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PÄPSTLICHER RAT FÜR DIE FAMILIE
Katechesen zur Vorbereitung auf das Fünfte Welttreffen der Familien
VALENCIA 2006
1. – 9. Juli
Verzeichnis der Katechesen und Aufbau jeder Zusammenkunft
Verzeichnis
DIE MENSCHLICHE LIEBE KANN NICHT EXISTIEREN, WENN SIE VERSUCHT, SICH VOM
KREUZ ZU LÖSEN
1. Die Familie als erster und wichtigster Vermittler des
Glaubens 2. Der eine und dreieinige Gott 3.
Die Person Jesu Christi als Mitte und Synthese des christlichen Glaubens
4. Der Heilige Geist und die Kirche 5.
Die Sakramente als besondere Anlässe für die Weitergabe des Glaubens
6. Die Gebote des göttlichen Gesetzes 7.
Sonntag: die Eucharistie und andere Ausdrucksformen
des Glaubens 8. Volksfrömmigkeit 9.
Die heiligste Jungfrau Maria
Aufbau
1. Eröffnungslied 2. Gebet des „Vater unser“
3. Bibellesung 4. Lesung eines Textes zur Lehre der Kirche
5. Gedanken des Katecheten 6. Gespräch 7. Anregungen
8. Gebet des „Gegrüßet seist du, Maria“ und Anrufung: „Regina familiae. Ora
pro nobis“. 9. Gebet für die Familie 10. Schlusslied
Erste Katechese
Die Familie als erste und wichtigste Vermittlerin des Glaubens
1. Eröffnungslied
2. Gebet des „Vater unser“
3. Bibellesung: Mt 11, 25-30
4. Lesung eines Texts zur Lehre der Kirche:
1. Der ewige Plan, die Menschen in und durch Christus zu retten, ist durch das
Mensch gewordene Wort offenbart und insbesondere durch das Ostergeheimnis seines
Todes, seiner Auferstehung und Himmelfahrt und der Sendung des Heiligen Geistes
erfüllt worden. Also ist das Mysterium Gottes in Christus vollkommen und
endgültig offenbart worden, und es wird keine andere Offenbarung geben. „Indem
er uns seinen Sohn, sein einziges Wort, gab (denn er hat kein anderes), hat er
uns in diesem einen Wort alles auf einmal gesagt – und mehr muss er uns nicht
sagen“ (Johannes vom Kreuz).
2. Diese Offenbarung ist der Kirche anvertraut worden, die stets den Beistand
des Heiligen Geistes hat, damit sie Gottes Erlösung wahrhaftig und ohne
Einschränkung zu allen Menschen aller Zeiten und Kulturen bringt. Die Kirche hat
nicht aufgehört – und wird nie aufhören –, dieses Mysterium vor allem durch den
Dienst des Papstes und der Bischöfe und Priester zu verkünden, die in erster
Linie dafür verantwortlich sind. Zudem hat jeder gläubige Christ kraft der
prophetischen Sendung, die er oder sie in der Taufe von Christus empfangen hat,
an dieser Verantwortung teil.
3. Wenn diese Verkündigung angenommen wird, führt sie zur Umkehr und zum
Glauben. Dieser ist stets ein ungeschuldetes Geschenk Gottes, das jedoch eine
Antwort des Menschen und seine offene und bereitwillige Mitarbeit erfordert.
Normalerweise ist der Glaube ohne eine ausdrückliche Verkündigung der
offenbarten Inhalte nicht möglich. Nur in Ausnahmefällen gießt Gott den Glauben
in einen Erwachsenen ein, ohne dass diesem sein Mysterium zuvor verkündet worden
ist. Üblich ist diese Reihenfolge: ausdrückliche Verkündigung des Mysteriums
Gottes, Annahme dieser Verkündigung, Bekehrung und Glaubensbekenntnis, Taufe.
4. Durch das Sakrament der Ehe und der Taufe der Eltern und der Kinder ist die
christliche Familie eine „Hauskirche“ und hat an dieser Sendung Anteil. Als
Erzeugerin der Kinder wird die Familie zur ersten und wichtigsten Einrichtung,
der die Aufgabe anvertraut ist, das Heilsmysterium Gottes an sie weiterzugeben.
Aus diesem Grund sind Eltern für ihre Kinder die authentischen Vermittler des
Glaubens, den sie bekennen. Die großen Heiligen sind meist in zutiefst
christlichen Familien geboren worden. Es ist eine Tatsache, dass der Glaube in
Ländern, wo er lange Zeit verfolgt gewesen ist, durch den Dienst der Eltern
bewahrt und weitergegeben wurde.
5. Die Familie ist, was die Weitergabe des Glaubens an ihre Kinder anbelangt,
keine autarke oder autonome Einrichtung. Sie ist auf eine enge Verbindung zur
Gemeinde und zu der Schule, die die Kinder besuchen, angewiesen, vor allem dann,
wenn es sich um eine katholische Schule handelt. Die Gemeindekatechese und der
Religionsunterricht in der zentralen Bildungseinrichtung ergänzen die informelle
Familienkatechese, die zuweilen auch formell sein muss.
6. Schon in den frühesten Zeiten der Christenheit wurde die Familie als
Vermittlerin des Glaubens der Väter angesehen. So war es üblich, die Kinder zur
Taufe zu bringen, damit der Bischof sie stellvertretend für alle
Gemeindemitglieder in die Kirche aufnahm. Das Zeugnis der Eltern spielte eine so
entscheidende Rolle, dass die Familie der Ort schlechthin für die Weitergabe des
kirchlichen Glaubens wurde. Dies geschieht auch heute noch in den
Missionsländern, während die Familie in anderen Ländern mit großer christlicher
Tradition ihre tragende Rolle oft verloren hat, was zu einem Niedergang des
Glaubens und der religiösen Praxis führt.
7. Die Wiederherstellung einer kraftvollen, evangelisierenden Kirche führt über
die Erneuerung der Familie als der grundlegenden Einrichtung für die Weitergabe
des Glaubens. Deshalb hat die christliche Familie in den oben erwähnten Ländern
heute ein besonderes Betätigungsfeld, und zwar vor allem im Hinblick auf andere,
nichtchristliche Familien oder solche, die ihre Religion nicht mehr
praktizieren. Großeltern, Kinder und andere Mitglieder der christlichen Familie
sind dazu aufgerufen, den Glauben an ihre Eltern und Verwandten weiterzugeben.
5. Gedanken des Katecheten
6. Gespräch:
-
Ist es den Verheirateten heute bewusst, dass die Familie die erste und
wichtigste Vermittlerin des Glaubens ist, oder wissen sie nichts von diesem
Sendungsauftrag oder vernachlässigen sie ihn?
-
Ist es den christlichen Familien bewusst, dass die Erfüllung ihrer Sendung einen
beständigen Kontakt und Dialog mit den Erziehern und der Gemeinde erfordert? Wie
kann dieser Dialog oder Nicht-Dialog gesehen werden?
-
Wie kann die Familie heute ihren Kindern Jesus Christus verkünden?
7. Anregungen und persönlicher Vorsatz
8. Gebet des „Gegrüßet seist du, Maria“ und Anrufung: „Regina familiae. Ora
pro nobis“.
9. Gebet für die Familie: O Gott, du hast den christlichen Familien die
ehrenvolle Verantwortung übertragen, den Glauben an ihre Kinder weiterzugeben.
Gewähre ihnen die Kraft, diese Aufgabe, die du ihnen anvertraut hast, treu zu
erfüllen. Durch Jesus Christus, unseren Herrn.
10. Schlusslied
Zweite Katechese
Der eine und dreieinige Gott
1. Eröffnungslied
2. Gebet des „Vater unser“
3. Bibellesung: Eph 1, 3-10
4. Lesung eines Texts zur Lehre der Kirche:
1. Das Mysterium des einen und dreieinigen Gottes ist die eigentliche Mitte der
christlichen Familie. Eltern geben diese zentrale Wahrheit ihres Glaubens in dem
Maß an ihre Kinder weiter, wie sie sie zum festen Bestandteil des Familienlebens
machen.
2. Gott ist der „Ich bin“ und „Gott ist die Liebe“. Diese beiden Namen sind auf
so unaussprechliche Weise miteinander verknüpft, dass sich in ihnen dasselbe
göttliche Wesen ausdrückt, das über aller geschaffenen Intelligenz steht.
Deshalb kann Gott allein uns die richtige und vollkommene Erkenntnis seiner
selbst gewähren und sich uns als Vater, Sohn und Heiliger Geist offenbaren. Der
Anteil an diesem göttlichen Leben beginnt für uns durch den Glauben schon auf
der Erde und erfüllt sich später durch die Schau Gottes im ewigen Leben.
3. Durch die Offenbarung können wir bekennen, dass Gott der Vater den Sohn in
aller Ewigkeit zeugt, dass der Sohn gezeugt wird und dass der Heilige Geist aus
dem Vater und dem Sohn als ihre immerwährende Liebe hervorgeht. Die drei
göttlichen Personen sind somit ewig und einander gleich. Ebenso haben sie alle
vollkommenen Anteil am Leben und an der Freude Gottes, und es ist demzufolge
stets erforderlich, die Einheit in der Dreiheit und die Dreiheit in der Einheit
zu verehren.
4. Jesus Christus, der Mensch gewordene Sohn Gottes, hat uns dieses Mysterium
und damit den Plan Gottes offenbart: dass wir alle als Kinder an der
Liebesgemeinschaft des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes teilhaben.
5. Jesus Christus selbst weist auf eine gewisse Ähnlichkeit zwischen der
Gemeinschaft der göttlichen Personen und der Einheit der Kinder Gottes in der
Wahrheit und in der Liebe hin, wenn er den Vater bittet: „Alle sollen eins sein:
Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin“ (Joh 17, 21-22). Diese
Ähnlichkeit zeigt, dass der Mensch nur in der Selbsthingabe an andere Erfüllung
findet. Diese Gottähnlichkeit in Selbsthingabe, Einheit und Liebe ist die
vollkommene Verwirklichung der Familie.
6. Damit ist die Ehe, die die totale Selbsthingabe der Eheleute untereinander
und die Selbsthingabe der Eltern an ihre Kinder voraussetzt, ein vollkommenes
Abbild der trinitarischen Gemeinschaft. Deshalb muss die Dynamik des
Familienlebens diese innige Einheit der göttlichen Personen zum Ausdruck
bringen.
7. Jede Anrufung der Heiligen Dreifaltigkeit in der Familie sollte alle ihre
Mitglieder dazu veranlassen, ihre gemeinschaftlichen Bande zu erneuern und ihre
Gaben großzügiger mit anderen Familien zu teilen.
5. Gedanken des Katecheten
6. Gespräch:
-
Jesus Christus ist der Sohn Gottes, und auch wir sind Kinder Gottes. Welche
Ähnlichkeiten und welche Unterschiede bestehen zwischen diesen beiden
Beziehungen?
-
Warum ist die christliche Familie ein Abbild der Dreifaltigkeit?
-
Welche Merkmale muss eine christliche Familie in ihrem Familienleben vor allem
ausprägen, um ein Abbild des trinitarischen Lebens zu sein?
7. Anregungen und persönlicher Vorsatz
8. Gebet des „Gegrüßet seist du, Maria“ und Anrufung: „Regina familiae. Ora
pro nobis“.
9. Gebet für die Familie: Gott, allmächtiger Vater, du hast der Welt das Wort
der Wahrheit und den Geist der Heiligung gesandt, um den Menschen dein
wunderbares Mysterium zu offenbaren. Gewähre uns, dass wir den wahren Glauben
bekennen, die Herrlichkeit der ewigen Dreifaltigkeit erkennen und deine
allmächtige Einheit anbeten. Durch Jesus Christus, unseren Herrn.
10. Schlusslied
Dritte Katechese
Die Person Jesu Christi als Mitte und Synthese des
christlichen Glaubens
1. Eröffnungslied
2. Gebet des „Vater unser“
3. Bibellesung: Mt 1, 18-25
4. Lesung eines Texts zur Lehre der Kirche:
1. „Jesus Christus ist der ewige Sohn Gottes. Er ist das Ebenbild des
unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene der ganzen Schöpfung. Denn in ihm wurde
alles erschaffen im Himmel und auf Erden, das Sichtbare und das Unsichtbare (…);
alles ist durch ihn und auf ihn hin geschaffen. (…) Er ist der Ursprung, der
Erstgeborene der Toten; so hat er in allem den Vorrang. Denn Gott wollte mit
seiner ganzen Fülle in ihm wohnen, um durch ihn alles zu versöhnen. Alles im
Himmel und auf Erden wollte er zu Christus führen, der Friede gestiftet hat am
Kreuz durch sein Blut“ (Kol 1, 15-20).
2. Nachdem er durch den Heiligen Geist in Marias Schoß Mensch geworden war, hat
er uns in seiner Person und in seiner Verkündigung den Vater gezeigt. Er gab uns
das neue Gebot, einander so zu lieben, wie er uns geliebt hat. Er lehrte uns den
Weg der Seligpreisungen: arm zu sein vor Gott und sanftmütig, Leiden geduldig zu
ertragen, nach Gerechtigkeit zu dürsten, dankbar und reinen Herzens zu sein,
Frieden zu stiften und um der Gerechtigkeit willen Verfolgung zu leiden. Er hat
gelitten unter Pontius Pilatus. Er ist für uns gestorben als das unschuldige
Lamm, das die Sünden der Welt hinwegnimmt. Er ist begraben worden und aus
eigener Kraft wieder auferstanden, und durch seine Auferstehung gab er uns
Anteil am göttlichen Leben. Er ist in den Himmel aufgefahren, und von dort wird
er in Herrlichkeit wiederkommen, um die Lebenden und die Toten zu richten, jeden
nach seinem/ihrem Verdienst. Und seines Reiches wird kein Ende sein.
3. Deshalb ist Jesus Christus der Mittelpunkt der Welt, der Geschichte und des
Lebens aller Menschen, und er ist ihr einziger Erlöser. Unsere Erlösung liegt in
ihm allein: Es gibt keinen anderen Mittler oder Religionsstifter, der dies tun
könnte. Die Person Jesu Christi, des Sohnes Gottes und wahren Menschen unter
Menschen, ist somit die Mitte und Synthese des christlichen Glaubens. In ihm
finden wir das Programm der Kirche und der christlichen Familie, der
„Hauskirche“. Demzufolge muss auch kein neues Programm erfunden werden, denn es
existiert bereits. Es ist dasselbe Programm, das das Evangelium und die
lebendige Tradition schon immer formuliert haben. Kurz: Es ist auf Christus
selbst ausgerichtet, den wir erkennen, lieben und nachahmen müssen, um das
trinitarische Leben in ihm zu leben und in ihm die Geschichte umzugestalten bis
zu ihrer Vollendung im himmlischen Jerusalem. Es ist ein Programm, das sich
nicht verändert, so wie Zeiten und Kulturen sich verändern, auch wenn es sie in
einen echten Dialog und eine wirkungsvolle Kommunikation miteinbezieht.
4. Das Wissen von Jesus Christus entsteht und wächst vor allem in der Begegnung
mit dem Wort durch das Hören und Lesen des Evangeliums, die Teilnahme am
sakramentalen Leben der Kirche, insbesondere der Eucharistie, persönlichem und
gemeinschaftlichem Gebet und der Sorge für die Armen und Bedürftigen. Dieses
Wissen führt dazu, dass wir seine Person lieben und das Gebot der Nächstenliebe
halten, das er uns als Erkennungszeichen gegeben hat. Dies ist der Anfang jeder
Christusnachfolge.
5. Deshalb nehmen das Wort Gottes und das Evangelium in der Familie, die
gemeinsame Teilnahme an der sonntäglichen Eucharistiefeier, das gemeinsame Gebet
und die Werke der Nächstenliebe eine besondere Stellung im christlichen Hause
ein.
5. Gedanken des Katecheten
6. Gespräch:
-
Können wir Jesus lieben, ohne sein Leben und seine Lehre zu kennen?
-
Wie können Eltern ihren Kindern Jesu Leben und Lehre näher bringen?
-
Wie können wir dafür sorgen, dass die Kinder entdecken, dass Christus unter uns
und doch gleichzeitig auch in der Herrlichkeit Gottes des Vaters lebt?
7. Anregungen und persönlicher Vorsatz
8. Gebet des „Gegrüßet seist du, Maria“ und Anrufung: „Regina familiae. Ora
pro nobis“.
9. Gebet für die Familie: Gütiger Vater und Gott allen Trostes, du hast die
Welt so sehr geliebt, dass du ihr deinen eingeborenen Sohn geschenkt hast. Gib,
dass die christlichen Familien fähig sind, Jesus ihren Kindern zu zeigen als den
Weg, der uns zu dir führt. Durch Jesus Christus, unseren Herrn.
10. Schlusslied
Vierte Katechese
Der Heilige Geist und die Kirche
1. Eröffnungslied
2. Gebet des „Vater unser“
3. Bibellesung: Apg 2, 1-12
4. Lesung eines Texts zur Lehre der Kirche:
1. Als die Aufgabe der Erlösung erfüllt war, sandte der Vater an Pfingsten den
Heiligen Geist, um die Gläubigen zu heiligen und ihnen durch Christus in dem
einen Geist Zugang zu ihm zu gewähren. Der Heilige Geist wohnt in der Kirche und
in den Herzen der Gläubigen wie in einem Tempel, und er wirkt in ihnen und
bezeugt, dass der Vater sie als Kinder angenommen hat.
2. Der Heilige Geist führt die Kirche zur ganzen Wahrheit, teilt ihr
verschiedene Gaben zu und verschönert sie mit seinen Früchten. Durch die Kraft
des Evangeliums verjüngt er die Kirche und geleitet sie zur vollkommenen Einheit
mit Christus, dem Bräutigam der Kirche. Auf diese Weise erscheint die ganze
Kirche als ein Volk, das kraft der Einheit des Vaters, des Sohnes und des
Heiligen Geistes zusammengeführt wird. Die Verfassung dieses Volkes ist die
Würde und Freiheit der Kinder Gottes; sein Gesetz ist das neue Gebot, so zu
lieben, wie Christus uns geliebt hat, und sein Ziel ist die Ausbreitung des
Reiches Gottes. Dies ist allen Menschen bestimmt, und auch wenn es zuweilen nur
eine kleine Herde zu sein scheint, ist es doch eine dauerhafte und sichere Saat
der Einheit, Hoffnung und Erlösung für die ganze Menschheit.
3. Der Heilige Geist macht die Menschen bereit und kommt ihnen mit seiner Gnade
zuvor, um sie zu Christus zu ziehen. Er offenbart ihnen den auferstandenen
Herrn, erinnert sie an sein Wort und öffnet ihren Geist für das Verständnis
seines Todes und seiner Auferstehung. Er vergegenwärtigt vor allem in der
Eucharistie das Mysterium Christi, um sie mit Gott zu versöhnen und zu einen,
damit sie reiche Frucht bringen (Vgl. KKK, 737).
4. Außerdem hilft uns der Geist in unserer Schwäche, denn wir sind nicht fähig,
so zu beten, wie wir sollten; der Geist selbst aber tritt für uns ein mit einem
Seufzen, das zu tief ist, um in Worte gefasst zu werden. Seine Gnade weckt den
Glauben in uns, die Bekehrung des Herzens und die Treue zum Willen des Vaters.
5. Wenn Eltern dem Geist gemäß leben, wird ihr Glaube den Kindern schon vom
ersten Moment ihres Daseins an im Heiligen Geist vermittelt. Das konsequente
Leben aus dem Glauben muss sodann durch eine angemessene Erklärung ergänzt
werden, sobald die Kinder in der Lage sind, diese zu verstehen. Grundlagen
hierfür sind die Vorbereitung und Feier der Sakramente der christlichen
Initiation, vor allem der Firmung; das Hören des Wortes Gottes und das
Nachdenken über seine Anforderungen, und die Teilnahme am sakramentalen Leben
der Kirche. Besonders wirkungsvoll ist es, wenn man ihnen hilft, die Forderungen
ihrer Christuszugehörigkeit auf das Alltagsleben zu übertragen, und wenn in
ihnen das Interesse daran erwacht, die Freude an der Botschaft Jesu an ihre
Freunde und an Gleichaltrige weiterzugeben.
5. Gedanken des Katecheten
6. Gespräch:
-
Kann man sagen, dass die christlichen Familien den Geist kennen? Worin äußert
sich diese Kenntnis?
-
Welche wichtigen Aufgaben erfüllt der Heilige Geist in der Kirche und in der
Familie, der „Hauskirche“?
-
Welche Rolle spielt der Heilige Geist in den Sakramenten der christlichen
Initiation: Taufe, Firmung und Erstkommunion, und wie können Kinder dies
entdecken?
7. Anregungen
8. Gebet des „Gegrüßet seist du, Maria“ und Anrufung: „Regina familiae. Ora
pro nobis“.
9. Gebet für die Familie: Allmächtiger und ewiger Gott, du hast den Aposteln
den Geist gesandt. Gieße diesen Geist der Liebe auch über uns aus, damit wir ein
treues Zeugnis von jener Liebe ablegen, die nach deinem Willen das
Erkennungszeichen deiner Jünger sein soll. Der du lebst und herrschst von
Ewigkeit zu Ewigkeit.
10. Schlusslied
Fünfte Katechese
Die Sakramente als besondere Anlässe für die Weitergabe des
Glaubens
1. Eröffnungslied
2. Gebet des „Vater unser“
3. Bibellesung: Mt 28, 16-20
4. Lesung eines Texts zur Lehre der Kirche:
1. Die Getauften werden durch die Wiedergeburt und Salbung mit dem Heiligen
Geist zu einem geistigen Haus und einer heiligen Priesterschaft geweiht, damit
sie durch all jene Werke, die den christlichen Menschen kennzeichnen, geistige
Opfer darbringen und die Macht dessen verkünden, der sie aus der Dunkelheit in
sein wunderbares Licht gerufen hat. Deshalb sollen alle Jünger Christi in
beharrlichem Gebet und im Lobpreis Gottes sich selbst als lebendiges, heiliges
und Gott wohlgefälliges Opfer darbringen. Überall auf der Erde müssen sie
Zeugnis von Christus ablegen und jedem Red und Antwort stehen, der nach der
Hoffnung fragt, die in ihnen ist (vgl. LG, Nr. 10). Die Gläubigen üben ihren
priesterlichen Dienst vor allem durch ein heiliges Leben und den Empfang der
Sakramente aus.
2. Die Sakramente sind Gottes Meisterwerk, denn die großen Heilsereignisse –
insbesondere die Auferstehung Christi, durch die wir mit Gott versöhnt worden
sind und an seinem göttlichen Leben Anteil erhalten haben – sind in ihnen
gegenwärtig und wirksam. Durch die Vermittlung der Kirche wird uns die erlösende
Gnade der sieben Sakramente unser ganzes Leben hindurch geschenkt: In der Taufe
werden wir als Kinder Gottes wiedergeboren und in seine Familie aufgenommen; die
Firmung festigt unsere Zugehörigkeit zu Christus und der Kirche; die Eucharistie
vervollkommnet unsere Eingliederung in Christus und die Kirche, das Bußsakrament
heilt die Wunden und stellt die durch die Sünde zerbrochene Gemeinschaft wieder
her; die Krankensalbung hilft uns, uns in unserer Krankheit mit Christus zu
vereinen, und verleiht unserem Leiden miterlösenden Sinn; die Ehe heiligt die
menschliche Liebe zwischen einem Mann und einer Frau und macht sie zum
sichtbaren Zeichen der Einheit Christi mit seiner Kirche; das Weihesakrament
weiht Priester zu Dienern Christi und befähigt sie, zu predigen und das Volk
Gottes zu heiligen und zu leiten.
3. Die Stimmigkeit des Lebens der Familie als Hauskirche sowohl in den
bedeutendsten als auch in den alltäglichsten, gewöhnlichsten Momenten ist für
die Weitergabe des Glaubens an die Kinder von allergrößter Wichtigkeit. Deshalb
ist es sehr ratsam, ihnen eine angemessene und geeignete Erklärung zu geben und
so die katechetische Vorbereitung auf jedes der Sakramente zu unterstützen. Auf
diese Weise wird jedes Kind die Unterschiede und die Reichtümer der von den
Sakramenten jeweils bezeichneten Gnade verstehen und in sein Leben
miteinbeziehen.
4. In dieser Hinsicht ist der frühe Empfang des Sakraments der Taufe im Grunde
ein Ausdruck dafür, wie wichtig es den Eltern ist, dass ihrem Kind gleichzeitig
mit dem natürlichen Leben auch das Leben Gottes geschenkt wird. Etwas Ähnliches
geschieht, wenn Kinder schon in einem sehr frühen Alter durch eine geeignete
Katechese und günstige Umstände darauf vorbereitet werden, sich auf den Empfang
des Leibes und Blutes Christi zu freuen. Wenn dann die Zeit ihrer Erstkommunion
gekommen ist, wird ihre Vorbereitung durch die Familien- und/oder
Gemeindekatechese erleichtert und bereichert werden. Dasselbe gilt für das
Bußsakrament: Wenn Kinder sehen, dass ihre Eltern dieses Sakrament empfangen, um
von Christus Vergebung zu erlangen, wird auch in ihnen der Wunsch wachsen,
dieses Sakrament zu empfangen. Die Vorbereitung auf die Firmung ist eine
schwierige Zeit, die sie entweder in ihrer Christuszugehörigkeit bestärkt oder
in eine Phase nachlassender Religiosität einmündet. Aus diesem Grund verlangt
sie von den Eltern eine besondere Nachbereitung. Dasselbe ist über die Wahl zu
sagen, die die Jugendlichen hinsichtlich ihres Standes im Leben treffen. Die
Eltern sollten ihren Kindern mit tiefem Respekt vor ihrer persönlichen
Entscheidung bei der Wahl eines Standes – der ehelichen Selbsthingabe oder der
Jungfräulichkeit – behilflich sein.
5. Gedanken des Katecheten
6. Gespräch:
-
Inwiefern lassen uns die Sakramente an der Sendung Jesu Christi teilhaben?
-
Wie können wir dafür sorgen, dass unsere Kinder die Sakramente schätzen und sich
danach sehnen, sie zu empfangen?
-
Wie können wir ihnen helfen, die Schwierigkeiten zu überwinden, die ihnen
vielleicht begegnen?
7. Anregungen und persönlicher Vorsatz
8. Gebet des „Gegrüßet seist du, Maria“ und Anrufung: „Regina familiae. Ora
pro nobis“.
9. Gebet für die Familie: Herr, gib, dass wir, die wir die Sakramente
empfangen haben, in allen Situationen unseres Lebens die Geheimnisse des Todes
und der Auferstehung deines Sohnes bezeugen, an denen wir teilhaben dürfen.
Durch Jesus Christus, unseren Herrn.
10. Schlusslied
Sechste Katechese
Die Gebote des göttlichen Gesetzes
1. Eröffnungslied
2. Gebet des „Vater unser“
3. Bibellesung: Mt 19, 16-22
4. Lesung eines Texts zur Lehre der Kirche:
1. „»Meister, was muss ich Gutes tun, um das ewige Leben zu gewinnen?« Jesus
weist den reichen jungen Mann, der ihm diese Frage stellt, zunächst darauf hin,
dass Gott, der »allein Gute«, als Inbegriff und Quell alles Guten anzuerkennen
sei. Dann sagt Jesus zu ihm: »Wenn du aber das Leben erlangen willst, halte die
Gebote«. (…) »Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst
nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagten; ehre Vater und Mutter!«.
Schließlich fasst Jesus diese Gebote zusammen: »Du sollst deinen Nächsten lieben
wie dich selbst!«“ (KKK, 2052).
2. Christus nachzufolgen bedeutet also, seine Gebote zu halten: „Nicht jeder,
der zu mir sagt, Herr, Herr, wird in das Himmelreich eingehen, sondern der, der
den Willen meines Vaters tut“. Die Gebote sind im so genannten „Dekalog“ – den
„zehn Worten“ – enthalten, der Gottes Gesetz zusammenfasst und verkündet. Aus
diesem Grund sagt das Lehramt der Kirche, dass man die Zehn Gebote halten muss,
um gerettet zu werden, weil sie die grundlegenden Pflichten des Menschen
gegenüber Gott und dem Nächsten ausdrücken und in dieser Hinsicht schwerwiegende
Forderungen an ihn stellen, wie zum Beispiel: den Schutz und die
Unverletzlichkeit des Lebens, den Respekt der Unauflöslichkeit wechselseitiger
ehelicher Selbsthingabe, die Pflicht, Kinder zu zeugen und zu erziehen…
3. Die Gebote erhalten ihre volle Bedeutung im Neuen Bund, denn der Sinn des
menschlichen Handelns erfüllt sich im Kontext der zu erwidernden Treue Gottes.
So ist die moralische Existenz die Antwort auf die liebende Initiative des
Herrn, die sich in seinem Bund ausdrückt: Sie ist Anerkennung, Ehrung und
Mitwirkung an dem Plan, den Gott in der Geschichte verfolgt. Deshalb müssen die
Gebote nicht nur als Vorschriften, sondern auch als Chance betrachtet werden,
dem Willen Gottes voller Freude zu entsprechen.
4. Die ersten drei Gebote schreiben die Forderungen der Gottesliebe fest; die
übrigen beziehen sich auf die Forderungen der Nächstenliebe. Sie lehren uns, wie
der Mensch wahrhaft Mensch sein kann, das heißt, sie stellen die wesentlichen
Pflichten und grundlegenden Rechte der menschlichen Person heraus. Auch wenn der
Mensch diese Gebote aus eigener Kraft erkennen kann, bedarf er doch aufgrund
seiner Sündhaftigkeit der Offenbarung Gottes, um ein vollständiges und sicheres
Wissen über dieses natürliche Gesetz zu erlangen.
5. Die respektvolle Gewissenhaftigkeit der Eltern gegenüber Gottes Gesetz lässt
die Kinder in ihrem Herzen ahnen, wer der wahre Urheber und Gesetzgeber des
natürlichen Gesetzes und der göttlichen Gebote ist. Es trägt sehr zur rechten
Gewissensbildung der Kinder bei, wenn die Eltern in der Lage sind, in ihrem
Verhalten zwischen dem, was durch das Gesetz Gottes geboten ist, und dem, was
der freien Entscheidung jeder Person überlassen bleibt, zu unterscheiden, da
nicht alles durch das göttliche Gesetz geregelt ist. Außerdem tragen die Eltern,
wenn sie ihre eigenen Unterlassungen und Verstöße gegen Gottes Gesetz
zugestehen, zu einer Atmosphäre der Aufrichtigkeit bei, in der auch die Kinder
ihre Fehler eingestehen, ohne sich in bequeme Ausreden oder krankhafte
Schuldgefühle zu flüchten.
6. Eltern vermitteln ihren Kindern Treue zu den Geboten, wenn sie die Forderung
jedes Gebots anhand familiärer oder gesellschaftlicher Ereignisse
veranschaulichen und anwenden und ihnen so helfen, das theoretische Wissen, das
sie erworben haben, auf ihre persönliche Situation zu übertragen. Damit ergänzen
die Eltern auf praktische Weise die institutionelle Katechese und den
schulischen Religionsunterricht.
5. Gedanken des Katecheten
6. Gespräch:
-
Wie können wir in jedem Gebot Gottes Willen entdecken?
-
Welches ist das wichtigste Gebot des Gesetzes?
-
Können wir Jesus Christus lieben, ohne seinen Willen zu tun? Warum (nicht)?
7. Anregungen und persönlicher Vorsatz
8. Gebet des „Gegrüßet seist du, Maria“ und Anrufung: „Regina familiae. Ora
pro nobis“.
9. Gebet für die Familie: O Gott, du hast die Fülle des Gesetzes in die Liebe
zu dir und zu unserem Nächsten hineingelegt. Gewähre uns, dass wir deine Gebote
halten und das ewige Leben erlangen. Durch Jesus Christus, unseren Herrn.
10. Schlusslied
Siebte Katechese
Sonntag: die Eucharistie und andere religiöse Ausdrucksformen
1. Eröffnungslied
2. Gebet des „Vater unser“
3. Bibellesung: Apg 20, 7-20
4. Lesung eines Texts zur Lehre der Kirche:
1. Der Sonntag ist das Herz des gesamten liturgischen Jahres, weil er den Tod
und die Auferstehung des Herrn feiert, die das Zentrum der gesamten Geschichte
und die Quelle sind, aus der alle rettende Gnade entspringt. So haben ihn die
Apostel und die ersten christlichen Gemeinden verstanden und gefeiert.
2. Von Anfang an war die Eucharistie das Zentrum des Sonntags. Das bezeugen die
Märtyrer von Abitene, die während der sonntäglichen Eucharistiefeier verhaftet
wurden. Als man sie im Verhör fragte, weshalb sie das strenge Verbot des Kaisers
übertreten hätten, antworteten sie: „Sine dominico non possumus“, das heißt: Wir
können nicht leben, ohne sonntags gemeinsam Eucharistie zu feiern. Wir hätten
nicht die Kraft, uns unseren alltäglichen Problemen zu stellen und ihnen nicht
zu erliegen.
3. Der Sonntag besteht jedoch nicht nur aus der Eucharistiefeier. Sie geht in
andere Feiern und Erfahrungen über – Familientreffen, Sorge und Aufmerksamkeit
für die Armen, Ruhe, usw.
4. Aus diesem Grund ist es notwendig, die sonntägliche Eucharistie und den
Sonntag selbst als einen besonderen Tag des Glaubens herauszustellen, den Tag
des auferstandenen Herrn und der Ausgießung des Geistes. Die Mitfeier der
Eucharistie sollte für jeden Getauften der Mittelpunkt des Sonntags sein. Dies
ist eine unausweichliche Pflicht, mit der wir nicht nur ein Gebot, sondern die
wesentliche Voraussetzung eines wirklich bewussten und konsequenten christlichen
Lebens erfüllen. Die Pflicht, jeden Sonntag an der Eucharistiefeier
teilzunehmen, ist ein spezifischer Aspekt der Identität der christlichen
Gemeinschaft – auch dann, wenn diese nur eine kleine Minderheit ist, in der
Isolation lebt oder mit schwierigen Bedingungen zu kämpfen hat.
5. Dadurch, dass sie die Christen Woche für Woche als Familie Gottes um den
Tisch des Wortes und des Lebensbrots versammelt, ist die Eucharistie auch das
wirksamste Mittel gegen das Auseinanderbrechen, denn sie ist eine vorzügliche
Gelegenheit, um die Gemeinschaft zu pflegen und kontinuierlich zu leben.
6. Aus all diesen Gründen muss die sonntägliche Eucharistiefeier die Mitte der
elterlichen und familiären Religiosität sein. Wenn die Kinder sehen, dass die
Eltern mit ihnen an der sonntäglichen Eucharistiefeier teilnehmen, werden sie
diese zu einem festen Bestandteil ihres Lebens und zur wichtigsten Stütze ihrer
Religiosität machen. Mit der ganzen Familie an der Eucharistiefeier teilzunehmen
ist ein Ideal, das es anzustreben gilt, um auf diese Weise seinen Vorrang vor
allen anderen vornehmen und wertvollen Sonntagsaktivitäten deutlich zu machen.
7. Die angemessene Mitfeier der Eucharistie und insbesondere der Empfang der
Heiligen Kommunion drängt uns, die Dimension der christlichen Nächstenliebe zu
leben. Aus diesem Grund müssen die Eltern in der Sorge um die Kranken und
Bedürftigen ein lebendiges Vorbild für ihre Kinder sein.
8. Um das Sakrament der Eucharistie würdig zu empfangen, muss jeder, dem bewusst
ist, dass er eine Todsünde begangen hat, zuerst zur Beichte gehen, denn der
heilige Paulus sagt: „Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des
Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn“ (1 Kor 11, 27).
5. Gedanken des Katecheten
6. Gespräch:
-
Welche Dimensionen des Glaubens werden durch den Sonntag herausgestellt?
-
Warum ist es so wichtig, als Familie an der Sonntagsmesse teilzunehmen?
-
Können wir nach der Messe völlig sorglos sein, weil wir unsere Pflicht „schon
erfüllt“ haben?
7. Anregungen und persönlicher Vorsatz
8. Gebet des „Gegrüßet seist du, Maria“ und Anrufung: „Regina familiae. Ora
pro nobis“.
9. Gebet für die Familie: O Gott, du versammelst uns jeden Sonntag um den
Tisch deines Wortes und des Leibes und Blutes deines Sohnes, damit wir das
Gedächtnis des auferstandenen Herrn begehen. Wir bitten dich: Lass uns, wenn
jener Sonntag anbricht, an dem die Sonne niemals untergeht, als geeinte Familie
leben und für immer deine Güte preisen. Durch Jesus Christus, unseren Herrn.
10. Schlusslied
Achte Katechese
Volksfrömmigkeit
1. Eröffnungslied
2. Gebet des „Vater unser“
3. Bibellesung: Lk 2, 41-52
4. Lesung eines Texts zur Lehre der Kirche:
1. Obwohl die Liturgie der Gipfel ist, dem alles Handeln der Kirche zustrebt,
und die Quelle, aus der all ihre Kraft entspringt, ist doch ihr Wirken oder das
geistliche Leben der Gläubigen in ihr noch nicht erschöpft. So ermutigt und
empfiehlt die Kirche neben der Teilnahme an der Liturgie auch einige Feiern und
Übungen der Volksfrömmigkeit. Zuweilen übernimmt die Volksfrömmigkeit
Ausdrucksformen, die zweifellos aus der authentischen Glaubens- und
Religionserfahrung des christlichen Volkes stammen; manchmal muss die Kirche
diese Ausdrucksformen aber auch von Unvollkommenheiten, Übertreibungen oder
sogar abergläubischen Elementen reinigen.
2. Die jahrhundertealte Erfahrung der Kirche belegt, dass diese Art der
Frömmigkeit in Familien und Völkern eine überreiche Frucht des christlichen
Lebens hervorgebracht hat. Von dieser Erfahrung und dem Licht des Heiligen
Geistes geleitet, glaubt die Kirche, dass diese Frömmigkeit entsprechend der
Vielfalt der Völker und Kontinente noch immer einen großen Beitrag zu einem
wahrhaft inkulturierten Glauben leisten kann.
3. Die Volksfrömmigkeit drückt sich während des liturgischen Jahrs und vor allem
in der Fastenzeit, der Karwoche und dem österlichen Triduum in zahlreichen
Formen aus. Außerhalb der besonderen Festkreise gibt es Äußerungen der
Volksfrömmigkeit im Zusammenhang mit der Jungfrau Maria, den verstorbenen
Gläubigen und den Heiligen. Pilgerfahrten, Besuche von Wallfahrtsorten und
Friedhöfen, Prozessionen usw. sind untrennbare Bestandteile dieser Art von
Frömmigkeit.
4. Die christliche Familie ist mit diesen Formen der Frömmigkeit – insbesondere
Pilgerfahrten und Besuchen von Marienwallfahrtsorten, die heute zum Teil
weltberühmt sind – sehr eng verbunden, und diese Bräuche sind von den Eltern auf
die Kinder übergegangen. Noch heute besuchen viele christliche Familien mit
ihren Kindern die Marienwallfahrtsorte, um die Jungfrau zu verehren und außerdem
die Sakramente der Buße und der Eucharistie zu empfangen.
5. Neben diesen Formen gibt es andere wie das Tischgebet, das Rosenkranzgebet in
der Familie, Segnungen von Häusern oder Autos, Pilgerfahrten zum Grab des
Namenspatrons, Gebete um Regen oder zum Schutz vor Katastrophen usw.
6. Da der Glaube diese religiösen Gebräuche und Praktiken hervorgebracht hat,
ist es für die Eltern ratsam, sie fortzusetzen, diesen einfachen,
unerschütterlichen Geist an ihre Kinder weiterzugeben und ihre Beziehung zu Gott
nicht nur in außergewöhnlichen, sondern auch in den alltäglichsten
Lebenssituationen zu leben.
7. Zudem hatten und haben diese Praktiken großen Einfluss auf die Identität von
Völkern und auf die Art und Weise, seinen Glauben auch nach außen hin zu
bekennen. Wenn diese Äußerungen in gesellschaftliche Ausdrucksformen umgewandelt
werden, dann werden sie zu einem frohen Bekenntnis des eigenen Glaubens
gegenüber den Nichtgläubigen und zu einer Ermutigung für die Schwachen.
5. Gedanken des Katecheten
6. Gespräch:
-
Warum ist die Volksfrömmigkeit wichtig für das christliche Leben? Ist ihr Wert
nicht eher gering?
-
Verleitet Volksfrömmigkeit dazu, Maria und die Heiligen über Gott zu stellen?
Warum (nicht)?
-
Können Sie einige fehlgeleitete Äußerungen der Volksfrömmigkeit nennen?
7. Anregungen und persönlicher Vorsatz
8. Gebet des „Gegrüßet seist du, Maria“ und Anrufung: „Regina familiae. Ora
pro nobis“.
9. Gebet für die Familie: Gott, unser Vater, du hast deinem Volk das
wunderbare Vorbild der Heiligen Familie gegeben. Gewähre uns, dass wir durch die
Nachahmung dieser häuslichen Tugenden und vereint durch die Bande der Liebe in
unserer himmlischen Heimat den ewigen Lohn genießen. Durch Jesus Christus,
unseren Herrn.
10. Schlusslied
Neunte Katechese
Die heilige Jungfrau Maria
1. Eröffnungslied
2. Gebet des „Vater unser“
3. Bibellesung: Joh 19, 25-27
4. Lesung eines Texts zur Lehre der Kirche:
1. Die Jungfrau Maria ist durch ein unauflösliches Band mit dem Leben und dem
Erlösungswerk ihres Sohnes vereint. Diese Verbindung ist vom Moment der
jungfräulichen Empfängnis Christi an bis zu seinem Tod erkennbar: bei seiner
Geburt, als sie ihren Erstgeborenen den Hirten und den Sterndeutern zeigte; im
Tempel, als sie das Opfer der Armen darbrachte, ihn Gott weihte und die
Prophezeiung des Simeon hörte, wonach ihr ein Schwert durch die Seele dringen
würde; während seines öffentlichen Wirkens, als sie Jesus durch ihre Fürsprache
bei der Hochzeit zu Kana veranlasste, sein erstes Wunder zu tun; während seiner
Passion durch ihre vertrauensvolle Einheit mit Christus zu Füßen des Kreuzes, wo
sie zutiefst mit ihm litt und mit dem Herzen einer Mutter sein Opfer zu dem
ihren machte; in dem Augenblick, als er die Welt verließ, um zu seinem Vater zu
gehen, und sie sterbend seinem Jünger als Mutter anvertraute; und an Pfingsten,
als sie zusammen mit den Aposteln um die Gabe des Geistes betete und vom ersten
Moment ihres Bestehens an die Mutter der Kirche war.
2. Dadurch, dass sie Christus empfing, zur Welt brachte und ihn dem Vater im
Tempel weihte, dadurch, dass sie mit ihm litt, als er den Kreuzestod starb, hat
sie auf unvergleichliche Weise – durch Gehorsam, Hoffnung und glühende Liebe –
am Erlösungswerk der Erneuerung des unsterblichen Lebens der Seelen mitgewirkt.
Auf diese Weise wurde sie auf der Ebene der Gnade die Mutter aller Menschen.
Dennoch wird durch diese mütterliche Sendung die einzigartige Mittlerschaft
Christi nicht verdunkelt oder geschmälert, im Gegenteil: sie dient dazu, seine
Macht zu zeigen.
3. Maria ist auch tief mit dem Leben und der Sendung der Kirche verbunden. Indem
sie ihre tiefe Heiligkeit betrachtet, ihre Liebe nachahmt und treu den Willen
des Vaters erfüllt, wird auch die Kirche zu unserer Mutter. Indem sie das Wort
Gottes verkündet, das der Mensch in der Taufe gläubig annimmt, gebiert die
Kirche die durch den Heiligen Geist empfangenen und von Gott geborenen Kinder zu
einem neuen und unsterblichen Leben.
4. Zudem bewundert die Kirche Maria, preist sie als die herrlichste Frucht der
Erlösung und betrachtet sie voller Freude als das reinste Bild dessen, wonach
die Kirche selbst in ihrer Gesamtheit strebt und was sie zu sein hofft.
5. Aus all diesen Gründen stellt die Kirche Maria den Gläubigen vor Augen, damit
sie in ihr das erste Werk der Erlösung betrachten, sie als die Mutter Jesu und
als unsere Mutter verehren und sowohl in der Liturgie wie in den über die Jahre
hinweg vom Lehramt empfohlenen Frömmigkeits- und Andachtsübungen um ihre
Fürsprache bitten.
6. Ebenso erinnert die Kirche die Gläubigen daran, dass wirkliche
Marienverehrung nicht in steriler, vergänglicher Sentimentalität oder eitler
Leichtgläubigkeit besteht, sondern im Gegenteil aus dem authentischen Glauben
kommt, der uns dazu führt, die herausragende Bedeutung der Mutter Gottes zu
erkennen, sie kindlich zu lieben und ihre Tugenden nachzuahmen.
7. Uns allen ist bewusst, dass wir die Verehrung der Jungfrau Maria in unserem
Zuhause als ein kostbares Erbe durch das Beispiel und Zeugnis unserer Eltern
empfangen haben: das Rosenkranzgebet in der Familie, das Angelusgebet und das
Salve Regina, die Feier der Marienfeste, den Monat Mai, Besuche von
Wallfahrtsorten usw.
8. Die Marienfeste sind stets besondere Gelegenheiten für den Empfang des
Bußsakraments und der Eucharistie gewesen. Viele Pfarrkirchen sind einem
Geheimnis aus dem Leben Marias geweiht, das dadurch im Leben der betreffenden
christlichen Gemeinde eine wichtige Rolle spielt.
5. Gedanken des Katecheten
6. Gespräch:
-
Welche Beziehung besteht zwischen Maria und Christus, dem einzigen Mittler?
-
Wird die Liebe zu Gott durch die Marienverehrung begünstigt, erschwert oder
behindert? Warum?
-
Welche natürlichen und übernatürlichen Tugenden können wir im Leben Marias
besonders erwähnen?
7. Anregungen und persönlicher Vorsatz
8. Gebet des „Gegrüßet seist du, Maria“ und Anrufung: „Regina familiae. Ora
pro nobis“.
9. Gebet für die Familie: Herr, unser Gott, durch die Jungfrauengeburt Marias
hast du den Menschen die Frucht der Erlösung geschenkt. Gewähre uns, dass wir
die Fürsprache Marias erfahren dürfen, durch die wir deinen Sohn, Jesus
Christus, den Urheber des Lebens empfangen haben. Der du lebst und herrschst von
Ewigkeit zu Ewigkeit.
10. Schlusslied
© Copyright 2006 - Libreria
Editrice Vaticana
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