 |
2000:
DIE CARITAS DES PAPSTES - DURCHGEFÜHRT VOM PÄPSTLICHEN RAT COR UNUM
Papst
Johannes Paul II. bekundet seine Nähe zu den Leidenden und spornt die Christen
zu Solidarität an.
__________________________________________
Mehr
als 1 Million US-Dollar für die Opfer von Natur- und Kriegskatastrophen in 29
Nationen, circa 900.000,-- US-Dollar für die Förderung menschlicheren Lebens
in 35 Ländern. Über 1,9 Millionen Dollar für die Landbevölkerung
Lateinamerikas: Urbewohner, Mestizen, Afro-Amerikaner. Circa 2,9 Millionen
US-Dollar der Stiftung Populorum progessio zur Bekämpfung von Dürre und
Versteppung.
_______________________________________________
Seit
dreißig Jahren setzt sich der Päpstliche Rat Cor unum für die Förderung
menschlicheren Lebens und der christlichen Würde ein. Das Dikasterium wurde von
Papst Paul VI. mit dem Apostolischen Schreiben Amoris officio (Die Pflicht der
Liebe) am 15. Juli 1971 errichtet. Seine primäre Aufgabe ist die Koordinierung
von caritativen Initiativen kirchlicher Einrichtungen, Vereinigungen und Gruppen
zur Förderung menschenwürdigeren Lebens in Regionen, die von Naturkatastrophen
und Kriegen heimgesucht wurden, sowie in Entwicklungsländern. Hauptanliegen
Papst Pauls VI. war es, bei Notständen auch mit den wenigen verfügbaren
Geldmitteln größtmögliche Abhilfe zu schaffen und so die brüderliche Liebe
zu erweisen, die das Evangelium lehrt.
Die gleiche Sorge bewegte Papst Johannes Paul II., unter den Dikasterien
des Apostolischen Stuhls Cor unum bestehen zu lassen, als am 28. Juni 1988 die Römische
Kurie mit der Apostolischen Konstitution Pastor Bonus neu organisiert wurde.
Zahlreiche Naturkatastrophen; massive Migration von Menschen, die in
extremer Not leben; bewaffnete Auseinandersetzungen und ethnische Spannungen
haben in den vergangenen zwanzig Jahren enorm zugenommen und grenzen die Bedürftigen
in Entwicklungs- und in Industrieländern fortschreitend aus; sie nötigen
kirchliche Institutionen zu wachsender Intensität und Professionalität des
Engagements. Selbstverständlich war so auch größere Kompetenz der
Verantwortlichen und Mitarbeiter gefragt, selbst wenn es sich um freiwillige
Helfer handelt. Diese Entwicklung brachte unter der Hand eine wachsende Säkularisierung
der caritativen Institutionen mit sich, die die grundlegende Motivierung
bedrohte: den Menschen die Liebe Gottes zu bezeugen, die in Christus Person
geworden ist.
Um eine Antwort auf dieses spezifische Anliegen zu finden, lud Cor unum
am 27. November vergangenen Jahres verschiedene kirchliche Organisationen,
Vereinigungen und Gruppen ein, um über Identität und Richtlinien zu
reflektieren, an denen sich alle katholischen caritativen Einrichtungen
orientieren.
Auch die Aktivität von Cor unum während des Jubiläumsjahres 2000 gehört
in diesen Zusammenhang: Durchführung von caritativen Hilfsmaßnahmen im Namen
des Papstes für Menschen, die von Katastrophen heimgesucht wurden oder unter
den Folgen des Hasses in einem Volk oder zwischen Völkern leiden; Realisierung
von Projekten zur ganzheitlichen Förderung von Notleidenden in den ärmsten Ländern,
manchmal auch in Industrieländern. Die nachfolgenden Aufstellungen geben eine
knappe, aber bezeichnende Übersicht.
1.
Hilfsmaßnahmen in Katastrophen- oder Kriegsgebieten.
Wie alljährlich wurden leider auch im Jahr 2000 Regionen in allen
Kontinenten von Katastrophen überrascht; andernorts herrschte dauernde Not
infolge bewaffneter Auseinandersetzungen. Hier einige besonders schwer
heimgesuchte Zonen: Erdbeben in den Philippinen; Dürre in Ruanda, in Kenia und
in Äthiopien; Überschwemmungen in Peru, Mosambik, Venezuela, Simbabwe,
Nordkorea, Italien und Vietnam; politische Unruhen auf den Molukken und in
Nigeria; Flüchtlinge aus Ost-Timor und dem Kosovo, in Tanzania; klimatischer
Notstand in der Mongolei; Kämpfe in Afghanistan; Krieg und dessen Auswirkung im
Kongo, auf den Philippinen, in Uganda und in Eritrea; Wirbelstürme in
Madagaskar; Flüchtlinge in Syrien, im Sudan und in Sambia; andauernde Folgen
des Atomunfalls in Tschernobyl. Während Sie diese Zeilen lesen, sind noch die
Wunden offen, die die Erdbeben in El Salvador und in Indien schlugen.
Um die persönliche Sorge und Nähe der Kirche und des Apostolischen
Stuhls zu bekunden, sandte der Papst den Präsidenten von Cor unum, Erzbischof
Paul Josef Cordes, zu den Opfern des Erdbebens in Taiwan (11.-18. Januar), der
Überschwemmungen in Mosambik (8.-21. März) und im Aosta-Tal (25. Oktober). In
den jeweiligen Gebieten traf er sich mit Bischöfen, Priestern, Verantwortlichen
der Hilfsorganisationen, freiwilligen Helfern und Vertretern der zivilen Behörden.
Besonders bewegend waren die Begegnungen mit der Bevölkerung. Bei allen
Besuchen war die Eucharistiefeier der eindrucksvollste Moment. Die zahlreiche
Beteiligung bewies, welches Gewicht das Leben aus dem Glauben in jeglicher
Situation hat; Hilfebedürftige und Hilfegebende müssen sich von der Liebe
Christi inspirieren lassen.
Bei allen erwähnten Notfällen konnte das Dikasterium im Namen Papst
Johannes Pauls II. ein konkretes Zeichen brüderlicher Hilfe und Gemeinschaft
setzen. Hier eine chronologische Zusammenfassung der Spenden des Papstes durch
Cor unum:
|
Land
|
Notstand
|
Spende
in US$
|
|
Taiwan
|
Erdbeben
|
55.000
|
|
Ruanda
|
Dürre
|
15.000
|
|
Peru
|
Überschwemmung
|
10.000
|
|
Syrien
|
Flüchtlinge
|
15.000
|
|
Mosambik
|
Überschwemmung
|
140.000
|
|
Indonesien
(Molukken)
|
politische
Unruhen
|
20.000
|
|
Indonesien
(Ost-Timor)
|
politische
Unruhen
|
21.000
|
|
Kenia
|
Dürre
|
20.000
|
|
Nigeria
|
ethnische
Konflikte
|
25.000
|
|
Tansania
|
Flüchtlinge
|
24.500
|
|
Venezuela
|
Überschwemmung
und Erdrutsche
|
|
|
Mongolei
|
klimatischer
Notstand
|
30.000
|
|
Äthiopien
|
Dürre
|
100.000
|
|
Afghanistan
|
Krieg
|
20.000
|
|
Dem.
Republik Kongo
|
Rückführung
der Flüchtlinge
|
15.000
|
|
Philippinen
|
ethnische
Konflikte
|
20.000
|
|
Madagaskar
|
Wirbelstürme
|
20.000
|
|
Simbabwe
|
Überschwemmung
|
30.000
|
|
Nordkorea
|
Überschwemmung
|
50.000
|
|
Philippinen
|
Erdbeben
|
2.000
|
|
Kosovo
|
Flüchtlinge
|
115.000
|
|
Sudan
|
Flüchtlinge
aus Eritrea
|
15.000
|
|
Tschechische
Republik
|
Überschwemmung
|
20.000
|
|
Rumänien
|
Überschwemmung
|
5.000
|
|
Indien
|
Überschwemmung
|
2.000
|
|
Sambia
|
Flüchtlinge
|
15.000
|
|
Ukraine
|
Atomunfall
|
20.000
|
|
Ukraine
|
Kinder
aus Tschernobyl
|
60.000
|
|
Eritrea
|
Flüchtlinge
|
20.000
|
|
Italien
|
Überschwemmung
|
53.300
|
|
Uganda
|
Flüchtlinge
|
10.000
|
|
Vietnam
|
Überschwemmung
|
30.000
|
|
Gesamtsumme
|
|
1.027.800
|
Diese Hilfsmaßnahmen waren möglich durch die Großzügigkeit auch
einiger Diözesen, die selbst arm sind, jedoch die Fastenkollekte der Caritas
des Papstes zukommen lassen wollten; durch die Beiträge verschiedener
Ordensgemeinschaften - vor allem von Schwestern - von Stiftungen und einzelnen
Gläubigen, die dem Papst das konkrete Zeichen ihrer Anteilnahme zur Verfügung
stellten.
2.
Unterstützung von Projekten zur Förderung menschlicheren Lebens und
christlicher Würde
Cor unum hat Projekte angeregt und unterstützt, die der ganzheitlichen Förderung
des Menschen dienen und in verschiedenen Kontinenten auf Initiative der
Ortskirchen, vor allem durch den Einsatz von Ordensgemeinschaften und lokalen
katholischen Institutionen, durchgeführt werden. Besondere Aufmerksamkeit galt
Obdachlosen, betagten Menschen, verlassenen Kindern, Kranken, Behinderten, der
Ausbildung von Erziehern, den Schulen, der geistlichen und materiellen Unterstützung
von Flüchtlingen. Im Verhältnis zu den realen Erfordernissen konnte der
finanzielle Beitrag des Dikasterium oft nur symbolisch sein, aber er war nicht
selten für die Helfer ein Ansporn, ihr großzügiges Engagement fortzusetzen.
Hier eine Tabelle über die Zuwendungen, die Cor unum im Namen des Papstes im
Laufe des Jahres 2000 gewährt hat.
|
Land
|
Verwendung
|
Zuwendung
in US$
|
|
Vietnam
|
Kinder
|
15.000
|
|
Ruanda
|
Stadt
für Jugendliche
|
5.000
|
|
Kamerun
|
Gesundheitswesen
|
20.000
|
|
Ecuador
|
soziale
Betreuung
|
20.000
|
|
Dem.
Republik Kongo
|
soziale
Betreuung
|
22.100
|
|
Dem.
Republik Kongo
|
Wohnungen
für Kriegsopfer
|
10.000
|
|
Vietnam
|
Erziehung
|
3.000
|
|
Ruanda
|
Obdachlosenheime
|
6.200
|
|
Angola
|
soziale
Betreuung
|
25.000
|
|
Brasilien
|
soziale
Betreuung
|
20.000
|
|
Kenia
|
Gesundheitswesen
|
20.000
|
|
Libanon
|
Fortbildung
für Frauen
|
18.000
|
|
Madagaskar
|
Sozialzentrum
|
4.000
|
|
Nigeria
|
Alphabetisierung
|
10.000
|
|
Rumänien
|
Straßenkinder
|
10.000
|
|
Indonesien
|
Gesundheitswesen
|
5.000
|
|
Italien
|
Resozialisierung
von Kindern und Jugendlichen
|
103.440
|
|
Brasilien
|
soziale
Betreuung
|
10.000
|
|
Mexiko
|
soziale
Betreuung
|
25.000
|
|
Mosambik
|
Gesundheitswesen
|
40.000
|
|
Jerusalem
|
Erziehung
von Waisenkindern
|
20.000
|
|
Tansania
|
Hilfe
für Schwangere
|
2.000
|
|
Haiti
|
Waisenkinder
|
5.000
|
|
Ägypten
|
soziale
Betreuung
|
12.000
|
|
Dem. Republik Kongo
|
Landwirtschaft - Nahrungsmittel
|
20.000
|
|
Dem. Republik Kongo
|
Kinder
|
20.000
|
|
Kamerun
|
Landwirtschaft
- Nahrungsmittel
|
25.000
|
|
Haiti
|
Sonnenenergie
|
13.000
|
|
Jugoslawien
|
Unterstützung
der Sozialpastoral
|
20.000
|
|
Costa Rica
|
Unterstützung
der Sozialpastoral
|
2.500
|
|
Kroatien
|
Unterstützung
von Frauen in Not
|
10.000
|
|
Indien
|
Bedürftige
|
5.000
|
|
Indien
|
soziale
Betreuung
|
12.000
|
|
Kenia
|
soziale
Betreuung von Jugendlichen
|
20.000
|
|
Nigeria
|
Unterstützung
der Sozialpastoral
|
20.000
|
|
Peru
|
Unterstützung
von jungen Landarbeitern
|
25.000
|
|
Schweden
|
Unterstützung
der Sozialpastoral für Einwanderer und Flüchtlinge
|
10.000
|
|
Madagaskar
|
Unterstützung
von Jugendlichen
|
15.000
|
|
Ukraine
|
Kinder
|
10.000
|
|
Eritrea
|
Landwirtschaft
- Nahrungsmittel
|
20.000
|
|
Turkmenistan
|
Obdachlose
|
20.000
|
|
Vietnam
|
Unterstützung
von Mädchen
|
20.000
|
|
Äthiopien
|
behinderte
Kinder
|
20.000
|
|
Ghana
|
Unterstützung
der Sozialpastoral
|
5.000
|
|
Tansania
|
Unterstützung
der Sozialpastoral
|
20.000
|
|
Tansania
|
Schulmensa
|
25.000
|
|
Kroatien
|
betagte
Menschen
|
20.000
|
|
Georgien
|
Straßenkinder
|
25.000
|
|
Indien
|
Obdachlosenheime
|
10.000
|
|
Libanon
|
Nahrungsmittel
|
15.000
|
|
Tansania
|
Landwirtschaft
- Nahrungsmittel
|
5.000
|
|
Vietnam
|
Kinder
|
15.000
|
|
Vietnam
|
Arbeitshilfen
|
15.565
|
|
Gesamtsumme
|
|
888.805
|
Auch
an diesem Ort sei den Diözesen, Stiftungen, Ordensgemeinschaften und einzelnen
Wohltätern gedankt, die es dem Dikasterium ermöglicht haben, ein sichtbares
Zeichen der Fürsorge von Seiten des Papstes und des Apostolischen Stuhls zu
setzen zu Gunsten derjenigen, die körperlich und seelisch unter Not, Krankheit,
Entbehrung und Unterentwicklung leiden.
Die Vorhaben, die durch die Aktion PANIS CARITATIS finanziert wurden,
liefen weiter; diese außerordentliche Initiative war in Italien im Zusammenhang
mit der Vorbereitung auf das Jubiläumsjahr durchgeführt worden. Mit den
Einnahmen konnten weitere Brot-Backöfen in Kinshasa erstellt und Bäckereien in
Lodja (Dem. Republik Kongo) eröffnet werden. In Guinea- Bissau wurde ein
Projekt für medizinische Betreuung von Müttern und Kindern möglich. Bis heute
sind folgende Beträge weitergeleitet worden:
*
Projekt Brot-Backöfen in Kinshasa (Dem. Rep. Kongo)
US$ 99.750
*
Projekt medizinische Betreuung von Müttern und Kindern in Guinea-Bissau
US$ 52.500
*
Für Flüchtlinge aus dem Sudan in Uganda
US$ 57.750
*
Förderung von Viehzucht in Kabgayi (Rwanda)
US$ 66.150
*
Einschulung von armen Waisenkindern in Kabgayi (Rwanda)
US$ 19.950
*
Einrichtung einer Schreinerei in Kaemba (Dem. Rep. Kongo)
US$ 10.500
*
Projekt Bäckereien in Lodja (Dem. Rep. Kongo)
US$ 32.260
*
Gesamtsumme der Finanzierungen durch Panis Caritatis am 30.12.2000
US$ 335.850
Wie
angekündigt, weitete sich die Initiative auch auf andere Länder aus: in Polen
wurden über 30.000 Brotlaibe verkauft, in Chile über 1.3000.000, in Mexiko über
500.000, in Uruguay über 98.000. Der Erlös dient der Finanzierung von
Hilfsprogrammen in den betreffenden Ländern. Die Ortskirchen entscheiden selbst
über die Verwendung. Hier einige bislang vorliegenden Daten:
*
Caritas Polen: für soziales Erziehungszentrum in Bize (Albanien)
US$ 5.750
*
Caritas Chile: Armenspeisung in 25 Diözesen des Landes
US$ 31.700
*
Caritas Uruguay: Sozialzentren für bedürftige Kinder
und
Erwachsene in 6 Diözesen
US$ 3.600
Vorläufige
Zahlen von Mexiko stehen noch aus.
DIE
BEIDEN STIFTUNGEN
Der Rat ist verantwortlich für zwei Stiftungen: Die "Stiftung
Johannes Paul II. für die Sahelzone" wurde 1984 vom Heiligen Vater gegründet
mit dem Ziel, der Kirche in der Sahelzone im Kampf gegen Dürre und Versteppung
Mittel zur Verfügung zu stellen. Die Stiftung Populorum progressio wurde 1992
ebenfalls von Johannes Paul II. errichtet. Sie gilt der ganzheitlichen Förderung
der einheimischen Bevölkerung, der Mestizen, Afro-Amerikaner und armen
Landarbeiter in Lateinamerika.
Während des Großen Jubiläumsjahres schien es geboten, die Verwaltungsräte
der beiden Stiftungen gemeinsam nach Rom einzuladen. Die Sitzungen fanden im
Haus St. Martha im Vatikan vom 25. Juni - 1. Juli (Sahel) und vom 2. - 7. Juli (Populorum
progressio) statt. Am Dienstag, 4. Juli, empfing der Papst die Mitglieder beider
Räte zusammen mit den Verantwortlichen und Mitarbeitern von Cor unum. Er regte
sie an, "über den Wert und Sinn des Engagements nachzudenken, das die
Kirche zu Gunsten der Ärmsten leistet"; die Kirche sei sich bewußt,
"mit den geringen Mitteln, die ihr zur Verfügung stehen, nicht alle Not
bekämpfen" zu können. Weiter betonte der Papst: "Die Kirche möchte
nicht einfach eine humanitäre Hilfsorganisation sein. Sie will vielmehr auf
alle erdenkliche Weise die Liebe Christi bezeugen, die den Menschen von allem Bösen
befreit". An die Mitglieder der Stiftung für die Sahelzone gerichtet,
erinnerte der Heilige Vater an den eindringlichen Appell, den er selbst in
Ouagadougou (Burkina Faso) an die internationale Gemeinschaft gerichtet hatte;
er rief sie auf, gegen die Dürre und stark fortschreitende Versteppung in der
Sahelzone einzuschreiten. Johannes Paul II. fuhr fort: "Dieser Aufruf hat
leider auch nach zwanzig Jahren nichts von seiner Aktualität verloren: nicht
nur in den Wüstengebieten Nordafrikas, sondern auf der ganzen Welt ist das
Wasserproblem schwerer und dringender geworden. In naher Zukunft wird die
Menschheit den Wassermangel vielleicht als zentrales Problem in Angriff nehmen müssen.
Daher ist es notwendig, dass die Verantwortlichen der Länder geeigneten Maßnahmen
zustimmen, die den gerechten Zugang zu einem für die gesamte Menschheit so
wertvollen Gut ermöglichen. ... Wir haben eine ernsthafte Verantwortung gegenüber
den nachfolgenden Generationen. Sie werden einmal von uns Rechenschaft
einfordern über unseren Einsatz zum Erhalt der Naturgüter. Der Schöpfer hat
sie den Menschen zur achtsamen und respektvollen Nutzung anvertraut."
Bei ihrer Versammlung bewilligte der Verwaltungsrat der "Stiftung
Johannes Paul II. für die Sahelzone" unter Vorsitz von Bischof Séraphin
Rouamba von Koupela (Burkina Faso) die Finanzierung von 312 kleinen und großen
Projekten in Höhe von US-$ 2.992.098,26. Sie gelten der Ausbildung von
Sachverständigen zur Bekämpfung von Dürre und Versteppung; der Beschaffung
von Wasser für Landwirtschaft und sanitäre Zwecke. Die folgende Aufstellung
nach Ländern zeigt die Verwendungsbereiche der bewilligten Projekte und die Höhe
der Finanzierung.
|
"STIFTUNG
JOHANNES PAUL II. FÜR DIE SAHELZONE": FINANZIERTE PROJEKTE
|
|
Land
|
A
|
B
|
C
|
D
|
E
|
F
|
G
|
H
|
I
|
bewilligte
Projekte
|
Finanzierung
|
Burkina Faso
|
20
|
27
|
17
|
27
|
14
|
4
|
43
|
13
|
8
|
173
|
1.174.895,67
|
|
Kap Verde
|
0
|
0
|
1
|
0
|
0
|
0
|
2
|
0
|
0
|
3
|
84.448,29
|
Gambia
|
3
|
1
|
1
|
0
|
0
|
0
|
0
|
0
|
1
|
6
|
82.458,91
|
Mali
|
0
|
3
|
0
|
4
|
2
|
0
|
3
|
1
|
0
|
13
|
196.747,78
|
|
Mauretanien
|
0
|
0
|
0
|
0
|
0
|
0
|
0
|
0
|
1
|
1
|
7.562,96
|
Niger
|
11
|
4
|
2
|
3
|
1
|
1
|
1
|
7
|
0
|
30
|
204.313,59
|
Senegal
|
4
|
4
|
5
|
8
|
3
|
2
|
2
|
0
|
2
|
30
|
718.617,63
|
|
Tschad
|
12
|
5
|
2
|
17
|
0
|
10
|
4
|
6
|
0
|
56
|
523.052,43
|
|
Gesamtsumme
|
50
|
44
|
28
|
59
|
20
|
17
|
55
|
27
|
12
|
312
|
2.992.097,26
|
A)
Umwelt; B) Landwirtschaft; C) Viehzucht; D) Anleitung; E)
Selbsthilfe; F) Verwaltung von Projekten; G) Wasserversorgung; H)
Gesundheitswesen; I) technische Ausbildung
Um das Ziel der "Stiftung Johannes Paul II. für die Sahelzone"
schneller zu erreichen, hielt Cor unum es für angebracht, Kontakt herzustellen
zwischen den Verantwortlichen der Stiftung und der MASHAV, einer israelischen
Nichtregierungs-Organisation, die auf dem Gebiet der Beschaffung, Bewahrung und
Nutzung von Wasserreserven besonders erfahren ist. Zu diesem Zweck nahm der Präsident
von Cor unum direkte Verbindung mit der Botschaft von Israel beim Apostolischen
Stuhl auf und besichtigte einige von der MASHAV realisierte Projekte.
Der Verwaltungsrat der Stiftung Populorum progressio, dessen Versammlung
gemeinsam vom Generalsekretär und Msgr. Francisco Azcona, Untersekretär von
Cor Unum und als solcher Mitglied dieses Rates, organisiert worden war, prüfte
258 Projekte und bewilligte die Finanzierung von 209 Initiativen in 20 Ländern
Mittel- und Lateinamerikas und in der Karibik in Höhe von US$ 1.923.500.--. Die
Arbeiten leitete Erzbischof Msgr. Fabio Betancur Tirado von Manizales (Kolumbien).
Die erste der beiden folgenden Tabellen zeigt die Verteilung der Vorhaben auf
die verschiedenen Länder und die Höhe des gewährtes Zuschusses. Die zweite
Aufstellung gibt einen Überblick über die geförderten Bereiche.
|
STIFTUNG
POPULORUM PROGRESSIO: IM
JAHR 2000 FINANZIERTE PROJEKTE
|
|
Land
|
bewilligte
Projekte
|
gewährte
Zuschüsse in US$
|
|
Argentinien
|
1
|
9.000
|
|
Bolivien
|
16
|
143.000
|
|
Brasilien
|
18
|
153.700
|
|
Kolumbien
|
23
|
208.900
|
|
Costa Rica
|
11
|
96.400
|
|
Kuba
|
6
|
62.600
|
|
Chile
|
13
|
103.600
|
|
Ecuador
|
14
|
124.000
|
|
El Salvador
|
8
|
76.500
|
|
Guatemala
|
10
|
97.300
|
|
Haiti
|
3
|
30.000
|
|
Honduras
|
1
|
5.000
|
|
Mexiko
|
11
|
100.400
|
|
Nicaragua
|
9
|
77.500
|
|
Panama
|
8
|
80.000
|
|
Paraguay
|
11
|
90.400
|
|
Peru
|
30
|
276.800
|
|
Dominikanische Republik
|
9
|
86.700
|
|
Uruguay
|
2
|
20.900
|
|
Venezuela
|
4
|
30.800
|
|
Entwicklungshilfe
|
1
|
50.000
|
|
Gesamtsumme
|
209
|
1.923.500
|
|
STIFTUNG
POPULORUM PROGRESSIO - JAHR
2000
PROZENTUELLE
AUFTEILUNG NACH BEREICHEN
|
|
Erziehung
|
Ausbildung:
|
9,6%
|
|
|
Kommunikation:
|
1,6%
|
|
|
Bautätigkeit :
|
4,3%
|
|
|
Einrichtungen, Lehrmittel:
|
3,9%
|
|
|
Zusammenkünfte:
|
0,8%
|
|
Infrastrukturen
|
Trinkwasser:
|
8,9%
|
|
|
Elektrifizierung:
|
0,4%
|
|
|
Sanitäre Anlagen:
|
2,7%
|
|
|
Gemeinschaftsräume:
|
8,5%
|
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Produktion
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Viehzucht:
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40,7%
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Handwerk:
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1,9%
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Kleinunternehmen:
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7,0%
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Gemeinschaftliche Verkaufsräume:
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1,2%
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Gesundheitswesen
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Ausbildung:
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2,7%
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Bautätigkeit:
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0,8%
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Einrichtungen, Lehrmittel:
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1,9%
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Wohnungen
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Bautätigkeit:
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3,1%
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Summe
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100%
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Das Wirken der beiden Stiftungen wurde, abgesehen von den Zinserträgen
des Grundkapitals, wieder ermöglicht durch die Großzügigkeit der
Italienischen Bischofskonferenz und der Papal Foundation (USA), mit der Hilfe
von Ordensgemeinschaften, Vereinigungen und einzelnen Gläubigen. Hier sei
erinnert, dass das Kapital der "Stiftung Johannes Paul II. für die
Sahelzone" aus einer Kollekte stammt, die die Kirche in Deutschland nach
dem Appell des Heiligen Vaters am 10. Mai 1980 in Ouagadougou durchführte.
Das Grundkapital der Stiftung Populorum progressio besteht in dem
gleichnamigen Fonds, den Papst Paul VI. am 26. März 1969 schuf.
Mit den erwähnten Hilfsmaßnahmen ist die CARITAS des Papstes noch
nicht erschöpft. Hinzu kommen die Unterstützungen der Missionen durch die Päpstlichen
Missionswerke, die Spenden an Bedürftige in Rom durch das Apostolische
Almosenwerk und die konkreten Zuwendungen, die der Heilige Vater den Bischöfen
für die Sozialpastoral der Ortskirchen gewährt.
Mit allen Gesten möchte Papst Johannes Paul II. den Menschen die Liebe
Gottes bekunden. Er dankt jedem Wohltäter, der seiner Einladung folgte, großmütiges
Werkzeug und treuer Zeuge dieser Liebe zu sein, die in Christus Fleisch
geworden ist, und mit konkreten Werken brüderlichen Solidarität auf die
Hilferufe aus allen Erdteilen antwortet.
Vatikanstadt,
7. April 2001
Guido
Giannini
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