es kümmert sich um Publikationen von nationaler Tragweite, um nationale Katechese-Kongresse, um Beziehungen zu den Massenmedien und ganz allgemein um alle die Arbeiten und Aufgaben, die über die Möglichkeiten einer Diözese oder Region hinausgehen.

– Es dient den Diözesen und den Regionen, um die katechetischen Informationen und Vorhaben zu verbreiten, um das katechetische Wirken zu koordinieren und jenen Diözesen, die katechetisch weniger gut ausgerüstet sind, zu helfen.

Wenn der betreffende Episkopat es für angebracht hält, liegt auch die Koordination seiner eigenen Tätigkeit mit der anderer nationaler Ämter des Episkopats und anderer katechetischer Institutionen in der Zuständigkeit des katechetischen Amtes oder nationalen Zentrums; dasselbe gilt für die Zusammenarbeit mit dem katechetischen Wirken auf internationaler Ebene. All das muß immer als Hilfsorgan für die Bischöfe der Bischofskonferenz gesehen werden.

Der Dienst des Heiligen Stuhls

270. »Der Auftrag Christi, aller Kreatur das Evangelium zu predigen, gilt mit und unter Petrus zuerst und unmittelbar ihnen (den Bischöfen)«. (335) Der Dienst des Nachfolgers Petri — bei diesem kollegialen Auftrag Jesu zur Verkündigung und Weitergabe des Evangeliums — übernimmt eine fundamentale Aufgabe. Dieser Dienst ist ja »nicht nur ein globaler Dienst, der jede Kirche von außen erreicht, sondern er gehört schon von innen her zum Wesen jeder Teilkirche«. (336)

Das Petrusamt in der Katechese wird vor allem durch seine Lehrunterweisungen ausgeübt. Was die Katechese betrifft, handelt der Papst auf unmittelbare und besondere Weise durch die Kongregation für den Klerus, die »dem Papst bei der Ausübung seines obersten Hirtenamtes« zur Seite steht. (337)

271. »Aufgrund ihrer Aufgabe

– sorgt sie für die Förderung der religiösen Bildung der Gläubigen jedes Alters und Standes;

– erläßt sie die zweckmäßigen Richtlinien, damit die katechetische Unterweisung angemessen erteilt wird;

– achtet sie darauf, daß die katechetische Ausbildung richtig erfolgt;

– gewährt sie für die Katechismen und für die anderen Schriften zur katechetischen Unterweisung mit der Zustimmung der Kongregation für die Glaubenslehre die vorgeschriebene Approbation des Heiligen Stuhls; (338)

– steht sie den katechetischen Ämtern bei und verfolgt die internationalen Initiativen zur religösen Ausbildung, koordiniert deren Tätigkeiten und bietet ihnen, wenn nötig, Hilfe an«. (339)

Die koordinierte Abstimmung der Katechese

Wichtigkeit einer planmäßigen Abstimmung der Katechese

272. Die koordinierte Abstimmung der Katechese ist innerhalb einer Teilkirche eine wichtige Aufgabe. Sie kann wahrgenommen werden:

– innerhalb der Katechese selbst, zwischen ihren verschiedenen Formen, die sich an unterschiedliche Altersstufen und soziale Umfelder richten;

– in bezug auf die Verbindungen der Katechese mit anderen Formen des Dienstes am Wort und anderen evangelisierenden Aktionen.

Die Abstimmung der Katechese ist nicht nur eine strategische Angelegenheit, um die Evangelisierungsarbeit wirkungsvoller zu machen, sondern sie besitzt eine theologische Grunddimension. Das evangelisierende Wirken muß gut abgestimmt sein, denn es strebt die Glaubenseinheit an, die das gesamte Wirken der Kirche trägt.

279. In diesem Abschnitt ist vorgesehen:

– die innere Abstimmung der Katechese, damit die Teilkirche den Dienst einer einheitlichen und kohärenten Katechese anbietet;

– die Verbindung zwischen dem missionarischen Wirken und der katechumenalen Tätigkeit — die sich gegenseitig ergänzen — im Zusammenhang mit der Mission ad gentes (340) oder einer »Neu- oder Wieder-Evangelisierung«; (341)

– die Notwendigkeit einer gut koordinierten Erziehungspastoral angesichts der Vielfalt von Erziehern, die sich an die gleichen Adressaten, vor allem an Kinder und Jugendliche, wenden.

Das II. Vatikanische Konzil selbst empfahl lebhaft die koordinierte Abstimmung der gesamten Seelsorgstätigkeit, damit die Einheit der Teilkirche immer strahlender zutage trete. (342)

Ein gegliederter und kohärenter Diözesanplan für die Katechese

274. Der Diözesanplan für Katechese ist das globale katechetische Angebot einer Teilkirche, die auf gegliederte, kohärente und koordinierte Weise die verschiedenen katechetischen Prozesse integriert, die von der Diözese den Adressaten der verschiedenen Lebensalter angeboten werden. (343)

In diesem Sinn soll jede Teilkirche, vor allem im Blick auf die christliche Initiation, wenigstens einen zweifachen Dienst anbieten:

a) Einen einheitlichen und zusammenhängenden Lehrgang der christlichen Initiation für Kleinkinder, Kinder, Heranwachsende und Jugendliche, in Hinordnung auf den Empfang der Initiationssakramente und in wechselseitiger Beziehung mit der Erziehungspastoral, in der die Katechese eine zentrale Stellung einnimmt.

b) Einen Lehrgang der Erwachsenenkatechese, der den Christen angeboten wird, die das Verlangen haben, durch die Verwirklichung oder Vervollständigung der mit der Taufe begonnenen Initiation ihrem Glauben ein festes Fundament zu geben.

In nicht wenigen Nationen steht man heute vor der Notwendigkeit eines katechetischen Lehrgangs für ältere Menschen, der jenen Christen angeboten wird, die zur dritten, abschließenden Phase des menschlichen Lebens gelangt sind und, vielleicht zum ersten Mal, wünschen, ihrem Glauben feste Grundlagen zu geben.

275. Diese verschiedenen katechetischen Prozesse, jeder mit möglichen sozio-kulturellen Varianten, sollen nicht getrennt organisiert werden, als ob es sich um »beziehungslos gegeneinander abgeschlossene Bereiche« (344) handelte. Das katechetische Angebot der Teilkirche muß gut aufeinander abgestimmt sein. In bezug auf diese verschiedenen Katecheseformen muß man »sich... dafür einsetzen, daß sie sich vollkommen ergänzen«.(345)

Wie schon früher ausgeführt, ist das organisatorische Prinzip, das den verschiedenen von einer Teilkirche angebotenen katechetischen Prozessen Zusammenhalt gibt, die Beachtung der Erwachsenenkatechese. Sie ist die tragende Achse, um die herum die Katechese der ersten Altersstufen und des dritten Alters kreist und sich inspiriert. (346)

Der Umstand, daß verschiedene katechetische Lehrgänge in einem einzigen diözesanen Katecheseplan angeboten werden, besagt nicht, daß derselbe Adressat einen nach dem andern durchlaufen müsse. Wenn ein junger Mensch mit einem gut fundierten Glauben an die Schwelle des Erwachsenenalters kommt, benötigt er nicht eine katechumenale Katechese für Erwachsene, sondern andere, festere Nahrung, die ihm in seinem dauernden Reifen im Glauben eine Hilfe ist. In der gleichen Situation befinden sich diejenigen, die mit einem gut verwurzelten Glauben das dritte Lebensalter erreichen.

Zusammen mit diesem absolut unerläßlichen Angebot von Initiationslehrgängen muß die Teilkirche auch differenzierte Weiterbildungskatechesen für erwachsene Christen anbieten.

Das katechetische Wirken im Rahmen der Neu-Evangelisierung

276. Mit der Definition der Katchese als eines Elementes des gesamten Evangelisierungsprozesses stellt sich notwendigerweise das Problem der Abstimmung zwischen der katechetischen Tätigkeit und der missionarischen Tätigkeit, die ihr vorausgeht, und der pastoralen Tätigkeit, die auf sie folgt. Es sind ja Elemente, welche »die Katechese entweder vorbereiten oder aus ihr folgen«. (347)

In diesem Sinn ist die Verbindung zwischen der missionarischen Verkündigung, die den Glauben zu wecken sucht, und der Initiationskatechese, die die Grundlagen zu legen versucht, in der Evangelsierung von entscheidender Wichtigkeit.

In gewisser Weise tritt dieser Zusammenhang in der Situation der Mission ad gentes deutlicher in Erscheinung. (348) Die durch die Erstverkündigung bekehrten Erwachsenen treten in den Katechumenat ein, wo sie im Glauben unterwiesen werden.

In der Situation, die eine »Neu-Evangelisierung« (349) erfordert, wird die Abstimmung komplexer, da man manchmal meint, man könne Jugendlichen und Erwachsenen, die zuerst eine Zeit der Verkündigung und der Erneuerung ihrer Bindung an Christus benötigen, eine gewöhnliche Katechese erteilen. Ähnliche Probleme stellen sich in bezug auf die Katechese der Kinder und die Bildung ihrer Eltern. (350) Dann wieder bietet man Erwachsenen, die einer echten Initiationskatechese bedürfen, Formen ständiger Katechese an.

277. Die heutige Situation der Evangelisierung erfordert, daß beide Tätigkeiten, die missionarische Verkündigung und die Initiationskatechese, in der Teilkirche durch einen einheitlichen missonarischen und katechumenalen Evangelisierungsplan in koordinierter Form konzipiert und angeboten werden. Die Katechese muß heute vor allem als die Konsequenz einer wirksamen missionarischen Verkündigung gesehen werden. Der Hinweis im Dekret Ad gentes — das den Katechumenat in den Rahmen des missionarischen Wirkens der Kirche stellt — ist ein sehr gültiges Bezugskriterium für die Katechese. (351)

Die Katechese in der Erziehungspastoral

278. Die Erziehungspastoral in der Teilkirche muß die notwendige Abstimmung zwischen den verschiedenen »Orten« vornehmen, in denen sich die Glaubeserziehung abspielt. Es ist höchst wichtig, »daß alle diese katechetischen Bemühungen wirklich ein und demselben Glaubensbekenntnis gelten, derselben Zugehörigkeit zur Kirche, einem sozialen Engagement, das im selben Geist des Evangeliums gelebt wird«. (352)

Die erzieherische Abstimmung erfolgt grundsätzlich in bezug auf die Kinder, die Heranwachsenden und die jungen Menschen. Es ist richtig, daß die Teilkirche die verschiedenen Sektoren und Bereiche, die im Dienst der christlichen Jugenderziehung stehen, in einen einzigen Plan der Erziehungspastoral integriert. Alle diese Orte ergänzen und vervollständigen sich gegenseitig, während keiner von ihnen, für sich allein genommen, die Ganzheit der christlichen Erziehung zustande bringen kann.

Da es die gleiche, einmalige Person des Kindes und des Jugendlichen ist, die diese verschiedenen Erziehungstätigkeiten empfängt, ist es wichtig, daß die verschiedenen Einflüsse die gleiche Grundinspiration haben. Jeder Widerspruch zwischen diesen Handlungen ist schädlich, da jede von ihnen ihre eigene Besonderheit und Bedeutung hat.

In diesem Sinn ist es für eine Teilkirche höchst wichtig, einen Plan für die christliche Initiation vorzusehen, der die verschiedenen Erziehungsaufgaben integriert und den Erfordernissen der Neu-Evangelisierung Rechnung trägt.

Einige besondere Aufgaben des katechetischen Dienstes

Analyse der Situation und der Erfordernisse

279. Bei der Organisation der katechetischen Tätigkeit muß die Teilkirche die Analyse der Situation zum Ausgangspunkt nehmen. »Der Gegenstand dieser Untersuchung ist vielgestaltig; er umfaßt die Prüfung der pastoralen Arbeit und die Analyse der religiösen Situation, wie auch der soziologischen, kulturellen und wirtschaftlichen Verhältnisse, soweit diese Gegebenheiten des gesamten Lebens auf den Fortschritt der Glaubensverkündigung Einfluß haben können«. (353) Es geht darum, sich in bezug auf die Katechese und ihre Erfordernisse die Wirklichkeit bewußt zu machen.

Konkreter:

– Bei der »Prüfung des pastoralen Handelns« muß man sich klar bewußt sein, wie es um die Katechese steht: ihre tatsächliche Stellung im Evangelisierungsprozeß; das Gleichgewicht und die Verbindung zwischen den verschiedenen katechetischen Sektoren (Kinder, Heranwachsende, junge Menschen, Erwachsene...); die Abstimmung der Katechese auf die christliche Erziehung in der Familie, auf die Erziehung in der Schule, auf den Religionsunterricht in der Schule und auf die anderen Formen der Glaubenserziehung; ihre innere Qualität; die dargebotenen Inhalte und die verwendete Methode; die wesentlichen Eigenschaften der Katecheten und ihre Ausbildung.

– Die »Analyse der religiösen Situation« erforscht vor allem drei eng miteinander zusammenhängende Ebenen: den Sinn für das Heilige, d.h. jene menschlichen Erfahrungen, die wegen ihrer Tiefe geeignet sind, für das Mysterium zu öffnen; den religiösen Sinn, d.h. die konkreten Weisen einer bestimmten Bevölkerung, Gott zu erfassen und zu ihm Verbindung aufzunehmen; und die Glaubenssituationen mit den verschiedenen Typen von Gläubigen. Und im Zusammenhang mit diesen Ebenen die moralische Situation,in der man lebt, mit den hervortretenden Werten und am meisten verbreiteten Schattenseiten und Unwerten.

– Die »sozio-kulturelle Analyse«, von der in den Ausführungen über die Humanwissenschaften in der Ausbildung der Katecheten die Rede war, (354) ist ebenfalls notwendig. Die Katechumenen und die Glaubensschüler müssen auf eine christliche Präsenz in der Gesellschaft vorbereitet werden.

280. Die Situationsanalyse soll auf allen diesen Ebenen »jene, die im Dienst am Wort stehen, überzeugen, daß die menschliche Situation in bezug auf die pastorale Arbeit doppeldeutig ist. Deshalb müssen die Diener des Evangeliums die Möglichkeiten entdecken, die ihrer Tätigkeit in einer neuen und anderen Situation eröffnet werden... Immer ist ein Umgestaltungsprozeß möglich, der zum Glauben führen kann«.(355)

Diese Situationsanalyse ist ein erstes Arbeitsinstrument informativen Charakters, das der katechetische Dienst Seelsorgern und Katecheten anbietet.

Aktionsprogramm und katechetische Anleitungen

281. Nach aufmerksamer Prüfung der Situation muß man zur Formulierung eines Aktionsprogramms schreiten. Dieses bestimmt die Ziele und Mittel der katechetischen Pastoral und die sie regelnden Normen in tiefer Beziehung zu den örtlichen Bedürfnissen und zudem in voller Harmonie mit den Zielsetzungen und Normen der Gesamtkirche.

Das Aktionsprogramm oder der Aktionsplan muß operativ sein, da es sich vornimmt, die diözesane oder interdiözesane katechetische Aktion zu lenken. Seiner Natur entsprechend wird es für gewöhnlich für eine bestimmte Zeitperiode konzipiert, an deren Ende es mit neuen Akzenten, neuen Zielen und neuen Mitteln erneuert wird.

Wie die Erfahrung zeigt, ist das Aktionsprogramm für die Katechese von großem Nutzen, denn durch die Bestimmung einiger gemeinsamer Ziele treibt es dazu an, die Kräfte miteinander zu vereinen und in einer Gesamtperspektive zu arbeiten. Deshalb muß es in erster Linie realistisch, einfach, knapp und klar sein.

282. Zusammen mit dem — vor allem auf die konkreten Maßnahmen — zentrierten Aktionsprogramm erarbeiten verschiedene Episkopate auf nationaler Ebene Arbeitswerkzeuge von mehr reflektierendem und orientierendem Charakter, welche die Richtlinien für eine geeignete und angemessene Katechese liefern. Sie haben verschiedene Bezeichnungen: Katechetisches Direktorium, Katechetische Anleitungen, Basisdokument, Bezugstext usw. Vor allem für die Verantwortlichen und die Katecheten bestimmt, klären sie den Begriff Katechese: ihr Wesen, ihre Zielsetzung, Aufgaben, Inhalte, Adressaten, Methode. Diese Direktorien oder Texte mit allgemeinen Anleitungen, die von den Bischofskonferenzen festgelegt oder unter ihrer Autorität verfaßt wurden, müssen dem für die Katechismen vorgesehenen Vorgang der Ausarbeitung und Approbation folgen. Sie müssen also vor ihrer Promulgation dem Heiligen Stuhl zur Approbation unterbreitet werden. (356)

Diese katechetischen Richtlinien oder Anleitungen sind gewöhnlich ein Element, das die Katechese der Ortskirchen stark inspiriert, und ihre Ausarbeitung ist empfehlenswert und angebracht, da sie unter anderem einen wichtigen Bezugspunkt für die Ausbildung der Katecheten darstellen. Diese Typologie der Hilfsmittel hängt eng und direkt mit der bischöflichen Verantwortung zusammen.

Erstellung von didaktischen Werkzeugen und Mitteln für den katechetischen Unterricht

283. Neben den Werkzeugen, die dazu da sind, die katechetische Tätigkeit als ganze auszurichten und zu progammieren (Situationsanalyse, Aktionsprogramm und katechetisches Direktorium), gibt es Arbeitsinstrumente zum unmittelbaren Gebrauch, die beim Erteilen der Katechese selber verwendet werden. Zu nennen sind an erster Stelle die Lehrtexte, (357) die den Katechumenen und den Glaubensschülern direkt in die Hand gegeben werden. Nützliche Hilfsmittel sind auch die Leitfäden für die Katecheten und, im Fall der Kinderkatechese, für die Eltern. (358) Ebenfalls wichtig sind die audiovisuellen Mittel, die in der Katechese verwendet werden und in bezug auf die eine angebrachte Unterscheidung zu treffen ist. (359)

Das diese Arbeitsinstrumente inspirierende Kriterium soll das der doppelten Treue, der zu Gott und der zum Menschen, sein, das für das ganze Leben der Kirche ein Grundgesetz ist. Es gilt, eine vollkommene Treue zur Lehre mit einer tiefen Anpassung an den Menschen zu verbinden, indem man die Psychologie der Altersstufen und das sozio-kulturelle Umfeld, in dem der Mensch lebt, berücksichtigt.

Kurz, diese katechetischen Arbeitsinstrumente sollen:

– »sich auf das konkrete Leben der Generation beziehen, an die sie sich richten, und deren innere Unruhe, Fragen, Kämpfe und Hoffnungen genau kennen«; (360)

– sich bemühen, »eine für diese Generation verständliche Sprache zu finden«; (361)

– »wirklich darauf abzielen, denen, die sich ihrer bedienen, eine größere Kenntnis der Geheimnisse Christi zu vermitteln, um sie zu einer echten Bekehrung und zu einem Leben zu führen, das dem Willen Gottes mehr entspricht«. (362)

Die Ausarbeitung örtlicher Katechismen: unmittelbare Verantwortlichkeit des bischöflichen Dienstes

284. Das hervorragendste aller Lehrinstrumente für die Katechese sind die Katechismen. (363) Ihre Wichtigkeit ergibt sich daraus, daß die Botschaft, die sie übermitteln, von den Hirten der Kirche als authentisch und richtig anerkannt wird.

Während die katechetische Tätigkeit als ganze stets vom Bischof abhängen soll, ist die Veröffentlichung von Katechismen eine Verantwortlichkeit, die den bischöflichen Dienst sehr direkt betrifft. Die nationalen, regionalen oder diözesanen Katechismen, die unter Mitarbeit der in der Katechese tätigen Personen erstellt werden, stehen unter der letzten Verantwortung der Bischöfe, die in den Teilkirchen die Katecheten schlechthin sind.

Bei der Abfassung eines Katechismus muß man sich vor allem an folgende zwei Richtlinien halten:

a) Volle Übereinstimmung mit dem Katechismus der Katholischen Kirche, der »sicherer und authentischer Bezugstext... für die Ausarbeitung der örtlichen Katechismen« (364) ist.

b) Aufmerksame Beachtung der Normen und Richtlinien für die Darlegung der evangelischen Botschaft, die das Allgemeine Katechetische Direktorium bietet, das ebenfalls »maßgeblicher Bezugspunkt« (365) für die Katechese ist.

285. Die »vorherige Approbation durch den Heiligen Stuhl« (366) — die für die von den Bischofskonferenzen herausgegebenen Katechismen verlangt wird — ist in dem Sinn zu verstehen, daß die Katechismen Dokumente sind, durch welche die Gesamtkirche in den verschiedenen sozio-kulturellen Räumen, in die sie gesandt ist, das Evangelium verkündet und weitergibt und »die Teilkirchen hervorbringt, indem sie in ihnen in Erscheinung tritt«. (367) Die Approbation eines Katechismus ist die faktische Anerkennung, daß er ein für eine bestimmte Situation und Kultur bestimmter Text der Gesamtkirche ist.

SCHLUSS

286. Bei der Formulierung der vorliegenden Anleitungen und Richtlinien hat man sich keine Mühe erspart, damit jede Reflexion in den Lehren des II. Vatikanischen Konzils und der darauf folgenden wichtigsten Äußerungen des Lehramtes der Kirche ihren Ursprung und ihre Grundlage hat. Sorgfältige Beachtung wurde zudem den in der Zwischenzeit gemachten Erfahrungen kirchlichen Lebens der verschiedenen Völker geschenkt. Im Licht der Treue zum Geist Gottes wurde die notwendige Sichtung vorgenommen, stets in Ausrichtung auf die Erneuerung der Kirche und den möglichst guten Dienst der Evangelisierung.

287. Das neue Direktorium wird allen Bischöfen der Kirche, ihren Mitarbeitern und den Katecheten vorgelegt in der Hoffnung, daß es für sie in dem ihnen von der Kirche und dem Geist anvertrauten Dienst, nämlich in den Menschen, die zum Glauben gelangt sind, das Wachstum des Glaubens zu fördern, eine Ermutigung sein möge.

Die hier enthaltenen Anleitungen wollen nicht bloß das Wesen der Katechese und die Normen und Richtlinien angeben und klären, die diesen evangelisierenden Dienst der Kirche bestimmen; sie wollen mit der Kraft des Wortes und dem inneren Wirken des Geistes die Hoffnung derer stärken, die sich auf diesem besonders wichtigen Gebiet des kirchlichen Wirkens abmühen.

288. Die Wirkkraft der Katechese ist und wird immer ein Geschenk Gottes sein durch das Wirken des Geistes des Vaters und des Sohnes.

Diese totale Abhängigkeit der Katechese vom Einwirken Gottes wird vom Apostel Paulus gelehrt, wenn er die Korinther erinnert: »Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen, Gott aber ließ wachsen. So ist weder der etwas, der pflanzt, noch der, der begießt, sondern nur Gott, der wachsen läßt» (1 Kor 3,6-7).

Weder Katechese noch Evangelisierung sind möglich ohne das Wirken Gottes durch seinen Geist. (368) In der katechetischen Praxis können weder die fortschrittlichsten pädagogischen Techniken noch der Katechet, auch wenn er eine noch so gewinnende menschliche Persönlichkeit ist, je das stille und diskrete Wirken des Heiligen Geistes ersetzen. (369) Er ist »wahrlich die Hauptperson für die ganze kirchliche Sendung«; (370) er ist der »innere Lehrer» derer, die dem Herrn entgegenwachsen. (371) Er ist »die innere Triebkraft aller katechetischen Tätigkeit« und »wirkt in allen, die sie ausüben«. (372)

289. Darum sollen im Innersten der Spiritualität des Katecheten die Geduld und die Zuversicht wohnen, daß Gott selbst es ist, der den Samen des Gotteswortes, der auf guten Boden gesät und liebevoll gepflegt worden ist, keimen, wachsen und Frucht bringen läßt! Der Evangelist Markus ist der einzige, der das Gleichnis bringt, wo Jesus die Etappen der stufenweisen ständigen Entwicklung des ausgestreuten Samens eine nach der anderen erklärt: »Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sät; dann schläft er und steht wieder auf, es wird Nacht, es wird Tag, der Samen keimt und wächst, und der Mann weiß nicht wie. Die Erde bringt von selbst ihre Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das volle Korn in der Ähre. Sobald aber die Frucht reif ist, legt er die Sichel an; denn die Zeit der Ernte ist da« (Mk 4,26-29).

290. Die Kirche, die die Verantwortung hat, die Glaubenden zu unterweisen, ruft den Geist des Vaters und des Sohnes an und bittet ihn, daß er die vielen Arbeiten, die vor allem für das Glaubenswachstum und die Nachfolge Jesu Christi, des Retters, vollbracht werden, Frucht bringen und innerlich an Kraft gewinnen läßt.

291. An die Jungfrau Maria, die sah, wie ihr Sohn »heranwuchs und an Weisheit und Gnade zunahm« (Lk 2,52), wenden sich alle, die in der Katechese tätig sind, auch heute im Vertrauen auf ihre Fürbitte. Sie finden in Maria das geistliche Vorbild, um die Erneuerung der heutigen Katechese in Glaube, Hoffnung und Liebe weiterzuführen und zu festigen. Auf die Fürbitte der »Jungfrau des Pfingstfestes« (373) hin entsteht in der Kirche eine neue Kraft, um neue Söhne und Töchter im Glauben hervorzubringen und sie zur Fülle in Christus zu erziehen.

Darío Castrillón Hoyos
Alterzbischof von Bucaramanga
Pro-Präfekt

Crescenzio Sepe
Titularerzbischof von Grado
Sekretär


INHALTSVERZEICHNIS

Namen und Abkürzungen

Abkürzungen der biblischen Bücher und kirchlichen Dokumente

Vorwort

Einführende Darlegung

Die Verkündigung des Evangeliums in der Welt von heute

»Hört! Ein Sämann ging aufs Feld, um zu säen«

Ein Blick auf die Welt vom Glauben aus

Das Saatfeld der Welt

Die Menschenrechte

Die Kultur und die Kulturen

Die sittlich-religiöse Situation

Die Kirche auf dem Saatfeld der Welt

Der Glaube der Christen

Das innere Leben der kirchlichen Gemeinschaft

Situation der Katechese: Lebenskraft und Probleme

Die Aussaat des Evangeliums

Wie die Zeichen der Zeit zu deuten sind

Einige Herausforderungen für die Katechese

Erster Teil

DIE KATECHESE IN DER EVANGELISIERENDEN SENDUNG DER KIRCHE

Der Missionsauftrag Jesu

Bedeutung und Zielsetzung dieses Teiles

Erstes Kapitel

Die Offenbarung und ihre Weitergabe durch die Evangelisierung

Die Offenbarung des Planes der Vorsehung Gottes

Die Offenbarung: Taten und Worte

Jesus Christus, Vermittler und Fülle der Offenbarung

Die Weitergabe der Offenbarung durch die Kirche als Werk des Heiligen Geistes

Die Evangelisierung

Der Evangelisierungsprozeß

Der Dienst am Wort Gottes in der Evangelisierung

Funktionen und Formen des Dienstes am Wort Gottes

Die Umkehr und der Glaube

Der Vorgang ständiger Bekehrung

Die Evangelisierung angesichts unterschiedlicher sozio-religiöser Situationen

Wechselseitiger Zusammenhang zwischen den evangelisierenden Tätigkeiten, die diesen Situationen entsprechen

Zweites Kapitel

Die Katechese im Evangelisierungsprozeß

Erstverkündigung und Katechese

Die Katechese im Dienst der christlichen Initiation

Die Katechese, ein wesentliches »Moment« des Evangelisierungsprozesses

Die Katechese als Dienst an der christlichen Initiation

Grundlegende Merkmale der Initiationskatechese

Die Katechese im Dienst der ständigen Glaubenserziehung

Die ständige Glaubenserziehung in der christlichen Gemeinschaft

Vielfältige Formen ständiger Katechese

Katechese und Religionsunterricht in den Schulen

Der Eigencharakter des Religionsunterrichtes in den Schulen

Das Umfeld Schule und die Adressaten des Religionsunterrichtes

Christliche Familienerziehung, Katechese und Religonsunterricht in den Schulen im Dienst der Glaubenserziehung

Drittes Kapitel

Wesen, Zielsetzung und Aufgaben der Katechese

Die Katechese: eine ihrem Wesen nach kirchliche Tätigkeit

Ziel der Katechese: die Gemeinschaft mit Jesus Christus

Das Ziel der Katechese kommt zum Ausdruck im Bekenntnis des Glaubens an den einen Gott: den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist

Die Aufgaben der Katechese verwirklichen deren Ziel

Die grundlegenden Aufgaben der Katechese: helfen, das Geheimnis Christi zu erkennen, zu feiern, zu leben und zu betrachten

Weitere grundlegende Aufgaben der Katechese: Hinführung und Erziehung zum Gemeinschaftsleben und zur Mission

Einige Überlegungen zu diesen Aufgaben als Ganzes

Der Taufkatechumenat: Aufbau und Mehrstufigkeit

Der Taufkatechumenat als Inspirator der Katechese in der Kirche

Zweiter Teil

DIE BOTSCHAFT DES EVANGELIUMS

Bedeutung und Zielsetzung dieses Teiles

Erstes Kapitel

Normen und Richtlinien für die Darbietung der Botschaft des Evangeliums in der Katechese

Das Wort Gottes, Quelle der Katechese

Die Quelle und »die Quellen« der Botschaft der Katechese

Die Kriterien für die Darbietung der Botschaft

Die Christozentrik der Botschaft des Evangeliums

Die trinitarische Christozentrik der Botschaft des Evangeliums

Eine Botschaft, die das Heil verkündet

Eine Botschaft der Befreiung

Der ekklesiologische Charakter der Botschaft des Evangeliums

Der geschichtliche Charakter des Heilsmysteriums

Die Inkulturation der Botschaft des Evangeliums

Die Unversehrtheit der Botschaft des Evangeliums

Eine organsiche und hierarchisch gegliederte Botschaft

Eine für den Menschen bedeutsame Botschaft

Methodologisches Prinzip für die Darbietung der Botschaft

Zweites Kapitel

»Das ist unser Glaube, das ist der Glaube der Kirche«

Der Katechismus der Katholischen Kirche und das Allgemeine Direktorium für die Katechese

Der Katechismus der Katholischen Kirche

Zielsetzung und Wesen des Katechismus der Katholischen Kirche

Die Gliederung des Katechismus der Katholischen Kirche

Die Inspiration des Katechismus der Katholischen Kirche: die trinitarische Christozentrik und die Erhabenheit der Berufung des Menschen

Das literarische Genus des Katechismus der Katholischen Kirche

Das Glaubensgut und der Katechismus der Katholischen Kirche

Die Heilige Schrift, der Katechismus der Katholischen Kirche und die Katechese

Die katechetische Überlieferung der Kirchenväter und der Katechismus der Katholischen Kirche

Die Katechismen in den Ortskirchen

Die örtlichen Katechismen: ihre Notwendigkeit

Das literarische Genus eines örtlichen Katechismus

Die Aspekte der Anpassung in einem örtlichen Katechismus

Die Kreativität der Ortskirchen bei der Erstellung der Katechismen

Der Katechismus der Katholischen Kirche und die örtlichen Katechismen: die Symphonie des Glaubens

Dritter Teil

DIE PÄDAGOGIK DES GLAUBENS

»Nur einer ist euer Lehrer, Christus« (Mt 23,10)

Bedeutung und Zielsetzung dieses Teiles

Erstes Kapitel

Die Erziehungskunst Gottes,
Quelle und Vorbild der Pädagogik des Glaubens

Die Erziehungskunst Gottes

Die Pädagogik Christi

Die Pädagogik der Kirche

Die göttliche Erziehungskunst, Wirken des Heiligen Geistes in jedem Christen

Göttliche Erziehungskunst und Katechese

Ursprüngliche Pädagogik des Glaubens

Treue zu Gott und Treue zum Menschen

Die »Herablassung« Gottes, Schule für den Menschen

Durch Erziehung evangelisieren und durch Evangelisierung erziehen

Zweites Kapitel

Elemente der Methodik

Die Verschiedenheit der Methoden in der Katechese

Die Beziehung von Inhalt und Methode in der Katechese

Induktive und deduktive Methode

Die menschliche Erfahrung in der Katechese

Die gedächtnismäßige Einprägung in der Katechese

Rolle des Katecheten

Die Aktivität und Kreativität der Glaubensschüler

Gemeinschaft, Person und Katechese

Die Wichtigkeit der Gruppe

Die soziale Kommunikation

Vierter Teil

DIE ADRESSATEN DER KATECHESE

»Das Reich bezieht alle ein« (RM 15)

Bedeutung und Zielsetzung dieses Teiles

Erstes Kapitel

Die Anpassung an den Adressaten: allgemeine Aspekte

Bedürfnis und Recht jedes Glaubenden, eine gediegene Katechese zu erhalten

Bedürfnis und Recht der Gemeinschaft

Die Anpassung will, daß der Inhalt der Katechese gleichsam eine gesunde, bekömmliche Speise sei

Die Anpassung berücksichtigt die unterschiedlichen Umstände

Zweites Kapitel

Die Katechese entsprechend den Altersstufen

Allgemeine Hinweise

Die Erwachsenenkatechese

Die Erwachsenen, an die sich die Katechese wendet

Elemente und Kriterien der Erwachsenenkatechese

Allgemeine und besondere Aufgaben der Erwachsenenkatechese

Besondere Formen der Erwachsenenkatechese

Die Katechese für Kinder im Vorschul– und Schulalter

Situation und Bedeutung des Kleinkind- und Kindesalters

Kennzeichnende Eigenschaften der Katechese für Kleinkinder und Kinder im Schulalter

Kleinkinder und Kinder ohne religiösen Halt in der Familie oder Kinder, die nicht die Schule besuchen

Die Jugendkatechese

Voradoleszenz, Adoleszenz und Jugendalter

Die Bedeutung der Jugend für Gesellschaft und Kirche

Kennzeichnende Eigenschaften der Jugendkatechese

Katechese für alte Menschen

Das dritte Lebensalter, ein Gottesgeschenk an die Kirche

Katechese der Fülle und der Hoffnung

Weisheit und Dialog

Drittes Kapitel

Katechese für besondere Situationen, Mentalitäten und Milieus

Die Katechese für Personen mit Behinderungen

Die Katechese für Menschen am Rande der Gesellschaft

Die Katechese für verschiedene Gruppen

Die milieubezogene Katechese

Viertes Kapitel

Katechese im sozio-religiösen Umfeld

Die Katechese in der Situation von Pluralismus und Komplexität

Die Katechese in Beziehung zur Volksfrömmigkeit

Die Katechese im ökumenischen Umfeld

Die Katechese in Beziehung zum Judentum

Die Katechese im Umfeld anderer Religionen

Die Katechese in Beziehung zu den »neuen religiösen Bewegungen«

Fünftes Kapitel

Die Katechese im sozio-kulturellen Umfeld

Katechese und heutige Kultur

Aufgaben einer Katechese zur Inkulturation des Glaubens

Methodisches Vorgehen

Notwendigkeit und Kriterien der Beurteilung

Die für den Prozeß der Inkulturation Verantwortlichen

Bevorzugte Formen und Wege

Die Sprache

Die Kommunikationsmittel

Anthroplogische Bereiche und Kulturtendenzen

Eingreifen in konkreten Situationen

Aufgaben der Ortskirchen

Geleitete Initiativen

Fünfter Teil

DIE KATECHESE IN DER TEILKIRCHE

Bedeutung und Zielsetzung dieses Teiles

Erstes Kapitel

Der Dienst der Katechese in der Teilkirche und seine Träger

Die Teilkirche

Der Dienst der Katechese in der Teilkirche

Die christliche Gemeinschaft und die Verantwortung für die Katechese

Der Bischof als Erstverantwortlicher für die Katechese in der Teilkirche

Die Priester als Hirten und Erzieher der christlichen Gemeinde

Die Eltern, erste Glaubenserzieher ihrer Kinder

Die Ordensleute in der Katechese

Die Laienkatecheten

Verschiedene Typen von Katecheten, die heute besonders gebraucht werden

Zweites Kapitel

Die Ausbildung für den Dienst der Katechese

Die Pastoral der Katecheten in der Teilkirche

Bedeutung der Ausbildung der Katecheten

Zielsetzung und Wesen der Katechetenausbildung

Inspirative Kriterien der Katechetenausbildung

Die Dimensionen der Ausbildung: Sein, Wissen, praktisches Können

Menschliche, christliche und apostolische Reife der Katecheten

Die biblisch-theologische Ausbildung des Katecheten

Die Humanwissenschaften in der Ausbildung des Katecheten

Verschiedene Kriterien, die den Gebrauch der Humanwissenschaften bei der Ausbildung der Katecheten inspirieren können

Die pädagogische Ausbildung

Die Ausbildung der Katecheten innerhalb der christlichen Gemeinden

Katechetenschulen und Höhere Ausbildungszentren für Katechese-Experten

Drittes Kapitel

Orte und Wege der Katechese

Die christliche Gemeinschaft als Heimstätte der Katechese

Die Familie als Bereich oder Mittel des Glaubenswachstums

Der Taufkatechumenat von Erwachsenen

Die Pfarrei als Bereich der Katechese

Die katholische Schule

Vereinigungen, Bewegungen und Gruppen von Gläubigen

Die kirchlichen Basisgemeinden

Viertes Kapitel

Die Organisation der katechetischen Pastoral in der Teilkirche

Organisation und Ausübung der Verantwortlichkeiten

Der diözesane katechetische Dienst

Dienste interdiözesaner Zusammenarbeit

Der Dienst der Bischofskonferenz

Der Dienst des Heiligen Stuhls

Die koordinierte Abstimmung der Katechese

Wichtigkeit einer planmäßigen Abstimmung der Katechese

Ein gegliederter und kohärenter Diözesanplan für die Katechese

Das katechetische Wirken im Rahmen der Neu-Evangelisierung

Die Katechese in der Erziehungspastoral

Einige besondere Aufgaben des katechetischen Dienstes

Analyse der Situation und der Erfordernisse

Aktionsprogramm und katechetische Anleitungen

Erstellung von didaktischen Werkzeugen und Mitteln für den katechetischen Unterricht

Die Ausarbeitung örtlicher Katechismen: unmittelbare Verantwortlichkeit des bischöflichen Dienstes

Schluß


(1) CD 44.

(2) CT 2.

(3) CT 3.

(4) Entspricht dem II. Teil des DCG (1971).

(5) Mit den gleichen Zielsetzungen wie der III. Teil des DCG (1971).

(6) Entspricht dem IV. Teil des DCG (1971).

(7) Entspricht dem V. Teil des DCG (1971). Obwohl einige unter Anführung einsichtiger Gründe dazu geraten hatten, diesen Teil dem über die Glaubenserziehung voranzustellen, zog man es angesichts der Neugestaltung des dritten Teiles vor, die Reihenfolge des Textes von 1971 beizubehalten. Man will damit betonen, daß die Beachtung des Adressaten Mitwirkung und Konsequenz der göttlichen Pädagogik ist, der »Herablassung« Gottes in die Heilsgeschichte (DV 13), seines Sich-Anpassens in der Offenbarung an die Verfassung des Menschen.

(8) Nimmt alle Elemente des VI. Teiles des DCG (1971) auf.

(9) Vgl. DCG (1971), Vorwort.

(10) Vgl. ebd.

(11) Vgl. ebd.

(12) GS 1.

(13) GS 2.

(14) GS 2.

(15) Vgl. SRS 35.

(16) SRS 13b; vgl. EN 30.

(17) Vgl. CT 29.

(18) SRS 41; vgl. Dokumente der Bischofssynode, II: De iustitia in mundo (30. Nov. 1971), III, »Erziehung zur Gerechtigkeit«: AAS 63 (1971), S. 935-937; und LG 77.

(19) SRS 42; vgl. ChL 42; KKK 2444-2448; TMA 51.

(20) Johannes XXIII., Enzyklika Pacem in terris (11. April 1963), 927: AAS 55 (1963), S. 261-270. Hier werden die für die Kirche grundlegendsten Menschenrechte genannt. In Nr. 28-34 (AAS 55 [1963])

(21) Vgl. SRS 15a.

(22) Vgl. PP 14; CA 29.

(23) ChL 5d; vgl. SRS 26b; VS 31c.

(24) Vgl. ChL 5a; SYN 1985, II, D, 1.

(25) Vgl. SRS 15; KKK 2444; CA 57b.

(26) ChL 37a; vgl. CA 47c.

(27) Vgl. AG 22a.

(28) GS 5.

(29) GS 54.

(30) GS 56c.

(31) Vgl. EN 20; CT 53.

(32) GS 19.

(33) Ebd.

(34) EN 55; vgl. 19 u. LC 41.

(35) SYN 1995, II, A, 1.

(36) ChL 4.

(37) Vgl. RM 38.

(38) CA 29 ad c; 46c.

(39) Vgl. GS 36. Johannes Paul II. stellt in der Enzyklika Dominum et vivificantem (18. Mai 1986), Nr. 38: AAS 78 (1986), S. 851-852, auch folgenden Zusammenhang her: »Die Ideologie des "Todes Gottes" beweist in ihren Auswirkungen leicht, auf theoretischer Ebene eine Ideologie des "Todes des Menschen" zu sein«.

(40) VS 101; vgl. EV 19, 20.

(41) CT 3; vgl. SYN 1977, 4.

(42) TMA 36 b; vgl. GS 19 c.

(43) EN 52; vgl. CT 19 u. 42.

(44) EN 56.

(45) EN 52.

(46) EN 48; vgl. CT 54; ChL 34b; DCG (1971) 6; SYN 1985, II, A, 4.

(47) EN 52.

(48) Vgl. EN 52; CT 44.

(49) Vgl. ChL 34b; RM 33d.

(50) LG 10.

(51) SYN 1985, I,3.

(52) Ebd.

(53) Kongregation für die Glaubenslehre, Schreiben Communionis notio (28. Mai 1992), Nr. 1: AAS 85 (1993), S. 838; vgl. TMA 36e.

(54) Vgl. CT 19b.

(55) Vgl. CT 43.

(56) Vgl. CT 27b.

(57) DV 10c.

(58) Vgl. CT 29b.

(59) Vgl. CT 30.

(60) CT 23.

(61) Vgl. CT 58.

(62) Vgl. EN 63.

(63) Vgl. FC 4b; vgl. ChL 3e.

(64) GS 11; vgl. GS 4.

(65) Vgl. GS 62e; FC 5c.

(66) Vgl. Mk 1,15 u. par.; RM 12-20; KKK 541-560.

(67) Vgl. Mt 5,3-12.

(68) Vgl. Mt 5, 1-7,29.

(69) Vgl. Mt 13,11.

(70) Vgl. Mt 18,1-35.

(71) Vgl. Mt 24,1-25,46.

(72) DV 3.

(73) Vgl. 2 Petr 1,4; KKK 51-52.

(74) DV 2.

(75) Vgl. Eph 1,9.

(76) DV 2.

(77) EN 11.

(78) Vgl. GS 22a.

(79) Vgl. Eph 2,8; EN 27.

(80) Vgl. EN 9.

(81) Vgl. Joh 11,52; AG 2b e 3a.

(82) Vgl. DV 15; CT 58; ChL 61; KKK 53, 122; Hl. Irenäus von Lyon, Adversus haereses, III, 20, 2: SCh 211. 389-393. Siehe im vorliegenden Direktorium III. Teil, Kap. 1.

(83) KKK 54-64.

(84) DV 2.

(85) Vgl. DCG (1971) 11b.

(86) Vgl. Hebr 1,1-2.

(87) DV 4.

(88) Vgl. Lk 24,27.

(89) KKK 65; Der hl. Johannes vom Kreuz drückt es so aus: »Er hat uns alles einmal in diesem einen Wort gesagt« (Salita al Monte Carmelo, 2,22; vgl. Stundengebet, I, Lesungen vom Montag der zweiten Adventswoche).

(90) Vgl. CT 5; KKK 520 u. 2053.

(91) KKK 125, wo auf DV 18 Bezug genommen wird.

(92) CT 5. Mit dem Thema Christozentrik setzen wir uns eingehender auseinander in: »Ziel der Katechese: die Gemeinschaft mit Jesus Christus« (I. Teil, Kap. 3) und »Die Christozentrik der evangelischen Botschaft« (II. Teil, Kap. 1).

(93) Vgl. DV 7.

(94) Vgl. DV 7a.

(95) Vgl. DV 8 und KKK 75-79.

(96) DV 10b; vgl. KKK 85-87.

(97) LG 48; AG 1; GS 45; vgl. KKK 774-776.

(98) Vgl. Kol 1,6.

(99) In Dei verbum (Nr. 2-5) und im Katechismus der Katholischen Kirche (Nr. 50-175) ist die Rede vom Glauben als Antwort auf die Offenbarung. Hier im Direktorium für die Katechese hat man es aus katechetisch-pastoralen Gründen vorgezogen, den Glauben mehr mit der Evangelisierung als mit der Offenbarung zu verbinden, da ja letztere tatsächlich den Menschen normalerweise durch die evangelisierende Sendung der Kirche erreicht.

(100) EN 14.

(101) EN 18.

(102) Vgl. Mt 28,19-20.

(103) Vgl. Apg 1,8.

(104) Vgl. Mt 28,19.

(105) EN 17.

(106) EN 28.

(107) Vgl. EN 22a.

(108) Vgl. EN 47b.

(109) Vgl. EN 18.

(110) EN 24d.

(111) Vgl. EN 14.

(112) AG 6b.

(113) Bei der Dynamik der Evangelisierung gilt es die »Anfangssituationen« (initia), die »stufenweisen Entwicklungen« (gradus) und die Situation der Reife zu unterscheiden: »Jeder der genannten Bedingungen bzw. Stadien müssen eigene Wirkformen und geeignete Mittel entsprechen« (AG 6).

(114) Vgl. EN 18-20 und RM 52-54; AG 11-12, 22.

(115) Vgl. EN 21 u. 41; RM 42-43; AG 11.

(116) EN 51. 52. 53; CT 18. 19. 21. 25; RM 44.

(117) Vgl. AG 13; EN 10 u. 23; CT 19; RM 46.

(118) EN 22; CT 18; vgl. AG 14 und RM 47.

(119) AG 14; KKK 1212; vgl. KKK 1229-1233.

(120) Vgl. EN 23; CT 24; RM 48-49; vgl. AG 15.

(121) Vgl. ChL 18.

(122) Vgl. ChL 32, wo der enge Zusammenhang zwischen »Gemeinschaft« und »Mission« aufgezeigt wird.

(123) Vgl. EN 24.

(124) CT 18.

(125) Vgl. AG 6f; RM 33 u. 48.

(126) Vgl. Apg 6,4. Der Dienst am göttlichen Wort wird in der Kirche vollbracht:

– von den geweihten Hirten (d.h. Bischöfen und Priestern) (vgl. CIC 756-757);

– von den Mitgliedern der Institute des geweihten Lebens kraft ihrer Weihe an Gott (vgl. CIC 758);

– von den gläubigen Laien kraft ihrer Taufe und Firmung (vgl. CIC 759).

Zum Begriff Dienst (servitium) ist zu sagen, daß nur der ständige Bezug auf den einen, ursprünglichen Dienst Christi gestattet, den Ausdruck Dienst bis zu einem gewissen Maß auch auf die nichtgeweihten Gläubigen unzweideutig anzuwenden... In der ursprünglichen Bedeutung drückt er das Wirken aus, mit dem die Mitglieder der Kirche die Sendung Christi für sich und für die Welt fortsetzen. Wenn der Begriff hingegen in der Beziehung und Gegenüberstellung zwischen den verschiedenen munera und officia (Ämter und Aufgaben) differenziert wird, dann ist sehr genau darauf zu achten, daß er allein kraft des Weihesakramentes jene Fülle und Eindeutigkeit der Bedeutung erhält, welche die Überlieferung ihm immer zugeschrieben hat (vgl. Johannes Paul II., Ansprache an das Symposion über die »Teilnahme der gläubigen Laien am priesterlichen Dienst«, Nr. 4: L'Osservatore Romano, 23. April 1994, S. 4).

(127) EN 22; vgl. EN 51-53.

(128) Vgl. EN 42-45.54.57.

(129) DV 8c.

(130) PO 4b; vgl. CD 13c.

(131) Im Neuen Testament erscheinen sehr verschiedene Formen dieses einen Dienstes: »Verkündigung«, »Unterweisung«, »Ermahnung«... Der Reichtum an Ausdrücken ist bemerkenswert.

(132) Die Muster, nach welchen der eine Dienst am Wort vollzogen wird, sind eigentlich nicht mit der christlichen Botschaft verhaftet. Es sind eher Akzentuierungen, Tönungen, mehr oder weniger deutliche Entwicklungen, die der Glaubenssituation jedes Menschen und jeder menschlichen Gruppe in ihren konkreten Verhältnissen angepaßt sind.

(133) Vgl. EN 51-53.

(134) AG 14.

(135) Es gibt Gründe verschiedener Natur, welche die Bezeichnungen »ständige Glaubenserziehung« oder »fortdauernde Katechese« rechtfertigen, sofern nicht der vorrangige, grundlegende, strukturiende und spezifische Charakter der Katechese als Grundinitiation relativiert wird. Der Ausdruck »ständige Glaubenserziehung« breitet sich seit dem II. Vatikanischen Konzil in der katechetischen Praxis aus, um allein eine zweite Stufe von Katechese zu bezeichnen, die auf die Initiationskatechese folgt, und nicht die katechetische Tätigkeit als ganze. Man beachte, wie diese Unterscheidung zwischen Grundausbildung und Weiterbildung in bezug auf die Ausbildung der Priester in das Nachsynodale Apostolische Schreiben Pastores dabo vobis (25. März 1992), Kap. V u. VI, besonders Nr. 71: AAS 84 (1992), S.729ff.; 778ff.; 782-783, Eingang gefunden hat.

(136) DCG (1971) 19d.

(137) Vgl. SC 35; KKK 1154.

(138) Vgl. Kongregation für die Glaubenslehre, Instruktion Donum veritatis über die kirchliche Berufung des Theologen (24. Mai 1990), Nr. 6: AAS 82 (1990), S. 1552.

(139) DCG (1971) 17; vgl. GS 62g.

(140) Vgl. Röm 10,17; LG 16 und AG 7; vgl. KKK 846-848.

(141) Vgl. AG 13a.

(142) Vgl. CT 5b.

(143) Vgl. CT 20b.

(144) Vgl. KKK 166-167.

(145) Vgl. KKK 150, 153 u. 176.

(146) DV 5.

(147) KKK 177.

(148) Vgl. EN 10; AG 13b; KKK 1430-1431.

(149) EN 23.

(150) Vgl. AG 13.

(151) Vgl. RM 45c.

(152) Vgl. RM 46d.

(153) DV 5; vgl. KKK 153.

(154) DV 5; vgl. KKK 153.

(155) KKK 149.

(156) CT 20a: »Es geht tatsächlich darum, auf der Ebene des Bewußtseins und im Leben den Samen des Glaubens zum Wachsen zu bringen, den der Heilige Geist bei der Erstverkündigung gesät hat«.

(157) Vgl. RM 46b.

(158) Vgl. 1 Petr 2,2; Hebr5,13.

(159) Eph 4,13.

(160) OICA 12.

(161) Vgl. Eusebius von Cäsarea, Praeparatio evangelica, I, 1: SCh 206, 6; LG 16; AG 3a.

(162) ChL 4c.

(163) OICA 12 u. 111.

(164) Vgl. OICA 6 u. 7.

(165) AG 13b.

(166) Vgl. AG 13; EN 10; RM 46; VS 66; OICA 10.

(167) AG 13b.

(168) Vgl. SYN 1977 8b; KKK 187-189.

(169) Mt 5,48; vgl. LG 11c, 40b, 42e.

(170) Vgl. DV 24; EN 45.

(171) Vgl. RM 33.

(172) RM 33b.

(173) RM 33b. Es ist wichtig, sich bewußt zu machen, welche »Bereiche« (fines) RM der »Mission ad gentes« zuweist. Es handelt sich nicht nur um »gebietsbezogene Bereiche« (RM 37 ad a), sondern auch um »neue soziale Welten und Phänomene« (RM 37 ad b), wie z.B. die Großstädte, die Welt der Jugendlichen, die Aus- und Einwanderungen..., und um »Kulturbereiche und moderne Areopage« (RM 37 ad c), wie z.B. die Welt der Medien, der Wissenschaft, der Ökologie... Dementsprechend vollzieht eine Teilkirche, die in einem Territorium schon eingepflanzt ist, die »Mission ad gentes« nicht nur außerhalb, sondern auch innerhalb ihrer Grenzen.

(174) RM 33c.

(175) RM 33d.

(176) Ebd.

(177) RM 34b.

(178) RM 34c. Der Text spricht konkret von der gegenseitigen Bereicherung zwischen der Mission ad intra und der Mission ad extra. In RM 59c wird im gleichen Sinn aufgezeigt, wie die »Mission ad gentes« die Völker zur Entwicklung anspornt, während die »Neu-Evangelisierung« in den bereits entwickelten Ländern ein klares Solidaritätsbewußtsein gegenüber den anderen schafft.

(179) Vgl. RM 31. 34.

(180) SYN 8.

(181) DCG (1971) 20; vgl. CT 43; IV. Teil, Kap. 2.

(182) CT 19.

(183) Mk 16,15 u. Mt 28,19.

(184) Mk 16,16.

(185) Vgl. CT 19; DCG (1971) 18.

(186) OICA 9-13; vgl. CIC 788.

(187) Im vorliegenden Direktorium wird vorausgesetzt, daß der Adressat der »kerygmatischen Katechese« oder »Vorkatechese« gewöhnlich ein Interesse am Evangelium habe oder eine innere Unruhe verspüre. Ist das absolut nicht der Fall, bedarf es der »Erstverkündigung«.

(188) Vgl. OICA 9, 10, 50; CT 19.

(189) CT 18; vgl. CT 20c.

(190) CT 18.

(191) Ebd.

(192) AG 14.

(193) CT 18.

(194) Hl. Kyrillos von Jerusalem, Catecheses illuminandorum, I, 11: PG 33, 351-352.

(195) Vgl. Mt 7,24-27.

(196) CT 13; vgl. CT 15.

(197) KKK 1122.

(198) AG 14; vgl. KKK 1212, 1229.

(199) KKK 1253. Im Taufkatechumenat der Erwachsenen, eben der Mission ad gentes, geht die Katechese der Taufe voraus. In der Katechese der Getauften (Kinder, Jugendliche oder Erwachsene) folgt die Bildung auf sie. Doch auch in diesem Fall hat die Katechese zum Ziel, den großen Reichtum der schon empfangenen Taufe entdecken und ins Leben umsetzen zu lassen. KKK 1231 verwendet den Ausdruck Katechumenat nach der Taufe. ChL 61 nennt sie Katechese nach der Taufe.

(200) Vgl. CD 14.

(201) CT 22; vgl. CT 18d, 21b.

(202) Vgl. CT 21.

(203) CT 21. Zwei Gründe verdienen, in diesem von Catechesi tradendae übernommenen Synodenbericht unterstrichen zu werden: das Bemühen, einem pastoralen Problem Rechnung zu tragen (»Ich bestehe auf der Notwendigkeit eines organischen und systematischen Religionsunterrichts, denn von verschiedener Seite ist man geneigt, seine Wichtigkeit herunterzuspielen« [CT 21]

(204) CT 21.

(205) Vgl. CT 20; Hl. Augustinus, De catechizandis rudibus, IV, 8: CCL 46, 128-129.

(206) Vgl. CT 21b.

(207) Vgl. CT 21c.

(208) Vgl. AG 14; CT 33 u. KKK 1231.

(209) Vgl. DCG (1971) 31.

(210) CT 24.

(211) DV 21.

(212) Joh 17,21.

(213) CT 48; vgl. SC 52; DV 24; DCG (1971) 17; Missale Romanum, Ordo Lectionum Missae, Nr. 24, Editio Typica Altera, Libreria Editrice Vaticana 1981.

(214) Vgl. DV 21-25; Päpstliche Bibelkommission, Dokument Die Bibelauslegung in der Kirche (21. September 1993), IV, C, 2-3, Vatikanstadt 1993.

(215) SRS 41; vgl. CA 5. 53-62; DCG (1971) 26; Kongregation für die Katholische Erziehung, Dokument Orientamenti per lo studio e l'insegnamento della dottrina sociale della Chiesa nella formazione sacerdotale $[Richtlinien für Studium und Lehre der Soziallehre der Kirche in der Priesterausbildung$

(216) Vgl. CT 23; vgl. SC 35 ad 3; CIC 777, ad 1 u. 2.

(217) Vgl. CT 21c u. 47; DCG (1971) 96c, d, e, f.

(218) Vgl. 1 Petr 3,15; Kongregation für die Glaubenslehre, Instruktion Donum veritatis, 6b: aaO. 1552. Vgl. auch CT 61 über die Wechselbeziehung zwischen Katechese und Theologie.

(219) CT 45c.

(220) Kongregation für die Katholische Erziehung, Religiöse Dimension der Erziehung an der katholischen Schule (7. April 1988), Nr. 68; vgl. Johannes Paul II., Ansprache an die Priester der Diözese Rom (5. März 1981): Insegnamenti di Giovanni Paolo II, IV1, S. 629-630; CD 13c; CIC 761.

(221) Hl. Kongregation für die Katholische Erziehung, Dokument L'école catholique [Die katholische Schule]

(222) CT 69. Man halte fest, daß für CT 69 die Eigenart des Religionsunterrichts in der Schule nicht allein darin besteht, den Dialog mit der Kultur im allgemeinen zu ermöglichen, da dieser alle Formen des Dienstes am Wort betrifft. Im Religionsunterricht in den Schulen sucht man diesen Dialog im persönlichen Prozeß der systematischen und kritischen Initiation und in der von der Schule geförderten Begegnung mit dem Kulturerbe auf direktere Weise voranzubringen.

(223) Vgl. Kongregation für die Katholische Erziehung, Religiöse Dimension der Erziehung in der katholischen Schule. Richtlinien für die Reflexion und Revision, Nr. 70, aaO.

(224) Vgl. Johannes Paul II., Ansprache an das Symposion des Rates der Bischofskonferenzen Europas über den katholischen Religionsunterricht an den öffentlichen Schulen (15. April 1991): Insegnamenti..., XIV1, S. 780f.

(225) Ebd.

(226) Vgl. CT 69; Kongregation für die Katholische Erziehung, Religiöse Dimension der Erziehung in der katholischen Schule..., Nr. 66, aaO.

(227) Vgl. CT 33.

(228) Vgl. CT 34.

(229) Vgl. die Ausführungen in Kap. 1 dieses Teiles über »Die Weitergabe der Offenbarung durch die Kirche als Werk des Heiligen Geistes« und im II. Teil, Kap. 1, »Der kirchliche Charakter der evangelischen Botschaft«. Vgl. auch EN 60, wo jede Evangelisierungstätigkeit als zutiefst kirchliches Tun definiert wird.

(230) Vgl LG 64; DV 10a.

(231) VGl. DCG (1971) 13.

(232) Vgl. AG 22a.

(233) Vgl. CT 28; OICA 25 und 183-187. Die traditio-redditio symboli (Überreichung und Zurückgabe des Symbolum) war und ist ein wichtiges Element des Taufkatechumenats. Die Zweipoligkeit dieser zeichenhaften Handlung drückt die doppelte Dimension des Glaubens aus: empfangene Gabe (traditio) und einer persönlichen und inkulturierten Antwort (redditio). Vgl. CT 28, wo die Überlegung angestellt wird: Sollte man nicht »eine noch erweiterte, wenn auch angepaßte Verwendung« dieses »ausdruckstarken Ritus« vorsehen?

(234) Vgl. LG 64.

(235) KKK 169. Die Beziehung zwischen der Mutterschaft der Kirche und ihrer Erziehungsfunktion wurde vom hl. Gregor dem Großen sehr treffend zum Ausdruck gebracht: »Nachdem sie bei der Empfängnis ihrer Kinder dank des Predigtdienstes befruchtet worden ist, läßt die Kirche mit ihren Unterweisungen sie in ihrem Schoß wachsen« (Moralia in Iob, XIX, 12: CCL 143a, 970).

(236) CT 5; vgl. KKK 426; AG 14a. In bezug auf diese christologische Zielsetzung der Katechese vgl. die Ausführungen im I. Teil, Kap. 1 »Jesus Christus Mittler und Fülle der Offenbarung«, und im II. Teil, Kap. 1: »Die Christozentrik der evangelischen Botschaft«.

(237) AG 13b.

(238) CT 20c.

(239) LG 7b.

(240) SYN 1977, 8; vgl. KKK 185-197.

(241) Vgl. KKK 189.

(242) Vgl. KKK 189-190 u. 197.

(243) Vgl. KKK 189-190 u. 197.

(244) KKK 2113.

(245) Vgl. RM 45.

(246) Auch das DCG (1971), 21-29, unterscheidet zwischen dem Ziel (finis) und den Aufgaben (munera) der Katechese. Die Aufgaben sind die spezifischen Zielsetzungen, in denen sich das Endziel konkretisiert.

(247) Vgl. Mk 4,10-12.

(248) Vgl. Mt 6,5-6.

(249) Vgl. Mt 10,5-15.

(250) CT 21b.

(251) GE 4; vgl. OICA 19; CIC 788,2.

(252) Vgl. DCG (1971) 36a.

(253) DCG (1971) 24.

(254) DV 25a.

(255) SC 7.

(256) Vgl. SC 14.

(257) DCG (1971) 25b.

(258) AG 13.

(259) Vgl. LC 62; KKK 1965-1986. KKK 1697 präzisiert im einzelnen die Merkmale, die die Katechese bei der sittlichen Bildung annehmen soll.

(260) VS 107.

(261) Vgl. CT 29f.

(262) OICA 25 und 188-191.

(263) Vgl. KKK 2761.

(264) PO 6d.

(265) AG 14d.

(266) DCG (1971) 27.

(267) UR 3b.

(268) CT 32; vgl. KKK 821; CT 32-34.

(269) Vgl. CT 24c und DCG (1971) 28.

(270) Vgl. LG 31b und ChL 15; KKK 898-900.

(271) Vgl. Mt 10, 5-42 und Lk 10,1-20.

(272) Vgl. EN 53 und RM 55-57.

(273) Vgl. RM 55b; Päpstlicher Rat für den Interreligiösen Dialog und Kongregation für die Evangelisierung der Völker, Instruktion Dialog und Verkündigung. Reflexionen und Orientierungen de Evangelio nuntiando et de Dialogo interreligioso (19. Mai 1991), Nr. 14-54: AAS 84 (1992) S. 419-432. KKK 839-845. Im Iv. Teil, Kap. 4, wo von den Adressaten der Katechese die Rede ist, wird in dem Abschnitt »Die Katechese im Rahmen der anderen Religionen« das Thema noch einmal aufgegriffen.

(274) RM 55a.

(275) Vgl. CIC 773 und 788.2.

(276) Vgl. DCG (1971) 22 und 23.

(277) Vgl. DCG (1971) 26.

(278) DCG (1971) 31b.

(279) Vgl. OICA 19.

(280) OICA 9-13.

(281) OICA 14-20; 68-72; 98-105.

(282) OICA 93; vgl. SYN 1977, 8c.

(283) OICA 21-26; 133-142; 152-159.

(284) OICA 25 und 183-187.

(285) OICA 25 und 188-192.

(286) OICA 37-40; 235-239.

(287) Diese Staffelung tritt auch in den Benennungen zutage, welche die Kirche zur Bezeichnung derer verwendet, die sich in den verschiedenen Etappen des Taufkatechumenates befinden: »Sympathisant« (OICA 12) für den noch nicht voll Glaubenden, aber schon zum Glauben Neigenden; »Katechumene« (OICA 17-18) für den fest zur Nachfolge Christi Entschlossenen; »Erwählter« oder »Bewerber« (OICA 24) für den vor dem Empfang der Taufe Stehenden; »Neophyt« (OICA 31-36) für den Dank der Taufe eben zum Licht Geborenen; »Christgläubiger« (OICA 39) für den, der im Glauben reif und ein aktives Glied der christlichen Gemeinde ist.

(288) Vgl. SYN 1977, 8; EN 44; ChL 61.

(289) Im vorliegenden Allgemeinen Direktorium für die Katechese werden, um auf diesen Unterschied hinzuweisen, die Ausdrücke »Katechumenen« und »Glaubensschüler« als unterschiedliche Bezeichnungen gebraucht. Der CIC, can. 204 und 206, erinnert seinerseits daran, daß »Katechumenen« und »Christgläubige« auf unterschiedliche Weise mit der Kirche verbunden sind.

(290) OICA 295. Dieser gleiche Ordo initiationis christianae adultorum (»Feier der Eingliederung Erwachsener in die Kirche«), Kap. IV, betrachtet den Fall der getauften Erwachsenen, die einer Initiationskatechese bedürfen. CT 44 präzisiert die verschiedenen Umstände, in denen sich diese Initiationskatechese als notwendig erweist.

(291) AG 14d.

(292) Methodius von Olympia zum Beispiel hat dieses mütterliche Wirken der Kirche für die christliche Gemeinde im Blick, wenn er sagt: »Gegenüber denen, die noch unvollkommen (im christlichen Leben) sind, sind diejenigen, die sie heranbilden und sie gleichsam in einer mütterlichen Handlung ans Licht bringen, die Reiferen«: Methodius von Olympia, Symposium, III, 8: SCh 95, 111. Vgl. im gleichen Sinn: Hl. Gregor der Grosse, Homiliarum in Evangelia, I, III, 2: PL 76, 1086).

(293) OICA 8.

(294) Vgl. CT 53.

(295) DCG (1971) 130. Diese Nummer beginnt mit der Aussage: »Der Katechumenat der Erwachsenen, der zugleich Katechese, Teilnahme an der Liturgie und Leben mit der Gemeinschaft ist, ist das schönste Beispiel einer Einrichtung, die aus der Zusammenarbeit verschiedener pastoraler Ämter entsteht«.

(296) Vgl. DCG (1971) 36a.

(297) CT 27.

(298) Vgl. DV 10 a und b; 1 Tim 6,20 und 2 Tim 1,14.

(299) Vgl. Mt 13,52.

(300) DV 13.

(301) Ebd.

(302) DV 10.

(303) Wie man sieht, werden beide Ausdrücke: die Quelle und »die Quellen« verwendet. Man spricht von »der« Quelle der Katechese, um die Einzigkeit des Gotteswortes zu betonen im Anschluß an den Offenbarungsbegriff in Dei Verbum. Man folgte CT 27, wo auch von der Quelle der Offenbarung die Rede ist. Trotzdem hielt man entsprechend dem gewöhnlichen katechetischen Brauch an dem Ausdruck »die Quellen« fest, um die konkreten Textstellen anzugeben, aus denen die Katechese ihre Botschaft bezieht; vgl. DCG (1971) 45.

(304) Vgl. DCG (1971) 45b.

(305) DV 9.

(306) Ebd.

(307) DV 10b.

(308) DV 10c.

(309) Vgl. SYN 1977, 9.

(310) Vgl. KKK 426-429; CT 5-6; DCG (1971) 40.

(311) CT 5.

(312) DCG (1971) 41a; vgl. DCG (1971) 39, 40, 44.

(313) GS 10.

(314) CT 6.

(315) Vgl. 1 Kor 15,1-4; EN 15 e, f.

(316) CT 11b.

(317) KKK 139.

(318) Vgl. Joh 14,6.

(319) Der Ausdruck »Einer der Dreifaltigkeit« wurde vom V. Ökumenischen Konzil von Konstantinopel (i.J. 553) verwendet: vgl. Constantinopolitanum II, Sessio VIII, can. 4: DS 424. In KKK 468 gibt es einen Hinweis darauf.

(320) KKK 234; vgl. KKK 2157.

(321) DCG (1971) 41; vgl. Eph 2,18.

(322) Vgl. DCG (1971) 41.

(323) Vgl. KKK 258, 236 und 259.

(324) Vgl. KKK 236.

(325) KKK 450.

(326) Vgl. KKK 1702; 1878. SRS 40 verwendet in bezug auf dieses Thema den Ausdruck »Modell der Einheit«. KKK 2845 bezeichnet die Gemeinschaft der heiligsten Dreifaltigkeit als »Ursprung und Maßstab der Echtheit jeder Beziehung«.

(327) LG 4b, wo wörtlich der Hl. Cyprian, De dominica oratione 23 (CCL 3A2, 105) zitiert wird.

(328) Vgl. EN 11-14; RM 12,20; KKK 541-556.

(329) Die Liturgie der Kirche drückt dies in der Osternacht so aus: »Laß deine Erlösten erkennen, daß deine Schöpfung groß ist, doch größer noch das Werk der Erlösung, die du uns in der Fülle der Zeit geschenkt hast durch den Tod des Osterlammes, unseres Herrn Jesus Christus« (Missale Romanum [Editio typica altera 1975]

(330) EN 9.

(331) CT 25.

(332) EN 26.

(333) Diese Heilsgabe verleiht uns »die Rechtfertigung durch die Gnade des Glaubens und der Sakramente der Kirche. Diese Gnade befreit uns von der Sünde und führt uns in die Gemeinschaft mit Gott» (LC 52).

(334) EN 27.

(335) Vgl. LG 3 und 5.

(336) Vgl. RM 16.

(337) GS 39.

(338) LG 5.

(339) RM 20.

(340) EN 28.

(341) Vgl. EN 30-35.

(342) EN 30.

(343) CA 57; vgl. KKK 2444.

(344) EN 30.

(345) EN 32; vgl. SRS 41 und RM 58.

(346) EN 32.

(347) EN 33; vgl. LC: diese Instruktion ist ein verbindlicher Bezugspunkt für die Katechese.

(348) LC 71.

(349) CA 57; LC 68; vgl. SRS 42; KKK 2443-2449.

(350) LC 68.

(351) SRS 41; vgl. LC 77. Die Synode von 1971 ihrerseits behandelte ein Thema, das für die Katechese von grundlegender Bedeutung ist: »Die Erziehung zur Gerechtigkeit«: vgl. Documenti del Sinodo dei Vescovi, II: De Iustitia in mundo, III: aaO. 835-937.

(352) OICA 75; vgl. KKK 1253.

(353) Vgl. KKK 172-175, wo im Anschluß an den hl. Irenäus von Lyon der ganze Reichtum analysiert wird, der in der Wirklichkeit eines einzigen Glauben liegt.

(354) KKK 815: »Die Einheit der pilgernden Kirche wird... auch durch folgende sichtbare Bande der Gemeinschaft gesichert: das Bekenntnis ein und desselben, von den Aposteln überlieferten Glaubens; die gemeinsame Feier des Gottesdienstes, vor allem der Sakramente; die apostolische Sukzession, die durch das Weihesakrament die brüderliche Eintracht der Familie Gottes aufrechterhält«.

(355) EN 61, wo auf den hl. Gregor der Große und auf die Didaché Bezug genommen wird.

(356) KKK 1076.

(357) DCG (1971) 44.

(358) Die heiligen Väter wünschten dadurch, daß sie den Inhalt der Katechese auf die Erzählung des Heilsgeschehens gründeten, das Christentum in der Zeit zu verwurzeln, indem sie aufzeigten, daß es Heilsgeschichte und nicht bloß eine religiöse Philosophie ist; so wie sie auch klarmachen wollten, daß Christus das Zentrum dieser Geschichte ist.

(359) KKK 54-64. In diesen Texten des Katechismus, die für die biblische Katechese grundlegend sind, werden die wichtigsten Etappen der Offenbarung angegeben, in denen der Bund das Schlüsselthema ist. Vgl. KKK 1081 und 1093.

(360) Vgl. DV 4.

(361) DCG (1971) 11.

(362) KKK 1095; vgl. KKK 1075; KKK 1116; KKK 129-130 und 1093-1094.

(363) KKK 1095. Der KKK weist in Nr. 1075 auf den induktiven Charakter dieser »mystagogischen Katechese« hin, denn sie schreitet »vom Sichtbaren zum Unsichtbaren, vom Bezeichnenden zum Bezeichneten, von den "Sakramenten" zu den "Mysterien"«.

(364) DV 2.

(365) DCG (1971) 72; vgl. KKK 39-43.

(366) Vgl. IV. Teil, Kap. 5.

(367) AG 10; vgl. AG 22a.

(368) CT 53; vgl. EN 20.

(369) Der Ausdruck »Inkulturation« wurde von verschiedenen Dokumenten des Lehramts übernommen. Vgl. CT 53; RM 52-54. Der Begriff »Kultur« im allgemeinen wie im »soziologischen und ethnologischen Sinn« wurde in GS 53 geklärt; vgl. auch ChL 44a.

(370) AG 22a; vgl. LG 13 und 17; GS 53-62; DCG (1971) 37.

(371) Vgl. RM 52b, wo es heißt, zur Inkulturation brauche es »eine lange Zeit«.

(372) EN 20; vgl. EN 63; RM 52.

(373) LG 13 spricht von »fördert und übernimmt« (fovet et assumit).

(374) LG 17 spricht von »heilen, erheben und vollenden (sanare, elevare et consumare)«.

(375) EN 19 spricht von: »erfassen und gleichsam umwandeln«.

(376) RM 54a.

(377) RM 54b.

(378) Vgl. Leitfaden, 12.

(379) Vgl. KKK 24.

(380) CT 30.

(381) Vgl. ebd.

(382) DCG (1971) 38a.

(383) Vgl. DCG (1971) 38b.

(384) Vgl. Mt 11,30.

(385) EN 63 verwendet die Ausdrücke »transferre« und »translatio«; vgl. RM 53b.

(386) EN 63c; vgl. CT 53c und CT 31.

(387) SYN 1985, II, D, 3; vgl. EN 65.

(388) CT 31, die außerdem die Vollständigkeit und Unversehrtheit der Botschaft darlegt; vgl. DCG (1971) 39 und 43.

(389) KKK 234.

(390) UR 11.

(391) DCG (1971) 43.

(392) DCG (1971) 41.

(393) Der hl. Cyrill von Jerusalem sagt über das Symbolum: »Nicht menschliche Willkür hat diese Zusammenschau des Glaubens verfaßt, sondern die wichtigsten Lehren der ganzen Schrift sind in ihr zusammengestellt zu einer einzigen Glaubenslehre« (Catecheses illuminandorum, 5,12: PG 33, 521). Dieser Text wird auch wiedergegeben im KKK 186. Vgl. KKK 194.

(394) KKK 1211.

(395) Ebd.

(396) Der hl. Augustinus bezeichnet die Bergpredigt als »die vollkommene Satzung des christlichen Lebens..., die alle Gebote enthält, die geeignet sind, es zu leiten« (De sermone Domini in monte, 1, 1: CCL 35, 1); vgl. EN 8.

(397) Das Vaterunser ist wirklich »die Zusammenfassung des ganzen Evangeliums« (Tertullian, De oratione, 1: CSEL 20, 181); »Geht sämtliche Gebete durch, die sich in der Schrift finden. Meines Erachtens könnt ihr darin nichts finden, was nicht im Gebet des Herrn enthalten wäre« (Hl. Augustinus, Epistola, 130, c. 12: PL 33, 502); vgl. KKK 2761.

(398) GS 22a.

(399) Ebd.

(400) CT 22c; vgl. EN 29.

(401) GS 22b.

(402) KKK 521; vgl. KKK 519-521.

(403) Vgl. CT 20b.

(404) Vgl. Röm 6,4.

(405) DCG (1971) 74; vgl. CT 29.

(406) Vgl. AG 8a.

(407) Vgl. Phil 1,27.

(408) Vgl. KKK 1697.

(409) Vgl. KKK 1145-1152.

(410) Vgl. II. Teil, Kap. 2.

(411) DCG (1971) 46.

(412) CT 31.

(413) Vgl. CIC 775 §§ 1-3.

(414) Vgl. FD 2d.

(415) FD 4a.

(416) DCG (1971) Vorwort.

(417) DCG (1971) III. Teil, Kap. 2.

(418) KKK 11.

(419) FD 4a; vgl. FD 4b.

(420) KKK 815.

(421) FD 4a; vgl. FD 4c.

(422) FD 1f; vgl. FD 4c.

(423) FD 4d.

(424) Ebd.

(425) FD 3d.

(426) FD 3e.

(427) Vgl. KKK 13.

(428) Vgl. I. Teil, Kap. 3 des vorliegenden Direktoriums.

(429) Vgl. Kard. J. Ratzinger, Der Katechismus der Katholischen Kirche und der Optimismus der Erlösten, in: J. Ratzinger - C. Schönborn, Kleine Hinführung zum Katechismus der Katholischen Kirche, München 1993.

(430) Vgl. KKK 189-190; 1077-1109; 1693-1695; 2564; usw.

(431) Vgl. KKK 27-49; 355-379; 456-478; 1699-1756, usw.

(432) GS 22a.

(433) Vgl. DCG (1971) 119.

(434) KKK 24.

(435) DV 21.

(436) SYN 1977, 9c; Päpstliche Bibelkommission, Dokument Die Auslegung der Bibel in der Kirche, IV, C, 3: aaO.

(437) CT 27; vgl. SYN 1985, II, B, a,1.

(438) DV 9.

(439) Vgl. SYN 1977, 9.

(440) DV 8c.

(441) Als das II. Vatikanische Konzil die Wiedereinführung des Erwachsenenkatechumenats anregte, betonte es dessen notwendigen Stufencharakter: »Ein mehrstufiger Katechumenat für Erwachsene soll wiederhergestellt werden« (SC 64).

(442) Vielsagend ist als Beispiel das Zeugnis des Origenes: »Wenn du die Finsternis des Götzendienstes verläßt und zur Kenntnis des göttlichen Gesetzes zu gelangen wünschest, dann beginnt dein Auszug aus Ägypten. Wenn du der Menge der Katechumenen angegliedert wirst und den Geboten der Kirche zu gehorchen begonnen hast, dann hast du das Rote Meer durchschritten. In den Wüstenaufenthalten bemühst du dich jeden Tag, das Gesetz Gottes zu hören und das Antlitz des Mose zu betrachten, das dir die Herrlichkeit des Herrn enthüllt. Wenn du aber am Taufbrunnen ankommst,... nachdem du den Jordan überquert hast, wirst du in das Verheibene Land eintreten« (Origines, Homiliae in Iesu Nave, IV, 1: SCR 71, 149).

(443) Vgl. KKK 13.

(444) Dieser Titel bezieht sich ausschließlich auf die offiziellen Katechismen, das heißt auf solche, die der Diözesanbischof (CIC 775,1) oder die Bischofskonferenz (CIC 775) herausgibt bzw. als geeignet anerkennt. Die nicht offiziellen Katechismen (CIC 827,1) und andere Arbeitsinstrumente für die Katchese (DCG $[1971$

(445) FD 4c.

(446) FD 4d.

(447) Vgl. CIC 775.

(448) CT 53a; vgl. KKK 24.

(449) CT 50.

(450) DV 15.

(451) Vgl. DV 13.

(452) DV 13.

(453) DV 13. Unsagbare Menschenfreundlichkeit, Sorge für unser Geschlecht, Herablassung sind Ausdrücke, die die göttliche Erziehungskunst in der Offenbarung bezeichnen. Sie zeigen, daß Gott sich an die Menschen anzupassen (synkatabasis) wünscht. Vom gleichen Geist muß sich die Erstellung der örtlichen Katechismen leiten lassen.

(454) DCG (1971) 119.

(455) Zusammen mit den Werkzeugen sind an der Katechese noch weitere entscheidende Faktoren beteiligt: die Person des Katecheten, seine Übermittlungsmethode, die Beziehung zwischen dem Katecheten und dem Glaubensschüler, die Respektierung des inneren Aufnahmerhythmus von seiten des Adressaten, die von Güte und Glauben bestimmte Atmosphäre bei der Kommunikation, die aktive Miteinbeziehung der Gemeinde usw.

(456) Vgl. IV. Teil, Kap. 1.

(457) KKK 24.

(458) GS 44.

(459) CT 53a.

(460) Vgl. CT 55c; SYN 1977, 7; DCG (1971) 34.

(461) Vgl. CT 36-45.

(462) In den örtlichen Katechismen muß der ausführlichen Behandlung und Ausrichtung der Volksfrömmigkeit große Beachtung geschenkt werden (vgl. EN 48; CT 54 und KKK 1674-1676); dasselbe gilt in bezug auf den ökumenischen Dialog (vgl. CT 32-34; KKK 817-822) und den interreligiösen Dialog (vgl. EN 53; RM 55-57 und KKK 839-845).

(463) LC 72 unterscheidet zwischen »Reflexionsprinzipien« und »Urteilskriterien« bzw. »Anleitungen zum Handeln«, welche die Kirche in ihrer Soziallehre bietet. Ein Katechismus wird diese Ebenen zu unterscheiden haben.

(464) Hier wird im Grunde Bezug genommen auf die »verschiedenen sozio-religiösen Situationen«, denen die Evangelisierung gegenübersteht. Von ihnen ist im I. Teil, Kap. 1 die Rede.

(465) Zu dieser Unterscheidung zwischen örtlichen Katechismen und Zusammenfassungen des KKK vgl., was gesagt ist in: Kongregation für die Glaubenslehre Kongregation für den Klerus, Schreiben an die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen Orientierende Anleitungen für die Erstellung von »Zusammenfassungen« des Katechismus der Katholischen Kirche (Prot. N. 9400478 vom 20. Dezember 1994), Einleitung 1-5. Darin heißt es u.a.: »Die erstellten Zusammenfassungen des KKK, können als Ersatz für die örtlichen Katechismen mißverstanden werden, so daß sie schließlich den Mut zu deren Abfasung nehmen, während hingegen die von der Katechese erforderten Anpassungen an die besonderen Situationen der Adressaten fehlen« (Einleitung 4).

(466) Vgl. CIC 775 §§ 1-2.

(467) Die Frage der Sprache sowohl in den örtlichen Katechismen wie beim Erteilen der Katechese selbst ist von ganz großer Bedeutung: vgl. CT 59.

(468) EN 63. Bei dieser heiklen Aufgabe des Sich-Aneignens und Übersetzens, von der dieser Text spricht, ist es sehr wichtig, der Feststellung Rechnung zu tragen, die sich in dem Schreiben von Kongregation für die Glaubenslehre - Kongregation für den Klerus, Orientierende Anleitungen für die Erstellung von »Zusammenfassungen« des Katechismus der Katholischen Kirche, Einleitung 3, findet: »Die Erstellung örtlicher Katechismen, die den KKK als "sicheren und authentischen Bezugstext" (FD 4) haben sollen, bleibt für die Episkopate ein wichtiges Ziel. Aber die vorhersehbaren Schwierigkeiten, auf die man bei diesem Unternehmen stößt, können nur dann überwunden werden, wenn durch eine angemessene und selbst auch längere Zeit der Rezeption des KKK das theologische, katechetische und sprachliche Terrain für eine reale Inkulturation der Inhalte des Katechismus bereitet worden ist«.

(469) GS 62b.

(470) FD 4b.

(471) RM 54b.

(472) KKK 815.

(473) LG 23a.

(474) Kongregation für die Glaubenslehre, Schreiben Communionis Notio, Nr. 9: aaO. 843.

(475) Vgl. CT 63b.


(1) Vgl. Joh 15,15; Mk9,33-37; 10,41-45.

(2) Vgl. CT 9.

(3) Vgl. Mk 8,14-21.27.

(4) Vgl. Mk 4,34; Lk 12,41.

(5) Vgl. Lk 11,1-2.

(6) Vgl. Lk 10,1-20.

(7) Vgl. Joh 16,13.

(8) Vgl. Mt 10,20; Joh 15,26; Apg4,31.

(9) CT 9.

(10) CT 58.

(11) DV 15; DCG (1971) 33; CT 58; ChL 61; KKK 53, 122, 684, 708, 1145, 1609, 1950, 1964.

(12) Vgl. Dtn 8,5; Hos 11,3-4; Spr 3,11-12.

(13) Vgl. Dtn 36-40; 11,2-7.

(14) Vgl. Ex 12,25-27; Dtn 6,4-8; 6,20-25; 31,12-13; Jos 4,10.

(15) Vgl. Am 4,6f.; Hos 7,10; Jer 2,30; Spr 3,11-12; Hebr 12.4-11; Offb 3,19.

(16) Vgl. Mk 8,34-38; Mt 8,18-22.

(17) LG 1.

(18) KKK 169; vgl. GE 3c.

(19) Vgl. GE 4.

(20) Vgl. Paul VI., Enzyklika Ecclesiam suam (6. August 1964), III: AAS 56 (1964), 637-659.

(21) Vgl. DV 2.

(22) Vgl. RM 15; KKK 24b-25; DCG (1971) 10.

(23) Vgl. SYN 1977,11; CT 58.

(24) Vgl. CT 52.

(25) Vgl. Paul VI., Enzyklika Ecclesiam suam, aaO. 609-659.

(26) Vgl. SYN 1977, 7-11; KKK 3; 13; DCG (1971) 36.

(27) DV 5.

(28) Vgl. SYN 1977, 7; CT 55; DCG (1971) 4.

(29) CT 55.

(30) Vgl. DCG (1971) 10, 22.

(31) DV 13; KKK 684.

(32) Vgl. DV 2.

(33) Vgl. DV 13.

(34) Vgl. EN 63; CT 59.

(35) Vgl. CT 31.

(36) Vgl. GE 1-4; CT 58.

(37) CT 51.

(38) Vgl. CT 51.

(39) Vgl. CT 31, 52, 59.

(40) Vgl. CT 52.

(41) Vgl. Päpstliche Bibelkommission, Dokument Die Auslegung der Bibel in der Kirche, aaO.

(42) SYN 1977, 6.

(43) DCG (1971) 72.

(44) Vgl. DCG (1971) 72.

(45) Vgl. DCG (1971) 74; CT 22.

(46) Wir denken hier an jene Erfahrungn, die mit den »großen Fragen« des Lebens und der Wirklichkeit und vor allem des Menschen zusammenhängen: die Existenz Gottes, das Schicksal des Menschen, Anfang und Ende der Geschichte, die Wahrheit über Gut und Böse, der Sinn des Leidens, der Liebe, der Zukunft...; vgl. EN 53; CT 22 und 39.

(47) Vgl. I. Teil, Kap. 3; DCG (1971) 73; CT 55.

(48) Vgl. SYN 1977, 9.

(49) Vgl. CT 55.

(50) Vgl. KKK 22.

(51) CT 55.

(52) Vgl. I. Teil, Kap. 3, in »Der Taufkatechumenat: Aufbau und Mehrstufigkeit«.

(53) DCG (1971) 71; vgl. V. Teil, Kap. 1 und 2.

(54) DCG (1971) 75.

(55) Vgl. V. Teil, Kap. 1.

(56) Vgl. AG 14; DCG (1971) 35; CT 24.

(57) Vgl. EN 46.

(58) DCG (1971) 76.

(59) Vgl. DCG (1971) 122-123; EN 45; CT 46; FC 76; ChL 44; RM 37; Päpstlicher Rat für die Sozialen Kommunikationsmittel, Instruktion Aetatis novae (22. Februar 1992): AAS 84 (1992), S. 447-468; EA 71;122-124.

(60) RM 37.

(61) Aetatis novae, aaO., Nr. 11.

(62) EN 45.

(63) Vgl. CT 46.

(64) Vgl. DCG (1971) 122.

(65) RM 37.

(66) EN 45.

(67) Vgl. FC 76.

(68) ChL 44.

(69) RM 15; vgl. EN 49-50; CT 35f.; RM 14; 23.

(70) Vgl. Lk 4,18.

(71) Vgl. Mk 16,15.

(72) Vgl. Vorwort dieses Direktoriums.

(73) Vgl. DCG (1971) 77.

(74) EN 49-50; CT 14; 35f.

(75) RH 13; vgl. EN 31.

(76) Vgl. RH 13-14; KKK 24.

(77) Vgl. DCG (1971) 75.

(78) Vgl. DCG (1971) 21.

(79) CT 13.

(80) Vgl. GS 44; EN 63; CT 31; KKK 24-25.

(81) GS 44. In diesem IV. Teil wird, weil vom Lehramt verwendet und aus praktischen Gründen, der Doppelbegriff Anpassung und Inkulturation übernommen, wobei der erste Begriff vorwiegend im Sinn der Beachtung der Personen, der zweite im Sinn der Beachtung der kulturellen Rahmenbedingungen verstanden wird.

(82) Vgl. RM 33.

(83) KKK 24.

(84) RH 14.

(85) Vgl. CT 45.

(86) Vgl. DCG (1971) 20; 92-97; CT 43-44; Internationaler Rat für die Katechese $[= IRK$

(87) Vgl. DCG (1971) 20; CT 19; 44; IRK 10-18.

(88) Vgl. IRK 10-18.

(89) Vgl. CT 44.

(90) Vgl. CT 19.

(91) Vgl. DCG (1971) 92-94; CT 43; IRK 20-25; 26-30; 33-84.

(92) Vgl. 1 Kor 13,11; Eph 4,13.

(93) Vgl. IRK 33-84.

(94) Vgl. IRK 26-30.

(95) LG 31; vgl. EN 70; ChL 23.

(96) Vgl. ChL 57-59.

(97) Vgl. DCG (1971) 97.

(98) Vgl. I. Teil, Kap. 2; DCG (1971) 96.

(99) Vgl. DCG (1971) 78-81; CT 36-37.

(100) Vgl. DCG (1971) 78-79; ChL 47.

(101) Vgl. ChL 47.

(102) Vgl. Mk 19,14.

(103) Vgl. DCG (1971) 78-79; CT 37.

(104) Vgl. CT 37.

(105) Vgl. Hl. Kongregation für den Gottesdienst, Direktorium für die Messen, an denen Kinder teilnehmen (1. Nov. 1973): AAS 66 (1974), S. 30-46.

(106) Vgl. DCG (1971) 79.

(107) Vgl. DCG (1971) 78, 79.

(108) Vgl. DCG (1971) 80-881; CT 42.

(109) Vgl. DCG (1971) 82-91; EN 72; CT 38-42.

(110) Vgl. DCG (1971) 83.

(111) Vgl. Einführende Darlegung, 23-24.

(112) Vgl. DCG (1971) 82; EN 72; SYN 1977, 3; CT 38-39; ChL 46; TMA 58.

(113) GE 2; ChL 46.

(114) Vgl. Mt 19,16-22; Johannes Paul II., Brief an die Jugend Parati semper (31. März 1985): AAS 77 (1985), S. 579-628.

(115) Vgl. Johannes Paul II., Parati semper, aaO., Nr. 3.

(116) ChL 46; vgl. DCG (1971) 89.

(117) Vgl. DCG (1971) 84-89; CT 38-40.

(118) Vgl. DCG (1971) 87.

(119) Weitere bedeutsame Themen: Beziehung zwischen Glaube und Vernunft; die Existenz und der Sinn Gottes; das Problem des Bösen; die Person Christi; die Kirche; die sittliche Ordnung in Beziehung zur persönlichen Subjektivität; die Begegnung zwischen Mann und Frau; die Soziallehre der Kirche...

(120) CT 40.

(121) Vgl. DCG (1971) 95; ChL 48.

(122) Vgl. ChL 48.

(123) Vgl. DCG (1971) 91; CT 41.

(124) Vgl. CT 59.

(125) Vgl. EN 51-56; SYN 1977, 15.

(126) Vgl. Einführende Darlegung, 23-24.

(127) EN 54.

(128) Vgl. 1 Petr 3,15.

(129) Vgl. DCG (1971) 6; EN 48; CT 34.

(130) EN 48.

(131) EN 48.

(132) Vgl. Paul VI., Apostol. Schreiben Marialis cultus (2. Februar 1974), Nr. 24, 25, 29: AAS 66 (1974), S. 134-136; 141.

(133) Vgl. DCG(1971) 27; SYN 1977, 15; EN 54; CT 32-34; Päpstlicher Rat für die Förderung der Einheit der Christen, Direktorium für die Anwendung der Grundsätze und Normen über den Ökumenismus (25. März 1993) 61: AAS 85 (1993), S. 1063-1064; TMA 34; Johannes Paul II., Enzyklika Ut unum sint (25. Mai 1995), Nr. 18: AAS 87 (1995), S. 932.

(134) CT 32.

(135) Vgl. UR 11.

(136) Vgl. Direktorium für den Ökumenismus, Nr. 190, aaO., S. 1107.

(137) Vgl. CT 33.

(138) Vgl. NA 4; Sekretariat für die Einheit der Christen (Kommission für die religiösen Beziehungen mit dem Judentum), Juden und Judentum in der katholischen Predigt und Katechese (24. Juni 1985).

(139) KKK 839.

(140) Juden und Judentum, aaO., Nr. VII.

(141) Vgl. NA 4.

(142) Vgl. EN 53; SYN 1977, 15; ChL 35; RM 55-57; KKK 839-845; TMA 53; Päpstlicher Rat für den Interreligiösen Dialog und Kongregation für die Evangelisierung der Völker, Instruktion Dialog und Verkündigung (19. Mai 1991): AAS 84 (1992), S. 414-446; 1263.

(143) Sekretariat für die Einheit der Christen - Sekretariat für die Nichtchristen - Sekretariat für die Nichtglaubenden - Päpstlicher Rat für die Kultur, Bericht Das Phänomen der Sekten und die neuen religiösen Bewegungen: eine pastorale Herausforderung: »L'Osservatore Romano« vom 4. Mai 1986.

(144) Ebd., Nr. 5.4.

(145) RM 38.

(146) Vgl. II. Teil, Kap. 1; DCG (1971) 8; EN 20; 63; CT 53; RM 52-54; Johannes Paul II., Ansprache an die Mitglieder des Internationalen Rates für die Katechese: »L'Osservatore Romano« vom 27. September 1992; Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, Instruktion Die römische Liturgie und die Inkulturation (25. Januar 1994): AAS 87 (1995), S. 288-319; Internationale Theologenkommission, Dokument über Glaube und Inkulturation (3.-8. Okt. 1988); vgl. auch Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Ecclesia in Africa, aaO.; Ansprachen auf seinen Pastoralreisen.

(147) Vgl. EN 20; 63; CT 53; RM 52-54; KKK 172-175.

(148) CT 53.

(149) Vgl. II. Teil, Kap. 1.

(150) Vgl. CT 53.

(151) CT 53.

(152) EN 20.

(153) RM 54.

(154) Vgl. CT 59.

(155) CT 59.

(156) RM 37.

(157) Vgl. III. Teil, Kap. 2.

(158) Vgl. DCG (1971) 123.

(159) Johannes Paul II., Ansprache an die Mitgieder des Internationalen Rates für Katechese, aaO.

(160) KKK 24; vgl. FD 4.

(161) RM 37.

(162) ChL 63.

(163) Vgl. V. Teil, Kap. 4.

(164) EN 63.

(165) In diesem fünften Teil wie auch sonst im vorliegenden Dokument bezieht sich der Ausdruck Teilkirche« auf die Diözese und die ihr assimilierten Formen (CIC 368). Der Ausdruck »Ortskirche« bezieht sich auf Gruppen von Teilkirchen, die in einer Region oder Nation fest niedergelassen sind oder auch in mehreren Nationen, die miteinander in einer besonderen Verbindung stehen. Vgl. I. Teil, Kap. 3: »Die Katechese ist eine ihrem Wesen nach kirchliche Tätigkeit« und II. Teil, Kap. 1: »Der ekklesiologische Charakter der Botschaft des Evangeliums«.

(166) Wie LG 26a sagt, werden die rechtmäßigen Ortsgemeinden von Gläubigen im NT als »Kirchen« bezeichnet; vgl. die biblischen Texte zu Beginn dieses Teiles.

(167) Vgl. CD 11.

(168) Die Teilkirche wird vor allem als »Teil des Gottesvolkes« beschrieben (CD 11).

(169) Kongregation für die Glaubenslehre, Schreiben Communionis notio, 7: AAS 85 (1993), S. 842.

(170) Ebd. 9b.

(171) LG 23b stellt die Zeugnisse des hl. Hilarius von Poitiers: In Ps 14,3 (PL 9,206) und des hl. Gregors d.Gr.: Moralia IV,7,12 (PL 75, 643 C) zusammen.

(172) EN 14.

(173) Vgl. Apg 2,11.

(174) Communionis notio« 7, aaO. 842.

(175) Ebd. 9b: aaO., S. 843; vgl. AG 4.

(176) Der Ausdruck katechetischer Dienst wird in CT 13 verwendet.

(177) Es ist wichtig, zu betonen, daß die Katechese in der Teilkirche den Charakter eines einzigen Dienstes hat. Das »Subjekt« der großen evangelisierenden Tätigkeiten der Kirche ist die Teilkirche. Sie verkündet, vermittelt das Evangelium, feiert... Die Träger »dienen« diesem Amt und wirken »im Namen der Kirche«. Die theologischen, geistlichen und pastoralen Folgen dieser »Kirchlichkeit« der Katechese sind groß.

(178) Vgl. CT 16: Es ist eine unterschiedliche, aber gemeinsame Verantwortung. Vgl. auch die Anm. 55 (zu Nr. 50) als Erklärung des Begriffes Dienst am Wort«.

(179) AG 14d. In diesem Sinn sagt CT 16: »Die Katechese war immer eine Aufgabe und muß es bleiben, für die die ganze Kirche sich verantwortlich fühlen und bereit sein muß«. Vgl. auch SYN 1977, 12; OICA 41; CIC 774,1.

(180) »Die Katechese muß sich auf das Zeugnis der kirchlichen Gemeinschaft stützen« (DCG $[1971$

(181) CT 24.

(182) »Außer diesem Apostolat, das schlechthin alle Christgläubigen angeht, können die Laien darüber hinaus in verschiedener Weise zu unmittelbarer Mitarbeit mit dem Apostolat der Hierarchie berufen werden, nach Art jener Männer und Frauen, die den Apostel Paulus in der Verkündigung des Evangeliums unterstützten und sich sehr im Herrn mühten« (LG 33c). Diese Lehre des Konzils wurde vom CIC (228 und 759) übernommen.

(183) LG 25; vgl. CD 12a; EN 68c.

(184) LG 25.

(185) Ebd.

(186) DV 8.

(187) CT 63b.

(188) Vgl. CT 12a.

(189) CT 63c.

(190) CT 63d; vgl. CIC 775 § 1.

(191) Vgl. CT 63c; CIC 823 § 1.

(192) CT 63d.

(193) CD 14b; vgl. CIC 780.

(194) Vgl. PO 8; 6; 12a; Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis (25. März 1992), Nr. 12: aaO. 675-677.

(195) PO 6b.

(196) Vgl. CIC 773.

(197) LG 10.

(198) LG 10. Zu den »zwei Weisen der Teilhabe am einzigen Priestertum Christi« vgl. KKK 1546-1547.

(199) PO 9b.

(200) Vgl. CIC 776-777.

(201) CT 64. In bezug auf diese Grundausrichtung, die der Katechese unter Mitarbeit der Priester gegeben werden soll, weist das II.Vatikanische Konzil auf zwei grundlegende Erfordernisse hin: »Niemals sollen sie ihre eigenen Gedanken vortragen, sondern immer Gottes Wort lehren« (PO 4) und »Gottes Wort nicht nur allgemein und abstrakt darlegen, sondern... auf die konkreten Lebensverhältnisse anwenden« (ebd.).

(202) Vgl. in Kap. 3 dieses Teiles die Nummer über »Die Familie als Bereich oder Mittel des Glaubenswachstums«, wo die charakteristischen Merkmale der Familienkatechese analysiert werden. Die vorliegende Nummer hat die Eltern mehr als Träger der Katechese im Auge; vgl. CIC 226 § 2; 774 § 2.

(203) CT 68.

(204) Ebd.

(205) Ebd.

(206) Vgl. ChL 62; PC 38.

(207) FC 38.

(208) CT 68; vgl. EN 71b.

(209) Vgl. CT 68.

(210) LG 11; vgl. EC 36b.

(211) CT 65; vgl. CIC 778.

(212) KKK 915; vgl. LG 44.

(213) EN 69; vgl. VC 33.

(214) Vgl. VC 31 über die Beziehungen zwischen den verschiedenen Lebensständen des Christen«; vgl. KKK 932.

(215) CT 65; vgl. RM 69.

(216) CT 65.

(217) Vgl. 1 Kor 12,4; LG 12b.

(218) LG 31. In ChL 15 wird dieser »Weltcharakter« ausführlich analysiert.

(219) LG 35.

(220) AA 2b; vgl. Rituale Romanum, Ordo Baptismi Parvulorum, Nr. 62, Editio Typica, Typis Polyglottis Vaticanis 1969; OICA 224.

(221) KKK 429.

(222) Der Codex des kanonischen Rechtes bestimmt, daß die Autorität der Kirche Laien ein Amt oder einen Dienst offiziell anvertrauen kann, gleich, ob nun dieser Dienst ein formell eingesetztes »Amt« ohne Weihe ist oder nicht: Laien, die als geeignet befunden werden, können von den geistlichen Hirten für jene kirchlichen Ämter und Aufgaben (officia ecclesiastica et munera) herangezogen werden, die sie gemäß den Rechtsvorschriften wahrzunehmen vermögen (CIC 228 § 1); vgl. EN 73; ChL 23).

(223) CT 66b; vgl. Leitfaden.

(224) CT 66b.

(225) Leitfaden 4.

(226) Ebd.

(227) CT 45; vgl. RM 37, ab, par. 2.

(228) RM 33.

(229) CT 66a.

(230) Ebd.; vgl. CT 42.

(231) Vgl. DCG (1971) 96c.

(232) Vgl. CT 45; DCG (1971) 95.

(233) Vgl. DCG (1971) 91; vgl. CT 41.

(234) Vgl. CT 45.

(235) Leitfaden 5.

(236) Das II. Vatikanische Konzil unterscheidet zwei Typen von Katechisten: »hauptamtliche« und »Hilfskatechisten« (vgl. AG 17). Diese Unterscheidung wird vom Leitfaden für die Katechisten, 4, übernommen mit den Begriffen »Vollzeit-« und »Teilzeit«Katechisten.

(237) Vgl. Leitfaden 5.

(238) Vgl. DCG (1971) 108a.

(239) DCG (1971) 111.

(240) Vgl. CT 5c. Dieser Text erläutert die christozentrische Zielsetzung der Katechese. Sie bestimmt die Christozentrik des Inhalts der Katechese, die Christozentrik der Antwort des Adressaten, das Ja zu Jesus Christus und die Christozentrik der Spiritualität des Katecheten und seiner Ausbildung.

(241) Hier wird in einer christozentrischen Sicht auf die vier Etappen des Taufkatechumenats hingewiesen.

(242) Leitfaden 20.

(243) LG 64.

(244) Vgl. DCG (1971) 114.

(245) Vgl. Leitfaden 7.

(246) Vgl. Leitfaden 13.

(247) DCG (1971) 31.

(248) CT 52; vgl. CT 22.

(249) Vgl. CT 22d.

(250) Vgl. Leitfaden 21.

(251) Die vom »Leitfaden für die Katechisten« nahegelegten menschlichen Qualitäten sind: Fähigkeit zu menschlichen Beziehungen und zum Dialog, Eignung zur Kommunikation, Bereitschaft zur Zusammenarbeit, Führungsfunktion, sachliches Urteil, Verständnis und Wirklichkeitssinn, Befähigung, zu trösten und aufzumuntern... (vgl. 21).

(252) EN 79.

(253) Vgl. ChL 60.

(254) Vgl. DCG (1971) 112. Der »Leitfaden« (Nr. 23) betont, wie überaus wichtig für die Ausbildung der Katecheten die Heilige Schrift ist: »Die Heilige Schrift bleibt weiterhin der Hauptgegenstand der Unterweisung und bildet die Seele des ganzen Theologiestudiums. Wo nötig, werde das noch ausgebaut«.

(255) ChL 60c.

(256) CT 22.

(257) DCG (1971) 112.

(258) GS 62b.

(259) DCG (1971) 100.

(260) GS 59.

(261) »Die Lehre der Humanwissenschaften bringt überaus schwierige Fragen mit sich, soweit es sich um ihre Auswahl und die Methode, sie zu lehren, handelt, da die Zahl und die Verschiedenheit dieser Disziplinen sehr umfangreich ist. Da nun nicht Fachleute in Psychologie ausgebildet werden sollen, sondern Katecheten, muß die Richtschnur sein, das zu unterscheiden und auszuwählen, was ihnen direkt helfen kann, die Kommunikationsfähigkeit zu erwerben« (DCG [1971]

(262) Ein grundlegender Text zur Verwendung der Humanwissenschaften bei der Ausbildung der Katecheten bleibt die Empfehlung des II. Vatikanischen Konzils in GS 62: »Die Gläubigen sollen also in engster Verbindung mit den anderen Menschen ihrer Zeit leben und sich bemühen, ihre Denk- und Urteilsweisen, die in der Geisteskultur zur Erscheinung kommen, vollkommen zu verstehen. Das Wissen um die neuen Wissenschaften, Anschauungen und Erfindungen sollen sie verbinden mit christlicher Sittlichkeit und mit ihrer Bildung in der christlichen Lehre, damit religiöses Leben und Rechtschaffenheit mit der wissenschaftlichen Erkenntnis und dem täglich wachsenden technischen Fortschritt bei ihnen Schritt halten und sie so alles aus einer umfassenden christlichen Haltung zu beurteilen und zu deuten vermögen«.

(263) Die Wichtigkeit der Pädagogik wurde von CT 58 betont: »Unter den zahlreichen und bedeutenden Wissenschaften vom Menschen, die in unseren Tagen so große Fortschritte gemacht haben, ist die Pädagogik gewiß eine der wichtigsten... Die Erziehungswissenschaft und Didaktik werden ständig kritisch überprüft für eine noch bessere Anpassung oder größere Wirksamkeit«.

(264) Vgl. CT 58.

(265) Vgl. DCG (1971) 113.

(266) Ebd.

(267) DCG (1971) 112.

(268) Vgl. »Leitfaden« 28.

(269) »Priester und Ordensleute müssen den Laien bei der Erziehung und Ausbildung helfen. In diesem Sinn haben die Synodenväter die Priester und Priesteramtskandidaten dazu aufgefordert, sich sorgfältig darauf vorzubereiten, die Berufung und die Sendung der Laien zu fördern« (ChL 61).

(270) Vgl. ChL 61.

(271) »Zu empfehlen sind auch die Initiativen der Pfarreien... zur inneren Bildung der Katechisten, so die Gebetsschulen, brüderliches Zusammenleben und geistlicher Austausch, Exerzitien. Solche Initiativen isolieren die Katechisten nicht, sondern helfen ihnen, in der eigenen Spiritualität und in der Gemeinschaft untereinander zu wachsen« (Leitfaden, 22).

(272) Vgl. DCG (1971) 110.

(273) In bezug auf die Katechistenschulen in den Missionen vgl. AG 17c; RM 73; CIC 785; »Leitfaden für die Katechisten«, 30. Für die Kirche im allgemeinen vgl. DCG (1971) 112.

(274) Der Ausdruck »gewöhnliche Katecheten« wird in DCG (1971) 112c verwendet.

(275) Vg. DCG (1971) 109b.

(276) Vgl. DCG (971) 109a.

(277) CT 71a.

(278) Vgl. V. Teil, Kap.1: »Die christliche Gemeinschaft und die Verantwortung für die Katechese«, wo gesagt wird, daß die Gemeinschaft für die Katechese verantwortlich ist. Hier wird sie nun als »Ort« betrachtet, wo Katechese erteilt wird.

(279) Vgl. Kongregation für die Glaubenslehre, Schreiben Communionis notio, Nr. 1: aaO. 838.

(280) Vgl. SYN 1977, 13.

(281) Vgl. CT 24.

(282) CT 67a. Es handelt sich um einen in der Katechese klassischen Ausdruck. Das Apostolische Schreiben spricht von Orten der Katechese (»de locis catecheseos«).

(283) Vgl. LG 11; vgl. AA 11; FC 49.

(284) EN 71.

(285) Vgl. GS 52; FC 37a.

(286) Vgl. I. Teil, Kap. 3: »Der Taufkatechumenat: Aufbau und Mehrstufigkeit«. Hier wird der Taufkatechumenat als Ort der Katechese und in bezug auf die ständige Präsenz der Gemeinde in ihm.

(287) Vgl. DCG (1971) 130, wo das Ziel des Taufkatechumenats besschrieben wird. Vgl. auch OICA 4 über die Verbindung des Taufkatechumenats mit der christlichen Gemeinde.

(288) SYN 1977, 8c.

(289) Vgl. OICA 4,41.

(290) OICA 18.

(291) OICA 41.

(292) Vgl. OICA 41.

(293) Vgl. CT 67c.

(294) Vgl. AA 10.

(295) CT 67b.

(296) Ebd.

(297) Ebd.

(298) Die Wichtigkeit der Erwachsenenkatechese wurde in CT 43 und im DCG (1971) 20 unterstrichen.

(299) ChL 61.

(300) Vgl. EN 52.

(301) Vgl. DCG (1971) 96c.

(302) Es ist wichtig, festzustellen, wie Johannes Paul II. in ChL 61 das berechtigte Bestehen der kleinen kirchlichen Gemeinschaften im Rahmen der Pfarreien betont und sie nicht als eine nebenherlaufende Bewegung sieht, die deren beste Glieder in Beschlag nimmt: »Innerhalb der Pfarreien... können die kleinen kirchlichen Gemeinschaften bei der Erziehung und Ausbildung der Christen eine bedeutende Hilfe leisten. Sie vermögen es, Bewußtsein und Erfahrung der Communio und Sendung der Kirche auf greifbare und kapillare Weise zu vermitteln«.

(303) Vgl. Hl. Kongregation für das Katholische Erziehungswesen, Die katholische Schule, aaO.

(304) Kongregation für das katholische Erziehungswesen, Religiöse Dimension der Erziehung in der katholischen Schule. Grundzüge zu Reflexion und Revision, Nr. 31: aaO.

(305) GE 8.

(306) Kongregation für das Katholische Erziehungswesen, Religiöse Dimension..., 32: aaO.

(307) »Der Eigencharakter und das Wesen einer katholischen Schule, weshalb katholische Eltern ihr den Vorzug geben sollten, liegt gerade in der Qualität des Religionsunterrichts, der in die Gesamterziehung der Schüler integriert ist« (CT 69); vgl. I. Teil, Kap. 2, Nr. 73-76.

(308) AG 12c.

(309) Vgl. CT 70.

(310) CT 7O. Hier ist von denjenigen Vereinigungen, Bewegungen oder Gruppen von Gläubigen die Rede, in denen die katechetischen Aspekte nach ihren Bildungsabsichten gepflegt werden, die aber nicht als Räume religiöser Unterweisung ins Leben gerufen wurden.

(311) ChL 62.

(312) CT 70.

(313) CT 47b.

(314) Vgl. CT 47b.

(315) CT 47. In diesem Text spricht Johannes Paul II. von den verschiedenen Jugendgruppen: Gruppen der Katholischen Aktion, Caritaskreise, Gebetsgemeinschaften, Meditationsgruppen ... Er verlangt, daß in ihnen »ein gründliches Studium der christlichen Lehre nicht fehle«. Die Katechese ist eine Dimension, die im apostolischen Leben des Laien stets vorhanden sein muß.

(316) CT 21.

(317) Vgl. CT 67b-c.

(318) EN 58 weist darauf hin, daß die kirchlichen Basisgemeinschaften in der Kirche nahezu überall aufkommen. RM 51 sagt von ihnen: »Sie wachsen rasch in den jungen Kirchen«.

(319) EN 58c.

(320) RM 51a; vgl. EN 58f; LC 69.

(321) RM 51c.

(322) Ebd.; vgl. EN 58; LC 69.

(323) DCG (1971) 126. Das diözesane Sekretariat (officium catechisticum) wurde in allen Diözesen eingerichtet durch das Dekret Provido sane: vgl. Hl. Konzilskongregation, Dekret Provido sane (12. Dezember 1935): AAS 27 (1935), S. 151; vgl. auch CIC 775 § 1.

(324) DCG (1971) 100. Vgl. auch die Anregungen in der »Einführenden Darlegung« und das, was weiter unten in dem Kapitel über die »Analyse der Situationen und Erfordernisse« gesagt wird.

(325) Vgl. DCG (1971) 103. Vgl. das Kapitel »Aktionsprogramm und katechetische Anleitungen«.

(326) Vgl. DCG (1971) 108-109. Vgl. im V. Teil, Kap. 2: »Die Pastoral der Katecheten in der Teilkirche« und »Katechetenschulen und höhere Zentren für Katechese-Experten«.

(327) Vgl. DCG (1971) 116-124.

(328) DCG (1971) 126.

(329) Vgl. CT 63. Papst Johannes Paul II. empfiehlt auch, der Katechese »in einer angemessenen und wirksamen Organisation... Menschen, Mittel und Werkzeuge, natürlich auch das notwendige Geld« zur Verfügung zu stellen (ebd.).

(330) DCG (1971) 126.

(331) Ebd.

(332) DCG (1971) 127.

(333) CIC 775 § 3.

(334) Vgl. DCG (1971) 129.

(335) AG 38a; vgl. CIC 756 §§ 1-2.

(336) Johannes Paul II., Ansprache an die Bischöfe der Vereinigten Staaten im Knabenseminar Unserer Lieben Frau von Los Angeles (16. September 1987): Insegnamenti di Giovanni Paolo II, X3 (1987), S. 556. Der Satz wurde übernommen von der Kongregation für die Glaubenslehre, Communionis notio, Nr. 13: aaO. 846.

(337) Die Konstitution Pastor Bonus vom 28. Juni 1988 handelt von der vom Konzil geforderten Reform der Römischen Kurie: vgl. CD 9. Eine erste Reform war mit der Apostolischen Konstitution Regimini Ecclesiae Universae Pauls VI. vom 18. August 1967 promulgiert worden: AAS 59 (1967), S. 885-928.

(338) Vgl. Nr. 282 und 285 dieses Kapitels.

(339) PB 94.

(340) RM 33.

(341) Ebd.

(342) CD 17a: »Die verschiedenen Formen des Apostolates sollen gefördert werden wie auch, unter der Leitung des Bischofs, die Abstimmung aller Apostolatswerke aufeinander und ihre innige Verbindung in der ganzen Diözese oder in ihren besonderen Gebietsteilen. Dadurch werden alle Unternehmungen und Einrichtungen, ob sie nun die Katechese, die Missionen, die Caritas, die sozialen Fragen, die Familien, die Schulen oder irgendein anderes pastorales Ziel betreffen, zu einer einheitlichen Aktion zusammengefaßt. So tritt die Einheit der Diözese zugleich auch klarer in Erscheinung«.

(343) Vgl. IV. Teil, Kap. 2: »Die Katechese entsprechend den Altersstufen«.

(344) CT 45c.

(345) Ebd.

(346) Vgl. DCG (1971) 20, wo darauf hingewiesen wird, daß die anderen Formen von Katechese auf die Erwachsenenkatechese hingeordnet sind (ordinantur).

(347) CT 18d.

(348) Vgl. RM 33.

(349) Ebd.

(350) Vgl. CT 19 und 42.

(351) Vgl. AG 11-15. Der Begriff »Evangelisierung« als ein in Etappen gegliederter Prozeß wurde im I. Teil, Kap. 1 analysiert: »Der Evangelisierungsprozeß«.

(352) CT 67b.

(353) DCG (1971) 100.

(354) Vgl. V. Teil, Kap. 5.

(355) DCG (1971) 102; vgl. Einführende Darlegung, 16.

(356) Vgl. DCG (1971) 117 und 134; PB 94.

(357) Zum Gesamtbereich katechetische Bücher heißt es in Catechesi tradendae: »Einer der wichtigsten Aspekte der Erneuerung der Katechese ist heute die Neubearbeitung und die große Zunahme von katechetischen Büchern fast überall in der Kirche. Zahlreiche und gut gelungene Bücher sind bereits erschienen und stellen eine wirkliche Bereicherung im Dienst der katechetischen Unterweisung dar« (CT 49).
DCG (1971) 120 sagt von den didaktischen Texten: »Die Textbücher sind Hilfsmittel, die der christlichen Gemeinschaft, die sich mit Katechese befaßt, angeboten werden. Kein Text kann die lebendige Vermittlung der christlichen Botschaft ersetzen; nichtsdestoweniger haben die Textbücher große Bedeutung, weil sie einer ausgedehnten Erläuterung der Dokumente der christlichen Überlieferung und der anderen Elemente, welche die katechetische Betätigung begünstigen, dienen«.

(358) Was die Leitfäden betrifft, gibt DCG (1971) 121 an, was sie enthalten sollen: »Die Erklärung der Heilsbotschaft (mit ständiger Bezugnahme auf die Quellen und mit klarer Unterscheidung zwischen dem, was zum Glauben und zur sicheren Lehre gehört, und dem, was hingegen nur Theologenmeinung ist): psychologische und pädagogische Ratschläge und Vorschläge für die Methode«.

(359) Vgl. III. Teil, Kap. 2: »Die soziale Kommunikation«; vgl. DCG (1971) 122.

(360) CT 49b.

(361) Ebd.

(362) Ebd.

(363) Die Frage der örtlichen Katechismen wurde im II. Teil, Kap. 2 behandelt: »Die Katechismen in der Ortskirche«. Hier werden bloß einige Richtlinien zu deren Ausarbeitung vorgelegt. Mit der Benennung »örtliche Katechismen« bezieht sich das vorliegende Dokument auf die von den Teilkirchen oder den Bischofskonferenzen vorgelegten Katechismen.

(364) FD 4c.

(365) CT 50.

(366) DCG (1971) 119, 134; CIC 775 § 2; PB 94.

(367) Vgl. Kongregation für die Glaubenslehre, Communionis notio, Nr. 9: aaO. 843.

(368) Vgl. EN 75a.

(369) Vgl. EN 75d.

(370) RM 21.

(371) Vgl. CT 72.

(372) CT 72.

(373) CT 73.

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