KONGREGATION FÜR DEN KLERUS ALLGEMEINES
DIREKTORIUM FÜR DIE KATECHESE
NAMEN UND ABKÜRZUNGEN
I DIE BIBLISCHEN BÜCHER
Gen: Das Buch Genesis
Ex: Das Buch Exodus
Lev: Das Buch Levitikus
Num: Das Buch Numeri
Dtn: Das Buch Deuteronium
Jos: Das Buch Josua
Ri: Das Buch der Richter
Rut: Das Buch Rut
1 Sam: Das erste Buch Samuel
2 Sam: Das zweite Buch Samuel
1 Kön: Das erste Buch der Könige
2 Kön: Das zweite Buch der Könige
1 Chr: Das erste Buch der Chronik
2 Chr: Das zweite Buch der Chronik
Esra: Das Buch Esra
Neh: Das Buch Nehemia
Tob: Das Buch Tobit
Jdt: Das Buch Judit
Est: Das Buch Ester
1 Makk: Das erste Buch der Makkabäer
2 Makk: Das zweite Buch der Makkabäer
Ijob: Das Buch Ijob
Ps: Die Psalmen
Spr: Das Buch der Sprichwörter
Koh: Das Buch Kohelet
Hld: Das Hohe Lied
Weish: Das Buch der Weisheit
Sir: Das Buch Jesus Sirach
Jes: Das Buch Jesaja
Jer: Das Buch Jeremia
Klgl: Die Klagelieder
Bar: Das Buch Baruch
Ez: Das Buch Ezechiel
Dan: Das Buch Daniel
Hos: Das Buch Hosea
Joël: Das Buch Joël
Am: Das Buch Amos
Obd: Das Buch Obadja
Jona: Das Buch Jona
Mi: Das Buch Micha
Nah: Das Buch Nahum
Hab: Das Buch Habakuk
Zef: Das Buch Zefanja
Hag: Das Buch Haggai
Sach: Das Buch Sacharja
Mal: Das Buch Maleachi
Mt: Das Evangelium nach Matthäus
Mk: Das Evangelium nach Markus
Lk: Das Evanglium nach Lukas
Joh: Das Evangelium nach Johannes
Apg: Die Apostelgeschichte
Röm: Der Brief an die Römer
1 Kor: Der erste Brief an die Korinther
2 Kor: Der zweite Brief an die Korinther
Gal: Der Brief an die Galater
Eph: Der Brief an die Epheser
Phil: Der Brief an die Philipper
Kol: Der Brief an die Kolosser
1 Thess: Der erste Brief an die Thessalonicher
2 Thess: Der zweite Brief an die Thessalonicher
1 Tim: Der erste Brief an Timotheus
2 Tim: Der zweite Brief an Timotheus
Tit: Der Brief an Ttius
Phlm: Der Brief an Philemon
Hebr: Der Brief an die Hebräer
Jak: Der Brief des Jakobus
1 Petr: Der erste Brief des Petrus
2 Petr: Der zweite Brief des Petrus
1 Joh: Der erste Brief des Johannes
2 Joh: Der zweite Brief des Johannes
3 Joh: Der dritte Brief des Johannes
Jud: Der Brief des Judas
Offb: Die Offenbarung des Johannes
« Libreria Editrice Vaticana omnia sibi vindicat iura. Sine eiusdem
licentia scripto data nemini liceat hunc Directorium denuo imprimere aut in
aliam linguam vertere ».
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00120 Vatikanstadt
Tel. (06) 698.85003 - Fax (06) 698.84716
ISBN 88-209-2454-4
II KIRCHLICHE DOKUMENTE
AA: II. Vat. Konzil, Dekret über das Laienapostolat Apostolicam
actuositatem (18. November 1965)
AG: II. Vat. Konzil, Dekret über die Missionstätigkeit der Kirche
Ad Gentes (7. Dezember 1965)
CA: Johannes Paul II., Enzyklika Centesimus Annus (1. Mai 1991): AAS
83 (1991), S.793-867
CD: II. Vat. Konzil, Dekret über die Hirtenaufgabe der Bischöfe in
der Kirche Christus Dominus (28. Oktober 1965)
CCL: Corpus Christianorum, Series Latina (Turnholti 1953 ff.)
CIC: Codex Iuris Canonici (25. Januar 1983)
ChL: Johannes Paul II., Nachsynodales Apostol. Schreiben Christifideles
Laici (30. Dezember 1988): AAS 81 (1989), S. 393-521
CSEL: Corpus Scriptorum Ecclesiasticorum Latinorum (Wien 1866 ff.)
CT: Johannes Paul II., Apostol. Schreiben Catechesi tradendae (16.
Oktober 1979): AAS 71 (1979), S. 1277-1340
DCG (1971): Hl. Kongregation für den Klerus, Directorium Catecheticum
Generale Ad normam decreti (11. April 1971): AAS 64 (1972), S. 97-176
[Allgemeines Katechetisches Direktorium]
DH: II. Vat. Konzil, Erklärung über die Religionsfreiheit Dignitatis
humanae (7. Dezember 1965)
DM: Johannes Paul II., Enzyklika Dives in misericordia (30. November
1980): AAS 72 (1980), S. 1177-1232
DV: II. Vat. Konzil, Dogmatische Konstitution über die göttliche
Offenbarung Dei Verbum (18. November 1965)
DS: H. Denzinger - A. Schönmetzer, Enchiridion symbolorum
definitionum et declarationum de rebus fidei et morum, Editio XXXVI
emendata, Friburgi Br., Romae, Vindobonae 1976 (die Übersetzung folgt der
Ausgabe von Denzinger-Hünermann, 1991)
EA: Johannes Paul II., Nachsynodales Apostol. Schreiben Ecclesia in
Africa (14. September 1995): AAS 88 (1996), S. 5-82
EN: Paul VI., Apostol. Schreiben Evangelii nuntiandi (8. Dezember
1975): AAS 58 (1976), S. 5-76
EV: Johannes Paul II., Enzyklika Evangelium vitae (25. März
1995): AAS 87 (1995), S. 401-522
FC: Johannes Paul II., Nachsynodales Apostol. Schreiben Familiaris
consortio (22. November 1981): AAS 73 (1981), S. 81-191
FD: Johannes Paul II., Apostol. Konstitution Fidei depositum (11.
Oktober 1992): AAS 86 (1994), S. 113-118
GE: II. Vat. Konzil, Erklärung über die christliche Erziehung Gravissimum
educationis (28. Oktober 1965)
GS: II. Vat. Konzil, Pastoralkonstitution über die Kirche in der Welt
von heute Gaudium et spes (7. Dezember 1965)
IRK: Internationaler Rat für die Katechese, Die
Erwachsenenkatechese in der christlichen Gemeinschaft, Vatikanstadt 1990
KKK: Katechismus der Katholischen Kirche, München -
Vatikanstadt 1993
LC: Kongregation für die Glaubenslehre, Instruktion Libertatis
conscientia (22. März 1986): AAS 79 (1987), S. 554-599
LE: Johannes Paul II., Enzyklika Laborem exercens (14. September 1981): AAS
73 (1981), S. 577-647
Leitfaden: Kongregation für die Evangelisierung der Völker,Guida
per i catechisti [Leitfaden für Katecheten]. Anleitung für
Berufung, Ausbildung und Förderung von Katecheten in den Missionsländern,
die von der Kongregation für die Evangelisierung der Völker abhängen
(3. Dezember 1993).
LG: II. Vat Konzil, Dogmatische Konstitution über die Kirche Lumen
gentium (21. November 1964)
MM: Johannes XXIII., Enzyklika Mater et Magistra (15. Mai 1961): AAS
53 (1961), S. 401-464
NA: II. Vat Konzil, Dekret über das Verhältnis der Kirche zu den
nichtchristlichen Religionen Nostra aetate (28. Oktober 1965)
OICA: Ordo initiationis christianae adultorum, Typis Polyglottis
Vaticanis 1972
PB: Johannes Paul II., Apostol. Konstitution Pastor Bonus (28. Juni
1988): AAS 80 (1988), S. 841-930
PG: Patrologiae Cursus completus, Series Graeca, hrsg. v. J.-P.
Migne, Parisiis 1857 ss.
PL: Patrologiae Cursus completus, Series Latina, hrsg. v. J.-P.
Migne, Parisiis 1844 ss.
PO: II. Vat Konzil, Dekret über Dienst und Leben der Priester Presbyterorum
ordinis (7. Dezember 1965)
PP: Paul VI., Enzyklika Populorum progressio (26. März 1967):
AAS 59 (1967), S. 257-299
RH: Johannes Paul II., Enzyklika Redemptor hominis (4. März
1979): AAS 71 (1979), S. 257-324
RM: Johannes Paul II., Enzyklika Redemptoris missio (7. Dezember
1990): AAS 83 (1991), S. 249-340
SC: II. Vat Konzil, Konstitution über die heilige Liturgie Sacrosanctum
Concilium (4. Dezember 1963)
SCh: Sources Chrétiennes, Collection, Paris 1946 ff.
SRS: Johannes Paul II., Enzyklika Sollicitudo rei socialis (30.
Dezember 1987): AAS 80 (1988), S. 513-586
SYN 1977: Bischofssynode, Botschaft an das Volk Gottes über die
Katechese in unserer Zeit Cum iam ad exitum (28. Oktober 1977), Typis
Polyglottis Vaticanis 1977
SYN 1985: Bischofssynode (außerordentliche Versammlung 1985), Schlußbericht
Ecclesia sub verbo Dei mysteria Christi celebrans pro salute mundi (7.
Dezember 1985)
TMA: Johannes Paul II., Apostol. Schreiben Tertio millennio adveniente
(10. November 1994): AAS 87 (1995), S. 5-41
UR: II. Vat Konzil, Dekret über den Ökumenismus Unitatis
redintegratio (21. November 1964)
UUS: Johannes Paul II., Enzyklika Ut unum sint (25. Mai 1995): AAS
87 (1995), S. 921-982
VS: Johannes Paul II., Enzyklika Veritatis splendor (6. August
1993): AAS 85 (1993), S. 1133-1228
VORWORT
1. Das II. Vatikanische Konzil ordnete die Abfassung eines »Direktoriums
für die katechetische Unterweisung des christlichen Volkes« an.(1) In
Ausführung dieses Auftrags des Konzils bediente sich die Kongregation für
den Klerus einer Sonderkommission von Fachleuten und konsultierte die
Bischofskonferenzen der Welt, die ihr zahlreiche diesbezügliche Anregungen
und Bemerkungen zukommen ließen. Der vorbereitete Text wurde von einer ad
hoc zusammengestellten theologischen Kommission und von der Kongregation für
die Glaubenslehre überprüft. Am 18. März 1971 wurde er von Paul
VI. endgültig approbiert und am 11. April des gleichen Jahres unter dem
Titel Directorium Catecheticum Generale [Allgemeines Katechetisches
Direktorium] promulgiert.
2. Die dreißig Jahre seit dem Abschluß des II. Vatikanischen
Konzils bis zur Schwelle des dritten Jahrtausends stellen zweifellos eine in
bezug auf Orientierungen und Förderung der Katechese sehr nutzbringende
Zeit dar. Es war eine Zeit, die in gewisser Weise die evangelisierende Vitalität
der Urkirche wieder an den Tag legte und treffenderweise auf die Lehren der Väter
zurückgriff und auf kluge Weise eine Rückkehr zum altchristlichen
Katechumenat förderte. Von 1971 an hat das Allgemeine Katechetische
Direktorium den Teilkirchen bei der langwierigen Erneuerung der Katechese den
Weg gewiesen, da es sich als Bezugspunkt sowohl hinsichtlich der Inhalte als
auch bezüglich des pädagogischen Vorgehens und der zu verwendenden
Methoden anbot.
Der Weg, den die Katechese in dieser Periode durchlief, war überall von
einem großmütigen Einsatz von seiten vieler Personen, von
bewunderungswürdigen Initiativen und sehr positiven Früchten für
die Glaubensbildung und vertiefung bei Kindern, Jugendlichen und
Erwachsenen gekennzeichnet. Doch fehlte es gleichzeitig nicht an Krisen, Unzulänglichkeiten
in bezug auf die Lehre und an Experimenten, welche die Qualität der
Katechese absinken ließen; sie gehen zum großen Teil auf die
Entwicklung des weltweiten kulturellen Umfeldes und auf kirchliche Fragen nicht
katechetischen Ursprungs zurück.
3. Das kirchliche Lehramt hat in diesen Jahren nie aufgehört, seine
pastorale Sorge für die Katechese auszuüben. In allen Kontinenten
haben zahlreiche Bischöfe und Bischofskonferenzen dem katechetischen Wirken
einen beachtlichen Impuls gegeben auch durch die Veröffentlichung
trefflicher Katechismen und pastoraler Weisungen; zudem förderten sie die
Ausbildung von Fachleuten und die katechetische Forschung. Diese Anstrengungen
waren fruchtbar und wirkten sich auf die katechetische Praxis der Teilkirchen günstig
aus. Besonders wertvoll für die katechetische Erneuerung war der Ordo
initiationis christianae adultorum (Ordnung für die christliche
Initiation Erwachsener), der am 6. Januar 1972 von der Kongregation für den
Gottesdienst erlassen wurde.
Insbesondere ist das Wirken Pauls VI. zu erwähnen, des Papstes, der die
Kirche während der ersten Periode der Nachkonzilszeit leitete. In bezug auf
ihn sagte Johannes Paul II.: »Mein verehrter Vorgänger Paul VI. hat
durch seine Taten, seine Predigt und seine maßgebliche Interpretation des
II. Vatikanischen Konzils das er als den großen Katechismus für
die moderne Zeit ansah , durch sein ganzes Leben der Katechese der Kirche
in sehr beispielhafter Weise gedient«.(2)
4. Ein entscheidender Meilenstein für die Katechese war die anläßlich
der Generalversammlung der Bischofssynode über die Evangelisierung in der
heutigen Zeit im Oktober 1974 in die Wege geleitete Reflexion. Die Vorschläge
dieser Versammlung wurden Papst Paul VI. vorgelegt, der das Nachsynodale
Apostolische Schreiben Evangelii nuntiandi am 8. Dezember 1975
promulgierte. Dieses Dokument legt unter anderem ein besonders
bedeutsames Prinzip vor: die Katechese als evangelisierendes Wirken im Rahmen
der großen Sendung der Kirche. Von jetzt an wird man das katechetische
Wirken als ständige Teilnahme an den Dringlichkeiten und Sorgen des
missionarischen Auftrags für unsere Zeit betrachten müssen.
Auch die letzte von Paul VI. für Oktober 1977 einberufene
Synodenversammlung wählte die Katechese als Thema der Analyse und Reflexion
der Bischöfe. Diese Synode erblickte »in der katechetischen Erneuerung
ein kostbares Geschenk des Heiligen Geistes an die Kirche von heute«.(3)
5. Johannes Paul II. übernahm 1978 dieses Erbe und formulierte seine
ersten Weisungen in dem Apostolischen Schreiben Catechesi tradendae vom
16. Oktober 1979. Dieses bildet eine mit dem Schreiben Evangelii nuntiandi
völlig kohärente Einheit und stellt die Katechese wieder ganz in
den Rahmen der Evangelisierung.
Während seines ganzen Pontifikats hat Johannes Paul II. ein ständiges
Lehramt von sehr hohem katechetischem Wert dargeboten. Unter den Reden, Briefen
und Lehrschriften ragen die zwölf Enzykliken heraus: von Redemptor
hominis bis zu Ut unum sint. Diese Rundschreiben bilden schon an und
für sich ein Corpus synthetischer und organischer Lehre zu der vom II.
Vatikanischen Konzil geforderten Anwendung der Erneuerung des kirchlichen
Lebens.
Was die katechetische Bedeutung dieser Dokumente des Lehramtes Johannes
Pauls II. betrifft, sind besonders zu erwähnen die Enzykliken Redemptor
hominis (4. März 1979), Dives in misericordia (30. November
1980), Dominum et vivificantem (18. Mai 1986) und, wegen der Bekräftigung
der dauernden Gültigkeit des Missionsauftrags, Redemptoris missio (7.
Dezember 1990).
6. Andererseits hatten die ordentlichen und außerordentlichen
Vollversammlungen der Bischofssynode auf dem Gebiet der Katechese eine besondere
Auswirkung. Wegen ihrer besonderen Wichtigkeit ist auf die Synodenversammlungen
von 1980 und 1987 hinzuweisen, welche die Sendung der Familie und die Berufung
der getauften Laien zum Thema hatten. Auf die Synodenarbeiten folgten die
entsprechenden Apostolischen Schreiben Johannes Pauls II.: Familiaris
consortio (22. November 1981) und Christifideles laici (30. Dezember
1988). Die außerordentliche Bischofssynode von 1985 wirkte sich ebenfalls
entscheidend auf die Gegenwart und Zukunft der Katechese unserer Zeit aus. Auf
ihr wurde eine Bilanz von zwanzig Jahren Anwendung des II. Vatikanischen Konzils
gezogen, und die Synodenväter schlugen dem Heiligen Vater die Ausarbeitung
eines Weltkatechismus für die ganze katholische Kirche vor. Johannes Paul
II. hat den Vorschlag der außerordentlichen Bischofssynode von 1985
wohlwollend aufgenommen und sich zu eigen gemacht. Nach dem geduldigen und
langwierigen Prozeß der Ausarbeitung wurde der Katechismus der
Katholischen Kirche durch die Apostolische Konstitution Fidei depositum vom
11. Oktober 1992 den Bischöfen und den Teilkirchen übergeben.
7. Dieses Ereignis von so tiefgreifender Bedeutung und die Gesamtheit der im
vorhergehenden angegebenen Fakten und Interventionen des Lehramtes machten eine
Überarbeitung des »Allgemeinen Katechetischen Direktoriums« zur
dringenden Aufgabe, um dieses wertvolle pastoraltheologische Instrument auf die
neue Situation und die neuen Erfordernisse abzustimmen. Dieses Erbe zu sammeln
und für die katechetische Tätigkeit systematisch zusammenzufassen, und
zwar im Blick auf die jetzige Etappe des Lebens der Kirche, ist ein Dienst des
Heiligen Stuhls für alle.
Die von der Kongregation für den Klerus in Gang gebrachte neue
Ausarbeitung des »Allgemeinen Direktoriums für die Katechese«
wurde von einer Gruppe von Bischöfen und Fachleuten für Theologie und
Katechese geleistet. Sie wurde dann den Bischofskonferenzen und den wichtigsten
katechetischen Instituten und Studienzentren zur Konsultation unterbreitet. Bei
der Abfassung hielt man sich im wesentlichen an die Grundidee und die Inhalte
des Textes von 1971.
Natürlich mußte die neue Redigierung des Allgemeinen Direktoriums
für die Katechese zwei Hauptforderungen miteinander in Einklang bringen:
einerseits die von den Schreiben Evangelii nuntiandi und Catechesi
tradendae geforderte Einfügung der Katechese in den Rahmen der
Evangelisierung,
andererseits die Übernahme der vom Katechismus der Katholischen
Kirche vorgelegten Glaubensinhalte.
8. Der neue Text des Allgemeinen Direktoriums für die Katechese behält
die Grundstruktur des Textes von 1971 bei und ist wie folgt gegliedert:
Eine Einführende Darlegung, in der Richtlinien für
die Deutung und das Verständnis der menschlichen und der kirchlichen
Situation im Licht des Glaubens und im Vertrauen auf die Kraft des Samenkorns
des Evangeliums geboten werden.
Der Erste Teil(4) gliedert sich in drei Kapitel und
verwurzelt die Katechese deutlicher in der Konzilskonstitution Dei verbum,
indem er sie in den Rahmen der in Evangelii nuntiandi und Catechesi
tradendae vorgezeichneten Evangelisierung hineinstellt. Er legt zudem eine
Klärung der Natur der Katechese vor.
Der Zweite Teil(5) besteht aus zwei Kapiteln. Im ersten
werden unter dem Titel »Normen und Richtlinien für die Darbietung der
Botschaft des Evangeliums in der Katechese« die Inhalte des entsprechenden
Kapitels des früheren Textes in neuer Artikulierung und einer bereicherten
Sicht in ihrer Gesamtheit zusammengestellt. Das zweite, vollständig neue
Kapitel steht im Dienst der Vorstellung des Katechismus der Katholischen Kirche
als Bezugstext für die Glaubensvermittlung in der Katechese und für
die Abfassung der örtlichen Katechismen. Der Text bietet auch
Grundprinzipien für die Ausarbeitung der Katechismen für die Teil
und Ortskirchen.
Der Dritte Teil(6) erscheint ziemlich erneuert, denn er
formuliert zudem das Wesentliche einer an der göttlichen Pädagogik
inspirierten Glaubenserziehung; eine Frage, die sowohl die Theologie wie die
Humanwissenschaften betrifft.
Der Vierte Teil(7) trägt den Titel »Die Adressaten
der Katechese«. In fünf kurzen Kapiteln wird das Augenmerk auf die
recht unterschiedlichen Situationen der Personen gerichtet, an die sich die
Katechese wendet, auf die Aspekte, welche die gesellschaftlich-religiöse
Situation betreffen, und ganz besonders auf die Frage der Inkulturation.
Der Fünfte Teil(8) hat zum zentralen Schwerpunkt die
Ortskirche, deren vorrangige Aufgabe es ist, die gesamte katechetische Tätigkeit
zu planen, zu überwachen und zu koordinieren. Besondere Bedeutung kommt der
Beschreibung der jeweiligen Rollen der verschiedenen katechetisch Tätigen
(die stets im Bischof der Teilkirche ihren Bezugspunkt haben) und der
Anforderungen an ihre Ausbildung in jedem einzelnen Fall zu.
Der Schluß, der zu einer Intensivierung des
katechetischen Wirkens in unserer Zeit auffordert, schließt die Reflexion
und die Weisungen ab mit einem Aufruf zum Vertrauen in das Wirken des Heiligen
Geistes und in die Wirkkraft des in der Liebe ausgesäten Gotteswortes.
9. Der Zweck des vorliegenden Direktoriums ist natürlich der gleiche
wie der, den der Text von 1971 verfolgte. Das heißt, es setzt sich zum
Ziel, »die vom Lehramt der Kirche und besonders vom II. Vatikanischen
Konzil festgelegten theologisch-pastoralen Grundprinzipien« darzubieten, »durch
die die pastorale Tätigkeit des Dienstes am Wort besser geleitet und
koordiniert werden kann«,(9) also ganz konkret die Katechese. Das
Grundanliegen war und ist, eher Überlegungen und Grundsätze als
unmittelbare Anwendungen oder praktische Weisungen zu bieten. Dieser Weg und
diese Methode wurde vor allem aus folgendem Grund gewählt: Nur dann, wenn
von Anfang an Wesen und Ziele der Katechese sowie die zu übermittelndenWahrheiten
und Werte richtig verstanden werden, werden sich Fehler und Irrtümer im
Bereich der Katechese vermeiden lassen.(10)
Die konkretere Anwendung dieser Grundsätze und Aussagen durch
nationale, regionale oder diözesane Richtlinien und Direktorien,
Katechismen und jedes weitere Mittel, das man als geeignet erachtet für
eine wirksame Förderung der Katechese, liegt in der spezifischen Zuständigkeit
der Episkopate.
10. Selbstverständlich sind nicht alle Teile des Direktoriums von
gleicher Wichtigkeit. Diejenigen, die von der göttlichen Offenbarung, vom
Wesen der Katechese, von den Maßstäben handeln, welche die
christliche Verkündigung bestimmen, sind für alle von Wert. Die Teile
hingegen, welche die gegenwärtige Situation, die Methodologie und die Art
und Weise betreffen, die Katechese auf die verschiedenen Situationen, auf das
Alter und das kulturelle Umfeld abzustimmen, sind eher als Hinweise und
Leitlinien aufzufassen.(11)
11. Die Adressaten des Direktoriums sind in erster Linie die Bischöfe,
die Bischofskonferenzen und ganz allgemein alle, die in deren Auftrag und unter
ihrer Leitung auf dem Gebiet der Katechese Verantwortung wahrnehmen. Selbstverständlich
kann das Direktorium ein treffliches Instrument für die Heranbildung der
Priesterkandidaten, für die Weiterbildung der Priester und für die
Ausbildung der Katecheten sein.
Eine unmittelbare Zielsetzung des Direktorims ist es, bei der Abfassung der
katechetischen Direktorien und Katechismen behilflich zu sein. Der von vielen
Bischöfen erhaltenen Anregung entsprechend sind zahlreiche Anmerkungen und
Hinweise beigegeben, die zur Ausarbeitung der erwähnten Instrumente von großem
Nutzen sein können.
12. Da sich das Direktorium an die Teilkirchen richtet, deren pastorale
Situationen und Bedürfnisse sehr unterschiedlich sind, liegt es auf der
Hand, daß darin nur gemeinsame oder Zwischensituationen dazwischen berücksichtigt
werden konnten. Dasselbe gilt für die Beschreibung der Organisation der
Katechese auf den verschiedenen Ebenen. Bei der Benützung des Direktoriums
möge man sich folgende Beobachtung die übrigens schon im Text
von 1971 angeführt wurde, vor Augen halten: Was in Regionen, wo die
Katechese sowohl qualitativ wie hinsichtlich der aufgewendeten Mittel ein hohes
Niveau erreichen konnte, möglicherweise ungenügend sein wird, wird
hingegen in den Regionen, wo die Katechese noch nicht einen solchen Fortschritt
erleben konnte, vielleicht als außerordentlich erscheinen.
13. In der Veröffentlichung dieses Dokumentes, eines neuen Zeugnisses
der Sorge des Apostolischen Stuhls für den katechetischen Dienst, kommt der
Wunsch zum Ausdruck, daß es sehr aufmerksam und unter Erwägung der
pastoralen Bedürfnisse jeder Teilkirche aufgenommen, geprüft und
studiert werden und auch für die Zukunft zu Studien und tiefgreifenderen
Forschungen anregen möge, die den Bedürfnissen der Katechese und den
Normen und Anleitungen des Lehramtes der Kirche entsprechen.
Die selige Jungfrau Maria, Stern der Neu-Evangelisierung, geleite uns zur
vollen Erkenntnis Jesu Christi, unseres Meisters und Herrn.
»Im übrigen, Brüder, betet für uns, damit das Wort
des Herrn sich ausbreitet und verherrlicht wird, ebenso wie bei euch« (2
Thess 3,1).
Aus dem Vatikan, 15. August 1997 Fest der Aufnahme Mariens in den
Himmel
Darío Castrillón Hoyos
Alterzbischof von Bucaramanga Pro-Präfekt
Crescenzio Sepe
Titularerzbischof von Grado Sekretär
EINFÜHRENDE DARLEGUNG Die Verkündigung
des Evangeliums in der Welt von heute
»Hört! Ein Sämann ging aufs Feld, um zu säen. Als
er säte, fiel ein Teil der Körner auf den Weg, und die Vögel
kamen und fraßen sie. Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es
nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war; als
aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine
Wurzeln hatte. Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen, und die Dornen
wuchsen und erstickten die Saat, und sie brachte keine Frucht. Ein anderer
Teil schließlich fiel auf guten Boden und brachte Frucht; die Saat ging
auf und wuchs empor und trug dreißigfach, ja sechzigfach und hundertfach«
(Mk 4,3-8).
14. Diese einführende Darlegung will die Bischöfe und die in der
Katechese Tätigen anregen, sich der Notwendigkeit bewußt zu werden,
stets auf das Saatfeld zu achten und zwar aus einer Sicht des Glaubens und des
Erbarmens. Die hier vorgelegte Deutung der heutigen Welt hat natürlich den
Charakter der Vorläufigkeit, der mit der Zufälligkeit der Geschichte
zusammenhängt.
»Hört! Ein Sämann ging aufs Feld, um zu säen«
(Mk 4,3)
15. Dieses Gleichnis ist eine Inspirationsquelle für die
Evangelisierung. »Der Samen ist das Wort Gottes« (Lk 8,11).
Der Sämann ist Jesus Christus. Er verkündigte vor zweitausend Jahren
das Evangelium in Palästina und sandte seine Jünger, es in der Welt
auszusäen. Jesus Christus, der heute durch seinen Geist in der Kirche
zugegen ist, streut das Wort des Vaters weiterhin mit freigebigen Händen
auf das Saatfeld der Welt.
Der Boden ist stets sehr verschiedenartig beschaffen. Das Evangelium fällt
»auf den Weg« (Mk 4,4), wenn man nicht wirklich auf es hört;
es fällt »auf felsigen Boden« (Mk 4,5) und dringt nicht
tief in die Erde ein; oder es fällt »in die Dornen« (Mk 4,7)
und wird im Herzen der Menschen, die von vielen Sorgen abgelenkt werden,
sogleich erstickt. Ein Teil aber fällt »auf guten Boden« (Mk
4,8), das heißt in Männer und Frauen, die für die persönliche
Beziehung zu Gott aufgeschlossen und mit dem Nächsten solidarisch sind, und
bringt reiche Frucht.
Jesus teilt im Gleichnis die gute Nachricht mit, daß ungeachtet der
ungünstigen Beschaffenheit des Bodens, der Spannungen, Konflikte und
Probleme der Welt das Gottesreich kommen wird. Der Samen des Evangeliums
befruchtet die Geschichte der Menschen und kündigt eine reiche Ernte an.
Jesus gibt auch eine Mahnung: nur in einem bereitwilligen Herzen keimt das Wort
Gottes.
Ein Blick auf die Welt vom Glauben aus
16. Die Kirche sät weiterhin das Evangelium Jesu auf das große
Saatfeld Gottes. Die Christen, die in die verschiedenartigsten
gesellschaftlichen Umgebungen eingebettet sind, blicken auf die Welt mit den
gleichen Augen, mit denen Jesus die Gesellschaft seiner Zeit betrachtet hat. Der
Jünger Jesu Christi nimmt ja von innen her an der »Freude und
Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute«(12) teil, blickt auf die
menschliche Geschichte und beteiligt sich an ihr nicht nur mit dem Verstand,
sondern auch mit dem Glauben. In dessen Licht erscheint die Welt gleichzeitig
als »durch die Liebe des Schöpfers begründet und erhalten, unter
die Knechtschaft der Sünde geraten, von Christus aber, dem Gekreuzigten und
Auferstandenen, durch Brechung der Herrschaft des Bösen befreit«.(13)
Der Christ weiß, hinter jeder menschlichen Wirklichkeit und
Begebenheit stehen gleichzeitig:
das schöpferische Wirken Gottes, das jedem Wesen seine gute
Beschaffenheit vermittelt;
die aus der Sünde herrührende Kraft, die den Menschen
einengt und abstumpft;
die aus dem Pascha, aus der Auferstehung Christi, hervorbrechende
Dynamik als Keim der Erneuerung, der dem Glaubenden die Hoffnung auf eine endgültige
»Vollendung«(14) verleiht.
Ein Blick auf die Welt, der von einem dieser drei Aspekte absähe, wäre
nicht wirklich christlich. Deshalb ist es wichtig, daß die Katechese die
Katechumenen und die Glaubensschüler in eine »theologische Deutung der
modernen Probleme«(15) einzuführen weiß.
Das Saatfeld der Welt
17. Als Mutter der Menschen sieht die Kirche zunächst voll tiefem
Schmerz »eine unzählige Menge von Männern und Frauen, Kindern,
Erwachsenen und alten Menschen, von konkreten und einmaligen Menschen also, die
unter der unerträglichen Last des Elends leiden«.(16) Mit Hilfe einer
Katechese, in welcher die Soziallehre der Kirche ihren Platz haben muß,(17)
möchte sie im Herzen der Christen »den Einsatz für die
Gerechtigkeit«(18) und die »Option oder vorrangige Liebe für die
Armen«(19) wecken, damit ihre Präsenz wirklich erhellendes Licht und
veränderndes Salz sei.
Die Menschenrechte
18. Bei der Analyse des Saatfeldes der Welt ist die Kirche sehr sensibel für
alles, was die Würde der menschlichen Person verletzt. Sie weiß, daß
dieser Würde die Menschenrechte entspringen,(20), 270-273) wird auf die
haupstächlichen »Pflichten des Menschen« hingewiesen. Die
Katechese muß beiden Aspekten die nötige Aufmerksamkeit schenken.]
die beständiger Gegenstand der Sorge und des Einsatzes der Christen sind.
Deswegen erfaßt ihr Blick nicht nur die wirtschaftlichen und sozialen,(21)
sondern vor allem die kulturellen und religiösen Indikatoren. Was sie
anstrebt, ist die gesamtheitliche Entwicklung der Menschen und Völker.(22)
Die Kirche gewahrt mit Freude, daß »nunmehr das Bewußtsein
von der Würde des Menschen wie ein befreiender Strom alle Völker
durchzieht und durchdringt«.(23) Dieses Bewußtsein äußert
sich in der lebhaften Sorge für die Respektierung der Menschenrechte und in
der entschiedensten Zurückweisung ihrer Verletzungen. Besonders
eingefordert werden das Recht auf Leben, auf Arbeit, auf Bildung, auf Gründung
einer Familie, auf Teilnahme am öffentlichen Leben, auf Religionsfreiheit.
19. Manchenorts jedoch werden in offensichtlichem Widerspruch zum Gespür
für die Würde des Menschen die Menschenrechte klar verletzt.(24) Auf
diese Weise kommt es zu anderen Armutsformen, die nicht auf der materiellen
Ebene liegen: zu einer kulturellen und religiösen Armut, welche die
kirchliche Gemeinschaft ebenfalls mit Besorgnis erfüllt. Denn die
Verweigerung oder Beschränkung der Menschenrechte läßt den
Menschen und die Völker genauso oder noch mehr verarmen als die Entbehrung
materieller Güter.(25)
Auf diesem weiten Feld der Menschenrechte hat das evangelisierende Wirken
der Kirche eine unverzichtbare Aufgabe: die unverletzliche Würde jeder
menschlichen Person entdecken zu lassen. Dies ist »in einem gewissen Sinn
die zentrale und alle anderen einschließende Aufgabe im Rahmen des
Dienstes an der Menschheitsfamilie, zu dem die Kirche und in ihr die Laien
berufen sind«.(26) Die Katechese muß sie auf diese Aufgabe
vorbereiten.
Die Kultur und die Kulturen
20. Der Sämann weiß, daß das Samenkorn in konkrete
Bodenbereiche eindringt und alle Elemente in sich aufnehmen muß, die nötig
sind, um Frucht bringen zu können.(27) Er weiß auch, daß
zuweilen einige dieser Elemente das Keimen und die Ernte beeinträchtigen können.
Die Konstitution Gaudium et Spes betont die große Bedeutung
von Wissenschaft und Technik bei der Entstehung und Entwicklung der modernen
Kultur. Die wissenschaftliche Einstellung, die von ihnen ausgeht, »gibt der
Kultur und dem Denken... ein neues Gepräge«,(28) was sich auf den
Menschen und die Reliogiosität stark auswirkt. Die wissenschaftliche und
experimentelle Rationalität ist im Menschen von heute tief verwurzelt.
Doch das Bewußtsein, daß diese Art von Rationalität nicht
alles zu erklären vermag, gewinnt immer mehr an Boden. Selbst die
Wissenschaftler stellen fest, daß es neben der Strenge des
Experimentierens einer anderen Art der Erkenntnis bedarf, um das menschliche
Wesen in seiner Tiefe begreifen zu können. Die philosophische Reflexion über
die Sprache zeigt beispielsweise, daß das symbolische Denken eine Form des
Zugangs zum Mysterium der menschlichen Person ist, zu dem man auf andere Weise
nicht Zugang findet. Somit wird eine Rationalität unumgänglich, die
das menschliche Wesen nicht spaltet, sondern die seine Affektivität
integriert, es eint und seinem Leben einen volleren Sinn gibt.
21. Neben dieser »universaleren Form der menschlichen Kultur«(29)
stellt man heute auch ein wachsendes Verlangen fest, die bodenständigen
Kulturen wieder aufzuwerten. Noch steht die Frage des Konzils im Raum: »Wie
kann man für die Dynamik und Expansion der neuen Kultur eintreten, ohne daß
die lebendige Treue zum überlieferten Erbe verlorengeht?«.(30)
An vielen Orten wird man sich bewußt, daß die herkömmlichen
Kulturen von dominierenden äußeren Einflüssen und entfremdender
Nachahmung importierter Lebensformen angegriffen werden. Auf diese Weise werden
die Identität und die Eigenwerte der Völker allmählich zersetzt.
Man stellt auch den ungeheuren Einfluß der Massenmedien fest,
die oftmals aus wirtschaftlichen oder ideologischen Interessen eine Sicht des
Lebens aufdrängen, welche die kulturelle Eigenart der Völker, an die
sie sich wenden, nicht respektiert.Die Evangelisierung begegnet so in der
Inkulturation einer ihrer größten Herausforderungen.
Die Kirche muß alle positiven Werte der Kultur und der Kulturen
aufnehmen(31) und im Licht des Evangeliums jene Elemente verwerfen, welche die
Menschen und die Völker an der Entfaltung ihrer echten Fähigkeiten
hindern.
Die sittlich-religiöse Situation
22. Unter den Elementen, aus denen sich das Kulturerbe eines Volkes
zusammensetzt, ist der sittlich-religiöse Faktor für den Sämann
von besonderer Bedeutung. In der heutigen Kultur breitet sich unablässig
religiöse Gleichgültigkeit aus. »Viele unserer Zeitgenossen
erfassen die innigste und lebensvolle Verbindung mit Gott gar nicht oder
verwerfen sie ausdrücklich«.(32)
Als Leugnung Gottes »muß man den Atheismus zu den ernstesten
Gegebenheiten dieser Zeit rechnen«.(33) Er nimmt verschiedene Formen an,
erscheint aber heute besonders in Gestalt des Säkularismus, der in einer
autonomistischen Erklärung des Menschen und der Welt besteht, »derzufolge
sie sich ganz aus sich selbst erklärt, ohne daß es eines Rückgriffs
auf Gott bedürfte«.(34) Im spezifisch religiösen Bereich sind
jedoch Anzeichen einer »Wiederkehr zum Heiligen«,(35) eines neuen
Durstes nach transzendenten, göttlichen Wahrheiten vorhanden. Die heutige
Welt bezeugt reichlicher und vitaler »das Suchen und das Bedürfnis
nach dem Religiösen«.(36) Gewiß ist dieses Phänomen »nicht
ohne Zweideutigkeit«.(37) Die breite Entwicklung der Sekten und der neuen
religiösen Bewegungen und das Wiederaufleben des »Fundamentalismus«(38)
sind Gegebenheiten, die an die Kirche ernste Fragen richten und aufmerksam
analysiert werden müssen.
23. Die heutige moralische Situation entspricht ganz der religiösen. Es
ist in der Tat eine Verdunkelung der ontologischen Wahrheit über den
Menschen als Person wahrzunehmen. Es ist, als würde die Zurückweisung
Gottes den inneren Bruch der Strebungen des Menschen bedeuten.(39) So kommt es
an vielen Orten zu einem »ethischen Relativismus«, der »dem bürgerlichen
Zusammenleben jeden sicheren sittlichen Bezugspunkt nimmt«.(40)
Die Evangelisierung trifft auf dem sittlich-religiösen Terrain einen
bevorzugten Tätigkeitsbereich an. Die vorrangige Sendung der Kirche ist es
ja, Gott zu verkünden, ihn vor der Welt zu bezeugen. Es geht darum, das
wahre Antlitz Gottes und seinen Liebes- und Heilsplan für die Menschen, so
wie Jesus ihn offenbart hat, bekanntzumachen.
Um solche Zeugen heranzubilden, muß die Kirche eine Katechese
entwickeln, die die Begegnung mit Gott begünstigt und ein ständiges
Band der Gemeinschaft mit ihm neu festigt.
Die Kirche auf dem Saatfeld der Welt
Der Glaube der Christen
24. Die Jünger Jesu sind zwar als Sauerteig in die Welt getaucht, sind
aber zu jeder Zeit nicht dagegen gefeit, dem Einfluß der menschlichen
Situationen zu unterliegen. Darum ist es notwendig, sich nach der heutigen
Situation des Glaubens der Christen zu fragen. Die in den letzten Jahrzehnten in
der Kirche entfaltete katechetische Erneuerung ist im Begriff, sehr positive Früchte
zu zeitigen.(41) Die Katechese der Kinder, der Jugendlichen und der Erwachsenen
dieser Jahre hat eine Typologie des Christen hervorgebracht, der sich seines
Glaubens wirklich bewußt ist und mit ihm in seinem Leben übereinstimmt.
Sie hat tatsächlich in ihnen gefördert:
eine neue, lebensvolle Erfahrung Gottes als barmherzigen Vater;
eine vertiefte Neu- oder Wiederentdeckung Jesu Christi nicht nur in
seiner Göttlichkeit, sondern auch in seiner wahren Menschlichkeit;
das Gefühl aller, mitverantwortlich zu sein für die Sendung
der Kirche in der Welt;
das Bewußtwerden der sozialen Forderungen des Glaubens.
25. Angesichts des heutigen religiösen Panoramas drängt sich
jedoch den Söhnen und Töchtern der Kirche eine Prüfung auf: »Inwieweit
sind auch sie von der Atmosphäre des Säkularismus und ethischen
Relativismus betroffen?«.(42)
Eine erste Kategorie bilden »sehr viele, die zwar getauft sind, aber gänzlich
außerhalb eines christlichen Lebensraumes stehen«.(43) Es handelt
sich um eine Menge »nichtpraktizierender Christen«,(44) auch wenn bei
vielen von ihnen im Innersten ihres Herzens das religiöse Empfinden nicht völlig
verschwunden ist. Sie wieder zum Glauben zu erwecken, ist für die Kirche
eine echte Herausforderung. Neben ihnen gibt es auch »das einfache Volk«,(45)
das sich manchmal in sehr aufrichtigen religiösen Gefühlen und in
einer tiefverwurzelten »Volksfrömmigkeit«(46) äußert.
Es hat zwar einen gewissen Glauben, »kennt aber seine Grundlagen kaum«.(47)
Zudem gibt es zahlreiche Christen, die sehr gebildet sind, aber nur in der
Kindheit eine religiöse Unterweisung erhalten haben und die es nötig
haben, ihren Glauben in einem anderen Licht(48) neu durchzudenken und reifer
werden zu lassen.
26. Sodann gibt es eine gewisse Anzahl getaufter Christen, die wegen eines
mißverstandenen interreligiösen Dialogs oder wegen einer gewissen
Scheu, in der heutigen Gesellschaft ihren Glauben an Jesus Christus zu bezeugen,
leider ihre christliche Identität verbergen. Diese Glaubenssituationen der
Christen verlangen vom Sämann dringend, eine Neu-Evangelisierung in
die Wege zu leiten,(49) vor allem in den Kirchen mit einer alten christlichen
Tradition, wo der Säkularismus die stärksten Breschen geschlagen hat.
In dieser neuen Situation, die einer Evangelisierung bedarf, haben die
missionarische Verkündigung und die Katechese, vor allem an Jugendlichen
und Erwachsenen, klare Vordringlichkeit.
Das innere Leben der kirchlichen Gemeinschaft
27. Es ist wichtig, sich auch das Leben der kirchlichen Gemeinschaft, ihre
innere Beschaffenheit anzusehen. In einer ersten Betrachtung gilt es
festzustellen, wie in der Kirche das II. Vatikanische Konzil aufgenommen worden
ist und Früchte getragen hat. Die großen Konzilsdokumente sind nicht
toter Buchstabe geblieben; ihre Wirkungen sind festzustellen. Die vier
Konstitutionen Sacrosanctum Concilium, Lumen gentium, Dei verbum und
Gaudium et spes haben die Kirche befruchtet. In der Tat:
Das liturgische Leben wird tiefer als Quelle und Höhepunkt des
kirchlichen Lebens verstanden.
Das Volk Gottes hat ein lebendigeres Bewußtsein des »gemeinsamen
Priestertums«(50) erworben, das in der Taufe wurzelt. Gleichzeitig entdeckt
es immer mehr wieder die universale Berufung zur Heiligkeit und einen
lebendigeren Sinn für den Dienst an der Nächstenliebe.
Die kirchliche Gemeinschaft hat einen lebendigeren Sinn für das
Gotteswort erworben. Beispielsweise wird die Heilige Schrift viel intensiver
gelesen, verkostet und meditiert.
Die Sendung der Kirche in der Welt wird auf neue Weise wahrgenommen.
Auf der Grundlage einer inneren Erneuerung hat das Konzil die Katholiken offen
gemacht für das Erfordernis einer Evangelisierung, die notwendig mit der Förderung
des Menschen verbunden ist, für die Notwendigkeit des Dialogs mit der Welt,
mit den verschiedenen Kulturen und Religionen und für die dringliche Suche
nach der Einheit unter den Christen.
29. Doch bei all dieser Fruchtbarkeit sind auch »Mängel und
Schwierigkeiten in der Aufnahme des Konzils»(51) festzustellen. Trotz einer
so reichen und tiefen Lehre über die Kirche ist der Sinn für die Zugehörigkeit
zur Kirche schwächer geworden, ja häufig ist eine »Abneigung
gegen die Kirche«(52) festzustellen; man betrachtet sie oft einseitig als
bloße Institution, die ihres Mysteriums beraubt ist.
In einigen Fällen hat man bei der Interpretation und Anwendung der
Erneuerung, die das II. Vatikanische Konzil von der Kirche verlangt hat,
einseitige und gegensätzliche Positionen eingenommen. Solche Ideologien und
Haltungen haben zu Zersplitterungen geführt und sind der für die
Evangelisierung unerläßlichen Bezeugung der Gemeinschaft abträglich.
Das evangelisierende Wirken der Kirche und in ihm der Katechese muß
entschiedener einen soliden kirchlichen Zusammenhalt anstreben. Zu diesem Zweck
ist es dringlich, eine echte Ekklesiologie der Gemeinschaft zu fördern und
zu vertiefen,(53) um in den Christen eine tiefe kirchliche Spiritualität zu
erzeugen.
Situation der Katechese: Lebenskraft und Probleme
29. Die Katechese weist in den letzten Jahren viele positive Aspekte auf,
die ihre Lebenskraft deutlich machen. Unter anderem sind hervorzuheben:
Die große Zahl der Priester, Ordensleute und Laien, die sich
mit Begeisterung und Ausdauer der Katechese widmen. Sie ist eine der wichtigsten
kirchlichen Tätigkeiten.
Zu betonen ist auch der missionarische Charakter der heutigen
Katechese und ihre Bereitschaft, in einer Welt, in der sich das religiöse
Empfinden abstumpft, die Glaubenszustimmung der Katechumenen und der Glaubensschüler
zu sichern. In dieser Dynamik ist man sich klar bewußt, daß die
Katechese den Charakter einer ganzheitlichen Formung annehmen muß und sich
nicht auf bloßes Lehren beschränken darf; sie wird sich bemühen
müssen, eine echte Bekehrung hervorzurufen.(54)
Im Einklang mit dem Gesagten wird es außerordentlich wichtig,
daß bei der Planung der Katechese möglichst vieler Teilkirchen die
Erwachsenenkatechese vermehrt wird.(55) Sie scheint in den Pastoralplänen
vieler Diözesen Priorität zu haben. Auch in einigen kirchlichen
Bewegungen und Gruppen nimmt sie einen zentralen Platz ein.
Zweifellos begünstigt von den neueren Anleitungen des Lehramtes,
hat das katechetische Denken in unserer Zeit an Dichte und Tiefe gewonnen. In
diesem Sinn verfügen viele Ortskirchen schon über geeignete und zweckmäßige
pastorale Orientierungshilfen.
30. Es ist jedoch notwendig, einige Probleme mit besonderer Aufmerksamkeit
zu prüfen und nach einer Lösung für sie zu suchen:
Das erste betrifft das Verständnis der Katechese als
Glaubensschule, als Erlernung und Lehrzeit des ganzen christlichen Lebens, was
bei weitem noch nicht in das Bewußtsein der Katecheten gedrungen ist.
Was die Grundausrichtung betrifft, so durchtränkt für gewöhnlich
der Begriff »Offenbarung« die katechetische Tätigkeit; doch hat
der Konzilsbegriff »Überlieferung« weniger großen Einfluß
als wirklich inspirierendes Element. In vielen Katechesen wird fast ausschließlich
auf die Bibel Bezug genommen, ohne daß das zweitausend Jahre lange Denken
und Leben der Kirche ausreichend berücksichtigt wird.(56) Die kirchliche
Natur der Katechese wird in diesem Fall weniger klar sichtbar. Die
wechselseitige Verknüpfung von Heiliger Schrift, Überlieferung und
Lehramt, »jedes auf seine Art«,(57) befruchtet die katechetische
Glaubensvermittlung noch nicht harmonisch.
Hinsichtlich der Zielsetzung der Katechese, die darauf abzielt, die
Gemeinschaft mit Jesus Christus zu fördern, ist eine ausgewogenere
Darbietung der ganzen Wahrheit des Geheimnisses Christi notwendig. Zuweilen
bleibt man bei seinem Menschsein stehen, ohne ausdrücklich auf seine
Gottheit zu verweisen; in anderen, heute weniger häufigen Fällen,
betont man seine Gottheit so ausschließlich, daß die Wirklichkeit
des Mysteriums der Inkarnation des Wortes nicht mehr hervortritt.(58)
Bezüglich des Inhalts der Katechese bestehen verschiedene
Probleme. Es gibt da gewisse Lücken in bezug auf die Wahrheit über
Gott und den Menschen, über Sünde und Gnade und die Letzten Dinge.
Auch ist eine solidere sittliche Bildung notwendig; man stößt auf
eine unzulängliche Darstellung der Kirchengeschichte, und der kirchlichen
Soziallehre wird zu wenig Bedeutung beigemessen. In einigen Regionen wimmelt es
von Katechismen und Texten, die aus privater Initiative stammen, selektive
Tendenzen und so unterschiedliche Akzentsetzungen aufweisen, daß sie der
notwendigen Übereinstimmung in der Glaubenseinheit Schaden zufügen.(59)
»Die Katechese ist von ihrem Wesen her mit dem gesamten
liturgischen und sakramentalen Handeln verbunden«.(60) Häufig freilich
zeugt die katechetische Praxis nur von einer schwachen, brüchigen
Verbindung mit der Liturgie: begrenzte Beachtung der liturgischen Zeichen und
Riten, spärliche Ausschöpfung der liturgischen Quellen, katechetische
Unterweisungen, die kaum oder gar keinen Bezug zum Kirchenjahr erkennen lassen,
nur am Rand vorhandene Hinweise auf Gottesdienste in den Katechese-Anleitungen.
Was die Pädagogik angeht, so schenkt man, nach einer Überbetonung
des Wertes der Methode und der Techniken von seiten einiger, den Forderungen und
der besonderen Eigenart der Pädagogik der Glaubenserziehung noch nicht die
gebührende Aufmerksamkeit.(61) Man fällt leicht in den »Inhalt-Methode«-Dualismus
mit Verkürzungen in der einen oder anderen Richtung. Was den pädagogischen
Aspekt betrifft, wurde nicht immer die notwendige theologische Unterscheidung
vorgenommen.
Was schließlich die Unterschiedlichkeit der Kulturen in bezug
auf den Dienst am Glauben angeht, stellt sich das Problem, wie das Evangelium so
in den Kulturhorizont der Völker, an die man sich richtet, zu übertragen
ist, daß es wirklich als eine für das Leben der Menschen und der
Gesellschaft wichtige Kunde wahrgenommen werden kann.(62)
Die Ausbildung für das Apostolat und für die Mission ist
eine der fundamentalen Aufgaben der Katechese. Doch während innerhalb der
katechetischen Tätigkeit eine neue Sensibilität bei der Heranbildung
gläubiger Laien für das christliche Zeugnis, für den interreligiösen
Dialog, für den Einsatz in der Welt wächst, macht die Erziehung für
die Missionstätigkeit ad gentes noch einen recht schwachen und rückständigen
Eindruck. Die gewöhnliche Katechese schenkt den Missionen nur unregelmäßig
und am Rande Aufmerksamkeit.
Die Aussaat des Evangeliums
31. Nach Untersuchung des Bodens schickt der Sämann seine Arbeiter aus,
um das Evangelium in der ganzen Welt zu verkünden, und teilt ihnen dazu die
Kraft seines Geistes mit. Gleichzeitig zeigt er ihnen, wie die Zeichen der Zeit
zu deuten sind, und verlangt von ihnen eine sehr gediegene Vorbereitung, um die
Aussaat vorzunehmen.
Wie die Zeichen der Zeit zu deuten sind
32. Die Stimme des Geistes, den Jesus vom Vater her seinen Jüngern
gesandt hat, spricht auch aus den Ereignissen der Geschichte.(63) Hinter den veränderlichen
Gegebenheiten der aktuellen Situation und in den tieferen Motivationen für
die Herausforderungen, die sich der Evangelisierung stellen, muß man, »die
Zeichen der Gegenwart oder der Absicht Gottes«(64) zu entdecken suchen. Es
geht um eine Analyse, die im Licht des Glaubens in einer Haltung des Mitleidens
vorzunehmen ist. Während sie sich der stets notwendigen Humanwissenschaften
bedient,(65) sucht die Kirche den Sinn der jeweiligen Situation innerhalb der
Heilsgeschichte zu ergründen.Ihre Urteile über die Wirklichkeit sind
stets Diagnosen für die Sendung.
Einige Herausforderungen für die Katechese
33. Um ihre Lebenskraft und Wirksamkeit zum Ausdruck bringen zu können,
müßte die Katechese sich der folgenden Herausforderungen und
Orientierungen annehmen:
sie muß sich vor allem als wirksamen Dienst an der
Evangelisierung der Kirche mit betont missionarischem Charakter vorstellen;
sie muß sich an einige ihrer bevorzugten Adressaten richten:
das waren und sind weiterhin die Kinder, die Heranwachsenden, die Jugendlichen
und die Erwachsenen, und dabei vor allem mit diesen letzteren beginnen;
sie muß, nach dem Beispiel der Kirchenväter, die Persönlichkeit
des Glaubenden formen und somit eine echte Schule christlicher Pädagogik
sein;
sie muß die wesentlichen Geheimnisse des Christentums verkünden,
indem sie die trinitarische Erfahrung eines Lebens in Christus als Zentrum des
Glaubenslebens fördert;
sie muß die Vorbereitung und Ausbildung von tiefgläubigen
Glaubenserziehern (Katecheten) als vorrangige Aufgabe betrachten.
ERSTER TEIL DIE KATECHESE IN DER EVANGELISIERENDEN SENDUNG DER
KIRCHE
»Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium
allen Geschöpfen« (Mk 16,15). »Geht zu allen Völkern,
und macht alle Menschen zu meinen Jüngern, tauft sie auf den Namen des
Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu
befolgen, was ich euch geboten habe« (Mt 28,19-20). »Ihr werdet
die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr
werdet meine Zeugen sein...bis an die Grenzen der Erde« (Apg 1,8).
Der Missionsauftrag Jesu
34. Nach seiner Auferstehung sandte Jesus vom Vater her den Heiligen Geist,
damit er das Heilswerk von innen heraus vollende und die Jünger ansporne,
seine Sendung in der ganzen Welt fortzusetzen, so wie er einst vom Vater gesandt
worden war. Er war der erste und größte Verkünder des
Evangeliums. Er verkündete das Reich Gottes(66) als neuerliches und endgültiges
göttliches Eingreifen in die Geschichte und bezeichnete diese Verkündigung
als »das Evangelium«, das heißt als die Frohe Botschaft. Ihm
widmete er sein ganzes irdisches Dasein: er machte mit der Freude bekannt, dem
Reich Gottes anzugehören,(67) er sprach von den Anforderungen und der Magna
Charta dieses Reiches,(68) von den Geheimnissen, die es in sich birgt,(69) vom
geschwisterlichen Leben derer, die in es eintreten,(70) und von seiner zukünftigen
Fülle.(71)
Bedeutung und Zielsetzung dieses Teiles
35. Dieser erste Teil will den Eigencharakter der Katechese bestimmen.
Das erste Kapitel erinnert, entsprechend dem theologischen Denkansatz, kurz
an den Begriff der Offenbarung, wie er im Konzilsdokument Dei verbum dargelegt
wird. Er bestimmt auf spezifische Weise die Auffassung vom Dienst am Wort. Die
Begriffe Wort Gottes, Evangelium, Reich Gottes und Überlieferung, die
in dieser dogmatischen Konstitution vorkommen, begründen die Bedeutung der
Katechese. Neben ihnen ist für die Katechese der Begriff Evangelisierung
verpflichtender Bezugspunkt. Seine Dynamik und seine Elemente werden im
Apostolischen Schreiben Evangelii Nuntiandi mit einer neuen und
vertieften Präzision dargelegt.
Das zweite Kapitel stellt die Katechese in den Rahmen der Evangelisierung
und bringt sie zu den anderen Formen des Dienstes am Gotteswort in Beziehung.
Dank dieser Beziehung entdeckt man leichter den eigentlichen Charakter der
Katechese.
Das dritte Kapitel analysiert direkter die Katechse als solche: ihre
kirchliche Natur, ihre verbindliche Zielsetzung der Gemeinschaft mit Jesus
Christus, ihre Aufgaben, die katechumenale Inspiration, die sie beseelt.
Die Auffasung, die man von der Katechese hat, bedingt stark die Auswahl und
Anordnung ihrer (erkenntnis-, erfahrungs- und verhaltensbezogenen)
Inhalte, bestimmt ihre Empfänger und definiert das pädagogische
Vorgehen, das für die Erreichung der Ziele erfordert ist.
Das Wort Katechese hat während der zweitausendjährigen Geschichte
der Kirche eine bedeutungsmäßige Entwicklung durchgemacht. Im
vorliegenden Direktorium inspiriert sich der Begriff Katechese an den
nachkonziliaren päpstlichen Lehrschreiben, vorallem an Evangelii
nuntiandi, Catechesi tradendae und
Redemptoris missio.
I. KAPITEL
Die Offenbarung und ihre Weitergabe durch die Evangelisierung
»Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus: Er
hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit
Christus im Himmel... Er hat uns das Geheimnis seines Willens kundgetan, wie er
es gnädig im voraus bestimmt hat: Er hat beschlossen, die Fülle der
Zeiten heraufzuführen, in Christus alles zu vereinen« (Eph 1,3.9-10).
Die Offenbarung des Planes der Vorsehung Gottes
36. »Gott, der durch das Wort alles erschafft und erhält, gibt den
Menschen jederzeit in den geschaffenen Dingen Zeugnis von sich«.(72) Der
Mensch, der auf Grund seiner Natur und Berufung »zur Erfassung Gottes befähigt
ist«, kann, wenn er die Botschaft der Geschöpfe vernimmt, zur Gewißheit
gelangen, daß die Existenz Gottes Ursache und Ziel von allem ist und daß
Gott sich dem Menschen offenbaren kann.
Die Konstitution Dei verbum des II. Vatikanischen Konzils hat die
Offenbarung als Akt beschrieben, durch den Gott sich den Menschen persönlich
offenbart. Gott zeigt sich als der, der sich selbst mitteilen will, indem er den
Menschen an seiner göttlichen Natur teilhaben läßt.(73) Auf
diese Weise verwirklicht er seinen Liebesplan.
»Gott hat in seiner Weisheit und Güte beschlossen, sich selbst zu
offenbaren und das Geheimnis seines Willens kundzutun..., um sie (die Menschen)
in seine Gemeinschaft einzuladen und aufzunehmen».(74)
37. Dieser »Plan der göttlichen Vorsehung«(75) des Vaters,
der in Jesus Christus voll geoffenbart worden ist, verwirklicht sich durch die
Kraft des Heiligen Geistes.
Er beinhaltet:
die Offenbarung Gottes, seiner »intima... veritas«,(76)
seines »Geheimnisses«(77) und der wahren Berufung und Würde des
Menschen;(78)
das Heilsangebot an alle Menschen als Geschenk der Gnade und des
Erbarmens Gottes,(79) das die Befreiung vom Übel, von der Sünde, vom
Tod mit sich bringt;(80)
den endgültigen Ruf, um alle versprengten Kinder in der Familie
Gottes zu sammeln und so zwischen den Menschen die geschwisterliche Einheit
herzustellen.(81)
Die Offenbarung: Taten und Worte
38. In seiner Unermeblichkeit bedient sich Gott, um sich dem Menschen zu
offenbaren, eines pädagogischen Vorgehens;(82) er benützt Geschehnisse
und menschliche Worte, um seinen Plan mitzuteilen: er tut das nach und nach und
in Etappen,(83) um sich den Menschen besser zu nähern. Denn Gott wirkt so,
daß die Menschen durch die Ereignisse der Heilsgeschichte und die von Gott
inspirierten Worte, die sie begleiten und erklären, seinen Heilsplan
kennenlernen.
»Das Offenbarungsgeschehen ereignet sich in Tat und Wort, die innerlich
miteinander verknüpft sind:
die Werke nämlich, die Gott im Verlauf der Heilsgeschichte
wirkt, offenbaren und bekräftigen die Lehre und die durch die Worte
bezeichneten Wirklichkeiten;
die Worte verkündigen die Werke und lassen das Geheimnis, das
sie enthalten, ans Licht treten«.(84)
39. Auch die Evangelisierung, die die Offenbarung an die Welt
weitergibt, erfolgt mit Taten und Worten. Sie ist gleichzeitig Zeugnis und
Verkündigung, Wort und Sakrament, Lehre und Einsatz.
Die Katechese gibt ihrerseits die Geschehnisse und Worte der Offenbarung
weiter: Sie muß sie verkünden und erzählen und gleichzeitig die
tiefen Geheimnisse erklären, die sie enthalten. Und da die Offenbarung für
den Menschen Lichtquelle ist, erwähnt die Katechese nicht nur die in der
Vergangenheit gewirkten wunderbaren Taten Gottes, sondern deutet im Licht der
gleichen Offenbarung die Zeichen der Zeit und das gegenwärtige Leben der Männer
und Frauen, da sich in ihnen Gottes Heilsplan für die Welt
verwirklicht.(85)
Jesus Christus, Vermittler und Fülle der Offenbarung
40. Gott offenbarte sich den Menschen allmählich durch die Propheten
und die Heilsgeschehnisse, bis er mit der Entsendung seines Sohnes seine
Offenbarung zu Ende führte.(86)
»Jesus Christus... ist es, der durch sein ganzes Dasein und seine ganze
Erscheinung, durch Worte und Werke, durch Zeichen und Wunder, vor allem aber
durch seinen Tod und seine herrliche Auferstehung von den Toten, schließlich
durch die Sendung des Geistes der Wahrheit die Offenbarung erfüllt und
abschließt«.(87)
Jesus Christus ist nicht nur der größte der Propheten, sondern er
ist der menschgewordene ewige Sohn Gottes. Er ist somit das letzte Ereignis, auf
das alles Geschehen der Heilsgeschichte hinausläuft.(88) »Er ist das
vollkommene, unübertreffbare, eingeborene Wort des Vaters«.(89)
41. Der Dienst am Wort muß diese bewundernswerte Eigenart des
Offenbarungsgeschehens zur Geltung bringen: Der Sohn Gottes tritt in die
Geschichte der Menschen ein, nimmt das menschliche Leben und Sterben auf sich
und verwirklicht den neuen, endgültigen Bund zwischen Gott und den
Menschen. Es ist Aufgabe der Katechese aufzuzeigen, wer Jesus Christus ist: sie
soll sein Leben und sein Geheimnis und den christlichen Glauben als Nachfolge
seiner Person darstellen.(90) Darum muß sie sich beständig auf die
Evangelien stützen; diese »sind das Herzstück aller Schriften als
Hauptzeugnis für Leben und Lehre des fleischgewordenen Wortes, unseres Erlösers«.(91)
Die Tatsache, daß Jesus Christus die Fülle der Offenbarung ist,
bildet die Grundlage der »Christozentrik«(92) der Katechese: In der
geoffenbarten Botschaft ist das Mysterium Christi nicht ein zusätzliches
Element neben anderen, sondern das Zentrum, von dem her alle anderen Elemente
Rang und Licht erhalten.
Die Weitergabe der Offenbarung durch die Kirche als Werk des
Heiligen Geistes
42. Die Offenbarung Gottes, die in Jesus Christus gipfelt, ist für die
ganze Menschheit bestimmt: Gott »will, daß alle Menschen gerettet
werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen« (1 Tim 2,4). Kraft
dieses universalen Heilswillens hat Gott verfügt, daß die Offenbarung
allen Völkern und allen Generationen weitergegeben werde und für alle
Zeiten unversehrt erhalten bleibe.(93)
43. Um diesen göttlichen Plan zu erfüllen, gründete Jesus
Christus die Kirche auf dem Fundament der Apostel und beauftragte sie, indem er
ihnen vom Vater her den Heiligen Geist sandte, das Evangelium in der ganzen Welt
zu verkünden. Die Apostel führten mit Worten, Werken und Schriften
diesen Auftrag getreu aus.(94)
Diese apostolische Überlieferung setzt sich in der Kirche und durch die
Kirche fort. Und sie als ganze, Hirten und Gläubige, ist um ihre Bewahrung
und Weitergabe besorgt. Das Evangelium wird in der Kirche vollständig und
lebendig erhalten; die Jünger Jesu Christi betrachten und meditieren es
unablässig, leben es im täglichen Dasein und verkünden es in der
Mission. Der Heilige Geist befruchtet die Kirche beständig, während
sie das Evangelium lebt;er läßt sie in dessen Verständnis fortwährend
wachsen, treibt sie an und unterstützt sie bei der Aufgabe, es in jedem
Winkel der Welt zu verkünden.(95)
44. Die unversehrte Bewahrung der Offenbarung, des in der Überlieferung
und der Schrift enthaltenen Gotteswortes, sowie seine ständige Weitergabe
sind in ihrer Authentizität gewährleistet. Vom Heiligen Geist unterstützt
und mit dem »Charisma der Wahrheit« ausgestattet, übt das Lehramt
der Kirche die Funktion aus, das Wort Gottes »verbindlich zu erklären«.(96)
45. Die Kirche, das »allumfassende Heilssakrament«,(97) gibt, vom
Heiligen Geist dazu bewegt, die Offenbarung durch die Evangelisierung weiter:
sie verkündet die Frohe Botschaft vom Heilsplan des Vaters und teilt in den
Sakramenten die göttlichen Gaben aus.
Dem sich offenbarenden Gott gebührt der Glaubensgehorsam, durch den der
Mensch aus freien Stücken, mit voller verstandes- und willensmäßiger
Zustimmung, sein Ja sagt zum »Evangelium von der Gnade Gottes« (Apg
20,24). Vom Glauben, der Gabe des Geistes, geleitet, gelangt der Mensch
dahin, den Gott der Liebe zu schauen und zu verkosten, der in Christus die Fülle
seiner Herrlichkeit geoffenbart hat.(98)
Die Evangelisierung(99)
46. Die Kirche »ist dazu da, um zu evangelisieren«, (100) das heißt
»die Frohbotschaft in alle Bereiche der Menschheit zu tragen und sie durch
deren Einfluß von innen her umzuwandeln und die Menschheit selbst zu
erneuern«. (101)
Der Missionsauftrag Jesu weist verschiedene Aspekte auf, die miteinander eng
verknüpft sind: »verkündet« (Mk 16,15), »macht
zu Jüngern und lehrt«, (102) »ihr sollt meine Zeugen sein«,
(103) »tauft«, (104) »tut dies zu meinem Gedächtnis« (Lk
22,19), »liebt einander« (Joh 15,12). Verkündigung,
Zeugnis, Lehre, Sakramente, Nächstenliebe, zu Jüngern machen: alle
diese Aspekte sind Wege und Mittel für die Weitergabe des einzigen
Evangeliums und bilden die Elemente der Evangelisierung.
Einige dieser Elemente sind von so großer Bedeutung, daß man
bisweilen dazu neigt, sie mit dem evangelisierenden Wirken zu identifizieren. »Keine
partielle und fragmentarische Definition entspricht jedoch der reichen,
vielschichtigen und dynamischen Wirklichkeit, die die Evangelisierung darstellt«.
(105) Es besteht immer die Gefahr, sie zu verarmen und sogar zu verstümmeln.
Statt dessen muß eine solche Definition »ihre Gesamtheit« (106)
entfalten und auch ihre innere Zweipoligkeit in sich aufnehmen: Zeugnis und Verkündigung,
(107) Wort und Sakrament, (108) innere Wandlung und gesellschaftliche Veränderung.
(109) Die in der Evangelisierung Tätigen müssen in einer »globalen
(d.h. die Evangelisierung der Welt betreffenden) Sicht« (110) von ihr zu
handeln wissen und sie mit der gesamten Sendung der Kirche identifizieren. (111)
Der Evangelisierungsprozeß
47. Obgleich die Kirche von sich aus stets die Fülle der Heilsmittel
enthält, »kennt sie in ihrer Tätigkeit... Stufen«. (112) Das
Konzilsdekret Ad gentes hat die Dynamik des Evangelisierungsprozesses
gut klargestellt: christliches Zeugnis und Nächstenliebe (11-12), Verkündigung
des Evangeliums und Ruf zur Umkehr (13), Katechumenat und christliche Initiation
(14), Aufbau der christlichen Gemeinschaft durch die Sakramente und durch Ämter
und Dienste (15-18). (113) Das ist die Dynamik der Einpflanzung und des Aufbaus
der Kirche.
48. Dementsprechend ist die Evangelisierung als der Vorgang zu verstehen,
durch den die Kirche, vom Heiligen Geist dazu bewegt, das Evangelium in der
ganzen Welt verkündet und verbreitet.
Von der Nächstenliebe dazu angetrieben, durchtränkt und verändert
sie die ganze zeitliche Ordnung, indem sie die Kulturen aufnimmt und erneuert;
(114)
sie gibt unter den Völkern Zeugnis (115) von der neuen
Daseins und Lebensweise, welche die Christen kennzeichnet;
sie verkündet ausdrücklich das Evangelium durch die
»Erstverkündigung« (116) und den Ruf zur Bekehrung; (117)
sie führt diejenigen, die sich zu Jesus Christus bekehren oder
den Weg seiner Nachfolge von neuem einschlagen, durch die »Katechese«(118)
und die »Initiationssakramente« (119) in den Glauben und das
christliche Leben ein, indem sie die einen in die christliche Gemeinschaft
eingliedert und die anderen zu ihr zurückführt; (120)
sie stärkt in den Gläubigen ständig die Gabe der Gemeinschaft
(121) durch die Weiterbildung im Glauben (Homilie, andere Formen des Dienstes am
Wort), die Sakramente und die Pflege der Nächstenliebe;
sie löst unablässig die Mission (122) aus, indem
sie alle Jünger Christi aussendet, mit Worten und Werken auf der ganzen
Welt das Evangelium zu verkünden.
49. Der Evangelisierungsprozeß (123) gliedert sich folglich in Etappen
oder »wesentliche Momente«: (124) das missionarische Wirken für
die Nichtglaubenden und für die, die in religiöser Gleichgültigkeit
leben; das katechetisch-initiierende Wirken für die, die sich für das
Evangelium entscheiden, und für die, die es nötig haben, ihre
Initiation zu vervollständigen oder neu zu strukturieren; und das pastorale
Wirken für die schon reifen Christgläubigen im Schoß der
christlichen Gemeinde. (125) Diese Momente sind jedoch nicht abgeschlossene
Etappen: sie werden, wenn nötig, wiederholt, so daß sie dem
geistlichen Wachstum jeder Person und der Gemeinde selbst die passendste evangeliumsgemäbe
Nahrung geben.
Der Dienst am Wort Gottes in der Evangelisierung
50. Der Dienst am Wort (126) ist das Grundelement der Evangelisierung. Die
christliche Präsenz inmitten der verschiedenen Menschengruppen und das
Lebenszeugnis müssen durch die ausdrückliche Verkündigung Jesu
Christi, des Herrn, erklärt und begründet werden. »Es gibt keine
wirkliche Evangelisierung, wenn nicht der Name, die Lehre, das Leben, die Verheißungen,
das Reich, das Geheimnis von Jesus von Nazaret, des Sohnes Gottes, verkündet
werden«. (127) Auch die, die schon Jünger Christi sind, haben, um in
ihrem christlichen Leben zu wachsen, es nötig, beständig durch das
Wort Gottes genährt zu werden. (128)
Innerhalb der Evangelisierung gibt der Dienst am Wort die Offenbarung durch
die Kirche weiter, indem er sich menschlicher »Worte« bedient. Diese
sind jedoch stets auf die »Werke« bezogen: auf jene, die Gott
vollbracht hat und weiterhin vollbringt, zumal in der Liturgie; auf das
Lebenszeugnis der Christen; und auf das verändernde Wirken, das diese im
Verein mit vielen Menschen guten Willens in der Welt vollziehen. Dieses
menschliche Wort der Kirche ist das Mittel, dessen sich der Heilige Geist
bedient, um den Dialog mit der Menschheit weiterzuführen. Er ist nämlich
der Hauptakteur im Dienst am Wort, der, durch den »die lebendige Stimme des
Evangeliums in der Kirche und durch sie in der Welt widerhallt«. (129)
Der Dienst am Wort wird »demgemäß auf verschiedene Weise
ausgeübt«. (130) Seit der Zeit der Apostel (131) hat die Kirche in
ihrem Verlangen, das Wort Gottes auf die geeignetste Weise darzubieten, diesen
Dienst in verschiedensten Formen vollzogen.(132) Sie alle dienen dazu, jene
grundlegenden Funktionen in Gang zu bringen, die der Dienst am Wort zu versehen
berufen ist.
Funktionen und Formen des Dienstes am Wort Gottes
51. Die Hauptfunktionen des Dienstes am Wort sind folgende:
Versammlung und Ruf zum Glauben
Das ist die Funktion, die sich am unmittelbarsten aus dem Missionsauftrag
Jesu herleitet. Sie wird verrichtet durch die »Erstverkündigung«,
die sich an die Nichtglaubenden richtet: an die, die sich für den Unglauben
entschieden haben, an die Getauften, die am Rand des christlichen Lebens stehen,
an die Anhänger anderer Religionen... (133) Die religiöse Weckung der
Kinder in den christlichen Familien ist auch eine vortreffliche Form dieser
Funktion.
Die Initiation
Wer, von der Gnade bewegt, sich dazu entscheidet, Christus nachzufolgen,
wird »stufenweise in das Leben des Glaubens, der Liturgie und der liebenden
Gemeinschaft des Gottesvolkes eingeführt«. (134) Die Kirche vollbringt
diese Aufgabe grundlegend durch die Katechese, in engem Zusammenhang mit den
Initiationssakramenten, gleich, ob diese erst zu empfangen oder schon empfangen
worden sind. Wichtige Formen sind: die Katechese der ungetauften Erwachsenen im
Katechumenat; die Katechese der getauften Erwachsenen, die zum Glauben zurückzukehren
wünschen, oder derer, die einer Vervollständigung ihrer Initiation bedürfen;
die Kinder- und Jugendkatechese, die von sich aus Initiationscharakter hat. Auch
die christliche Erziehung in der Familie und der Religionsunterricht in den
Schulen üben eine Initiationsfunktion aus.
Die ständige Glaubenserziehung
In verschiedenen Ländern wird sie auch »fortdauernde Katechese«
genannt. (135)
Sie wendet sich an Christen, die in die Grundelemente eingeführt sind,
es aber nötig haben, ihren Glauben während des ganzen Lebens beständig
zu nähren und reifen zu lassen. Sie ist eine Funktion, die in sehr
verschiedenartigen Formen ausgeführt wird: »systematisch und
gelegentlich, für einzelne und für Gemeinschaften, organisiert und
spontan usw«. (136)
Die liturgische Funktion
Der Dienst am Wort umfaßt auch eine liturgische Funktion, denn wenn er
innerhalb einer heiligen Handlung vorgenommen wird, ist er ein integrierender
Teil von ihr. (137) Sie kommt in vortrefflicher Weise durch die Homilie zum
Ausdruck. Weitere Formen sind die Ermahnungen bei den Wortgottesdiensten.
Hinzuweisen ist auch auf die unmittelbare Vorbereitung auf die verschiedenen
Sakramente, auf die Sakramentalien und vor allem auf die Teilnahme der Gläubigen
an der Eucharistie als Grundform der Glaubenserziehung.
Die theologische Funktion
Sie sucht das Glaubensverständnis zu entwickeln, indem sie sich in die
Dynamik der »fides quaerens intellectum« versetzt, d.h. des Glaubens,
der zu verstehen sucht. (138) Um diese Funktion zu erfüllen, muß die
Theologie sich auseinandersetzen oder in Dialog treten mit den philosophischen
Formen des Denkens, mit den Humanismen, die die Kultur bestimmen, und mit den
Wissenschaften vom Menschen. Sie artikuliert sich in Formen, welche »die
wissenschaftliche Behandlung und wissenschaftliche Erforschung der
Glaubenswahrheiten« (139) fördern.
52. Wichtige Formen des Dienstes am Wort sind: Erstverkündigung oder
missionarische Verkündigung, Katechese vor und nach der Taufe, liturgische
Form und theologische Form. Es kommt häufig vor, daß diese Formen
wegen pastoraler Umstände mehr als eine Funktion übernehmen müssen.
Die Katechese zum Beispiel muß zusätzlich zu ihrer
Initiationsfunktion oft missionarische Aufgaben erfüllen. Selbst die
Homilie wird unter entsprechenden Umständen die Funktionen der Versammlung
und der organischen Initiation zu übernehmen haben.
Die Umkehr und der Glaube
53. Durch die Verkündigung der Frohbotschaft von der Offenbarung an die
Welt lädt die Evangelisierung Männer und Frauen zur Bekehrung und zum
Glauben ein. (140) Der Aufruf Jesu »Kehrt um, und glaubt an das Evangelium«
(Mk 1,15) ertönt heute durch die Evangelisierung der Kirche weiter.
Der christliche Glaube ist vor allem Bekehrung zu Jesus Christus, (141) volle,
aufrichtige Bindung an seine Person, und die Entscheidung, in seiner Nachfolge
zu leben. (142) Der Glaube ist eine persönliche Begegnung mit Jesus
Christus, in der man zu seinem Jünger wird. Dies erfordert das beständige
Bemühen, zu denken wie er, zu urteilen wie er und zu leben, wie er gelebt
hat. (143) So vereint sich der Glaubende mit der Gemeinde der Jünger und
macht sich den Glauben der Kirche zu eigen. (144)
54. Dieses Ja zu Jesus Christus, Fülle der Offenbarung des Vaters,
weist eine doppelte Dimension auf: sich vertrauensvoll Gott zu überlassen
und allem, was er geoffenbart hat, liebend zuzustimmen. Das ist nur durch das
Wirken des Heiligen Geistes möglich. (145)
»Im Gehorsam des Glaubens» (Röm 12,26)...
überantwortet sich der Mensch Gott als ganzer in Freiheit,
indem er sich dem offenbarenden Gott mit Verstand und Willen voll
unterwirft und seiner Offenbarung willig zustimmt«. (146)
»Glauben hat also einen doppelten Bezug: den zur Person und den zur
Wahrheit; der Glaubensakt bezieht sich auf die Wahrheit durch das Vertrauen in
die Person, die sie bezeugt«. (147)
55. Der Glaube zieht eine Lebensänderung, eine »metanoia«
(148) nach sich, eine tiefgreifende Änderung der Gesinnung und des Herzens;
er bewirkt, daß der Glaubende jene »neue Weise des Seins, des Lebens,
des Zusammenlebens« erlebt, »die das Evangelium eröffnet«.
(149) Diese Lebensänderung zeigt sich auf allen Daseinsebenen des Christen:
in seinem Innenleben durch Anbetung und Annahme des göttlichen Willens; in
seiner aktven Beteiligung an der Sendung der Kirche; in seinem Ehe- und
Familienleben; in der Ausübung des Berufslebens; im Wirken auf
wirtschaftlichem und sozialem Gebiet.
Der Glaube und die Umkehr entspringen dem »Herzen«, das
heibt dem innersten Kern der menschlichen Person, und involviert sie In der
Begegnung mit Jesus Christus und in der Bindung an ihn sieht der Mensch seine
tiefsten Sehnsüchte gestillt; er findet das, wonach er stets gesucht hat,
und findet es in Überfülle. (150) Der Glaube entspricht jener oft
unbewußten und stets begrenzten »Erwartung«, (151) die Wahrheit über
Gott, den Menschen selbst und das Schicksal, das ihn erwartet, zu kennen. Er ist
wie klares Wasser, (152) das den Weg des Menschen, des Pilgers auf der Suche
nach seinem Zuhause, neu belebt.
Der Glaube ist eine Gottesgabe. Er kann im Innersten des Menschen nur
entstehen als Frucht der »zuvorkommenden und helfenden Gnade Gottes«
(153) und als völlig freie Antwort auf den Antrieb des Heiligen Geistes,
der das Herz bewegt und es Gott zuwendet, und es ihm leicht macht, »der
Wahrheit zuzustimmen und zu glauben«. (154)
Die Jungfrau Maria hat diese Dimensionen des Glaubens aufs vollkommenste
gelebt. Die Kirche verehrt in ihr »die lauterste Glaubensgestalt«.(155)
Der Vorgang ständiger Bekehrung
56. Der Glaube ist eine Gabe, die dazu bestimmt ist, im Herzen der
Glaubenden zu wachsen. (156) Die Bindung an Jesus Christus leitet nämlich
einen Prozeß ständiger Umkehr ein, der das ganze Leben andauert:
(157) Wer zum Glauben hinzutritt, ist wie ein Kindlein, das eben zur Welt
gekommen ist (158) und nach und nach zu einem Erwachsenen heranwachsen wird, der
»zum vollkommenen Menschen werden«, (159) zur Fülle Christi
heranreifen möchte.
Im Glaubens- und Bekehrungsprozeß lassen sich vom theologischen
Standpunkt aus verschiedene wichtige Momente hervorheben:
a) Das Interesse für das Evangelium. Der erste Moment
ist der, wo im Herzen des Nichtglaubenden, des Gleichgültigen oder des
Angehörigen einer andern Religion als Folge der Erstverkündigung ein
Interesse für das Evangelium entsteht, ohne daß noch ein fester
Entschluß vorhanden ist. Diese erste Hinbewegung des menschlichen Geistes
zum Glauben, die schon Frucht der Gnade ist, wird verschieden bezeichnet: als »Hingezogenwerden
zum Glauben«, (160) »Vorbereitung auf das Evangelium«, (161)
Neigung zum Glauben, »Suche nach religiösen Werten«. (162) Die
Kirche nennt Personen, die von dieser Unruhe beseelt sind, »Sympathisanten«.(163)
b) Die Bekehrung. Dieses erste Interesse für das
Evangelium benötigt eine Zeit der Suche, (164) um zu einer festen
Entscheidung zu werden. Der Entschluß zum Glauben muß erwogen werden
und reifen. Diese durch den Heiligen Geist und die Verkündigung des
Kerygmas angeregte Suche bereitet auf die Bekehrung vor, die sicher
»anfanghaft« (165) ist, aber schon die Bindung an Jesus Christus und
den Willen mit sich bringt, in seiner Nachfolge zu leben. Diese »Grundoption«
legt den Grund zum ganzen christlichen Leben des Jüngers des Herrn. (166)
c) Das Glaubensbekenntnis. Die Hingabe an Jesus Christus
erzeugt in den Glaubenden das Verlangen, ihn tiefer kennenzulernen und sich mit
ihm zu identifizieren. Die Katechese führt sie in die Kenntnis des Glaubens
und in das Einüben des christlichen Lebens ein; sie begünstigt einen
geistlichen Weg, der »einen fortschreitenden Wandel des Empfindens und
Verhaltens« (167) hervorruft in Entsagungen und Kämpfen, aber auch in
Freuden, die Gott maßlos gewährt. Der Jünger Jesu Christi ist
dann imstande, ein lebendiges, ausdrückliches und wirksames
Glaubensbekenntnis abzulegen. (168)
d) Der Weg zur Vollkommenheit. Diese grundlegende Reife, aus
der das Glaubensbekenntnis hervorgeht, ist im ständigen Bekehrungsprozeß
nicht der Endpunkt. Das Glaubensbekenntnis bei der Taufe legt den Grund zu einem
geistlichen Gebäude, das bestimmt ist ausgebaut zu werden. Stets vom Geist
angetrieben, von den Sakramenten, dem Gebet und der Ausübung der Nächstenliebe
genährt und von den vielfältigen Formen ständiger
Glaubenserziehung unterstützt, sucht der Getaufte sich das Verlangen
Christi zu eigen zu machen: »Ihr sollt vollkommen sein, wie es auch euer
himmlischer Vater ist«. (169) Es ist der Ruf zur Fülle, der sich an
jeden Getauften richtet.
57. Der Dienst am Wort steht im Dienst dieses Vorgangs der vollen Bekehrung.
Die Erstverkündigung hat zum Glauben zu rufen; die Katechese hat der
Bekehrung ein Fundament und dem christlichen Leben eine Grundstruktur zu geben;
die ständige Erziehung zum Glauben, vorzüglich die Homilie, hat die ständige
Nahrung zu sein, die jeder erwachsene Organismus zum Leben braucht. (170)
Die Evangelisierung angesichts unterschiedlicher sozio-religiöser
Situationen
58. Die Evangelisierung der Welt hat ein sehr vielgestaltiges und
wandelbares religiöses Panorama vor sich, worin sich im Grunde »drei
Situationen« (171) unterscheiden lassen, die entsprechende differenzierte
Antworten verlangen.
a) Die Situation jener »Völker, Menschengruppen,
sozio-kulturellen Zusammenhänge, in denen Christus und sein Evangelium
nicht bekannt sind oder in denen es an genügend reifen christlichen
Gemeinden fehlt, um den Glauben in der eigenen Umgebung Fuß fassen zu
lassen und anderen Menschengruppen verkündigen zu können«. (172)
Diese Situation erfordert die eigentliche »Mission ad gentes«(173)
in einem evangelisierenden Wirken, das sich vorzugsweise auf die Jugendlichen
und die Erwachsenen konzentriert. Ihre Besonderheit besteht darin, daß sie
sich an die Nichtchristen wendet und sie zur Bekehrung einlädt. In dieser
Situation vollzieht sich die Katechese für gewöhnlich innerhalb des
Taufkatechumenates.
b) Zudem gibt es Situationen, in denen in einem bestimmten
sozio-kulturellen Umfeld in sehr signifikanter Weise »christliche Gemeinden«
leben, »die angemessene und solide kirchliche Strukturen besitzen, die
eifrig sind im Glauben und im Leben, die mit ihrem Zeugnis vom Evangelium in
ihre Umgebung ausstrahlen und die Verantwortung für die Weltmission spüren«.(174)
Diese Gemeinden benötigen ein intensives »pastorales Wirken der
Kirche«, da sie aus tief christlichen Personen und Familien bestehen.
In diesem Umfeld muß die Katechese der Kinder, der Heranwachsenden und
Jugendlichen unbedingt gut gegliederte echte Prozesse christlicher Initiation
entwickeln, die es ihnen ermöglicht, mit reifem Glauben das
Erwachsenenalter zu erreichen. Auch in diesen Situationen sind die Erwachsenen
Adressaten verschiedener Weisen christlicher Bildung.
c) In vielen »Ländern mit alter christlicher Tradition,
aber manchmal auch in jüngeren Kirchen« gibt es »eine Situation
dazwischen«, (175) »wo ganze Gruppen von Getauften den lebendigen Sinn
des Glaubens verloren haben oder sich gar nicht mehr als Mitglieder der Kirche
erkennen, da sie sich in ihrem Leben von Christus und dem Evangelium entfernt
haben«. (176) Diese Situation erfordert eine »Neu-Evangelisierung«.
Ihre Besonderheit besteht darin, daß sich das missionarische Wirken an
Getaufte jedes Alters wendet, die in einem religiösen Umfeld von
christlichen Bezügen leben, die bloß äußerlich
wahrgenommen werden. In dieser Situation sind die Erstverkündigung und eine
Grundkatechese die vordringlichste Option.
Wechselseitiger Zusammenhang zwischen den evangelisierenden Tätigkeiten,
die diesen Situationen entsprechen
59. Diese sozio-religiösen Situationen sind natürlich
unterschiedlich, und man darf sie nicht einfach gleichsetzen. Diese
Verschiedenheit, die in der Sendung der Kirche schon immer vorhanden war, wird
heute in unserer sich wandelnden Welt zu etwas Neuem. Häufig bestehen nämlich
unterschiedliche Situationen auf ein und demselben Territorium nebeneinander. In
vielen Großstädten zum Beispiel gibt es die Situation, die eine »Mission
ad gentes« erfordert, gleichzeitig neben der Situation, die eine »Neu-Evangelisierung«
erfordert. Neben ihnen sind christliche Missionsgemeinden, die von einem
entsprechenden »pastoralen Wirken« gefördert werden, in
dynamischer Weise präsent. Heute kommt es oft vor, daß man auf dem
Territorium einer Teilkirche mit allen diesen Situationen umzugehen wissen muß.
»Die Grenzen zwischen Seelsorge, Neu-Evangelisierung und ausgesprochen
missionarischer Tätigkeit sind nicht eindeutig bestimmbar, und es ist
undenkbar, zwischen ihnen Barrieren oder scharfe Trennungen zu ziehen«.
(177) »Jede von ihnen hat Einfluß auf die andere, regt sie an und
hilft ihr«. (178)
Deshalb muß man sich zur gegenseitigen Bereicherung der
evangelisierenden Tätigkeiten, die nebeneinander ausgeübt werden, bewußt
sein:
Die Mission ad gentes ist, in welcher Zone oder welchem
Umfeld sie auch vorgenommen wird, die spezifischeste missionarische
Verantwortung, die Jesus seiner Kirche anvertraut hat, und deshalb das
beispielhafte Modell des gesamten missionarischen Wirkens der Kirche. Die »Neu-Evangelisierung«
darf die »Mission ad gentes« nicht verdrängen oder ersetzen, die
weiterhin die spezifische missionarische Tätigkeit und primäre Aufgabe
ist.(179)
»Das Modell jeder Katechese ist das Taufkatechumenat, nämlich
die spezifische Bildung, durch die der zum Glauben gekommene Erwachsene während
der Ostervigil zum Glaubensbekenntnis geführt wird«. (180) Diese
katechumenale Bildung muß die anderen Formen von Katechese in ihren
Zielsetzungen und ihrer Dynamik inspirieren.
»Da sich die Katechese für Erwachsene an Menschen wendet,
die zu einer wirklich verantwortlichen Glaubensentscheidung fähig sind,
ist sie die vorzügliche Form der Katechese, auf die alle anderen Formen,
die sicher immer notwendig sind, gewissermaßen hingeordnet sind«.
(181) Darum muß die Katechese der anderen Altersstufen sie zum Bezugspunkt
haben und sich mit ihr über eine kohärente katechetische Planung der
diözesanen Pastoral verständigen.
Wenn die Katechese so als wesentliches »Moment« in der
evangelisierenden Sendung der Kirche angesiedelt wird, erhält sie von der
Evangelsierung eine missionarische Dynamik, die sie innerlich befruchtet und in
ihrer Identität ausprägt. Der Dienst der Katechese erscheint so als
ein für die Ausführung des Missionsauftrags Jesu grundlegender
kirchlicher Dienst.
II. KAPITEL Die Katechese im Evangelisierungsprozeß
»Was wir hörten und erfuhren, was uns die Väter erzählten,
das wollen wir unseren Kindern nicht verbergen, sondern dem kommenden Geschlecht
erzählen: die ruhmreichen Taten und die Stärke des Herrn, die Wunder,
die er getan hat« (Ps 78,3-4). »Apollo war unterwiesen im Weg des
Herrn. Er sprach mit glühendem Geist und trug die Lehre von Jesus genau vor«
(Apg 18,25).
60. In diesem Kapitel wird die Beziehung der Katchese zu den anderen
Elementen der Evangelisierung aufgezeigt, deren integrierender Bestandteil sie
ist.
In diesem Sinn wird an erster Stelle die Beziehung der Katechese zur Erstverkündigung
beschrieben, die in der Mission vorgenommen wird. Dann wird der enge
Zusammenhang zwischen der Katechese und den Sakramenten der christlichen
Initiation aufgezeigt. Darauf wird die grundlegende Rolle der Katechese im
gewöhnlichen Leben der Kirche an ihrer Aufgabe der ständigen
Glaubenserziehung verdeutlicht.
Eine besondere Erwägung wird der Beziehung gewidmet, die zwischen der
Katechese und dem Religionsunterricht in den Schulen besteht, denn die
beiden Betätigungen hängen innerlich eng zusammen und erweisen sich,
zusammen mit der christlichen Erziehung in der Familie, als grundlegend für
die Bildung der Kinder und Jugendlichen.
Erstverkündigung und Katechese
61. Die Erstverkündigung richtet sich an die Nichtglaubenden und an
die, die in religiöser Gleichgültigkeit leben. Sie hat die Aufgabe,
das Evangelium zu verkünden und zur Umkehr zu rufen. »Im Unterschied
zur Erstverkündigung des Evangeliums« (182) fördert die Katechese
diese beginnende Bekehrung und bringt sie zur Reife, indem sie den Bekehrten zum
Glauben erzieht und in die christliche Gemeinde eingliedert. Die Beziehung
zwischen diesen beiden Formen des Dienstes am Wort ist deshalb eine Beziehung
des Verschiedenseins in gegenseitiger Ergänzung.
Die Erstverkündigung, zu der jeder Christ aufgerufen ist, gründet
auf dem wiederholten »Geht!«, (183) das Jesus zu seinen Jüngern
gesprochen hat; es besagt also das Hinausgehen, Sich-Beeilen, Vorstellen. Die
Katechese hingegen geht von der Voraussetzung aus, die Jesus genannt hat: »Wer
glaubt«, (184) wer umkehrt, wer sich entschließt. Beide Tätigkeiten
sind wesentlich und erfordern einander: gehen und aufnehmen, verkünden und
erziehen, rufen und eingliedern.
62. In der pastoralen Praxis jedoch lassen sich die Grenzen zwischen den
beiden Tätigkeiten nicht leicht ziehen. Die Menschen, welche zur Katechse
kommen, haben in der Tat oft eine wahre Bekehrung nötig. Deshalb wünscht
die Kirche, daß für gewöhnlich eine erste Etappe des
katechetischen Vorgehens der Sicherung der Bekehrung gewidmet sei. (185) In der
»Mission ad gentes« wird diese Aufgabe im »Vorkatechumenat«
geleistet. (186) In der von der »Neu-Evangelisierung« geforderten
Situation wird sie durch die »kerygmatische Katechese« vollzogen, die
manche als »Vorkatechese« (187) bezeichnen, weil sie, inspiriert vom
Vorkatechumenat, ein Angebot der Frohbotschaft für eine sichere
Glaubensoption ist. Erst von der Bekehrung an, das heißt, wenn sie sich
auf die innere Haltung dessen, »der glaubt«, verläßt, wird
die eigentliche Katechese ihre spezifische Aufgabe der Glaubenserziehung leisten
können. (188)
Der Umstand, daß die Katechese zunächst diese missionarischen
Aufgaben übernimmt, dispensiert eine Teilkirche nicht davon, eine
institutionalisierte Erstverkündigung als direktere Verwirklichung des
Missionsauftrags Jesu zu fördern. Die katechetische Erneuerung muß
sich auf diese vorhergehende missionarische Evangelisierung stützen.
Die Katechese im Dienst der christlichen Initiation
Die Katechese, ein wesentliches »Moment« des
Evangelisierungsprozesses
63. Das Apostolische Schreiben Catechesi tradendae, das die
Katechese in die Sendung der Kirche stellt, erinnert daran, daß die
Evangelisierung eine reichhaltige, vielschichtige und dynamische Wirklichkeit
ist, die verschiedene wesentliche »Momente« aufweist. Und es fügt
hinzu: »Die Katechese ist eines... dieser Momente wohl ein sehr
wichtiges des ganzen Evangelisierungsprozesses«. (189) Das heißt,
es gibt Tätigkeiten, welche auf die Katechese »vorbereiten«,
(190) und Tätigkeiten, die »auf sie folgen«. (191)
Das »Moment« der Katechese entspricht der Periode, in welcher die
Bekehrung zu Jesus Christus Gestalt annimmt, indem es die Grundlagen für
dieses erste Ja bietet. Durch eine »Einführung und genügend lange
Einübung im ganzen christlichen Leben« (192) werden die Bekehrten in
das Heilsmysterium eingeweiht und zu einem Lebensstil angeleitet, der dem
Evangelium entspricht. Es geht nämlich darum, sie »in die Fülle
des christlichen Lebens einzuführen«. (193)
64. Durch den in verschiedenen Formen erfolgenden Vollzug dieser
Initiationsfunktion des Dienstes am Wort legt die Katechese die Fundamente zum
Glaubensgebäude. (194) Weitere Funktionen dieses Dienstes werden dann die
verschiedenen Stockwerke dieses Gebäudes aufbauen.
Die Initiationskatechese ist somit die notwendige Verbindung zwischen dem
missionarischen Wirken, das zum Glauben ruft, und dem pastoralen Wirken, das die
christliche Gemeinschaft fortwährend nährt. Sie ist also nicht ein
beliebiges Tun, sondern eine grundlegende Tätigkeit für den Aufbau
sowohl der Persönlichkeit des Glaubensschülers wie der Gemeinde. Ohne
sie hätte das missionarische Wirken keine Kontinuität und es bliebe
unfruchtbar. Ohne sie hätte das pastorale Wirken keine Wurzeln und es wäre
oberflächlich und verworren: ein gewöhnliches Unwetter würde das
ganze Gebäude zum Einsturz bringen. (195)
»Das innere Wachstum der Kirche, ihre Übereinstimmung mit Gottes
Heilsplan, hängen wesentlich von der Katechese ab«. (196) In diesem
Sinn muß die Katechese stets als ein vorrangiges Moment in der
Evangelisierung betrachtet werden.
Die Katechese als Dienst an der christlichen Initiation
65. Der Glaube, durch den der Mensch auf die Verkündigung des
Evangeliums anspricht, erfordert die Taufe. Die enge Beziehung zwischen beiden
Gegebenheiten wurzelt im Willen Christi selbst, der seinen Aposteln befahl, alle
Völker zu Jüngern zu machen und sie zu taufen. »Die Sendung zu
taufen und damit die sakramentale Sendung ist inbegriffen in der
Sendung zu evangelisieren«. (197)
Diejenigen, die sich zu Jesus Christus bekehrt haben und durch die Katechese
im Glauben erzogen worden sind, werden beim Empfang der Sakramente der
christlichen Initiation, der Taufe, der Firmung und der Eucharistie, »von
der Macht der Finsternis befreit; mit Christus sterben sie, werden sie begraben
und erstehen sie; sie empfangen den Geist der Kindschaft und feiern das Gedächtnis
des Todes und der Auferstehung des Herrn mit dem ganzen Gottesvolk«. (198)
66. Die Katechese ist somit das grundlegende Element der christlichen
Initiation und eng mit den Initiationssakramenten verbunden, besonders mit der
Taufe, dem »Sakrament des Glaubens«. (199) Das Band, das die Katechese
mit der Taufe verbindet, ist das Glaubensbekenntnis, das gleichzeitig das diesem
Sakrament innewohnende Element und Ziel der Katechese ist. Die Zielsetzung des
katechetischen Wirkens besteht genau in folgendem: ein lebendiges, ausdrückliches
und sich in Taten auswirkendes Bekenntnis des Glaubens zu fördern. (200) Um
das zu erreichen, vermittelt die Kirche den Katechumenen und den Glaubensschülern
die lebendige Erfahrung des Evangeliums, ihren Glauben, damit diese, wenn sie
ihn bekennen, ihn sich aneignen. Deshalb ist »die echte Katechese immer
eine geordnete und systematische Einführung in die Offenbarung, die Gott
von sich selber dem Menschen in Jesus Christus geschenkt hat, eine Offenbarung,
die im tiefen Bewußtsein der Kirche und in der Heiligen Schrift bewahrt
und fortwährend durch eine lebendige und aktive "traditio" von
einer Generation zur anderen weitergegeben wird«. (201)
Grundlegende Merkmale der Initiationskatechese
67. Aus der Tatsache, daß sie »wesentliches Moment« des
Evangelisierungsprozesses im Dienst der christlichen Initiation ist, ergeben
sich für die Katechese einige Merkmale. (202) Sie ist:
eine organische und systematische Bildung des Glaubens. Die Synode
von 1977 betonte die Notwendigkeit einer »organischen und systematischen
Katechese«, (203), und die Betrachtung des organischen Charakters der
Katechese als das für sie bezeichnende Hauptmerkmal, denn das
lebendige und organische Sich-Vertiefen in das Mysterium Christi ist das, was
die Katechese von allen anderen Formen der Darbietung des Gotteswortes grundsätzlich
unterscheidet.
Diese organische Bildung ist mehr als ein Unterricht: sie ist ein
Erlernen des ganzen christlichen Lebens, eine »vollständige Einführung
ins Christentum«, (204) die eine auf seine Person ausgerichtete echte
Nachfolge Christi begünstigt. Es geht nämlich darum, so zur
Glaubenserkenntnis und zum Glaubensleben zu erziehen, daß sich der ganze
Mensch in seinen tiefsten Erfahrungen durch das Gotteswort befruchtet fühlt.
Man wird somit dem Jünger Christi helfen, den alten Menschen umzugestalten,
seine Verpflichtungen als Getaufter auf sich zu nehmen und den Glauben »von
Herzen« zu bekennen. (205)
Sie ist eine wesentliche, eine Grundausbildung, (206) auf das
konzentriert, was den Kern der christlichen Erfahrung ausmacht, auf die
Grundwahrheiten des Glaubens und auf die Grundwerte des Evangeliums. Die
Katechese legt das Fundament zum geistlichen Gebäude des Christen, nährt
die Wurzeln seines Glaubenslebens, indem sie ihn daran gewöhnt, die
nachfolgende feste Speise im gewöhnlichen Leben der christlichen Gemeinde
zu empfangen.
68. Zusammenfassend: Da die Initiationskatechese organisch und systematisch
ist, beschränkt sie sich nicht auf das bloß Gelegentliche oder Zufällige;
(207) da sie Heranbildung zum christlichen Leben ist, geht sie dieses
einschließend über bloßes Belehren hinaus; (208) und da
sie wesentlich ist, ist sie auf das bedacht, was für den Christen »allgemein
gilt«, ohne auf strittige Fragen einzugehen oder zu theologischer Forschung
zu werden. Und da sie schließlich Initiation ist, gliedert sie sich in die
Gemeinschaft ein, die den Glauben lebt, feiert und bezeugt. Sie erfüllt
also gleichzeitig Initiations-, Erziehungs- und Unterrichtsaufgaben.(209) Dieser
Reichtum, der dem Katechumenat der ungetauften Erwachsenen innewohnt, muß
die anderen Formen von Katechese inspirieren.
Die Katechese im Dienst der ständigen Glaubenserziehung
Die ständige Glaubenserziehung in der christlichen Gemeinschaft
69. Die ständige Glaubenserziehung folgt auf die Grundausbildung und
setzt sie voraus. Beide erfüllen im Dienst des ständigen
Bekehrungsprozesses zwei voneinander verschiedene und einander ergänzende
Funktionen des Dienstes am Wort.
Die Initiationskatechese legt in den Jüngern Jesu die Grundlagen des
christlichen Glaubens. Der ständige Bekehrungsprozeß geht über
das hinaus, was die Grundkatechese leistet. Um diesen Vorgang zu fördern,
bedarf es einer christlichen Gemeinschaft, welche die Neueingeführten
aufnimmt, um sie im Glauben zu unterstützen und zu bilden. »Die
Katechese droht kraftlos zu werden, wenn nicht eine Gemeinschaft von glaubenden
und christlich lebenden Menschen den Katechumenen in einem bestimmten Stadium
seines katechetischen Unterrichts aufnimmt«.(210) Die Begleitung, welche
die Gemeinschaft im Dienst des Neueingeührten ausübt, wird dann zu
dessen voller Eingliederung in die Gemeinde.
70. In der christlichen Gemeinschaft nähren sich die Jünger Jesu
Christi von einem doppelten Tisch: »vom Tisch des Wortes Gottes wie des
Leibes Christi«. (211) Das Evangelium und die Eucharistie sind die beständige
Speise auf dem Pilgerweg zum Haus des Vaters. Das Wirken des Heiligen Geistes
veranlaßt, daß die Gabe der »Gemeinschaft« und das »missionarische«
Engagement sich vertiefen und immer intensiver ins Leben umgesetzt werden.
Die ständige Glaubenserziehung ist nicht nur für jeden Christen
gedacht, um ihn auf seinem Weg zur Heiligkeit zu begleiten, sondern auch für
die Christengemeinde als solche, damit sie in ihrem inneren Leben der Liebe zu
Gott und zu den Brüdern und Schwestern heranreift wie auch in ihrer
Aufgeschlossenheit für die Welt als missionarische Gemeinschaft. Der Wunsch
Jesu im Gebet an den Vater ist ein unaufhörlicher Appell: »Alle sollen
eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns
eins sein, damit die Welt glaubt, daß du mich gesandt hast«. (212)
Nach und nach diesem Ideal näherzukommen, verlangt in der Gemeinschaft eine
große Treue zum Wirken des Heiligen Geistes, ein dauerndes Sich-Nähren
vom Leib und Blut des Herrn und eine ständige Glaubenserziehung im Hören
auf das Wort.
An diesem Tisch des Gotteswortes nimmt die Homilie einen bevorzugten Platz
ein, denn sie »setzt den Weg der in der Katechese gebotenen
Glaubensunterweisung fort und führt ihn zu seiner natürlichen
Vollendung; zugleich drängt sie die Jünger des Herrn dazu, ihren
geistlichen Weg in der Wahrheit, Anbetung und Danksagung jeden Tag wieder neu
aufzunehmen«. (213)
Vielfältige Formen ständiger Katechese
71. Für die ständige Glaubenserziehung bedient sich der Dienst am
Wort vieler Formen von Katechese. Unter ihnen lassen sich die folgenden
hervorheben:
Das Studium der Heiligen Schrift, die nicht nur in der Kirche,
sondern mit der Kirche und ihrem lebendigen Glauben gelesen wird, und das
Sich-Vertiefen in sie. Das hilft, die göttliche Wahrheit entdecken, um
schließlich eine Glaubensantwort hervorzurufen. Die sogenannte »lectio
divina« ist eine vortreffliche Form dieses lebendigen Schriftstudiums.
(214)
Die christliche Deutung der Geschehnisse, die von der missionarischen
Berufung der christlichen Gemeinschaft gefordert wird. Diesbezüglich ist
das Studium der Soziallehre der Kirche unerläßlich, denn »ihr
Hauptziel ist es, solche Wirklichkeiten (die vielschichtigen des Daseins des
Menschen in der Gesellschaft und im internationalen Umfeld) zu deuten, wobei sie
prüft, ob diese mit den Grundlinien der Lehre des Evangeliums... übereinstimmen«.
(215)
Die liturgische Katechese, die auf die Sakramente vorbereitet und ein
tieferes Verständnis und Erlebnis der Liturgie fördert. Sie erklärt
die Inhalte der Gebete, den Sinn der Gesten und Zeichen, erzieht zu aktiver
Teilnahme, zu Betrachtung und innerer Sammlung. Sie ist als »eine sehr
wichtige Form der Katechese« (216) zu betrachten.
Die Gelegenheitskatechese, die in bestimmten Situationen des persönlichen,
familiären, sozialen und kirchlichen Lebens behilflich zu sein sucht, die
Gegebenheiten zu deuten und in einer Glaubensperspektive zu leben. (217)
Die Initiativen zu geistlicher Bildung, welche die Überzeugungen
stärken, neue Perspektiven aufreißen und das Durchhalten im Gebet und
im Eifer der Nachfolge Christi bewirken.
Das systematische tiefere Eindringen in die christliche Botschaft
durch einen theologischen Unterricht, der wirklich zum Glauben erzieht, in
dessen Verständnis wachsen läßt und den Christen befähigt,
in der heutigen Welt über seine Hoffnung Auskunft zu geben. (218) In einem
gewissen Sinn darf man diesen Unterricht als »vervollkommnende Katechese«
bezeichnen.
72. Es ist von grundlegender Wichtigkeit, daß die Initiationskatechese
für getaufte oder ungetaufte Erwachsene, die Initiationskatechese für
Kinder und Jugendliche und die ständige Katechese im katechetischen Plan
der christlichen Gemeinschaft richtig aufeinander abgestimmt werden, damit die
Teilkirche harmonisch wächst und ihre evangelisierende Tätigkeit
echten Quellen entspringt. »Es ist wichtig, daß Katechese für
Kinder und Jugendliche, ständige Katechese und Erwachsenenkatechese keine
beziehungslos gegeneinander abgeschlossene Bereiche sind... Man muß sich
im Gegenteil dafür einsetzen, daß sie sich vollkommen ergänzen«.(219)
Katechese und Religionsunterricht in den Schulen
Der Eigencharakter des Religionsunterrichts in den Schulen
73. Innerhalb des Dienstes am Wort verdient der Eigencharakter des
Religionsunterrichts in den Schulen und seine Beziehung zur Kinder- und
Jugendkatechese eine besondere Erwägung.
Die Beziehung zwischen Religionsunterricht und Katechese ist eine Beziehung
der Unterscheidung und wechselseitigen Ergänzung: »Zwischen
Religionsunterricht und Katechese besteht ein unzerreißbarer Zusammenhang
und zugleich ein klarer Unterschied«. (220)
Was dem Religionsunterricht in der Schule seine besondere evangelisierende
Eigenart verleiht, ist der Umstand, daß er dazu berufen ist, in den
Bereich der Kultur einzudringen und sich mit den anderen Wissensinhalten in
Beziehung zu setzen. Denn als originale Form des Dienstes am Wort läßt
der Religionsunterricht das Evangelium im persönlichen Prozeß der
systematischen und kritischen Anverwandlung der Kultur gegenwärtig werden.
(221)
In die Kulturwelt, die von den Schülern in sich aufgenommen und von den
Wissensinhalten und Werten, die von den anderen Schulfächern angeboten
werden, bestimmt wird, bringt der Religionsunterricht das dynamische Element des
Evangeliums ein und sucht, »die anderen Elemente des Wissens und der
Erziehung wirklich mitzuerfassen, damit das Evangelium Geist und Herz der Schüler
auf der Ebene ihrer Ausbildung erreicht und die Harmonisierung ihrer Kultur im
Licht des Glaubens geschieht«. (222)
Darum muß der Religionsunterricht als Schulfach mit demselben Anspruch
von Systematik und Strenge erscheinen, wie die anderen Fächer sie haben. Er
muß die christliche Botschaft und das christliche Ereignis mit der
gleichen Ernsthaftigkeit und Tiefgründigkeit vorlegen, wie die anderen Fächer
ihre Wissensinhalte. Er steht jedoch nicht als etwas bloß Zusätzliches
neben ihnen, sondern in einem notwendigen interdisiplinären Dialog. Dieser
Dialog ist vor allem auf der Ebene vorzunehmen, auf der jedes Fach die Persönlichkeit
des Schülers prägt. Dann wird die Darstellung der christlichen
Botschaft sich auf die Art und Weise auswirken, wie man sich den Ursprung der
Welt und den Sinn der Geschichte, die Grundlage der ethischen Werte, die
Funktion der Religion in der Kultur, das Schicksal des Menschen, die Beziehung
zur Natur denkt. Der Religionsunterricht begründet, verstärkt,
entwickelt und vervollständigt durch diesen interdisziplinären Dialog
die Bildungstätigkeit der Schule. (223)
Das Umfeld Schule und die Adressaten des Religionsunterrichts
74. Der Religionsunterricht in den Schulen entfaltet sich in
unterschiedlichen schulischen Rahmenbedingungen, was bewirkt, daß er,
trotz Beibehaltung seiner spezifischen Eigenart, verschiedene Akzentsetzungen
erhält. Diese hängen von den rechtlichen und organisatorischen Verhältnissen,
von der didaktischen Konzeption, von den persönlichen Voraussetzungen der
Lehrer und der Schüler und von der Verbindung zwischen dem
Religionsunterricht in der Schule und der Katechese in Familie und Pfarrei ab.
Es ist unmöglich, sämtliche Modelle des Religionsunterrichts in
der Schule, die sich historisch im Zuge der Vereinbarungen mit den Staaten und
der Beschlüsse der einzelnen Bischofskonferenzen entwickelt haben, auf eine
einzige Form zurückführen. Man muß sich jedoch unbedingt darum
bemühen, daß entsprechend den jeweiligen Voraussetzungen der
Religionsunterricht an den Schulen seinen besonderen Zielsetzungen und
Wesensmerkmalen entspricht. (224)
Die Schüler haben »ein Recht darauf, ihre Religion wahrheitsgemäß
und zuverlässig kennenzulernen. Dieses ihr Recht, die Person Christi und
das unverkürzte Ganze der von ihm gebrachten Heilsbotschaft gründlicher
kennenzulernen, darf nicht mißachtet werden. Der konfessionelle Charakter
des Religionsunterrichts, wie ihn die Kirche nach den in den einzelnen Ländern
festgelegten Weisen und Formen erteilt, ist daher eine unverzichtbare Garantie für
die Familien und die Schüler, die sich für diesen Unterricht
entscheiden«. (225)
Für die katholischen Schulen ist der so qualifizierte und durch andere
Formen des Dienstes am Wort (Katechese, Gottesdienste usw.) ergänzte
Religionsunterricht unersetzlicher Bestandteil ihrer pädagogischen Aufgabe
und Grundlage ihrer Existenz. (226)
Der Religionsunterricht im Rahmen der öffentlich-staatlichen und
nichtkonfessionellen Schule, wo die staatlichen Behörden oder andere Umstände
zu einem gemeinsamen Religionsunterricht für katholische und
nichtkatholische Schüler nötigen, (227) wird einen mehr ökumenischen
Charakter haben und gemeinsames interreligiöses Kennenlernen fördern.
In anderen Fällen wird der Religionsunterricht in der Schule einen eher
kulturellen Charakter haben können, der auf die Kenntnis der Religionen
ausgerichtet ist, dabei aber der Darstellung der katholischen Religion einen gebührenden
Platz einräumt. (228) Auch in diesem Fall bewahrt der Religionsunterricht
an der Schule, vor allem wenn er von einem ehrlich respektvoll eingestellten
Professor erteilt wird, eine Dimension echter »Vorbereitung für das
Evangelium«.
75. Die Lebens- und Glaubenssituation der Schüler, die den
Religionsunterricht in der Schule besuchen, ist von beachtlichem, ständigem
Wandel gekennzeichnet. Diesem Umstand muß der Religionsunterricht Rechnung
tragen, um seine Ziele erreichen zu können.
Der Religionsunterricht in der Schule verhilft den gläubigen Schülern
zu einem besseren Verständnis der christlichen Botschaft mit Bezug auf die
großen, den Religionen gemeinsamen und für jedes menschliche Dasein
charakteristischen Existenzprobleme, auf die vor allem in der Kultur vorhandenen
Lebensauffassungen und auf die hauptsächlichen moralischen Grundprobleme,
in die sich die Menschheit heute verstrickt sieht.
Die Schüler hingegen, die sich auf der Suche oder in religiösen
Zweifeln befinden, werden im Religionsunterricht in der Schule entdecken können,
was der Glaube an Jesus Christus genau ist, welche Antworten die Kirche ihnen
auf ihre Fragen gibt, indem sie ihnen Gelegenheit bietet, die eigene
Entscheidung besser zu erforschen.
Wenn es sich hingegen um nicht glaubende Schüler handelt, nimmt der
Religionsunterricht in der Schule die Merkmale einer missionarischen Verkündigung
des Evangeliums an, um eine Glaubensentscheidung herbeizuführen, die dann
die Katechese im Rahmen der Gemeinde zum Wachsen und Reifen bringen wird.
Christliche Familienerziehung, Katechese und Religionsunterricht in
den Schulen im Dienst der Glaubenserziehung
76. Die christliche Erziehung in der Familie, die Katechese und der
Religionsunterricht in der Schule stehen, je nach ihren besonderen
Wesensmerkmalen, in enger Wechselbeziehung mit dem Dienst der christlichen
Erziehung der Kinder, Heranwachsenden und Jugendlichen. In der Praxis sind
jedoch unterschiedliche Variabeln, zu denen es punktuell kommt, in Erwägung
zu ziehen, um bei der Anwendung der allgemeinen Weisungen mit Wirklichkeitssinn
und pastoraler Klugheit vorzugehen.
Es ist somit Sache jeder Diözese oder Seelsorgeregion, die
verschiedenen Umstände, die mitspielen, wahrzunehmen: ob für die
Kinder im Kreis der Familien eine christliche Initiation stattfindet oder nicht,
oder welche Bildungsaufträge die Pfarreien, die Schulen usw. in der örtlichen
Tradition oder Situation erfüllen.
Folglich werden die Teilkirchen und die Bischofskonferenz eigene Anleitungen
für die verschiedenen Bereiche festlegen und Aktivitäten anregen, die
unterscheidenden und ergänzenden Charakter haben.
III. KAPITEL Wesen, Zielsetzung und Aufgaben der Katechese
»... jeder Mund bekennt: "Jesus Christus ist der Herr"
zur Ehre Gottes, des Vaters« (Phil 2,11).
77. Nachdem der Platz der Katechese in der evangelisierenden Sendung der
Kirche, ihre Beziehung zu den verschiedenen Elementen der Evangelisierung und zu
den anderen Formen des Dienstes am Wort umrissen worden ist, soll in diesem
Kapitel über die Katechese selbst nachgedacht werden, und zwar insbesondere
über:
das kirchliche Wesen der Katechese, das heißt über die vom
Geist beseelte Kirche als Träger der Katechese;
das Ziel, das sie beim Glaubensunterricht im wesentlichen anstrebt;
die Aufgaben, mit denen sie dieses Ziel verwirklicht und die ihre
unmittelbaren Zielsetzungen bilden;
die innere Staffelung des katechetischen Prozesses und die
katechumenale Inspiration, die ihn beseelt.
Im letzten Kapitel dieses Teiles soll zudem der Eigencharakter der Katechese
der schon im vorigen Kapitel beschrieben worden ist noch mehr
vertieft und dabei die Beziehungen analysiert werden, die sie zu den anderen
kirchlichen Tätigkeiten herstellt.
Die Katechese: eine ihrem Wesen nach kirchliche Tätigkeit
78. Die Katechese ist ihrem Wesen nach ein kirchlicher Akt. (229) Der
eigentliche Träger der Katechese ist die Kirche, die in Fortsetzung der
Sendung Jesu, des Meisters, und vom Geist beseelt, gesandt ist, Glaubenslehrerin
zu sein. Darum bewahrt die Kirche in Nachahmung der Mutter des Herrn das
Evangelium treu in ihrem Herzen, (230) verkündet es, feiert es, lebt es und
gibt es in der Katechese an alle weiter, die sich dazu entschieden haben, Jesus
Christus nachzufolgen.
Diese Weitergabe des Evangeliums ist ein lebendiger Akt kirchlicher Überlieferung:
(231)
Die Kirche gibt den Glauben weiter, den sie selber lebt: ihr Verständnis
des Mysteriums Gottes und seines Heilsplanes; ihre Sicht der erhabenen Berufung
des Menschen; den evangeliumsgemäßen Lebensstil, der die Freude des
Gottesreiches vermittelt; die Hoffnung, die sie durchdringt; die Liebe, die sie
für die Menschheit und für alle Geschöpfe Gottes empfindet.
Die Kirche gibt den Glauben aktiv weiter, sie sät ihn in die
Herzen der Katechumenen und Glaubensschüler, um deren tiefste Erfahrungen
zu befruchten. (232) Das von der Kirche empfangene Glaubensbekenntnis (»traditio«),
das während des Unterrichtsvorgangs keimt und wächst, wird,
angereichert mit den Werten der verschiedenen Kulturen, zurückgegeben (»redditio«).
(233) Der Katechumenat wird so zu einem fundamentalen Zentrum des Wachstums von
Katholizität und zu einem Ferment kirchlicher Erneuerung.
79. Bei der Weitergabe des Glaubens und des neuen Lebens durch die
christliche Initiation handelt die Kirche als Mutter der Menschen, die
Kinder zur Welt bringt, die durch das Wirken des Heiligen Geistes empfangen und
aus Gott geboren sind (234) Genauer gesagt, »als unsere Mutter ist die
Kirche auch unsere Erzieherin im Glauben«; (235 )sie ist zugleich Mutter
und Lehrerin. Durch die Katechese nährt sie ihre Kinder mit ihrem eigenen
Glauben und fügt sie als Glieder in die kirchliche Familie ein. Als gute
Mutter bietet sie ihnen das Evangelium in seiner ganzen Echtheit und Reinheit
an, das ihnen zugleich als kulturell angereicherte und geeignete Speise und als
Antwort auf die tiefsten Sehnsüchte des menschlichen Herzens geschenkt
wird.
Ziel der Katechese: die Gemeinschaft mit Jesus Christus
80. »Das Endziel der Katechese ist es, jemanden nicht nur in Kontakt,
sondern in Gemeinschaft, in Lebenseinheit mit Jesus Christus zu bringen«.
(236)
Die ganze katechetische Tätigkeit ist darauf bedacht, die Gemeinschaft
mit Jesus Christus zu fördern. Von der »anfanghaften«, (237) vom
Heiligen Geist durch die Erstverkündigung angestoßenen Bekehrung
eines Menschen zum Herrn an nimmt sich die Katechese vor, dieser ersten Bindung
eine Grundlage zu geben und sie reifen zu lassen. Es geht also darum, dem eben
Bekehrten zu helfen, »... diesen Christus, dem er sich anvertraut hat,
besser kennenzulernen: sein "Geheimnis" zu verstehen und das Reich
Gottes, das er verkündet, die Forderungen und Verheißungen seiner
Frohen Botschaft zu erfassen und die Wege, die er für alle, die ihm
nachfolgen wollen, aufgezeigt hat«. (238) Die Taufe, das Sakrament, durch
das wir »Christus gleichgestaltet« (239) werden, unterstützt mit
ihrer Gnade dieses Wirken der Katechese.
81. Die Gemeinschaft mit Jesus Christus treibt mit der ihr eigenen Dynamik
den Jünger an, sich mit all dem zu vereinen, mit dem Jesus Christus selbst
sich tief vereint fühlte: mit Gott, seinem Vater, der ihn in die Welt
gesandt hatte, und mit dem Heiligen Geist, der ihm den Impuls zur Sendung gab;
mit der Kirche, seinem Leib, für den er sich hingab, und mit den Menschen,
seinen Brüdern und Schwestern, deren Los er teilen wollte.
Das Ziel der Katechese kommt zum Ausdruck im Bekenntnis des Glaubens an den
einen Gott: den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist
82. Die Katechese ist jene besondere Form des Dienstes am Wort, welche die
anfanghafte Bekehrung zum Reifen bringt, bis sie zu einem lebendigen, ausdrücklichen
und sich in Taten auswirkenden Glaubensbekenntnis wird: »Die Katechese hat
ihren Ursprung im Bekenntnis des Glaubens und führt zum Bekenntnis des
Glaubens«. (240)
Das Glaubensbekenntis bei der Taufe (241) ist in hervorstechender Weise
trinitarisch. Die Kirche tauft »im Namen des Vaters, des Sohnes und des
Heiligen Geistes« (Mt 28,19), (242) des dreieinigen Gottes, dem der
Christ sein Leben anvertraut. Die Initiationskatechese bereitet vor und
nach dem Empfang der Taufe auf diese entscheidende Verpflichtung vor. Die
ständige Katechese soll helfen, dieses Glaubensbekenntnis fortwährend
reifen zu lassen, es in der Eucharistiefeier zu verkünden und die mit ihm
gegebenen Verpflichtungen zu erneuern. Es ist wichtig, daß die Katechese
das christologische Glaubensbekenntnis »Jesus ist der Herr«
gut mit dem trinitarischen Bekenntnis »Ich glaube an den Vater, den
Sohn und den Heiligen Geist« zu verbinden weiß, denn es sind nur
zwei Weisen, um ein und denselben christlichen Glauben zum Ausdruck zu bringen.
Wer sich durch die Erstverkündigung zu Jesus Christus bekehrt und ihn als
Herrn anerkennt, beginnt einen von der Katechese unterstützten Prozeß,
der notwendigerweise in das ausdrückliche Bekenntnis der Dreifaltigkeit mündet.
Mit dem Bekenntnis des Glaubens an den einen Gott verzichtet der Christ
darauf, irgendeinem menschlichen Absolutum, wie Macht, Vergnügen, Rasse,
Ahnen, Staat, Geld..., (243) hörig zu sein, und befreit sich von jedwedem
Idol, das ihn versklavt. Er erklärt damit seinen Willen, Gott und den
Menschen ohne irgendeine andere Bindung zu dienen. Durch die Kundmachung seines
Glaubens an die Dreifaltigkeit, eine Personengemeinschaft, bekundet der Jünger
Christi gleichzeitig, daß die Liebe zu Gott und zum Nächsten das
Prinzip ist, das sein Wesen und Wirken formt.
83. Das Glaubensbekenntnis ist nur dann vollständig, wenn es Bezug
nimmt auf die Kirche. Jeder Getaufte spricht einzeln das Credo, denn es gibt
keinen persönlicheren Akt als diesen. Aber er spricht es in der Kirche und
durch sie, denn er tut das als ihr Glied. Das »Ich glaube« und das »wir
glauben« schließen einander ein. (244) Indem er sein eigenes
Bekenntnis mit dem der Kirche verschmilzt, wird der Christ in ihre Sendung
eingegliedert: »allumfassendes Sakrament des Heils« für das Leben
der Welt zu sein. Wer das Glaubensbekenntnis ablegt, nimmt Verpflichtungen auf
sich, die nicht selten Verfolgung nach sich ziehen werden. In der Geschichte des
Christentums sind die Märtyrer die Verkünder und Zeugen schlechthin.
(245)
Die Aufgaben der Katechese verwirklichen deren Ziel
84. Das Ziel der Katechese wird durch verschiedene, miteinander verflochtene
Aufgaben erreicht. (246) Um sie auszuführen, wird sich die Katechese
sicherlich von der Art und Weise inspirieren lassen, wie Jesus seine Jünger
bildete: er ließ sie die verschiedenen Dimensionen des Gottesreiches
erkennen (»Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Himmelreichs zu
erkennen«, Mt 13,11), (247) lehrte sie beten (»Wenn
ihr betet, so sprecht: Vater...«, Lk 11,2), (248) prägte
ihnen die evangeliumsgemäßen Haltungen ein (»Lernt von mir,
denn ich bin gütig und von Herzen demütig«, Mt 11,29),
führte sie in die Mission ein (»Er sandte sie zu zweit voraus...«,
Lk 10,1). (249)
Die Aufgaben der Katechese entsprechen der Erziehung zu den verschiedenen
Dimensionen des Glaubens, denn die Katechese ist eine ganzheitliche christliche
Bildung, »die sich für alle Bereiche des christlichen Lebens offenhält«.
(250) Kraft seiner inneren Dynamik will der Glaube gekannt, gefeiert, gelebt und
in Gebet übersetzt werden. Die Katechese muß jede dieser Dimensionen
pflegen. Der Glaube wird jedoch in der christlichen Gemeinde gelebt und in der
Mission verkündet: er ist ein solidarischer und verkündeter Glaube.
Auch diese Dimensionen sollen von der Katechese gefördert werden.
Das II. Vatikanische Konzil brachte diese Aufgaben so zum Ausdruck: »Die
katechetische Unterweisung erleuchtet den Glauben und stärkt ihn, sie nährt
das Leben im Geiste Christi, führt zum bewußten und aktiven
Mitvollzug des Mysteriums der Liturgie und ermuntert zur apostolischen Tat«.
(251)
Die grundlegenden Aufgaben der Katechese: helfen, das Geheimnis
Christi zu erkennen, zu feiern, zu leben und zu betrachten
85. Die grundlegenden Aufgaben der Katechese sind:
Die Förderung der Kenntnis des Glaubens
Wer Christus begegnet ist, möchte ihn möglichst gut kennenlernen,
ebenso wie er wünscht, den von ihm offenbarten Plan des Vaters zu kennen.
Die Kenntnis der Glaubensinhalte (fides quae) wird von der Annahme des
Glaubens (fides qua) gefordert. (252) Schon auf der menschlichen Ebene
bringt es die Liebe zu einem Menschen mit sich, daß man ihn immer besser
kennenlernen möchte. Die Katechese muß also dahin führen, »allmählich
die ganze Wahrheit des göttlichen Ratschlusses zu erfassen«, (253)
indem sie die Jünger Jesu Christi in die Kenntnis der Überlieferung
und der Schrift einführt, in die »alles übertreffende Erkenntnis
Jesu Christi (Phil 3,8)«. (254)
Die Vertiefung in die Glaubenserkenntnis führt zur christlichen
Erleuchtung des menschlichen Daseins, nährt das Glaubensleben und befähigt
überdies dazu, den Glauben in der Welt bekanntzumachen. Die Überreichung
des Glaubensbekenntnisses, das ein Kompendium der Schrift und des Glaubens
der Kirche darstellt, bringt die Verwirklichung dieser Aufgabe zum Ausdruck.
Die liturgische Erziehung
»Christus ist in seiner Kirche immerdar gegenwärtig, besonders in
den liturgischen Handlungen«.(255) Die Gemeinschaft mit Jesus Christus
veranlaßt, seine Heilsgegenwart in den Sakramenten, zumal in der
Eucharistie, zu feiern. Die Kirche wünscht sehr, daß alle Christgläubigen
zu jener vollen, bewußten und aktiven Beteiligung geführt werden, wie
sie das Wesen der Liturgie und die Würde ihres allgemeinen Priestertums
kraft der Taufe verlangt. (256) Deshalb muß die Katechese nicht nur die
Kenntnis von der Bedeutung der Liturgie und der Sakramente fördern, sondern
auch die Jünger Jesu Christi »zum Gebet, zur Danksagung, zur Buße,
zum vertrauensvollen Bitten, zum Gemeinschaftssinn, zum Erfassen der
symbolischen Sprache...« (257) erziehen, denn all das ist zu einem echten
liturgischen Leben notwendig.
Die sittliche Bildung
Zur Bekehrung zu Jesus Christus gehört, daß man den Weg seiner
Nachfolge einschlägt. Die Katechese muß deshalb den Jüngern die
dem Meister eigenen Haltungen vermitteln. Diese begeben sich so auf einen Weg
innerer Umformung, auf dem sie unter Teilnahme am Ostermysterium des Herrn »vom
alten Menschen hinüberschreiten zum neuen Menschen, der in Christus
vollendet ist«. (258) Die Bergpredigt, in der Jesus den Dekalog übernimmt
und ihm den Geist der Seligpreisungen aufprägt, (259) ist ein unerläßlicher
Bezugspunkt in der sittlichen Bildung, die heute so notwendig ist. Die
Evangelisierung, die auch »die Verkündigung und das Anbieten einer
Moral«(260) in sich schließt, verbreitet ihre ganze, an den Menschen
appellierende Kraft, wenn sie, im Verein mit dem verkündeten Wort, auch das
ins Leben umgesetzte Wort anzubieten weiß. Dieses sittliche Zeugnis, zu
dem die Katechese vorbereitet, muß die sozialen Konsequenzen der
Forderungen des Evangeliums aufzuzeigen wissen. (261)
Beten lehren
Die Gemeinschaft mit Christus bringt die Jünger dazu, die betende und
kontemplative Haltung anzunehmen, die der Meister hatte. Mit Jesus beten zu
lernen heibt mit den gleichen Gefühlen beten, mit denen er sich an seinen
Vater wandte: in Anbetung, Lob, Danksagung, kindlichem Vertrauen, Bitte,
Bewunderung seiner Herrlichkeit. Diese Gefühle spiegeln sich im Vaterunser
wider, dem Gebet, das Jesus seine Jünger lehrte und das Modell jedes
christlichen Gebetes ist. Die »Übergabe des Vaterunsers«,
(262) das eine Zusammenfassung des ganzen Evangeliums darstellt, (263) ist
deshalb der eigentliche Ausdruck für die Verwirklichung dieser Aufgabe.
Wenn die Katechese von einer Gebetsatmosphäre durchdrungen ist, erhält
das Erlernen des ganzen christlichen Lebens seine Tiefe. Diese Atmosphäre
ist besonders notwendig, wenn die Katechumenen und Glaubensschüler vor den
anspruchsvolleren Aspekten des Evangeliums stehen und sich schwach fühlen,
oder wenn sie verwundert das Wirken Gottes in ihrem Leben
entdecken.
Weitere grundlegende Aufgaben der Katechese: Hinführung und
Erziehung zum Gemeinschaftsleben und zur Mission
86. Die Katechese befähigt den Christen, in Gemeinschaft zu leben und
am Leben und an der Sendung der Kirche aktiv teilzunehmen. Das II. Vatikanische
Konzil weist auf die Notwendigkeit hin, daß die Hirten den »Geist der
Gemeinschaft« (264) pflegen und daß die Katechumenen »lernen,
durch das Zeugnis des Lebens und das Bekenntnis des Glaubens an der Verkündigung
des Evangeliums und am Aufbau der Kirche wirksam mitzuarbeiten«.(265)
Die Erziehung zum Gemeinschaftsleben
a) Das christliche Leben in Gemeinschaft läßt sich nicht
improvisieren, sondern es muß sorgsam zu ihm erzogen werden. Für
diese Einübung verlangt die Unterweisung Jesu über das
Gemeinschaftsleben, die vom Matthäusevangelium wiedergegeben wird, einige
Haltungen, welche die Katechese fördern muß: den Geist der
Schlichtheit und Demut (»Wenn ihr nicht wie die Kinder werdet ...«,
Mt 18,3); die Sorge um die Kleinen (»Wer einen von diesen
Kleinen... zur Sünde verführt...«, Mt 18,6); die
besondere Aufmerksamkeit für diejenigen, die sich abgewandt haben (»Auf
die Suche nach dem verlorenen Schaf gehen...«, Mt 18,12); die
brüderliche Zurechtweisung (»Weise ihn unter vier Augen zurecht...«,
Mt 18,15); das gemeinsame Gebet (»Was zwei von euch auf Erden
gemeinsam erbitten ...«, Mt 18,19); die gegenseitige Vergebung
(»siebenundsiebzigmal...«, Mt 18,22). Die brüderliche
Liebe vereint alle diese Haltungen (»Liebt einander, wie ich euch
geliebt habe«, Joh 13,34).
b) Bei der Erziehung zu diesem Gemeinschaftssinn wird die Katechese
auch die ökumenische Dimension pflegen und zu brüderlichen Haltungen
gegenüber den Mitgliedern anderer christlicher Kirchen und kirchlicher
Gemeinschaften ermuntern. Deshalb wird die Katechese bei der Verfolgung dieses
Zieles die ganze Lehre der katholischen Kirche klar darlegen und dabei Ausdrücke
oder Darstellungen vermeiden, die zu Irrtümern verleiten könnten. Sie
wird außerdem »eine richtige Kenntnis der anderen Konfessionen«
fördern, (266) mit denen wir einige Güter gemeinsam besitzen, wie »das
geschriebene Wort Gottes, das Leben der Gnade, Glaube, Hoffnung und Liebe und
andere innere Gaben des Heiligen Geistes«. (267) Die Katechese wird in dem
Maße eine ökumenische Dimension haben, als sie »ein echtes
Verlangen nach Einheit weckt und nährt«, (268) und zwar nicht im Blick
auf einen bequemen Ökumenismus, sondern im Blick auf die volle Einheit,
wann sie denn der Herr haben will, und durch die Mittel und Wege, die er haben
will.
Einführung in die Sendung
a) Die Katechese ist ebenfalls für die missionarische Dynamik
aufgeschlossen. (269) Sie bemüht sich, die Jünger Jesu dafür
tauglich zu machen, daß sie in der Gesellschaft, im beruflichen,
kulturellen und sozialen Leben als Christen präsent sind. Sie wird sie auch
vorbereiten, entsprechend der einem jeden eigenen Berufung in den verschiedenen
kirchlichen Diensten mitzuarbeiten. Dieser Einsatz für die Glaubensverkündigung
ergibt sich für die gläubigen Laien aus den Sakramenten der
christlichen Initiation und aus dem weltlichen Charakter ihrer Berufung. (270)
Wichtig ist auch, alle Mittel einzusetzen, um Berufungen zum Priestertum und zur
besonderen Weihe an Gott in den verschiedenen Formen des Ordenslebens und des
apostolischen Lebens zu wecken und im Herzen der einzelnen die besondere
missionarische Berufung zu entzünden.
Die evangeliumsgemäßen Haltungen, zu denen Jesus seine Jünger
anregte, als er sie in die Sendung einführte, müssen von der Katechese
gefördert werden: auf die Suche nach dem verirrten Schaf gehen;
gleichzeitig verkündigen und heilen; arm auftreten, ohne Gold und ohne
Vorratstasche; Ablehnung und Verfolgung auf sich zu nehmen wissen; sein
Vertrauen auf den Vater und die Unterstützung durch den Heiligen Geist
setzen; sich keinen anderen Lohn erwarten als die Freude, für das
Gottesreich zu arbeiten. (271)
b) Bei der Erziehung zu diesem missionarischen Bewußtsein soll
die Katechese zum interreligiösen Dialog heranbilden, der die Gläubigen
zu einer fruchtbaren Kommunikation mit Männern und Frauen anderer
Religionen befähigen kann. (272) Die Katechese soll aufzeigen, daß
die Verbundenheit der Kirche mit den nichtchristlichen Religionen sich in erster
Linie aus dem gemeinsamen Ursprung und dem gemeinsamen Ziel des
Menschengeschlechtes ergibt sowie aus den vielfältigen »Samenkörnern
des Wortes«, die Gott in diese Religionen gelegt hat. Die Katechese wird
auch mithelfen, daß es gelingt, »Christusverkündigung« und »interreligiösen
Dialog« miteinander zu versöhnen und zugleich voneinander zu
unterscheiden. Diese beiden Elemente behalten wohl ihre enge Beziehung
zueinander, dürfen aber weder vermengt noch als gleichwertig betrachtet
werden. (273) Denn »der Dialog enthebt nicht von der Verkündigung des
Evangeliums«. (274)
Einige Überlegungen zu diesen Aufgaben als Ganzes
87. Die Aufgaben der Katechese stellen folglich ein facettenreiches und
buntes Ganzes dar. Dazu sind einige Überlegungen angebracht:
Alle Aufgaben sind notwendig. Wie es für die Lebenskraft eines
menschlichen Organismus notwendig ist, daß alle seine Organe
funktionieren, so müssen zum Reifen des christlichen Lebens alle seine
Dimensionen gepflegt werden: die Glaubenskenntnis, das liturgische Leben, die
sittliche Bildung, das Gebet, die Zugehörigkeit zur Gemeinschaft, der
missionarische Geist. Wenn die Katchese eine dieser Dimensionen vernachlässigt,
wird der christliche Glaube nicht zur vollen Entfaltung kommen.
Die Erfüllung jeder Aufgabe verwirklicht auf ihre Weise die
Zielsetzung der Katechese. Die sittliche Bildung zum Beispiel ist ihrem Wesen
nach christologisch und trinitarisch, von kirchlichem Bewußtsein beseelt
und für die soziale Dimension aufgeschlossen. Das gleiche ist bei der
liturgischen Erziehung der Fall, die ihrem Wesen nach religiös und
kirchlich ist, aber auch hohe Anforderungen stellt in bezug auf ihr
evangelisierendes Engagement zugunsten der Welt.
Die Aufgaben implizieren sich gegenseitig und entwickeln sich
miteinander. Jedes große katechetische Thema, zum Beispiel die Katechese über
Gottvater, hat eine Erkenntnisdimension und moralische Implikationen; man
verinnerlicht es im Gebet und übernimmt es in das Zeugnis. Eine Aufgabe
ruft nach der anderen: die Glaubenskenntnis befähigt zur Sendung; das
sakramentale Leben gibt Kraft zum sittlichen Wandel.
Für die Erfüllung ihrer Aufgaben bedient sich die Katechese
zweier großartiger Mittel: der Weitergabe der Botschaft des Evangeliums
und der christlichen Lebenserfahrung. (275) So muß zum Beispiel die
liturgische Erziehung erklären, was die christliche Liturgie ist und was
die Sakramente sind; sie soll jedoch auch die verschiedenen Arten von
liturgischen Feiern erfahrbar machen, die Symbole, den Sinn der Körpergesten
usw. entdecken und lieb gewinnen lassen. Die sittliche Bildung vermittelt nicht
nur den Inhalt der christlichen Moral, sondern pflegt auch aktiv die
evangeliumsgemäßen Haltungen und die christlichen Werte.
Die verschiedenen Dimensionen des Glaubens sind als »Gabe«
wie auch als »Empfang« Gegenstand der Erziehung. Die Kenntnis des
Glaubens, das liturgische Leben, die Nachfolge Christi sind jede für sich
eine Gabe des Geistes, die man im Gebet empfängt, und zugleich eine
Verpflichtung zum Studium in geistlicher, moralischer und zeugnisgebender
Hinsicht. Beide Aspekte müssen gepflegt werden.(276)
Jede Dimension des Glaubens ebenso wie der Glaube als ganzer soll in
der menschlichen Erfahrung Wurzel fassen und im Menschen nicht etwas künstlich
Aufgesetztes oder Isoliertes bleiben. Die Kenntnis des Glaubens ist bedeutsam,
erhellt die ganze Existenz und steht im Dialog mit der Kultur; in der Liturgie
wird das ganze persönliche Leben zu einem geistlichen Angebot; die
evangeliumsgemäße Moral nimmt die menschlichen Werte auf und erhöht
sie; das Gebet ist für alle persönlichen und gesellschaftlichen
Probleme offen. (277)
Wie das Direktorium von 1971 sagte, hat es »seine große
Bedeutung, daß die Katechese ihre Vielgestaltigkeit bewahrt, so daß
ein Aspekt von den übrigen nicht ohne Schaden für die anderen losgelöst
werden kann«. (278)
Der Taufkatechumenat: Aufbau und Mehrstufigkeit
88. Von der göttlichen Gnade angeregt und vom Wirken der Kirche
gepflegt, erfährt der Glaube einen Reifungsprozeß. Im Dienst dieses
Wachstums ist die Katechese ein mehrstufiger Vorgang. Eine gute
Katechese ist in Abschnitte gegliedert. (279)
Im Taufkatechumenat entfaltet sich die Bildung in vier Etappen:
der Vor-Katechumenat, (280) dessen Eigenart darin besteht, daß
in ihm die auf die Bekehrung hingeordnete erste Evangelisierung stattfindet und
das Kerygma der Erstverkündigung deutlich wird;
der eigentliche Katechumenat, (281) der zur unverkürzten
Katechese dienen soll und an dessen Beginn die Ȇberreichung der
Evangelien« stattfindet;(282)
die Zeit der Läuterung und Erleuchtung, (283)die
eine intensivere Vorbereitung auf die Initiationssakramente bietet und in der
die »Überreichung des Symbolum« (284) und die »Überreichung
des Gebetes des Herrn« (285) stattfindet;
die Zeit der Mystagogie, (286) die durch das Erleben der
Sakramente und den Eintritt in die Gemeinde gekennzeichnet ist.
89. Diese Abschnitte, die von der Weisheit der großen katechumenalen
Tradition erfüllt sind, inspirieren die Mehrstufigkeit der
Katechese. (287) Zur Zeit der Kirchenväter erfolgte die katechumenale
Bildung im eigentlichen Sinn durch die Bibelkatechese, in deren Mitte
die Erzählung der Heilsgeschichte stand; die unmittelbare Vorbereitung auf
die Taufe durch die Lehrkatechese, die das Glaubensbekenntnis und das
Vaterunser, die soeben überreicht worden waren, mit ihren sittlichen
Forderungen erklärte; und der Abschnitt, der auf die Initiationssakramente
folgte, durch die mystagogische Katechese, die dem Neugetauften half,
sich die genannten Sakramente innerlich anzueignen und sich in die Gemeinde
einzugliedern. Dieses Konzept der Väter bildet weiterhin eine Lichtquelle für
den heutigen Katechumenat und für die Initiationskatechese.
Insofern diese den Bekehrungsprozeß begleitet, erfolgt sie wesensgemäß
in Stufen; und insofern sie im Dienst dessen steht, der sich dazu entschieden
hat, Christus Jesus nachzufolgen, ist sie eminent christozentrisch.
Der Taufkatechumenat als Inspirator der Katechese in der Kirche
90. Da die Mission ad gentes das Musterbeispiel des ganzen
missionarischen Wirkens der Kirche ist, bildet der mit ihr verbundene
Taufkatechumenat das Modell, das ihr katechetisches Wirken inspiriert. (288)
Darum ist es angebracht, diejenigen Elemente des Katechumenats, welche die
heutige Katechese inspirieren sollen, und ihre inspirierende Bedeutung
hervorzuheben. Doch ist vorauszuschicken, daß zwischen den Glaubensschülern
und den Katechumenen (289) und zwischen der Katechese vor der Taufe und
der Katechese nach der Taufe, die ihnen je nachdem erteilt werden, ein
grundlegender Unterschied besteht. Dieser rührt von den
Initiationssakramenten her, die von den ersteren bereits empfangen worden sind.
»Sie sind ja bereits in die Kirche aufgenommen und durch die Taufe Kinder
Gottes geworden. Ihre Umkehr gründet in der schon empfangenen Taufe, deren
Wirkung sie nun zur Entwicklung bringen«. (290)
91. Angesichts dieses wesentlichen Unterschiedes werden nun einige Elemente
des Taufkatechumenats besehen, die für die Katechese nach der Taufe eine
Inspirationsquelle sein sollen:
Der Taufkatechumenat erinnert die ganze Kirche beständig an die
grundlegende Wichtigkeit der Initiationsfunktion mit den Grundfaktoren,
die sie ausmachen: die Katechese und die Sakramente der Taufe, der Firmung und
der Eucharistie. Die Pastoral der christlichen Initiation ist für jede
Teilkirche lebenswichtig.
Für den Taufkatechumenat ist die ganze christliche Gemeinde
verantwortlich. »Um diese christliche Initiation im Katechumenat sollen
sich aber nicht bloß. Katechisten und Priester kümmern, sondern die
ganze Gemeinde der Gläubigen, besonders aber die Taufpaten«. (291) Die
Einrichtung des Katechumenats steigert so in der Kirche das Bewubtsein der
geistlichen Mutterschaft, die sie in jeder Form der Glaubenserziehung ausübt.
(292)
Der Taufkatechumenat ist ganz vom Paschamysterium Christi durchtränkt.
Deshalb »muß die ganze Eingliederung österlich geprägt sein«.
(293) Die Ostervigil, das Zentrum der christlichen Liturgie, und ihre
Taufspiritualität sind Inspiration für die ganze Katechese.
Der Taufkatechumenat ist auch der Beginn der Inkulturation. Nach
dem Beispiel der Inkarnation des Gottessohnes, der in einem konkreten
geschichtlichen Augenblick Mensch geworden ist, nimmt die Kirche die
Katechumenen vollständig, samt ihren kulturellen Bindungen, auf. Das ganze
katechetische Wirken hat an dieser Aufgabe teil, die echten, in die
Einzelpersonen und die Völker ausgesäten »Samenkörner des
Wortes« in die Katholizität der Kirche einzugliedern. (294)
Schließlich bietet die Auffassung vom Taufkatechumenat als Bildungsprozeß
und wahre Glaubensschule der Katechese nach der Taufe eine Dynamik und
einige kennzeichnende Merkmale: die Intensität und Integrität der
Bildung; ihren Stufencharakter mit bestimmten Abschnitten; ihre
Verbindung mit Riten, Symbolen und Zeichen, besonders biblischen und
liturgischen; ihre ständige Bezogenheit auf die christliche Gemeinde...
Die Katechese nach der Taufe braucht die Gestalt des Taufkatechumenats nicht
äußerlich nachzuahmen und soll den Glaubensschülern ihr
Getauftsein zuerkennen. Doch würde sie gut daran tun, sich von dieser »Vorschule
des christlichen Lebens« (295) inspirieren und von ihren kennzeichnenden
Hauptelementen befruchten zu lassen.
ZWEITER TEIL DIE BOTSCHAFT DES EVANGELIUMS
»Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu
erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast« (Joh 17,3). »Jesus
ging wieder nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes und
sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und
glaubt an das Evangelium!« (Mk 1,14-15). »Ich erinnere euch, Brüder,
an das Evangelium, das ich euch verkündet habe... Vor allem habe ich euch überliefert,
was auch ich empfangen habe: Christus ist für unsere Sünden gestorben,
gemäß der Schrift, und ist begraben worden. Er ist am dritten Tag
auferweckt worden, gemäß der Schrift« (1 Kor 15,1-4).
Bedeutung und Zielsetzung dieses Teiles
92. Der christliche Glaube, auf Grund dessen sich ein Mensch zu Jesus
Christus bekennt, kann unter einem doppelten Aspekt gesehen werden:
als unter dem Einfluß der Gnade gewährte Bindung an den
sich offenbarenden Gott.
In diesem Fall besteht der Glaube darin, daß sich der Mensch dem Wort
Gottes anvertraut und sich ihm überläßt (fides qua);
als Inhalt der Offenbarung und der Botschaft des Evangeliums.
So verstanden, kommt der Glaube in dem Bemühen zum Ausdruck, den tiefen
Sinn jenes Wortes immer besser zu erkennen (fides quae).
Diese beiden Aspekte lassen sich wegen ihres Charakters nicht voneinander
trennen. Reifen und Wachsen des Glaubens erfordern deren organische und kohärente
Entwicklung. Aus methodischen Gründen können die zwei Aspekte jedoch
getrennt betrachtet werden. (296)
93. In diesem zweiten Teil geht es um den Inhalt der Botschaft des
Evangeliums (fides quae).
Im ersten Kapitel werden die Normen und Richtlinien angegeben, an die
sich die Katechese halten muß, um ihre Inhalte aufzustellen, zu
formulieren und darzulegen. Jede Form des Dienstes am Wort ordnet und präsentiert
die Botschaft des Evangeliums ja ihrem eigenen Charakter gemäß.
Im zweiten Kapitel wird der Glaubensinhalt so behandelt, wie er im
Katechismus der Katholischen Kirche dargelegt wird, der für die Katechese
der Bezugstext für die Glaubenslehre ist. Darum werden einige Hinweise
gegeben, die behilflich sein können, den Katechismusinhalt sich anzueignen
und in sich aufzunehmen sowie ihn in das katechetische Wirken der Kirche
hineinzustellen. Zudem werden einige Richtlinien geboten für die im Anschluß
an den Katechismus der Katholischen Kirche vorgesehene Erstellung von örtlichen
Katechismen in den Teilkirchen, die in Bewahrung der Glaubenseinheit
den verschiedenen Situationen und Kulturen gebührend Rechnung tragen
sollen.
I. KAPITEL Normen und Richtlinien für
die Darbietung der Botschaft des Evangeliums in der Katechese
»Höre, Israel! Jahwe, unser Gott, Jahwe ist einzig. Darum
sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und
mit ganzer Kraft. Diese Worte, auf die ich dich heute verpflichte, sollen auf
deinem Herzen geschrieben stehen. Du sollst sie deinen Söhnen wiederholen.
Du sollst von ihnen reden, wenn du zu Hause sitzt und wenn du auf der Straße
gehst, wenn du dich schlafen legst und wenn du aufstehst. Du sollst sie als
Zeichen um das Handgelenk binden. Sie sollen zum Schmuck auf deiner Stirn
werden. Du sollst sie auf die Türpfosten deines Hauses und in deine
Stadttore schreiben« (Dtn 6,4-6).
»Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt«
(Joh 1,14).
Das Wort Gottes, Quelle der Katechese
94. Die Quelle, aus der die Katechese ihre Botschaft schöpft, ist das
Wort Gottes:
»Die Katechese wird ihren Inhalt immer aus der lebendigen Quelle
des Wortes Gottes schöpfen, das uns in der Überlieferung und in der
Heiligen Schrift gegeben ist; denn die Heilige Überlieferung und die
Heilige Schrift bilden den einen der Kirche überlassenen heiligen Schatz
des Wortes Gottes«. (297)
Dieser »Schatz des Glaubens« (298) ist gewissermaßen der der
Kirche, der Familie Gottes, anvertraute Schatz des Hausherrn, aus dem sie beständig
Neues und Altes hervorholt. (299) Von seinem Geist beseelt, nähren sich
alle Kinder des Vaters aus diesem Schatz des Wortes. Sie wissen, daß das
Wort Jesus Christus, das menschgewordene Wort ist, und daß seine Stimme
durch den Heiligen Geist in der Kirche und in der Welt weiterhin ertönt.
Durch die wunderbare »Herablassung« (300) Gottes wird das
Gotteswort an uns gerichtet und erreicht uns mittels menschlicher »Taten
und Worte«, »wie einst des ewigen Vaters Wort durch die Annahme
menschlich-schwachen Fleisches den Menschen ähnlich geworden ist«.
(301) Ohne aufzuhören, Wort Gottes zu sein, äußert es sich im
menschlichen Wort. Obwohl nahe, bleibt es jedoch verhüllt, im Zustand der »Kenosis«.
Darum ist es nötig, daß die Kirche, vom Heiligen Geist geleitet, es
beständig auslegt und, während sie es in tiefem Glaubensgeist
betrachtet, es »voll Ehrfurcht hört, heilig bewahrt und treu auslegt«.
(302)
Die Quelle und »die Quellen« der Botschaft der Katechese
(303)
95. Das in der Heiligen Überlieferung und in der Heiligen Schrift
enthaltene Wort Gottes:
wird durch den Glaubenssinn des ganzen Gottesvolkes unter der Leitung
des Lehramtes, das es mit Autorität lehrt, bedacht und immer tiefer erfaßt;
es wird in der Liturgie gefeiert, wo es ständig verkündet,
gehört, verinnerlicht und kommentiert wird;
es erstrahlt im Leben der Kirche, in ihrer zweitausendjährigen
Geschichte, vor allem im Zeugnis der Christen, zumal der Heiligen;
es wird eingehend untersucht in der theologischen Forschung, die den
Gläubigen hilft, im lebenswichtigen Verständnis der
Glaubensgeheimnisse fortzuschreiten;
es offenbart sich in den echten religiösen und sittlichen
Werten, die als Samenkörner des Wortes in die menschliche Gesellschaft und
die verschiedenen Kulturen gesät werden.
96. »Das alles sind Quellen der Katechese, grundlegende oder subsidiäre,
doch dürfen sie in keiner Weise als gleichwertige verwendet werden«.
(304) »Die Heilige Schrift ist Gottes Rede, insofern sie unter dem Anhauch
des Heiligen Geistes schriftlich aufgezeichnet wurde«. (305) »Die
Heilige Überlieferung aber gibt das Wort Gottes, das von Christus dem Herrn
und vom Heiligen Geist den Aposteln anvertraut wurde, unversehrt an deren
Nachfolger weiter«. (306) Das Lehramt hat die Aufgabe, »das Wort
Gottes verbindlich zu erklären«, (307) und erfüllt damit
im Namen Jesu Christi einen grundlegenden kirchlichen Dienst. Überlieferung,
Schrift und Lehramt, eng »miteinander verknüpft und einander zugesellt«,
sind, »jedes auf seine Art«, (308) die Hauptquellen der Katechese.
Die »Quellen« der Katechese haben eine je eigene Sprache, der
durch eine reiche Vielfalt von »Glaubensdokumenten« Ausdruck gegeben
wird. Die Katechese ist lebendige Überlieferung dieser Dokumente: (309)
biblische Perikopen, liturgische Texte, Schriften der Kirchenväter, Äußerungen
des Lehramtes, Glaubensbekenntnisse, Zeugnisse von Heiligen, theologische
Reflexionen.
Die lebendige Quelle des Gotteswortes und die »Quellen«, die auf
ihm beruhen und in denen es sich ausdrückt, liefern der Katechese die
Kriterien, um ihre Botschaft an alle zu übermitteln, in denen der Entschluß
herangereift ist, Jesus Christus nachzufolgen.
Die Kriterien für die Darbietung der Botschaft
97. Die Kriterien für die Darbietung der Botschaft des Evangeliums in
der Katechese stehen miteinander in enger Beziehung, da sie einer einzigen
Quelle entspringen.
Die auf die Person Jesu Christi konzentrierte Botschaft (Christozentrik)
führt durch ihre innere Dynamik in die trinitarische Dimension dieser
Botschaft ein.
Die Verkündigung der Frohbotschaft vom Reich Gottes, die um die
Gabe des Heils kreist, enthält eine Befreiungsbotschaft.
Der kirchliche Charakter der Botschaft verweist auf ihren
geschichtlichen Charakter, denn die Katechese geht wie die
Evangelisierung als ganze in der »Zeit der Kirche« vor sich.
Als für alle Völker bestimmte Frohe Botschaft strebt die
Botschaft des Evangeliums die Inkulturation an, die nur dann gründlich
verwirklicht werden kann, wenn die Botschaft in ihrer ganzen Vollständigkeit
und Unversehrtheit dargeboten wird.
Die Botschaft des Evangeliums ist notwendigerweise eine organische
Botschaft mit einer eigenen Wahrheitshierarchie. Diese harmonische Sicht des
Evangeliums macht sie für den Menschen zu einem zutiefst bedeutsamen
Ereignis.
Obwohl diese Kriterien für den ganzen Dienst am Wort gelten, werden sie
aber hier auf die Katechese bezogen dargelegt.
Die Christozentrik der Botschaft des Evangeliums
98. Jesus Christus übermittelt nicht nur das Wort Gottes; er ist das
Wort Gottes. Darum steht die Katechese als ganze in Beziehung zu
ihm.
Was die von der Katechese vermittelte Botschaft charakterisiert, ist somit
vor allem die »Christozentrik«, (310) die in mehrfachem Sinn zu
verstehen ist:
Sie besagt erstens, »daß wir im Kern der Katechese
wesentlich eine Person vorfinden, nämlich Jesus von Nazareth, einziger Sohn
vom Vater, voll Gnade und Wahrheit«. (311) Hauptaufgabe der Katechese ist
es, Christus darzustellen, und alles übrige mit Bezugnahme auf ihn. Was sie
letztendlich zu fördern sucht, ist die Nachfolge Jesu, die Gemeinschaft mit
ihm; jedes Element der Botschaft strebt das an.
Die Christozentrik besagt zweitens, daß Christus im »Zentrum
der Heilsgeschichte« (312) steht, die von der Katechese vorgelegt wird. Er
ist ja das Endereignis, auf das die ganze Heilsgeschichte zuläuft.
Gekommen, als »die Zeit erfüllt war«, ist er der »Schlüssel,
der Mittelpunkt und das Ziel der Menschheitsgeschichte«. (313) Die
katechetische Botschaft hilft dem Christen, sich in die Geschichte zu stellen
und sich aktiv in sie einzufügen, indem sie ihm zeigt, daß Christus
der letzte Sinn dieser Geschichte ist.
Christozentrik besagt zudem, daß die Botschaft des Evangeliums
nicht vom Menschen stammt, sondern Wort Gottes ist. Die Kirche, und in ihrem
Namen jeder Katechet, kann wahrheitsgetreu sagen: »Meine Lehre stammt nicht
von mir, sondern von dem, der mich gesandt hat« (Joh 7,16). Deshalb
ist alles, was die Katechese übermittelt, »die Lehre Jesu Christi, die
Wahrheit, die er mitteilt, oder genauer: die Wahrheit, die er ist. (314) Die
Christozentrik verpflichtet die Katechese, das zu übermitteln, was Jesus über
Gott, den Menschen, die Glückseligkeit, das sittliche Leben, den Tod...
lehrt, ohne sich zu gestatten, sein Denken irgendwie zu verändern. (315)
Die Evangelien, die das Leben Jesu erzählen, stehen im Zentrum der
katechetischen Botschaft. Da sie selber eine »katechetische Struktur«
(316) aufweisen, sind sie Ausdruck der Unterweisung, die den ersten
Christengemeinden erteilt wurde und die das Leben Jesu, seine Botschaft und
seine Heilstaten vermittelte. »Die vier Evangelien nehmen« in der
Katechese »eine zentrale Stellung ein, weil Jesus Christus ihre Mitte ist«.
(317)
Die trinitarische Christozentrik der Botschaft des Evangeliums
99. Das in Jesus von Nazaret, Sohn der Jungfrau Maria, inkarnierte Wort
Gottes ist das Wort des Vaters, der durch seinen Geist zur Welt spricht. Jesus
verweist beständig auf den Vater, als dessen einzigen Sohn er sich weiß,
und auf den Heiligen Geist, von dem er sich gesalbt weiß. Er ist der »Weg«,
der ins innerste Geheimnis Gottes führt. (318)
Kraft der ihr innewohnenden Dynamik führt die Christozentrik der
Katechese zum Bekenntnis des Glaubens an Gott: den Vater, den Sohn und den
Heiligen Geist. Es ist eine wesentlich trinitarische Christozentrik. Die
Christen werden bei der Taufe Christus gleichgestaltet, »einem der
Dreifaltigkeit«, (319) und diese Gleichgestaltung versetzt die Getauften, »Söhne
im Sohn«, in die Gemeinschaft mit dem Vater und dem Heiligen Geist. Darum
ist ihr Glaube von Grund auf trinitarisch. »Das Mysterium der heiligsten
Dreifaltigkeit ist das zentrale Geheimnis des christlichen Glaubens und Lebens«.
(320)
100. Die trinitarische Christozentrik der Botschaft des Evangeliums veranlaßt
die Katechese, unter anderen die folgenden Aspekte zu beachten:
Die innere Struktur der Katechese, jede Weise der Darstellung, wird
stets christozentrisch-trinitarisch sein: »durch Christus zum Vater im
Heiligen Geist«. (321) Eine Katechese, die es an einem dieser drei Elemente
fehlen ließe und deren innere Verknüpfung vernachlässigte, liefe
Gefahr, den Eigencharakter der christlichen Botschaft zu verraten. (322)
Entsprechend dem pädagogischen Vorgehen Jesu selbst bei der
Offenbarung des Vaters, seiner selbst als des Sohnes, und des Heiligen Geistes
wird die Katechese von den Heilswerken zugunsten der Menschheit her das innere
Leben Gottes aufzeigen. (323) Die Werke Gottes offenbaren, wer er in sich selbst
ist, während das Geheimnis seines inneren Wesens das Verständnis aller
seiner Werke erhellt.
Ähnlich verhält es sich in den Beziehungen zwischen menschlichen
Personen: Die Person äußert sich in ihrem Tun, und je besser wir eine
Person kennen, desto mehr verstehen wir ihr Handeln. (324)
Die Darstellung des von Jesus geoffenbarten inneren Wesens Gottes
einer dem Wesen nach und dreifach in den Personen wird die wichtigen
Folgerungen daraus für das Leben der Menschen aufzeigen. Einen einzigen
Gott bekennen heißt, »daß der Mensch seine personale Freiheit
keiner irdischen Gewalt absolut unterwerfen darf«. (325) Es besagt auch, daß
die nach dem Bilde eines Gottes, der »Personengemeinschaft« ist,
geschaffene Menschheit berufen ist, eine geschwisterliche Gesellschft zu sein,
die aus Söhnen und Töchtern ein und desselben Vaters besteht, die der
personalen Würde nach einander gleichgestellt sind. (326) Die menschlichen
und gesellschaftlichen Auswirkungen der christlichen Gottesauffassung sind
immens. Darin, daß die Kirche den Glauben an die Dreifaltigkeit bekennt
und ihn der Welt verkündet, versteht sie sich selbst als »das von der
Einheit des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes her geeinte Volk«.
(327)
Eine Botschaft, die das Heil verkündet
101. Die Botschaft Jesu von Gott ist für die Menschheit eine gute
Nachricht. Jesus verkündete ja das Reich Gottes: (328) ein neues, endgültiges
Eingreifen Gottes mit einer umgestaltenden Kraft, die ebenso groß, ja größer
ist als die, die er bei der Erschaffung der Welt einsetzte. (329), Vigila
Paschalis, Oratio post primuam lectionem).] In diesem Sinn, »als Hauptpunkt
und gleichsam Zentrum seiner Frohbotschaft, verkündet Christus das Heil, nämlich
das große Geschenk Gottes, das nicht nur als Befreiung von all dem
anzusehen ist, von dem der Mensch niedergedrückt wird, sondern vor allem
als Befreiung von der Sünde und vom Bösen, die mit der Freude
verbunden ist, die einer spürt, wenn er Gott erkennt und von ihm erkannt
wird, ihn sieht und in ihm getrost ruht«. (330)
Die Katechese vermittelt diese Botschaft vom Reich, die im Zentrum der Verkündigung
Jesu steht. Dadurch wird diese Botschaft »mehr und mehr vertieft, in ihren
inneren Folgerungen entfaltet«, (331) indem aufgezeigt wird, welch große
Auswirkungen sie für die Menschen und die Welt hat.
102. Bei dieser Verdeutlichung des Kerygmas Jesu im Evangelium betont die
Katechese die folgenden grundlegenden Aspekte:
Mit dem Kommen des Reiches verkündigt und offenbart Jesus, daß
Gott nicht ein fernes, unzugängliches Wesen, »keine anonyme und ferne
Macht« (332) ist, sondern der Vater, der inmitten seiner Geschöpfe
anwesend und durch seine Liebe und seine Macht am Werk ist. Dieses auf einfache
und direkte Weise gebotene Zeugnis über Gott als den Vater ist für die
Katechese von entscheidender Wichtigkeit.
Jesus weist gleichzeitig darauf hin, daß Gott mit seinem Reich
das Geschenk des vollen Heils anbietet, von der Sünde befreit, in die
Gemeinschaft mit dem Vater führt, die Gotteskindschaft gewährt und
durch die Besiegung des Todes das ewige Leben verheißt. (333) Dieses volle
Heil ist zugleich immanent und eschatologisch, da es »seinen Anfang gewiß
schon in diesem Leben hat, aber sich erst in der Ewigkeit vollendet«. (334)
Bei der Verkündigung des Reiches verkündet Jesus die
Gerechtigkeit Gottes: er kündigt das göttliche Gericht an und stellt
unsere Verantwortung heraus. Die Ankündigung von Gottes Gericht mit ihrer
Macht, die Gewissen zu formen, ist ein zentraler Inhalt des Evangeliums und für
die Welt eine gute Nachricht, eine Frohbotschaft. Sie ist es für den, der
unter dem Fehlen der Gerechtigkeit leidet, und für die, die für die
Schaffung von Gerechtigkeit kämpfen; sie ist es auch für den, der es
versäumt hat, zu lieben und solidarisch zu sein, denn er hat nun die Möglichkeit
zu Buße und Vergebung, da wir im Kreuz Christi die Erlösung von der Sünde
erlangen. Der Ruf zur Umkehr und zum Glauben an die Frohbotschaft vom Reich
das ein Reich der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens ist und in dessen
Licht wir dereinst gerichtet werden ist für die Katechese überaus
wichtig.
Jesus erklärt, daß das Reich Gottes mit ihm, in seiner
Person beginnt. (335) Er offenbart, daß er selbst, zum Herrn bestellt, die
Verwirklichung dieses Reiches auf sich nimmt, bis er es, wenn er in Herrlichkeit
wiederkommen wird, allseits vollendet dem Vater übergeben wird. (336) »Hier
auf Erden ist das Reich schon im Geheimnis da; beim Kommen des Herrn erreicht es
seine Vollendung«. (337)
Jesus weist auch darauf hin, daß die Gemeinde seiner Jünger,
seine Kirche, »Keim und Anfang dieses Reiches auf Erden darstellt«
(338) und daß sie, als Sauerteig in der Welt, wünscht, das Reich
Gottes in der Welt möge wachsen wie ein gewaltiger Baum und alle Völker
und Kulturen in sich eingliedern. »Die Kirche ist tatsächlich und
konkret für den Dienst am Reich da«. (339)
Jesus macht schließlich kund, daß die
Menschheitsgeschichte nicht auf das Nichts zuläuft, sondern mit ihren
Aspekten von Gnade und Sünde in ihm von Gott angenommen ist, um umgestaltet
zu werden. Auf ihrer jetzigen Pilgerschaft zum Haus des Vaters bietet sie schon
eine Vorahnung von der zukünftigen Welt, wo sie, angenommen und geläutert,
ihre Vollkommenheit erreichen wird. »Die Evangelisierung muß folglich
die prophetische Verkündigung eines Jenseits enthalten, das eine tiefe,
endgültige Berufung des Menschen ist, die zugleich eine Fortsetzung und ein
Übersteigen des jetzigen Zustandes darstellt«. (340)
Eine Botschaft der Befreiung
103. Die Frohe Botschaft vom Gottesreich, die das Heil ankündigt, enthält
eine »Botschaft der Befreiung«. (341) Bei der Verkündigung dieses
Reiches wandte sich Jesus ganz besonders an die Armen: »Selig ihr Armen,
denn euch gehört das Reich Gottes. Selig, die ihr jetzt hungert, denn ihr
werdet satt werden. Selig, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen« (Lk
6,20-21). Diese Seligpreisungen Jesu, die sich an die Leidenden richten,
sind die eschatologische Ankündigung des Heils, das das Reich mit sich
bringt. Sie greifen die schmerzlichen Erfahrungen auf, für die das
Evangelium so empfänglich ist: Armut, Hunger und Leid der Menschheit.
Die Gemeinde der Jünger Jesu, die Kirche, teilt heute dieselbe
Sensibilität, die damals ihr Meister hatte. In tiefem Mitgefühl
richtet sie ihre Aufmerksamkeit auf jene »Völker, die sich mit all
ihren Kräften dafür einsetzen und kämpfen, daß all das überwunden
wird, was sie dazu verurteilt, am Rande des Lebens zu bleiben: Hunger,
chronische Krankheiten, Analphabetismus, Armut, Ungerechtigkeiten in den
internationalen Beziehungen..., Situationen eines wirtschaftlichen und
kulturellen Neokolonialismus...«. (342) Alle Formen von Armut, »nicht
nur die materielle, sondern auch die kulturelle und religiöse Armut«,
(343) erfüllen die Kirche mit Sorge.
Als wichtige Dimension ihrer Sendung »hat die Kirche die Pflicht, die
Befreiung von Millionen Menschen zu verkünden, von denen viele ihr selbst
angehören; die Pflicht, zu helfen, daß diese Befreiung Wirklichkeit
wird, für sie Zeugnis zu geben und mitzuwirken, damit sie ganzheitlich
erfolgt«. (344)
104. Um die Christen auf diese Aufgabe vorzubereiten, wird sich die
Katechese unter anderen folgende Aspekte angelegen sein lassen:
Sie wird die Botschaft von der Befreiung in die Perspektive der »spezifisch
religiösen Zielsetzung der Evangelisierung« (345) stellen, denn »diese
würde ihre Existenzberechtigung verlieren, wenn sie sich von der religiösen
Zielsetzung entfernte, die sie bestimmt: das Reich Gottes vor allen anderen
Dingen in seinem vollen theologischen Sinn«. (346) Darum kann sich die
Botschaft der Befreiung »nicht einfach auf die begrenzte wirtschaftliche,
politische, soziale oder kulturelle Dimension beschränken, sondern muß
den ganzen Menschen in allen seinen Dimensionen sehen, einschließlich
seiner Öffnung auf das Absolute, das Gott ist«. (347)
Bei der Aufgabe der sittlichen Erziehung wird die Katechese die
christliche Sozialmoral als eine Forderung und Konsequenz der »von Christus
vollbrachten radikalen Befreiung« (348) darstellen. Das nämlich ist
die Frohe Botschaft, welche die Christen mit hoffnungsvollem Herzen bekennen:
Christus hat die Welt befreit und befreit sie weiterhin. Hier entsteht die
christliche Praxis, die die Erfüllung des großen Liebesgebotes ist.
Desgleichen wird die Katechese bei der Aufgabe der Einführung in
die Sendung in den Katechumenen und den Glaubensschülern »die Option
oder vorrangige Liebe zu den Armen« (349) wecken. Diese, »weit davon
entfernt, den Willen zu bekunden, sich nur um einen Teil oder Bereich des
Menschen zu sorgen, erschließt... vielmehr die Universalität des
Wesens und der Sendung der Kirche. Von dieser Option wird niemand ausgeschlossen«,
(350) sondern es »ergibt sich daraus auch der Einsatz für die
Gerechtigkeit je nach Auftrag, Berufung und Lage des einzelnen«. (351)
Der ekklesiologische Charakter der Botschaft des Evangeliums
105. Der ekklesiologische Charakter der Katechese verleiht der von ihr
vermittelten Botschaft des Evangeliums einen innerlich kirchlichen Charakter.
Die Katechese geht aus dem Glaubensbekenntnis der Kirche hervor und führt
zum Glaubensbekenntnis des Katechumenen und des Glaubensschülers. Das erste
offizielle Wort, das die Kirche an den erwachsenen Täufling richtet,
nachdem sie seinen Namen vernommen hat, ist die Frage: »Was verlangst
du von der Kirche Gottes?«. »Den Glauben», lautet die
Antwort des Taufbewerbers. (352) Der Katechumene weiß ja, daß das
Evangelium, das er entdeckt hat und kennenlernen will, im Herzen der Glaubenden
lebendig ist. Die Katechese ist nichts anderes als der Vorgang der Weitergabe
des Evangeliums, so wie die christliche Gemeinschaft es empfangen hat, versteht,
feiert, lebt und in vielerlei Formen mitteilt.
Wenn die Katechese das Geheimnis Christi weitergibt, ist deshalb in ihrer
Botschaft der Glaube des ganzen Gottesvolkes im Verlauf der Geschichte zu
vernehmen: der Glaube der Apostel, den sie von Christus selbst und durch das
Wirken des Heiligen Geistes erhalten haben; der Glaube der Märtyrer, die
ihn mit ihrem Blut bekannten und bekennen; der Glaube der Heiligen, die ihn in
seiner ganzen Tiefe gelebt haben und leben; der Glaube der Kirchenväter und
Kirchenlehrer, die ihn in glanzvoller Weise lehrten; der Glaube der Missionare,
die ihn unablässig verkünden; der Glaube der Theologen, die helfen,
ihn besser zu verstehen; schließlich der Glaube der Bischöfe, die ihn
voll Eifer und Liebe behüten und authentisch auslegen. In der Katechese ist
tatsächlich der Glaube all derer vorhanden, die glauben und sich vom
Heiligen Geist leiten lassen.
106. Dieser von der kirchlichen Gemeinschaft übermittelte Glaube ist
ein einziger. Wenn auch die Jünger Jesu Christi eine Gemeinschaft bilden,
die in die ganze Welt verstreut ist, und wenn auch die Katechese den Glauben in
sehr verschiedenen Kultursprachen weitergibt, ist das Evangelium, das
weitergegeben wird, ein einziges, das Glaubensbekenntnis ein einziges und die
Taufe eine einzige: »Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater
aller« (Eph 4,5).
Die Katechese ist also in der Kirche der Dienst, der die Katechumenen in die
Einheit des Glaubensbekenntnisses einführt. (353) Kraft ihres Wesens stärkt
sie das Band der Einheit, (354) indem sie das Bewußtsein schafft, einer
großen Gemeinschaft anzugehören, die weder räumlich noch
zeitlich begrenzt sein kann: »Vom gerechten Abel bis zum letzten Auserwählten,
bis zu den äußersten Grenzen der Erde, bis ans Ende der Zeiten«.
(355)
Der geschichtliche Charakter des Heilsmysteriums
107. Das Glaubensbekenntnis der Jünger Jesu Christi geht aus einer
pilgernden, auf Sendung geschickten Kirche hervor. Es ist noch nicht die
glorreiche Verkündigung am Ende des Weges, sondern eine, die der »Zeit
der Kirche« entspricht. (356) Die »Heilsökonomie«
hat somit geschichtlichen Charakter, denn sie erfüllt sich in der Zeit: »Sie
hat in der Vergangenheit angefangen, ist fortgeschritten und hat in
Christus ihren Höhepunkt
erreicht; sie entfaltet ihre Kraft in der Gegenwart und erwartet
ihre Vollendung in der Zukunft«. (357)
Wenn die Kirche im lebendigen Wissen darum heute die christliche Botschaft
weitergibt, »gedenkt« sie deshalb beständig der Heilsereignisse
der Vergangenheit und erzählt sie. Sie deutet in ihrem Licht die heutigen
Ereignisse der Menschheitsgeschichte, worin der Geist Gottes das Antlitz der
Erde erneuert, und verharrt in gläubiger Erwartung des Kommens des Herrn.
In der Katechese der Kirchenväter begleiteten die Erzählung (narratio)
von den Wundertaten Gottes und die Erwartung (expectatio) der
Wiederkunft Christi stets die Darlegung der Glaubensgeheimnisse. (358)
108. Der geschichtliche Charakter der christlichen Botschaft verpflichtet
die Katechese zur Beachtung folgender Aspekte:
Darstellung der Heilsgeschichte mittels einer biblischen Katechese,
die mit den »Taten und Worten« bekannt macht, mit denen sich
Gott der Menschheit geoffenbart hat: die großen Etappen des Alten
Testaments, mit denen er dem Evangelium den Weg bereitete; (359) das Leben Jesu,
des im Schoße Mariens menschgewordenen Gottessohnes, der mit seinen Taten
und seiner Lehre die Offenbarung zur Vollendung führte, (360) und die
Geschichte der Kirche, welche die Offenbarung weitergibt. Auch diese Geschichte,
die vom Glauben her zu deuten ist, gehört wesentlich zum Inhalt der
Katechese.
Bei der Erklärung des Glaubensbekenntnisses und des Inhalts der
christlichen Moral durch eine lehrhafte Katechese soll die Botschaft des
Evangeliums das »Heute« der Heilsgeschichte erhellen. Denn »...
der Dienst am Wort ruft nicht nur die in der Vergangenheit erfolgte und in
Christus zur Vollendung geführte Offenbarung in die Erinnerung zurück...,
sondern deutet auch im Lichte dieser Offenbarung das menschliche Leben unserer
Zeit, die Zeichen der Zeit und die Wirklichkeiten dieser Welt, da in diesen der
Plan Gottes zum Heil der Menschen am Werke ist«. (361)
Die Sakramente sind durch eine mystagogische Katechese, die »alle
diese großen Ereignisse der Heilsgeschichte im "Heute" der
Liturgie aufs neue liest und durchlebt«, in die Heilsgeschichte
hineinzustellen. (362) Die Bezugnahme auf das heilsgeschichtliche »Heute«
ist in dieser Katechese wesentlich. So wird den Katechumenen und den Glaubensschülern
geholfen, »sich für dieses "geistliche" Verständnis der
Heilsökonomie zu öffnen...«. (363)
Die »Taten und Worte« der Offenbarung verweisen auf »das
Geheimnis, das sie enthalten«. (364) Die Katechese wird helfen, vom Zeichen
zum Geheimnis überzugehen. Sie wird helfen, hinter der Menschennatur Jesu
seinen Seinszustand als Sohn Gottes zu entdecken; hinter der Geschichte der
Kirche ihr Geheimnis als »Heilssakrament«; hinter den »Zeichen
der Zeit« die Spuren der Gegenwart und des Planes Gottes. Die Katechese
wird so die typische Glaubenserkenntnis zeigen, »die ein Erkennen auf dem
Weg über Zeichen ist«. (365)
Die Inkulturation der Botschaft des Evangeliums (366)
109. Das Wort Gottes ist Mensch geworden, ein konkreter, in Zeit und Raum
angesiedelter, in einer bestimmten Kultur verwurzelter Mensch: »Christus
ließ sich in der Menschwerdung von der konkreten sozialen und kulturellen
Welt der Menschen einschließen, unter denen er lebte«. (367) Das ist
die Ur-»Inkulturation« des Wortes Gottes und das Bezugsmodell für
die ganze Evangelisierung der Kirche, welche »die Kraft des Evangeliums ins
Herz der Kultur und der Kulturen einpflanzen soll«. (368)
Die »Inkulturation« (369) des Glaubens, durch die »alle Schätze
der Völker, die Christus zum Erbe gegeben sind«, in einen »wunderbaren
Tausch« hineingenommen werden, (370) ist ein tiefgreifender und umfassender
Prozeß und ein langsamer Weg. (371) Sie besteht nicht in einer bloß äußerlichen
Anpassung, die, um die christliche Botschaft attraktiver zu machen, sich darauf
beschränkt, sie nur dekorativ mit einem oberflächlichem Anstrich zu
versehen.
Es geht im Gegenteil um das Eindringen des Evangeliums in die verborgensten
Schichten der Menschen und der Völker, indem man sie »mit
lebenspendender Kraft in der Tiefe und bis zu den Wurzeln« (372) ihrer
Kulturen erreicht.
Bei dieser Inkulturationsarbeit werden jedoch die Christengemeinden eine
Unterscheidung vornehmen müssen: Zum einen geht es darum, diejenigen
kulturellen Reichtümer zu »übernehmen«, (373) die mit dem
Glauben vereinbar sind; zum andern geht es aber auch darum zu helfen, jene
Urteilskriterien, Denkgewohnheiten oder Lebensmodelle die zum Reiche Gottes im
Gegensatz stehen, zu »heilen« (374) und »umzugestalten«.
(375) Diese Unterscheidung muß sich von zwei Grundprinzipien leiten
lassen: der »Vereinbarkeit mit dem Evangelium und der Gemeinschaft mit der
Gesamtkirche«.(376) Das ganze Gottesvolk muß sich auf diesen Prozeß
einlassen. Dieser »muß schrittweise vor sich gehen, damit er wirklich
Ausdruck der christlichen Erfahrung der Gemeinde sein kann«. (377)
110. Bei dieser Inkulturation des Glaubens stellen sich der Katechese
konkret verschiedene Aufgaben. Unter diesen sind anzuführen:
Die kirchliche Gemeinschaft ist als wichtigster Faktor von
Inkulturation zu betrachten. Einen Ausdruck und zugleich ein wirksames Werkzeug
dieser Aufgabe stellt der Katechet dar, der nicht nur eine tief religiöse
Gesinnung, sondern auch ein lebhaftes soziales Empfinden haben und in seinem
kulturellen Umfeld gut verwurzelt sein muß. (378)
Örtliche Katechismen sind auszuarbeiten, die den Erfordernissen,
welche sich von den verschiedenen Kulturen her stellen, entsprechen (379) und
das Evangelium bei seiner Darbietung zu den in diesen Kulturen auftretenden
Ideen, Fragen und Problemen in Beziehung bringen.
Durchführung einer zweckmäßigen Inkulturation im
Katechumenat und in den katechetischen Einrichtungen, indem man mit kluger Überlegung
die Sprache, die Symbole und die Werte der Kultur einbezieht, in der die
Katechumenen und die Glaubenschüler leben.
Darstellung der christlichen Botschaft auf eine Weise, die es
denjenigen, die inmitten oft heidnischer und manchmal nachchristlicher Kulturen
das Evangelium zu verkünden haben, möglich macht, »jedem Rede und
Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt« (1 Petr 3,15). Eine
gelungene Apologetik, die den Dialog zwischen Glaube und Kultur voranbringt,
erweist sich heute als unumgänglich.
Die Unversehrtheit der Botschaft des Evangeliums
111. Bei der Aufgabe der Inkulturation des Glaubens muß die Katechese
die Botschaft des Evangeliums vollständig und rein verkünden. Jesus
verkündet das Evangelium vollständig: »Ich habe euch alles
mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe« (Joh 15,15).
Diese selbe Vollständigkeit und Unversehrtheit verlangt Jesus von seinen Jüngern,
als er sie aussendet: »Lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten
habe« (Mt 28,20). Darum ist es ein Grundprinzip der Katechese, die
Unversehrtheit der Botschaft zu wahren und sich vor verkürzten oder
entstellten Wiedergaben zu hüten: »Damit die Opfergabe seines Glaubens
vollkommen sei, hat jeder Jünger Christi das Recht, "das Wort des
Glaubens" nicht verstümmelt, verfälscht oder verkürzt zu
empfangen, sondern voll und ganz, in all seiner Macht und Kraft«.(380)
112. Zwei eng miteinander verbundene Dimensionen sind von diesem Kriterium
abhängig. Es handelt sich darum:
die vollständige Botschaft des Evangeliums vorzulegen, ohne über
irgendeinen grundlegenden Aspekt stillschweigend hinwegzugehen oder aus dem
Glaubensgut eine Auswahl zu treffen. (381) Vielmehr muß die Katechese »dafür
sorgen, daß der ganze Schatz der christlichen Botschaft gewissenhaft verkündet
wird«. (382) Das muß jedoch stufenweise geschehen nach dem Beispiel
der »göttlichen Erziehungskunst«, gemäß der Gott bei
seiner Selbstoffenbarung Schritt um Schritt und stufenweise vorgegangen ist.
Vollständigkeit muß mit Anpassung einhergehen.
Folglich geht die Katechese von einer einfachen Vorlage der Gesamtstruktur
der christlichen Botschaft aus und legt sie auf eine der Auffassungskraft der
Empfänger angepaßte Weise dar. Die Katechese wird sich aber nicht auf
diese anfängliche Darlegung beschränken, sondern die Botschaft
stufenweise jedes Mal umfassender und ausführlicher vorlegen, je nach dem
Auffassungsvermögen des Glaubensschülers und dem Eigencharakter der
Katechese. (383) Diese beiden Ebenen einer vollständigen Darlegung der
Botschaft werden als »intensive Integrität« und »extensive
Integrität« bezeichnet.
Die Botschaft des Evangeliums muß authentisch, in ihrer ganzen
Reinheit vorgelegt werden, ohne ihre Ansprüche aus Angst vor Ablehnung zu
verharmlosen und ohne schwere Lasten aufzuerlegen; solche bringt sie nicht mit
sich, denn Jesu Joch ist leicht. (384)
Das Kriterium der Echtheit ist eng mit dem der Inkulturation verbunden, denn
diese hat die Funktion, das Wesentliche der Botschaft in eine bestimmte
Kultursprache zu »übersetzen«. (385) Bei dieser notwendigen
Aufgabe gibt es immer eine Spannung: »Die Evangelisierung verliert viel von
ihrer Kraft und Wirksamkeit, wenn sie das konkrete Volk, an das sie sich wendet,
nicht berücksichtigt... Aber andererseits kann sie auch ihre Seele
verlieren und innerlich leer werden, wenn man sie unter dem Vorwand, sie zu übersetzen,
aushöhlt oder verfälscht...«. (386)
113. In dieser vielschichtigen Beziehung zwischen Inkulturation und
Unversehrtheit der christlichen Botschaft ist das Kriterium einer evangeliumsgemäßen
Haltung »missionarischer Offenheit für das Gesamtheil der Welt«
(387) zu befolgen. Sie muß die Annahme der echt menschlichen und religiösen
Werte über jede starre Abschließung hinweg zu verbinden wissen mit
dem missionarischen Engagement, die ganze Wahrheit des Evangeliums zu verkünden,
ohne auf bequeme Ausgleiche zu verfallen, die das Evangelium um seine Kraft
bringen und die Kirche verweltlichen würden. Die Authentizität des
Evangeliums schließt Haltungen aus, die dem wahren Sinn der Mission
widersprechen.
Eine organsiche und hierarchisch gegliederte Botschaft
114. Die Botschaft, welche die Katechese weitergibt, besitzt »einen
organischen und hierarchischen Charakter«, (388) so daß sie eine
zusammenhängende und lebensvolle Glaubenssynthese bildet. Sie baut sich in
einer christozentrischen Sicht rund um das Geheimnis der heiligsten
Dreifaltigkeit auf, denn dieses ist »der Urgrund aller anderen
Glaubensmysterien und das Licht, das diese erhellt«. (389) Von ihm her
verlangt die Harmonie der Botschaft als ganzer eine »Hierarchie der
Wahrheiten«, (390) da der Zusammenhang einer jeden von ihnen mit dem
Fundament des Glaubens verschiedenartig ist. Doch »diese Hierarchie
bedeutet nicht, daß einige Wahrheiten weniger als andere zum Glauben gehören,
sondern daß manche Wahrheiten auf anderen, grundlegenderen aufbauen und
von ihnen her Licht erhalten«. (391)
115. Alle Aspekte und Dimensionen der christlichen Botschaft haben an diesem
hierarchisch geordneten, organischen Charakter teil:
Die Heilsgeschichte, welche die »wunderbaren Taten Gottes«
(mirabilia Dei), alles, was er für uns getan hat, tut und tun wird,
erzählt, baut sich rund um Jesus Christus, die »Mitte der
Heilsgeschichte« auf. (392) Die Vorbereitung auf das Evangelium im Alten
Testament, die Fülle der Offenbarung in Jesus Christus und die Zeit der
Kirche bilden die Struktur der ganzen Heilsgeschichte, deren Anfang und Ende die
Schöpfung und die Eschatologie sind.
Wie das Apostolische Glaubensbekenntnis zeigt, wollte die Kirche das
christliche Mysterium stets in einer lebensvollen Synthese vorlegen. Um dieses
Symbolum, das die Zusammenfassung und der Deutungsschlüssel der ganzen
Schrift und der ganzen Lehre der Kirche ist, formiert sich die Kirche in
hierarchischer Ordnung. (393)
Die Sakramente sind ebenfalls ein organisches Ganzes, denn sie
entspringen dem Paschamysterium Jesu Christi und bilden »ein organisches
Ganzes..., in dem jedes Sakrament einen lebenswichtigen Platz einnimt«.(394)
Die Eucharistie nimmt in diesem Organismus eine einzigartige Stellung ein, auf
die die anderen Sakramente hingeordnet sind: sie ist das »Sakrament der
Sakramente«. (395)
Das Doppelgebot der Gottes und Nächstenliebe ist in
der sittlichen Botschaft die von Jesus selbst festgelegte
Wertehierarchie: »An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt
den Propheten« (Mt 22,40). Die Liebe zu Gott und die Liebe zum Nächsten,
die den Dekalog zusammenfassen, bilden, wenn sie im Geist der Seligpreisungen
des Evangeliums gelebt werden, die von Jesus in der Bergpredigt verkündete
Magna Charta des christlichen Lebens. (396)
Das Vaterunser, das eine Kurzdarlegung des Wesens des Evangeliums
darstellt, faßt zusammen und ordnet hierarchisch die immensen Reichtümer
an Gebet, die in der Heiligen Schrift und im ganzen Leben der Kirche enthalten
sind. Dieses Gebet, das den Jüngern von Jesus selbst vorgelegt worden ist,
läßt das kindliche Vertrauen und die tiefen Sehnsüchte und Wünsche
durchschimmern, mit denen sich ein Mensch an Gott wenden kann. (397)
Eine für den Menschen bedeutsame Botschaft
116. Das Wort Gottes nimmt bei der Menschwerdung die menschliche Natur in
allem an, außer der Sünde. Somit ist Jesus Christus, »das
Ebenbild des unsichtbaren Gottes« (Kol 1,15), auch der
vollkommene Mensch. Von daher versteht man, daß »sich nur im
Geheimnis des fleischgewordenen Wortes das Geheimnis des Menschen wahrhaft aufklärt«.
(398)
Beim Vorlegen der christlichen Botschaft zeigt die Katechese nicht nur auf,
wer Gott ist und welches sein Heilsplan ist, sondern sie macht auch, wie Jesus
selbst das getan hat, dem Menschen den Menschen selbst voll kund und erschließt
ihm seine höchste Berufung. (399) Die Offenbarung ist »nicht vom Leben
losgelöst und auch nicht nur künstlich an seine Seite gestellt. Sie
richtet sich ja auf den letzten Sinn des Daseins, das sie vollständig mit
dem Licht des Evangeliums erleuchtet, um anzuregen oder in Frage zu stellen«.
(400)
Die Beziehung der christlichen Botschaft zur Erfahrung ist nicht einfach
eine Methodenfrage, sondern entspringt der Zielsetzung der Katechese, die den
Menschen mit Jesus Christus in Gemeinschaft zu bringen sucht. In seinem
irdischen Leben lebte dieser sein Menschsein voll und ganz: »Mit Menschenhänden
hat er gearbeitet, mit menschlichem Geist gedacht, mit einem menschlichen Willen
hat er gehandelt, mit einem menschlichen Herzen geliebt«. (401) »Alles,
was Christus gelebt hat, läßt er uns in ihm leben, und er lebt es in
uns«. (402) Die Katechese handelt aufgrund dieser Identität der
menschlichen Erfahrung zwischen dem Meister Jesus und dem Jünger und lehrt,
zu denken wie er, zu handeln wie er, zu lieben wie er.(403) Die Gemeinschaft mit
Christus leben heißt, die Erfahrung des neuen Lebens der Gnade
machen.(404)
117. Aus diesem in herausragender Weise christologischen Grund muß die
Katechese beim Vorlegen der christlichen Botschaft »Sorge tragen, die
Menschen auf die Erfahrungen von größerem Gewicht aufmerksam zu
machen, auf die persönlichen wie auf die sozialen; dazu ist es ihre
Aufgabe, die daraus entstehenden Fragen in das Licht des Evangeliums zu rücken,
so daß in den Menschen die rechte Sehnsucht geweckt wird, ihre eigene
Lebensweise umzugestalten«. (405) In diesem Sinne gilt:
In der Erstevangelisierung während des Vorkatechumenats oder der
Vorkatechese wird die Verkündigung des Evangeliums stets in engem
Zusammenhang mit der menschlichen Natur und ihren Strebungen erfolgen und dabei
aufzeigen, daß sie das Menschenherz voll zufriedenstellt.(406)
In der Bibelkatechese wird man helfen, das gegenwärtige
menschliche Leben im Licht der Lebenserfahrungen des Volkes Israel, Jesu Christi
und der christlichen Gemeinschaft zu deuten, in welcher der Geist des
auferstandenen Christus lebt und ständig am Werk ist.
Bei der Erklärung des Symbolums wird die Katechese aufzeigen, daß
die großen Glaubensthemen (Schöpfung, Ursünde, Inkarnation,
Ostern, Pfingsten, Eschatologie...) für den Menschen stets Lebens und
Lichtquelle sind.
Wenn die Moralkatechese darlegt, worin das evangeliumsgemäße
Leben besteht, (407) und die Seligpreisungen im Evangelium als den Geist
herausstellt, der den Dekalog durchdringt, wird sie diese in den im Herzen des
Menschen vorhandenen menschlichen Tugenden verwurzeln. (408)
In der liturgischen Katechese wird man von der hebräischen und
christlichen Kultur her ständig auf die großen menschlichen
Erfahrungen Bezug nehmen müssen, die von den Zeichen und Symbolen der
liturgischen Handlung versinnbildlicht werden.(409)
Methodologisches Prinzip für die Darbietung der Botschaft
(410)
118. Die in diesem Kapitel angegebenen Normen und Richtlinien für »die
Darbietung des Inhaltes der Katechese müssen in den verschiedenen
Katechesetypen angewandt werden: natürlich im biblischen und liturgischen
Unterricht, in der lehrmäßigen Zusammenfassung, in der Deutung der
konkreten menschlichen Lebensverhältnisse usw«. (411)
Aus diesen Normen und Richtlinien läßt sich indes nicht die
Reihenfolge ableiten, die bei der Darbietung des Inhaltes einzuhalten ist. »Es
kann sein, daß es bei der heutigen Lage der Katechese Gründe der
Methodik oder Pädagogik ratsam erscheinen lassen, die Vermittlung des
reichen Inhaltes der Katechese auf diese und nicht auf eine andere Weise
durchzuführen«. (412) Man kann von Gott ausgehen, um zu Christus zu
gelangen, und umgekehrt; man kann vom Menschen ausgehen, um zu Gott zu gelangen,
und umgekehrt. Daß man bei der Darbietung der Botschaft sich für eine
bestimmte Ordnung entscheidet, wird durch die Umstände und die
Glaubenssituation dessen bestimmt, der die Katechese erhält.
Man muß sich die pädagogische Methode ausdenken, die für die
Umstände, in denen sich die kirchliche Gemeinschaft oder die konkreten
Adresssaten, an die sich die Katechese richtet, jeweils befinden, am besten
geeignet ist. Darum ist es nötig, sorgfältige Untersuchungen
anzustellen, um die Wege und Weisen zu finden, die den verschiedenen Situationen
am besten entsprechen.
Es ist Sache der Bischöfe, auf diesem Gebiet genauere Normen zu
erlassen und sie durch katechetische Direktorien, Katechismen für die
verschiedenen Altersstufen und kulturellen Bedingungen und durch andere Mittel,
die man für zweckdienlich hält, auf die Praxis anzuwenden. (413)
II. KAPITEL
»Das ist unser Glaube, das ist der Glaube
der Kirche«
»Jede von Gott eingegebene Schrift ist auch nützlich zur
Belehrung, zur Widerlegung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit;
so wird der Mensch Gottes zu jedem guten Werk bereit und gerüstet sein«
(2 Tim 3,16-17).
»Seid standhaft und haltet an den Überlieferungen fest, in
denen wir euch unterwiesen haben, sei es mündlich, sei es durch einen Brief«
(2 Thess 2,15).
119. Dieses Kapitel denkt über den Inhalt der Katechese nach, wie er
von der Kirche in den Glaubenskompendien dargelegt wird, die sie offiziell
ausarbeitet und in ihren Katechismen vorlegt.
Die Kirche hat stets Glaubensformulierungen verwendet, die das Wesentliche
dessen, was sie glaubt und lebt, in Kurzform enthalten: neutestamentliche Texte,
Symbola oder Glaubensbekentnisse, liturgische Formeln, eucharistische Gebete. Später
hielt man es auch für zweckmäßig, eine ausführlichere
Glaubenserklärung in Form einer organischen Zusammenfassung zu bieten durch
die Katechismen, die in den letzten Jahrhunderten in zahlreichen Ortskirchen
ausgearbeitet worden sind. In zwei historischen Augenblicken, anläßlich
des Konzils von Trient und in unseren Tagen, hielt man es für angebracht,
durch einen Katechismus universalen Charakters als Bezugspunkt für die
Katechese der ganzen Kirche eine organische Darlegung des Glaubens anzubieten. Für
dieses Vorgehen entschied sich Johannes Paul II. mit der Approbation und Veröffentlichung
des Katechismus der Katholischen Kirche am 11. Oktober 1992.
Das vorliegende Kapitel möchte diese offiziellen Werkzeuge der Kirche,
wie es die Katechismen sind, in Beziehung setzen zum katechetischen Wirken bzw.
zur Praxis.
Es wird zunächst über den Katechismus der Katholischen Kirche
nachdenken und dabei die Rolle zu klären suchen, die ihm in der kirchlichen
Katechese als ganzer zukommt. Dann folgt eine Analyse der notwendigen Erstellung
der örtlichen Katechismen, die den Zweck haben, die Formulierung des
Glaubensinhaltes an die verschiedenen Situationen und Kulturen anzupassen, und
es werden einige hilfreiche Richtlinien für ihre Abfassung vorgelegt. Die
Kirche betrachtet den reichen Inhalt des Glaubens, dargeboten in den Werkzeugen,
welche die Bischöfe dem Volk Gottes vorlegen und die gleich einer »Symphonie«
(414) das zum Ausdruck bringen, was sie glaubt, feiert, lebt und verkündet:
»Das ist unser Glaube, das ist der Glaube der Kirche».
Der Katechismus der Katholischen Kirche und das Allgemeine
Direktorium für die Katechese
120. Der Katechismus der Katholischen Kirche und das Allgemeine Direktorium
für die Katechese sind zwei verschiedene und einander ergänzende
Werkzeuge im Dienst des katechetischen Wirkens der Kirche.
Der Katechismus der Katholischen Kirche »ist eine Darlegung des
Glaubens der Kirche und der katholischen Lehre, wie sie von der Heiligen
Schrift, der apostolischen Überlieferung und vom Lehramt der Kirche bezeugt
oder beleuchtet wird«. (415)
Das Allgemeine Direktorium für die Katechese »will die
theologisch-pastoralen Grundprinzipien, die vom Lehramt der Kirche und besonders
vom II. Vatikanischen Konzil festgelegt worden sind«, vorlegen, damit die
katechetische Tätigkeit in der Kirche »besser geleitet und geordnet
werden kann«.(416)
Beide Werkzeuge, jedes in seiner Art und in seiner spezifischen Autorität,
ergänzen einander.
Der Katechismus der Katholischen Kirche ist ein Akt des Lehramtes des
Papstes, mit dem er in unserer Zeit kraft der apostolischen Vollmacht den
katholischen Glauben als ganzen normativ zusammenfaßt und ihn vor allem
den Kirchen als Bezugspunkt für die authentische Darlegung des
Glaubensinhaltes anbietet.
Das Allgemeine Direktorium für die Katechese hat den Wert, den
der Heilige Stuhl normalerweise solchen Orientierungshilfen dadurch gibt, daß
er sie approbiert und bestätigt. Er ist ein offizielles Hilfsmittel für
die Weitergabe der Botschaft des Evangeliums und für die gesamte
katchetische Tätigkeit.
Der Charakter gegenseitiger Ergänzung der beiden Werkzeuge
rechtfertigt, wie im Vorwort gesagt, daß das vorliegende
Allgemeine Direktorium für die Katechese der Darlegung der Glaubensinhalte
kein Kapitel widmet, während das im Direktorium von 1971 unter dem Titel: »Die
wesentlichen Elemente der christlichen Botschaft« (417) erfolgt war.
Aus diesem Grund verweist das Allgemeine Direktorium für die Katechese bezüglich
des Inhalts der Botschaft auf den Katechismus der Katholischen Kirche, für
dessen konkrete Anwendung das Direktorium ein methodisches Werkzeug sein möchte.
Die Vorstellung des Katechismus der Katholischen Kirche, der im folgenden
erläutert wird, ist weder zur Zusammenfassung noch zur Rechtfertigung
dieses Instrumentes des Lehramtes verfaßt worden, sondern hat den Zweck,
dessen besseres Verständnis und Übernahme in die katechetische Praxis
zu erleichtern.
Der Katechismus der Katholischen Kirche Zielsetzung und Wesen
des Katechismus der Katholischen Kirche
121. Der Katechismus der Katholischen Kirche selbst gibt in seinem Prolog
das Ziel an, das er verfolgt: »Der vorliegende Katechismus will im Licht
des Zweiten Vatikanischen Konzils und der Gesamttradition der Kirche eine
organische Synthese der wesentlichen und grundlegenden Inhalte der katholischen
Glaubensund Sittenlehre darlegen«. (418)
Mit dem Katechismus der Katholischen Kirche gedachte das Lehramt der Kirche
einen kirchlichen Dienst für unsere Zeit zu leisten, indem es ihn anerkennt
als:
»gültiges und legitimes Werkzeug im Dienst der kirchlichen
Gemeinschaft«. (419) Er möchte das Band der Einheit festigen,
indem er unter den Jüngern Jesu Christi »das Bekenntnis ein und
desselben, von den Aposteln überlieferten Glaubens« (420) erleichtert;
»sichere Norm für die Lehre des Glaubens«.
(421) Gegenüber dem legitimen Recht jedes Getauften, von der Kirche zu
erfahren, was sie empfangen hat und an was sie glaubt, bietet der Katechismus
der Katholischen Kirche eine klare Antwort. Er ist deshalb ein verbindlicher
Bezugspunkt für die Katechese und die anderen Formen des Dienstes am Wort;
»Bezugspunkt für die Katechismen bzw. Kompendien,
die in den verschiedenen Regionen zu erstellen sind«.(422) Der Katechismus
der Katholischen Kirche ist ja »nicht dazu bestimmt, die örtlichen
Katechismen zu ersetzen«, (423) sondern »zur Abfassung neuer örtlicher
Katechismen zu ermuntern und die zu unterstützen, die den verschiedenen
Situationen und Kulturen Rechnung tragen, aber zugleich sorgfältig die
Einheit des Glaubens und die Treue zur katholischen Lehre wahren«. (424)
Das Wesen und der Eigencharakter dieses Dokumentes des Lehramtes besteht
darin, daß es eine organische Zusammenfassung des Glaubens von universaler
Bedeutung darstellt. Darin unterscheidet es sich von anderen Dokumenten des
Lehramtes, die nicht eine solche Synthese zu bieten beabsichtigen. Es
unterscheidet sich ebenfalls von den örtlichen Katechismen, die, wenn auch
in Gemeinschaft mit der Gesamtkirche, dazu bestimmt sind, einem bestimmten Teil
des Gottesvolkes zu dienen.
Die Gliederung des Katechismus der Katholischen Kirche
122. Der Katechismus der Katholischen Kirche gliedert sich um vier
Grunddimensionen des christlichen Lebens: das Bekenntnis des Glaubens, die Feier
der Liturgie, die Moral nach dem Evangelium und das Gebet. Diese vier
Dimensionen entspringen ein und demselben Kern: dem christlichen Mysterium.
Dieses
»ist Gegenstand des Glaubens (erster Teil);
wird in den liturgischen Handlungen gefeiert (zweiter Teil);
ist gegenwärtig, um die Kinder Gottes bei ihrem Tun zu
erleuchten (dritter Teil);
bildet die Grundlage für unser Gebet, dessen bevorzugter
Ausdruck das Vaterunser ist, und es bildet den Gegenstand unseres
Bittens, unseres Lobes und unseres Fürbittgebetes (vierter Teil)«.(425)
Diese vierteilige Gliederung entfaltet die wesentlichen Aspekte des
Glaubens:
an den dreieinigen Gott, den Schöpfer, und seinen Heilsplan
glauben;
sich von ihm heiligen lassen im sakramentalen Leben;
ihn von ganzem Herzen lieben und den Nächsten lieben wie sich
selbst;
beten in Erwartung des Kommens seines Reiches und der Begegnung mit
ihm von Angesicht zu Angesicht.
Der Katechismus der Katholischen Kirche bezieht sich also auf den
geglaubten, gefeierten, gelebten und gebeteten Glauben und stellt eine
Aufforderung zur gesamtchristlichen Erziehung dar.
Die Gliederung des Katechismus der Katholischen Kirche verweist auf die
tiefe Einheit des christlichen Lebens. In ihm wird die gegenseitige Beziehung
zwischen »lex orandi«, »lex credendi« und »lex
vivendi« deutlich. »Die Liturgie ist selber Gebet; das Bekenntnis
des Glaubens hat daher seinen angemessenen Platz in der Feier des
Gottesdienstes. Die Gnade, Frucht der Sakramente, ist die unabdingbare
Voraussetzung des christlichen Tuns, so wie die Teilnahme an der Liturgie der
Kirche den Glauben erfordert. Wenn aber der Glaube sich nicht in den Werken
zeigt, ist er tot und kann keine Früchte für das ewige Leben bringen«.
(426)
Mit dieser herkömmlichen Gliederung um die vier Pfeiler, welche die
Glaubensübermittlung tragen (Glaubensbekenntnis oder Symbolum,
Sakramente, Zehn Gebote, Vaterunser), (427) bietet sich der Katechismus der
Katholischen Kirche als lehrmäßiger Bezugspunkt bei der Heranbildung
zu den vier Grundaufgaben der Katechese (428) und bei der Erstellung der örtlichen
Katechismen an, obwohl er weder der einen noch der anderen eine bestimmte Form
aufzuerlegen beabsichtigt. »Die beste Struktur der Katechese muß den
diesbezüglichen konkreten Umständen angepaßt werden und soll
nicht durch den gemeinsamen Katechismus für die ganze Kirche festgesetzt
werden«. (429) Vollkommene Treue zur katholischen Lehre läßt
sich mit einer reichen Vielfalt in ihrer Darstellungsweise vereinbaren.
Die Inspiration des Katechismus der Katholischen Kirche: die
trinitarische Christozentrik und die Erhabenheit der Berufung des Menschen
123. Die tragende Achse des Katechismus der Katholischen Kirche ist Jesus
Christus als »der Weg, die Wahrheit und das Leben« (Joh 14,6).
Der Katechismus der Katholischen Kirche mit Jesus Christus als seiner Mitte
hat eine zweifache Ausrichtung: auf Gott und auf den Menschen.
Das Mysterium des dreieinigen Gottes und seine Heilsordnung
inspiriert den Katechismus der Katholischen Kirche als ganzen und in seinen
Teilen von innen her und gibt ihm seine hierarchische Gliederung. Das
Glaubensbekenntnis, die Liturgie, die dem Evangelium entsprechende Moral, das
Gebet haben im Katechismus der Katholischen Kirche eine trinitarische
Inspiration, die das ganze Werk als Leitfaden durchzieht. (430) Dieses zentrale
inspirierende Element trägt dazu bei, dem Text einen tief religiösen
Charakter zu geben.
Das Mysterium des Menschen wird im Katechismus der Katholischen
Kirche vor allem in einigen besonders bedeutsamen Kapiteln dargelegt: »Der
Mensch ist "gottfähig"«; »Die Erschaffung des Menschen«;
»Der Sohn Gottes ist Mensch geworden«; »Die Berufung des
Menschen: das Leben im Heiligen Geist«... und andere.(431) Im Lichte der
Menschennatur Jesu, des vollkommenen Menschen, betrachtet, zeigt diese Lehre die
erhabene Berufung und das Ideal der Vollkommenheit, zu der jeder Mensch berufen
ist.
In der Tat läßt sich die ganze Lehre des Katechismus der
Katholischen Kirche in dem folgenden Konzilsgedanken zusammenfassen: »Christus...
macht eben in der Offenbarung des Geheimnisses des Vaters und seiner Liebe dem
Menschen den Menschen selbst voll kund und erschließt ihm seine höchste
Berufung«. (432)
Das literarische Genus des Katechismus der Katholischen Kirche
124. Es ist wichtig, das literarische Genus des Katechismus der Katholischen
Kirche auszumachen, um die Funktion zu respektieren, welche die Autorität
der Kirche ihm bei der Ausübung und Erneuerung der katechetischen Tätigkeit
unserer Zeit zuerkennt.
Die Hauptzüge, die das literarische Genus des Katechismus der
Katholischen Kirche bestimmen, sind folgende:
Der Katechismus der Katholischen Kirche ist vor allem ein
Katechismus, das heißt ein offizieller Text des Lehramtes der Kirche, der
mit Kompetenz und Genauigkeit in Form einer organischen Synthese die
grundlegenden Heilsereignisse und Heilswahrheiten zusammenstellt, die den
gemeinsamen Glauben des Gottesvolkes zum Ausdruck bringen und den unerläßlichen
Grundbezug für die Katechese bilden.
Da es sich um einen Katechismus handelt, stellt der Katechismus der
Katholischen Kirche das zusammen, was im christlichen Leben grundlegend und
gemeinsam ist, ohne bestimmte Auslegungsversuche, die nichts anderes als
Privatmeinungen oder Ansichten irgendeiner theologischen Schule sind, als
Glaubenslehre vorzutragen«. (433)
Der Katechismus der Katholischen Kirche ist außerdem ein
Katechismus von universalem Charakter, der der ganzen Kircheangeboten wird. In
ihm wird eine aktualisierte Glaubenssynthese vorgelegt, in der die Lehren des
II. Vatikanischen Konzils ebenso ihren Platz gefunden haben wie die religiösen
und moralischen Fragen unserer Zeit. Doch »wegen seiner Zielsetzung kann
dieser Katechismus nicht selbst jene Anpassungen in der Darlegung und den
katechetischen Methoden vornehmen, welche die Unterschiede in den Kulturen,
Lebensphasen, im geistlichen Leben, in den gesellschaftlichen und kirchlichen
Situationen der Adressaten erfordern. Diese unerläßlichen Anpassungen
sind Aufgabe entsprechender Katechismen, und vor allem der für den
Unterricht der Gläubigen Verantwortlichen«. (434)
Das Glaubensgut und der Katechismus der Katholischen Kirche
125. Das II. Vatikanische Konzil machte es sich zur Hauptaufgabe, das
kostbare Erbe der christlichen Lehre besser zu hüten und vorzulegen, um es
den Christgläubigen und allen Menschen guten Willens zugänglicher zu
machen.
Der Inhalt dieses Gutes ist das in der Kirche bewahrte Wort Gottes. Da sich
das Lehramt der Kirche zum Ziel gesetzt hatte, einen Bezugstext für die
Glaubensunterweisung auszuarbeiten, hat es aus diesem kostbaren Schatz Neues und
Altes hervorgeholt, das sich seinem Dafürhalten nach für den genannten
Zweck am besten eignete. Der Katechismus der Katholischen Kirche erscheint somit
als ein grundlegender Dienst: nämlich die Verkündigung des Evangeliums
und die Glaubensunterweisung, die ihre Botschaft aus der der Kirche anvertrauten
heiligen Hinterlassenschaft der Überlieferung und der Heiligen Schrift
entnehmen, zu fördern, auf daß sie ganz authentisch erfolgen. Der
Katechismus der Katholischen Kirche ist nicht die einzige Quelle der Katechese,
denn als Akt des Lehramtes steht er nicht über dem Gotteswort, sondern in
dessen Dienst. Doch er ist ein besonders bedeutsamer Akt der authentischen
Auslegung dieses Wortes, der gesetzt wird, damit das Evangelium in seiner ganzen
Wahrheit und Reinheit verkündigt und übermittelt werde.
126. Im Licht dieser Beziehung des Katechismus der Katholischen Kirche zum
Glaubensgut sind zwei Fragen zu klären, die für die Katechese von
lebenswichtiger Bedeutung sind:
die Beziehung zwischen der Heiligen Schrift und dem Katechismus der
Katholischen Kirche als Bezugspunkte für den Inhalt der Katechese;
die Beziehung zwischen der katechetischen Tradition der Kirchenväter
mit ihrem Reichtum an Inhalten und Einsichten in bezug auf den katechetischen
Prozeß und dem Katechismus der Katholischen Kirche.
Die Heilige Schrift, der Katechismus der Katholischen Kirche und und
die Katechese
127. Die Konstitution Dei verbum des II. Vatikanischen Konzils hat
die grundlegende Bedeutung der Heiligen Schrift im Leben der Kirche betont. Sie
wird, zusammen mit der Heiligen Überlieferung als »oberste
Glaubensregel« hingestellt, da sie »das Wort Gottes selbst unwandelbar
vermittelt und in den Worten der Propheten und der Apostel die Stimme des
Heiligen Geistes vernehmen läßt«. (435) Deshalb will die Kirche,
daß im ganzen Dienst am Wort die Heilige Schrift eine herausragende
Stellung einnimmt. Konkret muß die Katechese »eine authentische
Anleitung zur Schriftlesung ("lectio divina") "gemäß
dem Geist", der der Kirche einwohnt«, sein. (436)
In diesem Sinn heißt »von der Überlieferung und der Heiligen
Schrift als Quelle der Katechese zu sprechen, betonen, daß diese sich von
Gedanken, Geist und Haltungen der Bibel und der Evangelien durch ständigen
Kontakt mit den Texten selber prägen und durchdringen lassen muß; es
heißt aber auch, darauf hinweisen, daß die Katechese umso
reichhaltiger und wirksamer sein wird, je mehr sie die Texte mit dem Verstand
und dem Herzen der Kirche liest«. (437) Bei dieser Lesung der Schrift in
der Kirche im Licht der Überlieferung spielt der Katechismus der
Katholischen Kirche eine sehr wichtige Rolle.
128. Die Heilige Schrift und der Katechismus der Katholischen Kirche
erscheinen als die zwei Bezugspunkte, um das gesamte katechetische Wirken der
Kirche in unserer Zeit zu inspirieren:
Die Heilige Schrift als »Gottes Rede, insofern sie unter dem
Anhauch des Heiligen Geistes schriftlich aufgezeichnet wurde«, (438) und
der Katechismus der Katholischen Kirche als bedeutsamer gegenwartsbezogener
Ausdruck der lebendigen Überlieferung der Kirche und als sichere Norm für
die Glaubensunterweisung sind, auf je eigene Weise und nach ihrer je besonderen
Autorität, berufen, die Katechese in der Kirche unserer Zeit zu befruchten.
Die Katechese vermittelt den Inhalt des Wortes Gottes den beiden
Weisen entsprechend, wie die Kirche ihn besitzt, ihn verinnerlicht und lebt: als
Erzählung der Heilsgeschichte und als ausführliche Erklärung des
Glaubensbekenntnisses (Symbolum). Die Heilige Schrift und der Katechismus der
Katholischen Kirche sollen sowohl die biblische Katechese als auch die lehrhafte
Katechese inspirieren, die diesen Inhalt des Gotteswortes nahebringen.
Beim gewöhnlichen Ablauf der Katechese ist es wichtig, daß
die Katechumenen und die Glaubensschüler sich sowohl auf die Heilige
Schrift als auch auf den örtlichen Katechismus verlassen können. Die
Katechese ist schließlich nichts anderes als die lebenswichtige, sinnvolle
Weitergabe dieser Glaubensdokumente. (439)
Die katechetische Überlieferung der Kirchenväter und der
Katechismus der Katholischen Kirche
129. Im heiligen Erbe des Glaubens (depositum fidei) ist, im
Verein mit der Heiligen Schrift, die ganze Überlieferung der Kirche
enthalten. »Die Aussagen der heiligen Väter bezeugen die
lebenspendende Gegenwart dieser Überlieferung, deren Reichtümer sich
in das Tun und Leben der glaubenden und betenden Kirche ergießen«.
(440)
In bezug auf diesen Reichtum in Lehre und Pastoral verdienen einige Aspekte
besondere Beachtung:
Die entscheidende Wichtigkeit, die die Väter bei der Bildung der
Teilkirchen dem Taufkatechumenat beimessen.
Die Konzeption von der Heranbildung zum Christen als eines
fortschreitenden und mehrstufigen Prozesses, der in Etappen gegliedert ist.
(441) Die Väter lassen sich bei der Gestaltung des Katechumenats von der göttlichen
Erziehungsweisheit inspirieren. In dem katechumenalen Prozeß durchläuft
der Katechumene wie das Volk Israel einen Weg, um in das Land der Verheißung
zu gelangen: zur Identifikation mit Christus in der Taufe. (442)
Die Gliederung des Inhalts der Katechese entsprechend den Etappen
jenes Prozesses. In der patristischen Katechese spielte die Erzählung der
Heilsgeschichte eine vorrangige Rolle. Gegen Ende der Fastenzeit schritt man zur
Übergabe des Symbolums und des Vaterunsers sowie zu ihrer
Erklärung mit allen daraus zu ziehenden sittlichen Folgerungen. Nach Feier
der Initiationssakramente half die mystagogische Katechese, sich diese
Sakramente innerlich anzueignen und sie zu verkosten.
130. Der Katechismus der Katholischen Kirche seinerseits bringt in die
Katechese die große Tradition der Katechismen ein. (443) Einige Aspekte
des großen Reichtums dieser Tradition verdienen auch hier hervorgehoben zu
werden:
Die Erkenntnis- oder Wahrheitsdimension des Glaubens. Dieser besteht
nicht nur in der lebendigen Zustimmung zu Gott, sondern auch in der Zustimmung
des Verstandes und des Willens zur geoffenbarten Wahrheit. Die Katechismen
erinnern die Kirche ständig an die Notwendigkeit, daß die Gläubigen,
wenn auch in einfacher Form, eine organische Kenntnis des Glaubens haben sollen.
Die in allen ihren Quellen fest verwurzelte Erziehung zum Glauben
umfaßt verschiedene Dimensionen: einen Glauben, der bekannt, gefeiert,
gelebt und gebetet wird.
Der Reichtum der Überlieferung der Kirchenväter und jener der
Katechismen fließt in der heutigen Katechese der Kirche zusammen und
bereichert sie in ihrer Konzeption wie auch in ihren Inhalten. Sie erinnern die
Katechese an die sieben Grundelemente, die sie bilden: die drei Etappen der Erzählung
der Heilsgeschichte: das Alte Testament, das Leben Jesu Christi und die
Geschichte der Kirche; und an die vier Pfeiler der Darlegung: das Symbolum, die
Sakramente, die Zehn Gebote und das Vaterunser. Mit diesen sieben Grundsteinen,
die sowohl dem Verlauf der Initiationskatechese wie dem weiteren
christlichen Reifungsprozeß zugrunde liegen, lassen sich je nach den
Adressaten und den verschiedenen kulturellen Situationen Gebäude von
unterschiedlicher Architektur und Gliederung bauen.
Die Katechismen in den Ortskirchen
Die örtlichen Katechismen: ihre Notwendigkeit (444)
131. Der Katechismus der Katholischen Kirche wird allen Gläubigen und
jedem Menschen angeboten, der kennenlernen möchte, was die katholische
Kirche glaubt, (445) und ist in besonderer Weise »dazu bestimmt, zur
Abfassung neuer örtlicher Katechismen zu ermuntern und die zu unterstützen,
die den verschiedenen Situationen und Kulturen Rechnung tragen, aber zugleich
die Einheit des Glaubens und die Treue zur katholischen Lehre wahren«.
(446)
Die von den Diözesanbischöfen oder von den Bischofskonferenzen
(447) erstellten oder approbierten örtlichen Katechismen sind unschätzbare
Werkzeuge für die Katechese, »welche die Kraft des Evangeliums ins
Herz der Kultur und der Kulturen einpflanzen soll«. (448) Aus diesem Grund
entschloß sich Johannes Paul II., »die Bischofskonferenzen der ganzen
Welt zu ermutigen und dazu aufzurufen, daß sie mit Geduld, aber fest
entschlossen, die anspruchsvolle Arbeit in Angriff nehmen, in Übereinstimmung
mit dem Apostolischen Stuhl gute Katechismen zu schaffen, die getreu die
wesentlichen Inhalte der Offenbarung darlegen, methodisch der heutigen Zeit
entsprechen und so in der Lage sind, die christlichen Generationen der Zukunft
zu einem kraftvollen Glauben zu erziehen«. (449)
Durch die örtlichen Katechismen aktualisiert die Kirche die »göttliche
Erziehungskunst«, (450) deren sich Gott in der Offenbarung bediente, indem
er seine Redeweise vorsorglich unserer Natur anpaßte. (451) In den örtlichen
Katechismen teilt die Kirche das Evangelium in einer dem Menschen verständlichen
Form mit, auf daß dieser es wirklich als gute Nachricht vom Heil, als Frohbotschaft,
wahrnehmen kann. Die örtlichen Katechismen werden so zu einem
greifbaren Ausdruck der »wunderbaren Herablassung« (452) Gottes und
seiner »unsagbaren« (453) Liebe zur Welt.
Das literarische Genus eines örtlichen Katechismus
132. Drei Haupteigenschaften charakterisieren jeden Katechismus, den sich
eine Ortskirche zu eigen gemacht hat: sein offizieller Charakter, die
grundlegende organische Zusammenfassung des Glaubens, die er vorlegt, und der
Umstand, daß er, zusammen mit der Heiligen Schrift, als Bezugspunkt für
die Katechese angeboten wird.
Der örtliche Katechismus ist in der Tat ein offizieller Text der
Kirche. Er macht gewissermaßen die »Überreichung des Symbolums«
und die »Überreichung des Vaterunsers« an die Katechumenen und
die Taufanwärter sichtbar und ist damit Ausdruck eines Aktes der Überlieferung.
Der offizielle Charakter des örtlichen Katechismus bringt eine
qualitative Unterscheidung von den anderen in der katechetischen Pädagogik
nützlichen Arbeitsmitteln mit sich (didaktische Texte, nicht offizielle
Katechismen, Handbücher für die Katecheten...).
Zudem ist jeder Katechismus ein grundlegender und zusammenfassender
Text, in dem die Hauptereignisse und Grundwahrheiten des christlichen Mysteriums
organisch und unter Berücksichtigung der »Hierarchie der Wahrheiten«
dargeboten werden.
Der örtliche Katechismus stellt in seinem organischen Charakter
eine Ganzheit aus den »Dokumenten der Offenbarung und der christlichen Überlieferung«
dar, (454) die in der reichen Vielfalt von »Sprachen«, in denen sich
das Wort Gottes ausdrückt, dargeboten werden.
Der örtliche Katechismus bietet sich schließlich als Bezugspunkt
an, der die Katechese inspiriert. Die Heilige Schrift und der Katechismus sind
bei der Erteilung der Katechese die beiden grundlegenden Lehrdokumente, die
stets zuhanden sein sollen. Obwohl beide erstrangige Arbeitsbehelfe sind, sind
sie doch nicht die einzigen, denn es sind noch andere, direktere
Arbeitsinstrumente notwendig. (455) Man darf sich daher mit Recht fragen, ob ein
offizieller Katechismus pädagogische Elemente enthalten oder sich im
Gegenteil darauf beschränken soll, bloß eine Synthese des Lehrstoffes
zu sein, indem er lediglich die Quellen anbietet.
Da der Katechismus ein Werkzeug für den katechetischen Akt darstellt,
der ein Kommunikationsakt ist, entspricht er in jedem Fall einer gewissen pädagogischen
Inspiration und muß innerhalb seines Genus stets die göttliche
Erziehungsweisheit durchschimmern lassen.
Für ausgesprochene Fragen der Methodik eignen sich für gewöhnlich
andere Arbeitsbehelfe besser.
Die Aspekte der Anpassung in einem örtlichen Katechismus (456)
133. Der Katechismus der Katholischen Kirche gibt an, welche Aspekte jeder örtliche
Katechismus bei der Anpassung und Einbettung [in das jeweilige soziokulturelle
Umfeld] der organischen Synthese des Glaubens berücksichtigen muß.
Diese Glaubenssynthese muß die Anpassungen vornehmen, »welche die
Unterschiede in den Kulturen, Lebensphasen, im geistlichen Leben, in den
gesellschaftlichen und kirchlichen Situationen der Adressaten erfordern«.
(457) Auch das II. Vatikanische Konzil bejaht nachdrücklich die
Notwendigkeit, die Darbietung der Botschaft des Evangeliums anzupassen: »Diese...
angepaßte Verkündigung des geoffenbarten Wortes muß ein Gesetz
aller Evangelisation bleiben«. (458) Darum gilt:
Ein örtlicher Katechismus muß beim Vorlegen der
Glaubenssynthese auf die konkrete Kultur Bezug nehmen, in der die Katechumenen
und Glaubensschüler leben. Er wird deshalb alle »originellen
Ausdrucksformen christlichen Lebens, Feierns und Denkens« (459) sich zu
eigen machen, die aus der eigenen Kulturtradition hervorgegangen und Furcht der
Arbeit und der Inkulturation der Ortskirche sind.
Ein örtlicher Katechismus, der sich an den Grundsatz »der
Treue zu Gott und der Treue zum Menschen« hält, (460) stellt das
christliche Mysterium sinnvoll und der Denkweise und seelischen Verfaßtheit
der Altersstufe des konkreten Adressaten nahekommend dar und folglich in klarer
Bezugnahme auf dessen grundlegende Lebenserfahrungen. (461)
Insbesondere ist auf die konkrete Form zu achten, in der das Religiöse
in einer bestimmten Gesellschaft gelebt wird. Es ist nicht dasselbe, ob man
einen Katechismus für ein von religiöser Gleichgültigkeit geprägtes
Milieu abfaßt, oder für ein anderes, dessen Umfeld tief religiös
ist. (462) Das Verhältnis »Glaube Wissen« ist in jedem
Katechismus sehr sorgfältig zu behandeln.
Die Problematik des gesellschaftlich-sozialen Umfeldes ist,
wenigstens was die tieferen strukturellen (wirtschaftlichen, politischen, familiären...)
Elemente betrifft, ein wichtiger Faktor, um den Katechismus in eben diesem
Umfeld einzubetten. Indem er sich von der Soziallehre der Kirche inspirieren läßt,
wird der Katechismus Kriterien, Beweggründe und Leitlinien zum Handeln
anbieten, die die christliche Präsenz inmitten dieser Problematik
erhellen.(463)
Schließlich ist die konkrete kirchliche Situation, in der die
Teilkirche lebt, vor allem der gegebene Rahmen, auf den sich der Katechismus
beziehen muß. Selbstverständlich nicht die konjunkturellen oder
Sondersituationen, derer sich andere lehramtliche Dokumente annehmen, sondern
der ständige Zustand, der eine Evangelisierung mit spezifischeren und
bestimmteren Akzenten erfordert.(464)
Die Kreativität der Ortskirchen bei der Erstellung der
Katechismen
134. Bei der Aufgabe, die Botschaft des Evangeliums durch die Katechismen in
das jeweilige Umfeld einzubetten, zu inkulturieren und ihre Formulierung an die
verschiedenen Altersstufen, Situationen und Kulturen anzupassen, bedürfen
die Ortskirchen einer sicheren und reifen Kreativität. Von dem der Kirche
anvertrauten depositum fidei [Glaubensgut, Glaubenserbe] müssen die
Ortskirchen unter der Leitung des Heiligen Geistes, des inneren Lehrers, all
jene Elemente auswählen, gliedern und ausdrücken, mit denen das
Evangelium in einer bestimmten Situation authentisch und vollständig
weiterzugeben ist.
Bei dieser schwierigen Aufgabe ist der Katechismus der Katholischen Kirche »Bezugspunkt«,
um die Einheit des Glaubens zu gewährleisten. Das vorliegende Allgemeine
Direktorium für die Katechese bietet seinerseits die grundlegenden
Kriterien, an denen sich die Darbietung der christlichen Botschaft orientieren
soll.
135. In bezug auf die Ausarbeitung der örtlichen Katechismen ist an
folgendes zu erinnern:
Vor allem geht es darum, entsprechend angepaßte und
inkulturierte echte Katechismen auszuarbeiten. In diesem Sinn gilt es zu
unterscheiden zwischen einem Katechismus, der die christliche Botschaft an die
verschiedenen Altersstufen, Situationen und Kulturen anpaßt, und einer bloßen
Zusammenfassung des Katechismus der Katholischen Kirche als eines Werkzeugs zur
Einführung in dessen Studium. Es handelt sich um zwei verschiedene Genera.
(465)
Die örtlichen Katechismen können diözesanen,
regionalen oder nationalen Charakter haben. (466)
Was Aufbau und Gliederung der Inhalte betrifft, so veröffentlichen
die verschiedenen Episkopate Katechismen in verschiedener Gliederung und
Gestalt. Wie schon gesagt, wurde der Katechismus der Katholischen Kirche als
Bezugspunkt für die Lehre vorgelegt, aber man will damit nicht der ganzen
Kirche eine bestimmte Gestalt des Katechismus vorschreiben. So gibt es
Katechismen mit einer trinitarischen Struktur, andere sind entsprechend den
Etappen des Heils aufgebaut, andere auf der Grundlage eines reichhaltigen
biblischen und theologischen Themas (Bund, Reich Gottes usw.), andere
nach der Dimension des Glaubens, wieder andere folgen dem liturgischen Jahr.
Was die Art und Weise betrifft, wie die Botschaft des Evangeliums zum
Ausdruck gebracht wird, so wirkt sich die Kreativität eines Katechismus
auch auf die Formulierung des Inhaltes aus. (467) Selbstverständlich muß
sich ein Katechismus in seiner Methode, den Lehrgehalt der christlichen
Botschaft auszudrücken, treu an das Glaubensgut halten. »Die wahrhaft
eingewurzelten Teilkirchen, die sich sozusagen verschmolzen haben mit den
Menschen, aber auch mit den Wünschen, Reichtümern und Grenzen, mit der
Art zu beten, zu lieben, Leben und Welt zu betrachten, wie sie für eine
bestimmte Menschengruppe charakteristisch sind, haben die Aufgabe, das
Wesentliche der Botschaft des Evangeliums sich tief zu eigen zu machen und es
ohne den geringsten Verrat an seiner wesentlichen Wahrheit in eine Sprache zu übersetzen,
die diese Menschen verstehen, um es dann in dieser Sprache zu verkünden«.
(468) Bei dieser heiklen Aufgabe sollte man sich an den vom II. Vatikanischen
Konzil empfohlenen Grundsatz halten: »Immer nach einer geeigneteren Weise
zu suchen, die Lehre des Glaubens den Menschen ihrer Zeit zu vermitteln. Denn
die Glaubenshinterlage selbst, das heißt die Glaubenswahrheiten, darf
nicht verwechselt werden mit ihrer Aussageweise, auch wenn diese immer den
selben Sinn und Inhalt meint«.(469)
Der Katechismus der Katholischen Kirche und die örtlichen
Katechismen: die Symphonie des Glaubens
136. Der Katechismus der Katholischen Kirche und die örtlichen
Katechismen bilden, natürlich je nach ihrer spezifischen Autorität,
eine Einheit. Sie sind konkreter Ausdruck der »Einheit im gleichen
apostolischen Glauben« (470) und zugleich der reichen Vielfalt in der
Formulierung des gleichen Glaubens.
Der Katechismus der Katholischen Kirche und die örtlichen Katechismen,
die dem, der ihre Harmonie betrachtet, als ein Ganzes erscheinen, bringen die
Symphonie des Glaubens zum Ausdruck: allem voran eine Symphonie innerhalb des
Katechismus der Katholischen Kirche selbst, der in Zusammenarbeit des ganzen
Episkopats der katholischen Kirche ausgearbeitet wurde; und dann eine auf ihm
beruhende und sich in den örtlichen Katechismen äußernde
Symphonie. Diese »Symphonie« dieser »Chor aller Stimmen
der gesamten Kirche» (471) , wie sie in den örtlichen
Katechismen, die sich an den Katechismus der Katholischen Kirche halten,
erklingt, hat eine wichtige theologische Bedeutung:
In ihr offenbart sich vor allem die Katholizität der Kirche. Der
kulturelle Reichtum der Völker fügt sich in den Ausdruck des Glaubens
der einen Kirche ein.
Der Katechismus der Katholischen Kirche und die örtlichen
Katechismen offenbaren auch die kirchliche Gemeinschaft: das »Bekenntnis
ein und desselben... Glaubens« (472) ist eines ihrer sichtbaren Bande. Die
Teilkirchen, »in denen und aus denen die eine und einzige katholische
Kirche besteht«, (473) bilden mit dem Ganzen, mit der Gesamtkirche, »eine
besondere Beziehung wechselseitigen Innewohnens«. (474) Die Einheit
zwischen dem Katechismus der Katholischen Kirche und den örtlichen
Katechismen macht diese Gemeinschaft sichtbar.
Der Katechismus der Katholischen Kirche und die örtlichen
Katechismen drücken ganz offensichtlich auch die bischöfliche
Kollegialität aus. Die Bischöfe, ein jeder in seiner Diözese und
alle gemeinsam als Kollegium, haben, in Gemeinschaft mit dem Nachfolger Petri,
die höchste Verantwortung für die Katechese in der Kirche. (475)
Wegen ihrer tiefen Einheit und reichen Vielfalt sind der Katechismus der
Katholischen Kirche und die örtlichen Katechismen dazu berufen, der
Sauerteig der Erneurerung der Katechese in der Kirche zu sein. Wenn die Kirche
sie mit katholisch-universalem Blick betrachtet, kann sie, die ganze
Gemeinschaft der Jünger Christi, in Wahrheit sagen: »Das ist unser
Glaube, das ist der Glaube der Kirche«.
DRITTER TEIL DIE PÄDAGOGIK DES GLAUBENS
»Ich war es, der Efraim gehen lehrte, ich nahm ihn auf meine
Arme... Mit menschlichen Fesseln zog ich sie an mich, mit den Ketten der Liebe.
Ich war für sie da wie die (Eltern), die den Säugling an ihre Wangen
heben. Ich neigte mich ihm zu und gab ihm zu essen« (Hos 11,3-4).
»Als er mit seinen Begleitern und den Zwölf allein war,
fragten sie ihn nach dem Sinn seiner Gleichnisse. Da sagte er zu ihnen: Euch ist
das Geheimnis des Reiches Gottes anvertraut... Seinen Jüngern erklärte
er alles, wenn er mit ihnen allein war« (Mk 4,10-11.34).
»Nur einer ist euer Lehrer, Christus« (Mt
23,10)
137. Jesus hat für die Formung der Apostel, die er ausgesandt hat,
umsichtig gesorgt. Er hat sich ihnen als den einzigen Lehrer und zugleich als
geduldigen und treuen Freund hingestellt,(1) hat durch sein ganzes Leben(2) eine
wirkliche Lehrtätigkeit ausgeübt; indem er mit passenden Fragen ihr
Interesse weckte,(3 )hat er ihnen das, was er der Menge verkündigte,
eingehender erklärt;(4 )er hat sie ins Gebet eingeführt,(5)sie dazu
angehalten, eine missionarische Lehrzeit zu machen;(6) er hat ihnen den Geist
seines Vaters zuerst verheißen und dann gesandt, damit er sie in die ganze
Wahrheit einführe(7) und sie in den unvermeidlichen schwierigen
Augenblicken stärke.(8) Jesus Christus ist »der Meister, der den
Menschen offenbart, wer Gott ist, und auch, wer der Mensch ist...; der Meister,
der rettet, heiligt und führt, der lebt, spricht, aufrüttelt und erschüttert,
zurechtweist, richtet und verzeiht, der täglich den Weg durch die
Geschichte mit uns geht...; der Meister, der kommt und kommen wird in
Herrlichkeit«.(9) In Jesus, dem Herrn und Meister, findet die Kirche die
transzendente Gnade, die dauernde Inspiration, das überzeugende Vorbild für
alle Glaubensvermittlung.
Bedeutung und Zielsetzung dieses Teiles
138. In der Schule des Meisters Jesus verbindet der Katechet sein Wirken als
verantwortliche Person eng mit dem geheimnisvollen Wirken der Gnade Gottes. Die
Katechese ist somit Ausübung einer »originalen Glaubenspädagogik«.(10)
Die Weitergabe des Evangeliums durch die Kirche bleibt vor allem und immer
Werk des Heiligen Geistes und hat in der Offenbarung das fundamentale Zeugnis
und die Grundnorm (Kapitel 1).
Aber der Geist benützt Menschen, welche den Auftrag zur Verkündigung
des Evangeliums erhalten und ihre menschlichen Kompetenzen und Erfahrungen in
die Glaubenspädagogik einbringen.
Daraus entspringen eine Reihe von Fragen, die in der Geschichte der
Katechese ausführlich behandelt wurden: die Frage nach der Katechese
selbst, nach den Quellen, den Methoden, den Adressaten, dem Inkulturationsprozeß.
Im zweiten Kapitel nimmt man sich nicht vor, diese Fragen erschöpfend
zu behandeln, sondern es werden bloß jene Punkte dargelegt, die für
die ganze Kirche besonders wichtig erscheinen. Es wird Sache der verschiedenen
Verantwortlichen und anderer Arbeitsinstrumente der einzelnen Kirchen sein, sich
den spezifischen Problemen auf passende Weise zu stellen.
KAPITEL I Die Erziehungskunst Gottes, Quelle
und Vorbild der Pädagogik des Glaubens(11)
Die Erziehungskunst Gottes
139. »Gott behandelt euch wie Söhne. Denn wo ist ein Sohn, den der
Vater nicht züchtigt?» (Hebr 12,7). Das Heil des Menschen,
welches das Ziel der Offenbarung ist, erweist sich als Frucht auch einer
eigenartigen und wirksamen »Erziehungskunst Gottes« im Lauf der
Geschichte. In Analogie zu den menschlichen Bräuchen und in Entsprechung zu
den jeweiligen kulturellen Kategorien wird Gott in der Schrift als ein
barmherziger Vater, ein Meister, ein Weiser(12) gesehen, der den Menschen
den einzelnen und die Gemeinschaft in der Situation annimmt, in der er
sich befindet, ihn von den Banden des Bösen befreit, ihn durch Bande der
Liebe an sich zieht, ihn Schritt für Schritt geduldig zu einem freien,
treuen und seinem Wort gehorchenden Sohn heranreifen läßt. Als
genialer und weitblickender Erzieher macht Gott zu diesem Zweck die
Lebensschicksale seines Volkes zu Lektionen der Weisheit,(13) indem er sich an
die verschiedenen Altersstufen und Lebenssituationen anpaßt. Er vermittelt
ihm Worte der Belehrung und Katechese, die von Generation zu Generation
weitergegeben werden,(14) ermahnt, indem er Belohnung verspricht oder Strafe
androht, und macht selbst Prüfungen und Leiden zu Bildungsmitteln.(15) In
der Tat, einen Menschen Gott begegnen lassen, was ja Aufgabe des Katecheten ist,
heißt die Beziehung Gottes zum Menschen ins Zentrum stellen, sich zu eigen
machen und sich von ihm leiten lassen.
Die Pädagogik Christi
140. Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott der Menschheit seinen Sohn,
Jesus Christus. Er hat das große Geschenk des Heils in die Welt gebracht,
indem er seine Sendung als Erlöser in einem Vorgehen vollzog, das die »Erziehungskunst
Gottes« mit der dem Neuen seiner Person innewohnenden Vollkommenheit und
Wirksamkeit fortsetzte. Anhand seiner Worte, Zeichen und Werke während
seines ganzen kurzen, aber intensiven Lebens haben die Jünger die Grundzüge
der »Pädagogik Jesu» kennengelernt, auf die sie dann in den
Evangelien hinwiesen: die Annahme des anderen Menschen, insbesondere des Armen,
Kleinen, Sünders als einer von Gott geliebten und gesuchten Person; die
freimütige Verkündigung des Reiches Gottes als gute Nachricht von der
Wahrheit und dem Trost des Vaters; ein zarter und starker Stil der Liebe, die
vom Bösen befreit und das Leben fördert; die dringende Aufforderung zu
einem Verhalten, das vom Glauben an Gott, von der Hoffnung auf das Reich und von
der Liebe zum Nächsten getragen ist; der Einsatz aller Möglichkeiten
der interpersonalen Kommunikation, wie des Wortes, des Schweigens, der Metapher,
des Bildes, des Beispiels, so vieler verschiedener Zeichen, wie sie die
biblischen Propheten zur Hand hatten. Mit der Aufforderung an die Jünger,
ihm total und ohne Bedauern zu folgen,(16) übergibt ihnen Christus seine
Glaubenspädagogik als volle Teilhabe an seiner Sache und seinem Schicksal.
Die Pädagogik der Kirche
141. Von Anfang an hat die Kirche, die »in Christus gleichsam ein
Sakrament«(17) ist, ihre Sendung als sichtbare und gegenwartsbezogene
Weiterführung der Erziehungskunst des Vaters und des Sohnes gelebt. »Als
unsere Mutter ist sie auch unsere Erzieherin im Glauben«.(18)
Das sind die tiefen Gründe, weshalb die christliche Gemeinde in sich
selbst lebendige Katechese ist. Durch das, was sie ist, verkündet und
feiert, bewirkt und bleibt sie stets der lebenswichtige und unerläßliche
Hauptort der Katechese.
Die Kirche hat im Lauf der Jahrhunderte einen unvergleichlichen Reichtum an
Glaubenspädagogik hervorgebracht: vor allem das Zeugnis heiligmäßiger
Katecheten und Katechetinnen. Eine Vielfalt origineller Weisen und Formen religiöser
Kommunikation wie der Katechumenat, die Katechismen, die Anleitungen zu einem
christlichen Leben; ein kostbares Erbe an katechetischer Unterweisung, an
Glaubenskultur, an katechetischen Einrichtungen und Diensten. Alle diese Aspekte
machen die Geschichte der Katechese aus und gehen mit Recht in das Gedächtnis
der Gemeinde und in die Praxis des Katecheten ein.
Die göttliche Erziehungskunst, Wirken des Heiligen Geistes in
jedem Christen
142. »Wohl dem Mann, den du, Herr, erziehst, den du mit deiner
Weisung belehrst« (Ps 94,12). In der Schule des Gotteswortes,
das in der Kirche aufgenommen wird, nimmt der Jünger dank der Gabe des von
Christus gesandten Heiligen Geistes wie sein Meister zu »an Weisheit, Alter
und Wohlgefallen bei Gott und den Menschen« (Lk 2,52) und erfährt
Hilfe, um in sich die erhaltene »göttliche Erziehung« durch die
Katechese und durch die Mittel des Wissens und der Erfahrung zur Entfaltung zu
bringen.(19) Indem er auf diese Weise das Heilsmysterium immer besser
kennenlernt, Gott den Vater anbeten lernt und »sich, von der Liebe
geleitet, an die Wahrheit hält«, sucht er »ihm, der das Haupt
ist, Christus, in allem entgegenzuwachsen« (Eph 4,15).Man kann die
Erziehungskunst Gottes dann für vollendet halten, wenn der Jünger zum
vollkommenen Menschen wird und Christus in seiner vollendeten Gestalt darstellt
(vgl. Eph
4,13). Deshalb kann man nicht Glaubenslehrer und Glaubenserzieher für
andere sein, wenn man nicht selber überzeugter und treuer Jünger
Christi in seiner Kirche ist.
Göttliche Erziehungskunst und Katechese
143. Als Vermittlerin der göttlichen Offenbarung inspiriert sich die
Katechese von Grund auf an der Erziehungsweisheit Gottes, wie sie sich in
Christus und der Kirche entfaltet, nimmt ihre wesentlichen Züge an und
erstellt von ihr unter der Leitung des Heiligen Geistes eine weise Synthese,
womit sie eine echte Glaubenserfahrung, eine kindliche Begegnung mit Gott begünstigt.
Auf diese Weise gilt von der Katechese:
Sie ist eine Pädagogik, die sich in den »Heilsdialog»
zwischen Gott und dem Menschen einfügt und in seinem Dienst steht, da sie
die universale Bestimmung dieses Heils gebührend hervorhebt; was Gott
angeht, so betont sie die göttliche Initiative, die liebende Motivierung,
die Ungeschuldetheit, die Achtung der Freiheit; was den Menschen angeht, so
verdeutlicht sie die Würde des erhaltenen Geschenkes und das Bedürfnis,
ständig in ihm zu wachsen;(20)
sie akzeptiert das Prinzip der fortschreitenden Entfaltung der
Offenbarung, die Transzendenz und den geheimnisvollen Charakter des Wortes
Gottes sowie seine Anpassung an die verschiedenen Personen und Kulturen;
sie anerkennt die zentrale Stellung Jesu Christi, des
menschgewordenen Wortes Gottes, welche die Katechese zur »Pädagogik
der Inkarnation« bestimmt, weshalb das Evangelium stets durch das Leben und
im Leben der Menschen vorzulegen ist;
sie bringt die gemeinschaftliche Glaubenserfahrung, die dem
Gottesvolk, der Kirche, eignet, zur Geltung;
sie wurzelt in der interpersonalen Beziehung und macht sich den Prozeß
des Dialogs zu eigen; sie bedient sich pädagogisch der Zeichen, in
denen Taten und Worte, Belehrung und Erfahrung miteinander verknüpft
sind;(21)
da die Liebe Gottes der letzte Grund seiner Offenbarung ist, bezieht
die Katechese aus der unerschöpflichen göttlichen Liebe, dem Heiligen
Geist, ihre Wahrheitskraft und das ständige Bemühen, von ihr Zeugnis
zu geben.(22)
Die Katechese gestaltet sich als Lehrvorgang oder Anleitung oder Weg im
Geist zum Vater in der Nachfolge des Christus des Evangeliums. Dieser Weg wird
unternommen, um »in dem Maß, wie Christus es geschenkt hat« (Eph
4,7), und entsprechend den Möglichkeiten und Bedürfnissen eines
jeden zur Glaubensreife zu gelangen.
Ursprüngliche Pädagogik des Glaubens(23)
144. Die Katechese, die also aktive Glaubenspädagogik ist, darf sich
beim Vollzug ihrer Aufgaben nicht von ideologischen Erwägungen oder rein
menschlichen Interessen leiten lassen;(24) sie verwechselt das Heilshandeln
Gottes, das reine Gnade ist, nicht mit dem pädagogischen Handeln des
Menschen, stellt sich ihm aber auch nicht entgegen und verzichtet nicht darauf.
Der Dialog, den Gott liebevoll mit jedem Menschen führt, wird zu ihrer
Inspiration und Richtlinie; die Katechese wird zu seinem unermüdlichen »Echo«,
indem sie ständig nach dem Dialog mit den Menschen sucht, den großen
Leitlinien entsprechend, die vom Lehramt der Kirche angeboten werden.(25)
Genaue Zielsetzungen, die ihre Optionen hinsichtlich der Methoden
inspirieren, sind:
Förderung einer fortschreitenden und kohärenten Synthese
zwischen der vollen Verbundenheit des Menschen mit Gott (fides qua) und
den Inhalten der christlichen Botschaft (fides quae);
Entfaltung sämtlicher Dimensionen des Glaubens, damit dieser zu
einem Glauben wird, den man kennt, feiert, lebt, betet;(26)
Ansporn des Menschen, »sich Gott als ganzer in Freiheit zu überantworten«,(27)
das heißt seinen Verstand, seinen Willen, sein Herz, sein Gedächtnis;
Hilfe an den Menschen, die Berufung, zu der ihn der Herr gerufen hat,
wahrzunehmen.
Die Katechese leistet somit ein Werk der Initiation, der Erziehung und der
Belehrung zugleich.
Treue zu Gott und Treue zum Menschen(28)
145. Jesus Christus ist die lebendige, vollkommene Beziehung Gottes zum
Menschen und des Menschen zu Gott. Von ihm erhält die Glaubenspädagogik
einen »für das ganze Leben der Kirche und somit auch für
die Katechese fundamentalen Grundsatz«: den Grundsatz »der
Treue zu Gott und der Treue zum Menschen aus derselben Haltung der Liebe«.(29)
Folglich wird jene Katechese echt sein, die das Wirken Gottes während
des ganzen Bildungsweges wahrzunehmen hilft, indem sie eine Atmosphäre des
Hörens, der Danksagung und des Gebetes begünstigt(30) und zugleich auf
die freie Antwort der Menschen dadurch abzielt, daß sie die aktive
Beteiligung der Glaubensschüler fördert.
Die »Herablassung«(31) Gottes, Schule für
den Menschen
146. In dem Willen, zu den Menschen als zu Freunden zu sprechen,(32) erweist
Gott seine Erziehungskunst insbesondere darin, daß er seine Rede fürsorglich
auf unseren irdischen Zustand abstimmt.(33)
Das bringt für die Katechese die nie abgeschlossene Aufgabe mit sich,
eine Sprache zu finden, die imstande ist, in den ganz unterschiedlichen Verhältnissen
der Zuhörer(34) das Gotteswort und das von ihm abgeleitete Credo der Kirche
mitzuteilen und dabei an der Gewißheit festzuhalten, daß das durch
Gottes Gnade möglich ist und daß der Heilige Geist die Freude
schenkt, es tatsächlich zu tun.
Für die Katechese eignen sich deshalb Hinweise, die es ermöglichen,
die Gesamtheit des Wortes Gottes dem Herzen der Menschen in ihrer Existenz zu
vermitteln.(35)
Durch Erziehung evangelisieren und durch Evangelisierung erziehen(36)
147. Während er sich dauernd von der Glaubenspädagogik inspirieren
läßt, gestaltet der Katechet seinen Dienst als qualifizierten
Erziehungsweg, das heißt, er hilft einerseits dem Menschen, sich der
religiösen Lebensdimension zu öffnen, und legt ihm andererseits das
Evangelium so vor, daß es die von Verstand, Bewußtsein, Freiheit und
Handeln bestimmten Abläufe durchdringt und verändert, um nach dem
Vorbild Jesu Christi das Dasein zu einer Selbsthingabe zu machen.
Zu diesem Zweck macht sich der Katechet mit dem Beitrag der christlich
verstandenen Erziehungswissenschaften bekannt und bedient sich seiner.
II. KAPITEL
Elemente der Methodik
Die Verschiedenheit der Methoden in der Katechese (37)
148. Die Kirche hat bei der Glaubensvermittlung an und für sich weder
eine eigene noch eine einzige Methode, sondern sie besieht im Licht der
Erziehungskunst Gottes die zeitgenössischen Methoden und übernimmt in
Geistesfreiheit, »was immer wahrhaft, edel, recht, was lauter, liebenswert,
ansprechend ist, was Tugend heißt und lobenswert ist« (Phil 4,8),
kurz, alle Elemente, die zum Evangelium nicht im Gegensatz stehen, und stellt
sie in dessen Dienst. Das findet eine wunderbare Bestätigung in der
Geschichte der Kirche, in der so viele Charismen im Dienst am Wort
unterschiedliche Methoden hervorgebracht haben. In diesem Sinn ist »die
Vielfalt der Methoden ein Zeichen der Lebendigkeit und ein Reichtum« und
zugleich ein Erweis des Respekts gegenüber den Adressaten der Katechese.
Erfordert wird diese Vielfalt vom »Alter und der geistigen Entwicklung der
Christen, vom Grad ihrer kirchlichen und religiösen Reife und von vielen
anderen persönlichen Umständen«.(38)
Die katechetische Methode hat die Erziehung zum Glauben zum eigentlichen
Ziel; man bedient sich für die Katechese der Erziehungs- und der
Kommunikationswissenschaften und berücksichtigt die zahlreichen
bemerkenswerten Erkenntnisse und Einsichten der modernen Katechetik.
Die Beziehung von Inhalt und Methode in der Katechese(39)
149. Der Grundsatz von »der Treue zu Gott und der Treue zum Menschen«
läßt jede Gegensätzlichkeit oder künstliche Trennung oder
angebliche Neutralität von Methode und Inhalt vermeiden und spricht sich
vielmehr für ihre notwendige Wechselbeziehung und Wechselwirkung aus. Der
Katechet anerkennt, daß die Methode im Dienst der Offenbarung und der
Bekehrung(40) steht und daß man sich deshalb ihrer bedienen muß.
Andererseits weiß der Katechet, daß es in bezug auf den Inhalt der
Katechese nicht gleichgültig ist, welcher Methode man sich bedient, sondern
daß die Vermittlung ein Vorgehen erfordert, das dem Wesen der Botschaft,
ihren Quellen und Redeweisen, den konkreten Umständen der kirchlichen
Gemeinschaft und der Situation der einzelnen Gläubigen entspricht, an die
sich die Katechese richtet.
Wegen der Bedeutung, die ihnen sowohl in der Tradition wie in der gegenwärtigen
Situation der Katechese zukommt, sind zu erwähnen: die Methode der Annäherung
an die Bibel;(41) die Methode oder »Pädagogik des Dokumentes«,
inbesondere des Glaubensbekenntnisses oder Symbolums, insofern »die
Katechese Weitergabe der Glaubensdokumente«(42) ist; die Methode der
liturgischen und kirchlichen Zeichen; die den Massenmedien eigene Methode.
Eine gute katechetische Methode bietet Gewähr für die Treue zum
Inhalt.
Induktive und deduktive Methode(43)
150. Die Glaubensmitteilung in der Katechese ist ein gnadenhaftes Geschehen,
das die Begegnung des Wortes Gottes mit der Erfahrung des Menschen zustande
kommt, sich durch sinnenfällige Zeichen äußert und sich
letztlich dem Geheimnis öffnet. Sie kann auf verschiedenen Wegen geschehen,
die uns nicht immer vollständig bekannt sind.
In Beachtung der Geschichte der Katechese spricht man heute allgemein von
induktivem und deduktivem Verfahren. Die induktive Methode besteht in der
Darbietung von Fakten (biblischen Ereignissen, liturgischen Handlungen,
Ereignissen aus dem Leben der Kirche und aus dem Alltagsleben...), um
herauszufinden, welche Bedeutung sie in der göttlichen Offenbarung haben können.
Dieser Weg bietet viele Vorteile, denn er entspricht der Offenbarungsordnung
oder »Heilsökonomie«; er entspricht dem tiefen Angewiesensein des
menschlichen Geistes darauf, durch Sichtbares zur Erkenntnis von Unsichtbarem zu
gelangen, und er entspricht auch den Wesensmerkmalen der Glaubenserkenntnis, die
Erkenntnis durch Zeichen ist.
Die induktive Methode schließt die deduktive nicht aus, sondern
erfordert sie, denn sie erklärt und beschreibt, von ihren Ursachen
ausgehend, die Gegebenheiten. Aber die deduktive Synthese hat ihren vollen Wert
erst dann, wenn der induktive Prozeß vollzogen worden ist.(44)
151. Anders verhält es sich in bezug auf die Bedeutung von operativen
Verfahren: eines wird auch »kerygmatisch« (oder absteigend)
genannt, wenn es von der Verkündigung der Botschaft ausgeht, wie sie in den
Hauptdokumenten des Glaubens (Bibel, Liturgie, Glaubenslehre...) zum Ausdruck
kommt, und sie auf das Leben anwendet; das andere wird »existentiell«
(oder aufsteigend) genannt, wenn es bei menschlichen Problemen und
Situationen ansetzt und sie mit dem Licht des Gotteswortes beleuchtet. An und für
sich sind das legitime Ansätze, wenn dabei alle Faktoren beachtet werden,
die mit im Spiel sind: das Geheimnis der Gnade und die menschliche Gegebenheit,
das Glaubensverständnis und der Prozeß der Vernünftigkeit.
Die menschliche Erfahrung in der Katechese(45)
152. Die Erfahrung erfüllt in der Katechese verschiedene Funktionen,
weshalb sie unablässig gebührend ausgewertet werden muß.
a) Sie läßt im Menschen Interessen, Fragen, Hoffnungen
und Ängste, Überlegungen und Urteile entstehen, die sich zu einem
gewissen Verlangen nach Umgestaltung des Daseins vereinen. Aufgabe der Katechese
ist es, die Menschen auf ihre wichtigsten Erfahrungen aufmerksam zu machen,
ihnen zu helfen, die Fragen und die Bedürfnisse, die sich daraus ergeben,
im Licht des Evangeliums zu beurteilen, und sie zu einer Neuausrichtung des
Lebens zu erziehen. Auf diese Weise wird der Mensch befähigt, sich
angesichts der Gabe Gottes aktiv und verantwortlich zu verhalten.
b) Die Erfahrung begünstigt die Verständlichkeit der
christlichen Botschaft. Dem entsprach trefflich das Handeln Jesu, der
menschliche Erfahrungen und Situationen aufgriff, um auf eschatologische und
transzendente Wirklichkeiten und zugleich darauf hinzuweisen, welche Haltung
diesen Wirklichkeiten gegenüber eingenommen werden soll. Von daher gesehen
ist die Erfahrung eine nützliche Vermittlung, um die Wahrheiten, die den
objektiven Offenbarungsinhalt bilden, zu erforschen und sich anzueignen.
c) Die genannten Funktionen sind ein Hinweis darauf, daß die
vom Glauben übernommene Erfahrung gewissermaßen zum Bereich der
Heilsoffenbarung und Heilsverwirklichung wird, wo Gott, der Pädagogik der
Inkarnation entsprechend, den Menschen mit seiner Gnade einholt und rettet. Der
Katechet muß dem Menschen helfen, das Erlebte in dieser Sicht zu deuten,
um die Einladung des Heiligen Geistes zur Umkehr, zum tätigen Einsatz, zur
Hoffnung zu erfassen und so immer mehr im eigenen Leben Gottes Plan zu
entdecken.
153. Die Erfahrung mit der Gegebenheit des Glaubens zu erhellen und zu
deuten, wird eine Daueraufgabe der katechetischen Pädagogik sein, die zwar
schwierig zu erfüllen ist, aber nicht vernachlässigt werden darf, da
man sonst in künstliche Nebeneinanderstellungen oder in integristische
Wahrheitsverständnisse gerät.
Ermöglicht wird diese Aufgabe durch eine korrekte Anwendung der
Wechselbeziehung bzw. Wechselwirkung zwischen tiefen menschlichen
Erfahrungen(46) und geoffenbarter Botschaft. Und wie ausgiebig zeugen davon die
Verkündigung der Propheten, die Rede Christi und die Lehrtätigkeit der
Apostel, die deshalb das grundlegende und maßgebende Kriterium für
jede Begegnung zwischen Glaube und menschlicher Erfahrung in der Zeit der Kirche
darstellen.
Die gedächtnismäßige Einprägung in der
Katechese(47)
154. Die Katechese gehört zu jenem »Gedächtnis« der
Kirche, das die Gegenwart des Herrn unter uns lebendig erhält.(48) Das
Festhalten im Gedächtnis bildet darum seit den Anfangszeiten des
Christentums einen wesentlichen Aspekt der Glaubenspädagogik. Um die
Gefahren eines mechanischen Auswendiglernens zu bannen, muß sich das gedächtnismäßige
Lernen in die verschiedenen Funktionen des Lernens einfügen: in die
spontane Reaktion und die besonnene Überlegung, in den Moment des Gesprächs
und den des Schweigens, in das mündliche Aufsagen und die schriftliche
Arbeit.(49)
Als Gegenstand des Memorierens müssen insbesondere die wichtigsten
Formeln des Glaubens geeignet erscheinen, denn sie sichern dessen genauere
Darlegung und gewährleisten ein wertvolles gemeinsames lehrmäßiges,
kulturelles und sprachliches Erbe. Der sichere Besitz der Sprachen des Glaubens
ist eine unerläßliche Voraussetzung, um den Glauben selbst zu leben.
Diese Formeln dürfen jedoch erst dann als Synthesen vorgelegt werden,
wenn zuvor ein Weg der Erklärung zurückgelegt wurde; sie müssen
sich treu an die christliche Botschaft halten und der Verständnisfähigkeit
der Zuhörer angepaßt sein. Zu diesen Formeln gehören einige sehr
wichtige Formeln und Texte aus Bibel, Dogma, Liturgie sowie die bekannten Gebete
der christlichen Überlieferung (Apostolisches Glaubensbekenntnis,
Vaterunser, Ave Maria...-).(50)
»Die Blüten des Glaubens und der Frömmigkeit, wenn man so
sagen darf, wachsen nicht in den Wüstengebieten einer Katechese ohne gedächtnismäßige
Einprägung. Wesentlich ist natürlich, daß diese auswendig
gelernten Texte zugleich innerlich angeeignet und allmählich in ihrer Tiefe
verstanden werden, damit sie zur Quelle eines persönlichen und
gemeinschaftlichen christlichen Lebens werden«.(51)
155. Das Erlernen der Glaubensformeln und ihr gläubiges Bekenntnis sind
noch tiefer zu verstehen im Rahmen der gewinnbringenden herkömmlichen Übung
der »traditio« und »redditio«, wonach der
Weitergabe des Glaubens in der Katechese (traditio) die Antwort des
Glaubensschülers während des Weges der Katechese und dann im Leben (redditio)
entspricht.(52)
Dieses Verfahren begünstigt eine bessere Teilhabe an der empfangenen
Wahrheit. Richtig und reif ist die persönliche Antwort, die den wahren Sinn
der Glaubensgegebenheit voll respektiert und zeigt, daß man die zu seiner
Aussage verwendete (biblische, liturgische, unterweisende...) Sprache
versteht.
Rolle des Katecheten(53)
156. Keine, wenn auch noch so bewährte, Methode macht die Person des
Katecheten in irgendeiner Phase des katechetischen Prozesses entbehrlich.
Das ihm vom Heiligen Geist geschenkte Charisma, eine solide Spiritualität
und ein klares Lebenszeugnis bilden die Seele jeder Methode, und allein die
menschlichen und christlichen Qualitäten bieten Gewähr für die
richtige Verwendung der Texte und anderer Arbeitsbehelfe.
Der Katechet ist eigentlich ein Vermittler, der die Kommunikation zwischen
den Menschen und dem Geheimnis Gottes sowie der Glaubensschüler
untereinander und mit der Gemeinde erleichtert. Deshalb muß er sich darum
bemühen, daß seine kulturelle Einstellung, seine soziale Situation
und sein Lebensstil den Weg des Glaubens nicht behindern, und zwar indem er die
besten Bedingungen dafür schafft, daß die christliche Botschaft
gesucht, angenommen und ergründet wird.
Er vergibt nicht, daß die Zustimmung der Menschen zum Glauben Frucht
der Gnade und der Freiheit ist; deshalb tut er das Nötige, damit seine Tätigkeit
stets vom Glauben an den Heiligen Geist und vom Gebet getragen wird.
Von grundlegender Bedeutung ist schließlich das persönliche Verhältnis
zwischen dem Katecheten und dem Glaubensschüler. Es lebt aus dem Drang zum
Erziehen, aus einfallreicher Kreativität, Anpassung und zugleich aus dem größten
Respekt vor der Freiheit und dem Reifen des Menschen.
Kraft seiner weisen Begleitung leistet der Katechet einen Dienst, der zu den
wertvollsten des katechetischen Wirkens gehört: Er hilft den Glaubensschülern,
die Berufung wahrzunehmen, zu der Gott sie ruft.
Die Aktivität und Kreativität der Glaubensschüler(54)
157. Die aktive Beteiligung aller Glaubensschüler an ihrem
Bildungsprozeß entspricht voll und ganz nicht nur echter menschlicher
Kommunikation, sondern spezifisch der Offenbarungs- und Heilsökonomie. Denn
die Glaubenden sind gerufen, im gewöhnlichen Alltag des christlichen Lebens
einzeln und in Gemeinschaft der Gabe Gottes aktiv zu entsprechen durch Gebet,
Teilnahme an den Sakramenten und an der Liturgie, durch tätigen Einsatz in
Kirche und Gesellschaft, durch Übung der Nächstenliebe, Förderung
der großen menschlichen Anliegen und Werte, so der Freiheit, der
Gerechtigkeit, des Friedens, der Bewahrung der Schöpfung.
In der Katechese übernehmen also die Glaubensschüler die
Verpflichtung, sich in den Betätigungen des Glaubens, der Hoffnung und der
Liebe zu üben, Fähigkeit und Redlichkeit des Urteils zu erwerben und
die persönliche Entscheidung zu Umkehr und christlicher Lebenspraxis zu stärken.
Die Glaubensschüler selbst können, vor allem wenn es sich um
Erwachsene handelt, wirksam zur Entwicklung der Katechese beitragen, indem sie
auf die wirkungsvollsten Wege zum Verständnis und zur Darbietung der
Botschaft hinweisen, wie z.B. auf "Lernen durch Tun", Verwendung der
Forschung und des Dialogs, Austausch und Gegenüberstellung von Ansichten.
Gemeinschaft, Person und Katechese(55)
158. Die katechetische Pädagogik erweist sich in dem Maße als
wirksam, wie die christliche Gemeinde konkreter und beispielhafter Bezug für
den Glaubensweg der einzelnen wird. Das tritt dann ein, wenn die Gemeinde sich
zum Quell, Ort und Ziel der Katechese macht. Dann wird die Gemeinde konkret
sichtbarer Ort des Glaubenszeugnisses, sorgt für die Fortbildung ihrer
Glieder, nimmt sie als Familie Gottes auf und wird zum dauernden, für das
Wachstum des Glaubens lebenswichtigen Raum.(56)
Neben der Verkündigung des Evangeliums in öffentlicher und
kollektiver Form bleibt der Kontakt von Person zu Person nach dem Beispiel Jesu
und der Apostel stets unerläßlich. Auf diese Weise wird das persönliche
Bewußtsein leichter miteinbezogen, das Geschenk des Glaubens gelangt, wie
es dem Wirken des Heiligen Geistes eigen ist, zum Glaubensschüler von
Person zu Person, und die Überzeugungskraft wird wirksamer.(57)
Die Wichtigkeit der Gruppe(58)
159. Die Gruppe hat in den Entwicklungsprozessen der Menschen eine wichtige
Funktion. Das gilt auch für die Katechese, sowohl der Kinder, bei denen sie
eine gute Sozialisation begünstigt, wie der Jugendlichen, für welche
die Gruppe bei der Formung der Persönlichkeit gewissermaßen eine
Lebensnotwendigkeit darstellt, und auch der Erwachsenen, unter denen sie zu
einer Haltung des Dialogs, des Teilens und der christlichen Mitverantwortung
anregt.
Der Katechet, der am Leben der Gruppe teilnimmt und ihre Dynamik wahrnimmt
und zu schätzen weiß, erkennt es als seine primäre und
spezifische Aufgabe die er auch ausführt , im Namen der Kirche
tätiger Zeuge des Evangeliums zu sein, der fähig ist, die anderen an
den Früchten seines reifen Glaubens teilhaben zu lassen und auf kluge Weise
zum gemeinsamen Suchen anzuregen.
Die christliche Gruppe ist nicht nur ein didaktischer Faktor, sie ist darüber
hinaus berufen, Erfahrung von Gemeinschaft und Form der Teilnahme am kirchlichen
Leben zu sein, während sie in der umfassenderen eucharistischen
Gemeinschaft ihr Ziel und ihre volle Erscheinungsform findet. Jesus sagt: »Wo
zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen«
(Mt 18,20).
Die soziale Kommunikation(59)
160. »Ein erster Areopag der neuen Zeit ist die Welt der Kommunikation,
die die Menschheit immer mehr eint... Die Mittel der sozialen Kommunikation
spielen eine derartig wichtige Rolle, daß sie für viele zum
Hauptinstrument der Information und Bildung, der Führung und Beratung für
individuelles, familiäres und soziales Verhalten geworden sind«.(60)
Darum ist zusätzlich zu den zahlreichen traditionellen und weiterhin gültigen
Mitteln und Wegen »der Einsatz der Massenmedien für die Glaubensverkündigung
(Evangelisierung) und die Katechese unabdingbar geworden«.(61) Denn »die
Kirche würde vor ihrem Herrn schuldig, wenn sie nicht diese machtvollen
Mittel nützte, die der menschliche Verstand immer noch weiter
vervollkommnet... In ihnen findet sie eine moderne, wirksame Form der Kanzel.
Durch sie vermag sie zur Masse des Volkes zu sprechen«.(62)
Zu diesen Medien können, wenn auch mit jeweils unterschiedlicher
Gewichtung, gehören: Fernsehen, Rundfunk, Presse, Schallplatten, Tonbänder,
Video- und Audio-Kassetten, Compact-disc und der ganze Bereich der
audiovisuellen Medien.(63) Jedes Medium leistet einen eigenen Dienst und jedes
will spezifisch eingesetzt sein; man muß die Ansprüche eines jeden
respektieren und seine Wichtigkeit abwägen.(64) In einer gut programmierten
Katechese dürfen also diese Hilfsmittel nicht fehlen. Eine wechselseitige
Hilfe unter den Kirchen in die Wege zu leiten, um die manchmal sehr hohen
Auslagen für den Ankauf und den Betrieb zu bestreiten, ist ein echter
Dienst an der Sache des Evangeliums.
161. Der richtige Gebrauch der Medien verlangt von den Katecheten ein
ernsthaftes Bemühen um Kenntnisse, Kompetenz und einen fachkundigen und auf
der Höhe der Zeit stehenden Einsatz. Wegen der starken Auswirkung auf die
Kultur, zu deren Entstehen die Medien beitragen, darf aber vor allem nie
vergessen werden, daß es »nicht genügt, sie nur zur Verbreitung
der christlichen Botschaft und der Lehre der Kirche zu benützen; sondern
die Botschaft selbst muß in diese von der modernen Kommunikation
geschaffene "neue Kultur" integriert werden... in Verbindung mit einer
neuen Sprache, neuen Techniken und mit neuen psychologischen Haltungen«.(65)
Nur so hat die Botschaft des Evangeliums mit der Gnade Gottes die Fähigkeit,
in das Bewußtsein eines jeden einzudringen und seine »ganz persönliche
Zustimmung und Einsatzbereitschaft«(66) zu wecken.
162. Die Manager und die Nutznießer der Kommunikation sollen die Gnade
des Evangeliums empfangen können. Das veranlaßt die Katecheten, auf
bestimmte Personengruppen besonders zu achten: auf die professionellen
Medienfachleute, denen das Evangelium als weiter Horizont der Wahrheit, der
Verantwortung, der Inspiration zu zeigen ist; auf die Familien die dem
Einfluß der Massenmedien so sehr ausgesetzt sind , um sie zu schützen,
vor allem aber um ihre kritische und erzieherische Fähigkeit zu
steigern;(67) auf die jungen Generationen, die Nutznießer und schöpferische
Träger der Kommunikation durch die Massenmedien sind. Man mache alle darauf
aufmerksam, daß »Gebrauch und Annahme der Kommunikationsmittel nach
einer Erziehung zum kritischen, von der Liebe zur Wahrheit getragenen Sinn, nach
einer umfassenden Verteidigung der Freiheit, der Ehrfurcht vor der personalen Würde,
der Festigung der wahren Kultur der Völker verlangen«.(68)
VIERTER TEIL DIE ADRESSATEN DER KATECHESE
»Ich mache dich zum Licht für die Völker, damit mein Heil
bis an das Ende der Erde reicht« (Jes 49,6). »Er kam nach Nazaret,
wo er aufgewachsen war, und ging, wie gewohnt, am Sabbat in die Synagoge. Als
er aufstand, um aus der Schrift vorzulesen, reichte man ihm das Buch des
Propheten Jesaja. Er schlug das Buch auf und fand die Stelle, wo es heißt:
Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich
gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe, damit ich den
Gefangenen die Entlassung verkünde und den Blinden das Augenlicht; damit
ich die Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe. Dann
schloß er das Buch, gab es dem Synagogendiener und setzte sich. Die Augen
aller in der Synagoge waren auf ihn gerichtet. Da begann er, ihnen darzulegen:
Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt«
(Lk 4,16-21).
»Das Reich bezieht alle ein«(69)
163. Zu Beginn seines öffentlichen Wirkens verkündet Jesus, daß
er gesandt sei, damit er den Armen die Frohe Botschaft bringe;(70) er läßt
durchblicken und bestätigt es dann mit seinem Leben, daß das Reich
Gottes für alle bestimmt ist, angefangen von denen, die am meisten
benachteiligt sind. Er macht sich zum Katecheten des Reiches Gottes gegenüber
allen Kategorien von Menschen: gegenüber Großen und Kleinen, Reichen
und Armen, Gesunden und Kranken, Nahen und Fernen, Juden und Heiden, Männern
und Frauen, Gerechten und Sündern; gegenüber dem Volk und der Autorität;
gegenüber den einzelnen und der Gruppe... Er ist für jeden Menschen da
und interessiert sich für alle seine Nöte, seelische und leibliche; er
heilt und vergibt, weist zurecht und ermutigt mit seinem Wort und mit Taten.
Jesus beschließt sein irdisches Leben damit, daß er seine Jünger
auffordert, das Gleiche zu tun und jedem Geschöpf auf der Welt,(71) »allen
Völkern« (Mt 28,19; Lk 24,47) »bis an die Grenzen
der Erde« (Apg 1,8) und für alle Zeiten, »bis zum Ende
der Welt« (Mt 28,20), das Evangelium zu verkünden.
164. Das ist die Aufgabe, welche die Kirche seit zweitausend Jahren mit
einer unendlichen Vielfalt von Erfahrungen in Verkündigung und Katechese
vollbringt, ständig gedrängt vom Geist von Pfingsten, »Griechen
und Nichtgriechen, Gebildeten und Ungebildeten« (Röm 1,14)
gegenüber ihre Verpflichtung zur Evangelisierung zu erfüllen.
So zeichnen sich die Züge einer Glaubenspädagogik ab, in der sich
die universalistische Aufgeschlossenheit der Katechese und ihr beispielhaftes
Eingebundensein in die Welt ihrer Adressaten eng miteinander verbinden.
Bedeutung und Zielsetzung dieses Teiles
165. Die notwendige Beachtung der vielgestaltigen, unterschiedlichen
Lebenssituationen der Menschen(72) veranlaßt die Katechese, vielfältige
Wege zu gehen, um ihnen zu begegnen und die christliche Botschaft und die
Glaubenspädagogik auf die verschiedenen Bedürfnisse abzustimmen.(73)
So öffnet sich. wenn man die Anfangssituation des Glaubens bedenkt, der
Weg für die Katechumenen und Neugetauften; die Aufmerksamkeit für die
Glaubensentwicklung der Getauften führt zu dem, was man Vertiefungs- oder Rückbesinnungskatechese
nennt, für alle, die noch wesentlicher Wegweisungen bedürfen. Im Blick
auf die physische und psychische Entwicklung der Glaubensschüler gliedert
sich die Katechese nach Altersstufen. Die Beachtung der sozio-kulturellen
Rahmenbedingungen hingegen veranlaßt dazu, eine auf die jeweiligen Gruppen
abgestimmte Katechese in die Wege leiten.
166. Da wir die verschiedenen möglichen Typen von Katechese nicht im
einzelnen behandeln können, werden in diesem Teil nur einige Aspekte ins
Auge gefaßt, die für jede Situation von Bedeutung sind:
allgemeine Aspekte der katechetischen Anpassung (Kapitel 1);
Katechese entsprechend den Altersstufen (Kapitel 2);
Katechese für Menschen in besonderen Situationen (Kapitel
3);
Katechese je nach den Rahmenbedingungen (Kapitel 4 und 5).
So wird an das Problem der Inkulturation operativ herangegangen, unter
Bezugnahme auf die Inhalte des Glaubens, auf die Menschen und auf das kulturelle
Umfeld.
Es wird Sache der Teilkirchen sein, in ihren nationalen und regionalen
katechetischen Direktorien spezifischere und festgelegte Richtlinien zu geben,
die den konkreten Verhältnissen und örtlichen Bedürfnissen
entsprechen.
I. KAPITEL Die Anpassung an den Adressaten Allgemeine
Aspekte
Bedürfnis und Recht jedes Glaubenden, eine gediegene Katechese
zu erhalten(74)
167. Da von Gott zur Glaubensreife berufen, hat jeder Getaufte eine
passende Katechese nötig und das Recht auf sie. Es ist daher vorrangige
Aufgabe der Kirche, diesem Anspruch auf angemessene und befriedigende Weise
nachzukommen.
Zu diesem Zweck wird man sich vor allem daran erinnern müssen, daß
der Adressat des Evangeliums »der konkrete, geschichtliche Mensch«
ist,(75) der immer in einer bestimmten Situation verwurzelt und immer von
psychologischen, gesellschaftlichen, kulturellen und religiösen
Bedingtheiten beeinflußt ist, ob er sich dessen bewußt ist oder
nicht.(76)
Im katechetischen Prozeß muß sich der Adressat als aktives, bewußtes
und mitverantwortliches Subjekt und nicht als bloß schweigender, passiver
Empfänger zeigen können.(77)
Bedürfnis und Recht der Gemeinschaft(78)
168. Die Aufmerksamkeit für den einzelnen darf nicht vergessen lassen,
daß die Katechese die christliche Gemeinschaft als solche und jede Person
in ihr zum Adressaten hat. Wenn nämlich die Katechese ihre Legitimität
und Energie aus dem ganzen Leben der Kirche bezieht, so gilt auch: »Das
innere Wachstum der Kirche, ihre Übereinstimmung mit Gottes Heilsplan, hängen
wesentlich von der Katechese ab«.(79)
Deshalb betrifft die notwendige Anpassung der Darbietung des Evangeliums
auch die Gemeinde als solche und bezieht sie ein.
Die Anpassung will, daß der Inhalt der Katechese gleichsam
eine gesunde, bekömmliche Speise sei(80)
169. »Die angepaßte Verkündigung des Gotteswortes muß
ein Gesetz aller Evangelisation bleiben«.(81) Das hat eine innere
theologische Begründung im Geheimnis der Menschwerdung, entspricht einer
elementaren pädagogischen Forderung der gesunden menschlichen Kommunikation
und spiegelt die Praxis der Kirche durch alle Jahrhunderte wider.
Diese Anpassung ist als ein feinfühliges mütterliches Handeln der
Kirche zu verstehen, die die Menschen als »das Ackerfeld Gottes« (1
Kor 3,9) ansieht, die nicht zu verurteilen, sondern in Zuversicht zu bebauen
sind. Die Kirche geht auf jeden von ihnen zu, berücksichtigt ernsthaft die
Vielfalt der Situationen und Kulturen und bewahrt die Gemeinschaft der vielen in
dem einzigen rettenden Wort. Auf diese Weise wird das Evangelium echt und
schmackhaft, als gesunde und zugleich zusagende Speise weitergegeben. Von diesem
Grundsatz muß sich jede Einzelinitiative inspirieren lassen und ihm müssen
sich die schöpferische Begabung und die geistigen Fähigkeiten des
Katecheten verpflichtet wissen.
Die Anpassung berücksichtigt die unterschiedlichen Umstände
170. Die Anspassung wird entsprechend den verschiedenen Umständen,
unter denen das Wort Gottes weitergegeben wird, vorgenommen.(82) Diese werden
bestimmt durch »die Unterschiede in den Kulturen, Lebensphasen, im
geistlichen Leben, in den gesellschaftlichen und kirchlichen Situationen der
Adressaten«(83) Auf sie ist sehr aufmerksam Bedacht zu nehmen.
Man wird auch daran denken müssen, daß bei der Vielfalt der
Situationen die Anpassung stets die Ganzheit der Person und ihre Wesenseinheit,
wie die Kirche sie sieht, vor Augen hat. Deswegen bleibt die Katchese nicht bloß
bei der Erwägung der äußeren Elemente einer gegebenen Situation
stehen, sondern vergegenwärtigt sich stets auch die Innenwelt der Person,
die Wahrheit über den Menschen, der »der erste und grundlegende Weg
der Kirche« ist.(84) Das bestimmt einen Anpassungsprozeß, der umso
geeigneter ist, je mehr die Fragen, Bestrebungen, Bedürfnisse des Menschen
in seiner inneren Welt beachtet werden.
II. KAPITEL Die Katechese entsprechenden
Altersstufen
Allgemeine Hinweise
171. Die Katechese entsprechend den verschiedenen Altersstufen ist ein für
die christliche Gemeinschaft wesentliches Erfordernis. Zum einen ist der Glaube
an der Entwicklung des Menschen beteiligt; zum andern ist jede Lebensphase der
Herausforderung der Entchristlichung ausgesetzt und muß sich vor allem an
die stets neuen Aufgaben der christlichen Berufung heranwagen.
So bieten sich also, veranlaßt von den Bedürfnissen und Fähigkeiten
der Adressaten, zu Recht nach Altersstufen unterschiedene und einander ergänzende
Katechesen.(85)
Deshalb ist es unerläßlich, alle Elemente zu beachten, die im
Spiel sind, die anthroplogisch-evolutiven ebenso wie die theologisch-pastoralen,
wobei man sich auch der auf den letzten Stand gebrachten Erkenntnisse der Human-
und der Erziehungswissenschaften bezüglich der verschiedenen Altersstufen
bedient.
Dabei wird man weise die verschiedenen Etappen des Glaubensweges zu
integrieren suchen und insbesondere darauf achten, daß die Kinderkatechese
in den späteren Phasen harmonisch ergänzt wird.
Auch aus diesem Grund ist es pädagogisch wirksam, sich auf die
Erwachsenenkatechese zu beziehen und in ihrem Licht die Katechesen der anderen
Lebensphasen auszurichten.
Hier sollen bloß einige allgemeine Elemente als Beispiele angegeben
und weitere Einzelangaben den katechetischen Direktorien der Teilkirchen und der
Bischofskonferenzen überlassen werden.
Die Erwachsenenkatechese(86),
Die Erwachsenen, an die sich die Katechese wendet(87)
172. Das Glaubensgespräch mit Erwachsenen muß ernsthaft deren
erlebte Erfahrungen sowie die Rahmenbedingungen und Herausforderungen berücksichtigen,
denen sie im Leben begegnen. Ihre Fragen und Glaubensbedürfnisse sind vielfältig
und unterschiedlich.(88)
Demnach sind zu unterscheiden:
glaubende Erwachsene, die ihre Glaubensentscheidung konsequent leben
und ehrlich eine Vertiefung wünschen;
Erwachsene, die zwar getauft sind, aber nicht angemessen unterrichtet
wurden oder den Weg der christlichen Initiation nicht vollendet oder sich vom
Glauben abgewandt haben, so daß sie als »Quasi-Katechumenen«(89)
bezeichnet werden können;
ungetaufte Erwachsene, für die der eigentliche Katechumenat
vorgesehen ist.(90)
Zu erwähnen sind auch die Erwachsenen, die aus christlichen
Konfessionen kommen, welche nicht in voller Gemeinschaft mit der katholischen
Kirche stehen.
Elemente und Kriterien der Erwachsenenkatechese(91)
173. Die Erwachsenenkatechese betrifft Menschen, die das Recht und die
Pflicht haben, den Glaubenskeim, den Gott ihnen geschenkt hat, zur Reife zu
bringen;(92) sie wendet sich an einzelne, die gerufen sind, verschiedenartige
soziale Verantwortungen auf sich zu nehmen, und an Menschen, die zuweilen
tiefgreifenden Veränderungen und schweren Krisen ausgesetzt sind. Deswegen
muß der Glaube des Erwachsenen ständig erhellt, entwickelt und geschützt
werden, um jene christliche Weisheit zu erwerben, die den vielfältigen
Erfahrungen seines persönlichen, gesellschaftlichen und geistigen Lebens
Sinn, Einheit und Hoffnung gibt. Die Erwachsenenkatechese macht es erforderlich,
die typischen Eigenschaften des erwachsenen Christen im Glauben genau zu
ermitteln, sie in Ziele und Inhalte zu übersetzen, gewisse Konstanten in
der Darbietung zu bestimmen, die wirksamsten methodologischen Hinweise
festzulegen, die Formen und die Modelle zu wählen. Besondere Aufmerksamkeit
verdient die Gestalt und Identität des Erwachsenenkatecheten und seine
Ausbildung sowie die Frage, wer in der Gemeinde für die
Erwachsenenkatechese verantwortlich ist.(93)
174. Unter den Grundsätzen, die eine authentische und wirksame
Erwachsenenkatechese sicherstellen, sind zu erwähnen:(94)
Achten auf die Adressaten in ihrer Situation als Erwachsene, als Männer
und Frauen; also achten auf ihre Probleme und Erfahrungen, auf ihre geistigen
und kulturellen Fähigkeiten und Möglichkeiten in voller Respektierung
der Unterschiede;
achten darauf, daß die Erwachsenen getaufte Laien sind, denen
es kraft der Taufe aufgetragen ist, »in der Verwaltung und gottgemäßen
Regelung der zeitlichen Dinge das Reich Gottes zu suchen«,(95) und die
durch die Taufe zur Heiligkeit berufen sind;(96)
achten auf den Einbezug der Gemeinde, damit sie Ort der Aufnahme und
der Unterstützung des Erwachsenen sei;
achten auf eine organische Planung der Erwachsenenpastoral, in die
sich die Katechese zusammen mit der liturgischen Bildung und dem Dienst der
Caritas einfügt.
Allgemeine und besondere Aufgaben der Erwachsenenkatechese(97)
175. Um den tiefsten Anliegen unserer Zeit zu entsprechen, muß die
Erwachsenenkatechese den christlichen Glauben in seiner Ganzheit, Echtheit und
seinem systematischen Charakter vorlegen, gemäß dem Verständnis,
das die Kirche von ihm hat. In den Vordergrund ist die Heilsverkündigung zu
stellen, welche die vielen Schwierigkeiten, Dunkelheiten, Mißverständnisse,
Vorurteile und Einwände, die heute im Umlauf sind, erhellt, die geistige
und moralische Auswirkung der Botschaft zeigt und in die gläubige Lesung
der Heiligen Schrift und in die Gebetspraxis einführt. Ein grundlegender
Dienst für die Erwachsenenkatechese wird vom Katechismus der Katholischen
Kirche geleistet und unter Bezugnahme auf ihn von den
Erwachsenenkatechismen der einzelnen Kirchen.
Im einzelnen hat die Erwachsenenkatechese folgende Aufgaben:
Förderung der Formung und Reifung des Lebens im Geist des
auferstandenen Christus mit geeigneten Mitteln: Sakramentenpädagogik,
Einkehrtage (Exerzitien), geistliche Leitung...
Erziehung zur richtigen Beurteilung des sozio-kulturellen Wandels
unserer Gesellschaft im Licht des Glaubens. Auf diese Weise wird dem
christlichen Volk geholfen, die wahren Werte und auch die Gefahren unserer
Zivilisation zu unterscheiden und dazu die entsprechenden Haltungen einzunehmen.
Klärung der heutigen religiösen und moralischen
Probleme, nämlich jener Fragen, die sich den Menschen unserer Zeit
stellen, z.B. in bezug auf die öffentliche und die individuelle
Sittlicheit, die sozialen Fragen, die Erziehung der neuen Generationen.
Klärung der Beziehungen zwischen dem weltlichen und dem
kirchlichen Tun durch das Aufzeigen der wechselseitigen Unterschiede, der
Verflechtungen und somit des Maßes erforderlichen Zusammenwirkens. Darum
muß die Soziallehre der Kirche wesentlicher Bestandteil der
Erwachsenenbildung sein.
Darlegung der rationalen Grundlagen des Glaubens. Wenn der
Glaube und die Glaubenswahrheiten richtig verstanden werden, stimmen sie mit den
Forderungen der menschlichen Vernunft überein, und das Evangelium ist stets
zeitgemäß und zuständig. Deshalb muß unbedingt eine
Pastoral des Denkens und der christlichen Kultur wirksam gefördert werden.
Das wird es ermöglichen, gewisse Formen von Integrismus und
Fundamentalismus ebenso zu überwinden wie auch willkürliche oder
subjektive Auslegungsversuche.
Heranbildung zur Übernahme von Verantwortungen in der
Sendung der Kirche und zur Fähigkeit, in unserer Gesellschaft ein
christliches Zeugnis abzulegen.
Dem Erwachsenen wird geholfen, alles, was er in der kirchlichen Gemeinschaft
oder im Leben innerhalb der menschlichen Gemeinschaft durch Natur und Gnade
empfangen hat, zu entdecken, auszuwerten, wirken zu lassen. Auf diese Weise wird
er auch über die Gefahren der Vermassung und der Anonymität
hinwegkommen können, wie sie in einigen unserer heutigen Gesellschaften
besonders häufig vorhanden sind und zu Identitätsverlust und Beeinträchtigung
der Eigenschaften und Fähigkeiten führen, die einer besitzt.
Besondere Formen der Erwachsenenkatechese(98)
176. Es gibt Situationen und Umstände, in denen sich besondere Formen
der Katechese aufdrängen:
die Katechese der christlichen Initiation oder der Katechumenat für
Erwachsene, dessen Riten vom OICA geregelt sind;
die Katechese für das Volk Gottes in den gebührend angepaßten
herkömmlichen Formen während des liturgischen Jahres oder in der außerordentlichen
Form der Volksmissionen;
die vervollkommende Katechese, die sich an diejenigen richtet, die in
der Gemeinde eine Bildungsaufgabe haben: Katecheten und alle, die im
Laienapostolat engagiert sind;
die Katechese anläßlich besonders bedeutsamer
Lebensereignisse, wie Heirat, Taufe der Kinder und Empfang der anderen
Sakramente der christlichen Initiation, in den kritischen Perioden des
jugendlichen Heranwachsens, bei Krankheit usw. Es sind Umstände, in denen
die Menschen mehr denn je veranlaßt sind, nach dem wahren Sinn des Lebens
zu suchen;
die Katechese anläßlich besonderer Erfahrungen, wie
Eintritt in das Arbeitsleben, Militärdienst, Auswanderung... Das sind Veränderungen,
die zu inneren Bereicherungen, aber auch zu Verirrungen führen können,
weshalb das Licht und die Stütze des Wortes Gottes benötigt werden;
die Katechese über den christlichen Gebrauch der Freizeit,
insbesondere anläßlich von Ferien und Urlaubsreisen;
die Katechese im Anschluß an besondere Ereignisse, die das
Leben der Kirche und der Gesellschaft betreffen.
Diese und weitere besondere Formen von Katechese flankieren, ohne sie zu
ersetzen, die Kurse systematischer, organischer und dauernder Katechese, die
jede kirchliche Gemeinschaft allen Erwachsenen gewährleisten muß.
Die Katechese für Kinder im Vorschul und Schulalter(99)
Situation und Bedeutung des Kleinkind- und Kindesalters (100)
177. Dieser Altersphase, die herkömmlicherweise in Kleinkindoder
Vorschulalter und Kindheit unterschieden wird, ist in den Augen des Glaubens und
auch der Vernunft die Anmut der Lebensanfänge eigen, die »wertvolle Möglichkeiten
für den Aufbau der Kirche und für die Humanisierung der Gesellschaft
bieten«. (101) Daraus ergeben sich auch Bedürfnisse, denen Rechnung zu
tragen ist. Das Kind, das dank der Taufe Kind Gottes geworden ist, wird von
Christus zum beispielhaften Glied des Gottesreiches erklärt. (102)
Aus verschiedenen Gründen verlangt das Kind heute vielleicht
mehr als früher volle Achtung und Hilfe in seinen Ansprüchen
auf menschliches und geistiges Wachstum, auch mittels der Katechese, die
christlichen Kindern nie fehlen darf. Wer ihm das Leben gegeben und dieses mit
der Gabe der Taufe bereichert hat, hat die Pflicht, es unablässig zu nähren.
Kennzeichnende Eigenschaften der Katechese für Kleinkinder und
Kinder im Schulalter (103)
178. Die Katechese der Kleinkinder hängt zwangsläufig mit ihrer
Lebenssituation und ihren Lebensbedingungen zusammen und ist Sache verschiedener
Erziehungsträger, die einander ergänzen.
Es lassen sich einige Faktoren angeben, die besonders wichtig und allgemein
verbreitet sind:
Das Kleinkind und das Kindesalter, jedes nach den ihm eigenen
Besonderheiten verstanden und behandelt, stellen die Zeit der ersten
Sozialisation und menschlichen und christlichen Erziehung in der Familie, in der
Schule und in der Kirche dar und sind deshalb als ein für die spätere
Zukunft des Glaubens entscheidender Moment zu verstehen.
Gemäß einer feststehenden Tradition ist die Kindheit für
gewöhnlich die Periode, in der die mit der Taufe begonnene christliche
Initiation vollendet wird. Im Blick auf den Empfang der Sakramente ist man auf
die erste organische Glaubensbildung des Kindes und auf seine Einführung in
das Leben der Kirche bedacht. (104)
In der Zeit der Kindheit wird deshalb der katechetische Prozeß
vorwiegend erzieherisch sein und darauf achten, jene inneren menschlichen Kräfte
zu entwickeln, die den anthropologischen Nährboden für das
Glaubensleben bilden, wie der Sinn für Vertrauen, Selbstlosigkeit,
Selbsthingabe, für Gebet und frohe Beteiligung... Die Gebetserziehung und
die Einführung in die Heilige Schrift sind zentrale Aspekte der
christlichen Formung der Kinder. (105)
Schließlich ist die Bedeutung zweier lebenswichtiger
Erziehungsräume zu beachten: der Familie und der Schule. Die
Familienkatechese ist gewissermaßen unersetzlich, vor allem wegen des
positiven, heimeligen Milieus, wegen des mitreißenden Beispiels der
Erwachsenen, wegen der ersten ausdrücklichen Sensibilisierung für den
Glauben und die Glaubenspraxis.
179. Der Schuleintritt bedeutet für das Kind den Eintritt in eine größere
Gesellschaft, als sie die Familie ist, mit der Möglichkeit, seine
verstandes-, gefühls- und verhaltensbezogenen Fähigkeiten viel mehr zu
entwickeln. In der Schule wird oft ein spezifischer Religionsunterricht erteilt.
All das verlangt von der Katechese und den Katecheten eine ständige
Zusammenarbeit mit den Eltern und auch mit dem Lehrpersonal der Schule, je nach
den von den Rahmenbedingungen gegebenen Möglichkeiten. (106) Die Seelsorger
mögen sich bewußt sein, daß es die Kirche ist, die aufgebaut
wird, wenn sie den Eltern und Erziehern helfen, ihre Sendung gut zu erfüllen.
Zudem bietet diese Arbeit eine ausgezeichnete Gelegenheit zur
Erwachsenenkatechese.(107)
Kleinkinder und Kinder ohne religiösen Halt in der Familie oder
Kinder, die nicht die Schule besuchen (108)
180. Es gibt wirklich, und zwar in großem Maß, kleine und größere
Kinder, die schwer benachteiligt sind, weil ihnen von der Familie her kein
angemessener religiöser Halt zuteil wird oder weil sie keine echte Familie
haben oder weil sie keine Schule besuchen oder unter sozialer Unsicherheit oder
Fehlanpassung leiden oder aus anderen milieubedingten Gründen. Viele sind
nicht einmal getauft; andere führen den Initiationsweg nicht zu Ende. Es
ist Sache der christlichen Gemeinschaft, sich durch einen großmütigen,
kompetenten und wirklichkeitsbezogenen Ersatzdienst ihrer anzunehmen, indem das
Gespräch mit den Familien gesucht wird, geeignete schulische
Erziehungsformen vorgeschlagen und für eine Katechese gesorgt wird, die den
konkreten Möglichkeiten und Notwendigkeiten der Kinder entspricht.
Die Jugendkatechese (109)
Voradoleszenz, Adoleszenz und Jugendalter (110)
181. Allgemein ist zu bemerken, daß die geistige und kulturelle Krise,
an der die Welt krankt, (111) ihre ersten Opfer in den jungen Generationen hat.
Es ist aber auch wahr, daß der Einsatz für eine bessere Gesellschaft
in ihnen die besten Hoffnungsträger findet.
Das muß die Kirche noch mehr dazu antreiben, mutig und schöpferisch
die Verkündigung des Evangeliums an die Welt der Jugend vorzunehmen.
Diesbezüglich zeigt die Erfahrung, wie nützlich es für die
Katechese ist, das Jugendalter in Voradoleszenz, Adoleszenz und Jugend zu
unterscheiden, wobei man sich die Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung
und die Kenntnis der Lebensbedingungen in den verschiedenen Ländern zweckmäßig
zunutze macht.
In den sogenannten fortschrittlichen Regionen stellt sich besonders in bezug
auf die Voradoleszenz ein Problem: Man trägt den Schwierigkeiten, Bedürfnissen
und menschlichen und geistigen Kräften der Halbwüchsigen zu wenig
Rechnung, so daß man in bezug auf sie geradezu von einem verleugneten
(nicht zur Kenntnis genommenen) Alter sprechen kann.
In sehr vielen Fällen vollendet an und für sich in dieser Zeit der
Junge, das Mädchen durch den Empfang des Firmsakraments den Prozeß
der christlichen Initiation, verabschiedet sich aber gleichzeitig fast gänzlich
von der Glaubenspraxis. Man muß dem ernsthaft Rechnung tragen und eine
besondere Seelsorge entwickeln, die von den Bildungskräften Gebrauch macht,
welche durch den Initiationsweg selbst gegeben sind.
Was die beiden anderen Kategorien betrifft, so ist die Zeit des
Heranwachsens (Adoleszenz) vom Jugendalter zu unterscheiden, wenn wir uns auch
der Schwierigkeit, die Bedeutung der beiden Ausdrücke eindeutig zu
bestimmen. voll bewußt sind. Im großen und ganzen verstehen wir hier
darunter jene Lebensperiode, die der Übernahme von Verantwortung, die den
Erwachsenen vorbehalten ist, vorausgeht.
Auch die Katechese für die Welt der Jugend muß gründlich überprüft
und verstärkt werden.
Die Bedeutung der Jugend für Gesellschaft und Kirche (112)
182. Obwohl die Kirche die Jugendlichen als »Hoffnungsträger«
ansieht, erblickt sie heute in ihnen »eine große Herausforderung für
die Kirche«. (113)
Der rasche und ungestüme kulturelle und gesellschaftliche Wandel, die
wachsenden Bevölkerungszahlen, das Sich-Durchsetzen einer festen
Jugendperiode, bevor man an den Pflichten der Erwachsenen teilhat, der Mangel an
Arbeitsplätzen und in bestimmten Ländern die anhaltende
Unterentwicklung, die Zwänge der Konsumgesellschaft..., all das trägt
mit dazu bei, das Schicksal der Jugendlichen zu einer Welt des Wartens und nicht
selten der Ernüchterung und Langeweile, ja der Angst und der Ausgrenzung zu
machen. Die Abwendung von der Kirche oder wenigstens ein Mißtrauen ihr
gegenüber schleicht sich in viele als Grundhaltung ein. Darin spiegeln sich
oft der Mangel an geistigem und moralischem Halt durch die Familien und die Schwächen
der erhaltenen Katechese wider.
Andererseits ist in vielen von ihnen ein starker, ungestümer Drang nach
Sinnsuche, Solidarität, sozialem Engagement, ja zur religiösen
Erfahrung vorhanden...
183. Daraus ergeben sich für die Katechese einige Konsequenzen.
Der Dienst am Glauben nimmt vor allem die Licht- und die Schattenseiten der
Situation der Jugend wahr, so wie sie sich in den verschiedenen Regionen und
Lebensbereichen konkret zeigen.
Kern der Katechese ist der ausdrückliche Vorschlag Christi an den
jungen Mann im Evangelium, (114) ein direkter Vorschlag an alle Jugendlichen,
abgestimmt auf die jungen Leute in aufmerksamer Wahrnehmung ihrer Probleme. Im
Evangelium erscheinen nämlich die Jugendlichen als direkte Gesprächspartner
Christi, der ihnen ihren »einzigartigen Reichtum« enthüllt und
sie zugleich für einen Plan des persönlichen und gemeinschaftlichen
Wachstums einzunehmen sucht, der für das Schicksal der Familie und der
Gesellschaft von entscheidender Bedeutung ist. (115)
Deshalb dürfen die Jugendlichen nicht lediglich als Objekt der
Katechese verstanden werden; sie sind in der Tat auch »aktive Subjekte,
Protagonisten der Evangelisierung und Erbauer der sozialen Erneuerung«.(116)
Kennzeichnende Eigenschaften der Jugendkatechese (117)
184. Angesichts des Umfangs der Aufgabe ist es sicher Sache der
katechetischen Direktorien der Teilkirchen und der nationalen und regionalen
Bischofskonferenzen, im Zusammenhang mit dem Umfeld zu bestimmen, was an den
einzelnen Plätzen das Richtige ist.
Man kann jedoch gewisse allgemeingültige Richtlinien angeben:
Man wird die Vielfalt der religiösen Situation vor Augen haben müssen:
Es gibt Jugendliche, die nicht einmal getauft sind, andere, welche die
christliche Initiation nicht beendet haben oder in zuweilen schwerer
Glaubenskrise stecken, und wieder andere, die geneigt sind, eine
Glaubensentscheidung zu treffen oder sie schon getroffen haben, und dabei
unterstützt sein möchten.
Man darf sodann nicht vergessen, daß sich jene Katechese als
erfolgreich erweist, die sich innerhalb einer umfassenderen Pastoral für
die Kinder, die Heranwachsenden und die Jugendlichen entfalten kann, welche die
Gesamtheit der ihr Leben betreffenden Probleme vor Augen hat. Zu diesem Zweck
ist die Katechese durch gewisse Vorgänge zu ergänzen wie die Deutung
der Situation, die Beachtung der Human- und Erziehungswissenschaften, die
Mitarbeit von Laien und der Jugendlichen selbst.
Die gut geleitete Gruppentätigkeit, die Zugehörigkeit zu
guten Jugendorganisationen (118) und die persönliche Begleitung des jungen
Menschen dabei am vortrefflichsten die geistliche Leitung sind überaus
nützliche Hilfen für eine wirksame Katechese.
185. Unter den verschiedenen Formen der Jugendkatechese sind, je nach den
Situationen, vorzusehen: der Jugendkatechumenat im Schulalter, Katechese der
christlichen Initiation, Katechesen über programmierte Themen, weitere mehr
oder weniger gelegentliche und informelle Begegnungen...
Umfassender gesehen ist die Katchese für die Jugendlichen in neuen
Bahnen vorzunehmen, in Aufgeschlossenheit für das Empfinden und die
Problematik dieses Alters, die theologischer, ethischer, geschichtlicher,
sozialer Natur sind... Ihren rechten Platz erhalten sollen insbesondere die
Erziehung zur Wahrheit und Freiheit nach dem Evangelium, die Gewissensbildung,
die Erziehung zur Liebe, das Gespräch über die Berufung, das
christliche Engagement in der Gesellschaft, die missionarische Verantwortung in
der Welt. (119) Es ist jedoch zu bemerken, daß die heutige Evangelisierung
der Jugend oft eine eher missionarische als eine streng katechumenale
Ausrichtung einschlagen soll. In der Tat verpflichtet die Situation das
Apostolat unter den Jugendlichen oft als ersten notwendigen Schritt dazu,
Jugendanimation von humanisierender und missionarischer Prägung zu sein,
damit günstigere Voraussetzungen für die eigentliche Katechese
entstehen. Deswegen ist es in der Wirklichkeit oftmals angebracht, die vorkatechumenale
Tätigkeit innerhalb globaler Erziehungsprozesse zu intensivieren.
Einer der Knoten, die es anzupacken und zu lösen gilt, betrifft den
Unterschied der »Sprache« (Mentalität, Empfinden, Geschmack,
Stil, Vokabular...) zwischen den Jugendlichen und der Kirche (Katechese,
Katecheten). Darum wird die Notwendigkeit einer »Anpassung der Katechese an
die Jugendlichen« betont, um so »mit Geduld und Umsicht die Botschaft
Christi..., ohne sie zu verraten«, in ihre Spache zu »übersetzen«.
(120)
Katechese für alte Menschen (121)
Das dritte Lebensalter, ein Gottesgeschenk an die Kirche
186. In verschiedenen Ländern der Welt stellt die wachsende Zahl alter
Menschen die Kirche vor eine neue und spezifische pastorale Aufgabe. Während
man diese Menschen nicht selten als mehr oder weniger lästiges passives
Objekt empfindet, sind sie im Licht des Glaubens hingegen als Geschenk Gottes für
die Kirche und die Gesellschaft zu verstehen, denen man sich auch mit einer
passenden Katechese zuwenden muß. Sie haben wie alle Christen diesbezüglich
eine Pflicht und ein Recht.
Man muß die Verschiedenheit der persönlichen, familiären,
sozialen Situation berücksichtigen, insbesondere die Prüfung der
Vereinsamung und Abschiebung. Die Familie hat eine erstrangige Funktion, denn
hier kann die Glaubensverkündigung in einer freundlichen, liebevollen
Atmosphäre stattfinden, die mehr als alles andere die Gültigkeit des
Gotteswortes bestätigt.
Auf alle Fälle verbindet die Katechese für alte Menschen den
Glaubensinhalt mit der herzlichen Gegenwart des Katecheten und der glaubenden
Gemeinde. Deswegen ist es sehr wünschenswert, daß die alten Menschen
am katechetischen Weg der Gemeinde voll teilnehmen.
Katechese der Fülle und der Hoffnung
187. Die Katechese für die alten Menschen schenkt den besonderen
Aspekten ihrer Glaubenslage Beachtung: Der alte Mensch kann mit einem festen,
reichen Glauben altgeworden sein: dann führt die Katechese den zurückgelegten
Weg gewissermaßen zur Fülle, in einer Haltung der Dankbarkeit und der
vertrauensvollen Erwartung. Andere leben in einem mehr oder weniger verdunkelten
Glauben und in einer schwachen christlichen Praxis: dann wird die Katechese zu
einem Moment neuen Lichtes und neuer religiöser Erfahrung. Manchmal gelangt
der Mensch mit tiefen Wunden an Seele und Leib in seine alten Tage: die
Katechese hilft ihm, seine Situation in der Haltung des Gebets, der Vergebung,
des inneren Friedens zu leben.
In jedem Fall erfordert die Verfassung des alten Menschen eine Katechese der
Hoffnung, die aus der Gewißheit der endgültigen Begegnung mit Gott
erwächst.
Es ist stets eine Wohltat für ihn selbst und eine Bereicherung für
die Gemeinde, wenn der gläubige alte Mensch einen Glauben bezeugt, der noch
umso heller erstrahlt, je näher der große Augenblick der Begegnung
mit dem Herrn rückt.
Weisheit und Dialog (122)
188. Die Bibel stellt uns den gläubigen alten Menschen als das Symbol
einen an Weisheit und Gottesfurcht Reichen vor und somit als Bewahrer einer
intensiven Lebenserfahrung, was ihn gewissermaßen zu einem natürlichen
»Katecheten« der Gemeinschaft macht. Er ist ja Zeuge der
Glaubenstradition, Lehrer des Lebens, tätig in der Liebe. Die Katechese
macht sich diese Gnade zunutze und hilft dem alten Menschen, die reichen Möglichkeiten,
die in ihm liegen, wieder zu entdecken und katechetische Rollen gegenüber
der Welt der kleinen Kinder von denen sie häufig als Großeltern
geschätzt werden und gegenüber den Jugendlichen und Erwachsenen
zu übernehmen. Auf diese Weise begünstigt sie einen grundlegenden
Dialog zwischen den Generationen innerhalb der Familie und der Gemeinschaft.
III. KAPITEL Katechese für besondere
Situationen, Mentalitäten und Milieus
Die Katechese für Personen mit Behinderungen (123)
189. Jede christliche Gemeinde betrachtet Personen, zumal Minderjährige,
die an einer körperlichen oder geistigen Behinderung oder an anderen
Gebrechen leiden, als vom Herrn besonders geliebte Menschen. Ein gesteigertes
soziales und kirchliches Bewußtsein und die unleugbaren Fortschritte der
Spezialpädagogik ermöglichen es, daß die Familie und andere
Bildungsstätten solchen Menschen heute eine angepaßte Katechese
erteilen können, auf die sie als Getaufte und wenn sie nicht getauft
sind, als zum Heil Berufene ein Recht haben. Die Liebe des Vaters zu
diesen schwächsten Kindern und die ständige Gegenwart Jesu durch
seinen Geist geben die Zuversicht, daß jeder Mensch, wie behindert er auch
sein mag, an Heiligkeit zu wachsen vermag.
Die Glaubenserziehung, die vor allem die Familie einbeziehen soll, erfordert
angepaßte und personalisierte Verfahren, berücksichtigt die Hinweise
der pädagogischen Forschung und erfolgt nützlicher Weise im Rahmen
einer Gesamterziehung des Menschen. Andererseits muß sie sich vor der
Gefahr hüten, daß eine zwangsläufig spezialisierte Katechese
schließlich ganz am Rande der gemeinschaftlichen Pastoral erfolgt. Damit
es nicht dazu kommt, muß die Gemeinschaft dauernd verständigt und
einbezogen werden. Die besonderen Anforderungen an diese Katechese verlangen von
den Katecheten eine spezifische Sachkenntnis und machen ihren Dienst noch
verdienstvoller.
Die Katechese für Menschen am Rande der Gesellschaft
190. In der gleichen Pespektive ist die Katechese für Menschen am Rande
der Gesellschaft zu sehen, an solche, die fast oder ganz ausgegrenzt sind, wie
z.B. Einwanderer, Flüchtlinge, Nomaden, Leute ohne festen Wohnsitz,
chronisch Kranke, Drogenabhängige, Häftlinge, Gefangene... Die
feierliche Aussage Jesu, wonach alles, was man »für einen seiner
geringsten Brüder tut«, für ihn getan ist (Mt 25,40), gewährleistet
die Gnade, in nicht leichten Bereichen gute Arbeit zu leisten. Dauerndes Zeichen
für die Gültigkeit der Katechese ist die Fähigkeit, die
Unterschiedlichkeit der Situationen wahrzunehmen, die Bedürfnisse und
Fragen eines jeden zu erfassen, in großmütiger und geduldiger Hingabe
stark auf die persönliche Begegnung zu setzen, mit Zuversicht und
Wirklichkeitssinn vorzugehen und zu oft indirekten und gelegenheitsbedingten
Formen der Katechese zu greifen. Die Gemeinde wird die Katecheten, die sich
diesem Dienst widmen, brüderlich unterstützen.
Die Katechese für verschiedene Gruppen
191. Die Katechese steht heute vor Menschen, die wegen der Besonderheit
ihres Berufes oder einer besonderen kulturellen Verfassung auch katechetische
Sonderformen erfordern.
Solche sind die Katechese für die Arbeiterwelt, für die
Freiberuflichen, die Künstler, die Wissenschaftler, die Hochschuljugend...
Innerhalb des gemeinsamen Weges der christlichen Gemeinde sind diese Katechesen
lebhaft zu empfehlen.
Natürlich muß man an alle diese Kreise kompetent und in einer den
Adressaten angepaßten Sprache herangehen, dabei jedoch der Botschaft, die
man übermitteln will, voll treu bleiben. (124)
Die milieubezogene Katechese
192. Der Dienst am Glauben mißt heute dem Milieu der Lebensbereiche
und Rahmenbedingungen große Bedeutung zu, denn daselbst verbringt der
Mensch konkret sein Dasein, erhält Einflüsse und gibt sie weiter und übt
seine Verantwortungen aus.
Ganz allgemein und als Beispiele sind hier zwei große Lebensbereiche
zu erwähnen, der ländliche und der städtische, die differenzierte
Formen der Katechese verlangen.
Die Katechese für eine ländliche Bevölkerung reflektiert
notwendigerweise die dort entstehenden Bedürfnisse, die oft mit Armut und
Elend verbunden und nicht selten von Angst und Aberglauben begleitet sind; diese
Menschen können aber auch sehr schlicht sein, mit Vertrauen in das Leben,
Sinn für Solidarität, Glauben an Gott und Treue zu den religiösen
Traditionen.
Die Katechese für Stadtmenschen muß einer manchmal überaus
großen Vielfalt von Situationen Rechnung tragen, die sich von exklusiven
Zonen des Reichtums bis zu Vierteln der Armut und Ausgrenzung erstrecken. Der
Lebensrhythmus ist häufig von Streß bestimmt, die Mobilität wird
leicht gemacht, es gibt nicht wenige Anreize zu Flucht und Bindungslosigkeit, häufig
sind Situationen schmerzlicher Anonymität und Vereinsamung anzutreffen...
Für jeden dieser Lebensbereiche wird man sich in angemessener Weise den
Dienst am Glauben überlegen müssen, indem man ausgebildete Katecheten
beizieht, geeignete Hilfsmittel beschafft, die Möglichkeiten der
Massenmedien nützt...
IV. KAPITEL Katechese im sozio-religiösen Umfeld
Die Katechese in der Situation von Pluralismus und Komplexität
(125)
193. Viele Gemeinden und Einzelpersonen müssen in einer pluralistischen
und säkularisierten Welt leben, (126) wo Formen von Unglauben und religiöser
Gleichgültigkeit anzutreffen sind, aber auch lebendige Formen eines
kulturellen und religiösen Pluralismus. Bei vielen scheint es eine starke
Suche nach Gewißheiten und Werten zu geben, es fehlt aber auch nicht an
Fehlformen von Religion und schwacher Verankerung im Glauben. Angesichts dieser
vielschichtigen Situation können verschiedene Christen verwirrt und
verlegen sein; sie sind weder imstande, sich mit den Situationen
auseinanderzusetzen noch die in ihnen zirkulierenden Botschaften zu beurteilen;
sie geben die regelmäßige religiöse Praxis auf und leben schließlich
so, als ob es keinen Gott gäbe, nehmen aber oft zu pseudoreligiösen
Surrogaten Zuflucht. Ihr Glaube ist Prüfungen ausgesetzt und gefährdet;
er droht zu erlöschen und zu sterben, wenn er nicht ständig genährt
und gestützt wird.
194. Eine evangelisierende Katechese ist unerläßlich, das heißt
eine Katechese, »die ganz erfüllt ist vom echten Geist des Evangeliums
und in ihrer Sprache der Zeit und den Menschen angepaßt ist«. (127)
Ihr Ziel ist, die Christen zum Sinn für ihre Identität als Getaufte
und Glaubende und als Mitglieder der Kirche zu erziehen, die aufgeschlossen und
im Dialog mit der Welt sind. Sie ruft ihnen die Grundelemente des Glaubens in
Erinnerung, regt sie zu einem echten Bekehrungsprozeß an, läßt
sie gegenüber theoretischen und praktischen Einwänden die Wahrheit und
den Wert der christlichen Botschaft tiefer erfassen, hilft ihnen, das Evangelium
im Alltag wahrzunehmen und zu leben, befähigt sie, Auskunft zu geben über
die Gründe zur Hoffnung, die in ihnen ist,(128) und ermutigt sie, ihre
missionarische Berufung durch Zeugnis, Dialog und Verkündigung zu erfüllen.
Die Katechese in Beziehung zur Volksfrömmigkeit (129)
195. In den christlichen Gemeinden finden sich als lebenswichtige Dimension
der katholischen Wirklichkeit besondere Äußerungen der Suche nach
Gott und des religiösen Lebens von manchmal rührender Glut und
Reinheit der Absichten, die man zu Recht als »Volksfrömmigkeit«
bezeichnen kann. »In ihr kommt ein Hunger nach Gott zum Ausdruck, wie ihn
nur die Einfachen und Armen kennen. Sie befähigt zur Großmut und zum
Opfer, ja zum Heroismus, wenn es gilt, den Glauben zu bekunden. In ihr zeigt
sich ein feines Gespür für tiefe Eigenschaften Gottes: seine
Vaterschaft, seine Vorsehung, seine ständige, liebende Gegenwart. Sie führt
zu inneren Haltungen, die man sonst kaum in diesem Maße findet: Geduld,
das Wissen um die Notwendigkeit, das Kreuz im täglichen Leben zu tragen,
Entsagung, Wohlwollen für andere, Respekt«. (130) Sie ist eine reiche
und zugleich verwundbare Wirklichkeit, wo der Glaube, der ihr zugrunde liegt,
der Läuterung und Stärkung bedarf.
Darum ist eine Katechese erfordert, die imstande ist, die inneren
Dimensionen und unleugbaren Werte dieser religiösen Kraft zu erkennen,
und ihr hilft, die Gefahren des Fanatismus, des Aberglaubens, des
Synkretismus und der religiösen Gleichgültigkeit zu überwinden.
»Gut ausgerichtet, kann die Volksfrömmigkeit mehr und mehr für
die Vielen im Volk zu einer echten Begegnung mit Gott in Jesus Christus werden«.
(131)
196. Auch die Verehrung der Gläubigen für die Muttergottes hat
entsprechend den örtlichen und zeitlichen Verhältnissen sowie der
verschiedenen Mentalität der Völker und ihrer unterschiedlichen
kulturellen Überlieferung vielfältige Formen angenommen. Die Formen,
in denen sich eine solche Marienfrömmigkeit äußerte und die dem
Wechsel der Zeit unterliegen, scheinen eine erneuerte Katechese nötig zu
haben, die es ermöglicht, überholte Elemente zu ersetzen, unvergängliche
Elemente als wertvoll herauszustellen und die Lehraussagen der theologischen
Forschung, die vom Lehramt der Kirche vorgelegt wurden, zu berücksichtigen.
Eine solche Katechese ist dringend notwendig. Sie muß auch die
trinitarische, christologische und ekklesiologische Dimension, die der
Mariologie innewohnt, klar zum Ausdruck bringen. Außerdem gilt es bei der Überprüfung
oder Neuschöpfung von Andachtsformen der Marienverehrung die
Orientierungspunkte biblischer, liturgischer, ökumenischer und
anthropologischer Natur zu berücksichtigen. (132)
Die Katechese im ökumenischen Umfeld (133)
197. Jede christliche Gemeinde wird als solche vom Heiligen Geist dazu
angeregt, in der Situation, in der sie sich befindet, ihre ökumenische
Sendung anzuerkennen, indem sie sich am ökumenischen Dialog und an den
Initiativen zur Wiederherstellung der Einheit der Christen beteiligt. Darum soll
die Katechese immer und überall eine »ökumenische Dimension«
annehmen. (134) Das geschieht erstens durch die Darlegung der gesamten
Offenbarung, deren Erbe (depositum) die katholische Kirche unter Achtung
der Hierarchie der Wahrheiten hütet; (135) zweitens hebt die Katechese die
Glaubenseinheit hervor, die zwischen den Christen besteht, und gleichzeitig erklärt
sie die Trennungen, die noch bestehen, und die notwendigen Schritte, um sie zu überwinden;
(136) außerdem weckt und nährt die Katechese ein echtes Verlangen
nach Einheit insbesondere durch die Liebe zur Heiligen Schrift; und schießlich
bemüht sie sich, die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen vorzubereiten, im
Kontakt mit Brüdern und Schwestern anderer Konfessionen zu leben; sie
pflegt die eigene katholische Identität unter Achtung des Glaubens der
anderen.
198. Angesichts verschiedener christlicher Konfessionen können die
Bischöfe bestimmte Experimente der Zusammenarbeit im Bereich des
Religionsunterrichts für angebracht oder sogar notwendig halten. Wichtig
ist dabei, daß für die Katholiken in anderer Weise mit umso größerer
Sorgfalt eine spezifisch katholische Katechese gewährleistet ist. (137)
Auch der Religionsunterricht, der in der Schule erteilt wird, wo Angehörige
verschiedener christlicher Konfessionen anwesend sind, ist von ökumenischer
Bedeutung, wenn die christliche Lehre unverfälscht dargeboten wird. Denn er
bietet die Gelegenheit zum Dialog, durch den die Schüler Unwissenheit und
Vorurteile überwinden und sich einem besseren gegenseitigen Verständnis
öffnen können.
Die Katechese in Beziehung zum Judentum
199. Besondere Aufmerksamkeit muß der Katechese gelten, welche die jüdische
Religion betrifft. (138) »Indem die Kirche, das Gotesvolk im Neuen Bund,
sich in ihr eigenes Mysterium vertieft, entdeckt sie ihren Zusammenhang mit dem
jüdischen Volk, zu dem Gott, unser Herr, zuerst gesprochen hat«. (139)
»Der Religionsunterricht, die Katechese und die Predigt sollen nicht
nur zur Objektivität, Gerechtigkeit und Toleranz heranbilden, sondern auch
zum Verständnis und zum Dialog. Unsere beiden Traditionen sind einander zu
nahe verwandt, als daß sie einander ignorieren dürften. Es muß
auf allen Ebenen zu gegenseitiger Kenntnis ermutigt werden«. (140) Ein Ziel
der Katechese ist insbesondere die Überwindung jeder Form von
Antisemitismus. (141)
Die Katechese im Umfeld anderer Religionen (142)
200. Die Christen leben heute zumeist in einem multireligiösen Umfeld
und nicht wenige in einer Minderheitssituation. In einer solchen Lage erhält
die Katechese, besonders in Beziehung zum Islam, eine große Wichtigkeit
und hat eine heikle Verantwortung auf sich zu nehmen, die auf mehrere Aufgaben
hinausläuft.
Erstens vertieft und stärkt sie die Identität der Glaubenden
zumal da, wo sie sich in der Minderheit befinden durch eine angemessene
Anpassung oder Inkulturation in einer notwendigen Gegenüberstellung
zwischen dem Evangelium Jesu Christi und der Botschaft der anderen Religionen.
Dafür sind gefestigte und eifrige christliche Gemeinden und gut geschulte
einheimische Katecheten unverzichtbar.
Zweitens hilft die Katechese, sich der Anwesenheit anderer Religionen bewubt
zu werden. Sie befähigt notwendigerweise die Gläubigen, in ihnen die
der christlichen Verkündigung widersprechenden Elemente zu erkennen,
erzieht sie aber auch dazu, die Samenkörner des Evangeliums (semina
Verbi) wahrzunehmen, die bei ihnen zu finden sind und die eine echte
Vorbereitung auf das Evangelium bilden können.
Drittens fördert die Katechese in allen Glaubenden ein lebendiges
missionarisches Bewußtsein. Es zeigt sich in einem klaren Glaubenszeugnis,
in einer Haltung gegenseitiger Achtung und des Verständnisses füreinander,
im Dialog und in der Zusammenarbeit bei der Verteidigung der Menschenrechte und
zugunsten der Armen sowie, wo das möglich ist, in der ausdrücklichen
Verkündigung des Evangeliums.
Die Katechese in Beziehung zu den »neuen religiösen
Bewegungen« (143)
201. Im Klima des religiösen und kulturellen Relativismus und manchmal
auch infolge des unrichtigen Verhaltens der Christen verbreiten sich heute rasch
»neue religiöse Bewegungen«, auch Sekten oder Kulte genannt, mit
einer Menge von Namen und Tendenzen, die sich nur schwer in einen genauen
organischen Rahmen einordnen lassen. Soviel man bisher feststellen konnte,
lassen sich unterscheiden: Bewegungen, die aus christlichem Boden stammen,
solche, die von östlichen Religionen herkommen, und wieder andere, die aus
esoterischen Traditionen schöpfen. Sie bereiten Sorge wegen der Lehren und
Lebensweisen, die sich oft von den Inhalten des christlichen Glaubens entfernen.
Deshalb ist es notwendig, zugunsten der Christen, deren Glaube in Gefahr ist,
das »Engagement für eine integrale und systematische Evangelisierung
und Katechese zu fördern, die von einem Glaubenszeugnis begeitet sein
sollen, das sie in das Leben umsetzt«. (144) Es geht nämlich darum,
die schlimme Gefahr der Unkenntnis und des Vorurteils abzuwenden, den Gläubigen
zu helfen, der Heiligen Schrift richtig zu begegnen, unter ihnen lebendige
Gebetserfahrungen auszulösen, sie vor den Säern des Irrtums zu behüten,
sie zur Verantwortung für den empfangenen Glauben zu erziehen und gefährlichen
Situationen der Einsamkeit, der Armut, des Leidens mit dem Schwung der Liebe des
Evangeliums zu begegnen. Wegen der religiösen Sehnsucht, die in solchen
Bewegungen zum Ausdruck kommen kann, verdienen sie, als ein »zu
evangelisierender Areopag« angesehen zu werden, auf dem die am stärksten
verspürten Probleme eine Antwort finden können. »Die Kirche
besitzt ein unschätzbares geistliches Gut, das sie der Menschheit anbieten
kann: es ist Christus, der sich als "der Weg, die Wahrheit und das Leben"
bezeichnet (Joh 14,61)«. (145)
V. KAPITEL Die Katechese im sozio-kulturellen
Umfeld (146)
Katechese und heutige Kultur (147)
202. »Von der Katechese können wir wie von der Evangelisierung im
allgemeinen sagen, daß sie die Kraft des Evangeliums ins Herz der Kultur
und der Kulturen einpflanzen soll«. (148) Die Grundsätze der
katechetischen Anpassung und Inkulturation sind schon dargelegt worden. (149)
Nun soll es genügen, noch einmal zu betonen, daß der katechetische
Diskurs die vom Lehramt erläuterte und von der Theologie vertiefte »Glaubensregel«
zur notwendigen und vorzüglichen Leitlinie hat. Man darf auch nicht
vergessen, daß die Geschichte der Katechese, insbesondere zur Zeit der Väter,
in vielerlei Hinsicht Geschichte der Inkulturation des Glaubens ist und als
solche studiert und meditiert zu werden verdient; andererseits ist sie
Geschichte, die nie still steht und langer Zeiten ständiger Anverwandlung
des Evangeliums bedarf.
In diesem Kapitel werden methodische Hinweise für eine Aufgabe gegeben,
die ebenso notwendig wie anspruchsvoll ist, keineswegs leicht, sondern den
Risiken des Synkretismus und anderer Mißverständnisse ausgesetzt. Man
kann sagen, daß es über dieses gerade heute besonders wichtige Thema
einer stärkeren programmierten und universalen Reflexion in bezug auf die
katechetische Erfahrung bedarf.
Aufgaben einer Katechese zur Inkulturation des Glaubens
(150)
203. Diese Aufgaben bilden ein organisches Ganzes und werden hier
zusammengefaßt. Es gilt:
die Kultur der Menschen und wie stark deren Leben von ihr
durchdrungen ist, gründlich kennenzulernen;
das Vorhandensein der kulturellen Dimension im Evangelium selbst
wahrzunehmen, indem man einerseits sagt, daß dieses nicht igendeinem
menschlichen kulturellen Nährboden entsprießt, und andererseits
anerkennt, daß sich das Evangelium nicht von den Kulturen ablösen läßt,
in die es sich zu Beginn eingebettet und im Lauf der Jahrhunderte zum Ausdruck
gebracht hat;
den tiefgreifenden Wandel, die Umkehr, zu verkünden, die das
Evangelium als »umgestaltende und erneuernde Kraft« (151) in den
Kulturen bewirkt;
von der Transzendenz und dem Nicht-Aufgehen des Evangeliums in der
Kultur zu zeugen und zugleich die evangelischen Keime wahrzunehmen, die in ihr
vorhanden sein können;
einen neuen, der evangelisierten Kultur entsprechenden Ausdruck des
Evangeliums zu fördern, indem man eine Glaubenssprache anstrebt, die
gemeinsames Erbgut der Gläubigen und somit grundlegender
Gemeinschaftsfaktor ist.
Methodisches Vorgehen
204. Während die Katechese jede Manipulation einer Kultur vermeiden muß,
kann sie sich doch nicht darauf beschränken, daß sie das Evangelium
einfach »dekorativ« neben sie stellt, sondern sie muß es »mit
vitaler Kraft in die Tiefe und bis zu den Wurzeln der Kultur und der Kulturen
des Menschen« (152) reichend vorlegen.
Das bestimmt einen dynamischen Prozeß, der aus verschiedenen
aufeinanderwirkenden Momenten besteht: sich bemühen, in der Kultur des
Volkes gleichsam den Widerhall (die Vorahnung, den Anruf, das Zeichen...) des
Wortes Gottes zu hören; unterscheiden, was echter oder wenigstens für
das Evangelium offener evangelischer Wert ist; reinigen, was unter dem Zeichen
der Sünde (Leidenschaften, Strukturen des Bösen...) oder der
menschlichen Gebrechichkeit steht; auf die Menschen einwirken, indem man zu
einer Haltung radikaler Umkehr zu Gott, des Dialogs mit anderen, des geduldigen
inneren Reifens anregt.
Notwendigkeit und Kriterien der Beurteilung
205. In der Phase der Beurteilung, die im Fall eines anfänglichen
Versuchs und oder Experiments umso notwendiger ist, wird man mit aller Sorgfalt
ermitteln, ob sich in den katechetischen Prozeß Elemente des Synkretismus
eingeschlichen haben. In diesem Fall wären die Inkulturationsversuchungen
gefährlich und irrig und müßten berichtigt werden.
Positiv gesagt ist jene Katechese korrekt, die nicht nur eine verstandesmäßige
Anverwandlung des Glaubensinhaltes hervorruft, sondern auch das Herz berührt
und das Verhalten ändert. Auf diese Weise erzeugt die Katechese ein
dynamisches und vom Glauben geeintes Leben, füllt den Graben zwischen dem
Geglaubten und dem Gelebten, zwischen der christlichen Botschaft und dem
kulturellen Umfeld, läßt Früchte der Heiligkeit hervorbringen.
Die für den Prozeß der Inkulturation Verantwortlichen
206. »Die Inkulturation muß das ganze Volk Gottes und nicht nur
einige Experten einbeziehen; denn es ist bekannt, daß das Volk über
den ursprünglichen Glaubenssinn nachdenkt, was nie aus dem Blick verloren
werden soll. Diese muß zwar angeleitet und angeregt, darf aber nicht
erzwungen werden, um keine negativen Reaktionen der Christen hervorzurufen. Sie
hat Ausdruck des gemeinschaftlichen Lebens und nicht ausschließlich Frucht
gelehrter Forschung zu sein, muß also in der Gemeinschaft selber reifen«.
(153) Die Neigung zur Verkörperung des Evangeliums, die das spezifische
Anliegen der Inkulturation ist, verlangt von allen, die im selben kulturellen
Umfeld leben dem Klerus, den Pastoralassistenten (Katecheten), der Welt
der Laien , daß sie sich an der Katechese beteiligen.
Bevorzugte Formen und Wege
207. Unter den zur Inkulturation des Glaubens geeignetsten Formen ist die
Jugend- und die Erwachsenenkatechese zu erwähnen wegen der Möglichkeiten,
Glaube und Leben ausgeprägter miteinander in Beziehung zu bringen. Die
Inkulturation des Glaubens darf bei der christlichen Initiation der Kinder nicht
unbeachtet bleiben, gerade wegen der bemerkenswerten kulturellen Auswirkungen
dieses Prozesses: Erwerb neuer Lebensmotivationen, Gewissenserziehung, Erlernen
der biblischen und sakramentalen Sprache, Kennenlernen der geschichtlichen
Bedeutung des Christentums.
Ein bevorzugter Weg ist die liturgische Katechese wegen des Reichtums an
Zeichen, mit denen die Botschaft zum Ausdruck gebracht wird, und weil sie einem
großen Teil des Gottesvolkes zugänglich ist; neue Aufwertung erfahren
sollen auch die Inhalte der Lektionarien, der Aufbau des liturgischen Jahres,
die Sonntagshomilie und weitere besonders bedeutsame Gelegenheiten zur Katechese
(Hochzeit, Bestattung, Krankenbesuche, Feste der Schutzheiligen usw.); zentral
bleibt die Sorge für die Familie, von der in erster Linie eine inkarnierte
Glaubensvermittlung ausgeht; von besonderem Interesse ist die Katechese in einer
multi-ethnischen und multikulturellen Situation, insofern sie noch aufmerksamer
die Möglichkeiten der verschiedenen Gruppen, den Glauben anzunehmen und neu
zum Ausdruck zu bringen, entdeckt und berücksichtigt.
Die Sprache (154)
208. Die Inkulturation des Glaubens ist in gewisser Hinsicht Werk der
Sprache. Das verlangt, daß die Katechese die Sprache der Botschaft
respektiert und zur Geltung bringt, vor allem die biblische, aber auch die
geschichtlich-herkömmliche der Kirche (Symbolum, Liturgie) und die
sogenannte theoretische (gelehrte) Sprache (dogmatische Formeln); es ist
auch nötig, daß die Katechese in Kommunikation mit Formen und Ausdrücken
tritt, die der Kultur des Menschen, an den sie sich wendet, eigen sind; schließlich
muß die Katechese zu neuen Ausdrucksformen des Evangeliums in der Kultur
anregen, in die es eingepflanzt worden ist.
Im Inkulturationsprozeß des Evangeliums darf sich die Katechese nicht
scheuen, traditionelle Formeln und Fachausdrücke des Glaubens zu verwenden,
muß aber deren Sinn erläutern und deren existentielle Bedeutsamkeit
aufzeigen; und andererseits ist es Pflicht der Katechese, »eine den Kindern
und Jugendlichen unserer Zeit im allgemeinen und vielen anderen Personengruppen
angemessene Sprache zu finden: eine Sprache für Studenten, Intellektuelle
und Wissenschaftler; eine Sprache für Analphabeten oder Menschen mit
primitiver Kultur; eine Sprache für Behinderte usw.«. (155)
Die Kommunikationsmittel
209. Mit der Sprache innerlich verbunden sind die Kommunikationsweisen. Eine
der wirksamsten und am weitesten vordringenden ist die der Massenmedien. »Die
Evangelisierung der modernen Kultur selbst hängt zum großen Teil von
ihrem Einfluß ab«. (156)
Unter Rückbezug auf das, was diesbezüglich an anderer Stelle
gesagt wurde, (157) erinnern wir an einige Hinweise, die für die Wirkungen
der Inkulturation nützlich sind: eine umfassendere Verwendung der
Massenmedien entsprechend ihrer je spezifischen kommunikativen Eigenschaften,
wobei ein gutes Gleichgewicht zwischen der Sprache des Bildes und jener des
Wortes gefunden werden soll; die Wahrung des echten religiösen Sinnes in
den gewählten Ausdrucksformen; die Förderung der kritischen Reife der
Empfänger und die Anregung zur persönlichen Vertiefung dessen, was sie
von den Medien aufgenommen haben; die Herstellung zweckentsprechender
katechetischer Hilfsmittel für den Gebrauch der Massenmedien; eine
fruchtbare Zusammenarbeit zwischen den in der Pastoral tätigen Personen.
(158)
210. Ein anerkanntes zentrales Instrument im Inkulturationsprozeß ist
der Katechismus. Vor allem der Katechismus der Katholischen Kirche, dessen »breites
Spektrum von Diensten« man aufzuzeigen verstehen muß, »auch für
die Ziele der Inkulturation, welche, um wirksam zu sein, nie aufhören darf,
wahrhaftig zu sein«. (159)
Der Katechismus der Katholischen Kirche verlangt ausdrücklich die
Abfassung geeigneter örtlicher Katechismen, in denen die Anpassungen
vorzunehmen sind, »welche die Unterschiede in den Kulturen, Lebensphasen,
im geistlichen Leben, in den gesellschaftlichen und kirchlichen Situationen
erfordern«. (160)
Anthroplogische Bereiche und Kulturtendenzen
211. Das Evangelium fordert eine offene, großzügige und mutige
Katechese: die Menschen dort aufsuchen, wo sie leben, insbesondere an jenen
Nahtstellen des Daseins, wo der elementarste und fundamentalste Kulturaustausch
stattfindet, wie die Familie, die Schule, das Arbeitsmilieu, die Freizeit.
Für die Katechese ist es auch wichtig, zu unterscheiden und in jene
anthropologischen Kreise vorzudringen, in denen die kulturellen Tendenzen sich
auf die Schaffung und Verbreitung von Lebensmodellen am meisten auswirken: in
die städtische Welt, den Touristen- und Migrationsfluß, in die Welt
der Jugend und andere sozial bedeutsame Phänomene...
»Sektoren, die mit dem Licht des Evangeliums zu erhellen sind«,
(161) bilden schließlich jene Kulturbereiche, die als »moderne
Areopage« bezeichnet werden, wie der Bereich der Kommunikation; der Bereich
der zivilen Einsätze für den Frieden, für die Entwicklung, für
die Befreiung der Völker, für die Bewahrung der Schöpfung; der
Bereich der Verteidigung der Rechte der Menschen, vor allem der Minderheiten,
der Frau und des Kindes; der Bereich der wissenschaftlichen Forschung und der
internationalen Beziehungen...
Eingreifen in konkreten Situationen
212. Der von der Katechese unternommene Inkulturationsprozeß hat sich
ständig mit vielfältigen und verschiedenen konkreten Situationen
auseinanderzusetzen. Wir wollen hier einige der bedeutsamsten und häufigsten
nennen.
Erstens ist es notwendig, zu unterscheiden zwischen Inkulturation in Ländern,
wo das Christentum erst vor kurzem Fuß gefaßt hat und wo sich die
erste missionarische Verkündigung noch festigen muß, und
Inkulturation in traditionell christlichen Ländern, die einer
Neu-Evangelisierung bedürfen.
Sodann muß man Situationen Rechnung tragen, die Spannungen und
Konflikten ausgesetzt sind in bezug auf Faktoren, wie sie der ethnische
Pluralismus, der religiöse Pluralismus, die manchmal so krassen
Unterschiede in der Entwicklung, das städtische oder außerstädtische
Milieu, die vorherschenden Wertsysteme darstellen, die in manchen Ländern
von massiver Säkularisierung, in anderen von starker Religiosität
beeinflußt sind.
Schließlich wird man versuchen, die im betreffenden Territorium
kulturell bedeutsamen Tendenzen präsent zu haben, die durch verschiedene
Gesellschafts- und Berufskreise repräsentiert werden von
Wissenschaftlern und Kulturschaffenden, von der Arbeiterwelt, den Jugendlichen,
Ausgegrenzten, Ausländern, Behinderten...
Allgemeiner gesprochen, »Erziehung und Ausbildung der Laien müssen
die menschliche Kultur des jeweiligen Ortes weitgehendst berücksichtigen.
Sie trägt nämlich zu dieser Erziehung und Ausbildung bei und bietet
Hilfen an, um über die Werte der traditionellen und modernen Kultur zu
urteilen. Auch die verschiedenen Kulturen, die im selben Volk und in einem Land
koexistieren, müssen berücksichtigt werden«. (162)
Aufgaben der Ortskirchen (163)
213. Die Inkulturation ist Sache der Teilkirchen und bezieht sich auf sämtliche
Bereiche des christlichen Lebens. Die Katechese ist nur ein Aspekt davon. Wegen
der Natur der Inkulturation, die in der Konkretheit und Besonderheit der
Situation erfolgt, »kann die Berücksichtigung der Teilkirchen für
die Kirche nur Reichtum bedeuten. Sie ist daher unerläßlich und
dringlich«. (164)
Zu diesem Zweck gehen, was sehr angebracht ist, die Bischofskonferenzen da
und dort dazu über, katechetische Direktorien (und ähnliche
Instrumente), Katechismen und Hilfsmittel, Arbeitsstätten und
Bildungszentren zu schaffen. Im Licht der Ausführungen im vorliegenden
Direktorium erscheint es notwendig, die örtlichen Richtlinien zu überprüfen
und auf den neuesten Stand zu bringen und dazu die Mitwirkung der
Forschungszentren anzuregen, sich die Erfahrung der Katecheten zunutze zu machen
und die Beteiligung des Gottesvolkes selbst zu fördern.
Geleitete Initiativen
214. Die Wichtigkeit des Problems und zum andern die unerläßliche
Phase des Forschens und Experimentierens erfordern Initiativen unter der Leitung
der rechtmäßigen Bischöfe. Sie bestehen:
in der Förderung einer verbreiteten und engmaschigen Katechese,
die dazu dient, vor allem das schlimme Hindernis für jede Inkulturation zu überwinden,
das in der Unwissenheit oder schlechten Information besteht. Das ermöglicht
jenen Dialog und die direkte Einbeziehung der Personen, die am besten wirksame
Wege der Verkündigung anzugeben imstande sind;
in der Durchführung von Pilot-Erfahrungen bei der Inkulturation
des Glaubens innerhalb eines von der Kirche aufgestellten Programmes. Eine
einflußreiche Rolle kommt dabei besonders der Praxis des
Erwachsenenkatechumenats entsprechend des OICA zu;
wenn auf demselben Kirchengebiet vielfältige
ethnisch-linguistische Gruppen bestehen, muß man über Anleitungen und
Direktorien verfügen, die in die verschiedenen Spachen übersetzt sind,
und durch katechetische Zentren einen jeder Gruppe homogenen katechetischen
Dienst fördern;
die Anbahnung eines in gegenseitigem Aufeinanderhören und in
Gemeinschaft erfolgenden Dialogs zwischen den Ortskirchen und zwischen ihnen und
dem Heiligen Stuhl. Das ermöglicht, trefflichere und zeitgemäßere
Erfahrungen, Richtlinien, Programme, Arbeitsinstrumente für die
Inkulturation zu ermitteln.
FÜNFTER TEIL DIE KATECHESE IN DER TEILKIRCHE
»Jesus stieg auf einen Berg und rief die zu sich, die er erwählt
hatte, und sie kamen zu ihm. Und er setzte zwölf ein, die er bei sich haben
und die er dann aussenden wollte, damit sie predigten und mit seiner Vollmacht Dämonen
austrieben« (Mk 3,13-15).
»Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben
dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Ich aber sage dir: Du bist
Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen« (Mt 16,17-18).
Vom Heiligen Geist getrieben, bringt die Kirche von Jerusalem die
Kirchen hervor: »Kirche von Jerusalem« (Apg 8,1); »die Kirche
Gottes, die in Korinth ist« (1 Kor 16,19); »die Kirchen in Judäa«
(Gal 1,22); »die sieben Kirchen: die von Ephesus, Smyrna, Pergamon,
Thyatira, Sardes, Philadelphia, Laodizea« (vgl. Offb 1,20; 3,14).
Bedeutung und Zielsetzung dieses Teiles
215. Aus dem, was in den vorhergehenden Kapiteln über das Wesen der
Katechese, ihren Inhalt, ihre Pädagogik und ihre Adressaten ausgeführt
wurde, ergibt sich die katechetische Pastoral, die sich in der Teilkirche
vollzieht.
Dieser fünfte Teil legt deren wichtigste Elemente dar.
216. Im ersten Kapitel wird über den katechetischen Dienst und seine Träger
nachgedacht. Die Katechese ist eine gemeinsame, doch differenzierte
Verpflichtung. Die Bischöfe, die Priester, die Diakone, die Ordensleute und
die gläubigen Laien sind entsprechend ihren jeweiligen Verpflichtungen und
Charismen darin tätig.
Die im zweiten Kapitel analysierte Ausbildung der Katecheten ist das
entscheidende Element im katechetischen Wirken. Zwar ist es wichtig, die
Katechese mit trefflichen Werkzeugen zu versehen; noch wichtiger aber ist es,
geeignete Katecheten heranzubilden. Im dritten Kapitel werden die Orte studiert,
wo Katechese stattfindet.
Im vierten Kapitel werden die ausgesprochen organisatorischen Aspekte der
Katechese studiert: die verantwortlichen Organe, die Koordination der Katechese
und einige besondere Aufgaben des katechetischen Dienstes.
Die in den folgenden Kapiteln gebotenen Hinweise und Anregungen lassen sich
nicht in allen Teilen der Kirche ohne weiteres und gleichzeitig anwenden. Für
jene Nationen oder Regionen, in denen das katechetische Wirken noch nicht
Gelegenheit hatte, ein genügend hohes Entwicklungsniveau zu erreichen,
geben diese Orientierungen und Anregungen bloß eine Reihe von Zielen an,
die stufenweise erreicht werden sollen.
I. KAPITEL Der Dienst der Katechese in der
Teilkirche und seine Träger
Die Teilkirche (165)
217. Die Verkündigung, Weitergabe und gelebte Erfahrung des Evangeliums
erfolgen in der Teilkirche (166) oder Diözese. (167) Die Teilkirche besteht
aus der Gemeinschaft der Jünger Jesu Christi, (168) die in einem bestimmten
sozio-kulturellen Raum leben. In jeder Teilkirche »ist die Gesamtkirche mit
allen ihren wesentlichen Elementen gegenwärtig«. (169) Die
Gesamtkirche, die am Pfingsttag vom Heiligen Geist als erste Zelle befruchtet
wurde, »gebiert die Teilkirchen als Töchter und drückt sich in
ihnen aus«. (170) Die Gesamtkirche als Leib Christi offenbart sich so als »Leib
der Kirchen«. (171)
218. Die Verkündigung des Evangeliums und die Eucharistie sind folglich
die zwei Pfeiler, auf denen sich die Teilkirche aufbaut und um die herum sie
sich versammelt. Wie für die Gesamtkirche »ist auch für sie die
Evangelisierung die wesentliche Aufgabe«. (172)
Die Katechese ist eine grundlegende evangelisierende Tätigkeit jeder
Teilkirche. Durch sie bietet die Diözese allen ihren Gliedern und allen,
die sich ihr mit dem Wunsch nähern, sich Jesus Christus anzuvertrauen,
einen Bildungsprozeß, der ermöglicht, das Evangelium innerhalb des
eigenen Kulturhorizonts kennenzulernen, zu feiern, zu leben und zu verkünden.
Auf diese Weise kann das Bekenntnis des Glaubens das Ziel der Katechese
von den Jüngern Christi »in ihren Sprachen« (173) verkündet
werden. Wie zu Pfingsten spricht die Kirche Christi, die in den Teilkirchen »zugegen
und am Werk ist«, (174) auch heute »in allen Sprachen«, (175)
denn sie senkt als Baum, der wächst, ihre Wurzeln in alle Kulturen.
Der Dienst der Katechese in der Teilkirche
219. In der Gesamtheit der Ämter und Dienste, mit denen die Teilkirche
ihre evangelisierende Sendung vollzieht, nimmt der katechetische Dienst einen
besonders wichtigen Platz ein. (176) Er weist folgende charakteristische
Merkmale auf:
a) In der Diözese ist die Katechese ein einziger Dienst, (177)
der von den Priestern, Diakonen, Ordensleuten und Laien in Gemeinschaft mit dem
Bischof vollzogen wird. Die ganze christliche Gemeinschaft muß sich für
diesen Dienst verantwortlich wissen. Auch wenn die Priester, Ordensleute und
Laien die Katechese im Verein miteinander erteilen, tun sie es doch auf
unterschiedliche Weise, ein jeder gemäß seiner besonderen Stellung in
der Kirche (geweihte Amtsträger, Personen des geweihten Lebens,
Christgläubige). (178) Durch sie bietet, bei aller Unterschiedlichkeit
der Funktionen eines jeden von ihnen, der katechetische Dienst das Wort und das
Zeugnis der kirchlichen Wirklichkeit in ihrer Vollständigkeit an. Wenn eine
dieser Formen von Präsenz fehlte, würde die Katechese einen Teil ihres
Reichtums und ihrer Bedeutung verlieren.
b) Andererseits handelt es sich um einen für das Wachstum der
Kirche unerläßlichen kirchlichen Dienst. Er ist nicht eine Tätigkeit,
die man in der Gemeinde auf eigene Faust oder durch eine rein persönliche
Initiative verrichten könnte. Man handelt im Namen der Kirche, kraft der
von ihr verliehenen Sendung.
c) Das Katechetenamt hat innerhalb der Gesamtheit der
kirchlichen Ämter und Dienste einen Eigencharakter, der sich aus der
Besonderheit des katechetischen Wirkens innerhalb des Evangelisierungsprozesses
ergibt. Die Aufgabe des Katecheten als Glaubenserzieher unterscheidet sich von
der der anderen Träger der (liturgischen, karitativen, sozialen) Pastoral,
auch wenn er natürlich in Koordination mit ihnen tätig sein muß.
d) Damit der katechetische Dienst in der Diözese fruchtbringend
ist, muß er sich auf andere, nicht notwendigerweise direkte Katecheten,
verlassen, die das katechetische Wirken unterstützen und mittragen, indem
sie unumgängliche Aufgaben erfüllen, wie die Ausbildung der
Katecheten, die Erarbeitung von Materialien, die Reflexion, Organisation und
Planung. Zusammen mit den Katecheten stehen diese Mitträger im Dienst eines
einzigen diözesanen katechetischen Dienstes, auch wenn nicht alle, und auch
nicht im gleichen Auftrag, die gleichen Funktionen versehen.
Die christliche Gemeinschaft und die Verantwortung für die
Katechese
220. Die Katechese ist eine Verantwortung der ganzen christlichen
Gemeinschaft. »Um die christliche Initiation sollen sich nicht bloß
Katechisten und Priester kümmern, sondern die ganze Gemeinde der Gläubigen«.
(179) Die ständige Glaubenserziehung ist eine Frage, welche die ganze
Gemeinde angeht. Die Katechese ist folglich eine erzieherische Tätigkeit,
die von der besonderen Verantwortung jedes Mitglieds der Gemeinschaft her in
einem Gemeinschaftsrahmen oder Gemeinschaftsklima ausgeübt wird, damit sich
die Katechumenen und die Glaubensschüler aktiv in das Leben der
Gemeinschaft eingliedern.
Die christliche Gemeinschaft folgt dem Verlauf des katechetischen Lehrganges
sowohl bei den Kindern wie bei den Jugendlichen oder den Erwachsenen als einer
Gegebenheit, die sie einbezieht und direkt verpflichtet. (180) Und die
christliche Gemeinschaft ist es auch, die am Ende des katechetischen Lehrganges
die Glaubensschüler in ein geschwisterliches Milieu aufnimmt, »wo sie
möglichst umfassend das Gelernte werden leben können«. (181)
221. Die christliche Gemeinschaft gibt der Gruppe der Glaubensschüler
nicht nur viel, sondern empfängt auch viel von ihnen. Die Neubekehrten, vor
allem die Jugendlichen und die Erwachsenen, bringen dadurch, daß sie mit
Jesus Christus verbunden sind, der Gemeinschaft, die sie aufnimmt, neuen
menschlichen und religiösen Reichtum. So wächst und entwickelt sich
die Gemeinschaft, denn die Katechese führt nicht nur die Glaubensschüler
zur Glaubensreife, sondern auch die Gemeinschaft selbst.
Auch wenn die ganze christliche Gemeinschaft für die Katechese
verantwortlich ist und ihre Mitglieder den Glauben bezeugen müssen,
erhalten nur einige den kirchlichen Auftrag, Katecheten zu sein. Zusätzlich
zu der ureigenen Sendung hinzu, welche die Eltern gegenüber ihren Kindern
haben, betraut die Kirche offiziell dazu bestimmte, besonders berufene Angehörige
des Gottesvolkes mit der heiklen Aufgabe, den Glauben innerhalb der Gemeinde
organisch weiterzugeben. (182)
Der Bischof als Erstverantwortlicher für die Katechese in der
Teilkirche
222. Das II. Vatikanische Konzil hebt den überaus hohen Stellenwert
hervor, den die Verkündigung und Weitergabe des Evangeliums im bischöflichen
Amt haben: »Unter den hauptsächlichsten Ämtern der Bischöfe
hat die Verkündigung des Evangeliums einen hervorragenden Platz«.
(183) Bei der Erfüllung dieser Aufgabe sind die Bischöfe erstens »Glaubensboten«,
(184) die Christus neue Jünger zu gewinnen suchen, und zugleich »authentische
Lehrer«, (185) die dem ihnen anvertrauten Volk den Glauben vermitteln, der
bekannt und gelebt werden soll. Die missionarische Verkündigung und die
Katechese stellen im Prophetenamt der Bischöfe zwei eng miteinander
verbundene Aspekte dar. Um diese Funktion auszuüben, empfangen die Bischöfe
»ein Charisma der Wahrheit«. (186)
Die Bischöfe sind »die für die Katechese zuallererst
Verantwortlichen, die eigentlichen Katcheten«. (187) In der Geschichte der
Kirche tritt die überaus wichtige Rolle großer und heiliger Bischöfe
deutlich hervor, die mit ihren Initiativen und Schriften die blühendste
Periode der katechumenalen Institution kennzeichnen. Sie faßten die
Katechese als eine der Hauptpflichten ihres Amtes auf. (188)
223. Diese Sorge für das katechetische Wirken wird den Bischof
veranlassen, in der Teilkirche »die oberste Leitung der Katechese zu übernehmen«.
(189) Dazu gehören u.a. die Aufgaben:
Seiner Kirche die effektive Priorität einer wirksamen
aktiven Katechese zu gewährleisten, »die Menschen, Mittel und
Werkzeuge, natürlich auch das notwendige Geld zur Verfügung« hat.
(190)
Die Sorge für die Katechese mit einem direkten Eingreifen
in die Weitergabe des Evangeliums an die Gäubigen wahrzunehmen und
gleichzeitig über die Echtheit des Glaubensbekenntnisses und die Qualität
der Texte und Arbeitsbehelfe zu wachen, die verwendet werden sollen. (191)
»Eine echte und tiefe Liebe zur Katechese zu wecken und
zu pflegen, eine Liebe, die in einer angemessenen und wirksamen Organisation
konkrete Gestalt annimmt«, (192) und mit der tiefen Überzeugung von
der Wichtigkeit zu wirken, welche die Katechese für das christliche Leben
einer Diözese hat.
Dafür zu sorgen, »daß die Katecheten für
ihre Aufgabe gebührend vorbereitet werden; daß sie die Lehre der
Kirche gründlich kennenlernen und auch die psychologischen Gesetze und pädagogischen
Fächer theoretisch und praktisch erlernen«. (193)
In der Diözese einen gegliederten und zusammenhängenden
katechetischen Gesamtplan festzulegen, der den wirklichen Bedürfnissen
der Gläubigen entspricht und in die diözesanen Pastoralpläne
entsprechend eingebettet ist. Dieser Plan muß in seinem Ablauf auch mit
den Plänen der Bischofskonferenz koordiniert werden.
Die Priester als Hirten und Erzieher der christlichen Gemeinde
224. Die dem Priester eigene Funktion bei der katechetischen Aufgabe ergibt
sich aus dem Weihesakrament, das er empfangen hat. Durch das Weihesakrament
werden die Priester kraft der Salbung durch den Heiligen Geist Christus dem
Priester gleichgestaltet als Diener des Hauptes zur vollkommenen Auferbauung
seines Leibes, der Kirche, und Mitarbeiter des Bischofsstandes. (194) Aufgrund
dieser ontologischen Gleichgestaltung mit Christus ist das Priesteramt ein
Dienst, der die Gemeinde formt und die anderen Dienste und Charismen koordiniert
und kräftigt. In bezug auf die Katechese macht das Weihesakrament die
Priester zu »Erziehern im Glauben«. (195) Sie setzen sich deshalb dafür
ein, daß die Gläubigen der Gemeinde angemessen gebildet werden und
zur christlichen Reife gelangen. (196) Die Priester, die sie sich andererseits
bewußt sind, daß ihr »Priestertum des Dienstes« (197) im
Dienst des »gemeinsamen Priestertums der Gläubigen« (198) steht,
spornen die Berufung und Arbeit der Katecheten an und helfen ihnen, eine
Funktion zu erfüllen, die der Taufe entspringt und kraft einer Sendung
ausgeübt wird, welche die Kirche ihnen anvertraut. Die Priester kommen so
der Aufforderung des II. Vatikanischen Konzils nach, das sie bittet, »die Würde
der Laien und die bestimmte Funktion, die den Laien für die Sendung der
Kirche zukommt, wahrhaft anzuerkennen und zu fördern«. (199)
225. Die eigentlichen Aufgaben des Priesters und insbesondere des Pfarrers
(200) in bezug auf die Katechese sind folgende:
In der christlichen Gemeinschaft das Gefühl der gemeinsamen
Verantwortung für die Katechese als einer Aufgabe zu wecken, die alle
angeht, sowie die Dankbarkeit und Hochschätzung gegenüber den
Katecheten und ihrer Sendung;
für die Grundausrichtung der Katechese und ihre
entsprechende Planung zu sorgen, indem er sich auf die aktive Beteiligung der
Katecheten selbst verläßt und darauf achtet, daß die Katechese »gut
strukturiert und gut ausgerichtet« (201) ist;
Berufungen zum katechetischen Dienst zu wecken und
wahrzunehmen und als Katechet der Katecheten sich um ihre Ausbildung zu kümmern
und sich dieser Aufgabe mit größtem Eifer zu widmen;
die katechetische Tätigkeit in den Evangelisierungsplan der
Gemeinde einzuordnen und besonders für die Verbindung zwischen
Katechese, Sakramenten und Liturgie zu sorgen;
die Verbindung der Katechese seiner Gemeinde mit den diözesanen
Pastoralplänen zu gewährleisten, indem er den Katecheten hilft, zu
aktiven Mitarbeitern einer gemeinsamen diözesanen Planung zu werden.
Wie die Erfahrung bezeugt, hängt die Qualität der Katechese einer
Gemeinde zum größten Teil von der Präsenz und der Tätigkeit
des Priesters ab.
Die Eltern, erste Glaubenserzieher ihrer Kinder (202)
226. Das Zeugnis eines christlichen Lebens, das die Eltern im Schoß
der Familie geben, erreicht, in Zärtlichkeit und mütterlichen und väterlichen
Respekt gehüllt, die Kinder. Diese gewahren auf diese Weise und erleben
freudig die durch die Eltern bekundete Nähe Gottes und Jesu, so daß
diese erste christliche Erfahrung oftmals eine entscheidende Spur hinterläßt,
die während des ganzen Lebens andauert. Dieses religiöse Erwachen des
Kindes im Familienkreis hat einen »unersetzlichen« (203) Charakter.
Diese erste Initiation festigt sich, wenn anläßlich gewisser
Familienereignisse oder Feste »der christliche oder religiöse Sinn
dieser Ereignisse sorgfältig erklärt wird«. (204) Diese
Initiation vertieft sich noch mehr, wenn die Eltern die methodischere Katechese,
die ihre größeren Kinder in der christlichen Gemeinschaft erhalten,
aufgreifen und ihnen helfen, sie zu verinnerlichen und sich zu eigen zu machen.
»Die Familienkatechese geht daher jeder anderen Form der Katechese voraus,
begleitet und bereichert sie«.(205)
227. Die Eltern empfangen im Sakrament der Ehe die Gnade und die
Verantwortung für die christliche Erziehung ihrer Kinder, (206) denen sie
die menschlichen und religiösen Werte bezeugen und weitergeben. Dieses
zugleich menschliche und religiöse erzieherische Wirken ist ein »echtes
und wirkliches Amt«, (207) durch das das Evangelium weitergegeben wird und
so sehr ausstrahlt, daß das Leben der Familie selbst zum Glaubensweg und
zur christlichen Lebensschule wird. Wenn die Kinder heranwachsen, kommt es zum
gegenseitigen Austausch, und »bei einem derartigen Gespräch ist jeder
ein Empfangender und Gebender zugleich«.(208)
Darum muß die christliche Gemeinde den Eltern ganz besondere
Aufmerksamkeit schenken. Durch persönliche Kontakte, Begegnungen, Kurse und
auch durch eine an die Eltern gerichtete Erwachsenenkatechese muß ihnen
geholfen werden, die heute besonders heikle Aufgabe auf sich zu
nehmen, ihre Kinder im Glauben zu erziehen. Das ist noch dringender an den
Orten, wo die staatliche Gesetzgebung eine freie Erziehung im Glauben nicht
gestattet oder erschwert. (209) In diesen Fällen ist die »Hauskirche«
(210) praktisch der einzige Bereich, wo die Kinder und die Jugendlichen eine
echte Katechese erhalten können.
Die Ordensleute in der Katechese
228. Die Kirche beruft ganz besonders die Personen des geweihten Lebens zur
katechetischen Tätigkeit und spricht den Wunsch aus, »daß die
Ordensgemeinschaften alles, was sie an Fähigkeiten und Möglichkeiten
besitzen, der spezifischen Aufgabe der Katechese widmen mögen«. (211)
Der besondere Beitrag der Ordensmänner, Ordensfrauen und der Mitglieder
der Gesellschaften des apostolischen Lebens zur Katechese ergibt sich aus ihrem
besonderen Stand. Das Gelübde der evangelischen Räte, das das
Ordensleben bestimmt, stellt für die ganze christliche Gemeinschaft ein
Geschenk dar. Im diözesanen katechetischen Wirken wird ihr eigentümlicher
und besonderer Beitrag nie ersetzt werden können, weder durch Priester noch
durch Laien. Dieser unvergleichliche Beitrag entsteht aus dem öffentlichen
Zeugnis ihrer Weihe an Gott, die sie zum lebendigen Zeichen der Wirklichkeit des
Gottesreiches macht: »Das Gelübde dieser Räte in einem von der
Kirche anerkannten dauernden Lebensstand kennzeichnet das gottgeweihte Leben«.
(212) Obwohl die Werte des Evangeliums von jedem Christen gelebt werden sollen,
leben doch die Personen des geweihten Lebens in konkreter Weise »die
Kirche, die danach trachtet, der Unbedingtheit der Seligpreisungen zu
entsprechen«. (213) Das Zeugnis der Ordensleute im Verein mit dem Zeugnis
der Laien zeigt das einzige Antlitz der Kirche, die Zeichen des Gottesreiches
ist. (214)
229. »Viele Ordensgemeinschaften, weibliche und männliche, sind für
die christliche Erziehung von Kindern und Jugendlichen, zumal der verlassensten,
gegründet worden«. (215) Dieses Charisma der Stifter läßt
viele Ordensmänner und Ordensfrauen heute in der diözesanen
Erwachsenenkatechese mitarbeiten. Im Verlauf der Geschichte »haben viele
von ihnen das katechetische Wirken der Kirche sehr engagiert mitgetragen«.
(216)
Die Gnadengaben der Stifter (217) werden nicht links liegen gelassen, wenn
die Ordensleute die katechetische Aufgabe auf sich nehmen. Während sie am
Eigencharakter der Katechese festhalten, versehen die Charismen der
verschiedenen Ordensgemeinschaften diese gemeinsame Aufgabe mit je eigenen
Akzenten von oft großer religiöser, sozialer und pädagogischer
Tiefe. Die Geschichte der Katechese beweist die Lebenskraft, die diese Charismen
dem erzieherischen Wirken der Kirche gebracht haben.
Die Laienkatecheten
230. Auch die katechetische Betätigung der Laien hat einen besonderen
Charakter, der auf ihren Stand in der Kirche zurückgeht: »Den Laien
ist der Weltcharakter in besonderer Weise eigen«. (218) Die Laien üben
die Katechese von ihrer Einbettung in die Welt her aus, indem sie alle Formen
des Engagements mit den anderen Männern und Frauen teilen und der Übermittlung
des Evangeliums besondere Sensibilität und Eigenart verleihen. »Diese
Evangelisation, das heißt die Verkündigung der Botschaft Christi
durch das Zeugnis des Lebens und das Wort, bekommt eine eigentümliche Prägung
und besondere Wirksamkeit von da her, daß sie in den gewöhnlichen
Verhältnissen der Welt erfüllt wird«. (219)
Da die Laienkatecheten die gleiche Lebensform haben wie die, die sie
unterweisen, haben sie einen besonderen Sinn dafür, das Evangelium im
konkreten Leben der Menschen zu inkarnieren. Die Katechumenen und die
Glaubensschüler können in ihnen ein christliches Modell finden, in das
sie ihre Zukunft als Glaubende projizieren können.
231. Die Berufung des Laien zur Katechese entspringt dem Sakrament der Taufe
und wird durch die Firmung gestärkt, Sakramente, durch die der Laie teilhat
am »priesterlichen, prophetischen und königlichen Amt Christi«.
(220) Über die gemeinsame Berufung zum Apostolat hinaus fühlen sich
einzelne Laien von Gott innerlich dazu berufen, die Katechetenaufgabe auf sich
zu nehmen. Die Kirche weckt und prüft diese göttliche Berufung und
erteilt die Sendung, im Glauben zu unterweisen. So lädt der Herr Jesus Männer
und Frauen auf eine besondere Weise ein, ihm, dem Lehrer und Ausbilder der Jünger,
zu folgen. Dieser persönliche Ruf Jesu Christi und die Beziehung zu ihm
sind die wahre Triebkraft des Wirkens des Katecheten. »Diese liebende
Erkenntnis Christi weckt das Verlangen, zu verkünden, zu evangelisieren und
andere zum Ja des Glaubens an Jesus Christus zu führen«.(221)
Sich zum Katecheten berufen zu fühlen und der von der Kirche dazu
erhaltene Auftrag kann, je nach der Eigenart eines jeden, zu verschiedenen
Graden des Einsatzes führen. Bisweilen kann der Katechet für bloß
eine gewisse Zeit seines Lebens am Dienst der Katechese mitarbeiten oder auch
einfach gelegentlich; auch das bleibt stets ein Dienst und eine wertvolle
Mitarbeit. Die Wichtigkeit des katechetischen Dienstes rät jedoch dazu, daß
es in der Diözese eine gewisse Anzahl von Ordensleuten und Laien gibt, die
sich großmütig auf Dauer der Katechese widmen und, öffentlich
anerkannt, in Gemeinschaft mit den Priestern und dem Bischof dazu
beitragen, diesem diözesanen Dienst das kirchliche Erscheinungsbild zu
geben, das zu ihm gehört. (222)
Verschiedene Typen von Katecheten, die heute besonders gebraucht
werden
232. Der Typus oder die Gestalt des Katcheten in der Kirche weist
verschiedene Ausprägungen auf, da die Bedürfnisse der Katechese vielfältig
sind.
»Die Katechisten in den Missionsländern«,(223)
auf die dieser Titel ganz besonders zutrifft. »Heute blühende Kirchen
hätten ohne sie nicht aufgebaut werden können«. (224) Es gibt
solche, »die die spezifische Aufgabe der Katechese haben«, (225) und
solche, die »in den verschiedenen Apostolatsformen mitarbeiten«. (226)
In so mancher von alters her bestehenden Kirche mit großem
Priestermangel bedarf es einer Gestalt, welche der des Katechisten in den
Missionsländern in gewisser Weise analog ist. Es gilt nämlich,
dringenden Bedürfnissen nachzukommen: Belebung der Gemeinde einer kleinen
ländlichen Bevölkerung, die die ständige Anwesenheit eines
Priesters entbehren müssen; angemessene Form einer Präsenz und
missionarischen Durchdringung der »dichtbesiedelten Quartiere von Großstädten«.
(227)
In den Situationen der traditionell christlichen Länder, die
einer »Neu-Evangelisierung« (228) bedürfen, werden die Gestalt
des Jugendkatecheten und die des Erwachsenenkatecheten unentbehrlich.
Diese Katecheten müssen auch für die ständige Katechese sorgen.
Bei solchen Aufgaben ist die Rolle des Priesters ebenfalls von entscheidender
Bedeutung.
Weiterhin grundlegend wichtig ist die Gestalt des Katecheten für
Kleinkinder, Schulkinder und Heranwachsende, dem die heikle Sendung zukommt,
»den ersten Katechismusunterricht und die Vorbereitung auf das Bußsakrament,
die heilige Erstkommunion und die Firmung« zu erteilen. (229) Diese Aufgabe
ist heute besonders dort wichtig, wo Kinder und Jugendliche aus verschiedenen Gründen
»daheim keine entsprechende religiöse Bildung erhalten«. (230)
Ein Katechetentyp, der heranzubilden ist, ist der des Katecheten
für die vorsakramentalen Begegnungen, (231) der für die Welt der
Erwachsenen anläßlich der Taufe und der Erstkommunion ihrer Kinder
oder des Empfanges des Ehesakraments bestimmt ist. Es ist eine ganz eigene
Aufgabe, bei der die Aufnahme, die Erstverkündigung und die Gelegenheit,
zum Wegbegleiter auf der Suche nach dem Glauben zu werden, in eins verschmelzen.
Weitere Katechetentypen sind für besonders sensible
Menschengruppen dringend erfordert: für die Menschen des dritten
Lebensalters, (232) die eine ihren Verhältnissen angepaßte
Darlegung des Evangeliums benötigen; für Personen mit
Behinderungen, die außer ihrer vollen Eingliederung in die Gemeinde
eine Spezialkatechese brauchen; (233) für die Migranten und die aus der
modernen Entwicklung Ausgegrenzten.( 234)
Es können noch weitere Katechetentypen anzuraten sein. Jede
Teilkirche wird in einer Analyse ihrer kulturellen und religiösen Situation
ihre eigenen Bedürfnisse entdecken und mit Wirklichkeitssinn jene Typen von
Katecheten heranbilden, die sie benötigt. Der Moment, in dem man die
Ausbildung der Katecheten in die Wege leiten und organisieren muß, ist
eine entscheidend wichtige Aufgabe.
II. KAPITEL Die Ausbildung für den
Dienst der Katechese
Die Pastoral der Katecheten in der Teilkirche
233. Damit der katechetische Dienst in der Teilkirche gut funktioniert, ist
es sehr wichtig, daß man vor allem auf eine angemessene Pastoral der
Katecheten zählen kann. Bei dieser ist verschiedenen Aspekten Rechnung zu
tragen. Man muß versuchen:
In den Pfarreien und den christlichen Gemeinschaften Berufungen
für die Katechese zu wecken. Da es heute einer immer differenzierteren
Katechese bedarf, sind verschiedene Typen von Katecheten heranbilden. »Es
braucht spezialisierte Katecheten«. (235) Diesbezüglich sind
Auswahlkriterien zu bestimmen.
Eine gewisse Anzahl vollamtlicher Katecheten heranzubilden, die sich
intensiver und dauernd der Katechese widmen können, (236) und dazu Teilzeitkatecheten,
deren Zahl für gewöhnlich größer sein wird.
In den Bereichen der Adressaten, die einer Katechese bedürfen,
eine ausgewogenere Verteilung der Katecheten vorzunehmen. Das Wissen um
die Notwendigkeit einer Jugend- und Erwachsenenkatechese wird zum Beispiel zur
Herstellung eines größeren Gleichgewichtes zwischen ihrer und der
Anzahl jener Katecheten führen, die sich der Kinder und der Heranwachsenden
annehmen.
Für das katechetische Wirken verantwortliche Leiter auszubilden,
die auf diözesaner, regionaler oder Pfarreiebene Verantwortung übernehmen.
(237)
Die Bildung der Katecheten, sowohl die Grundausbildung als
auch die Weiterbildung, angemessen zu organisieren.
Den Katecheten und der Katechetengruppe als solcher persönliche
und geistliche Aufmerksamkeit zu schenken. Das ist im Grunde vor allem Sache
der Priester der betreffenden christlichen Gemeinden.
Die Katecheten in den christlichen Gemeinden mit den anderen
Seelsorgern zu koordinieren, damit das vielschichtige evangelisierende
Wirken nicht isoliert und dem Leben der Gemeinde fremd bleibt.
Bedeutung der Ausbildung der Katecheten
234. Alle diese Aufgaben ergeben sich aus der Überzeugung, daß
jede pastorale Tätigkeit, die bei ihrer Verwirklichung nicht auf wirklich
ausgebildete und gut vorbereitete Personen zählen kann, an Qualität
einbüßt. Die Arbeitsinstrumente können nicht wahrhaft
wirkungsvoll sein, wenn sie nicht von gut ausgebildeten Katecheten benützt
werden. Darum darf die angemessene Ausbildung der Katecheten nicht
zugunsten der Überarbeitung von Texten oder einer besseren Organisation der
Katechese vernachlässigt werden.(238)
Infolgedessen muß die katechetische Pastoral auf Diözesanebene
der Ausbildung von Laienkatecheten abolute Priorität einräumen.
Im Zusammenhang damit und als entscheidendes Element wird man der katechetischen
Ausbildung der Priester Beachtung zu schenken haben, sowohl in den Studienplänen
der Seminarausbildung als auch in der Zeit der Weiterbildung. Die Bischöfe
sind gebeten, für diese Ausbildung höchst gewissenhaft zu sorgen.
Zielsetzung und Wesen der Katechetenausbildung
235. Die Ausbildung sucht die Katecheten zu befähigen, denen, die sich
Jesus Christus anzuvertrauen wünschen, das Evangelium zu vermitteln. Die
Zielsetzung der Ausbildung verlangt deshalb, daß der Katechet in möglichst
hohem Maße dazu befähigt wird, einen Kommunikationsakt zu
vollbringen: »Der Höhepunkt und zugleich das Herzstück der
katechetischen Ausbildung ist die Eignung und Geschicklichkeit, die Botschaft
des Evangeliums auszurichten«. (239)
Die christozentrische Zielsetzung der Katechese, welche die Verbindung des
Bekehrten mit Jesus Christus zu fördern sucht, prägt die ganze
Ausbildung der Katecheten. (240) Diese strebt ja nichts anderes an, als den
Katecheten dazu anzuleiten, einen katechetischen Lehrgang wirkungsvoll zu
beseelen, in dem er durch die notwendigen Etappen hindurch Jesus Christus verkündet,
mit seinem Leben bekannt macht, indem er es in den Rahmen der ganzen
Heilsgeschichte stellt, das Geheimnis des Gottessohnes, der für uns Mensch
geworden ist, erklärt; schließlich soll er dem Katechumenen und dem
Glaubensschüler helfen, sich durch die Initiationssakramente mit Jesus
Christus zu identifizieren. (241) Bei der ständigen Katechese tut der
Katechet nichts anderes, als daß er diese Grundaspekte vertieft.
Die christologische Sicht wirkt sich auf die Identität des Katecheten
und seine Ausbildung unmittelbar aus. »Einheit und Harmonie des
Katecheten sind in dieser christozentrischen Optik zu sehen und bauen sich um
eine tiefe Verbundenheit mit Christus und dem Vater im Heiligen Geist auf«.(242)
236. Die Tatsache, daß die Ausbildung den Katecheten dafür
tauglich zu machen sucht, das Evangelium im Namen der Kirche weiterzugeben,
verleiht der ganzen Ausbildung einen kirchlichen Charakter. Die Ausbildung der
Katecheten ist nichts anderes als eine Hilfe für sie, sich in das
lebendige, gegenwartsbezogene Bewußtsein, das die Kirche vom Evangelium
hat, einzufühlen und so fähig zu werden, es in ihrem Namen
weiterzugeben.
Konkreter gesagt, der Katechet vereint sich in seiner Ausbildung
mit jenem Bestreben der Kirche, die als Braut »das Treuewort, das sie dem
Bräutigam gegeben hat, unversehrt und rein bewahrt« (243) und als »Mutter
und Lehrerin« das Evangelium in seiner ganzen Echtheit weitergeben will,
indem sie es an alle Kulturen, Lebensalter und Situationen anpaßt. Dieser
ekklesiologische Charakter der Weitergabe des Evangeliums durchdringt die ganze
Ausbildung der Katecheten und gibt ihr ihren wahren Charakter.
Inspirative Kriterien der Katechetenausbildung
237. Um die Ausbildung der Katecheten richtig zu konzipieren, muß man
sich vorher einige inspirierende Richtlinien vor Augen halten, welche mit
verschiedenen Akzentsetzungen diese Bildung ausmachen.
Vor allem gilt es, Katecheten auszubilden für die Erfordernisse
der Evangelisierung in diesem Augenblick der Geschichte mit seinen Werten,
seinen Herausforderungen und seinen Schattenseiten. Um diese Aufgabe zu bewältigen,
braucht es Katecheten mit einem tiefen Glauben, (244) einer klaren christlichen
und kirchlichen Identität (245) und tiefem sozialen Einfühlungsvermögen.
(246) Jeder Ausbildungsplan muß diesen Aspekten Rechnung tragen.
Bei der Ausbildung wird man sich auch den Begriff Katechese vor
Augen halten, den die Kirche heute vertritt. Es gilt Katecheten so auszubilden,
daß sie nicht nur eine Lehre, sondern durch Erfüllung von »Aufgaben
der Einführung, der Erziehung und der Unterweisung« (247) auch eine
christliche Gesamtformung zu vermitteln vermögen. Es braucht Katecheten,
die zugleich Lehrer, Erzieher und Zeugen sind.
Die Stunde der Katechese, die die Kirche erlebt, ist eine
Aufforderung, Katecheten auszubilden, die imstande sind, »sich über
divergierenden einseitigen Tendenzen zu halten« (248) und eine volle und
vollständige Katechese zu bieten. Sie sollen die Wahrheits- und die
Sinndimension des Glaubens, die Rechtgläubigkeit und das richtige Handeln (Orthodoxie
und Orthopraxis), den sozialen und den kirchlichen Sinn miteinander zu
verbinden wissen. Die Ausbildung wird zur gegenseitigen Befruchtung dieser Pole,
die zu Polaritäten werden können, beitragen müssen.
Die Ausbildung von Laienkatecheten darf den Eigencharakter des
Laien in der Kirche nicht ignorieren und darf nicht als bloße Synthese
der Formung konzipiert werden, welche die Ordensleute oder die Priester
erhalten. Ja, man wird sich vor Augen halten müssen, daß »ihre
apostolische Bildung vom weltbezogenen Eigencharakter des Laientums selbst und
von seiner Spiritualität eine eigene Prägung erhält« (AA
29).
Die Pädagogik schließlich, an die man sich bei
dieser Ausbildung hält, ist von grundlegender Bedeutung. Als allgemeinen
Grundsatz gilt es zu betonen, daß zwischen der Pädagogik der
katechetischen Ausbildung als ganzer und der Pädagogik eines katechetischen
Lehrganges unbedingt ein Zusammenhang bestehen muß. Für den
Katecheten wäre es sehr schwierig, in seiner Tätigkeit einen Stil und
eine Sensibilität zu improvisieren, zu denen er in seiner Ausbildung nicht
angeleitet worden ist.
Die Dimensionen der Ausbildung: Sein, Wissen, praktisches Können
238. Die Ausbildung der Katecheten umfaßt verschiedene Dimensionen.
Die tiefste bezieht sich auf das Sein des Katecheten, auf seine menschliche und
christliche Dimension. Denn die Ausbildung soll ihm helfen, vor allem als
Person, als Glaubender und als Apostel zu reifen. Dazu kommt das, was der
Katechet wissen muß, um seine Aufgabe gut zu erfüllen. Von der
doppelten Treue zur Botschaft und zum Menschen durchdrungen, verlangt diese
Dimension, daß der Katechet die Botschaft, die er weitergibt, und
gleichzeitig den Adressaten, der sie empfängt, und das soziale Umfeld, in
dem dieser lebt, entsprechend kennt. Schließlich ist da noch die Dimension
des praktischen Könnens (Know-how), denn die Katechese ist
ein Kommunikationsakt. Die Ausbildung sucht den Katecheten zu einem Erzieher des
Menschen und des menschlichen Lebens zu machen.(249)
Menschliche, christliche und apostolische Reife der Katecheten
239. Auf der Grundlage einer anfanghaften menschlichen Reife (250)
wird die fortwährend überprüfte und beurteilte Ausübung der
Katechese dem Katecheten ermöglichen, im Hinblick auf das emotionale
Gleichgewicht, das kritische Bewußtsein, die innere Einheit, die
Beziehungs- und Dialogfähigkeit, den konstruktiven Geist und die
Gruppenarbeit zu wachsen. (251) Man wird sich vor allem bemühen müssen,
sie in der Achtung und Liebe gegenüber den Katechumenen und den Glaubensschülern
wachsen zu lassen. »Was ist das für eine Liebe? Sehr viel mehr als die
eines Erziehers, es ist die Liebe eines Vaters, ja, noch mehr: die Liebe einer
Mutter. Das ist die Liebe, die der Herr von jedem Verkündiger der
Frohbotschaft erwartet, von jedem, der die Kirche aufbauen will«. (252)
Die Ausbildung wird gleichzeitig dafür sorgen müssen, daß
die Ausübung der Katechese den Glauben des Katecheten fördert und stärkt
und ihn so als Glaubenden wachsen läßt. Darum nährt eine solide
Ausbildung vor allem die Spiritualität des Katecheten selbst, (253)
so daß seine Tätigkeit wirklich dem Zeugnis seines Lebens entspringt.
Jedes katechetische Thema, das er behandelt, soll zunächst den Glauben des
Katecheten selbst fördern. Denn dadurch, daß man zuerst sich selbst
unterweist, unterweist man die anderen.
Darüber hinaus soll die Ausbildung fortwährend das apostolische
Bewußtsein des Katecheten, sein Eigenverständnis als Verkünder
des Evangeliums stärken. Deshalb soll er das konkrete
Evangelisierungsprojekt der eigenen Diözesankirche und das seiner Pfarrei
kennen, um sich auf das Bewußtsein einzustellen, das die Teilkirche von
ihrer Sendung hat. Die beste Weise, dieses apostolische Bewußtsein zu nähren,
besteht darin, sich mit der Gestalt Jesu Christi, des Lehrers und Heranbilders
der Apostel, zu identifizieren und sich den Eifer für das Reich, den Jesus
bekundet hat, zu eigen zu machen. Von der Ausübung der Katechese her wird
die apostolische Berufung des Katecheten von seiner Weiterbildung genährt
mehr und mehr reifen.
Die biblisch-theologische Ausbildung des Katecheten
240. Der Katechet soll nicht nur Glaubenszeuge, sondern auch Glaubenslehrer
sein. Eine biblisch-theologische Ausbildung wird ihn mit einer organischen
Kenntnis der rund um das zentrale Geheimnis des Glaubens, Jesus Christus,
gegliederten christlichen Botschaft ausstatten.
Der Inhalt dieser lehrmäßigen Ausbildung ist durch die
verschiedenen Teile vorgegeben, aus denen sich jede organische Katecheseplanung
zusammensetzt:
die drei großen Etappen der Heilsgeschichte: Altes Testament,
Leben Jesu Christi und Geschichte der Kirche;
die großen Kernpunkte der christlichen Botschaft: Symbolum,
Liturgie, sittliches Leben und Gebet.
Auf der Ebene des Theologiestudiums ist der Lehrinhalt bei der Ausbildung
eines Katecheten der gleiche wie der, den die Katechese zu vermitteln hat. Die
Heilige Schrift wird also »gleichsam die Seele dieser ganzen Ausbildung«
sein müssen. (254) Der Katechismus der Katholischen Kirche wird die
Lehrgrundlage sein, zusammen mit den Katechismen der eigenen Teil- oder
Ortskirche.
241. Diese biblisch-theologische Ausbildung soll folgende Eigenschaften
aufweisen:
a) Erstens muß sie eine Ausbildung von synthetischem Charakter
sein, die der zu vermittelnden Botschaft entspricht und worin die verschiedenen
Elemente des christlichen Glaubens gut aufgebaut und aufeinander abgestimmt in
einer organischen Sicht erscheinen, welche die »Hierarchie der Wahrheiten«
respektiert.
b) Diese Glaubenssynthese soll so beschaffen sein, daß sie dem
Katecheten hilft, im eigenen Glauben zu reifen, und ihn gleichzeitig befähigt,
über die Hoffnung Auskunft zu geben, die in der Zeit der Mission vorhanden
ist. »Eine theologische Schulung der Laien erweist sich heute nicht nur
aufgrund der Dynamik ihrer Glaubensvertiefung, sondern auch aufgrund der
Forderung, vor der Welt und ihren schweren und komplexen Problemen die Hoffnung,
die in ihnen ist, zu bezeugen, als immer notwendiger«. (255)
c) Sie muß eine theologische Ausbildung sein, die der
menschlichen Erfahrung nahe steht und in der Lage ist, die verschiedenen Aspekte
der christlichen Botschaft auf das konkrete Leben der Männer und Frauen zu
beziehen, »das sie mit dem Licht des Evangeliums beleuchtet, um anzuregen
oder in Frage zu stellen«. (256) Sie soll, obwohl sie theologischer
Unterricht bleibt, gewissermaßen einen katechetischen Stil annehmen.
d) Schließlich muß sie so beschaffen sein, daß der
Katechet »die Botschaft des Evangeliums nicht nur richtig weitergeben kann,
sondern auch in der Lage ist, die Glaubensschüler zu befähigen, eben
diese Botschaft in aktiver Weise aufzunehmen, und unterscheiden zu können,
was auf deren geistlichem Weg mit dem Glauben übereinstimmt«. (257)
Die Humanwissenschaften in der Ausbildung des Katecheten
242. Der Katechet verschafft sich die Kenntnis des Menschen und der
Wirklichkeit, in der er lebt, auch durch die Humanwissenschaften, die in unserer
Zeit eine außerordentlich hohe Entwicklungsstufe erreicht haben. »In
der Seelsorge sollen nicht nur die theologischen Prinzipien, sondern auch die
Ergebnisse der profanen Wissenschaften, vor allem der Psychologie und der
Soziologie, wirklich beachtet und angewendet werden, so daß auch die Laien
zu einem reineren und reiferen Glaubensleben kommen«.(258)
Der Katechet muß wenigstens einige Grundelemente der Psychologie
kennenlernen: die psychischen Triebkräfte, die den Menschen bewegen; die
Struktur der Persönlichkeit; die tiefsten Bedürfnisse und Sehnsüchte
des menschlichen Herzens; die Entwicklungspsychologie und die Etappen des
menschlichen Lebenszyklus; die Religionspsychologie und die Erfahrungen, die den
Menschen für das Mysterium des Heiligen öffnen.
Die Sozialwissenschaften verschaffen die Kenntnis des sozio-kulturellen
Umfeldes, in dem der Mensch lebt und vondem er stark beeinflußt wird.
Deshalb ist bei der Ausbildung des Katecheten auch eine »Analyse der
soziologischen, kulturellen und wirtschaftlichen Verhältnisse«
vorzunehmen, »soweit diese Gegebenheiten des gesamten Lebens Auswirkungen
auf die Verbreitung des Evangeliums haben können«. (259)
Zusammen mit diesen Wissenschaften, die vom II. Vatikanischen Konzil ausdrücklich
empfohlen werden, sollen bei der Ausbildung der Katecheten noch weitere in der
einen oder anderen Weise berücksichtigt werden, insbesondere die
Erziehungs- und die Kommunikationswissenschaften.
Verschiedene Kriterien, die den Gebrauch der Humanwissenschaften bei
der Ausbildung der Katecheten inspirieren können
243. Dazu gehören:
a) Die Anerkennung der Autonomie der Wissenschaften: »Die
Kirche bejaht... die rechtmäßige Eigengesetzlichkeit der Kultur und
vor allem der Wissenschaften«. (260)
b) Die evangelische Unterscheidung der verschiedenen
psychologischen, soziologischen und pädagogischen Tendenzen und Schulen:
ihre Werte und ihre Grenzen.
c) Das Studium der Humanwissenschaften bei der Ausbildung des
Katecheten ist kein Selbstzweck. Das Sich-Bewußtwerden der
existentiellen, psychologischen, kulturellen und sozialen Situation des Menschen
hat im Blick auf den Glauben zu geschehen, in dem man ihn erziehen muß.
(261)
d) Die Theologie und die Humanwissenschaften müssen sich bei
der Ausbildung der Katecheten gegenseitig befruchten. Man muß folglich
vermeiden, daß diese Wissenschaften zur einzigen Norm für die
Glaubenserziehung werden, während man von den theologischen Kriterien, die
sich aus der göttlichen Erziehungskunst herleiten, absieht. Wohl sind es
notwendige und grundlegende Wissenschaften, die aber immer in den Dienst eines
evangelisierenden Wirkens gestellt sind, das nicht ausschließlich
menschlich ist. (262)
Die pädagogische Ausbildung
244. Zusammen mit den Dimensionen, die sich auf das Sein und das Wissen
beziehen, muß die Ausbildung des Katecheten auch das Know-how pflegen. Der
Katechet ist ein Erzieher, der das Reifen des Glaubens erleichtert, das der
Katechumene oder der Glaubensschüler mit der Hilfe des Heiligen Geistes
vollzieht. (263)
In diesem entscheidenden Abschnitt der Ausbildung muß man als Erstes
bewußt die Eigenart der Glaubenserziehung respektieren. Der Katechet
bereitet sich ja darauf vor, das Wachstum einer Glaubenserfahrung zu
erleichtern, die nicht er in Verwahrung hat. Sie ist von Gott in das Herz des
Mannes und der Frau gelegt worden. Aufgabe des Katecheten ist es bloß,
diese Gabe zu pflegen, darzubringen, zu nähren und ihr Wachstum zu unterstützen.
(264)
Die Ausbildung wird versuchen, im Katecheten die erzieherische Fähigkeit
zur Reife zu bringen; sie beinhaltet: die Fähigkeit, auf die Personen
einzugehen, die Geschicklichkeit, die Nachfrage nach Erziehung zu deuten und ihr
zu entsprechen, die Initiative, Lernprozesse in Gang zu bringen, und die Kunst,
eine Menschengruppe zur Reife zu führen. Wie bei jeder Kunst ist auch hier
das Wichtigste, daß der Katechet seinen eigenen Stil, Katechese zu
erteilen, erwirbt, indem er die allgemeinen Grundsätze der katechetischen Pädagogik
seiner Persönlichkeit anpaßt. (265)
245. Konkreter gesagt: Der Katechet, insbesondere der, der sich vollamtlich
der Katechese widmet, muß dazu befähigt werden, unter Erwägung
der Umstände das erzieherische Wirken in der Katechetengruppe zu
programmieren, einen realistischen Plan auszuarbeiten und nach dessen
Verwirklichung kritisch zu beurteilen. (266) Er soll imstande sein, eine
Gruppe zu leiten, indem er in kluger Weise Techniken der Gruppendynamik
anwendet, wie sie die Psychologie anbietet.
Diese erzieherische Fähigkeit und dieses Know-how mit den sich daraus
ergebenden Konsequenzen, Haltungen und Techniken »können besser
angeeignet werden, wenn sie gleichzeitig mit der Arbeit vermittelt werden (z.B.
während der Sitzungen, bei denen die einzelnen Stunden der Katechese
vorbereitet oder kritisch besprochen werden)«. (267)
Das Ziel oder Ideal wäre, daß die Katecheten sich als
Protagonisten ihres Lernprozesses erwiesen, indem sie die Ausbildung unter das
Zeichen der Kreativität und nicht der bloßen Aufnahme äußerer
Regeln stellen. Deshalb muß die Ausbildung der Praxis sehr nahe stehen:
man muß von jener ausgehen, um zu dieser zu gelangen. (268)
Die Ausbildung der Katecheten innerhalb der christlichen Gemeinden
246. Unter den Ausbildungsorten des Katecheten ist die eigene christliche
Gemeinde besonders wichtig. In ihr erfährt der Katechet seine Berufung und
nährt ständig sein apostolisches Bewußtsein. Bei der Aufgabe,
ihr fortwährendes Reifen als Glaubende und Glaubenszeugen zu gewährleisten,
ist die Gestalt des Priesters von entscheidender Bedeutung. (269)
247. Eine christliche Gemeinde kann verschiedene Arten von Bildungsmöglichkeiten
für die eigenen Katecheten vorsehen:
a) Eine von ihnen besteht darin, die kirchliche Berufung der
Katecheten fortwährend zu fördern, indem man in ihnen das Bewußtsein
lebendig erhält, von ihrer Kirche beauftragt zu sein.
b) Ebenfalls sehr wichtig ist es, auf dem ordentlichen Weg, auf dem
die christliche Gemeinschaft ihre Seelsorger und die engagiertesten Laien im
Glauben erzieht, für die Reifung des Glaubens ihrer Katecheten zu sorgen.
(270)
Wenn der Glaube der Katecheten noch nicht reif ist, ist es ratsam, daß
sie am katechumenalen Lehrgang für die Jugendlichen und Erwachsenen
teilnehmen. Es kann der gewöhnliche der eigenen Gemeinde sein oder ein
eigens für sie eingerichteter.
c) Die zusammen mit der Katechetengruppe vorgenommene unmmittelbare
Vorbereitung auf die Katechese ist ein ausgezeichnetes Bildungsmittel, vor allem
wenn es mit der Beurteilung aller in den Katechesesitzungen gemachten
Erfahrungen einhergeht.
d) Im Rahmen der Gemeinde können auch weitere Bildungsaktivitäten
veranstaltet werden: Kurse zur Sensibilisierungs für die Katechese,
beispielsweise zu Beginn des Seelsorgejahres; Einkehrtage und brüderliches
Zusammenleben in den hohen Zeiten des liturgischen Jahres, (271) monographische
Kurse über notwendigere oder dringendere Themen; eine systematischere
Ausbildung in der Glaubenslehre, beispielsweise durch das Studium des
Katechismus der Katholischen Kirche.
Das sind Aktivitäten zur Weiterbildung, die zusammen mit der persönlichen
Arbeit des Katecheten sehr angebracht erscheinen. (272)
Katechetenschulen und Höhere Ausbildungszentren für
Katechese-Experten
248. Der Besuch einer Katechetenschule (273) ist im Ausbildungsprozeß
eines Katecheten eine besonders wichtige Zeit. An vielen Orten werden solche
Schulen auf zwei Ebenen geführt: für »gewöhnliche
Katecheten« (274) und für »Verantwortliche der Katechese«.
Schulen für gewöhnliche Katecheten
249. Diese Schulen haben zum Ziel, eine organische und systematische
katechetische Grundausbildung bereitzustellen. In einem genügend langen
Zeitrahmen befaßt man sich mit den im spezifischen Sinn katechetischen
Seiten der Ausbildung: christliche Botschaft, Kenntnis des Menschen und des
sozio-kulturellen Umfeldes und Glaubenspädagogik.
Die beträchtlichen Vorteile dieser organischen Ausbildung bestehen:
in ihrer Systematik, da es sich um eine Ausbildung handelt, die von
der unmittelbaren praktischen Arbeit weniger in Beschlag genommen wird;
in ihrer Qualität, die durch spezialisierte Ausbilder gewährleistet
wird;
in der Integration von Katecheten anderer Gemeinden, was die
kirchliche Gemeinschaft fördert.
Schulen für Verantwortliche
250. Um die Vorbereitung der in den Pfarreien oder Vikariatszonen für
die Katechese Verantwortlichen und auch die jener Katecheten zu fördern,
die sich mehr oder weniger ständig und hauptamtlich der Katechese widmen,
(275) ist es angebracht, auf diözesaner oder interdiözesaner Ebene
Schulen für Verantwortliche zu gründen.
Selbstverständlich wird das Niveau solcher Schulen anspruchsvoller
sein. Zusammen mit einem gemeinsamen Grundprogramm sollen darin diejenigen
katechetischen Spezialsparten angeboten werden, welche die Diözese in ihren
besonderen Verhältnissen für die notwendigsten hält.
Es kann um Mittel und Finanzen zu sparen angebracht sein, daß
die Ausrichtung dieser Schulen sich auch auf die Verantwortlichen für die
verschiedenen pastoralen Tätigkeiten ausweitet, so daß sie zu
Bildungszentren für die in der Pastoral Tätigen werden. Im Anschluß
an eine gemeinsame (lehrmäßige und anthropologische) Grundausbildung
werden sich die Spezialfächer nach den Erfordernissen der verschiedenen
pastoralen und apostolischen Tätigkeiten richten, die diesen in der
Pastoral eingesetzten Personen anvertraut sind.
Höhere Ausbildungszentren für Katechese-Experten
251. Eine katechetische Ausbildung auf höherer Ebene, zu der auch
Priester, Ordensleute und Laien Zugang haben können, sind für die
Katechese von lebenswichtiger Bedeutung. Darum wird der Wunsch wiederholt, man möge
höhere Institute für katechetische Pastoral fördern bzw. gründen,
um Katecheten auszubilden, die imstande sind, die Katechese im Bereich einer Diözese
oder in den von den Ordenskongregationen entfalteten Tätigkeitsbereichen zu
leiten. Diese höheren Institute können nationalen oder auch
internationalen Charakter haben. Sie müssen sich, was den Studienplan, die
Dauer der Kurse und die Zulassungsbestimmungen betrifft, den Universitäten
angleichen. (276)
Diese Institute werden zusätzlich zur Ausbildung derer, die in der
Katechese Leitungsaufgaben übernehmen sollen, auch Katechetikdozenten für
die Priesterseminare, die Bildungshäuser und die Katechetenschulen
ausbilden. Desgleichen werden sich solche Institute auch der Förderung der
entsprechenden katechetischen Forschung annehmen.
252. Diese Ausbildungsebene eignet sich gut zu einer erfolgreichen
Zusammenarbeit zwischen den Kirchen: »Hier kann dann auch die materielle
Hilfe der bessergestellten Kirchen für ihre ärmeren Schwesterkirchen
am wirksamsten werden. Kann eine Kirche überhaupt einer anderen besser
helfen, als wenn sie dazu beiträgt, daß diese durch sich selbst als
Kirche wachsen kann?«. (277) Natürlich muß diese Zusammenarbeit
von feinfühliger Achtung für die Besonderheiten der ärmeren
Kirchen und für deren Eigenverantwortung beseelt sein.
Auf diözesaner oder interdiözesaner Ebene ist es sehr
angebracht, daß man sich der Notwendigkeit bewußt wird, Leute auf
dieser höheren Ebene auszubilden, wie man das für die anderen
kirchlichen Aktivitäten oder für den Lehrbetrieb anderer Fächer
eilig vorantreibt.
III. KAPITEL Orte und Wege der Katechese
Die christliche Gemeinschaft als Heimstätte der Katechese(278)
253. Die christliche Gemeinschaft ist die geschichtliche Verwirklichung
der Gabe der »Communio» (koinonia),(279) die eine Frucht des
Heiligen Geistes ist.
Die »Communio« drückt den tiefen Kern der Gesamtkirche und
der Teilkirchen aus, welche die christliche Gemeinschaft bilden, auf die man
sich jeweils bezieht. Diese kommt einem nahe und wird sichtbar in der reichen
Vielfalt der unmittelbaren christlichen Gemeinschaften, in denen die Christen
zum Glauben geboren werden, in ihm aufwachsen und ihn leben: die Familie, die
Pfarrei, die katholische Schule, die christlichen Vereine und Bewegungen, die
kirchlichen Basisgemeinden... Sie sind die »Orte« der Katechese, das
heißt die gemeinschaftlichen Räume, wo die Katechese katechumenaler
Inspiration und die ständige Katechese stattfinden.(280)
254. Die christliche Gemeinschaft ist Ursprung, Ort und Ziel der Katechese.
Die Verkündigung des Evangeliums, welche die Menschen auffordert,
umzukehren und Christus nachzufolgen, erwächst stets aus der christlichen
Gemeinschaft. Und diese Gemeinschaft ist es auch, welche diejenigen aufnimmt,
die den Herrn kennenlernen und sich auf ein neues Leben einlassen möchten.
Sie begleitet die Katechumenen und die Glaubensschüler auf ihrem
katechetischen Weg, läßt sie in mütterlicher Sorge an der
eigenen Glaubenserfahrung teilhaben und gliedert sie in ihren Schoß ein.
(281) Die Katechese ist stets die gleiche. Aber diese »Orte« (282) der
Unterweisung kennzeichnen sie durch je eigene Züge. Es ist wichtig, zu
wissen, welche Rolle jeder von ihnen für die Katechese spielt.
Die Familie als Bereich oder Mittel des Glaubenswachstums
255. Die Eltern sind die ersten Erzieher im Glauben. Zusammen mit ihnen
haben, vor allem in gewissen Kulturen, alle Familienangehörigen eine aktive
Aufgabe bei der Erziehung der jüngeren Glieder. Es soll nun konkreter
bestimmt werden, in welchem Sinn die christliche Familiengemeinschaft »Ort«
von Katechese ist.
Die Familie ist als »Hauskirche« bezeichnet worden. (283) Das
besagt, daß sich in jeder christlichen Familie die verschiedenen Aspekte
oder Funktionen des Lebens der ganzen Kirche wiederfinden sollen: Mission,
Katechese, Zeugnis, Gebet usw. ... Denn die Familie ist, wie die Kirche, »ein
Raum, wo das Evangelium ins Leben übersetzt wird und wo daher dieses
Evangelium aufleuchtet«. (284) Die Familie hat als »Ort« der
Katechese einen einzigartigen Vorzug: sie vermittelt das Evangelium, indem sie
es im Umfeld tiefer menschlicher Werte verwurzelt. (285) Auf dieser menschlichen
Grundlage geht die Einführung in das christliche Leben tiefer: das Erwachen
zu einem Gottesbewußtsein, die ersten Schritte im Gebet, die Erziehung zum
sittlichen Bewußtsein und die Formung des christlichen Empfindens der
menschlichen Liebe als eines Widerscheins der Liebe Gottes, des Schöpfers
und Vaters. Kurz, es handelt sich um eine christliche Erziehung, die mehr in
Zeugnis als in Lehre besteht, mehr zufällig als systematisch erfolgt, eher
dauernd und täglich geschieht als in bestimmten Perioden.
Der Taufkatechumenat von Erwachsenen (286)
256. Der Taufkatechumenat ist ein typischer Ort der Glaubensunterweisung; er
wurde von der Kirche eingerichtet, um die Erwachsenen, die Christen zu werden wünschen,
auf den Empfang der Initiationssakramente vorzubereiten. (287) Im Katechumenat
erfolgt wirklich jene »besondere Formung, durch welche der zum Glauben
bekehrte Erwachsene zum Bekenntnis seines Glaubens bei der Taufe in der
Osternacht veranlaßt wird«. (288)
Die Katechese, die im Taufkatechumenat erteilt wird, ist eng an die
christliche Gemeinde gebunden. (289) Die Kirche wendet den Katechumenen vom
Augenblick ihres Eintritts in den Katechumenat an »besondere Liebe zu, da
sie bereits mit ihr verbunden sind und zum "Haus Christi" gehören...«.
(290) Daher soll die christliche Gemeinde »den Bewerbern und den
Katechumenen während der ganzen Zeit der Eingliederung beistehen: im
Vorkatechumenat, in der entfernteren und näheren Vorbereitung und in der
Zeit der Einübung und Vertiefung«.( 291)
Diese ständige Präsenz der christlichen Gemeinde kommt auf
verschiedene Weisen zum Ausdruck, die in Die Feier der Eingliederung
Erwachsener in die Kirche [= OICA] treffend beschrieben werden.(292)
Die Pfarrei als Bereich der Katechese
257. Die Pfarrei ist zweifellos der bedeutsamste Ort, an dem sich die
christliche Gemeinschaft bildet und in Erscheinung tritt. Sie ist dazu berufen,
ein familiäres, einladendes Zuhause zu sein, wo sich die Christen bewußt
werden, Volk Gottes zu sein. (293) In der Pfarrei schmelzen alle menschlichen
Unterschiede, die sich dort finden, zusammen und fließen in die
Universalität der Kirche ein. (294) Sie ist zum andern der normale Bereich,
wo man im Glauben geboren wird und wächst. Sie bildet deshalb einen
gemeinschaftlichen Raum, der sich sehr gut dazu eignet, daß der in ihr
vollzogene Dienst am Wort gleichzeitig Belehrung, Erziehung und lebendige
Erfahrung ist.
Die Pfarrei macht heute in vielen Ländern einen tiefgreifenden Wandel
durch. Die sozialen Veränderungen haben starke Rückwirkungen auf sie.
In den Großstädten ist sie »durch das Phänomen der Verstädterung
erschüttert worden«. (295) Trotzdem bleibt die Pfarrei »ein
Hauptbezugspunkt für die Christen, selbst für die nichtpraktizierenden«.(296)
Sie soll jedoch weiterhin »Motor und bevorzugter Ort der Katechese«
(297) bleiben, obwohl man zugeben muß, daß sie bei gewissen Anlässen
nicht das Gravitationszentrum der ganzen kirchlichen Funktion, Katechese zu
erteilen, sein kann, sondern sich mit anderen Institutionen in die Aufgabe
teilen muß.
258. Damit es der Pfarrei gelingt, in der evangelisierenden Sendung ihre
ganze Wirkkraft zu entfalten, sind einige Voraussetzungen erfordert:
a) Die Erwachsenenkatechese (298) muß immer mehr Gewicht
erhalten. Gefördert werden muß »eine Katechese nach der Taufe,
nach Art eines Katechumenats, die einige wesentliche Elemente aus dem Ritus
der christlichen Einführung für Erwachsene aufnehmen und so dazu
beitragen soll, die immensen außerordentlichen Reichtümer und
Verantwortungen der empfangenen Taufe zu verstehen und zu leben«. (299)
b) Es gilt, sich mit neuem Mut die Verkündigung an die
Fernstehenden und an jene, die in religiöser Gleichgültigkeit leben,
planmäßig vorzunehmen. (300) Bei diesem Einsatz können sich die
vorsakramentalen Begegnungen (Vorbereitung auf die Trauung, auf die Taufe
und die Erstkommunion der Kinder...) als überaus wichtig erweisen.
(301)
c) Als solider Bezugspunkt für die Pfarrkatechese ist das
Vorhandensein einer Kerngemeinde von reifen, schon in den Glauben eingeführten
Christen erforderlich, denen eine angemessene und differenzierte pastorale Sorge
zuteil werden muß. Man wird dieses Ziel leichter erreichen können,
wenn man in den Pfarreien die Bildung kleiner kirchlicher Gemeinschaften fördert.
(302)
d) Wenn diese eben genannten Voraussetzungen, die sich hauptsächlich
auf die Erwachsenen beziehen, erfüllt werden, wird die Kinder- und
Jugendkatechese die freilich immer unverzichtbar bleibt daraus großen
Gewinn ziehen.
Die katholische Schule
259. Die katholische Schule (303) ist ein sehr bedeutsamer Ort für die
menschliche und christliche Bildung. Die Erklärung Gravissimum
educationis des II. Vatikanischen Konzils »bedeutet eine entscheidende
Wende in der Geschichte der katholischen Schule: den Übergang von der
Schule als Institution zur Schule als Gemeinschaft«. (304)
Die katholische Schule »verfolgt nicht weniger als andere Schulen die
Bildungsziele und die menschliche Erziehung der Jugend. Ihre besondere Aufgabe
aber ist es,
einen Lebensraum zu schaffen, in dem der Geist der Freiheit und der
Liebe des Evangeliums lebendig ist«;
dem jungen Menschen zu helfen, »seine Persönlichkeit zu
entfalten und zugleich der neuen Schöpfung nach zu wachsen, die er durch
die Taufe geworden ist«;
»die gesamte menschliche Bildung auf die Heilsbotschaft«
auszurichten. (305)
Der Erziehungsplan der katholischen Schule soll auf der Grundlage dieser vom
II. Vatikanischen Konzil vorgelegten Konzeption entwickelt werden.
Dieses Erziehungsprojekt findet seine Realisierung in der Schulgemeinschaft,
zu der all jene gehören, die direkt in sie einbezogen sind: »die
Lehrkräfte, das Leitungs-, Verwaltungs- und Hilfspersonal, die Eltern, die
als die unersetzlichen natürlichen Erzieher ihrer Kinder zentrale Gestalten
sind, und die Schüler, die als wahre Hauptpersonen und aktive Subjekte des
Erziehungsprozesses mitbeteiligt und mitverantwortlich sind«.(306)
260. Wenn die Schüler der katholischen Schule mehrheitlich Familien
angehören, die mit dieser Schule wegen deren katholischen Charakters
verbunden sind, kann an ihr der Dienst am Wort in verschiedenen Formen ausgeübt
werden: Erstverkündigung, schulischer Religionsunterricht, Katechese,
Homilie. Zwei dieser Möglichkeiten haben jedoch in der katholischen Schule
eine besondere Bedeutung:der Religionsunterricht in der Schule und die
Katechese, auf deren je eigenen Charakter schon hingewiesen wurde. (307)
Wenn die Schüler und ihre Familien die katholische Schule wegen deren
erzieherischer Qualität oder wegen möglicher anderer Umstände
besuchen, bleibt das katechetische Wirken zwangsläufig beschränkt und
die eigentliche religiöse Unterweisung sofern sie möglich ist
betont dann den kulturellen Charakter. Der Beitrag dieser Schule bleibt bestehen
als ein »äußerst wertvoller Dienst für die Menschen«
(308) und als ein der Evangelisierungstätigkeit der Kirche innewohnendes
Element.
Angesichts der Vielfalt sozio-kultureller und religiöser Umstände,
in denen sich das Wirken der katholischen Schule quer durch die verschiedenen
Nationen abspielt, wird es angebracht sein, daß die Bischöfe und die
Bischofskonferenzen die Art und Weise der katechetischen Tätigkeit
bestimmen, die an der katholischen Schule geleistet werden soll.
Vereinigungen, Bewegungen und Gruppen von Gläubigen
261. Die verschiedenen »Vereinigungen, Bewegungen und Gruppen von Gläubigen«,
(309) die sich in der Teilkirche entfalten, haben als Ziel, die Jünger
Christi bei der Erfüllung ihrer Sendung als Laien in der Welt und in der
Kirche zu unterstützen. In solchen Vereinigungen widmen sich die Christen »Werken
der Frömmigkeit, dem direkten Apostolat, der Liebestätigkeit, der
Hilfe für Notleidende und der christlichen Präsenz innerhalb der
irdischen Wirklichkeit«. (310)
Um diese grundlegenden Elemente des christlichen Lebens intensiv zu pflegen,
wird in allen diesen Vereinigungen und Bewegungen auf die eine oder andere Weise
eine nötige Ausbildung vermittelt. »Sie können den jeweiligen
Methoden entsprechend ihren Mitgliedern eine Erziehung und Bildung anbieten, die
in ihrer eigenen apostolischen Erfahrung verankert ist. Ferner ist ihnen die
Chance gegeben, die Erziehung und Bildung, die ihre Mitglieder von anderen
Menschen und Gemeinschaften empfangen, zu integrieren, zu konkretisieren und
spezifisch anzuwenden«. (311)
Die Katechese ist bei der Ausbildung jedes Laien immer ein grundlegendes
Element. Deshalb räumen diese Vereinigungen und Bewegungen für gewöhnlich
»der ernsthaften religiösen Bildung ihrer Mitglieder einen wichtigen
Platz ein«. (312) Die Katechese ist ja nicht eine Alternative zu der von
ihnen erteilten christlichen Schulung, sondern eine wesentliche Dimension von
ihr.
262. Wenn die Katechese innerhalb dieser Vereinigungen und Bewegungen vor
sich geht, sind einige Aspekte zu beachten. Insbesondere die folgenden:
a) Man muß die der Katechese »eigene Natur« (313)
respektieren und ihren ganzen Inhaltsreichtum darlegen »mit den dreifachen
Dimensionen von Wort, Gedächtnis und Zeugnis« (Lehre, Feier und
Lebensengagement). (314) Welches auch immer der »Ort« sein
mag, wo sie erteilt wird, ist die Katechese vor allem eine organische
Grundausbildung im Glauben. Sie muß deshalb »das gründliche
Studium der christlichen Lehre« (315) einschließen und eine seriöse
religiöse Ausbildung darstellen, die sich für alle Bereiche des
christlichen Lebens offenhält«. (316)
b) Das ist kein Hindernis dafür, daß die eigene
Zielsetzung der Vereinigungen und Bewegungen mit ihren je eigenen
Charismen mit bestimmten Akzenten eine Katechese hervorbringen kann, die
jedoch stets ihrem Eigencharakter treu bleiben muß. Die Erziehung durch
das Vorlegen der
eigenen Spiritualität einer Vereinigung oder Bewegung die stets
auch von großem Reichtum für die Kirche ist wird dann in einem
auf die christliche Grundausbildung, die zu jedem Christen gehört,
folgenden Abschnitt stattfinden. Zuerst muß zu dem erzogen werden, was
allen Gliedern der Kirche gemeinsam ist, und erst dann zu dem, was besonderen
oder unterschiedlichken Charakter hat.
c) Desgleichen ist zu sagen, daß die Bewegungen und
Vereinigungen, was die Katechese betrifft, nicht eine normale Alternative zur
Pfarrei darstellen, denn diese ist eine Erziehungsgemeinschaft im eigentlichen
Sinn. (317)
Die kirchlichen Basisgemeinden
263. Die kirchlichen Basisgemeinden haben in den letzten Jahrzehnten weite
Verbreitung gefunden. (318) Es handelt sich um Gruppen von Christen, die »aus
dem Bedürfnis heraus entstehen, das Leben der Kirche noch intensiver zu
leben, oder aus dem Wunsch und dem Suchen nach einer persönlicheren Atmosphäre,
welche die großen Gemeinden nur schwer bieten können...«. (319)
Die kirchlichen Basisgemeinden sind »Zeichen für die Lebendigkeit
der Kirche«. (320) Die Jünger Christi kommen in ihnen zusammen, um
aufmerksam das Wort Gottes zu hören, nach mehr geschwisterlichen
Beziehungen zu suchen, um in ihrem Leben die christlichen Geheimnisse zu feiern
und sich für die Veränderung der Gesellschaft zu engagieren. Zusammen
mit diesen eigentlich christlichen Dimensionen treten auch wichtige menschliche
Werte zutage: Feundschaft und persönliche Anerkennung, Geist der
Mitverantwortung, Kreativität, Antwort auf die Berufung, Interesse für
die Probleme der Welt und der Kirche. Daraus kann sich eine bereichernde
Gemeinschaftserfahrung ergeben, »ein wahrer Ausdruck der Gemeinschaft und
Mittel, um eine noch tiefere Gemeinschaft zu bilden«. (321)
Um authentisch zu sein, muß »jede Gemeinde... in Einheit mit der
Teil- und Gesamtkirche leben, in aufrichtiger Gemeinschaft mit den Hirten und
dem Lehramt; dabei bemüht sie sich, missionarisch zu wirken und jede
ideologische Abschließung oder Instrumentalisierung zu vermeiden«.(322)
264. In den kirchlichen Basisgemeinden kann sich eine sehr fruchtbare
Katechese entfalten:
Die geschwisterliche Atmosphäre, in der man lebt, ist ein
passendes Milieu für eine integrale katechetische Tätigkeit, falls sie
das Wesen und den Eigencharakter der Katechese zu respektieren weiß.
Umgekehrt dient die Katechese dazu, das Gemeinschaftsleben zu
vertiefen, denn sie sichert die Grundlagen des christlichen Lebens der Gläubigen.
Ohne sie werden die kirchlichen Basisgemeinden kaum stabil sein.
Die kleine Gemeinde ist schließlich ein passendes Ziel für
die Aufnahme derjenigen, die einen katechetischen Lehrgang durchlaufen haben.
IV. KAPITEL Die Organisation der katechetischen
Pastoral in der Teilkirche
Organisation und Ausübung der Verantwortlichkeiten
Der diözesane katechetische Dienst
265. Die Organisation der katechetischen Pastoral hat den Bischof und die Diözese
zum Bezugspunkt. Das diözesane katechetische Amt (Officium
Catechisticum) ist »das Instrument, durch das der Bischof, als Haupt
der Gemeinschaft und Hüter der Lehre, die gesamte Tätigkeit der
Katechese in der Diözese lenkt und leitet«. (323)
266. Die Hauptaufgaben des diözesanen katechetischen Amtes sind:
a) Zu analysieren, wie es mit der Glaubenserziehung in der Diözese
steht. (324) In dieser Analyse sollten u.a. die realen Bedürfnisse der Diözese
in bezug auf die katechetische Praxis festgestellt werden.
b) Ein Aktionsprogramm auszuarbeiten, (325) das klare Ziele angibt,
Anleitungen vorlegt und auf konkrete Tätigkeiten hinweist.
c) Die Katecheten zu fördern und auszubilden. Dazu sollen die
Zentren errichtet werden, die man als die zweckmäßigsten erachtet.
(326)
d) Die für die katechetische Arbeit nötigen Hilfsmittel zu
erstellen oder die Pfarreien und Katecheten wenigstens darauf hinzuweisen:
Katechismen, Direktorien, Programme für die verschiedenen Altersstufen,
Leitfäden für die Katecheten, Material für die Glaubensschüler,
audiovisuelle Medien... (327)
e) Die diözesanen katechetischen Einrichtungen im eigentlichen
Sinn (Taufkatechumenat, Pfarrkatechese, Gruppe von Verantwortlichen für
die Katechese) anzuregen und zu fördern, »die gewissermaßen
die Grundzellen der katechetischen Arbeit sind«. (328)
f) Vor allem für die Verbesserung der personalen und
materiellen Mittel sowohl auf diözesaner wie auf Pfarrei- und Dekanatsebene
zu sorgen. (329)
267. Zur Erfüllung dieser Aufgaben muß das katechetische Amt »eine
Gruppe von Personen umfassen, die mit besonderer Zuständigkeit ausgerüstet
sein sollen. Der Umfang und die Vielfältigkeit der Fragen, die zu behandeln
sind, erfordern, daß die Verantwortlichkeiten auf mehrere wirklich
sachverständige Personen zu verteilen sind«. (330) Zweckentsprechend
sollte dieses Diözesanamt für gewöhnlich aus Priestern,
Ordensleuten und Laien bestehen.
Die Katechese ist im Leben einer Teilkirche eine so grundlegende Tätigkeit,
daß »keine Diözese ein eigenes katechetisches Amt entbehren kann«.
(331)
Dienste interdiözesaner Zusammenarbeit
268. Diese Zusammenarbeit ist in unserer Zeit außerordentlich
fruchtbar. Nicht nur wegen der geographischen Nähe, sondern auch um der
kulturellen Homogenität willen ist eine gemeinsame katechetische Arbeit
anzuraten. »Es ist vorteilhaft, wenn die verschiedenen Diözesen ihr
eigenes Tun mit dem anderer Diözesen verbinden und zum gemeinsamen Nutzen
ihre Erfahrungen und Unternehmungen, ihre Fachkenntnisse und Hilfsmittel
einbringen, damit die besser ausgerüsteten Diözesen den anderen helfen
und ein gemeinsames Aktionsprogramm mit regionalem Charakter aufgestellt werden
kann«. (332)
Der Dienst der Bischofskonferenz
269. »Bei der Bischofskonferenz kann ein katechetisches Amt
eingerichtet werden, dessen vornehmliche Aufgabe es ist, den einzelnen Diözesen
in Fragen der Katechese Hilfe zu leisten«. (333)
Diese vom Codex des kanonischen Rechtes vorgesehene Möglichkeit ist bei
den meisten Bischofskonferenzen bereits Realität. Das katechetische Amt
oder das nationale Katechesezentrum der Bischofskonferenz hat eine doppelte
Funktion:(334)
Es dient den katechetischen Bedürfnissen, die alle Diözesen
des Territoriums betreffen. Es kümmert sich um Publikationen von nationaler
Tragweite, um nationale Katechese-Kongresse, um Beziehungen zu den Massenmedien
und ganz allgemein um alle die Arbeiten und Aufgaben, die über die Möglichkeiten
einer Diözese oder Region hinausgehen.
Es dient den Diözesen und den Regionen, um die katechetischen
Informationen und Vorhaben zu verbreiten, um das katechetische Wirken zu
koordinieren und jenen Diözesen, die katechetisch weniger gut ausgerüstet
sind, zu helfen.
Wenn der betreffende Episkopat es für angebracht hält, liegt auch
die Koordination seiner eigenen Tätigkeit mit der anderer nationaler Ämter
des Episkopats und anderer katechetischer Institutionen in der Zuständigkeit
des katechetischen Amtes oder nationalen Zentrums; dasselbe gilt für die
Zusammenarbeit mit dem katechetischen Wirken auf internationaler Ebene. All das
muß immer als Hilfsorgan für die Bischöfe der Bischofskonferenz
gesehen werden.
Der Dienst des Heiligen Stuhls
270. »Der Auftrag Christi, aller Kreatur das Evangelium zu predigen,
gilt mit und unter Petrus zuerst und unmittelbar ihnen (den Bischöfen)«.
(335) Der Dienst des Nachfolgers Petri bei diesem kollegialen Auftrag
Jesu zur Verkündigung und Weitergabe des Evangeliums übernimmt
eine fundamentale Aufgabe. Dieser Dienst ist ja »nicht nur ein globaler
Dienst, der jede Kirche von außen erreicht, sondern er gehört
schon von innen her zum Wesen jeder Teilkirche«. (336)
Das Petrusamt in der Katechese wird vor allem durch seine Lehrunterweisungen
ausgeübt. Was die Katechese betrifft, handelt der Papst auf unmittelbare
und besondere Weise durch die Kongregation für den Klerus, die »dem
Papst bei der Ausübung seines obersten Hirtenamtes« zur Seite steht.
(337)
271. »Aufgrund ihrer Aufgabe
sorgt sie für die Förderung der religiösen Bildung der
Gläubigen jedes Alters und Standes;
erläßt sie die zweckmäßigen Richtlinien, damit
die katechetische Unterweisung angemessen erteilt wird;
achtet sie darauf, daß die katechetische Ausbildung richtig
erfolgt;
gewährt sie für die Katechismen und für die anderen
Schriften zur katechetischen Unterweisung mit der Zustimmung der Kongregation für
die Glaubenslehre die vorgeschriebene Approbation des Heiligen Stuhls; (338)
steht sie den katechetischen Ämtern bei und verfolgt die
internationalen Initiativen zur religösen Ausbildung, koordiniert deren Tätigkeiten
und bietet ihnen, wenn nötig, Hilfe an«. (339)
Die koordinierte Abstimmung der Katechese
Wichtigkeit einer planmäßigen Abstimmung der Katechese
272. Die koordinierte Abstimmung der Katechese ist innerhalb einer
Teilkirche eine wichtige Aufgabe. Sie kann wahrgenommen werden:
innerhalb der Katechese selbst, zwischen ihren verschiedenen Formen,
die sich an unterschiedliche Altersstufen und soziale Umfelder richten;
in bezug auf die Verbindungen der Katechese mit anderen Formen des
Dienstes am Wort und anderen evangelisierenden Aktionen.
Die Abstimmung der Katechese ist nicht nur eine strategische Angelegenheit,
um die Evangelisierungsarbeit wirkungsvoller zu machen, sondern sie besitzt eine
theologische Grunddimension. Das evangelisierende Wirken muß gut
abgestimmt sein, denn es strebt die Glaubenseinheit an, die das gesamte Wirken
der Kirche trägt.
279. In diesem Abschnitt ist vorgesehen:
die innere Abstimmung der Katechese, damit die Teilkirche den Dienst
einer einheitlichen und kohärenten Katechese anbietet;
die Verbindung zwischen dem missionarischen Wirken und der
katechumenalen Tätigkeit die sich gegenseitig ergänzen
im Zusammenhang mit der Mission ad gentes (340) oder einer »Neu-
oder Wieder-Evangelisierung«; (341)
die Notwendigkeit einer gut koordinierten Erziehungspastoral
angesichts der Vielfalt von Erziehern, die sich an die gleichen Adressaten, vor
allem an Kinder und Jugendliche, wenden.
Das II. Vatikanische Konzil selbst empfahl lebhaft die koordinierte
Abstimmung der gesamten Seelsorgstätigkeit, damit die Einheit der
Teilkirche immer strahlender zutage trete. (342)
Ein gegliederter und kohärenter Diözesanplan für die
Katechese
274. Der Diözesanplan für Katechese ist das globale
katechetische Angebot einer Teilkirche, die auf gegliederte, kohärente
und koordinierte Weise die verschiedenen katechetischen Prozesse integriert, die
von der Diözese den Adressaten der verschiedenen Lebensalter angeboten
werden. (343)
In diesem Sinn soll jede Teilkirche, vor allem im Blick auf die christliche
Initiation, wenigstens einen zweifachen Dienst anbieten:
a) Einen einheitlichen und zusammenhängenden Lehrgang der
christlichen Initiation für Kleinkinder, Kinder, Heranwachsende und
Jugendliche, in Hinordnung auf den Empfang der Initiationssakramente und in
wechselseitiger Beziehung mit der Erziehungspastoral, in der die Katechese eine
zentrale Stellung einnimmt.
b) Einen Lehrgang der Erwachsenenkatechese, der den Christen
angeboten wird, die das Verlangen haben, durch die Verwirklichung oder Vervollständigung
der mit der Taufe begonnenen Initiation ihrem Glauben ein festes Fundament zu
geben.
In nicht wenigen Nationen steht man heute vor der Notwendigkeit eines
katechetischen Lehrgangs für ältere Menschen, der jenen
Christen angeboten wird, die zur dritten, abschließenden Phase des
menschlichen Lebens gelangt sind und, vielleicht zum ersten Mal, wünschen,
ihrem Glauben feste Grundlagen zu geben.
275. Diese verschiedenen katechetischen Prozesse, jeder mit möglichen
sozio-kulturellen Varianten, sollen nicht getrennt organisiert werden, als ob es
sich um »beziehungslos gegeneinander abgeschlossene Bereiche« (344)
handelte. Das katechetische Angebot der Teilkirche muß gut aufeinander
abgestimmt sein. In bezug auf diese verschiedenen Katecheseformen muß man »sich...
dafür einsetzen, daß sie sich vollkommen ergänzen«.(345)
Wie schon früher ausgeführt, ist das organisatorische Prinzip,
das den verschiedenen von einer Teilkirche angebotenen katechetischen
Prozessen Zusammenhalt gibt, die Beachtung der Erwachsenenkatechese. Sie ist die
tragende Achse, um die herum die Katechese der ersten Altersstufen und des
dritten Alters kreist und sich inspiriert. (346)
Der Umstand, daß verschiedene katechetische Lehrgänge in einem
einzigen diözesanen Katecheseplan angeboten werden, besagt nicht, daß
derselbe Adressat einen nach dem andern durchlaufen müsse. Wenn ein junger
Mensch mit einem gut fundierten Glauben an die Schwelle des Erwachsenenalters
kommt, benötigt er nicht eine katechumenale Katechese für Erwachsene,
sondern andere, festere Nahrung, die ihm in seinem dauernden Reifen im Glauben
eine Hilfe ist. In der gleichen Situation befinden sich diejenigen, die mit
einem gut verwurzelten Glauben das dritte Lebensalter erreichen.
Zusammen mit diesem absolut unerläßlichen Angebot von
Initiationslehrgängen muß die Teilkirche auch differenzierte
Weiterbildungskatechesen für erwachsene Christen anbieten.
Das katechetische Wirken im Rahmen der Neu-Evangelisierung
276. Mit der Definition der Katchese als eines Elementes des gesamten
Evangelisierungsprozesses stellt sich notwendigerweise das Problem der
Abstimmung zwischen der katechetischen Tätigkeit und der missionarischen Tätigkeit,
die ihr vorausgeht, und der pastoralen Tätigkeit, die auf sie folgt. Es
sind ja Elemente, welche »die Katechese entweder vorbereiten oder aus ihr
folgen«. (347)
In diesem Sinn ist die Verbindung zwischen der missionarischen Verkündigung,
die den Glauben zu wecken sucht, und der Initiationskatechese, die die
Grundlagen zu legen versucht, in der Evangelsierung von entscheidender
Wichtigkeit.
In gewisser Weise tritt dieser Zusammenhang in der Situation der Mission
ad gentes deutlicher in Erscheinung. (348) Die durch die Erstverkündigung
bekehrten Erwachsenen treten in den Katechumenat ein, wo sie im Glauben
unterwiesen werden.
In der Situation, die eine »Neu-Evangelisierung« (349) erfordert,
wird die Abstimmung komplexer, da man manchmal meint, man könne
Jugendlichen und Erwachsenen, die zuerst eine Zeit der Verkündigung und der
Erneuerung ihrer Bindung an Christus benötigen, eine gewöhnliche
Katechese erteilen. Ähnliche Probleme stellen sich in bezug auf die
Katechese der Kinder und die Bildung ihrer Eltern. (350) Dann wieder bietet man
Erwachsenen, die einer echten Initiationskatechese bedürfen, Formen ständiger
Katechese an.
277. Die heutige Situation der Evangelisierung erfordert, daß beide Tätigkeiten,
die missionarische Verkündigung und die Initiationskatechese, in der
Teilkirche durch einen einheitlichen missonarischen und katechumenalen Evangelisierungsplan
in koordinierter Form konzipiert und angeboten werden. Die Katechese muß
heute vor allem als die Konsequenz einer wirksamen missionarischen Verkündigung
gesehen werden. Der Hinweis im Dekret Ad gentes das den
Katechumenat in den Rahmen des missionarischen Wirkens der Kirche stellt
ist ein sehr gültiges Bezugskriterium für die Katechese. (351)
Die Katechese in der Erziehungspastoral
278. Die Erziehungspastoral in der Teilkirche muß die
notwendige Abstimmung zwischen den verschiedenen »Orten« vornehmen, in
denen sich die Glaubeserziehung abspielt. Es ist höchst wichtig, »daß
alle diese katechetischen Bemühungen wirklich ein und demselben
Glaubensbekenntnis gelten, derselben Zugehörigkeit zur Kirche, einem
sozialen Engagement, das im selben Geist des Evangeliums gelebt wird«.
(352)
Die erzieherische Abstimmung erfolgt grundsätzlich in bezug auf die
Kinder, die Heranwachsenden und die jungen Menschen. Es ist richtig, daß
die Teilkirche die verschiedenen Sektoren und Bereiche, die im Dienst der
christlichen Jugenderziehung stehen, in einen einzigen Plan der
Erziehungspastoral integriert. Alle diese Orte ergänzen und vervollständigen
sich gegenseitig, während keiner von ihnen, für sich allein genommen,
die Ganzheit der christlichen Erziehung zustande bringen kann.
Da es die gleiche, einmalige Person des Kindes und des Jugendlichen ist, die
diese verschiedenen Erziehungstätigkeiten empfängt, ist es wichtig, daß
die verschiedenen Einflüsse die gleiche Grundinspiration haben. Jeder
Widerspruch zwischen diesen Handlungen ist schädlich, da jede von ihnen
ihre eigene Besonderheit und Bedeutung hat.
In diesem Sinn ist es für eine Teilkirche höchst wichtig, einen
Plan für die christliche Initiation vorzusehen, der die verschiedenen
Erziehungsaufgaben integriert und den Erfordernissen der Neu-Evangelisierung
Rechnung trägt.
Einige besondere Aufgaben des katechetischen Dienstes
Analyse der Situation und der Erfordernisse
279. Bei der Organisation der katechetischen Tätigkeit muß die
Teilkirche die Analyse der Situation zum Ausgangspunkt nehmen. »Der
Gegenstand dieser Untersuchung ist vielgestaltig; er umfaßt die Prüfung
der pastoralen Arbeit und die Analyse der religiösen Situation, wie auch
der soziologischen, kulturellen und wirtschaftlichen Verhältnisse, soweit
diese Gegebenheiten des gesamten Lebens auf den Fortschritt der Glaubensverkündigung
Einfluß haben können«. (353) Es geht darum, sich in bezug auf
die Katechese und ihre Erfordernisse die Wirklichkeit bewußt zu machen.
Konkreter:
Bei der »Prüfung des pastoralen Handelns« muß
man sich klar bewußt sein, wie es um die Katechese steht: ihre tatsächliche
Stellung im Evangelisierungsprozeß; das Gleichgewicht und die Verbindung
zwischen den verschiedenen katechetischen Sektoren (Kinder, Heranwachsende,
junge Menschen, Erwachsene...); die Abstimmung der Katechese auf die christliche
Erziehung in der Familie, auf die Erziehung in der Schule, auf den
Religionsunterricht in der Schule und auf die anderen Formen der
Glaubenserziehung; ihre innere Qualität; die dargebotenen Inhalte und die
verwendete Methode; die wesentlichen Eigenschaften der Katecheten und ihre
Ausbildung.
Die »Analyse der religiösen Situation«
erforscht vor allem drei eng miteinander zusammenhängende Ebenen: den Sinn
für das Heilige, d.h. jene menschlichen Erfahrungen, die wegen ihrer
Tiefe geeignet sind, für das Mysterium zu öffnen; den religiösen
Sinn, d.h. die konkreten Weisen einer bestimmten Bevölkerung, Gott zu
erfassen und zu ihm Verbindung aufzunehmen; und die Glaubenssituationen mit
den verschiedenen Typen von Gläubigen. Und im Zusammenhang mit diesen
Ebenen die moralische Situation,in der man lebt, mit den hervortretenden
Werten und am meisten verbreiteten Schattenseiten und Unwerten.
Die »sozio-kulturelle Analyse«, von der in den Ausführungen
über die Humanwissenschaften in der Ausbildung der Katecheten die Rede war,
(354) ist ebenfalls notwendig. Die Katechumenen und die Glaubensschüler müssen
auf eine christliche Präsenz in der Gesellschaft vorbereitet werden.
280. Die Situationsanalyse soll auf allen diesen Ebenen »jene, die im
Dienst am Wort stehen, überzeugen, daß die menschliche Situation in
bezug auf die pastorale Arbeit doppeldeutig ist. Deshalb müssen die Diener
des Evangeliums die Möglichkeiten entdecken, die ihrer Tätigkeit in
einer neuen und anderen Situation eröffnet werden... Immer ist ein
Umgestaltungsprozeß möglich, der zum Glauben führen kann«.(355)
Diese Situationsanalyse ist ein erstes Arbeitsinstrument informativen
Charakters, das der katechetische Dienst Seelsorgern und Katecheten anbietet.
Aktionsprogramm und katechetische Anleitungen
281. Nach aufmerksamer Prüfung der Situation muß man zur
Formulierung eines Aktionsprogramms schreiten. Dieses bestimmt die Ziele
und Mittel der katechetischen Pastoral und die sie regelnden Normen in tiefer
Beziehung zu den örtlichen Bedürfnissen und zudem in voller Harmonie
mit den Zielsetzungen und Normen der Gesamtkirche.
Das Aktionsprogramm oder der Aktionsplan muß operativ sein, da es
sich vornimmt, die diözesane oder interdiözesane katechetische Aktion
zu lenken. Seiner Natur entsprechend wird es für gewöhnlich für
eine bestimmte Zeitperiode konzipiert, an deren Ende es mit neuen Akzenten,
neuen Zielen und neuen Mitteln erneuert wird.
Wie die Erfahrung zeigt, ist das Aktionsprogramm für die Katechese von
großem Nutzen, denn durch die Bestimmung einiger gemeinsamer Ziele treibt
es dazu an, die Kräfte miteinander zu vereinen und in einer
Gesamtperspektive zu arbeiten. Deshalb muß es in erster Linie realistisch,
einfach, knapp und klar sein.
282. Zusammen mit dem vor allem auf die konkreten Maßnahmen
zentrierten Aktionsprogramm erarbeiten verschiedene Episkopate auf nationaler
Ebene Arbeitswerkzeuge von mehr reflektierendem und orientierendem Charakter,
welche die Richtlinien für eine geeignete und angemessene Katechese
liefern. Sie haben verschiedene Bezeichnungen: Katechetisches Direktorium,
Katechetische Anleitungen, Basisdokument, Bezugstext usw. Vor allem für
die Verantwortlichen und die Katecheten bestimmt, klären sie den Begriff
Katechese: ihr Wesen, ihre Zielsetzung, Aufgaben, Inhalte, Adressaten, Methode.
Diese Direktorien oder Texte mit allgemeinen Anleitungen, die von den
Bischofskonferenzen festgelegt oder unter ihrer Autorität verfaßt
wurden, müssen dem für die Katechismen vorgesehenen Vorgang der
Ausarbeitung und Approbation folgen. Sie müssen also vor ihrer Promulgation
dem Heiligen Stuhl zur Approbation unterbreitet werden. (356)
Diese katechetischen Richtlinien oder Anleitungen sind gewöhnlich ein
Element, das die Katechese der Ortskirchen stark inspiriert, und ihre
Ausarbeitung ist empfehlenswert und angebracht, da sie unter anderem einen
wichtigen Bezugspunkt für die Ausbildung der Katecheten darstellen. Diese
Typologie der Hilfsmittel hängt eng und direkt mit der bischöflichen
Verantwortung zusammen.
Erstellung von didaktischen Werkzeugen und Mitteln für den
katechetischen Unterricht
283. Neben den Werkzeugen, die dazu da sind, die katechetische Tätigkeit
als ganze auszurichten und zu progammieren (Situationsanalyse,
Aktionsprogramm und katechetisches Direktorium), gibt es Arbeitsinstrumente
zum unmittelbaren Gebrauch, die beim Erteilen der Katechese selber verwendet
werden. Zu nennen sind an erster Stelle die Lehrtexte, (357) die den
Katechumenen und den Glaubensschülern direkt in die Hand gegeben werden. Nützliche
Hilfsmittel sind auch die Leitfäden für die Katecheten und, im
Fall der Kinderkatechese, für die Eltern. (358) Ebenfalls wichtig sind die
audiovisuellen Mittel, die in der Katechese verwendet werden und in
bezug auf die eine angebrachte Unterscheidung zu treffen ist. (359)
Das diese Arbeitsinstrumente inspirierende Kriterium soll das der doppelten
Treue, der zu Gott und der zum Menschen, sein, das für das ganze Leben der
Kirche ein Grundgesetz ist. Es gilt, eine vollkommene Treue zur Lehre mit einer
tiefen Anpassung an den Menschen zu verbinden, indem man die Psychologie der
Altersstufen und das sozio-kulturelle Umfeld, in dem der Mensch lebt, berücksichtigt.
Kurz, diese katechetischen Arbeitsinstrumente sollen:
»sich auf das konkrete Leben der Generation beziehen, an die sie
sich richten, und deren innere Unruhe, Fragen, Kämpfe und Hoffnungen genau
kennen«; (360)
sich bemühen, »eine für diese Generation verständliche
Sprache zu finden«; (361)
»wirklich darauf abzielen, denen, die sich ihrer bedienen, eine
größere Kenntnis der Geheimnisse Christi zu vermitteln, um sie zu
einer echten Bekehrung und zu einem Leben zu führen, das dem Willen Gottes
mehr entspricht«. (362)
Die Ausarbeitung örtlicher Katechismen: unmittelbare
Verantwortlichkeit des bischöflichen Dienstes
284. Das hervorragendste aller Lehrinstrumente für die Katechese sind
die Katechismen. (363) Ihre Wichtigkeit ergibt sich daraus, daß die
Botschaft, die sie übermitteln, von den Hirten der Kirche als authentisch
und richtig anerkannt wird.
Während die katechetische Tätigkeit als ganze stets vom Bischof
abhängen soll, ist die Veröffentlichung von Katechismen eine
Verantwortlichkeit, die den bischöflichen Dienst sehr direkt betrifft. Die
nationalen, regionalen oder diözesanen Katechismen, die unter Mitarbeit der
in der Katechese tätigen Personen erstellt werden, stehen unter der letzten
Verantwortung der Bischöfe, die in den Teilkirchen die Katecheten
schlechthin sind.
Bei der Abfassung eines Katechismus muß man sich vor allem an folgende
zwei Richtlinien halten:
a) Volle Übereinstimmung mit dem Katechismus der Katholischen
Kirche, der »sicherer und authentischer Bezugstext... für die
Ausarbeitung der örtlichen Katechismen« (364) ist.
b) Aufmerksame Beachtung der Normen und Richtlinien für die
Darlegung der evangelischen Botschaft, die das Allgemeine Katechetische
Direktorium bietet, das ebenfalls »maßgeblicher Bezugspunkt«
(365) für die Katechese ist.
285. Die »vorherige Approbation durch den Heiligen Stuhl«
(366) die für die von den Bischofskonferenzen herausgegebenen
Katechismen verlangt wird ist in dem Sinn zu verstehen, daß die
Katechismen Dokumente sind, durch welche die Gesamtkirche in den verschiedenen
sozio-kulturellen Räumen, in die sie gesandt ist, das Evangelium verkündet
und weitergibt und »die Teilkirchen hervorbringt, indem sie in ihnen in
Erscheinung tritt«. (367) Die Approbation eines Katechismus ist die
faktische Anerkennung, daß er ein für eine bestimmte Situation und
Kultur bestimmter Text der Gesamtkirche ist.
SCHLUSS
286. Bei der Formulierung der vorliegenden Anleitungen und Richtlinien hat
man sich keine Mühe erspart, damit jede Reflexion in den Lehren des II.
Vatikanischen Konzils und der darauf folgenden wichtigsten Äußerungen
des Lehramtes der Kirche ihren Ursprung und ihre Grundlage hat. Sorgfältige
Beachtung wurde zudem den in der Zwischenzeit gemachten Erfahrungen kirchlichen
Lebens der verschiedenen Völker geschenkt. Im Licht der Treue zum Geist
Gottes wurde die notwendige Sichtung vorgenommen, stets in Ausrichtung auf die
Erneuerung der Kirche und den möglichst guten Dienst der Evangelisierung.
287. Das neue Direktorium wird allen Bischöfen der Kirche, ihren
Mitarbeitern und den Katecheten vorgelegt in der Hoffnung, daß es für
sie in dem ihnen von der Kirche und dem Geist anvertrauten Dienst, nämlich
in den Menschen, die zum Glauben gelangt sind, das Wachstum des Glaubens zu fördern,
eine Ermutigung sein möge.
Die hier enthaltenen Anleitungen wollen nicht bloß das Wesen der
Katechese und die Normen und Richtlinien angeben und klären, die diesen
evangelisierenden Dienst der Kirche bestimmen; sie wollen mit der Kraft des
Wortes und dem inneren Wirken des Geistes die Hoffnung derer stärken, die
sich auf diesem besonders wichtigen Gebiet des kirchlichen Wirkens abmühen.
288. Die Wirkkraft der Katechese ist und wird immer ein Geschenk Gottes sein
durch das Wirken des Geistes des Vaters und des Sohnes.
Diese totale Abhängigkeit der Katechese vom Einwirken Gottes wird vom
Apostel Paulus gelehrt, wenn er die Korinther erinnert: »Ich habe
gepflanzt, Apollos hat begossen, Gott aber ließ wachsen. So ist weder der
etwas, der pflanzt, noch der, der begießt, sondern nur Gott, der wachsen läßt»
(1 Kor 3,6-7).
Weder Katechese noch Evangelisierung sind möglich ohne das Wirken
Gottes durch seinen Geist. (368) In der katechetischen Praxis können weder
die fortschrittlichsten pädagogischen Techniken noch der Katechet, auch
wenn er eine noch so gewinnende menschliche Persönlichkeit ist, je das
stille und diskrete Wirken des Heiligen Geistes ersetzen. (369) Er ist »wahrlich
die Hauptperson für die ganze kirchliche Sendung«; (370) er ist der »innere
Lehrer» derer, die dem Herrn entgegenwachsen. (371) Er ist »die innere
Triebkraft aller katechetischen Tätigkeit« und »wirkt in allen,
die sie ausüben«. (372)
289. Darum sollen im Innersten der Spiritualität des Katecheten die
Geduld und die Zuversicht wohnen, daß Gott selbst es ist, der den Samen
des Gotteswortes, der auf guten Boden gesät und liebevoll gepflegt worden
ist, keimen, wachsen und Frucht bringen läßt! Der Evangelist Markus
ist der einzige, der das Gleichnis bringt, wo Jesus die Etappen der stufenweisen
ständigen Entwicklung des ausgestreuten Samens eine nach der anderen erklärt:
»Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf seinen
Acker sät; dann schläft er und steht wieder auf, es wird Nacht, es
wird Tag, der Samen keimt und wächst, und der Mann weiß nicht wie.
Die Erde bringt von selbst ihre Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre,
dann das volle Korn in der Ähre. Sobald aber die Frucht reif ist, legt er
die Sichel an; denn die Zeit der Ernte ist da« (Mk 4,26-29).
290. Die Kirche, die die Verantwortung hat, die Glaubenden zu unterweisen,
ruft den Geist des Vaters und des Sohnes an und bittet ihn, daß er die
vielen Arbeiten, die vor allem für das Glaubenswachstum und die Nachfolge
Jesu Christi, des Retters, vollbracht werden, Frucht bringen und innerlich an
Kraft gewinnen läßt.
291. An die Jungfrau Maria, die sah, wie ihr Sohn »heranwuchs und an
Weisheit und Gnade zunahm« (Lk 2,52), wenden sich alle, die in der
Katechese tätig sind, auch heute im Vertrauen auf ihre Fürbitte. Sie
finden in Maria das geistliche Vorbild, um die Erneuerung der heutigen Katechese
in Glaube, Hoffnung und Liebe weiterzuführen und zu festigen. Auf die Fürbitte
der »Jungfrau des Pfingstfestes« (373) hin entsteht in der Kirche eine
neue Kraft, um neue Söhne und Töchter im Glauben hervorzubringen und
sie zur Fülle in Christus zu erziehen.
Darío Castrillón Hoyos Alterzbischof von
Bucaramanga Pro-Präfekt
Crescenzio Sepe Titularerzbischof von Grado Sekretär
INHALTSVERZEICHNIS
Namen und Abkürzungen
Abkürzungen der biblischen Bücher und kirchlichen Dokumente
Vorwort
Einführende Darlegung
Die Verkündigung des Evangeliums in der Welt von heute
»Hört! Ein Sämann ging aufs Feld, um zu säen«
Ein Blick auf die Welt vom Glauben aus
Das Saatfeld der Welt
Die Menschenrechte
Die Kultur und die Kulturen
Die sittlich-religiöse Situation
Die Kirche auf dem Saatfeld der Welt
Der Glaube der Christen
Das innere Leben der kirchlichen Gemeinschaft
Situation der Katechese: Lebenskraft und Probleme
Die Aussaat des Evangeliums
Wie die Zeichen der Zeit zu deuten sind
Einige Herausforderungen für die Katechese
Erster Teil
DIE KATECHESE IN DER EVANGELISIERENDEN SENDUNG DER KIRCHE
Der Missionsauftrag Jesu
Bedeutung und Zielsetzung dieses Teiles
Erstes Kapitel
Die Offenbarung und ihre Weitergabe durch die Evangelisierung
Die Offenbarung des Planes der Vorsehung Gottes
Die Offenbarung: Taten und Worte
Jesus Christus, Vermittler und Fülle der Offenbarung
Die Weitergabe der Offenbarung durch die Kirche als Werk des Heiligen
Geistes
Die Evangelisierung
Der Evangelisierungsprozeß
Der Dienst am Wort Gottes in der Evangelisierung
Funktionen und Formen des Dienstes am Wort Gottes
Die Umkehr und der Glaube
Der Vorgang ständiger Bekehrung
Die Evangelisierung angesichts unterschiedlicher sozio-religiöser
Situationen
Wechselseitiger Zusammenhang zwischen den evangelisierenden Tätigkeiten,
die diesen Situationen entsprechen
Zweites Kapitel
Die Katechese im Evangelisierungsprozeß
Erstverkündigung und Katechese
Die Katechese im Dienst der christlichen Initiation
Die Katechese, ein wesentliches »Moment« des
Evangelisierungsprozesses
Die Katechese als Dienst an der christlichen Initiation
Grundlegende Merkmale der Initiationskatechese
Die Katechese im Dienst der ständigen Glaubenserziehung
Die ständige Glaubenserziehung in der christlichen Gemeinschaft
Vielfältige Formen ständiger Katechese
Katechese und Religionsunterricht in den Schulen
Der Eigencharakter des Religionsunterrichtes in den Schulen
Das Umfeld Schule und die Adressaten des Religionsunterrichtes
Christliche Familienerziehung, Katechese und Religonsunterricht in den
Schulen im Dienst der Glaubenserziehung
Drittes Kapitel
Wesen, Zielsetzung und Aufgaben der Katechese
Die Katechese: eine ihrem Wesen nach kirchliche Tätigkeit
Ziel der Katechese: die Gemeinschaft mit Jesus Christus
Das Ziel der Katechese kommt zum Ausdruck im Bekenntnis des Glaubens an den
einen Gott: den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist
Die Aufgaben der Katechese verwirklichen deren Ziel
Die grundlegenden Aufgaben der Katechese: helfen, das Geheimnis Christi zu
erkennen, zu feiern, zu leben und zu betrachten
Weitere grundlegende Aufgaben der Katechese: Hinführung und Erziehung
zum Gemeinschaftsleben und zur Mission
Einige Überlegungen zu diesen Aufgaben als Ganzes
Der Taufkatechumenat: Aufbau und Mehrstufigkeit
Der Taufkatechumenat als Inspirator der Katechese in der Kirche
Zweiter Teil
DIE BOTSCHAFT DES EVANGELIUMS
Bedeutung und Zielsetzung dieses Teiles
Erstes Kapitel
Normen und Richtlinien für die Darbietung der Botschaft des
Evangeliums in der Katechese
Das Wort Gottes, Quelle der Katechese
Die Quelle und »die Quellen« der Botschaft der Katechese
Die Kriterien für die Darbietung der Botschaft
Die Christozentrik der Botschaft des Evangeliums
Die trinitarische Christozentrik der Botschaft des Evangeliums
Eine Botschaft, die das Heil verkündet
Eine Botschaft der Befreiung
Der ekklesiologische Charakter der Botschaft des Evangeliums
Der geschichtliche Charakter des Heilsmysteriums
Die Inkulturation der Botschaft des Evangeliums
Die Unversehrtheit der Botschaft des Evangeliums
Eine organsiche und hierarchisch gegliederte Botschaft
Eine für den Menschen bedeutsame Botschaft
Methodologisches Prinzip für die Darbietung der Botschaft
Zweites Kapitel
»Das ist unser Glaube, das ist der Glaube der Kirche«
Der Katechismus der Katholischen Kirche und das Allgemeine Direktorium für
die Katechese
Der Katechismus der Katholischen Kirche
Zielsetzung und Wesen des Katechismus der Katholischen Kirche
Die Gliederung des Katechismus der Katholischen Kirche
Die Inspiration des Katechismus der Katholischen Kirche: die trinitarische
Christozentrik und die Erhabenheit der Berufung des Menschen
Das literarische Genus des Katechismus der Katholischen Kirche
Das Glaubensgut und der Katechismus der Katholischen Kirche
Die Heilige Schrift, der Katechismus der Katholischen Kirche und die
Katechese
Die katechetische Überlieferung der Kirchenväter und der
Katechismus der Katholischen Kirche
Die Katechismen in den Ortskirchen
Die örtlichen Katechismen: ihre Notwendigkeit
Das literarische Genus eines örtlichen Katechismus
Die Aspekte der Anpassung in einem örtlichen Katechismus
Die Kreativität der Ortskirchen bei der Erstellung der Katechismen
Der Katechismus der Katholischen Kirche und die örtlichen Katechismen:
die Symphonie des Glaubens
Dritter Teil
DIE PÄDAGOGIK DES GLAUBENS
»Nur einer ist euer Lehrer, Christus« (Mt 23,10)
Bedeutung und Zielsetzung dieses Teiles
Erstes Kapitel
Die Erziehungskunst Gottes, Quelle und Vorbild der Pädagogik
des Glaubens
Die Erziehungskunst Gottes
Die Pädagogik Christi
Die Pädagogik der Kirche
Die göttliche Erziehungskunst, Wirken des Heiligen Geistes in jedem
Christen
Göttliche Erziehungskunst und Katechese
Ursprüngliche Pädagogik des Glaubens
Treue zu Gott und Treue zum Menschen
Die »Herablassung« Gottes, Schule für den Menschen
Durch Erziehung evangelisieren und durch Evangelisierung erziehen
Zweites Kapitel
Elemente der Methodik
Die Verschiedenheit der Methoden in der Katechese
Die Beziehung von Inhalt und Methode in der Katechese
Induktive und deduktive Methode
Die menschliche Erfahrung in der Katechese
Die gedächtnismäßige Einprägung in der Katechese
Rolle des Katecheten
Die Aktivität und Kreativität der Glaubensschüler
Gemeinschaft, Person und Katechese
Die Wichtigkeit der Gruppe
Die soziale Kommunikation
Vierter Teil
DIE ADRESSATEN DER KATECHESE
»Das Reich bezieht alle ein« (RM 15)
Bedeutung und Zielsetzung dieses Teiles
Erstes Kapitel
Die Anpassung an den Adressaten: allgemeine Aspekte
Bedürfnis und Recht jedes Glaubenden, eine gediegene Katechese zu
erhalten
Bedürfnis und Recht der Gemeinschaft
Die Anpassung will, daß der Inhalt der Katechese gleichsam eine
gesunde, bekömmliche Speise sei
Die Anpassung berücksichtigt die unterschiedlichen Umstände
Zweites Kapitel
Die Katechese entsprechend den Altersstufen
Allgemeine Hinweise
Die Erwachsenenkatechese
Die Erwachsenen, an die sich die Katechese wendet
Elemente und Kriterien der Erwachsenenkatechese
Allgemeine und besondere Aufgaben der Erwachsenenkatechese
Besondere Formen der Erwachsenenkatechese
Die Katechese für Kinder im Vorschul und Schulalter
Situation und Bedeutung des Kleinkind- und Kindesalters
Kennzeichnende Eigenschaften der Katechese für Kleinkinder und Kinder
im Schulalter
Kleinkinder und Kinder ohne religiösen Halt in der Familie oder Kinder,
die nicht die Schule besuchen
Die Jugendkatechese
Voradoleszenz, Adoleszenz und Jugendalter
Die Bedeutung der Jugend für Gesellschaft und Kirche
Kennzeichnende Eigenschaften der Jugendkatechese
Katechese für alte Menschen
Das dritte Lebensalter, ein Gottesgeschenk an die Kirche
Katechese der Fülle und der Hoffnung
Weisheit und Dialog
Drittes Kapitel
Katechese für besondere Situationen, Mentalitäten und
Milieus
Die Katechese für Personen mit Behinderungen
Die Katechese für Menschen am Rande der Gesellschaft
Die Katechese für verschiedene Gruppen
Die milieubezogene Katechese
Viertes Kapitel
Katechese im sozio-religiösen Umfeld
Die Katechese in der Situation von Pluralismus und Komplexität
Die Katechese in Beziehung zur Volksfrömmigkeit
Die Katechese im ökumenischen Umfeld
Die Katechese in Beziehung zum Judentum
Die Katechese im Umfeld anderer Religionen
Die Katechese in Beziehung zu den »neuen religiösen Bewegungen«
Fünftes Kapitel
Die Katechese im sozio-kulturellen Umfeld
Katechese und heutige Kultur
Aufgaben einer Katechese zur Inkulturation des Glaubens
Methodisches Vorgehen
Notwendigkeit und Kriterien der Beurteilung
Die für den Prozeß der Inkulturation Verantwortlichen
Bevorzugte Formen und Wege
Die Sprache
Die Kommunikationsmittel
Anthroplogische Bereiche und Kulturtendenzen
Eingreifen in konkreten Situationen
Aufgaben der Ortskirchen
Geleitete Initiativen
Fünfter Teil
DIE KATECHESE IN DER TEILKIRCHE
Bedeutung und Zielsetzung dieses Teiles
Erstes Kapitel
Der Dienst der Katechese in der Teilkirche und seine Träger
Die Teilkirche
Der Dienst der Katechese in der Teilkirche
Die christliche Gemeinschaft und die Verantwortung für die Katechese
Der Bischof als Erstverantwortlicher für die Katechese in der
Teilkirche
Die Priester als Hirten und Erzieher der christlichen Gemeinde
Die Eltern, erste Glaubenserzieher ihrer Kinder
Die Ordensleute in der Katechese
Die Laienkatecheten
Verschiedene Typen von Katecheten, die heute besonders gebraucht werden
Zweites Kapitel
Die Ausbildung für den Dienst der Katechese
Die Pastoral der Katecheten in der Teilkirche
Bedeutung der Ausbildung der Katecheten
Zielsetzung und Wesen der Katechetenausbildung
Inspirative Kriterien der Katechetenausbildung
Die Dimensionen der Ausbildung: Sein, Wissen, praktisches Können
Menschliche, christliche und apostolische Reife der Katecheten
Die biblisch-theologische Ausbildung des Katecheten
Die Humanwissenschaften in der Ausbildung des Katecheten
Verschiedene Kriterien, die den Gebrauch der Humanwissenschaften bei der
Ausbildung der Katecheten inspirieren können
Die pädagogische Ausbildung
Die Ausbildung der Katecheten innerhalb der christlichen Gemeinden
Katechetenschulen und Höhere Ausbildungszentren für
Katechese-Experten
Drittes Kapitel
Orte und Wege der Katechese
Die christliche Gemeinschaft als Heimstätte der Katechese
Die Familie als Bereich oder Mittel des Glaubenswachstums
Der Taufkatechumenat von Erwachsenen
Die Pfarrei als Bereich der Katechese
Die katholische Schule
Vereinigungen, Bewegungen und Gruppen von Gläubigen
Die kirchlichen Basisgemeinden
Viertes Kapitel
Die Organisation der katechetischen Pastoral in der Teilkirche
Organisation und Ausübung der Verantwortlichkeiten
Der diözesane katechetische Dienst
Dienste interdiözesaner Zusammenarbeit
Der Dienst der Bischofskonferenz
Der Dienst des Heiligen Stuhls
Die koordinierte Abstimmung der Katechese
Wichtigkeit einer planmäßigen Abstimmung der Katechese
Ein gegliederter und kohärenter Diözesanplan für die
Katechese
Das katechetische Wirken im Rahmen der Neu-Evangelisierung
Die Katechese in der Erziehungspastoral
Einige besondere Aufgaben des katechetischen Dienstes
Analyse der Situation und der Erfordernisse
Aktionsprogramm und katechetische Anleitungen
Erstellung von didaktischen Werkzeugen und Mitteln für den
katechetischen Unterricht
Die Ausarbeitung örtlicher Katechismen: unmittelbare Verantwortlichkeit
des bischöflichen Dienstes
Schluß
(1) CD 44.
(2) CT 2.
(3) CT 3.
(4) Entspricht dem II. Teil des DCG (1971).
(5) Mit den gleichen Zielsetzungen wie der III. Teil des DCG (1971).
(6) Entspricht dem IV. Teil des DCG (1971).
(7) Entspricht dem V. Teil des DCG (1971). Obwohl einige unter Anführung
einsichtiger Gründe dazu geraten hatten, diesen Teil dem über die
Glaubenserziehung voranzustellen, zog man es angesichts der Neugestaltung des
dritten Teiles vor, die Reihenfolge des Textes von 1971 beizubehalten. Man will
damit betonen, daß die Beachtung des Adressaten Mitwirkung und Konsequenz
der göttlichen Pädagogik ist, der »Herablassung« Gottes in
die Heilsgeschichte (DV 13), seines Sich-Anpassens in der Offenbarung an die
Verfassung des Menschen.
(8) Nimmt alle Elemente des VI. Teiles des DCG (1971) auf.
(9) Vgl. DCG (1971), Vorwort.
(10) Vgl. ebd.
(11) Vgl. ebd.
(12) GS 1.
(13) GS 2.
(14) GS 2.
(15) Vgl. SRS 35.
(16) SRS 13b; vgl. EN 30.
(17) Vgl. CT 29.
(18) SRS 41; vgl. Dokumente der Bischofssynode, II: De iustitia in
mundo (30. Nov. 1971), III, »Erziehung zur Gerechtigkeit«:
AAS 63 (1971), S. 935-937; und LG 77.
(19) SRS 42; vgl. ChL 42; KKK 2444-2448; TMA 51.
(20) Johannes XXIII., Enzyklika Pacem in terris (11. April 1963),
927: AAS 55 (1963), S. 261-270. Hier werden die für die Kirche
grundlegendsten Menschenrechte genannt. In Nr. 28-34 (AAS 55 [1963])
(21) Vgl. SRS 15a.
(22) Vgl. PP 14; CA 29.
(23) ChL 5d; vgl. SRS 26b; VS 31c.
(24) Vgl. ChL 5a; SYN 1985, II, D, 1.
(25) Vgl. SRS 15; KKK 2444; CA 57b.
(26) ChL 37a; vgl. CA 47c.
(27) Vgl. AG 22a.
(28) GS 5.
(29) GS 54.
(30) GS 56c.
(31) Vgl. EN 20; CT 53.
(32) GS 19.
(33) Ebd.
(34) EN 55; vgl. 19 u. LC 41.
(35) SYN 1995, II, A, 1.
(36) ChL 4.
(37) Vgl. RM 38.
(38) CA 29 ad c; 46c.
(39) Vgl. GS 36. Johannes Paul II. stellt in der Enzyklika Dominum et
vivificantem (18. Mai 1986), Nr. 38: AAS 78 (1986), S. 851-852, auch
folgenden Zusammenhang her: »Die Ideologie des "Todes Gottes"
beweist in ihren Auswirkungen leicht, auf theoretischer Ebene eine Ideologie des
"Todes des Menschen" zu sein«.
(40) VS 101; vgl. EV 19, 20.
(41) CT 3; vgl. SYN 1977, 4.
(42) TMA 36 b; vgl. GS 19 c.
(43) EN 52; vgl. CT 19 u. 42.
(44) EN 56.
(45) EN 52.
(46) EN 48; vgl. CT 54; ChL 34b; DCG (1971) 6; SYN 1985, II, A, 4.
(47) EN 52.
(48) Vgl. EN 52; CT 44.
(49) Vgl. ChL 34b; RM 33d.
(50) LG 10.
(51) SYN 1985, I,3.
(52) Ebd.
(53) Kongregation für die Glaubenslehre, Schreiben Communionis
notio (28. Mai 1992), Nr. 1: AAS 85 (1993), S. 838; vgl. TMA 36e.
(54) Vgl. CT 19b.
(55) Vgl. CT 43.
(56) Vgl. CT 27b.
(57) DV 10c.
(58) Vgl. CT 29b.
(59) Vgl. CT 30.
(60) CT 23.
(61) Vgl. CT 58.
(62) Vgl. EN 63.
(63) Vgl. FC 4b; vgl. ChL 3e.
(64) GS 11; vgl. GS 4.
(65) Vgl. GS 62e; FC 5c.
(66) Vgl. Mk 1,15 u. par.; RM 12-20; KKK 541-560.
(67) Vgl. Mt 5,3-12.
(68) Vgl. Mt 5, 1-7,29.
(69) Vgl. Mt 13,11.
(70) Vgl. Mt 18,1-35.
(71) Vgl. Mt 24,1-25,46.
(72) DV 3.
(73) Vgl. 2 Petr 1,4; KKK 51-52.
(74) DV 2.
(75) Vgl. Eph 1,9.
(76) DV 2.
(77) EN 11.
(78) Vgl. GS 22a.
(79) Vgl. Eph 2,8; EN 27.
(80) Vgl. EN 9.
(81) Vgl. Joh 11,52; AG 2b e 3a.
(82) Vgl. DV 15; CT 58; ChL 61; KKK 53, 122; Hl. Irenäus von Lyon,
Adversus haereses, III, 20, 2: SCh 211. 389-393. Siehe im vorliegenden
Direktorium III. Teil, Kap. 1.
(83) KKK 54-64.
(84) DV 2.
(85) Vgl. DCG (1971) 11b.
(86) Vgl. Hebr 1,1-2.
(87) DV 4.
(88) Vgl. Lk 24,27.
(89) KKK 65; Der hl. Johannes vom Kreuz drückt es so aus: »Er hat
uns alles einmal in diesem einen Wort gesagt« (Salita al Monte Carmelo,
2,22; vgl. Stundengebet, I, Lesungen vom Montag der zweiten Adventswoche).
(90) Vgl. CT 5; KKK 520 u. 2053.
(91) KKK 125, wo auf DV 18 Bezug genommen wird.
(92) CT 5. Mit dem Thema Christozentrik setzen wir uns eingehender
auseinander in: »Ziel der Katechese: die Gemeinschaft mit Jesus Christus«
(I. Teil, Kap. 3) und »Die Christozentrik der evangelischen Botschaft«
(II. Teil, Kap. 1).
(93) Vgl. DV 7.
(94) Vgl. DV 7a.
(95) Vgl. DV 8 und KKK 75-79.
(96) DV 10b; vgl. KKK 85-87.
(97) LG 48; AG 1; GS 45; vgl. KKK 774-776.
(98) Vgl. Kol 1,6.
(99) In Dei verbum (Nr. 2-5) und im Katechismus der
Katholischen Kirche (Nr. 50-175) ist die Rede vom Glauben als Antwort auf
die Offenbarung. Hier im Direktorium für die Katechese hat man es aus
katechetisch-pastoralen Gründen vorgezogen, den Glauben mehr mit der
Evangelisierung als mit der Offenbarung zu verbinden, da ja letztere tatsächlich
den Menschen normalerweise durch die evangelisierende Sendung der Kirche
erreicht.
(100) EN 14.
(101) EN 18.
(102) Vgl. Mt 28,19-20.
(103) Vgl. Apg 1,8.
(104) Vgl. Mt 28,19.
(105) EN 17.
(106) EN 28.
(107) Vgl. EN 22a.
(108) Vgl. EN 47b.
(109) Vgl. EN 18.
(110) EN 24d.
(111) Vgl. EN 14.
(112) AG 6b.
(113) Bei der Dynamik der Evangelisierung gilt es die »Anfangssituationen«
(initia), die »stufenweisen Entwicklungen« (gradus) und die Situation
der Reife zu unterscheiden: »Jeder der genannten Bedingungen bzw. Stadien müssen
eigene Wirkformen und geeignete Mittel entsprechen« (AG 6).
(114) Vgl. EN 18-20 und RM 52-54; AG 11-12, 22.
(115) Vgl. EN 21 u. 41; RM 42-43; AG 11.
(116) EN 51. 52. 53; CT 18. 19. 21. 25; RM 44.
(117) Vgl. AG 13; EN 10 u. 23; CT 19; RM 46.
(118) EN 22; CT 18; vgl. AG 14 und RM 47.
(119) AG 14; KKK 1212; vgl. KKK 1229-1233.
(120) Vgl. EN 23; CT 24; RM 48-49; vgl. AG 15.
(121) Vgl. ChL 18.
(122) Vgl. ChL 32, wo der enge Zusammenhang zwischen »Gemeinschaft«
und »Mission« aufgezeigt wird.
(123) Vgl. EN 24.
(124) CT 18.
(125) Vgl. AG 6f; RM 33 u. 48.
(126) Vgl. Apg 6,4. Der Dienst am göttlichen Wort wird
in der Kirche vollbracht:
von den geweihten Hirten (d.h. Bischöfen und Priestern) (vgl.
CIC 756-757);
von den Mitgliedern der Institute des geweihten Lebens kraft ihrer
Weihe an Gott (vgl. CIC 758);
von den gläubigen Laien kraft ihrer Taufe und Firmung (vgl. CIC
759).
Zum Begriff Dienst (servitium) ist zu sagen, daß nur der ständige
Bezug auf den einen, ursprünglichen Dienst Christi gestattet, den Ausdruck
Dienst bis zu einem gewissen Maß auch auf die nichtgeweihten Gläubigen
unzweideutig anzuwenden... In der ursprünglichen Bedeutung drückt er
das Wirken aus, mit dem die Mitglieder der Kirche die Sendung Christi für
sich und für die Welt fortsetzen. Wenn der Begriff hingegen in der
Beziehung und Gegenüberstellung zwischen den verschiedenen munera
und officia (Ämter und Aufgaben) differenziert wird, dann ist sehr
genau darauf zu achten, daß er allein kraft des Weihesakramentes jene Fülle
und Eindeutigkeit der Bedeutung erhält, welche die Überlieferung ihm
immer zugeschrieben hat (vgl. Johannes Paul II., Ansprache an das Symposion über
die »Teilnahme der gläubigen Laien am priesterlichen Dienst«, Nr.
4: L'Osservatore Romano, 23. April 1994, S. 4).
(127) EN 22; vgl. EN 51-53.
(128) Vgl. EN 42-45.54.57.
(129) DV 8c.
(130) PO 4b; vgl. CD 13c.
(131) Im Neuen Testament erscheinen sehr verschiedene Formen dieses einen
Dienstes: »Verkündigung«, »Unterweisung«, »Ermahnung«...
Der Reichtum an Ausdrücken ist bemerkenswert.
(132) Die Muster, nach welchen der eine Dienst am Wort vollzogen
wird, sind eigentlich nicht mit der christlichen Botschaft verhaftet. Es sind
eher Akzentuierungen, Tönungen, mehr oder weniger deutliche Entwicklungen,
die der Glaubenssituation jedes Menschen und jeder menschlichen Gruppe in ihren
konkreten Verhältnissen angepaßt sind.
(133) Vgl. EN 51-53.
(134) AG 14.
(135) Es gibt Gründe verschiedener Natur, welche die Bezeichnungen »ständige
Glaubenserziehung« oder »fortdauernde Katechese«
rechtfertigen, sofern nicht der vorrangige, grundlegende, strukturiende und
spezifische Charakter der Katechese als Grundinitiation relativiert wird. Der
Ausdruck »ständige Glaubenserziehung« breitet sich seit dem II.
Vatikanischen Konzil in der katechetischen Praxis aus, um allein eine zweite
Stufe von Katechese zu bezeichnen, die auf die Initiationskatechese folgt, und
nicht die katechetische Tätigkeit als ganze. Man beachte, wie diese
Unterscheidung zwischen Grundausbildung und Weiterbildung in
bezug auf die Ausbildung der Priester in das Nachsynodale Apostolische Schreiben
Pastores dabo vobis (25. März 1992), Kap. V u. VI, besonders Nr.
71: AAS 84 (1992), S.729ff.; 778ff.; 782-783, Eingang gefunden hat.
(136) DCG (1971) 19d.
(137) Vgl. SC 35; KKK 1154.
(138) Vgl. Kongregation für die Glaubenslehre, Instruktion Donum
veritatis über die kirchliche Berufung des Theologen (24. Mai 1990),
Nr. 6: AAS 82 (1990), S. 1552.
(139) DCG (1971) 17; vgl. GS 62g.
(140) Vgl. Röm 10,17; LG 16 und AG 7; vgl. KKK 846-848.
(141) Vgl. AG 13a.
(142) Vgl. CT 5b.
(143) Vgl. CT 20b.
(144) Vgl. KKK 166-167.
(145) Vgl. KKK 150, 153 u. 176.
(146) DV 5.
(147) KKK 177.
(148) Vgl. EN 10; AG 13b; KKK 1430-1431.
(149) EN 23.
(150) Vgl. AG 13.
(151) Vgl. RM 45c.
(152) Vgl. RM 46d.
(153) DV 5; vgl. KKK 153.
(154) DV 5; vgl. KKK 153.
(155) KKK 149.
(156) CT 20a: »Es geht tatsächlich darum, auf der Ebene des Bewußtseins
und im Leben den Samen des Glaubens zum Wachsen zu bringen, den der Heilige
Geist bei der Erstverkündigung gesät hat«.
(157) Vgl. RM 46b.
(158) Vgl. 1 Petr 2,2; Hebr5,13.
(159) Eph 4,13.
(160) OICA 12.
(161) Vgl. Eusebius von Cäsarea, Praeparatio evangelica, I, 1:
SCh 206, 6; LG 16; AG 3a.
(162) ChL 4c.
(163) OICA 12 u. 111.
(164) Vgl. OICA 6 u. 7.
(165) AG 13b.
(166) Vgl. AG 13; EN 10; RM 46; VS 66; OICA 10.
(167) AG 13b.
(168) Vgl. SYN 1977 8b; KKK 187-189.
(169) Mt 5,48; vgl. LG 11c, 40b, 42e.
(170) Vgl. DV 24; EN 45.
(171) Vgl. RM 33.
(172) RM 33b.
(173) RM 33b. Es ist wichtig, sich bewußt zu machen, welche »Bereiche«
(fines) RM der »Mission ad gentes« zuweist. Es handelt sich nicht nur
um »gebietsbezogene Bereiche« (RM 37 ad a), sondern auch um »neue
soziale Welten und Phänomene« (RM 37 ad b), wie z.B. die Großstädte,
die Welt der Jugendlichen, die Aus- und Einwanderungen..., und um »Kulturbereiche
und moderne Areopage« (RM 37 ad c), wie z.B. die Welt der Medien, der
Wissenschaft, der Ökologie... Dementsprechend vollzieht eine Teilkirche,
die in einem Territorium schon eingepflanzt ist, die »Mission ad gentes«
nicht nur außerhalb, sondern auch innerhalb ihrer Grenzen.
(174) RM 33c.
(175) RM 33d.
(176) Ebd.
(177) RM 34b.
(178) RM 34c. Der Text spricht konkret von der gegenseitigen Bereicherung
zwischen der Mission ad intra und der Mission ad extra. In RM 59c wird im
gleichen Sinn aufgezeigt, wie die »Mission ad gentes« die Völker
zur Entwicklung anspornt, während die »Neu-Evangelisierung« in
den bereits entwickelten Ländern ein klares Solidaritätsbewußtsein
gegenüber den anderen schafft.
(179) Vgl. RM 31. 34.
(180) SYN 8.
(181) DCG (1971) 20; vgl. CT 43; IV. Teil, Kap. 2.
(182) CT 19.
(183) Mk 16,15 u. Mt 28,19.
(184) Mk 16,16.
(185) Vgl. CT 19; DCG (1971) 18.
(186) OICA 9-13; vgl. CIC 788.
(187) Im vorliegenden Direktorium wird vorausgesetzt, daß der
Adressat der »kerygmatischen Katechese« oder »Vorkatechese«
gewöhnlich ein Interesse am Evangelium habe oder eine innere Unruhe verspüre.
Ist das absolut nicht der Fall, bedarf es der »Erstverkündigung«.
(188) Vgl. OICA 9, 10, 50; CT 19.
(189) CT 18; vgl. CT 20c.
(190) CT 18.
(191) Ebd.
(192) AG 14.
(193) CT 18.
(194) Hl. Kyrillos von Jerusalem, Catecheses illuminandorum, I, 11:
PG 33, 351-352.
(195) Vgl. Mt 7,24-27.
(196) CT 13; vgl. CT 15.
(197) KKK 1122.
(198) AG 14; vgl. KKK 1212, 1229.
(199) KKK 1253. Im Taufkatechumenat der Erwachsenen, eben der Mission ad
gentes, geht die Katechese der Taufe voraus. In der Katechese der Getauften
(Kinder, Jugendliche oder Erwachsene) folgt die Bildung auf sie. Doch auch in
diesem Fall hat die Katechese zum Ziel, den großen Reichtum der schon
empfangenen Taufe entdecken und ins Leben umsetzen zu lassen. KKK 1231 verwendet
den Ausdruck Katechumenat nach der Taufe. ChL 61 nennt sie Katechese
nach der Taufe.
(200) Vgl. CD 14.
(201) CT 22; vgl. CT 18d, 21b.
(202) Vgl. CT 21.
(203) CT 21. Zwei Gründe verdienen, in diesem von Catechesi
tradendae übernommenen Synodenbericht unterstrichen zu werden: das Bemühen,
einem pastoralen Problem Rechnung zu tragen (»Ich bestehe auf der
Notwendigkeit eines organischen und systematischen Religionsunterrichts, denn
von verschiedener Seite ist man geneigt, seine Wichtigkeit herunterzuspielen«
[CT 21]
(204) CT 21.
(205) Vgl. CT 20; Hl. Augustinus, De catechizandis rudibus, IV, 8:
CCL 46, 128-129.
(206) Vgl. CT 21b.
(207) Vgl. CT 21c.
(208) Vgl. AG 14; CT 33 u. KKK 1231.
(209) Vgl. DCG (1971) 31.
(210) CT 24.
(211) DV 21.
(212) Joh 17,21.
(213) CT 48; vgl. SC 52; DV 24; DCG (1971) 17; Missale Romanum, Ordo
Lectionum Missae, Nr. 24, Editio Typica Altera, Libreria Editrice Vaticana
1981.
(214) Vgl. DV 21-25; Päpstliche Bibelkommission, Dokument Die
Bibelauslegung in der Kirche (21. September 1993), IV, C, 2-3, Vatikanstadt
1993.
(215) SRS 41; vgl. CA 5. 53-62; DCG (1971) 26; Kongregation für die
Katholische Erziehung, Dokument Orientamenti per lo studio e l'insegnamento
della dottrina sociale della Chiesa nella formazione sacerdotale
$[Richtlinien für Studium und Lehre der Soziallehre der Kirche in der
Priesterausbildung$
(216) Vgl. CT 23; vgl. SC 35 ad 3; CIC 777, ad 1 u. 2.
(217) Vgl. CT 21c u. 47; DCG (1971) 96c, d, e, f.
(218) Vgl. 1 Petr 3,15; Kongregation für die Glaubenslehre,
Instruktion Donum veritatis, 6b: aaO. 1552. Vgl. auch CT 61 über
die Wechselbeziehung zwischen Katechese und Theologie.
(219) CT 45c.
(220) Kongregation für die Katholische Erziehung, Religiöse
Dimension der Erziehung an der katholischen Schule (7. April 1988), Nr. 68;
vgl. Johannes Paul II., Ansprache an die Priester der Diözese Rom
(5. März 1981): Insegnamenti di Giovanni Paolo II, IV1, S. 629-630;
CD 13c; CIC 761.
(221) Hl. Kongregation für die Katholische Erziehung, Dokument L'école
catholique [Die katholische Schule]
(222) CT 69. Man halte fest, daß für CT 69 die Eigenart des
Religionsunterrichts in der Schule nicht allein darin besteht, den Dialog mit
der Kultur im allgemeinen zu ermöglichen, da dieser alle Formen des
Dienstes am Wort betrifft. Im Religionsunterricht in den Schulen sucht man
diesen Dialog im persönlichen Prozeß der systematischen und
kritischen Initiation und in der von der Schule geförderten Begegnung mit
dem Kulturerbe auf direktere Weise voranzubringen.
(223) Vgl. Kongregation für die Katholische Erziehung, Religiöse
Dimension der Erziehung in der katholischen Schule. Richtlinien für die
Reflexion und Revision, Nr. 70, aaO.
(224) Vgl. Johannes Paul II., Ansprache an das Symposion des Rates
der Bischofskonferenzen Europas über den katholischen Religionsunterricht
an den öffentlichen Schulen (15. April 1991): Insegnamenti..., XIV1,
S. 780f.
(225) Ebd.
(226) Vgl. CT 69; Kongregation für die Katholische Erziehung, Religiöse
Dimension der Erziehung in der katholischen Schule..., Nr. 66, aaO.
(227) Vgl. CT 33.
(228) Vgl. CT 34.
(229) Vgl. die Ausführungen in Kap. 1 dieses Teiles über »Die
Weitergabe der Offenbarung durch die Kirche als Werk des Heiligen Geistes«
und im II. Teil, Kap. 1, »Der kirchliche Charakter der evangelischen
Botschaft«. Vgl. auch EN 60, wo jede Evangelisierungstätigkeit als
zutiefst kirchliches Tun definiert wird.
(230) Vgl LG 64; DV 10a.
(231) VGl. DCG (1971) 13.
(232) Vgl. AG 22a.
(233) Vgl. CT 28; OICA 25 und 183-187. Die traditio-redditio symboli
(Überreichung und Zurückgabe des Symbolum) war und ist ein
wichtiges Element des Taufkatechumenats. Die Zweipoligkeit dieser zeichenhaften
Handlung drückt die doppelte Dimension des Glaubens aus: empfangene Gabe (traditio)
und einer persönlichen und inkulturierten Antwort (redditio). Vgl.
CT 28, wo die Überlegung angestellt wird: Sollte man nicht »eine noch
erweiterte, wenn auch angepaßte Verwendung« dieses »ausdruckstarken
Ritus« vorsehen?
(234) Vgl. LG 64.
(235) KKK 169. Die Beziehung zwischen der Mutterschaft der Kirche und ihrer
Erziehungsfunktion wurde vom hl. Gregor dem Großen sehr treffend
zum Ausdruck gebracht: »Nachdem sie bei der Empfängnis ihrer
Kinder dank des Predigtdienstes befruchtet worden ist, läßt die
Kirche mit ihren Unterweisungen sie in ihrem Schoß wachsen« (Moralia
in Iob,
XIX, 12: CCL 143a, 970).
(236) CT 5; vgl. KKK 426; AG 14a. In bezug auf diese christologische
Zielsetzung der Katechese vgl. die Ausführungen im I. Teil, Kap. 1 »Jesus
Christus Mittler und Fülle der Offenbarung«, und im II. Teil, Kap.
1: »Die Christozentrik der evangelischen Botschaft«.
(237) AG 13b.
(238) CT 20c.
(239) LG 7b.
(240) SYN 1977, 8; vgl. KKK 185-197.
(241) Vgl. KKK 189.
(242) Vgl. KKK 189-190 u. 197.
(243) Vgl. KKK 189-190 u. 197.
(244) KKK 2113.
(245) Vgl. RM 45.
(246) Auch das DCG (1971), 21-29, unterscheidet zwischen dem Ziel (finis)
und den Aufgaben (munera) der Katechese. Die Aufgaben sind die spezifischen
Zielsetzungen, in denen sich das Endziel konkretisiert.
(247) Vgl. Mk 4,10-12.
(248) Vgl. Mt 6,5-6.
(249) Vgl. Mt 10,5-15.
(250) CT 21b.
(251) GE 4; vgl. OICA 19; CIC 788,2.
(252) Vgl. DCG (1971) 36a.
(253) DCG (1971) 24.
(254) DV 25a.
(255) SC 7.
(256) Vgl. SC 14.
(257) DCG (1971) 25b.
(258) AG 13.
(259) Vgl. LC 62; KKK 1965-1986. KKK 1697 präzisiert im einzelnen die
Merkmale, die die Katechese bei der sittlichen Bildung annehmen soll.
(260) VS 107.
(261) Vgl. CT 29f.
(262) OICA 25 und 188-191.
(263) Vgl. KKK 2761.
(264) PO 6d.
(265) AG 14d.
(266) DCG (1971) 27.
(267) UR 3b.
(268) CT 32; vgl. KKK 821; CT 32-34.
(269) Vgl. CT 24c und DCG (1971) 28.
(270) Vgl. LG 31b und ChL 15; KKK 898-900.
(271) Vgl. Mt 10, 5-42 und Lk 10,1-20.
(272) Vgl. EN 53 und RM 55-57.
(273) Vgl. RM 55b; Päpstlicher Rat für den Interreligiösen
Dialog und Kongregation für die Evangelisierung der Völker,
Instruktion Dialog und Verkündigung. Reflexionen und Orientierungen
de Evangelio nuntiando et de Dialogo interreligioso (19. Mai 1991), Nr.
14-54: AAS 84 (1992) S. 419-432. KKK 839-845. Im Iv. Teil, Kap. 4, wo von den
Adressaten der Katechese die Rede ist, wird in dem Abschnitt »Die Katechese
im Rahmen der anderen Religionen« das Thema noch einmal aufgegriffen.
(274) RM 55a.
(275) Vgl. CIC 773 und 788.2.
(276) Vgl. DCG (1971) 22 und 23.
(277) Vgl. DCG (1971) 26.
(278) DCG (1971) 31b.
(279) Vgl. OICA 19.
(280) OICA 9-13.
(281) OICA 14-20; 68-72; 98-105.
(282) OICA 93; vgl. SYN 1977, 8c.
(283) OICA 21-26; 133-142; 152-159.
(284) OICA 25 und 183-187.
(285) OICA 25 und 188-192.
(286) OICA 37-40; 235-239.
(287) Diese Staffelung tritt auch in den Benennungen zutage, welche
die Kirche zur Bezeichnung derer verwendet, die sich in den verschiedenen
Etappen des Taufkatechumenates befinden: »Sympathisant« (OICA
12) für den noch nicht voll Glaubenden, aber schon zum Glauben Neigenden; »Katechumene«
(OICA 17-18) für den fest zur Nachfolge Christi Entschlossenen; »Erwählter«
oder »Bewerber« (OICA 24) für den vor dem Empfang der
Taufe Stehenden; »Neophyt« (OICA 31-36) für den Dank der
Taufe eben zum Licht Geborenen; »Christgläubiger« (OICA
39) für den, der im Glauben reif und ein aktives Glied der christlichen
Gemeinde ist.
(288) Vgl. SYN 1977, 8; EN 44; ChL 61.
(289) Im vorliegenden Allgemeinen Direktorium für die Katechese
werden, um auf diesen Unterschied hinzuweisen, die Ausdrücke »Katechumenen«
und »Glaubensschüler« als unterschiedliche Bezeichnungen
gebraucht. Der CIC, can. 204 und 206, erinnert seinerseits daran, daß »Katechumenen«
und »Christgläubige« auf unterschiedliche Weise mit der Kirche
verbunden sind.
(290) OICA 295. Dieser gleiche Ordo initiationis christianae adultorum
(»Feier der Eingliederung Erwachsener in die Kirche«), Kap. IV,
betrachtet den Fall der getauften Erwachsenen, die einer Initiationskatechese
bedürfen. CT 44 präzisiert die verschiedenen Umstände, in denen
sich diese Initiationskatechese als notwendig erweist.
(291) AG 14d.
(292) Methodius von Olympia zum Beispiel hat dieses mütterliche
Wirken der Kirche für die christliche Gemeinde im Blick, wenn er sagt: »Gegenüber
denen, die noch unvollkommen (im christlichen Leben) sind, sind diejenigen, die
sie heranbilden und sie gleichsam in einer mütterlichen Handlung ans Licht
bringen, die Reiferen«: Methodius von Olympia, Symposium, III, 8:
SCh 95, 111. Vgl. im gleichen Sinn: Hl. Gregor der Grosse, Homiliarum in
Evangelia, I, III, 2: PL 76, 1086).
(293) OICA 8.
(294) Vgl. CT 53.
(295) DCG (1971) 130. Diese Nummer beginnt mit der Aussage: »Der
Katechumenat der Erwachsenen, der zugleich Katechese, Teilnahme an der Liturgie
und Leben mit der Gemeinschaft ist, ist das schönste Beispiel einer
Einrichtung, die aus der Zusammenarbeit verschiedener pastoraler Ämter
entsteht«.
(296) Vgl. DCG (1971) 36a.
(297) CT 27.
(298) Vgl. DV 10 a und b; 1 Tim 6,20 und 2 Tim 1,14.
(299) Vgl. Mt 13,52.
(300) DV 13.
(301) Ebd.
(302) DV 10.
(303) Wie man sieht, werden beide Ausdrücke: die Quelle und »die
Quellen« verwendet. Man spricht von »der« Quelle der Katechese,
um die Einzigkeit des Gotteswortes zu betonen im Anschluß an den
Offenbarungsbegriff in Dei Verbum. Man folgte CT 27, wo auch von der
Quelle der Offenbarung die Rede ist. Trotzdem hielt man entsprechend dem gewöhnlichen
katechetischen Brauch an dem Ausdruck »die Quellen« fest, um die
konkreten Textstellen anzugeben, aus denen die Katechese ihre Botschaft bezieht;
vgl. DCG (1971) 45.
(304) Vgl. DCG (1971) 45b.
(305) DV 9.
(306) Ebd.
(307) DV 10b.
(308) DV 10c.
(309) Vgl. SYN 1977, 9.
(310) Vgl. KKK 426-429; CT 5-6; DCG (1971) 40.
(311) CT 5.
(312) DCG (1971) 41a; vgl. DCG (1971) 39, 40, 44.
(313) GS 10.
(314) CT 6.
(315) Vgl. 1 Kor 15,1-4; EN 15 e, f.
(316) CT 11b.
(317) KKK 139.
(318) Vgl. Joh 14,6.
(319) Der Ausdruck »Einer der Dreifaltigkeit« wurde vom V. Ökumenischen
Konzil von Konstantinopel (i.J. 553) verwendet: vgl. Constantinopolitanum II,
Sessio VIII, can. 4: DS 424. In KKK 468 gibt es einen Hinweis darauf.
(320) KKK 234; vgl. KKK 2157.
(321) DCG (1971) 41; vgl. Eph 2,18.
(322) Vgl. DCG (1971) 41.
(323) Vgl. KKK 258, 236 und 259.
(324) Vgl. KKK 236.
(325) KKK 450.
(326) Vgl. KKK 1702; 1878. SRS 40 verwendet in bezug auf dieses Thema den
Ausdruck »Modell der Einheit«. KKK 2845 bezeichnet die
Gemeinschaft der heiligsten Dreifaltigkeit als »Ursprung und Maßstab
der Echtheit jeder Beziehung«.
(327) LG 4b, wo wörtlich der Hl. Cyprian, De dominica oratione 23
(CCL 3A2, 105) zitiert wird.
(328) Vgl. EN 11-14; RM 12,20; KKK 541-556.
(329) Die Liturgie der Kirche drückt dies in der Osternacht so aus: »Laß
deine Erlösten erkennen, daß deine Schöpfung groß ist,
doch größer noch das Werk der Erlösung, die du uns in der Fülle
der Zeit geschenkt hast durch den Tod des Osterlammes, unseres Herrn Jesus
Christus« (Missale Romanum [Editio typica altera 1975]
(330) EN 9.
(331) CT 25.
(332) EN 26.
(333) Diese Heilsgabe verleiht uns »die Rechtfertigung durch
die Gnade des Glaubens und der Sakramente der Kirche. Diese Gnade befreit uns
von der Sünde und führt uns in die Gemeinschaft mit Gott» (LC
52).
(334) EN 27.
(335) Vgl. LG 3 und 5.
(336) Vgl. RM 16.
(337) GS 39.
(338) LG 5.
(339) RM 20.
(340) EN 28.
(341) Vgl. EN 30-35.
(342) EN 30.
(343) CA 57; vgl. KKK 2444.
(344) EN 30.
(345) EN 32; vgl. SRS 41 und RM 58.
(346) EN 32.
(347) EN 33; vgl. LC: diese Instruktion ist ein verbindlicher Bezugspunkt für
die Katechese.
(348) LC 71.
(349) CA 57; LC 68; vgl. SRS 42; KKK 2443-2449.
(350) LC 68.
(351) SRS 41; vgl. LC 77. Die Synode von 1971 ihrerseits behandelte ein
Thema, das für die Katechese von grundlegender Bedeutung ist: »Die
Erziehung zur Gerechtigkeit«: vgl. Documenti del Sinodo dei Vescovi,
II: De Iustitia in mundo, III: aaO. 835-937.
(352) OICA 75; vgl. KKK 1253.
(353) Vgl. KKK 172-175, wo im Anschluß an den hl. Irenäus von
Lyon der ganze Reichtum analysiert wird, der in der Wirklichkeit eines einzigen
Glauben liegt.
(354) KKK 815: »Die Einheit der pilgernden Kirche wird... auch
durch folgende sichtbare Bande der Gemeinschaft gesichert: das Bekenntnis ein
und desselben, von den Aposteln überlieferten Glaubens; die gemeinsame
Feier des Gottesdienstes, vor allem der Sakramente; die apostolische Sukzession,
die durch das Weihesakrament die brüderliche Eintracht der Familie Gottes
aufrechterhält«.
(355) EN 61, wo auf den hl. Gregor der Große und auf die Didaché
Bezug genommen wird.
(356) KKK 1076.
(357) DCG (1971) 44.
(358) Die heiligen Väter wünschten dadurch, daß sie den
Inhalt der Katechese auf die Erzählung des Heilsgeschehens gründeten,
das Christentum in der Zeit zu verwurzeln, indem sie aufzeigten, daß es
Heilsgeschichte und nicht bloß eine religiöse Philosophie ist; so wie
sie auch klarmachen wollten, daß Christus das Zentrum dieser Geschichte
ist.
(359) KKK 54-64. In diesen Texten des Katechismus, die für die
biblische Katechese grundlegend sind, werden die wichtigsten Etappen der
Offenbarung angegeben, in denen der Bund das Schlüsselthema ist. Vgl. KKK
1081 und 1093.
(360) Vgl. DV 4.
(361) DCG (1971) 11.
(362) KKK 1095; vgl. KKK 1075; KKK 1116; KKK 129-130 und 1093-1094.
(363) KKK 1095. Der KKK weist in Nr. 1075 auf den induktiven Charakter
dieser »mystagogischen Katechese« hin, denn sie schreitet »vom
Sichtbaren zum Unsichtbaren, vom Bezeichnenden zum Bezeichneten, von den "Sakramenten"
zu den "Mysterien"«.
(364) DV 2.
(365) DCG (1971) 72; vgl. KKK 39-43.
(366) Vgl. IV. Teil, Kap. 5.
(367) AG 10; vgl. AG 22a.
(368) CT 53; vgl. EN 20.
(369) Der Ausdruck »Inkulturation« wurde von verschiedenen
Dokumenten des Lehramts übernommen. Vgl. CT 53; RM 52-54. Der Begriff »Kultur«
im allgemeinen wie im »soziologischen und ethnologischen Sinn« wurde
in GS 53 geklärt; vgl. auch ChL 44a.
(370) AG 22a; vgl. LG 13 und 17; GS 53-62; DCG (1971) 37.
(371) Vgl. RM 52b, wo es heißt, zur Inkulturation brauche es »eine
lange Zeit«.
(372) EN 20; vgl. EN 63; RM 52.
(373) LG 13 spricht von »fördert und übernimmt«
(fovet et assumit).
(374) LG 17 spricht von »heilen, erheben und vollenden (sanare,
elevare et consumare)«.
(375) EN 19 spricht von: »erfassen und gleichsam umwandeln«.
(376) RM 54a.
(377) RM 54b.
(378) Vgl. Leitfaden, 12.
(379) Vgl. KKK 24.
(380) CT 30.
(381) Vgl. ebd.
(382) DCG (1971) 38a.
(383) Vgl. DCG (1971) 38b.
(384) Vgl. Mt 11,30.
(385) EN 63 verwendet die Ausdrücke »transferre« und »translatio«;
vgl. RM 53b.
(386) EN 63c; vgl. CT 53c und CT 31.
(387) SYN 1985, II, D, 3; vgl. EN 65.
(388) CT 31, die außerdem die Vollständigkeit und Unversehrtheit
der Botschaft darlegt; vgl. DCG (1971) 39 und 43.
(389) KKK 234.
(390) UR 11.
(391) DCG (1971) 43.
(392) DCG (1971) 41.
(393) Der hl. Cyrill von Jerusalem sagt über das Symbolum: »Nicht
menschliche Willkür hat diese Zusammenschau des Glaubens verfaßt,
sondern die wichtigsten Lehren der ganzen Schrift sind in ihr zusammengestellt
zu einer einzigen Glaubenslehre« (Catecheses illuminandorum, 5,12:
PG 33, 521). Dieser Text wird auch wiedergegeben im KKK 186. Vgl. KKK 194.
(394) KKK 1211.
(395) Ebd.
(396) Der hl. Augustinus bezeichnet die Bergpredigt als »die
vollkommene Satzung des christlichen Lebens..., die alle Gebote enthält,
die geeignet sind, es zu leiten« (De sermone Domini in monte, 1,
1: CCL 35, 1); vgl. EN 8.
(397) Das Vaterunser ist wirklich »die Zusammenfassung des ganzen
Evangeliums« (Tertullian, De oratione, 1: CSEL 20, 181); »Geht
sämtliche Gebete durch, die sich in der Schrift finden. Meines Erachtens könnt
ihr darin nichts finden, was nicht im Gebet des Herrn enthalten wäre«
(Hl. Augustinus, Epistola, 130, c. 12: PL 33, 502); vgl. KKK 2761.
(398) GS 22a.
(399) Ebd.
(400) CT 22c; vgl. EN 29.
(401) GS 22b.
(402) KKK 521; vgl. KKK 519-521.
(403) Vgl. CT 20b.
(404) Vgl. Röm 6,4.
(405) DCG (1971) 74; vgl. CT 29.
(406) Vgl. AG 8a.
(407) Vgl. Phil 1,27.
(408) Vgl. KKK 1697.
(409) Vgl. KKK 1145-1152.
(410) Vgl. II. Teil, Kap. 2.
(411) DCG (1971) 46.
(412) CT 31.
(413) Vgl. CIC 775 §§ 1-3.
(414) Vgl. FD 2d.
(415) FD 4a.
(416) DCG (1971) Vorwort.
(417) DCG (1971) III. Teil, Kap. 2.
(418) KKK 11.
(419) FD 4a; vgl. FD 4b.
(420) KKK 815.
(421) FD 4a; vgl. FD 4c.
(422) FD 1f; vgl. FD 4c.
(423) FD 4d.
(424) Ebd.
(425) FD 3d.
(426) FD 3e.
(427) Vgl. KKK 13.
(428) Vgl. I. Teil, Kap. 3 des vorliegenden Direktoriums.
(429) Vgl. Kard. J. Ratzinger, Der Katechismus der Katholischen Kirche
und der Optimismus der Erlösten, in: J. Ratzinger - C. Schönborn,
Kleine Hinführung zum Katechismus der Katholischen Kirche, München
1993.
(430) Vgl. KKK 189-190; 1077-1109; 1693-1695; 2564; usw.
(431) Vgl. KKK 27-49; 355-379; 456-478; 1699-1756, usw.
(432) GS 22a.
(433) Vgl. DCG (1971) 119.
(434) KKK 24.
(435) DV 21.
(436) SYN 1977, 9c; Päpstliche Bibelkommission, Dokument Die
Auslegung der Bibel in der Kirche, IV, C, 3: aaO.
(437) CT 27; vgl. SYN 1985, II, B, a,1.
(438) DV 9.
(439) Vgl. SYN 1977, 9.
(440) DV 8c.
(441) Als das II. Vatikanische Konzil die Wiedereinführung des Erwachsenenkatechumenats
anregte, betonte es dessen notwendigen Stufencharakter: »Ein
mehrstufiger Katechumenat für Erwachsene soll wiederhergestellt werden«
(SC 64).
(442) Vielsagend ist als Beispiel das Zeugnis des Origenes: »Wenn du
die Finsternis des Götzendienstes verläßt und zur Kenntnis des göttlichen
Gesetzes zu gelangen wünschest, dann beginnt dein Auszug aus Ägypten.
Wenn du der Menge der Katechumenen angegliedert wirst und den Geboten der Kirche
zu gehorchen begonnen hast, dann hast du das Rote Meer durchschritten. In den Wüstenaufenthalten
bemühst du dich jeden Tag, das Gesetz Gottes zu hören und das Antlitz
des Mose zu betrachten, das dir die Herrlichkeit des Herrn enthüllt. Wenn
du aber am Taufbrunnen ankommst,... nachdem du den Jordan überquert hast,
wirst du in das Verheibene Land eintreten« (Origines, Homiliae in Iesu
Nave, IV, 1: SCR 71, 149).
(443) Vgl. KKK 13.
(444) Dieser Titel bezieht sich ausschließlich auf die offiziellen
Katechismen, das heißt auf solche, die der Diözesanbischof (CIC
775,1) oder die Bischofskonferenz (CIC 775) herausgibt bzw. als geeignet
anerkennt. Die nicht offiziellen Katechismen (CIC 827,1) und andere
Arbeitsinstrumente für die Katchese (DCG $[1971$
(445) FD 4c.
(446) FD 4d.
(447) Vgl. CIC 775.
(448) CT 53a; vgl. KKK 24.
(449) CT 50.
(450) DV 15.
(451) Vgl. DV 13.
(452) DV 13.
(453) DV 13. Unsagbare Menschenfreundlichkeit, Sorge für unser
Geschlecht, Herablassung sind Ausdrücke, die die göttliche
Erziehungskunst in der Offenbarung bezeichnen. Sie zeigen, daß Gott sich
an die Menschen anzupassen (synkatabasis) wünscht. Vom gleichen Geist muß
sich die Erstellung der örtlichen Katechismen leiten lassen.
(454) DCG (1971) 119.
(455) Zusammen mit den Werkzeugen sind an der Katechese noch weitere
entscheidende Faktoren beteiligt: die Person des Katecheten, seine Übermittlungsmethode,
die Beziehung zwischen dem Katecheten und dem Glaubensschüler, die
Respektierung des inneren Aufnahmerhythmus von seiten des Adressaten, die von Güte
und Glauben bestimmte Atmosphäre bei der Kommunikation, die aktive
Miteinbeziehung der Gemeinde usw.
(456) Vgl. IV. Teil, Kap. 1.
(457) KKK 24.
(458) GS 44.
(459) CT 53a.
(460) Vgl. CT 55c; SYN 1977, 7; DCG (1971) 34.
(461) Vgl. CT 36-45.
(462) In den örtlichen Katechismen muß der ausführlichen
Behandlung und Ausrichtung der Volksfrömmigkeit große Beachtung
geschenkt werden (vgl. EN 48; CT 54 und KKK 1674-1676); dasselbe gilt in bezug
auf den ökumenischen Dialog (vgl. CT 32-34; KKK 817-822) und den
interreligiösen Dialog (vgl. EN 53; RM 55-57 und KKK 839-845).
(463) LC 72 unterscheidet zwischen »Reflexionsprinzipien« und »Urteilskriterien«
bzw. »Anleitungen zum Handeln«, welche die Kirche in ihrer Soziallehre
bietet. Ein Katechismus wird diese Ebenen zu unterscheiden haben.
(464) Hier wird im Grunde Bezug genommen auf die »verschiedenen
sozio-religiösen Situationen«, denen die Evangelisierung gegenübersteht.
Von ihnen ist im I. Teil, Kap. 1 die Rede.
(465) Zu dieser Unterscheidung zwischen örtlichen Katechismen und
Zusammenfassungen des KKK vgl., was gesagt ist in: Kongregation für die
Glaubenslehre Kongregation für den Klerus, Schreiben an die Vorsitzenden
der Bischofskonferenzen Orientierende Anleitungen für die Erstellung
von »Zusammenfassungen« des Katechismus der Katholischen Kirche (Prot.
N. 9400478 vom 20. Dezember 1994), Einleitung 1-5. Darin heißt es u.a.: »Die
erstellten Zusammenfassungen des KKK, können als Ersatz für die örtlichen
Katechismen mißverstanden werden, so daß sie schließlich den
Mut zu deren Abfasung nehmen, während hingegen die von der Katechese
erforderten Anpassungen an die besonderen Situationen der Adressaten fehlen«
(Einleitung 4).
(466) Vgl. CIC 775 §§ 1-2.
(467) Die Frage der Sprache sowohl in den örtlichen Katechismen wie
beim Erteilen der Katechese selbst ist von ganz großer Bedeutung: vgl. CT
59.
(468) EN 63. Bei dieser heiklen Aufgabe des Sich-Aneignens und Übersetzens,
von der dieser Text spricht, ist es sehr wichtig, der Feststellung Rechnung
zu tragen, die sich in dem Schreiben von Kongregation für die Glaubenslehre
- Kongregation für den Klerus, Orientierende Anleitungen für die
Erstellung von »Zusammenfassungen« des Katechismus der Katholischen
Kirche, Einleitung 3, findet: »Die Erstellung örtlicher
Katechismen, die den KKK als "sicheren und authentischen Bezugstext"
(FD 4) haben sollen, bleibt für die Episkopate ein wichtiges Ziel. Aber die
vorhersehbaren Schwierigkeiten, auf die man bei diesem Unternehmen stößt,
können nur dann überwunden werden, wenn durch eine angemessene und
selbst auch längere Zeit der Rezeption des KKK das theologische,
katechetische und sprachliche Terrain für eine reale Inkulturation der
Inhalte des Katechismus bereitet worden ist«.
(469) GS 62b.
(470) FD 4b.
(471) RM 54b.
(472) KKK 815.
(473) LG 23a.
(474) Kongregation für die Glaubenslehre, Schreiben Communionis
Notio, Nr. 9: aaO. 843.
(475) Vgl. CT 63b.
(1) Vgl. Joh 15,15; Mk9,33-37; 10,41-45.
(2) Vgl. CT 9.
(3) Vgl. Mk 8,14-21.27.
(4) Vgl. Mk 4,34; Lk 12,41.
(5) Vgl. Lk 11,1-2.
(6) Vgl. Lk 10,1-20.
(7) Vgl. Joh 16,13.
(8) Vgl. Mt 10,20; Joh 15,26; Apg4,31.
(9) CT 9.
(10) CT 58.
(11) DV 15; DCG (1971) 33; CT 58; ChL 61; KKK 53, 122, 684, 708, 1145,
1609, 1950, 1964.
(12) Vgl. Dtn 8,5; Hos 11,3-4; Spr 3,11-12.
(13) Vgl. Dtn 36-40; 11,2-7.
(14) Vgl. Ex 12,25-27; Dtn 6,4-8; 6,20-25; 31,12-13; Jos
4,10.
(15) Vgl. Am 4,6f.; Hos 7,10; Jer 2,30; Spr
3,11-12; Hebr 12.4-11; Offb 3,19.
(16) Vgl. Mk 8,34-38; Mt 8,18-22.
(17) LG 1.
(18) KKK 169; vgl. GE 3c.
(19) Vgl. GE 4.
(20) Vgl. Paul VI., Enzyklika Ecclesiam suam (6. August 1964), III:
AAS 56 (1964), 637-659.
(21) Vgl. DV 2.
(22) Vgl. RM 15; KKK 24b-25; DCG (1971) 10.
(23) Vgl. SYN 1977,11; CT 58.
(24) Vgl. CT 52.
(25) Vgl. Paul VI., Enzyklika Ecclesiam suam, aaO. 609-659.
(26) Vgl. SYN 1977, 7-11; KKK 3; 13; DCG (1971) 36.
(27) DV 5.
(28) Vgl. SYN 1977, 7; CT 55; DCG (1971) 4.
(29) CT 55.
(30) Vgl. DCG (1971) 10, 22.
(31) DV 13; KKK 684.
(32) Vgl. DV 2.
(33) Vgl. DV 13.
(34) Vgl. EN 63; CT 59.
(35) Vgl. CT 31.
(36) Vgl. GE 1-4; CT 58.
(37) CT 51.
(38) Vgl. CT 51.
(39) Vgl. CT 31, 52, 59.
(40) Vgl. CT 52.
(41) Vgl. Päpstliche Bibelkommission, Dokument Die Auslegung der
Bibel in der Kirche, aaO.
(42) SYN 1977, 6.
(43) DCG (1971) 72.
(44) Vgl. DCG (1971) 72.
(45) Vgl. DCG (1971) 74; CT 22.
(46) Wir denken hier an jene Erfahrungn, die mit den »großen
Fragen« des Lebens und der Wirklichkeit und vor allem des Menschen
zusammenhängen: die Existenz Gottes, das Schicksal des Menschen, Anfang und
Ende der Geschichte, die Wahrheit über Gut und Böse, der Sinn des
Leidens, der Liebe, der Zukunft...; vgl. EN 53; CT 22 und 39.
(47) Vgl. I. Teil, Kap. 3; DCG (1971) 73; CT 55.
(48) Vgl. SYN 1977, 9.
(49) Vgl. CT 55.
(50) Vgl. KKK 22.
(51) CT 55.
(52) Vgl. I. Teil, Kap. 3, in »Der Taufkatechumenat: Aufbau und
Mehrstufigkeit«.
(53) DCG (1971) 71; vgl. V. Teil, Kap. 1 und 2.
(54) DCG (1971) 75.
(55) Vgl. V. Teil, Kap. 1.
(56) Vgl. AG 14; DCG (1971) 35; CT 24.
(57) Vgl. EN 46.
(58) DCG (1971) 76.
(59) Vgl. DCG (1971) 122-123; EN 45; CT 46; FC 76; ChL 44; RM 37; Päpstlicher
Rat für die Sozialen Kommunikationsmittel, Instruktion Aetatis novae
(22. Februar 1992): AAS 84 (1992), S. 447-468; EA 71;122-124.
(60) RM 37.
(61) Aetatis novae, aaO., Nr. 11.
(62) EN 45.
(63) Vgl. CT 46.
(64) Vgl. DCG (1971) 122.
(65) RM 37.
(66) EN 45.
(67) Vgl. FC 76.
(68) ChL 44.
(69) RM 15; vgl. EN 49-50; CT 35f.; RM 14; 23.
(70) Vgl. Lk 4,18.
(71) Vgl. Mk 16,15.
(72) Vgl. Vorwort dieses Direktoriums.
(73) Vgl. DCG (1971) 77.
(74) EN 49-50; CT 14; 35f.
(75) RH 13; vgl. EN 31.
(76) Vgl. RH 13-14; KKK 24.
(77) Vgl. DCG (1971) 75.
(78) Vgl. DCG (1971) 21.
(79) CT 13.
(80) Vgl. GS 44; EN 63; CT 31; KKK 24-25.
(81) GS 44. In diesem IV. Teil wird, weil vom Lehramt verwendet und aus
praktischen Gründen, der Doppelbegriff Anpassung und Inkulturation übernommen,
wobei der erste Begriff vorwiegend im Sinn der Beachtung der Personen, der
zweite im Sinn der Beachtung der kulturellen Rahmenbedingungen verstanden wird.
(82) Vgl. RM 33.
(83) KKK 24.
(84) RH 14.
(85) Vgl. CT 45.
(86) Vgl. DCG (1971) 20; 92-97; CT 43-44; Internationaler Rat für die
Katechese $[= IRK$
(87) Vgl. DCG (1971) 20; CT 19; 44; IRK 10-18.
(88) Vgl. IRK 10-18.
(89) Vgl. CT 44.
(90) Vgl. CT 19.
(91) Vgl. DCG (1971) 92-94; CT 43; IRK 20-25; 26-30; 33-84.
(92) Vgl. 1 Kor 13,11; Eph 4,13.
(93) Vgl. IRK 33-84.
(94) Vgl. IRK 26-30.
(95) LG 31; vgl. EN 70; ChL 23.
(96) Vgl. ChL 57-59.
(97) Vgl. DCG (1971) 97.
(98) Vgl. I. Teil, Kap. 2; DCG (1971) 96.
(99) Vgl. DCG (1971) 78-81; CT 36-37.
(100) Vgl. DCG (1971) 78-79; ChL 47.
(101) Vgl. ChL 47.
(102) Vgl. Mk 19,14.
(103) Vgl. DCG (1971) 78-79; CT 37.
(104) Vgl. CT 37.
(105) Vgl. Hl. Kongregation für den Gottesdienst, Direktorium für
die Messen, an denen Kinder teilnehmen (1. Nov. 1973): AAS 66 (1974), S.
30-46.
(106) Vgl. DCG (1971) 79.
(107) Vgl. DCG (1971) 78, 79.
(108) Vgl. DCG (1971) 80-881; CT 42.
(109) Vgl. DCG (1971) 82-91; EN 72; CT 38-42.
(110) Vgl. DCG (1971) 83.
(111) Vgl. Einführende Darlegung, 23-24.
(112) Vgl. DCG (1971) 82; EN 72; SYN 1977, 3; CT 38-39; ChL 46; TMA 58.
(113) GE 2; ChL 46.
(114) Vgl. Mt 19,16-22; Johannes Paul II., Brief an die Jugend Parati
semper (31. März 1985): AAS 77 (1985), S. 579-628.
(115) Vgl. Johannes Paul II., Parati semper, aaO., Nr. 3.
(116) ChL 46; vgl. DCG (1971) 89.
(117) Vgl. DCG (1971) 84-89; CT 38-40.
(118) Vgl. DCG (1971) 87.
(119) Weitere bedeutsame Themen: Beziehung zwischen Glaube und Vernunft; die
Existenz und der Sinn Gottes; das Problem des Bösen; die Person Christi;
die Kirche; die sittliche Ordnung in Beziehung zur persönlichen Subjektivität;
die Begegnung zwischen Mann und Frau; die Soziallehre der Kirche...
(120) CT 40.
(121) Vgl. DCG (1971) 95; ChL 48.
(122) Vgl. ChL 48.
(123) Vgl. DCG (1971) 91; CT 41.
(124) Vgl. CT 59.
(125) Vgl. EN 51-56; SYN 1977, 15.
(126) Vgl. Einführende Darlegung, 23-24.
(127) EN 54.
(128) Vgl. 1 Petr 3,15.
(129) Vgl. DCG (1971) 6; EN 48; CT 34.
(130) EN 48.
(131) EN 48.
(132) Vgl. Paul VI., Apostol. Schreiben Marialis cultus (2. Februar
1974), Nr. 24, 25, 29: AAS 66 (1974), S. 134-136; 141.
(133) Vgl. DCG(1971) 27; SYN 1977, 15; EN 54; CT 32-34; Päpstlicher
Rat für die Förderung der Einheit der Christen, Direktorium für
die Anwendung der Grundsätze und Normen über den Ökumenismus (25.
März 1993) 61: AAS 85 (1993), S. 1063-1064; TMA 34; Johannes Paul II.,
Enzyklika Ut unum sint (25. Mai 1995), Nr. 18: AAS 87 (1995), S. 932.
(134) CT 32.
(135) Vgl. UR 11.
(136) Vgl. Direktorium für den Ökumenismus, Nr. 190,
aaO., S. 1107.
(137) Vgl. CT 33.
(138) Vgl. NA 4; Sekretariat für die Einheit der Christen (Kommission für
die religiösen Beziehungen mit dem Judentum), Juden und Judentum in der
katholischen Predigt und Katechese (24. Juni 1985).
(139) KKK 839.
(140) Juden und Judentum, aaO., Nr. VII.
(141) Vgl. NA 4.
(142) Vgl. EN 53; SYN 1977, 15; ChL 35; RM 55-57; KKK 839-845; TMA 53; Päpstlicher
Rat für den Interreligiösen Dialog und Kongregation für die
Evangelisierung der Völker, Instruktion Dialog und Verkündigung
(19. Mai 1991): AAS 84 (1992), S. 414-446; 1263.
(143) Sekretariat für die Einheit der Christen - Sekretariat für
die Nichtchristen - Sekretariat für die Nichtglaubenden - Päpstlicher
Rat für die Kultur, Bericht Das Phänomen der Sekten und die neuen
religiösen Bewegungen: eine pastorale Herausforderung: »L'Osservatore
Romano« vom 4. Mai 1986.
(144) Ebd., Nr. 5.4.
(145) RM 38.
(146) Vgl. II. Teil, Kap. 1; DCG (1971) 8; EN 20; 63; CT 53; RM 52-54;
Johannes Paul II., Ansprache an die Mitglieder des Internationalen Rates für
die Katechese: »L'Osservatore Romano« vom 27. September 1992;
Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, Instruktion
Die römische Liturgie und die Inkulturation (25. Januar 1994): AAS
87 (1995), S. 288-319; Internationale Theologenkommission, Dokument über
Glaube und Inkulturation (3.-8. Okt. 1988); vgl. auch Johannes Paul II.,
Nachsynodales Apostolisches Schreiben Ecclesia in Africa, aaO.; Ansprachen
auf seinen Pastoralreisen.
(147) Vgl. EN 20; 63; CT 53; RM 52-54; KKK 172-175.
(148) CT 53.
(149) Vgl. II. Teil, Kap. 1.
(150) Vgl. CT 53.
(151) CT 53.
(152) EN 20.
(153) RM 54.
(154) Vgl. CT 59.
(155) CT 59.
(156) RM 37.
(157) Vgl. III. Teil, Kap. 2.
(158) Vgl. DCG (1971) 123.
(159) Johannes Paul II., Ansprache an die Mitgieder des Internationalen
Rates für Katechese, aaO.
(160) KKK 24; vgl. FD 4.
(161) RM 37.
(162) ChL 63.
(163) Vgl. V. Teil, Kap. 4.
(164) EN 63.
(165) In diesem fünften Teil wie auch sonst im vorliegenden Dokument
bezieht sich der Ausdruck Teilkirche« auf die Diözese und die
ihr assimilierten Formen (CIC 368). Der Ausdruck »Ortskirche«
bezieht sich auf Gruppen von Teilkirchen, die in einer Region oder Nation fest
niedergelassen sind oder auch in mehreren Nationen, die miteinander in einer
besonderen Verbindung stehen. Vgl. I. Teil, Kap. 3: »Die Katechese ist eine
ihrem Wesen nach kirchliche Tätigkeit« und II. Teil, Kap. 1: »Der
ekklesiologische Charakter der Botschaft des Evangeliums«.
(166) Wie LG 26a sagt, werden die rechtmäßigen Ortsgemeinden von
Gläubigen im NT als »Kirchen« bezeichnet; vgl. die biblischen
Texte zu Beginn dieses Teiles.
(167) Vgl. CD 11.
(168) Die Teilkirche wird vor allem als »Teil des Gottesvolkes«
beschrieben (CD 11).
(169) Kongregation für die Glaubenslehre, Schreiben Communionis
notio, 7: AAS 85 (1993), S. 842.
(170) Ebd. 9b.
(171) LG 23b stellt die Zeugnisse des hl. Hilarius von Poitiers: In Ps
14,3 (PL 9,206) und des hl. Gregors d.Gr.: Moralia IV,7,12 (PL 75,
643 C) zusammen.
(172) EN 14.
(173) Vgl. Apg 2,11.
(174) Communionis notio« 7, aaO. 842.
(175) Ebd. 9b: aaO., S. 843; vgl. AG 4.
(176) Der Ausdruck katechetischer Dienst wird in CT 13 verwendet.
(177) Es ist wichtig, zu betonen, daß die Katechese in der Teilkirche
den Charakter eines einzigen Dienstes hat. Das »Subjekt« der
großen evangelisierenden Tätigkeiten der Kirche ist die Teilkirche.
Sie verkündet, vermittelt das Evangelium, feiert... Die Träger »dienen«
diesem Amt und wirken »im Namen der Kirche«. Die theologischen,
geistlichen und pastoralen Folgen dieser »Kirchlichkeit« der Katechese
sind groß.
(178) Vgl. CT 16: Es ist eine unterschiedliche, aber gemeinsame
Verantwortung. Vgl. auch die Anm. 55 (zu Nr. 50) als Erklärung des
Begriffes Dienst am Wort«.
(179) AG 14d. In diesem Sinn sagt CT 16: »Die Katechese war immer eine
Aufgabe und muß es bleiben, für die die ganze Kirche sich
verantwortlich fühlen und bereit sein muß«. Vgl. auch SYN 1977,
12; OICA 41; CIC 774,1.
(180) »Die Katechese muß sich auf das Zeugnis der
kirchlichen Gemeinschaft stützen« (DCG $[1971$
(181) CT 24.
(182) »Außer diesem Apostolat, das schlechthin alle Christgläubigen
angeht, können die Laien darüber hinaus in verschiedener Weise zu
unmittelbarer Mitarbeit mit dem Apostolat der Hierarchie berufen werden, nach
Art jener Männer und Frauen, die den Apostel Paulus in der Verkündigung
des Evangeliums unterstützten und sich sehr im Herrn mühten« (LG
33c). Diese Lehre des Konzils wurde vom CIC (228 und 759) übernommen.
(183) LG 25; vgl. CD 12a; EN 68c.
(184) LG 25.
(185) Ebd.
(186) DV 8.
(187) CT 63b.
(188) Vgl. CT 12a.
(189) CT 63c.
(190) CT 63d; vgl. CIC 775 § 1.
(191) Vgl. CT 63c; CIC 823 § 1.
(192) CT 63d.
(193) CD 14b; vgl. CIC 780.
(194) Vgl. PO 8; 6; 12a; Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches
Schreiben Pastores dabo vobis (25. März 1992), Nr. 12: aaO.
675-677.
(195) PO 6b.
(196) Vgl. CIC 773.
(197) LG 10.
(198) LG 10. Zu den »zwei Weisen der Teilhabe am einzigen Priestertum
Christi« vgl. KKK 1546-1547.
(199) PO 9b.
(200) Vgl. CIC 776-777.
(201) CT 64. In bezug auf diese Grundausrichtung, die der Katechese unter
Mitarbeit der Priester gegeben werden soll, weist das II.Vatikanische Konzil auf
zwei grundlegende Erfordernisse hin: »Niemals sollen sie ihre eigenen
Gedanken vortragen, sondern immer Gottes Wort lehren« (PO 4) und »Gottes
Wort nicht nur allgemein und abstrakt darlegen, sondern... auf die konkreten
Lebensverhältnisse anwenden« (ebd.).
(202) Vgl. in Kap. 3 dieses Teiles die Nummer über »Die
Familie als Bereich oder Mittel des Glaubenswachstums«, wo die
charakteristischen Merkmale der Familienkatechese analysiert werden. Die
vorliegende Nummer hat die Eltern mehr als Träger der Katechese im Auge;
vgl. CIC 226 § 2; 774 § 2.
(203) CT 68.
(204) Ebd.
(205) Ebd.
(206) Vgl. ChL 62; PC 38.
(207) FC 38.
(208) CT 68; vgl. EN 71b.
(209) Vgl. CT 68.
(210) LG 11; vgl. EC 36b.
(211) CT 65; vgl. CIC 778.
(212) KKK 915; vgl. LG 44.
(213) EN 69; vgl. VC 33.
(214) Vgl. VC 31 über die Beziehungen zwischen den verschiedenen
Lebensständen des Christen«; vgl. KKK 932.
(215) CT 65; vgl. RM 69.
(216) CT 65.
(217) Vgl. 1 Kor 12,4; LG 12b.
(218) LG 31. In ChL 15 wird dieser »Weltcharakter« ausführlich
analysiert.
(219) LG 35.
(220) AA 2b; vgl. Rituale Romanum, Ordo Baptismi Parvulorum, Nr. 62,
Editio Typica, Typis Polyglottis Vaticanis 1969; OICA 224.
(221) KKK 429.
(222) Der Codex des kanonischen Rechtes bestimmt, daß die Autorität
der Kirche Laien ein Amt oder einen Dienst offiziell anvertrauen kann, gleich,
ob nun dieser Dienst ein formell eingesetztes »Amt« ohne Weihe ist
oder nicht: Laien, die als geeignet befunden werden, können von den
geistlichen Hirten für jene kirchlichen Ämter und Aufgaben (officia
ecclesiastica et munera) herangezogen werden, die sie gemäß den
Rechtsvorschriften wahrzunehmen vermögen (CIC 228 § 1); vgl. EN 73;
ChL 23).
(223) CT 66b; vgl. Leitfaden.
(224) CT 66b.
(225) Leitfaden 4.
(226) Ebd.
(227) CT 45; vgl. RM 37, ab, par. 2.
(228) RM 33.
(229) CT 66a.
(230) Ebd.; vgl. CT 42.
(231) Vgl. DCG (1971) 96c.
(232) Vgl. CT 45; DCG (1971) 95.
(233) Vgl. DCG (1971) 91; vgl. CT 41.
(234) Vgl. CT 45.
(235) Leitfaden 5.
(236) Das II. Vatikanische Konzil unterscheidet zwei Typen von Katechisten:
»hauptamtliche« und »Hilfskatechisten« (vgl.
AG 17). Diese Unterscheidung wird vom Leitfaden für die Katechisten, 4, übernommen
mit den Begriffen »Vollzeit-« und »Teilzeit«Katechisten.
(237) Vgl. Leitfaden 5.
(238) Vgl. DCG (1971) 108a.
(239) DCG (1971) 111.
(240) Vgl. CT 5c. Dieser Text erläutert die christozentrische
Zielsetzung der Katechese. Sie bestimmt die Christozentrik des Inhalts der
Katechese, die Christozentrik der Antwort des Adressaten, das Ja zu Jesus
Christus und die Christozentrik der Spiritualität des Katecheten und seiner
Ausbildung.
(241) Hier wird in einer christozentrischen Sicht auf die vier Etappen des
Taufkatechumenats hingewiesen.
(242) Leitfaden 20.
(243) LG 64.
(244) Vgl. DCG (1971) 114.
(245) Vgl. Leitfaden 7.
(246) Vgl. Leitfaden 13.
(247) DCG (1971) 31.
(248) CT 52; vgl. CT 22.
(249) Vgl. CT 22d.
(250) Vgl. Leitfaden 21.
(251) Die vom »Leitfaden für die Katechisten« nahegelegten
menschlichen Qualitäten sind: Fähigkeit zu menschlichen Beziehungen
und zum Dialog, Eignung zur Kommunikation, Bereitschaft zur Zusammenarbeit, Führungsfunktion,
sachliches Urteil, Verständnis und Wirklichkeitssinn, Befähigung, zu
trösten und aufzumuntern... (vgl. 21).
(252) EN 79.
(253) Vgl. ChL 60.
(254) Vgl. DCG (1971) 112. Der »Leitfaden« (Nr. 23) betont, wie überaus
wichtig für die Ausbildung der Katecheten die Heilige Schrift ist: »Die
Heilige Schrift bleibt weiterhin der Hauptgegenstand der Unterweisung und bildet
die Seele des ganzen Theologiestudiums. Wo nötig, werde das noch ausgebaut«.
(255) ChL 60c.
(256) CT 22.
(257) DCG (1971) 112.
(258) GS 62b.
(259) DCG (1971) 100.
(260) GS 59.
(261) »Die Lehre der Humanwissenschaften bringt überaus schwierige
Fragen mit sich, soweit es sich um ihre Auswahl und die Methode, sie zu lehren,
handelt, da die Zahl und die Verschiedenheit dieser Disziplinen sehr umfangreich
ist. Da nun nicht Fachleute in Psychologie ausgebildet werden sollen, sondern
Katecheten, muß die Richtschnur sein, das zu unterscheiden und auszuwählen,
was ihnen direkt helfen kann, die Kommunikationsfähigkeit zu erwerben«
(DCG [1971]
(262) Ein grundlegender Text zur Verwendung der Humanwissenschaften bei der
Ausbildung der Katecheten bleibt die Empfehlung des II. Vatikanischen Konzils in
GS 62: »Die Gläubigen sollen also in engster Verbindung mit den
anderen Menschen ihrer Zeit leben und sich bemühen, ihre Denk- und
Urteilsweisen, die in der Geisteskultur zur Erscheinung kommen, vollkommen zu
verstehen. Das Wissen um die neuen Wissenschaften, Anschauungen und Erfindungen
sollen sie verbinden mit christlicher Sittlichkeit und mit ihrer Bildung in der
christlichen Lehre, damit religiöses Leben und Rechtschaffenheit mit der
wissenschaftlichen Erkenntnis und dem täglich wachsenden technischen
Fortschritt bei ihnen Schritt halten und sie so alles aus einer umfassenden
christlichen Haltung zu beurteilen und zu deuten vermögen«.
(263) Die Wichtigkeit der Pädagogik wurde von CT 58 betont: »Unter
den zahlreichen und bedeutenden Wissenschaften vom Menschen, die in unseren
Tagen so große Fortschritte gemacht haben, ist die Pädagogik gewiß
eine der wichtigsten... Die Erziehungswissenschaft und Didaktik werden ständig
kritisch überprüft für eine noch bessere Anpassung oder größere
Wirksamkeit«.
(264) Vgl. CT 58.
(265) Vgl. DCG (1971) 113.
(266) Ebd.
(267) DCG (1971) 112.
(268) Vgl. »Leitfaden« 28.
(269) »Priester und Ordensleute müssen den Laien bei der Erziehung
und Ausbildung helfen. In diesem Sinn haben die Synodenväter die Priester
und Priesteramtskandidaten dazu aufgefordert, sich sorgfältig darauf
vorzubereiten, die Berufung und die Sendung der Laien zu fördern« (ChL
61).
(270) Vgl. ChL 61.
(271) »Zu empfehlen sind auch die Initiativen der Pfarreien... zur
inneren Bildung der Katechisten, so die Gebetsschulen, brüderliches
Zusammenleben und geistlicher Austausch, Exerzitien. Solche Initiativen
isolieren die Katechisten nicht, sondern helfen ihnen, in der eigenen
Spiritualität und in der Gemeinschaft untereinander zu wachsen« (Leitfaden,
22).
(272) Vgl. DCG (1971) 110.
(273) In bezug auf die Katechistenschulen in den Missionen vgl. AG 17c; RM
73; CIC 785; »Leitfaden für die Katechisten«, 30. Für die
Kirche im allgemeinen vgl. DCG (1971) 112.
(274) Der Ausdruck »gewöhnliche Katecheten« wird in DCG
(1971) 112c verwendet.
(275) Vg. DCG (1971) 109b.
(276) Vgl. DCG (971) 109a.
(277) CT 71a.
(278) Vgl. V. Teil, Kap.1: »Die christliche Gemeinschaft und die
Verantwortung für die Katechese«, wo gesagt wird, daß die
Gemeinschaft für die Katechese verantwortlich ist. Hier wird sie nun als »Ort«
betrachtet, wo Katechese erteilt wird.
(279) Vgl. Kongregation für die Glaubenslehre, Schreiben Communionis
notio, Nr. 1: aaO. 838.
(280) Vgl. SYN 1977, 13.
(281) Vgl. CT 24.
(282) CT 67a. Es handelt sich um einen in der Katechese klassischen
Ausdruck. Das Apostolische Schreiben spricht von Orten der Katechese (»de
locis catecheseos«).
(283) Vgl. LG 11; vgl. AA 11; FC 49.
(284) EN 71.
(285) Vgl. GS 52; FC 37a.
(286) Vgl. I. Teil, Kap. 3: »Der Taufkatechumenat: Aufbau und
Mehrstufigkeit«. Hier wird der Taufkatechumenat als Ort der
Katechese und in bezug auf die ständige Präsenz der Gemeinde in ihm.
(287) Vgl. DCG (1971) 130, wo das Ziel des Taufkatechumenats besschrieben
wird. Vgl. auch OICA 4 über die Verbindung des Taufkatechumenats mit der
christlichen Gemeinde.
(288) SYN 1977, 8c.
(289) Vgl. OICA 4,41.
(290) OICA 18.
(291) OICA 41.
(292) Vgl. OICA 41.
(293) Vgl. CT 67c.
(294) Vgl. AA 10.
(295) CT 67b.
(296) Ebd.
(297) Ebd.
(298) Die Wichtigkeit der Erwachsenenkatechese wurde in CT 43 und im DCG
(1971) 20 unterstrichen.
(299) ChL 61.
(300) Vgl. EN 52.
(301) Vgl. DCG (1971) 96c.
(302) Es ist wichtig, festzustellen, wie Johannes Paul II. in ChL 61 das
berechtigte Bestehen der kleinen kirchlichen Gemeinschaften im Rahmen der
Pfarreien betont und sie nicht als eine nebenherlaufende Bewegung sieht, die
deren beste Glieder in Beschlag nimmt: »Innerhalb der Pfarreien... können
die kleinen kirchlichen Gemeinschaften bei der Erziehung und Ausbildung der
Christen eine bedeutende Hilfe leisten. Sie vermögen es, Bewußtsein
und Erfahrung der Communio und Sendung der Kirche auf greifbare und kapillare
Weise zu vermitteln«.
(303) Vgl. Hl. Kongregation für das Katholische Erziehungswesen, Die
katholische Schule, aaO.
(304) Kongregation für das katholische Erziehungswesen, Religiöse
Dimension der Erziehung in der katholischen Schule. Grundzüge zu Reflexion
und Revision, Nr. 31: aaO.
(305) GE 8.
(306) Kongregation für das Katholische Erziehungswesen, Religiöse
Dimension..., 32: aaO.
(307) »Der Eigencharakter und das Wesen einer katholischen Schule,
weshalb katholische Eltern ihr den Vorzug geben sollten, liegt gerade in der
Qualität des Religionsunterrichts, der in die Gesamterziehung der Schüler
integriert ist« (CT 69); vgl. I. Teil, Kap. 2, Nr. 73-76.
(308) AG 12c.
(309) Vgl. CT 70.
(310) CT 7O. Hier ist von denjenigen Vereinigungen, Bewegungen oder Gruppen
von Gläubigen die Rede, in denen die katechetischen Aspekte nach ihren
Bildungsabsichten gepflegt werden, die aber nicht als Räume religiöser
Unterweisung ins Leben gerufen wurden.
(311) ChL 62.
(312) CT 70.
(313) CT 47b.
(314) Vgl. CT 47b.
(315) CT 47. In diesem Text spricht Johannes Paul II. von den verschiedenen
Jugendgruppen: Gruppen der Katholischen Aktion, Caritaskreise,
Gebetsgemeinschaften, Meditationsgruppen ... Er verlangt, daß in ihnen »ein
gründliches Studium der christlichen Lehre nicht fehle«. Die
Katechese ist eine Dimension, die im apostolischen Leben des Laien stets
vorhanden sein muß.
(316) CT 21.
(317) Vgl. CT 67b-c.
(318) EN 58 weist darauf hin, daß die kirchlichen Basisgemeinschaften
in der Kirche nahezu überall aufkommen. RM 51 sagt von ihnen: »Sie
wachsen rasch in den jungen Kirchen«.
(319) EN 58c.
(320) RM 51a; vgl. EN 58f; LC 69.
(321) RM 51c.
(322) Ebd.; vgl. EN 58; LC 69.
(323) DCG (1971) 126. Das diözesane Sekretariat (officium
catechisticum) wurde in allen Diözesen eingerichtet durch das Dekret
Provido sane: vgl. Hl. Konzilskongregation, Dekret Provido sane (12.
Dezember 1935): AAS 27 (1935), S. 151; vgl. auch CIC 775 § 1.
(324) DCG (1971) 100. Vgl. auch die Anregungen in der »Einführenden
Darlegung« und das, was weiter unten in dem Kapitel über die »Analyse
der Situationen und Erfordernisse« gesagt wird.
(325) Vgl. DCG (1971) 103. Vgl. das Kapitel »Aktionsprogramm und
katechetische Anleitungen«.
(326) Vgl. DCG (1971) 108-109. Vgl. im V. Teil, Kap. 2: »Die
Pastoral der Katecheten in der Teilkirche« und »Katechetenschulen
und höhere Zentren für Katechese-Experten«.
(327) Vgl. DCG (1971) 116-124.
(328) DCG (1971) 126.
(329) Vgl. CT 63. Papst Johannes Paul II. empfiehlt auch, der Katechese »in
einer angemessenen und wirksamen Organisation... Menschen, Mittel und Werkzeuge,
natürlich auch das notwendige Geld« zur Verfügung zu stellen
(ebd.).
(330) DCG (1971) 126.
(331) Ebd.
(332) DCG (1971) 127.
(333) CIC 775 § 3.
(334) Vgl. DCG (1971) 129.
(335) AG 38a; vgl. CIC 756 §§ 1-2.
(336) Johannes Paul II., Ansprache an die Bischöfe der
Vereinigten Staaten im Knabenseminar Unserer Lieben Frau von Los Angeles (16.
September 1987): Insegnamenti di Giovanni Paolo II, X3 (1987), S. 556.
Der Satz wurde übernommen von der Kongregation für die Glaubenslehre,
Communionis notio, Nr. 13: aaO. 846.
(337) Die Konstitution Pastor Bonus vom 28. Juni 1988 handelt von
der vom Konzil geforderten Reform der Römischen Kurie: vgl. CD 9. Eine
erste Reform war mit der Apostolischen Konstitution Regimini Ecclesiae
Universae Pauls VI. vom 18. August 1967 promulgiert worden: AAS 59 (1967),
S. 885-928.
(338) Vgl. Nr. 282 und 285 dieses Kapitels.
(339) PB 94.
(340) RM 33.
(341) Ebd.
(342) CD 17a: »Die verschiedenen Formen des Apostolates sollen gefördert
werden wie auch, unter der Leitung des Bischofs, die Abstimmung aller
Apostolatswerke aufeinander und ihre innige Verbindung in der ganzen Diözese
oder in ihren besonderen Gebietsteilen. Dadurch werden alle Unternehmungen und
Einrichtungen, ob sie nun die Katechese, die Missionen, die Caritas, die
sozialen Fragen, die Familien, die Schulen oder irgendein anderes pastorales
Ziel betreffen, zu einer einheitlichen Aktion zusammengefaßt. So tritt die
Einheit der Diözese zugleich auch klarer in Erscheinung«.
(343) Vgl. IV. Teil, Kap. 2: »Die Katechese entsprechend den
Altersstufen«.
(344) CT 45c.
(345) Ebd.
(346) Vgl. DCG (1971) 20, wo darauf hingewiesen wird, daß die anderen
Formen von Katechese auf die Erwachsenenkatechese hingeordnet sind
(ordinantur).
(347) CT 18d.
(348) Vgl. RM 33.
(349) Ebd.
(350) Vgl. CT 19 und 42.
(351) Vgl. AG 11-15. Der Begriff »Evangelisierung« als ein in
Etappen gegliederter Prozeß wurde im I. Teil, Kap. 1 analysiert: »Der
Evangelisierungsprozeß«.
(352) CT 67b.
(353) DCG (1971) 100.
(354) Vgl. V. Teil, Kap. 5.
(355) DCG (1971) 102; vgl. Einführende Darlegung, 16.
(356) Vgl. DCG (1971) 117 und 134; PB 94.
(357) Zum Gesamtbereich katechetische Bücher heißt es in
Catechesi tradendae: »Einer der wichtigsten Aspekte der Erneuerung
der Katechese ist heute die Neubearbeitung und die große Zunahme von
katechetischen Büchern fast überall in der Kirche. Zahlreiche und gut
gelungene Bücher sind bereits erschienen und stellen eine wirkliche
Bereicherung im Dienst der katechetischen Unterweisung dar« (CT 49). DCG
(1971) 120 sagt von den didaktischen Texten: »Die Textbücher sind
Hilfsmittel, die der christlichen Gemeinschaft, die sich mit Katechese befaßt,
angeboten werden. Kein Text kann die lebendige Vermittlung der christlichen
Botschaft ersetzen; nichtsdestoweniger haben die Textbücher große
Bedeutung, weil sie einer ausgedehnten Erläuterung der Dokumente der
christlichen Überlieferung und der anderen Elemente, welche die
katechetische Betätigung begünstigen, dienen«.
(358) Was die Leitfäden betrifft, gibt DCG (1971) 121 an, was
sie enthalten sollen: »Die Erklärung der Heilsbotschaft (mit ständiger
Bezugnahme auf die Quellen und mit klarer Unterscheidung zwischen dem, was zum
Glauben und zur sicheren Lehre gehört, und dem, was hingegen nur
Theologenmeinung ist): psychologische und pädagogische Ratschläge und
Vorschläge für die Methode«.
(359) Vgl. III. Teil, Kap. 2: »Die soziale Kommunikation«; vgl.
DCG (1971) 122.
(360) CT 49b.
(361) Ebd.
(362) Ebd.
(363) Die Frage der örtlichen Katechismen wurde im II. Teil, Kap. 2
behandelt: »Die Katechismen in der Ortskirche«. Hier werden bloß
einige Richtlinien zu deren Ausarbeitung vorgelegt. Mit der Benennung »örtliche
Katechismen« bezieht sich das vorliegende Dokument auf die von den
Teilkirchen oder den Bischofskonferenzen vorgelegten Katechismen.
(364) FD 4c.
(365) CT 50.
(366) DCG (1971) 119, 134; CIC 775 § 2; PB 94.
(367) Vgl. Kongregation für die Glaubenslehre, Communionis notio,
Nr. 9: aaO. 843.
(368) Vgl. EN 75a.
(369) Vgl. EN 75d.
(370) RM 21.
(371) Vgl. CT 72.
(372) CT 72.
(373) CT 73.
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