Katholische Kulturzentren
4. Auflage, 2005
Einleitung
Die
Inkulturation des Evangeliums und die Evangelisation der Kulturen am Anfang
des III Jahrtausends, mit dem Ziel, den Riss zwischen Glauben und Kulturen,
zwischen Evangelium und Leben, zwischen Verkündigung der Frohen Botschaft und
Gleichgültigkeit oder praktischem Atheismus vieler Zeitgenossen überwinden
zu können, erfordert über die Lehre des Magisteriums und der Pastoren hinaus,
ein kapillares Vorgehen auf örtlicher Ebene, sowie die Bevorzugung der
lokalen Traditionen und eine Antwort auf die Herausforderungen und Erwartungen
einer bestimmten Kommunität. Daher die Bedeutung der Katholischen
Kulturzentren, dieser „Stellungen an Grenzgebiete“.
So
darf ich mit Freude die vierte Auflage des Internationalen
Katalogs der Katholischen Kulturzentren präsentieren, der die
Kommunikation und die Zusammenarbeit dieser Kulturzentren effektiver gestalten
möchte. Diese neue und wesentlich erweiterte Auflage des
Katalogs bezeugt eine reiche und vielgestaltige Wirklichkeit der
Katholischen Kulturzentren oder Kulturkreise, Akademien, Universitätsinstitute,
Bildungshäuser, usw.; die Ausrichtungen: theologisch, wissenschaftlich, pädagogisch,
künstlerisch, usw.; die behandelten Themen: kulturelle Strömungen, Werte,
interkultureller und interreligiöser Dialog, Wissenschaft, Kunst, usw., wie
auch die Aktivitäten: Vorträge, Diskussionen, Kurse, Seminare, Publikationen,
Bibliotheken, kulturelle Veranstaltungen, Ausstellungen, usw. Hinter dem
generischen Begriff „Katholisches Kulturzentrum“ steht also eine sehr
vielfältige Wirklichkeit, charakterisiert von vielseitigen Aktivitäten und
Interessen, die in den meisten Fällen lokale Anliegen aufgreifen.
In
dieser Vielfalt fehlen jedoch die Gemeinsamkeiten nicht: All diese Zentren
verfolgen kulturelle Aktivitäten mit der dauernden Sorge um die Beziehung
zwischen christlichem Glauben und zeitgenossischen Kulturen mit all ihren
dazugehörigen Phänomenen. Diese Beziehung entwickelt sich durch Dialog,
wissenschaftliche Forschung, Künste, Bildungsarbeit ebenso wie durch die Förderung
einer vom Glauben in Christus befruchteten, inspirierten, verlebendigten und
dynamisierten Kultur.
Die
katholischen Kulturzentren sind öffentliche
Foren und verstehen sich als Orte
der Begegnung und der Reflexion, des Studiums und der Information, des
Ideenaustausches und der Vertiefung des Dialogs zwischen Glauben und den
einzelnen Kulturen. Sie bieten den Katholiken, wie überhaupt allen an einer
kulturellen Begegnung interessierten Personen, Möglichkeiten des Kontaktes
und des gewinnbringenden Austausches mit der Welt, der Geschichte, der
Religion und den Künsten, der Kultur und der Wissenschaft. Damit leisten sie
einen Beitrag, diejenigen Werte zu erhellen, die dem menschlichen Dasein und
dem Leben an sich einen Sinn geben (cf.
Ecclesia in Africa, 103).
Fruchtbare
Begegnungen der Zentren verschiedener Kulturen haben schon stattgefunden: in
Paris in Frankreich; in München in Deutschland; in Barcelona in Spanien; in
Bologna, Mailand und Rom in Italien; in Fatqa bei Beirut im Libanon; in Şumuleu-Ciuc
in Rumänien, in Puebla in Mexiko, in Valparaíso in Chile und in João Pessoa
und São Paolo in Brasilien. Auf diese Weise bereichert der
Erfahrungsaustausch das Wissen voneinander und bewirkt eine neue Fruchtbarkeit
innerhalb der Tätigkeit der Zentren.
Um
die Tätigkeit dieser Kulturzentren zu begünstigen, hat der Päpstliche Rat für
die Kultur zusammen mit der Italienischen Bischofskonferenz, einen Vademecum
herausgegeben, der aus drei Teilen besteht: Warum?
Was ist er? Was ist zu tun? Zusammen mit diesem Katalog
möchte er ein nützliches Werkzeug für die pastorale Arbeit sein.
Die
beigelegten Fragebögen, die ausgefüllt an den Päpstlichen Rat für die
Kultur zu senden sind, werden es ermöglichen neue Zentren in eine weitere
Auflage aufzunehmen. Ebenso willkommen sind Informationen jeder Art zu dem
vorliegenden Internationalen Katalog:
eventuelle Änderungen der Adresse – vor allem Telefon- und Faxnummer,
E-mail und Homepage.
So
ergänzt, kann dieses Konsultationswerk zur Koordinierung und Zusammenarbeit,
zum Einfluss und zum fruchtbaren Wirken der Katholischen Kulturzentren in der
Welt besser beitragen, um einen immer fruchtbareren Dialog zwischen dem
Glauben und den Kulturen anzuregen und zu fördern, Novo
Millennio Ineunte.
Paul
Kardinal Poupard
Präsident
des Päpstlichen Rates für die Kultur
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