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Notifikation
zu dem Buch
Einführung
Am 12. Februar 1982 übersandte
Leonardo Boff OFM an die Kongregation für die Glaubenslehre die Antwort, die er
der Kommission des Erzbistums Rio de Janeiro für die Glaubenslehre auf die
Kritik an seinem Buch „Kirche: Charisma und Macht“ gegeben hatte (Originaltitel:
„Igreja: Carisma e Poder“, ed. Vozes, Petröpolis 1981. Die Zitate dieser
Notifikation beziehen sich auf die italienische Übersetzung: „Chiesa: Carisma e
Potere“, ed. Borla, Roma 1983). Er erklärte, daß diese Kritik
schwerwiegende Irrtümer enthalte, was
Verständnis und Auslegung seines Buches angehe.
Nachdem die Kongregation die
Schrift in ihren lehrmäßigen und pastoralen Aspekten eingehend geprüft hatte,
unterbreitete sie dem Verfasser in einem
Brief vom 15. Mai 1984 eine Reihe von Vorbehalten. Sie lud ihn zu deren
Annahme ein und bot ihm gleichzeitig die Möglichkeit zu einem klärenden Gespräch
an. Angesichts des Einflusses, den das Buch auf die Gläubigen ausübte,
unterrichtete die Kongregation jedoch L. Boff davon, daß der Brief in jedem Fall
veröffentlicht würde; dabei könne freilich gegebenenfalls die Stellungnahme
berücksichtigt werden, die er bei diesem Gespräch vorlegen werde.
Am 7. September 1984 wurde L.
Boff vom Kardinalpräfekten der Kongregation im Beisein von Msgr. Jorge Mejia als
Protokollführer empfangen. Inhalt des Gesprächs waren einige ekklesiologische
Probleme, die sich bei der Lektüre des Buches „Kirche: Charisma und Macht“
ergeben hatten und auf die in dem Schreiben vom 15. Mai 1984 hingewiesen worden
war. Das Gespräch, das in brüderlicher Atmosphäre stattfand, bot dem Verfasser
Gelegenheit, seine von ihm auch schriftlich übergebenen Erklärungen darzulegen.
Das alles wurde in einem im Einvernehmen mit Boff ausgegebenen und verfaßten
Schlußkommuniqué präzisiert. Am Ende der Aussprache wurden an anderer Stelle vom
Kardinalpräfekten die hochwürdigsten Kardinäle Aloisio Lorscheider und Paulo
Evaristo Arns empfangen, die sich aus gegebenem Anlaß in Rom aufhielten.
Die Kongregation hat ihrem
Vorgehen entsprechend die von L. Boff mündlich und schriftlich gegebenen
Klarstellungen geprüft. Sie hat die von ihm
zum Ausdruck gebrachten guten Absichten und seine wiederholten
Treuebezeugungen gegenüber der Kirche und dem Lehramt zur Kenntnis genommen,
mußte aber dennoch betonen, daß die gegenüber dem Buch erhobenen und in dem
Brief aufgezeigten Vorbehalte in der Substanz nicht als überwunden betrachtet
werden konnten. Sie hält es daher für notwendig, den Lehrgehalt des
obengenannten Briefes in seinen wesentlichen Teilen jetzt, wie es vorgesehen
war, zu veröffentlichen.
Theologische Vorbemerkung
Die
Ekklesiologie des Buches „Kirche: Charisma und Macht“ möchte mit
einer Sammlung von Studien und Ausblicken den Problemen Lateinamerikas und
insbesondere Brasiliens entgegenkommen (vgl. S. 5). Diese Absicht erfordert
einerseits eine ernsthafte und gründliche Betrachtung der konkreten Situationen,
auf die das Buch Bezug nimmt. Andererseits erfordert sie, damit dieser
Zielsetzung tatsächlich entsprochen werde, sich in das Mühen der Gesamtkirche
einzureihen, das darauf zielt, unter der Führung des Heiligen Geistes das
gemeinsame Erbe des einen Evangeliums auszulegen, zu entfalten und
anzuwenden, das vom Herrn ein für allemal unserer Treue anvertraut worden ist.
So schafft und errichtet der eine und einzige Glaube des Evangeliums die
Jahrhunderte hindurch die katholische Kirche, die im Wandel der Zeiten und in
der Unterschiedenheit der je eigenen Situationen der vielen Teilkirchen dennoch
eine bleibt. Die Universalkirche verwirklicht sich und lebt in den Teilkirchen;
diese wiederum sind Kirche, eben weil sie Ausdruck und Verwirklichung der
Gesamtkirche in einer bestimmten Zeit und an einem bestimmten Orte sind. Im
Wachsen und Fortschreiten der Teilkirchen wächst so die Gesamtkirche; umgekehrt
würden im Abnehmen der Einheit auch die Teilkirchen abnehmen und verfallen.
Darum darf der rechte theologische Diskurs sich niemals damit zufriedengeben,
nur die Realität einer Teilkirche zu interpretieren und zu animieren; er muß
vielmehr versuchen, die Inhalte des der Kirche anvertrauten und vom Lehramt
authentisch ausgelegten heiligen Erbes des Gotteswortes tiefer zu erfassen. Die
Praxis und die Erfahrungen, die immer aus einer bestimmten und begrenzten
geschichtlichen Situation herrühren, helfen dem Theologen und verpflichten ihn,
das Evangelium seiner Zeit zugänglich zu machen. Die Praxis ersetzt jedoch weder
die Wahrheit noch bringt sie sie hervor, sondern sie steht im Dienst der uns vom
Herrn anvertrauten Wahrheit. Darum ist der Theologe aufgerufen, die Sprache der
verschiedenen Situationen ‒ die Zeichen der Zeit
‒
zu entziffern und diese
Sprache dem verstehenden Glauben zu erschließen (vgl.
Redemptor hominis,
Nr. 19).
Nach eingehender Prüfung im
Licht der
‒
hier nur kurz angedeuteten
‒
Kriterien einer authentischen
theologischen Methode erweisen sich einige Optionen des Buches von L. Boff als
unhaltbar. Ohne den Anspruch zu erheben, sie alle zu analysieren, werden hier
die ekklesiologischen Optionen, die entscheidend scheinen, hervorgehoben: die
Struktur der Kirche, das Verständnis des Dogmas, die Ausübung von Macht in der
Kirche, der Prophetismus.
Die Struktur der Kirche
L. Boff steht nach seinen
eigenen Worten in einer Richtung, die behauptet, „daß die Kirche als Institution
nicht im Denken des historischen Jesus vorhanden war, sondern als Entwicklung
nach der Auferstehung, besonders im Zug der abnehmenden Endzeiterwartung,
entstanden ist“ (S. 129). Infolgedessen ist für ihn die Hierarchie „ein
Ergebnis“ der „harten Notwendigkeit, sich institutionalisieren zu müssen“, „eine
Verweltlichung!“ im „römischen und feudalen Stil“ (S. 70). Daraus ergibt sich
die Notwendigkeit einer „ständigen Veränderung der Kirche" (S. 112): Heute muß
demnach eine „neue Kirche“ entstehen (S. 110 ff.), die „eine neue Inkarnation
der kirchlichen Strukturen in der Gesellschaft sein wird, deren Macht in einer
schlichten Dienstfunktion bestehen wird“ (S. 111). Aus der Logik dieser
Behauptungen erklärt sich auch Boffs Interpretation der Beziehungen zwischen
Katholizismus und Protestantismus: „Uns scheint, daß das römische Christentum
(der Katholizismus) sich durch die mutige Behauptung der sakramentalen Identität
unterscheidet und das protestantische Christentum durch eine unerschrockene
Behauptung der Nicht-Identität“ (S. 130; vgl. S. 132 ff., 149).
In
dieser Sicht wären beide Konfessionen unvollkommene Vermittlungen,
die einem dialektischen Prozeß der Bejahung und Verneinung zugehören. In dieser
Dialektik „zeigt sich, was das Christentum ist. Was es sein soll,
wissen wir nicht. Wir wissen nur, als was es
sich im historischen Prozeß erweist" (S. 138).
Um diese relativierende
Auffassung von der Kirche ‒ die der radikalen Kritik an der hierarchischen
Struktur der katholischen Kirche zugrunde liegt
‒ zu rechtfertigen, beruft sich
L. Boff auf die Konstitution
Lumen gentium (Nr. 8) des Zweiten
Vatikanischen Konzils. Aus der berühmten Aussage des Konzils: Die einzige Kirche
Christi „ist (substantiell) verwirklicht (,subsistiert‘) in der katholischen
Kirche“, leitet er eine These ab, die der authentischen Bedeutung des
Konzilstextes genau widerspricht, wenn er behauptet: „In der Tat kann sie
(nämlich die einzige Kirche Christi) auch in anderen christlichen Kirchen
,subsistieren‘“ (S. 131). Das Konzil hingegen hatte das Wort „subsistit“ gerade
deshalb gewählt, um klarzustellen, daß nur eine einzige „Subsistenz“ der wahren
Kirche besteht, während es außerhalb ihres sichtbaren Gefüges lediglich
„Elemente des Kircheseins“ gibt, die
‒ da sie Elemente derselben Kirche sind
‒
zur katholischen Kirche tendieren und hinführen (Lumen gentium, Nr. 8).
Das Dekret über den Ökumenismus bringt dieselbe Lehre zum Ausdruck (vgl.
Unitatis redintegratio, Nr. 3-4), die in der Erklärung Mysterium
Ecclesiae, Nr. 1, noch einmal präzisiert wurde (AAS LXV, 1973, S.
396-398).
Die Umkehrung der Bedeutung
des Konzilstextes über die Verwirklichung
der Kirche liegt dem oben umrissenen ekklesiologischen Relativismus von L. Boff
zugrunde, bei dem ein tiefes Mißverständnis des katholischen Glaubens
über die Kirche Gottes in der Welt entwickelt und deutlich wird.
Dogma und Offenbarung
Dieselbe relativierende Logik
ist auch in der von Boff formulierten Auffassung von Lehre und Dogma
anzutreffen. Der Verfasser übt äußerst scharfe Kritik am „doktrinären
Verständnis der Offenbarung“ (S. 73). Es
trifft zwar zu, daß L. Boff zwischen Dogmatismus und Dogma unterscheidet
(vgl. S. 74), wobei er das zweite billigt und den ersten verwirft. Doch nach ihm
hat das Dogma in seiner Formulierung nur „für eine bestimmte Zeit und für
bestimmte Umstände“ Gültigkeit (S. 134). „In einem zweiten Moment dieses
dialektischen Prozesses muß der Text überwunden werden können, um einem anderen
heutigen Glaubenstext Platz zu machen“ (S. 135). Der sich aus diesen Aussagen
ergebende Relativismus wird deutlich greifbar, wenn L. Boff von einander
widersprechenden Lehrpositionen spricht, die im Neuen Testament enthalten seien
(vgl. S. 135). Demzufolge wäre „die wahrhaft katholische Haltung, grundsätzlich
nach allen Richtungen hin offen zu bleiben“ (S. 135). In der Sicht von L. Boff
fällt die authentische katholische Auffassung vom Dogma unter das Urteil des
„Dogmatismus“: „Solange diese Form des dogmatischen und doktrinären
Verständnisses der Offenbarung und der Heilstat Jesu Christi besteht, wird man
immer unheilbar mit der Unterdrückung der Freiheit des abweichenden Denkens in
der Kirche rechnen müssen“ (S. 74).
In diesem Zusammenhang muß betont werden, daß das Gegenteil des Relativismus
nicht Verbalismus oder Immobilismus ist. Der letzte Inhalt der Offenbarung ist
Gott selbst, der Vater, der Sohn und der Heilige
Geist, der uns zur Gemeinschaft mit sich
einlädt; alle Worte beziehen sich auf das Wort oder, wie der
heilige Johannes vom Kreuz sagt: „...auf seinen Sohn ... In diesem einen
Wort hat er zusammengefaßt in einem Zuge uns das Ganze
‒ sich selbst
‒ gesagt,
so daß nichts weiter darüber hinaus zu sagen bleibt“ (Subida del Monte
Carmelo, II 22, 3). Aber in den immer analogen und begrenzten Worten der
Schrift und des authentischen, auf der Schrift gründenden Glaubens der Kirche
ist in glaubwürdiger Weise die Wahrheit über Gott und den Menschen ausgesagt.
Die Notwendigkeit fortwährender Auslegung der Sprache der Vergangenheit bedeutet
keineswegs die Preisgabe der darin ausgedrückten Wahrheit; ihr Ziel ist
vielmehr, sie zugänglich zu machen und den Reichtum der authentischen Texte zu
entfalten. Wenn die lehrende und glaubende Kirche unter der Führung des Herrn,
der der Weg und die Wahrheit ist (Joh 14,6), ihren Weg geht, so ist sie sicher,
daß die in den Worten des Glaubens zum Ausdruck gebrachte Wahrheit den Menschen
nicht nur nicht unterdrückt, sondern ihn befreit (Joh 8,32) und das einzige
Mittel wahrer Gemeinschaft zwischen Menschen verschiedener Klassen und Meinungen
ist, während eine dialektische und relativistische Auffassung ihn einer
willkürlichen Entscheidungsfindung aussetzt. Bereits in der Vergangenheit mußte
diese Kongregation klarstellen, daß der Sinn der dogmatischen Formulierungen
immer wahr und folgerichtig, bestimmt und unreformierbar bleibt, auch wenn er
weiter geklärt und besser begriffen werden kann (vgl. Mysterium Ecclesiae,
Nr. 5: AAS LXV, 1973, S. 403-404). Um seine Aufgabe weiter zu erfüllen,
das Salz der Erde zu sein, das niemals seinen Geschmack verliert, muß das
Glaubensgut treu in seiner Reinheit bewahrt werden, ohne im Sinn eines
dialektischen Prozesses der Geschichte und in Richtung des Primats der Praxis
ins Gleiten zu kommen.
Ausübung der geistlichen Macht
Eine „ernste Krankheit“, von der sich
‒ nach L. Boff
‒ die römische Kirche
befreien müßte, ist die hegemoniale Ausübung der geistlichen
Macht, die aus der Kirche eine asymmetrische
Gesellschaft gemacht habe und die überdies auch in sich selbst deformiert
worden sei. Während Boff als gegeben voraussetzt, daß die organisatorische Achse
einer Gesellschaft sich mit der ihr eigenen besonderen Produktionsform deckt,
und dieses Prinzip auf die Kirche anwendet, behauptet er, daß es hier einen
geschichtlichen Prozeß der Enteignung der religiösen Produktionsmittel seitens
des Klerus zum Schaden des christlichen Volkes gegeben habe, das sich dadurch
seiner Fähigkeit zu entscheiden, zu unterweisen usw., beraubt gesehen habe (vgl.
S. 75, 222 ff., 259-260). Außerdem sei nach dieser Enteignung die geistliche
Macht dadurch auch schwer entstellt worden und in die charakteristischen Fehler
der weltlichen Macht verfallen, d.h. in Beherrschung, Zentralismus,
Triumphalismus (vgl. S. 100, 85, 92 ff.). Zur Behebung dieser Schwierigkeiten
wird ein neues Kirchenmodell vorgeschlagen,
in dem die Macht ohne theologische Privilegien als reiner, nach den
Bedürfnissen der Gemeinschaft gegliederter Dienst aufgefaßt wird (vgl. S. 224,
111).
Man kann nicht die Wirklichkeit der Sakramente und des Wortes Gottes dadurch
der Verarmung preisgeben, daß man sie auf das Schema von „Produktion und Konsum“
reduziert und damit die Gemeinschaft des
Glaubens auf ein bloßes soziologisches Phänomen beschränkt. Die Sakramente
sind nicht „symbolisches Material“, ihre Verwaltung ist nicht Produktion, ihr
Empfang ist nicht Konsum. Die Sakramente sind Gaben Gottes, niemand „produziert“
sie, wir alle empfangen in ihnen die Gnade Gottes, die Zeichen der ewigen Liebe.
Das alles steht jenseits jeder Produktion, jenseits allen menschlichen Tuns und
Herstellens. Die einzige Maßnahme, die der Größe des Geschenks entspricht, ist
die größte Treue gegenüber dem Willen des Herrn, nach der wir alle
‒ Priester
und Laien
‒ beurteilt werden, da wir alle „unnütze Sklaven“ sind (Lk
17,10). Gewiß besteht immer die Gefahr von Mißbräuchen; das Problem, wie der
Zugang aller Gläubigen zur vollen Teilhabe am Leben der Kirche und zu ihrer
Quelle, also zum Leben des Herrn, gewährleistet werden kann, stellt sich immer.
Aber die Wirklichkeit der Sakramente, der Hierarchie, des Wortes und des ganzen
Lebens der Kirche in den Begriffen von Produktion und Konsum, von Monopol,
Enteignung, Konflikt mit dem herrschenden Machtblock, Bruch und Anlaß zu einer
asymmetrischen Produktionsform zu interpretieren, bedeutet eine Verkehrung der
religiösen Wirklichkeit. Weit davon entfernt, zur Lösung der wahren Probleme
beizutragen, führt dies vielmehr zur Zerstörung des authentischen Sinnes der
Sakramente und des Wortes des Glaubens.
Der Prophetismus in der Kirche
Das Buch „Kirche: Charisma und Macht“ klagt die Hierarchie und die
Institutionen der Kirche an (vgl. S. 63-64, 89, 259-260). Als Erklärung und
Rechtfertigung für diese Haltung macht es die Rolle der Charismen und
insbesondere des Prophetismus geltend (vgl. S. 258-261, 268). Die Hierarchie
hätte lediglich die Aufgabe zu „koordinieren“, „die Einheit und Harmonie
zwischen den verschiedenen Diensten zu fördern“, „die Zirkulation
aufrechtzuerhalten sowie jede Spaltung und jeden Anspruch auf Vorrang zu
verhindern“, wobei mithin „die unmittelbare Unterordnung aller unter die
Hierarchen“ aus der so definierten Funktion ausscheidet (vgl. S. 270).
Es besteht kein Zweifel, daß das ganze Volk Gottes am prophetischen Amt
Christi teilhat (vgl.
Lumen gentium, Nr. 12); Christus erfüllt sein
prophetisches Amt nicht nur durch die Hierarchie, sondern auch durch die Laien
(vgl. ebd., Nr. 35). Aber ebenso klar ist, daß die prophetische Aussage in der
Kirche, wenn sie legitim sein soll, immer im Dienst des Aufbaues der Kirche
selbst stehen muß. Sie muß die Hierarchie und die Institutionen nicht nur
annehmen, sondern muß auch positiv zur Festigung ihrer inneren Gemeinschaft
beitragen; darüber hinaus liegt das oberste Kriterium für das Urteil über ihre
Echtheit und ihren ordentlichen Gebrauch bei der Hierarchie (vgl.
Lumen gentium, Nr. 12).
Schluß
Bei Veröffentlichung des Obigen fühlt sich die Kongregation außerdem
verpflichtet zu erklären, daß die hier analysierten Optionen von L. Boff derart
sind, daß sie die gesunde Glaubenslehre gefährden, die zu fördern und zu
schützen eben die Aufgabe dieser Kongregation ist. Papst Johannes Paul II. hat in
der dem unterzeichneten Präfekten gewährten Audienz die vorliegende Mitteilung,
die in der ordentlichen Versammlung dieser
Kongregation beschlossen worden war, gebilligt und ihre Veröffentlichung
angeordnet.
Rom, am Sitz der Kongregation für die Glaubenslehre, 11.
März 1985.
Kardinal Joseph Ratzinger
Erzbischof Alberto Bovone
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