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Die Pilgerfahrt zum großen Jubiläum
Einführung
I. Der Pilgerweg Israels
II. Der Pilgerweg Christi
III. Der Pilgerweg der Kirche
IV. Der Pilgerweg hin zum dritten Jahrtausend
V. Der Pilgerweg der Menschheit
VI. Der Pilgerweg des Christen heute
Zusammenfassung
EINFÜHRUNG
1.- “Wir sind Fremdlinge vor dir und Pilger wie unsere Väter”.1 Die
Worte des Königs David vor dem Herrn beschreiben das Profil nicht nur des
biblischen Menschen, sondern jedes menschlichen Wesens ab. Der “Weg” ist in
der Tat ein Symbol der Existenz, welches sich in einem weiten Spektrum von
Handlungen ausdrückt, wie Weggang und Rückkehr, Eingang und Ausgang, Abstieg
und Aufstieg, Gehen und Anhalten. Seit seinem ersten Erscheinen auf der Bühne
der Welt ist der Mensch stets in Bewegung, um neue Ziele zu suchen, den
irdischen Horizont zu erforschen, und sich hin zum Unendlichen zu wenden: Er befährt
Flüsse und Meere, besteigt die heiligen Berge, auf deren Gipfel die Erde
den Himmel zu treffen scheint, er geht durch die Zeit und bezeichnet sie mit
heiligen Geschehen, er empfindet die Geburt wie einen Eintritt in die Welt und
den Tod wie ein Weggehen, um in den Schoß der Erde einzugehen oder in die
himmlischen Gefilde aufgenommen zu werden .
2. - Die
Pilgerschaft, ein Zeichen der Jünger Christi in dieser Welt,2 hat
immer einen wichtigen Platz im Leben des Christen eingenommen.
Im Laufe der
Geschichte hat der Christ sich auf den Weg gemacht, um seinen Glauben an den
Orten zu feiern, die auf das Gedächtnis des Herrn hinweisen oder wichtige
Zeitpunkte in der Geschichte der Kirche darstellen. Er hat sich zu den
Wallfahrtsorten begeben, die in besonderer Weise die Mutter Gottes ehren und an
die Orte, die das Beispiel der Heiligen lebendig halten. Sein Pilgern war ein
Voranschreiten auf dem Weg der Bekehrung, eine Sehnsucht nach der innigen
Vereinigung mit Gott und ein vertrauensvolles Vortragen seiner materiellen Bedürfnisse.
In all ihren vielseitigen Aspekten ist die Wallfahrt für die Kirche immer eine
außerordentliche Gnadengabe gewesen .
In der
heutigen Gesellschaft, die von einer intensen Mobilität charakterisiert ist,
erfährt die Wallfahrt einen neuen Impuls. Um eine geeignete Antwort für diese
Realität vorzuschlagen, muß die Pilgerseelsorge über eine klare theologische
Basis verfügen, die sie rechtfertigt und sie im Rahmen der allgemeinen
Seelsorge eine solide und dauernde Praxis entwickeln läßt. Man muß vor allen
Dingen bedenken, daß die Evangelisierung der eigentliche Grund ist. Darum befürwortet
die Kirche die Wallfahrt und ermutigt dazu, aus ihr eine tiefe und reife
Glaubenserfahrung werden zu lassen.3
3. - Die Überlegungen
dieses Dokumentes wollen allen Pilgern und Verantwortlichen für die
Pilgerseelsorge eine Hilfe anbieten, damit alle im Lichte des Wortes Gottes und
der jahrhundertelangen Tradition der Kirche in vollerem Maße aus dem geistigen
Reichtum einer Pilgerfahrt schöpfen können. (top)
I. DER PILGERWEG ISRAELS
4.- Nach der Lehre der Heiligen Schrift kann man von den Ursprüngen her und
durch die Jahrtausende hindurch einen Pilgerweg im Geiste Adams erkennen:
er beginnt mit dem Hervorgehen aus den Händen des Schöpfers, dem Eintreten in
die Schöpfung und dem dann folgenden, vom Garten Eden weit entfernt, ziellosen
Herumwandern.4 Der Pilgerweg Adams - angefangen vom Ruf, mit Got zu
wandeln, bis zum Ungehorsam und der Hoffnung auf eine Rettung - macht die volle
Freiheit offenbar, mit der sein Schöpfer ihn ausgestattet hat. Gleichzeitig läßt
er das göttliche Versprechen erkennen, ihm immer zur Seite zu stehen und über
seine Schritte zu wachen.
Auf den ersten
Blick mag der Pilgerweg Adams als eine Abweichung vom Weg auf das Ziel hin, zum
heiligen Ort, dem Garten des Paradieses, erscheinen. Aber auch dieser Weg kann
sich in einen Weg der Bekehrung und des Zurückkommens wandeln. Über dem
umherziehenden Kain wacht die liebevolle Nähe Gottes, die ihm nachgeht und ihn
beschützt.5 Im Psalm 56,9 heißt es “Mein
Elend ist aufgezeichnet bei dir. Sammle meine Tränen in einem Krug, zeichne sie
auf in deinem Buch!” Da ist der Vater, der dem Weg der Verlassenheit des
verlorenen Sohnes in Sünde mit überreicher Liebe folgt. Und eben
durch diese göttliche Anziehung kann sich jeder falsche Weg für jeden Menschen
in einen Weg der Rückkehr und der Umarmung 6 wandeln.
Es gibt also eine universale Geschichte des Pilgerweges, der eine dunkle
Strecke umfaßt, “der Weg der Dunkelheit”,7 den krummen Pfad.8
Aber zu ihm gehört auch das Zurückkehren-Umkehren auf dem Weg des Lebens,9
der Gerechtigkeit und des Friedens,10 der Wahrheit und
der Treue,11 der Vollkommenheit und der Lauterkeit.12
5.- Der
abrahamitische Pilgerweg hingegen ist ein Beispiel der Heilsgeschichte
selbst, dem der Gläubige folgt. In der Redewendung, die zu seiner
Beschreibung benutzt wird (“zieh weg aus deinem Land”), in den Abschnitten
seiner Wanderschaft und in den Beziehungen, die er durchlebt,wird deutlich, daß
seine Wanderschaft bereits Exodus des Heils, ideelle Vorwegnahme des Exodus des
ganzen Volkes ist. Abraham verläßt sein Land, seine Heimat und sein Vaterhaus13
und macht sich im Vertrauen auf einem Horizont hin, den der Herr ihm
gezeigt hat, wie es im Brief an die Hebräer heißt: “Aufgrund des Glaubens
gehorchte Abraham dem Ruf, wegzuziehen in ein Land, das er zum Erbe erhalten
sollte; und er zog weg, ohne zu wissen, wohin er kommen würde. Aufgrund
des Glaubens hielt er sich als Fremder im verheißenen Land wie in einem fremden
Land auf und wohnte mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheißung, in
Zelten; denn er erwartete die Stadt mit den festen Grundmauern, die Gott selbst
geplant und gebaut hat... Voll Glauben sind diese alle gestorben, ohne das
Verheißene erlangt zu haben; nur von fern haben sie es geschaut und gegrüßt
und haben bekannt, daß sie Fremde und Gäste auf Erden sind”.14
Aus gutem Grund erklärte sich der Patriach später selbst als “Fremder und
Halbbürger”,15 selbst im gelobten Land, und so werden es auch
seine Söhne Ismael16 und Jakob sein, Verbannte in Paddan-Aram17
und in Ägypten.18
6.- Aus dem
Land der Pharaonen beginnt der große Exodus-Pilgerweg. Die verschiedenen
Stationen, der Auszug, der Weg durch die Wüste, die Prüfungen, die
Versuchungen, die Auflehnung, der Einzug in das gelobte Land - werden das vorzügliche
Vorbild der Heilsgeschichte 19 selbst, die nicht nur das Geschenk der
Freiheit einschließt, der Offenbarung auf dem Sinai und der göttlichen
Gemeinschaft, ausgedrückt in dem ‘Vorrübergang’ (Pascha) und in der
Darreichung des Manna, des Wassers, der Wachteln, sondern auch in der Untreue,
dem Götzendienst, der Versuchung, zum Sklaventum zurückkehren zu wollen.
Der Exodus
gewinnt so einen beständigen Wert, ist ein stets lebendiges “Gedenken”, das
auch bei der Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft wieder hervortritt,
die im Deutero-Jesaja als neuer Exodus 20 besungen wird, was bei
jedem Paschafest Israels gefeiert wird und sich in eine eschatologische
Darstellung wandelt im Buch der Weisheit.21 Das letzte Ziel ist in
der Tat das versprochene Land der vollen Einheit mit Gott in einer erneuerten
Schöpfung.22
Der Herr
selbst ist Pilger mit seinem Volk: “Der Herr, dein Gott, hatte dich
reich gesegnet bei der Arbeit deiner Hände. Er wußte, daß du in dieser großen
Wüste unterwegs warst. Vierzig Jahre lang war der Herr, dein Gott, bei
dir. Nichts hat dir gefehlt”.23 “Er hat uns beschützt auf dem
ganzen Weg, den wir gegangen sind”.24 Denn in der Tat erinnert
er sich mit Wehmut an “deine Jugendtreue, an die Liebe deiner Brautzeit, wie
du mir in der Wüste gefolgt bist, im Land ohne Aussaat”.25 Aufgrund
dieser tiefverwurzelten Eigenschaft als Pilger, darf das biblische Volk “einen
Fremden nicht ausnützen oder ausbeuten, denn ihr selbst seid in Ägypten Fremde
gewesen”,26 vielmehr sollt ihr “die Fremden
lieben, denn ihr seid Fremde in Ägypten gewesen”.27
7.- Der
Betende tritt vor Gott hin “als ein Gast und ein Fremdling”.28
Die Psalmen, die in einem tausendjährigen Zeitraum der Geschichte Israels
geschrieben wurden, bezeugen im Gebet das geschichtliche und theologische Bewußtsein
des ‘Unterwegsseins’ der Gemeinde und des einzelnen. Und gerade durch den frommen
Pilgerweg zum Zion verwandelt sich das Fremdsein auch im eigenen Land 29
in ein Zeichen der Hoffnung . Den “Aufstieg”, durch den das Volk Israels in
den drei großen Feierlichkeiten des Pascha-Festes, des Wochen-Festes und des
Laubhütten-Festes30 unter Freudenhymnen (die “Wallfahrtslieder”31)
zum Berg Zion geführt wird, wird eine Erfahrung der Beständigkeit, des
Vertrauens und der erneuerten Verpflichtung, in der Furcht Gottes32
und in Gerechtigkeit zu wandeln. Auf dem Felsen des Tempels von Jerusalem gegründet,
Symbol für Gott, der ein “Fels” ist, der nicht einstürzt,33
loben die Stämme Israels den Namen des Herrn.34 Sie haben
Gemeinschaft mit dem Herrn im Gebet, weilen im Zelte seines Heiligtums, wohnen
auf dem heiligen Berg, sie finden eine unzerstörbare Rettung 35 und
eine Fülle des Lebens und des Friedens.36 Deshalb “wohl
denen, die wohnen in deinem Hause, die dich allzeit loben. Wohl den
Menschen, die Kraft finden in dir, wenn sie sich zur Wallfahrt rüsten”.37
“Auf, laßt uns hinaufpilgern nach Zion zum Herrn, unserem Gott!”38
8.- Dem Volke
Gottes, Opfer der Entmutigung und beladen von Untreue, zeigen die Propheten auch
einen messianische Pilgerweg der Erlösung an, der auch dem
eschatologischen Horizont geöffnet ist, in dem alle Völker der Erde nach Zion
hinaufstreben, Ort des Göttlichen Wortes, des Friedens und der Hoffnung.39
In einer neuen Erfahrung des Exodus muß das Volk Gottes es zulassen, daß der
Geist sein steinernes Herz wegnimmt und ihm eines aus Fleisch40
schenkt, in seinem Lebenswandel muß er Gerechtigkeit41 und
liebevolle Treue42 zeigen, sich als Licht für alle Völker43
erheben, bis zum Tag, an dem Gott, der Herr, auf dem heiligen Berg “für
alle Völker ein Festmahl geben wird”.44 Auf dem Weg zur Erfüllung
der Verheißung des Messias, sind jetzt schon alle zur Gemeinschaft als Geschenk
45 und in die Barmherzigkeit Gottes gerufen.46 (top)
II. DER PILGERWEG CHRISTI
9.- Jesus
Christus tritt in die Geschichte ein als “der Weg und die Wahrheit und das
Leben”,47 und von Anbeginn an schließt er sich selbst in den Weg
der Menscheit und seines Volkes ein, “sich gewissermaßen mit jedem Menschen
vereinigend”.48 Denn in der Tat steigt er herab von dem “bei
Gott sein” und wird “Fleisch”49 und geht den Weg mit den
Menschen. In der Fleischwerdung “kommt Gott in Person, um zum Menschen über
sich zu sprechen und ihm den Weg zu zeigen, auf dem er ihn erreichen kann”.50
Noch ein Kind,
ist Jesus Pilger im Tempel von Zion, um dem Herrn geweiht zu werden;51
als Junge begibt er sich mit Maria und Josef in “das Haus seines Vaters”.52
Sein öffentliches Wirken vollzieht sich auf den Straßen seines Heimatlandes,
langsam nimmt es die Form einer Pilgerfahrt nach Jerusalem an, was besonders im
Lukasevangelium als ein langer Weg beschrieben wird, der als Ziel nicht nur das
Kreuz, aber auch die Herrlichkeit von Ostern und Himmelfahrt hat.53
Seine Verklärung offenbart Mose, Elija und den Aposteln seinen bevorstehenden
österlichen “Exodus”: “Sie sprachen von seinem Ende, das sich in
Jerusalem erfüllen sollte”.54 Auch die anderen Evangelisten kennen
diesen beispielhaften Weg, auf dessen Spuren sich der Jünger begeben muß:
“wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf
sich und folge mir nach” und Lukas fügt noch hinzu “täglich”.55
Bei Markus ist der Weg zum Kreuz auf Golgotha beständig durch Verben, Worte der
Bewegung und durch Symbole des “Weges” gekennzeichnet.56
10.- Aber der
Weg Jesu endet nich auf dem Hügel, Golgotha genannt. Sein irdischer Pilgerweg
überschreitet die Grenze zum Unendlichen und zum Geheimnis Gottes, über den
Tod hinweg. Auf dem Berge der Himmelfahrt zeigt sich der letzte Abschnitt seines
Pilgerweges. Der auferstandene und in den Himmel erhobene Herr verspricht
wiederzukommen57 und geht hin zum Haus des Vaters, um uns einen Platz
vorzubereiten, denn wo er sein wird, da werden wir mit ihm sein.58 Er
faßt seinen Auftrag so zusammen: “Vom Vater bin ich ausgegangen und in die
Welt gekommen; ich verlasse die Welt wieder und gehe zum Vater; Vater,
ich will, daß alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin. Sie
sollen meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast”.59
Die
christliche Gemeinde, beseelt vom Pfingstgeist, begibt sich auf die Straßen der
Welt und senkt sich ein in die verschiedenen Nationen der Erde,60
ausgehend von Jerusalem bis Rom, über die Straßen des Reiches, die von den
Aposteln und den Verkündern des Evangeliums beschritten wurden. Ihnen zur Seite
geht Christus, wie bei den Jüngern von Emmaus, er erklärt ihnen die Schrift
und bricht das eucharistische Brot.61 Auf ihren Spuren machen sich
die Völker der Erde auf den Weg, im Geist gehen sie den Weg der Weisen,62
und die Worte Christi werden sich verwirklichen: “Viele werden von Osten und
Westen kommen und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen.63
11.-Das letzte
Ziel dieses Pilgerweges über die Straßen der Welt ist jedoch nicht in der
Erdkarte verzeichnet. Es liegt außerhalb unseres Horizontes, wie es auch für
Christus war, der mit den Menschen gewandert ist, um sie zur Fülle der
Vereinigung mit Gott zu führen. Voll Bedeutung ist die Beobachtung, daß der
“Weg” des Herrn die Straße ist, die er bereits gegangen ist und die er
nun mit uns geht. Die Apostolgeschichte bezeichnet in der Tat das christliche
Leben als “den Weg” 64 schlechthin. Nachdem der Christ, begleitet
von der Gegenwart Christi, die mit uns ist bis zum Ende der Welt,65
und “vom Geist geleitet”66 in Gerechtigkeit und Liebe,
hinsausgegangen ist, um alle Völker zu belehren, hat er als sicheren Hafen das
himmliche Jerusalem vor Augen, wie es in der geheimen Offenbarung beschrieben
wird. Dieses Weg-Leben ist von einer Spannung durchzogen, von einer brennenden
Hoffnung in der Erwartung der Wiederkunft des Herrn.67 Unser
Pilgerweg hat deshalb ein transzendentes Ende. Wir sind uns klar bewußt, hier
unten “Fremde und Gäste”68, aber bestimmt, dort oben “Mitbürger
der Heiligen und Hausgenossen Gottes”69 zu sein.
Wie Jesus, der
vor den Toren der Stadt Jerusalem gekreuzigt wurde, so müssen auch wir “zu
ihm vor das Lager hinausziehen und seine Schmach auf uns nehmen. Denn wir haben
hier keine bleibende Stadt, sondern wir suchen die künftige”.70 Gott
wird da bei uns sein, wo “der Tod nicht mehr sein wird, keine Trauer, keine
Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen”.71
(top)
III. DER PILGERWEG DER
KIRCHE.
12.- In
Gemeinschaft mit ihrem Herrn ist auch die Kirche, messianisches Volk, auf dem
Wege hin zu der kommenden und bleibenden Stadt.72 Sie reicht hinaus
über Zeiten und Grenzen, und ist ganz auf jenes Reich hin ausgerichtet, dessen
Gegenwart schon in allen Ländern der Erde wirkt. Diese Länder haben den Samen
des Wortes Christi 73 erhalten, und sind mit dem Blute der Märtyrer,
der Zeugen des Evangeliums, getränkt worden. Wie Paulus und die Apostel, so
sind auch die Missionare Christi über die Konsular- und die kaiserlichen Straßen,
die Karavanenstraßen, die Seewege, die Städte und Häfen des Mittelmeeres
gezogen, und bald schon mußten sie sich im Osten und Westen mit den
verschiedenen Kulturen und religiösen Traditionen auseinandersetzen; sie
konnten sich nicht nur in hebräisch und aramäisch ausdrücken, sondern auch in
griechisch und lateinisch und später in der Vielfalt der Sprachen, einige waren
schon im Pfingsterlebnis angekündigt worden:74 arabisch, syrisch, äthiopisch,
persisch, armenisch, gothisch, slavisch, hindisch und chinesisch
Die Stationen
dieses Pilgerweges der Botschafter des göttlichen Wortes zogen sich hin von
Kleinasien bis Italien, von Afrika bis Spanien und Gallien und nachfolgend
von Deutschland nach Britannien, von den slavischen Ländern bis nach Indien und
China. In der modernen Zeit gingen sie in die neuen Länder und zu neuen Völkern,
in Amerika, Afrika, Ozeanien und zeichneten so den “Weg Christi durch die
Jahrhunderte”.75
13.- Im 4. und
5. Jahrhundert beginnen dann in der Kirche die verschiedenen Erfahrungen des
monastischen Lebens. Die “asketische Migration” und der “spirituelle
Exodus” stellen zwei grundlegende Formen der Anregung dar. In diesem
Zusammenhang nehmen einige biblische Personen in der patristischen und
monastischen Literatur eine paradigmatische Rolle ein. Der Bezug zu Abraham
verbindet sich mit dem Thema der “xeniteia” (der Erfahrung des Fremden: das
Bewußtsein, Gast, Migrant zu sein), welche unter anderem die dritte Stufe der
Paradieses-Leiter des Johannes Klimakos ausmacht. Die Gestalt Mose, der den
Auszug aus der Sklaverei Ägyptens hin zum Gelobten Land leitet, wird ein
charakteristisches Thema der alt-christlichen Literatur, besonders durch die
Lebensbeschreibung des Mose von Gregor von Nyssa. Endlich Elija, der auf den
Karmel und den Berg Horeb steigt, verkörpert die Themen der Flucht in die Wüste
und die Begegnung mit Gott. Ambrosius ist zum Beispiel ganz stark beeindruckt
vom Propheten Elija und betrachtet in ihm die Verwirklichung des asketischen
Ideals der “fuga saeculi”.
Die Auffassung
des christlichen Lebens als Wallfahrt, die Suche nach der innigen
Vertrautheit mit Gott, auch durch das Loslösen von den Unruhen der Dinge und
der Ereignisse, die Verehrung der heiligen Stätten, drängen den hl. Hieronimus
und seine Schülerinnen Paula und Eustochia, Rom zu verlassen und sich in das
Land Christi zu begeben: so entsteht bei der Geburtsgrotte in Betlehem ein
Kloster. Es fügt sich ein in die Reihe der vielen Einsiedeleien, byzantinischen
Einsiedlergemeinschaften und der Klöster des Heiligen Landes ein, die aber auch
in anderen Zonen verbreitet waren, besonders in dem ägyptischen Thebäis, in
Syrien, in Kappadozien. Dieser Linie folgend, wird der Pilgerweg in der Wüste
oder zu einem heiligen Ort Symbol eines anderen Pilgerweges, des inneren, wie
der hl. Augustinus hervorhebt: “Geh’ in dich: die Wahrheit wohnt im Herzen
des Menschen”. Aber verweile nicht in dir selbst, sondern “geh’ über dich
hinaus”,76 denn du bist nicht Gott: er ist viel tiefer und viel größer
als du. Der schon von der platonischen Tradition ins Bewußtsein gerufene
Pilgerweg der Seele bekommt nun eine neue Dimension, die selbst der Kirchenvater
in seinem Verlangen nach der Unendlichkeit Gottes erläutert und darstellt:
“Man suche Gott mit größerer Zartheit, um ihn zu finden, man finde ihn,
um ihn mit größerer Glut zu suchen”.77
Die
Auffassung, daß “der heilige Ort [sei] die reine Seele” 78, wird
auch ein dauernder Aufruf zur Vollzug der Wallfahrt zu den heiligen Stätten
als Zeichen des Reifens von persönlicher Heiligung. Die Kirchenväter
relativieren so die “physische” Wallfahrt und versuchen, jede Übertreibung
und jedes Mißverständnis zu überwinden. Besonders Gregor von Nyssa gibt uns
das grundlegende Prinzip einer rechten Bewertung der Wallfahrten. Obwohl er in
frommer Verehrung das heilige Land besucht hat, erklärt er, der wahre Weg, den
man gehen solle, sei der, der den Gläubigen aus der physischen in die geistige
Wirklichkeit führt, von dem körperlichen Leben zum Leben im Herrn, und
nicht der Weg von Kappadozien nach Palästina.79 Auch der hl.
Hieronimus bekräftigt den gleichen Grundsatz. Im Brief 58 bekundet er, Antonius
und die Mönche würden nicht nach Jersualem gehen, die Türen des Paradieses
sich aber trotzdem weit für sie öffneten. Er behauptet weiter, der Grund zum
Lob für die Christen sei nicht die Tatsache, in der heiligen Stadt gewesen zu
sein, sondern heiligmäßig gelebt zu haben.80
In diesem
inneren Pilgerweg vom Licht zum Licht,81 dem Aufruf Christi
nachgehend, “vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist”,82 zeichnet
sich ein Profil der Wallfahrt ab, was besonders der spirituellen, byzantinischen
Tradition lieb ist: Es ist der “ekstatische” Aspekt, der später auf der
Basis der mystischen Lehre durch Dionysius Areopagita, Maximus den Bekenner und
Johannes von Damaskus weiter entwickelt wird.
Die Vergöttlichung
des Menschen ist das große Ziel einer langen Reise des Geistes, wo der Gläubige
in das Herz Gottes gestellt wird und die Worte des Apostels verwirklicht werden:
“Ich bin mit Christus gekreuzigt worden; nicht mehr ich lebe, sondern Christus
lebt in mir”,83 deshalb “Leben ist Christus”.84
14.- Im 4.
Jahrhundert, als die Verfolgung durch das römischen Reich vorbei war, wurden
die Orte des Martyriums für die öffentliche Verehrung geöffnet und ein großer
Pilgerstrom begann. Das ist auch bezeugt durch dokumentarische Erinnerungen, wie
Tagebücher der Pilger, besonders bei den Pilgerfahrten ins Heilige Land. Hier
ist vor allem der Bericht der Eteria vom Anfang des 5. Jahrhunderts von großer
Bedeutung
Konkrete Wallfahrten, die über die Straßen der Welt führen, verzweigen sich hin zu
neuen Zielen. Die Eroberung Jerusalems durch die Araber im Jahre 638 läßt die
Begegnung mit den christlichen Erinnerungsstätten im Heiligen Land schwieriger
werden; es öffnen sich so neue Wege im Westen. Ein ganz wichtiges Ziel wird
Rom, der Ort des Martyriums von Petrus und Paulus und Sitz der kirchlichen
Gemeinde beim Nachfolger Petri. Es entstehen so die zahlreichen “Vie Romee”
ad Petri sedem, unter denen die Via Francigena, die ganz Europa
durchquert, hin zu der neuen Heiligen Stadt, einen besonderen Platz einnimmt. Auch
das Grab des hl. Jakobus in Compostela ist eines der Ziele. Weiter sind es
die marianischen Stätten, das heilige Haus von Loreto, Jasna Góra in
Tschenstochau; die Besuche der mittelalterlichen Klöster, Burgen des Geistes
und der Kultur, die Orte, die die Erinnerung an die großen Heiligen lebendig
erhalten, wie Tours, Canterbury oder Padua. Durch sie entstand in Europa
ein Netz, welches “das gegenseitige Verständnis unter den so verschiedenen Völkern
und Nationen förderte”.85
Dieses große
Phänomen berührt, wenn auch mit einer gewissen Übertreibung, immense
Volksmengen, die von einer einfachen und tiefen Überzeugung beseelt sind, es nährt
die Spiritualität, stärkt den Glauben, regt zur Caritas an, belebt die Mission
der Kirche. Die “palmieri” (Heilig-Land-Pilger), die “romei”
(Rompilger), die “peregrini” (Pilger) mit ihrer typischen Kleidung bilden
fast ein eigenen “ordo” (Orden), der die Welt an die pilgernde Natur der
christlichen Gemeinde erinnern will, die hinstrebt zur Begegnun mit Gott und der
Vereinigung mit ihm.
Eine besondere
Form wird der Wallfahrt im 11. bis 13. Jahrhundert mit der
Kreuzzugsbewegung zugeschrieben. In ihr verbindet sich das alte Ideal des
Pilgerns zu den Stätten der Heiligen Schrift mit den neuen Gegebenheiten und
Ideen jener geschichtlichen Epoche, wie mit der Bildung des Ritterstandes, mit
den sozialen und politischen Spannungen, mit dem Erwachen der auf den Orient
ausgerichteten wirtschaftlichen und kulturellen Anregungen, mit der Präsenz des
Islams im Heiligen Land.
Oft haben die
Machtkonflikte und die Interessen das spirituelle und missionarische Ideal überschattet
und den einzelnen Kreuzzügen andere Merkmale zugeschrieben, während sich
zwischen der Kirche des Westens und der des Ostens die Mauer der Trennung erhob.
Auch die Praxis der Wallfahrten ist davon betroffen und zeigt einige
Zweideutigkeiten, die vom hl. Bernhard von Clairvaux sehr gut dargestellt
werden. Er war ein eifriger Prediger des zweiten Kreuzzuges, doch er zögerte
auch nicht, das geistige Jerusalem zu feiern, gegenwärtig im christlichen
Kloster, als ideales Ziel des Pilger: “Clairvaux ist dieses Jesuralem,
vereinigt mit dem himmlichen Jerusalem durch seine tiefe und radikale Frömmigkeit,
durch die Übereinstimmung seines Lebens, durch eine gewisse geistige
Verwandtschaft”.86 Ein heute noch in der Liturgie verwendeter
mittelalterlichen Hymnus preist klar das himmlische Jerusalem, das auf Erden
erbaut ist durch die Weihe einer Kirche: “Des Himmels Stadt, Jerusalem/ du Stätte,
die den Frieden birgt,/ du bist lebendiges Gestein”.87
15.- Schon
erscheint am Horizont der Geschichte der hl. Franziskus, der mit seinen Brüdern
im Heiligen Land eine jahrhundertelange Anwesenheit zur Verwaltung der heiligen
Stätten der Christenheit haben wird - in einem nicht immer leichten
Zusammenleben mit den anderen kirchlichen Gemeinschaft des Orientes - und zum
Beistand der Pilger. Um das Jahr 1300 entstand eine “Societas Peregrinantium
pro Christo”. Sie betrachtete die Wallfahrt auch als ein
missionarisches Werk. Und gerade in der Zeit, im Jahr 1300, wurde in Rom das
Jubeljahr verkündet, das die Ewige Stadt zu einem Jerusalem werden ließ, zu
dem Ströme von Pilgern hinzogen, wie es dann auch in den folgenden Heiligen
Jahren der Fall war. Die kulturelle und religiöse Einheit des
mittelalterlichen, europäischen Westens wurde auch von dieser spirituellen
Erfahrung genährt. Langsam jedoch bewegte man sich auf neue, kompliziertere
Modelle zu, welche auch die Beschaffenheit der Wallfahrt mit einbezogen.
16.- Die
Revolution des Kopernikus bewirkte eine Entwicklung in den Bedingungen des
pilgernden Volkes in einer unbeweglichen Welt, und ließ sie teilhaben an einem
Universum in ständiger Bewegung. Die Entdeckung der “Neuen Welt” schuf die
Voraussetzung zur Überwindung der eurozentrischen Sicht durch das Erscheinen
unterschiedlicher Kulturen und der außergewöhnlichen Bewegungen von
Menschen und Gruppen. Die Christenheit des Westens verlor ihre Einheit, die Rom
als Mittelpunkt hatte, und die konfessionellen Teilungen erschwerten die
Wallfahrten und fochten sie manchmal an “als Verachtung von Gott und Gottes
Geboten... Nun geschieht es, daß einer nach Rom wallfahrt und fünfzig, hundert
mehr oder weniger Gulden verzehrt, und läßt seine Frau und seine Kinder oder
überhaupt seinen Nächsten daheim Not leiden”.88 Seit dem
Auseinanderbrechen des klassischen Weltbildes fühlt sich der Pilger immer
weniger als Wanderer in der nun in Staaten und nationale Kirchen aufgeteilten
gemeinsamen Welt. So zeichnen sich nähere und alternative Ziele ab, wie die
Heiligen Berge und die örtlichen Marienwallfahrtsorte.
17.- Aber trotz einer gewissen statischen Sicht,
welche die christliche Gemeinde im 18. und 19. Jahrhundert
druchdrungen hatte, lebte doch die Wallfahrt in ihr fort. In einigen Orten, wie
in Lateinamerika und auf den Philippinen, hat sie der Volksglaube über
Generationen lebendig erhalten; in anderen öffnete sich eine neue Spiritualität
mit neuen Glaubenszentren, die an den Wurzeln der Marienerscheinungen und der
Volksfrömmigkeit entstanden sind. Von Gudalupe bis Lourdes, von Aparecida bis
Fatima, von Santo Niño di Cebu bis zum hl. Josef in Montreal hat sich das
Zeugnis der Lebendigkeit der Wallfahrt und der durch sie hervorgerufene
Bekehrungsbewegungen vermehrt. Das erneuerte Bewußtsein, das pilgernde
Gottesvolk zu sein, begann auf diese Weise das ausdrucksvollste Bild der im II.
Vatikanischen Konzil versammelten Kirche zu werden. (top)
IV. DER PILGERWEG HIN
ZUM DRITTEN JAHRTAUSEND
18.- Das II.
Vatikanische Konzil war “ein Ereignis der Vorsehung”, bestimmt auch “eine
direkte Vorbereitung auf das Jubiläum des Jahres zweitausend”89 zu
werden. Diese kirchliche Versammlung wurde gefeiert – von ihrer Einberufung
an, mit dem Herbeiströmen der Hirten der Ortskirchen nach Rom, bis zu ihrer
Beendigung mit einem außergewöhnlichen Jubiläum, was in den einzelnen Diözesen
begangen werden sollte - in einem symbolischen Rahmen, einer großen und
einhelligen Wallfahrt der gesamten kirchlichen Gemeinde. Dieser Aspekt wurde
durch einige sinnbildliche Gesten ausgedrückt, wie die der beiden Pilger-Päpste,
Johannes XXIII., der während der ersten Konzilsjahres (1962) nach Loreto
wallfahrtete, und Paul VI., der in der Mitte der Konzilsversammlungen (1964) ins
Heilige Land pilgerte. Zu diesen beiden, rein spirituellen Zeichen fügten sich
dann die folgenden päpstlichen Pilgerreisen über die Straßen der Welt an, um
das Evangelium, seine Wahrheit und seine Gerechtigkeit zu verkündigen, begonnen
mit der Reise Papst Pauls VI. zu den Vereinten Nationen und nach Bombay.
19.- Die
Sprache des Konzils bezeichnet die Kirche - in ihrer Erfahrung des spirituellen
und missionarichen Weges - als Wegbegleiterin der ganzen Menschheit. Es handelte
sich in der Tat darum, “die wirksamsten Wege” zu suchen, “um uns selbst zu
erneuern, um immer treuere Zeugen des Evangeliums Christi zu werden”.90 Das
“Pilgern” der Kirche Gottes gewinnt gleich vom Beginn des Konzils an ein
beherrschendes Profil.91 Die Kirche war “ein Zeichen,
aufgestellt inmitten der Völker (Jes 5,26), um allen eine Orientierung des
eigenen Weges hin zur Wahrheit und zum Leben anzubieten”.92 Die
Begegnung mit den Völkern, die mit Paul VI. bei der UNO ihren symbolischen
Ausdruck fand, wird dargestellt als “Nachklang einer mühsamen Wallfahrt”.93 Das
Konzil selbst erscheint wie ein spiritueller Aufstieg. Die Konzilsväter grüßten
die Männer und Frauen, die Forscher, als “Pilger auf dem Weg zum Licht”94.
20.- Die erwähnte
Pilgerreise Papst Paul VI. ins Heilige Land wird von ihm selbst im Lichte der
Spiritualität der “pereginatio” in ihren grundlegenden Teilen dargestellt.
Sie sollte durch den Besuch der heiligen Stätten die großen
Heilsgeheimnisse hervorheben, die Menschwerdung und die Erlösung. Sie sollte
Zeichen des Gebets, der Buße und der Erneuerung sein. Sie suchte die
Verwirklichung des dreifachen Ziels, Christus seine Kirche darzubringen, die
Einheit der Christen zu fördern und die göttliche Barmherzigkeit für den
Frieden unter den Menschen zu erbitten.95
Das Konzil
selbst hat in seinen Konstitutionen die ganze Kirche dargestellt als “in der
Welt zugegen und doch unterwegs”.96 Ihr pilgerndes Wesen, auf
das immer wieder hingewiesen wird,97 offenbart einen trinitarischen
Aspekt: Es hat seinen Ursprung in der Mission Christi “gesandt vom Vater”.98
Deshalb gilt auch für uns: “Von ihm kommen wir, durch ihn leben wir, zu ihm
streben wir hin”99 und der Heilige Geist ist uns Führer auf
unserem Weg, der sich auf den Spuren Christi vollzieht.100 Die
Eucharistie und Ostern, Kern der Liturgie,101 verweisen durch
ihr eigenes Wesen auf den Exodus Israels und auf das Mahl der Wanderschaft und
des Bundes, das es eröffnet 102 und beschließt.103
21.- Die
pilgernde Kirche wird so ganz natürlich auch missionarisch.104 Das
Gebot des auferstandenen Christus: “Darum geht zu allen Völkern, und macht
alle zu meinen Jüngern”,105 hat den Akzent auf dem Wort
“gehen”, eine unausweichliche Weise der Evangelisierung, offen für die
Welt. Wegzehrung und Schatz auf dieser Reise sind das Wort Gottes106 und
die Eucharistie.107
Zeichnet man
in einer leidenschaftlichen Synthese den Weg der Menscheit mit allen Eroberungen
und Verirrungen auf,108 so stellt das Konzil die Kirche als
Reisebegleiterin der Menscheitsfamilie vor, und weist auf ein transzendentes
Ziel, außerhalb der irdischen Geschichte hin.109 Auf diese Weise
ergibt sich eine fruchtbare Harmonie zwischen Pilgerweg und Auftrag in der
Geschichte110 und auch die Welt ist aufgerufen, der Kirche in einem
lebendigen und intensiven Dialog ihren Beitrag anzubieten.111
22.- Seit dem
Konzil und in der Folgezeit hat die Kirche ihre Pilgererfahrung nicht nur in der
Erneuerung, in der missionarischen Verkündigung und im Einsatz für den Frieden
gelebt, sondern auch durch vielfältige Zeugnisse des kirchlichen Lehramtes,
besonders anläßlich der Heiligen Jahre 1975, 1983 und 2000.112 Papst
Johannes Paul II. ist Pilger in der Welt geworden: Er ist der erste Verkünder
des Glaubens in diesen beiden letzten Jahrzehnten. Mit seinem apostolischen
Auf-dem-Weg-Sein und seiner Lehre hat er die ganze Kirche geführt und angespornt,
sich auf das bald beginnende dritte Jahrtausend vorzubereiten. Die
Pastoralreisen des Papstes sind “Stationen einer Pilgerreise in die
Ortskirchen..., Pilgerreise des Friedens und der Solidarität”.113
23.- Ein wichtiges Ziel des heutigen geschichtlichen Pilgerns der Kirche ist das
Jubeljahr Zweitausend, auf das die Gläubigen im dem Namen der Dreifaltigkeit
zugehen. Dieser Weg soll aber in der Rückgewinnung der großen Werte des
biblischen Jubeljahres eher innerlich und lebendig als räumlich beschritten
werden.114 Wenn das Horn erklang, das Israel diese Zeit ankündigte,
gab man den Sklaven die Freiheit und erließ die Schulden, damit alle die persönliche
Würde sowie die soziale Solidarität wiederfanden. Die Erde gab allen spontan
ihre Gaben zur Erinnerung daran, daß ihr Ursprung der Schöpfer ist. “Du tränkst
die Berge aus deinen Kammern, aus deinen Wolken wird die Erde satt”.115
So muß eine mahr brüderliche Gemeinde entstehen, wie die von Jerusalem: “Und
alle, die gläubig geworden waren, bildeten eine Gemeinschaft und hatten alles
gemeinsam. Sie verkauften Hab und Gut und gaben davon allen, jedem so viel, wie
er nötig hatte”.116 “Doch eigentlich sollte es bei dir
gar keine Armen geben...Wenn bei dir ein Armer lebt, irgendeiner deiner Brüder...dann
sollst du nicht hartherzig sein und sollst deinem armen Bruder deine Hand nicht
verschließen”.117 (top)
V. DER PILGERWEG DER
MENSCHHEIT.
24.- Der
Pilgerweg, der sich - von Abraham ausgehend - über Jahrhunderte hinzieht, ist
Zeichen eines weit umfassenden und universalen Sich-bewegens der Menschheit.
Denn tatsächlich erscheint der Mensch in seiner jahrhundertelangen Geschichte
als “homo viator”, ein Wanderer, dürstend nach neuen Horizonten und
hungrig nach Frieden und Gerechtigkeit, auf der Suche nach Wahrheit, hoffend auf
Liebe, offen für das Absolute und das Unendliche. Die wissenschaftliche
Forschung, die wirtschaftliche und soziale Entwicklung, das stetige Auftreten
von Spannungen, die Ströme von Migranten, die über unseren Planet ziehen,
selbst das Geheimnis des Bösen und die anderen Rätsel, die das Sein umgeben,
stellen ständig Fragen an die Menschheit und bringen sie auf den von den
Religionen und den Kulturen vorgezeichneten Weg.
Auch in der
heutigen Zeit scheint die Menschheit sich einerseits auf positive Ziele
unterschiedlicher Art hin zu bewegen: die weltweite Einfügung in globale
Systeme, aber gleichzeitig auch das Offensein für Pluralismus und die Achtung
der verschiedenen geschichtlichen und nationalen Identitäten, der
wissenschaftliche und technische Forschritt, der interreligiöse Dialog, die
Kommunikation, die sich im “Areopag” der gesamten Welt verbreitet durch
Instrumente, die immer wirksamer und immer unmittelbarer werden. Andererseits
jedoch erscheinen auf jeder dieser Straße alte und konstante Hindernisse, zwar
in neuen Formen und Wegen: die Götzen der wirtschaftlichen Ausbeutung, der
politischen Veruntreuung, der wissenschaftlichen Überheblichkeit, des religiösen
Fanatismus.
Das Licht des
Evangeliums leitet die Christen an, in all diesen Erscheinungsformen der Kultur
unserer Zeit die neuen “Areopage” zu sehen, auf denen das Heil verkündet
werden kann und die Zeichen der Sehnsucht zu entdecken, welche die Herzen zum
Haus des Vaters führen.
Es erscheint
nicht befremdend, wenn im Strudel dieses dauernden Wechsels die Menscheit auch müde
wird und den Wunsch hegt nach einem Ort, der auch ein Wallfahrtsort sein könnte,
wo er ausruhen kann, einen Raum der Freiheit, wo ein Gespräch mit sich selbst,
mit anderen und mit Gott möglich ist. Die Wallfahrt des Christen wird von
dieser Suche der Menscheit begleitet und gibt ihr die Sicherheit des Zieles, die
Anwesenheit des Herrn, - “denn er hat sein Volk besucht und ihm Erlösung
geschaffen”.118
25.- Einige “weltumfassende Pilgerfahrten” bekommen eine besondere
Bedeutung. Denken wir vor allem an die großen Bewegungen von Gruppen, von
Massen, manchmal von ganzen Völkern, die enorme Opfer und Gefahren
auf sich nehmen, um vor Hunger, Krieg, Umweltkatastrophen zu flüchten, um für
sich selbst und für die Angehörigen eine größere Sicherheit und ein größeres
Wohlergehen zu suchen. Keiner darf hier nur untätiger Zuschauer bleiben diesen
ungeheureren Strömen gegenüber, die sich wie Flüsse über die Menscheit ergießen
und sich auf der ganzen Erde ausbreiten. Keiner darf den Ungerechtigkeiten gegenüber
unberührt bleiben, die Wurzeln der persönlichen und der kollektiven Tragödien
sind, aber keiner darf auch die Hoffnung übersehen, die aus all dem erblühen
kann, eine Hoffnung auf eine andere Zukunft und eine Aussicht auf Dialog und ein
friedliches Zusammenleben mit anderen Rassen. Der Christ muß im besonderen der
gute Samariter werden auf dem Weg von Jersusalem nach Jericho, bereit zu helfen
und den Bruder zum Wirtshaus der brüderlichen Liebe und des Zusammenlebens in
Solidarität zu führen. Zu dieser “Spiritualität des Weges” kann uns das
Kennenlernen, das Zuhören und das Teilhaben an der Erfahrung des besonderen
“Volkes der Straße”, der Nomaden, der Zigeuner, der “Kinder des Windes” bringen.
26.- Auch
diejenigen, die zu unterschiedlichen Zielen aufbrechen, für Tourismus, wissenschaftliche
Forschung oder Handel, sind Pilger der Welt. Es handelt sich
um verwickelte Phänomene, die aufgrund ihrer enormen Dimensionen oft Audlöser
mit verheerenden Folgen sind. Niemand kann leugnen, daß sie oft die
Ursache von Ungerechtigkeit, Ausbeutung der Menschen, Zerstörung der Kultur und
Verwüstung der Natur sind. Aber trotzdem bewahren sie in ihrer eigentlichen
Natur Werte der Forschung, des Fortschrittes und der verbesserung des
gegenseitigen Verständnisses unter den Völkern, die verdienen gefördert zu
werden.
Es ist
unbedingt notwendig, für alle, die mit diesen Sektoren befaßt sind, die Möglichkeit
zu schaffen, sich ihre Spiritualität und ihre eigenen, inneren Erfordernisse zu
erhalten. Ebenso müssen Anstrengungen unternommen werden, die im Tourismus oder
im Handel Tätigen nicht nur an wirtschaftlichen Interessen ausgerichtet,
sondern sich ihrer menschlichen und sozialen Aufgabe bewußt zu sein.
27.-In
Verbindung mit dem vorherigen Punkt, und typisch für unsere Zeit ist auch eine
besondere Form der Pilgerschaft menschlichen Geistes, nämliche das informative
oder virtuelle Pilgern, das sich auf den Wegen der Telekommunikation
vollzieht. Diese Wege können trotz der sie einschließenden Gefahren und
Entstellungen oder Abweichungen doch auch Vermittler des Glaubens und der Liebe,
positiver Botschaften, fruchtbarer und wirkungvoller Kontakte sein. Benutzt man
diese Wege, so ist es wichtig, jede Ablenkung und Auflösung der wahren
Mitteilung gegen den “Hintergrundlärm” einer babylonischen Unzahl von
Informationen zu schützen.
28.-.Große “laikale Pilger” sind auch diejenigen, die kulturelle und
sportliche Wege begehen. Die großen künstlerischen Veranstaltungen,
besonders die musikalischen, bei denen gerade die Jugendlichen zusammenkommen,
der Besucherstrom in den Museen, die sich manchmal in Oasen der Betrachtung
verwandeln können, die Olympiaden und andere Formen sportlicher Zusammenkünfte
sind Zeichen, die auch geistige Werte beinhalten, die nicht übersehen werden dürfen,
und die geschützt werden müssen, über äußerliche Spannungen, Gleichmacherei
und Bedingungen wirtschaftlicher Natur hinweg.
29.- Es gibt auch Erfahrungen von rein christlichen Pilgerwegen. Nicht nur
Priester, sondern auch ganze Familien und viele Jugendliche machen sich auf,
oder akzeptieren es, weit weg vom eigenen Land gesandt zu werden, um mit Missonaren
und Missionarinnen zusammenzuarbeiten, sei es in ihrer Berufsarbeit,
sei es durch ihr Zeugnis, sei es mit der ausdrücklichen Verkündigung des
Evangeliums. Das ist eine ständig wachsende Form des Pilgerdaseins, wie eine
Gabe des Heiligen Geistes. Diese Menschen verpflichten sich für Ferienzeit und
Freizeit oder setzen ganze Jahre ihres eigenen Lebens dafür ein.
Ein sinnhaftes Bild dieser räumlichen, vor allem aber spirituellen
Bewegungen unserer Zeit sind auch die großen ökumenischen Versammlungen, in
denen das Gebet um das Geschenk der Einheit die Christen auf einem gemeinsamen
Weg sieht. Gleicherweise bedeutsam sind die interreligiösen Treffen, das
Strreben von Männern und Frauen jeden Glaubens als Pilger zu einem
gemeinsamen Ziel der Hoffnung und der Liebe; so wie es sich in dem 1996 nach
Assisi einberufenen Weltgebetstreffen der Religionen für den Frieden
vollzog.
30.-Ein richtiges Netz von Wegen zieht sich also über unseren Planet hin.
Einige dieser Wege sind religiöse, im wahrsten Sinn des Wortes. Sie haben als
Ziel Städte und Heiligtümer, Klöster und historische Orte; in anderen Fällen zeigt
sich die Suche nach den spirituellen Werten in Bewegungen zu Orten der Natur von
besonderer Schönheit, zu Inseln und in Wüsten, zu Gipfeln oder in die Tiefe
des Meeresgrundes. Diese komplexe Landkarte der menschlichen Mobilität enthält
in sich den Keim des brenndenden Wunsches nach einem transzendenten Horizont der
Wahrheit, der Gerechtigkeit und des Friedens, sie zeugt von einer Unruhe, die in
der Unendlichkeit Gottes ihren Hafen hat, wo der Mensch sich von seinen Sorgen
erholen kann.119
Die Wanderung der Menschheit, selbst in ihren Spannungen und Widersprüchen, ist
Teil der unvermeidlichen Wallfahrt hin zum Reich Gottes, dessen Verkündigung
der Kirche aufgetragen ist, und von ihr mit Mut, Redlichkeit und Ausdauer
durchgeführt wird, denn sie ist von ihrem Herrn aufgerufen, Salz, Sauerteig,
Licht und Stadt auf dem Berge zu sein. Nur so öffnen sich die Wege in denen
“Huld und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen”.120
Auf diesem Weg wird die Kirche Pilgerin mit allen Männern und Frauen, die mit
bereitem Herzen die Wahrheit, die Gerechtigkeit, den Frieden suchen, und sogar
mit allen, die irgendwo anders wandern, weil – wie Paulus erinnert, wenn er
Jesaja zitiert - Gott behauptet: “Ich ließ mich finden von denen, die nicht
nach mir suchten; ich offenbarte mich denen, die nicht nach mir fragten”.121
31.- Auf dieses Ziel des Reiches können sich also alle Völker und alle
Menschen hinorientieren. Sie mögen ihre Zugehörigkeit ausdrücken durch eine
klare und sinnbildliche Geste der Wallfahrt zu den verschiedenen “heiligen Städten”
der Erde, zu den Orten des Geistes, wo die Botschaft der Transzendenz und der Brüderlichkeit
stärker widerhallt. Unter diesen Städten dürfen auch nicht die Orte fehlen,
die durch die Sünde des Menschen entweiht wurden und dann später, fast aus
einem Drang der Wiedergutmachung, durch die Wallfahrten geweiht wurden: wir
denken hier zum Beispiel an Auschwitz, der Ort, der für die Shoà, das
Martyrium des jüdischen Volkes in Europa, steht, oder an Hiroshima und
Nagasaki, Orte des Grauens des Atomkrieges.
Aber wie schon gesagt, zwei Städte nehmen einen besonderen Stellenwert ein, und
zwar nicht nur für die Christen, sonder für alle: Rom, Symbol der universellen
Sendung der Kirche und Jerusalem, heilige und verehrungswürdige Ort für alle,
die den Glaubensweg Abrahams gehen; “denn von Zion kommt die Weisung des
Herrn, aus Jersualem sein Wort”.122 Das zeigt uns das letzte Ziel
des Pilgerwegs der ganzen Menschheit, nämlich “die heilige Stadt, das neue
Jerusalem, von Gott her aus dem Himmel herabkommen”.123 Wir
schreiten zu ihr hin und singen: “Wir sind ein Volk, das auf dem Weg ist,/ und
wandernd wünschen wir zusammen eine Stadt zu erreichen,/ eine Stadt, die
nie vergeht,/ ohne Sorgen und Leiden,/ eine Stadt der Ewigkeit”.124
Gerade weil die Kirche die Armut des pilgernden budhisten Mönches schätzt, wie
auch den betrachtenden Weg des Tao, der heilige Reiseweg des Hinduismus nach
Benares, den “Pfeiler” des Pilgerns zu den Quellen des eigenen Glaubens der
Moslems, und jeden anderen Weg hin zum Vollkommenen und hin zu den Brüdern,
vereinigt sie sich mit all denen, die sich in leidenschaftlicher und ehrlicher
Weise dem Dienst am Schwachen, am Flüchtling, am Verbannten, am Bedrückten
widmen, indem sie mit ihnen eine “Pilgerreise der Brüderlichkeit”
unternimmt.
Das ist der Sinn des Jubiläums der Barmherzigkeit, das sich am Horizont des
dritten Jahrtausend abzeichnet, Ziel für die Schaffung einer gerechteren
menschlichen Gesellschaft, in der den Entwicklungsländern die Schulden
nachgelassen werden sollten und eine gleichförmigere Verteilung der Güter der
Erde angestrebt werden sollte, im Geist der biblischen Vorschriften.125
(top)
VI. DER PILGERWEG DES CHRISTEN
HEUTE.
32.- Jeder Christ ist eingeladen sich einzufügen und teilzunehmen an dem großen
Pilgerweg, den Christus, die Kirche und die Menschheit gegangen sind und in der
Geschichte noch weitergehen. Das Heiligtum, zu dem er uns führt, muß “das
Offenbarungszelt” werden, wie die Bibel die Bundeslade126 nennt.
Denn dort vollzieht sich eine grundlegende Begegnung, welche die verschiedenen
Dimensionen offenbart und sich unter vielen Gesichtern zeigt. In diese Reihe von
Aspekten können wir eine Pastoral der Wallfahrt einordnen.
Gelebt als Feier des eigenen Glaubens ist die Wallfahrt für den Christen ein Ausdruck
der Verehrung, der in Treue zur Tradition mit tiefem religiösem Empfinden als
Verwirklichung seiner österlichen Existenz127 erfüllt wird.
Die der Wallfahrt eigene Dynamik zeigt klar einige Anschnitte des Weges, die vom
Pilger erreicht und ein Losungswort für sein ganzes Glaubensleben werden: das
sich auf den Weg begeben bezeugt seinen Entschluß, bis zum Ziel voran zu
gehen und die spirituellen Vorsätze seiner Berufung durch die Taufe zu
verwirklichen. Das Gehen bringt ihn zur Solidarietät mit seinen Brüdern und
zur notwendigen Vorbereitung auf die Begegnung mit seinem Herrn. Der Besuch der
heiligen Stätten lädt ihn ein, das Wort Gottes anzuhören und an der
sakramentalen Feier teilzunehmen. Endlich erinnert ihn die Rückkehr an
seine Sendung in der Welt als Zeuge des Heils und als Friedensstifter. Es ist
wichtig, daß diese allein oder in einer Gruppe gelebten Abschnitte der
Wallfahrt durch Verehrung und Ausdrücke eines Kultes hervorzuheben, welche die
authentische Dimension offenbaren. Dafür können die von den liturgischen Büchern
vorgeschlagenen Texte verwendet werden.
Die Aspekte, die jede Wallfahrt notwendigerweise einschliessen muß, werden in
harmonischer Weise mit der rechten Achtung der Tradition jedes Volkes verbunden
und tragen in angemessener Weise den Bedingungen der Pilger Rechnung. Es kommt
der Bischofskonferenz jedes Landes zu, die geeignetesten pastoralen Leitlinien für
die verschiedenen Situationen vorzugeben und Seelsorgestrukturen zu schaffen,
die für ihre Umsetzung notwendig sind. In der diözesanen Wallfahrtsseelsorge
wird den Wallfahrtsorten eine besondere Rolle zukommen. Doch müssen auch
Pfarreien und andere kirchliche Gruppen in diesen Pastoralstrukturen vertreten
sein, weil sie ja auch Hauptgestalter und Ausganspunkte der Großzahl der
Pilgerreisen sind.
Die seelsorgliche Aktivität muß es dem Gläubigen ermöglichen, durch die
Besonderheit jeder Wallfahrt einen wesentlichen Glaubensweg zu gehen.128
Durch eine geeignete Katechese und ein aufmerksames Begleiten durch die Seelsorger
wird das Vorstellen der grundlegenden Aspekte der christlichen Wallfahrt neue
Perspektiven für die Praxis der Pilgerfahrt im Leben der Kirche öffnen.
33.-Das Ziel, zu dem der Weg des Pilgers hinführt, ist vor allem das Zelt
der Begegnung mit Gott. Schon Jesaja bezieht sich auf diese Worte
Gottes: “Mein Haus wird ein Haus des Gebets für alle Völker genannt”.129
“Am Ende des Weges, auf dem sich sein brennendes Herz danach sehnt, das
Antlitz Gottes zu schauen”,130 im Heiligtum, welches das göttliche
Versprechen erfüllt, “meine Augen und mein Herz werden allezeit hier
weilen”,131 begegnet der Pilger dem Geheimnis Gottes, entdeckt sein
Antlitz der Liebe und des Erbarmens. In besonderer Weise erfüllt sich diese
Erfahrung in der eucharistischen Feier des österlichen Geheimnisses, in
dem Christus “der Höhepunkt der Offenbarung des unerforschlichen Geheimnisses
Gottes”132 ist; dort verehrt man Gott, der immer bereit
ist für die Gnade durch Maria, die Mutter Gottes,133 und wo Er
wunderbar in seinen Heiligen ist und in ihnen verherrlicht wird.134
Bei der Wallfahrt erkennt der Mensch, daß er “zum Dialog mit Gott schon von
seinem Ursprung her aufgerufen ist”.135 Folglich wird ihm so
geholfen, den ihm angebotenen Weg, der Christus ist, das fleischgewordene Wort,
zu entdecken, daß “um in Vertrautheit mit Got zu bleiben”. Die Stationen
des christlichen Pilgerweges müssen “diesen wesentlichen Punkt, durch den
sich das Christentum von den anderen Religionen unterscheidet”136
klar herausstellen. In ihrer Gesamtheit muß die Wallfahrt bezeugen, “daß der
Schöpfer für den Menschen keine anonyme und ferne Kraft ist: er ist der
Vater”,137 und wir alle sind seine Kinder, Brüder im Herrn Jesus
Christus. Die pastoralen Bemühunge müssen so ausgerichtet sein, daß diese
grundlegende Wahrheit des christlichen Glaubens138 weder durch die
Kulturen und tradizionellen Gepflogenheiten noch durch die neuen Zeitgeschmack
und geistlichen Bewegungen getrübt wird. Der pastorale Einsatz wird jedoch auch
auf eine beständige Inkulturation der Botschaft des Evangeliums in jede Kultur
jedes Volkes hinzielen.
Und endlich wird die Wirksamkeit der heiligen Stätten immer mehr an der
Bereitschaft gemessen, mit der sie in dem wachsenden Bedürfnis des Menschen139 im
schnellebigen Rhythmus des modernen Lebens “nach einem stillen und gesammelten
Kontakt mit Gott und mit sich selbst” antworten. Der Verlauf und das Ende der
Wallfahrt werden zum Aufblühen des Glaubens und der kraftvollen Gemeinschaft
mit Gott im Gebet führen. So wird sich die Verkündigung des Propheten Maleachi
vorbildhaft verwirklichen: “Denn vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang,
steht mein Name groß da bei den Völkern, und an jedem Ort wird meinem Namen
ein Rauchopfer dargebracht und eine reine Opfergabe; ja, mein Name steht groß
da bei den Völkern, spricht der Herr der Heere”.140
34.- Die Wallfahrt führt hin zum Zelt der Begegung mit dem Wort Gottes. Die
wesentliche Erfahrung des Pilgers muß die des Hörens sein, denn “von Zion
kommt die Weisung des Herrn, aus Jerusalem sein Wort”.141 Die erste
Aufgabe der heiligen Reise ist darum die Evangelisierung, die oft mit den
heiligen Orten verwurzelt ist.142 Die Verkündigung, das Lesen und
die Meditation des Evangeliums müssen den Pilger begleiten, wie auch der
eigentliche Aufenthalt im Heiligtum, damit verwirklicht wird, was der Psalmist
behauptet: “Dein Wort ist meinem Fuß eine Leuchte, ein Licht für meine
Pfade”.143
Die Momente der Wallfahrt sind schon aufgrund der Umstände durch die sie
hervorgerufen werden, der Ziele, die sie anstreben, der Nähe zu den täglichen Bedürfnissen
und Freuden ein Boden, bereit zur Aufnahme des Wortes Gottes in die Herzen.
144 So wird das Evangelium Kraft für den Glauben, Nahrung für die
Seele und reiner, unversieglicher Quell für das geistliche Leben.145
Das gesamte pastorale Handeln im Dienst der Wallfahrt muß ihre Anstrengungen
auf dieses Hinführen des Pilgers zum Wort Gottes konzentrieren. Einerseits
sollten Anregungen für ein katechetisches Vorgehen getroffen werden, geeignet für
die Gegebenheiten seines Glaubenslebens und Ausdruck seiner kulturellen
Wirklichkeit, durch Medien, die wirklich zugänglich sind und als wirksam
erprobt wurden. Andererseits sollte diese katechetische Darbietung, indem sie
die in den zu besuchenden Orten gefeierten Ereignisse und die ihnen eigene Natur
berücksichtigt, weder die notwendige Rangordnung in der Darlegung der
Glaubenswahrheiten,146 noch ein Hineinstellen in den liturgischen
Verlauf, an dem die ganze Kirche teilhat, vergessen.147
35. Die Wallfahrt führt dann zu dem Zelt der Begegnung mit der Kirche, “Versammlung
derer, die das Wort Gottes zusammenruft, damir sie das Volk Gottes bilden und
durch den Leib Christi genährt, selbst den Leib Christi werden”.148
Die Erfahung des gemeinsamen Lebens mit den Brüdern und Schwestern als Pilger
wird auch eine Gelegenheit, das Volk Gottes auf dem Weg zum Jerusalem des
Friedens neu zu entdecken, im Lob und im Gesang, in dem einen Glauben und der
Einheit der Liebe des eines Leibes, der Christus ist. Der Pilger muß sich als
Glied der einen Familie Gottes fühlen, umgeben von vielen Brüdern und
Schwestern im Glauben, unter der Führung des “erhabenen Hirten seiner
Schafe”,149 der uns führt “auf rechtem Pfad, treu seinem
Namen”150 unter der sichtbaren Leitung der Hirten, die er mit der
Aufgabe, sein Volk zu führen, betraut hat.
Diese von einer Pfarrgemeinde, von einem kirchlichen Verein, von einer Diözesangemeinschaft
oder auch von größeren Gruppen unternommenen Pilgerfahrten werden ein Zeichen
des kirchlichen Lebens.151 Dies erleichtert das Bewußtwerden für
jeden Teilnahmer, nach der eigenen Berufung und dem eigenen Dients Teil der
Kirche zu sein.
Eine besondere Bedeutung kommt auch dem geistlichen Begleiter zu. Seine Aufgabe
gehört ganz zum priesterlichen Dienst, durch dem die Priester “die Familie
Gottes versammeln, die als Gemeinschaft von Brüdern nach Einheit verlangt, und
sie durch Christus im Geiste zu Gott dem Vater führen”.152 Zur
Ausübung seines Amtes muß er über eine spezifische, katechetische Ausbildung
verfügen, um in Treue und mit Klarheit das Wort Gottes übermitteln zu können.
Ebenso muß er eine angemessene psychologische Vorbereitung haben, um die
Verschiedenheit aller Pilger aufgreifen und verstehen zu können. Von großem
Nutzen werden ihm auch die Kenntnisse in Geschichte und Kunst sein, dir ihn befähigen,
den Pilger durch die Kunstwerke in den aus ihnen hervorgehenden Reichtum der
Katechese einzuführen, denn sie stellen in den Heiligtümern doch ein
bleibendes Zeugnis kirchlichen Glaubens dar.153
Andererseits dürfen die Priester in diesem Dienst nicht die besondere Aufgabe
der Laien im lebendigen Umfeld der Kirche als communio vergessen.154
Ihre aktive Teilnahme am liturgischen155 und katechetischen Leben,
ihre besondere Verantwortung bei der Bildung der kirchlichen Gemeinschaft156
und ihre Fähigkeit, die Kirche in den verschiedensten Bereichen der
menschlichen Gegebenheiten157 zu vertreten, befähigt sie – nach
einer angemessenen, speziellen Vorbereitung – an der religiösen Belebung
der Wallfahrten mitzuarbeiten und den Brüdern und Schwestern während ihres
gemeinsamen Weges beizustehen.
Die Wallfahrtsseelsorge sollte auch eine ähnliche geistliche Begleitung für
diejenigen vorsehen, die in kleinen Gruppen oder auch einzeln eine Wallfahrt
unternehmen. In jedem Fall mögen die Verantwortlichen für die Wallfahrtsorte
die notwendigen Mittel zu einem guten Empfang bereitstellen, damit der Pilger
sich bewußt wird, auf seinem Weg Teilnehmer der Wallfahrt im Glauben der ganzen
Kirche zu sein.
Die Begegnung des Pilgers mit der Kirche und seine Erfahrung, Teil des Leibes
Christi zu sein, sollten in der Erneuerung seines Taufversprechens Ausdruck
finden. Die Wallfahrt gibt in gewisser Weise den Glaubensweg wieder, der ihn
damals zum Taufbecken führte,158 und der sich jetzt in erneuerter
Weise durch die Teilnahme an den Sakramenten zeigt.
36.- Das Heiligtum ist deshalb auch Zelt der Begegnung in der Versöhnung.
Denn dort wird in der Tat das Gewissen des Pilgers aufgerüttelt; dort bekennt
er seine Sünden, es wird ihm vergeben und er vergibt, dort wird er durch das
Sakrament der Versöhnung ein neuer Mensch, der die Gnade und das göttliche
Erbarmen erlebt. In der Wallfahrt wird die Erfahrung des verlorenen Sohnes in
der Sünde nachgeahmt, der die Härte der Prüfung und der Buße kennt und unter
Mühen im Fasten und Opfern die Rückkehr antritt. Aber er kennt auch die Freude
der Umarmung mit dem Vater, verschwenderisch in Barmherzigkeit, der ihn vom Tod
zum Leben führt: “Denn mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und
ist wiedergefunden worden”.159 Die Wallfahrtsorte sollten
deshalb Orte sein, an denen das Sakrament der Buße mit gesteigerter Kraft und
aktive Teilnahme, mit gut gestalteter Liturgie, mit der Bereitschaft der
Seelsorger und auch mit der Zeit, in Gebet und Gesang gefeiert wird; denn die
persönliche Umkehr soll ein göttliches Siegel haben und kirchlich gelebt
werden.
Die Wallfahrt, die zum Heiligtum führt, muß ein Weg der Bekehrung sein,
getragen von der festen Hoffnung auf die unendliche Tiefe und Kraft des von Gott
angebotenen Verzeihens; der Weg der Bekehrung, der “das tiefste Element
der Wallfahrt jedes Mannes und jeder Frau auf Erden in statu viatoris aufzeichnet”.160
37.- Das Ziel der Wallfahrt muß das Zelt der eucharistischen Begegnung mit
Christus sein. Wenn die Bibel das vortreffliche Buch des Pilgers ist,
so ist die Eucharistie das Brot, welches ihn auf dem Weg nährt, wie es für
Elija beim Aufstieg auf den Berg Horeb war161. Die Versöhnung mit
Gott und unseren Brüdern und Schwestern mündet in der Eucharistiefeier. Sie
begleitet schon die verschiedenen Abschnitte der Wallfahrt, die das Pascha des
Exodus, aber noch mehr das Pascha, das Christus in Jerusalem feierte, am Ende
seines langen Weges hin zum Kreuz und der Verherrlichung, widerspiegeln. Nach
den allgemeinen liturgischen und der besonderen Hinweisen der einzelnen
Bischofskonferenzen sind “in den Heiligtümern den Gläubigen reichlicher die
Heilsmittel anzubieten durch eifrige Verkündigung des Gotteswortes, durch
geeignte Pflege des liturgischen Lebens, besonders der Feier der Eucharistie und
des Bußsakramentes, wie auch der gutgeheißenen Formen der Volksfrömmigkeit”.162
Besondere pastorale Aufmerksamkeit sei den Pilgern vorbehalten, die sich wegen
ihrer allgemeinen Lebenssituation zum Wallfahrtsort begeben, um aus besonderen
Anlässen das Wort Gottes zu hören und die Eucharistie zu feiern. Sie können
in der Freude dieses Ereignisses den Ruf entdecken, sich im täglichen Leben als
Boten und Baumeister des Reiches Gottes, seiner Gerechtigkeit und seines
Friedens zu betätigen.
38.- So versteht man also, daß die Wallfahrt auch das Zelt der Begegnung mit
der Wohltätigkeit ist . Vor allem die Wohltätigkeit Gottes, der uns
als erster geliebt hat und seinen Sohn in die Welt gesandt hat. Diese Liebe
zeigt sich nicht nur im Geschenk Christi als Sühneopfer für unsere Sünden,163
sondern auch in den wunderbaren Zeichen, die heilen und trösten, wie Christus
es selbst während seiner irdischen Wanderschaft tat und wie es sich in der
Geschichte der Wallfahrtsorte noch immer wiederholt.
“Wenn Gott uns so geliebt hat, müssen auch wir einander lieben”.164
Die Liebe sollte auch schon auf dem Pilgerweg zum Ausdruck kommen, indem man den
Hilfsbedürftigen Beistand leistet und das Essen, die Zeit und die Hoffnung
geteilt werden, im Bewußtsein, auf diese Weise neue Reisegefährten zu finden.
Eine lobenswerte Geste einer solchen Liebe ist die in vielen Orten bestehende
Tradition, nach der die Pilger als Ausdruck ihrer Frömmigkeit Gaben darbringen,
die unter den Ärmsten verteilt werden können. Die Seelsorge muß solche Gesten
fördern und sich einer Katechese bedienen, die immer die Empfindungen der
Pilger achtet und Initiativen ergreift, welche der Absicht dieser
Opfergaben Rechnung tragen. Hier soll die Arbeit hervorgehoben werden, die in
einigen Wallfahrtsorten zur Unterstützung der karitativen Institutionen oder
Hilfsprojekte zugunsten von Gemeinden in den Entwicklungsländern begonnen wurde.
Bei der Wallfahrt sollte den Kranken im Gedenken an die Worte des Herrn
besondere Wohltätigkeit erbracht werden: “Was ihr für einen meiner
geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan”.165 Die
Betreuung der kranken Pilger ist der bedeutsamste Ausdruck der Liebe, der die
Herzen aller Christen auf dem Weg zu einem Wallfahrtsort beseelen sollte. Gerade
die kranken Pilger sollten mit einer herzlichen Gastfreundschaft empfangen
werden. Deshalb müssen die Formen der Aufnahme, die angebotenen Dienste, die
Kommunikation und der Transport entsprechend eingerichtet und mit Würde,
Aufmerksamkeit und Liebe geleitet werden.
Ihrerseits sollen die Kranken die Liebe Christi in sich erstrahlen lassen, damit sie
ihre Krankheit als einen Weg der Gnade und der eigenen Hingabe gehen. Ihr
Pilgern zu den Orten, an denen die Gnade Gottes durch besondere “Zeichen”
sichtbar geworden ist, wird ihnen helfen, selbst Verkünder des Evangeliums
unter den anderen Leidensgefährten zu sein. Und so werden sie aus “Objekten
des Mitlaids” zu Subjekten mit Verantwortung und Tatkraft, wahre “Pilger des
Herrn” auf allen Straßen der Welt.
39.- Die Wallfahrt führt jedoch auch zu dem Zelt der Begegnung mit der
Menschheit.. Alle Religionen der Welt haben, wie bereits gesagt, ihre
heiligen Pilgerwege und ihre heiligen Städte. An jedem Ort der Erde geht Gott
selbst dem pilgernden Menschen entgegen und ruft eine universelle Versammlung
ein, um in ganzer Fülle an der Freude Abrahams teilzunehmen.166
Besonders die drei großen monotheistischen Religionen sind aufgerufen, das
“Zelt der Begegnung” im Glauben wiederaufzufinden, um Zeugen und
Bauherrn zu sein zum Heil der Geschichte in messianischer Gerechtigkeit und in
Frieden vor allen Völkern.
Es ist bemerkenswert und sollte von der Seelsorge beachtet werden, daß nicht
wenige christliche Heiligtümer Ziel von Gläubigen anderer Religionen sind, sei
es aufgrund einer jahrhundertelangen Tradition, oder auch wegen der Immigration
in jüngerer Zeit. Das ist Anregung für den pastoralen Einsatz der Kirche, auf
diese Tatsache mit Initiativen, wie die der freundlichen Aufnahme, des
Dialogs, der Hilfe und der wahren Brüderlichkeit167 zu
antworten. Die von den Pilgern erfahrene Aufnahme wird ihnen gewiß Hilfe sein,
den tiefen Sinn der Wallfahrt zu verstehen. Die heilige Stätte muß für sie
Ort jener Ehrfurcht sein, die wir vor allem durch die Reinheit unseres Glaubens
in Christus, den alleinigen Retter der Menschheit, bekunden müssen.168
Es muß auch beachtet werden, daß außer den großen ökumenischen
Versammlungen und den interreligiösen Treffen, der Christ allen nahe sein muß,
die Gott mit ehrlichem Herzen, den Wegen des Geistes folgend, suchen, “ob
sie ihn ertasten und finden könnten; denn keinem von uns ist er fern”.169
Ihre Wallfahrt führt sie oft in fremde Länder und läßt sie andere Gebräuche,
Sitten und Kulturen kennenlernen. Sie sollte deshalb zu einer Gelegenheit werden
für eine solidarische Gemeinschaft mit den Werten anderen Völker, mit den Brüdern
und Schwestern der einen Menschheitsfamilie im allen gemeinsamen Ursprung des
einen Schöpfers.
Das Pilgern ist auch ein Augenblick des Zusammenlebens mit Personen
verschiedenen Alters und unterschiedlicher Bildung. Gemeinsam soll man auf dem
Weg voranschreiten, um dann gemeinsam im kirchlichen und sozialen Leben
weiterzugehen. Die Jugendlichen mit ihren Märschen und ihren Weltjugendtagen;
die Alten und Kranken, manchmal zusammen mit den Jugendlichen, hin zu den
traditionellen Wallfahrtsorten. In ihrer großen Verschiedenheit vollziehen die
Pilger das, was der Psalmist empfiehlt: “Ihr Könige der Erde und alle Völker,
ihr Fürsten und alle Richter auf Erden, ihr jungen Männer und auch ihr Mädchen,
ihr Alten und Jungen! Loben sollen sie den Namen des Herrn; denn sein Name
allein ist erhaben, seine Hoheit strahlt über Erde und Himmel”.170
40.- Die Wallfahrt hat als Ziel auch das Zelt der persönlichen Begegnung mit
Gott und mit sich selbst . Eingespannt in die Vielfaht der täglichen Sorgen
und Begebenheiten, braucht der Mensch ein “Zusichselbstfinden” durch Überlegung,
Meditation, Gebet, Gewissenerforschung und Stille. In dem heiligen Zelt des
Wallfahrtsortes muß er sich befragen, was “von der Nacht” seines Geistes
noch bleibt, wie es Jesaja in seinem Gesang vom Wächter sagt: “Es kommt der
Morgen, es kommt auch die Nacht. Wenn ihr fragen wollt, kommt wieder, und
fragt!”171 Die großen Fragen über den Sinn der Existenz, des
Lebens, des Todes, des letzten Schicksals des Menschen sollten im Herzen des
Pilgers widerhallen, damit die Reise nicht nur eine Bewegung des Körpers,
sondern auch ein Weg der Seele ist. In der inneren Stille offenbart sich Gott
selbst als ein “sanftes, leises Seuseln”,172 welches das Herz und
das Sein verwandelt. Nur so überfallen einen bei der Rückkehr nach Hause nicht
erneut die Ablenkungen und die Oberflächlichkeit, sondern man bewahrt einen
Funken des Lichtes, den man in der Seele empfangen hat und wird das Bedürfnis
spüren, in Zukunft die Erfahrung des persönlichen Erfülltseins erneut zu
machen: “Wohl denen, die Kraft finden in Dir, wenn sie sich zur Wallfahrt rüsten”.173
So wird der Pilger den Weg gehen, begleitet von den liturgischen Gebeten der
Kirche und den ganz einfachen Übungen der Frömmigkeit, und auch mit den persönlichen
Gebeten und Augenblicken der Stille, der Betrachtung, wie sie aus den Herzen der
Ärmsten hervorquillen, die “die Augen auf die Hand ihres Herrn richten”174
41.- Während einer Wallfahrt hat man Gelegenheit, in das Zelt der kosmischen
Begegnun mit Gott einzutreten. Oft sind die Wallfahrtstätten in
einer außergewöhnlich schönen Landschaft gelegen, zeigen künstlerische
Formen von großem Reiz, fassen alte geschichtliche Erinnerungen in sich
zusammen, sind Ausdruck von hochstehenden und volkstümlichen Kulturen. So darf also
die Wallfahrt auch diese Dimensionen des Geistes nicht ausschließen. Denn
gerade in der großen Offenheit für die Schönheiten der Natur zeigt sich eine
wertvolle geistliche Dimension des modernen Menschen. Diese Betrachtung möge
zum Thema von Augenblicken des Nachdenkens und des Gebetes werden, damit der
Pilger Gott loben kann für die Himmel, die seine Herrlichkeit rühmen,175
und sich selbst berufen fühlt, im Dienst an der Welt zu stehen in Heiligkeit
und Gerechtigkeit.176
Es muß noch berücksichtigt werden, daß in gewißem Sinn, jede Wallfahrt einen
Aspket des religiösen Tourismus enthüllt, der nicht nur wegen der kulturellen
Bereicherung des Menschen gepflegt werden muß, sondern auch wegen der Fülle
des Geistes. Die Schönheit bewundern ist Quelle der Spiritualität. Deshalb
sind “die volkskünstlerisch wertvollen Votivgaben und Frömmigkeitsdokumente
in den Heiligtümern oder in der Nähe sichtbar aufzustellen und sicher
aufzubewahren”. 177 Dem Pilger sollten diese Schätze durch Führer
oder andere Unterlagen erklärt werden. Denn durch die künstlerische Schönheit
und die Natürlichkeit der jahrhundertelangen Zeugnisse des Glaubens hat er die
Möglichkeit, durch die Kunst Gott seine Freude und seine Hoffnung in einem
Gesang darbringen,178 und in der Betrachtung der wunderbaren Dinge
die Ausgeglichenheit wiederfinden, “denn von der Größe und Schönheit der
Geschöpfe läßt sich auf ihren Schöpfer schließen”. 179
Das seelsorgliche Handeln wird gleicherweise alle einschließen, auch
diejenigen, die sich aus anderen Beweggründen, wie kulturelle oder
freizeitliche, auf die Pilgerwege begeben. Die Art, die verschiedenen Orte und
Monumente vorzustellen, zeige deutlich ihr klares Verhältnis mit dem Pilgerweg,
mit dem geistlichen Ziel, zu dem sie hinführen wollen und mit der
Glaubenserfahrung, durch die sie entstanden und auch heute noch beseelt
werden. Man biete diese Informationen den Organisatoren solcher Reisen an, damit
diese in der rechten Ehrfurcht begonnen werden und so zur kulturellen
Bereicherung der Reisenden und ihres geistigen Fortschrittes beitragen können.
42.- Endlich
ist auch die Wallfahrt oft der Weg um eintreten in das Zelt der Begegnung mit
Maria, der Mutter Gottes. In Maria vereinigt sich der Pilgerweg des göttlichen
Wortes zur Menschheit hin, mit dem Pilgerweg des Glaubens der Menschheit, 180
sie ist “diejenige, die auf dem Pilgerweg des Glaubens voranschreitet”181 und
für den Weg der ganzen Kirche “Leitstern der Evangelisierung”182
wird. Die großen Marien-Wallfahrtsorte (wie Lourdes, Fatima oder Loreto;
Tschenstochau, Altötting oder Mariazell; Guadalupe, Aparecida oder Luján) und
die kleineren Heiligtümer, die der Volksfrömmigkeit in endlos großer Zahl in
über tausend Orten ihre Errichtung verdanken, können vorzügliche Stätte der
Begegnung mit ihrem Sohn, den sie uns schenkt, sein. Ihr Schoß ist das erste
Heilgtum, das Zelt der Begegnung zwischen Gottheit und Menschheit gewesen, über
das der Heilige Geist gekommen ist und “die Kraft des Höchsten hat es überschattet”.
183
Der Christ
beginnt seine Pilgerschaft mit Maria über die Straßen der Liebe hin zu
Elisabeth, die alle Schwestern und Brüder der Welt vertritt, um mit ihnen eine
Verbindung des Glaubens und des Lobes zu schaffen.184 Das
“Magnificat” wird so der vorzügliche Gesang nicht nur der “peregrinatio
Mariae” sondern auch unserer Pilgerschaft in Hoffnung.185
Der Christ begibt sich mit Maria auf den Pilgerweg über die Straßen der Welt,
bis hin zum Kalvarienberg, um bei ihr und dem Lieblingsjünger zu sein, denn
Christus hat sie ihm als Mutter anvertraut.186 Der Christ begibt sich
mit Maria auf den Weg über die Straßen des Glaubens, um zum
Abendmahlssaal zu gelangen und dort mit ihr von ihrem auferstandenen Sohn das
Geschenk des Heiligen Geistes zu empfangen.187
Die Liturgie
und die christliche Frömmigkeit bieten den Pilgern zahlreiche Beispiele wie sie
sich an Maria, die Begleiterin auf dem Pilgerweg wenden können. Auf sie sollen
sie sich beziehen und dabei vor allem bedenken, daß die der Jungfrau Maria
erbrachten Bezeugungen der Frömmigkeit immer klar in der trinitarischen und
christologischen Dimension auszudrücken sind, in einer wahren und wesentlichen
Art.188 Indem sie eine natürliche Marienverehrung189
fördern, bereichern die Pilger ihre tiefe Verehrung für die Mutter Gottes mit
neuen Formen und Veranstaltungen, die ihren innersten Empfindungen entspringen. (top)
ZUSAMMENFASSUNG
43.- Die Wallfahrt steht symbolisch für die Erfahrung des “homo viator”,
der gerade aus dem Mutterschoß hervorgekommen, sich auf den Weg durch Zeit
und Raum seiner Existenz begibt; die fundamentale Erfahrung Israels auf dem Weg
zum gelobten Land der Verheißung und der vollen Freiheit; die Erfahrung
Christi, der vom Erde Jerusalems in den Himmel auffährt und so den Weg zum
Vater öffnet; die Erfahrung der Kirche in der Geschichte, die hinaufschreitet
zum himmlischen Jerusalem; die Erfahrung der ganzen Menschheit, die auf Hoffnung
und Fülle hinschreitet. Jeder Pilger müßte bekennen: “Durch die Gnade
Gottes bin ich Mensch und Christ, durch meine Taten ein großer Sünder, durch
die Umstände ein Pilger ohne Dach, auch ein ganz, ganz einfacher, der umhergeht
von Ort zu Ort. Mein Habe sind ein Sack auf den Schultern und ein wenig
trockenes Brot und die Heilige Schrift, die ich unter dem Hemd trage. Mehr habe
ich nicht”.190
Das Wort Gottes und die Eucharistie begleiten uns auf diesem Pilgerweg zum
himmlischen Jerusalem, von dem die Heiligtümer lebendiges und sichtbares
Zeichen sind. Wenn wir es erreicht haben, werden sich die Pforten des Reiches öffnen,
wir werden das Kleid der Reise und den Pilgerstab ablegen und in unser endgültiges
Haus eintreten “um für immer beim Herrn zu sein”.191 Dort wird
er in unserer Mitte sein, “wie der, der bedient”,192 und er
wird Mahl mit uns halten und wir mit ihm.193. (top)
Papst Johannes
Paul II. hat die Veröffentlichung dieses Dokumentes am 11. April 1998 gebilligt.
Vatikanstadt, 25. April 1998
Giovanni Kardinal Cheli, Präsident
Erzbischof Francesco Gioia, Sekretär
Anmerkungen
11 Chr.29,15.
2Vgl. II. VAT.KONZIL, Dogm.Konstitution Lumen Gentium, Nr. 49
3Vgl. NATIONAL-BÜRO FÜR DIE SEELSORGE IM TOURISMUS, FREIZEIT UND SPORT DER
ITALIEN. BISCHOFSKONFERENZ, Pastorale del Pellegrinaggio, 1996, S. 44
4 Vgl..Gen 3,23-24.
5 Vgl. ebd. 4,15,
6 Vgl. Lk 15,11-32
7 Vgl.. Spr. 2,13;4,19.
8 Vgl. ebd. 2,15;10,9;21,8.
9 Vgl. ebd. 2,19; 5,6; 6,23; 15,24.
10 Vgl. ebd. 8,20; 12,18: Bar 3,13; Jes.59,8.
11 Vgl. Ps119,30; Tob 1,3
12 Vgl. Ps 101,2.
13 Vgl. Gen 12,1-4.
14 Hebr. 11,8-10; 13.
15 Gen 23,4
16 Vgl. ebd. 21,9-21; 26,12-18.
17 Vgl. ebd. 28,2.
18 Vgl. ebd. 47 und 50.
19 Vgl. 1 Kor 10,1-13.
20 Vgl. Jes.43,16-21.
21 Vgl. Weish 11-19.
22 Vgl. ebd. 19.
23 Dtn 2,7.
24 Jos 24,17.
25 Jer 2,2.
26 Ex 22,20.
27 Dtn 10,19; cfr.24,17.
28 Ps 39,13; 119,19.
29 Vgl. Lev 25,23.
30 Vgl. Ex 34,23.
31 Vgl. Ps.120-143.
32 Vgl. Ps 128,1.
33 Vgl..Dtn 32,18; Ps 18,3; 46,2-8.
34 Vgl. Ps 122,4.
35 Vgl. Ps 15, 1-5.
36 Vgl. Ps 43,3-4.
37 Ps 84,5-6 .
38 Jer 31,6; cfr. Jes 2,5.
39 Vgl. Jes 2,2-4; 56,6-8; 66,18-23; Mi 4,1-4; Sach 8,20-23.
40 Vgl. Ez 36,26-27.
41 Vgl. Jes 1,17.
42 Vgl. Hos 2,16-18.
43 Vgl. Jes 60,3-6.
44 Vgl. Jes 25,6.
45 Vgl. Jes 55,1-2.
46 Vgl. Ez 34,11-16.
47 Vgl. Joh 14,6.
48 Vgl. JOHANNES PAUL II. Enz. Redemptor Hominis,18
49 Joh 1,2.14.
50 JOHANNES PAUL II. Apost. Schreiben: Tertio Millennio Adveniente,
Nr. 6
51 Vgl. Lk 2,22-24.
52 Ebd. 2,49.
53 Vgl. Lk 9,51; 24,51.
54 Ebd. 9,31.
55 Mt 16,24; cfr. Mt 10,38 und Lk 9,23.
56 Vgl. Mk 8,27.34; 9,33-34; 10,17.21.28.32-33.46.52.
57 Vgl. Apg.1,11.
58 Vgl. Joh 14,2-3.
59 Joh 16,28; 17,24.
60 Apg 2,9-11.
61 Vgl. Lk 24,13-35.
62 Vgl. Mt 2,1-12
63 Mt 8,11.
64 Vgl. Apg 2,28; 9,2; 16,17; 18,25-26;19,9-23;22,4;24,14.32.
65 Vgl. Mt 28,19-20.
66 Gal 5,16.
67 Offb 22,17.10.
68 Vgl. Eph 2,19; 1 Petr 2,11.
69 Eph 2,19.
70 Hebr 13,13-14.
71 Offb 21,4
72 Vgl. II.VATIK.ÖKUMEN.KONZIL, Dogm.Konstitution Lumen Gentium, Nr 9
73 Vgl. Apg 8,4.
74 Apg2,7-11.
75 JOHANNES PAUL II. Apost.SchreibenTertio Millennio Adveniente, Nr. 25
76 Vgl. Hl. Augustinus, De vera religione 39,72:CCL.32, 234; PL
34,154.
77 Vgl. Hl. Augustinus, De Trinitate 15,22: CCL 50,461; PL 42,1058.
78 Origenes, In Leviticum XIII,5; SCh 287, 220; PG 12,44l.
79 Vgl. Hl. GREGOR VON NYSSA, Brief 2,18;Sch 363, 122;PG 46,1013.
80 Vgl. Hl. HIERONIMUS, Brief 58,2-3; CSEL 54,529-532; PL 22,580-581.
81 Vgl. Ps 36,10.
82 Mt 5,48.
83 Gal 2,19-20.
84 Phil 1,21.
85 PAPST JOHANNES PAUL II. Ansprache während seines Wien-Besuches
(10.Sept.1983);AAS 76 (1984) S.140.
86 Hl. BERNHARD, Brief an den Bischof von Lincoln, Br.64,2;OL 182, 169ff.
87 “Urbs Ierusalem beate,/dicta pacis visio,/quae construitur in
coelis,/vivis ex lapdibus”.Röm. Brevier, Comm. de Dedic.Eccl., Himnus
ad Vesp.
88 M. Luther, Dem chrtistlichen Adel deutscher Nation (1520: WA 6,
437).
89 PAPST JOHANNES PAUL II. Apost.Schreiben Terzo Millennio
Adveniente, Nr. 18
90 II.VAT. KONZIL Botschaft an die Welt (20.10.1962); AAS 54 (1962)S.
822
91 Vgl. JOHANNES XXIII. Ansprache zur Eröffnung des II.Vatikanischen.Konzils
(11.10.1962): AAS 54 (1962) S.790; PAUL VI. Ansprache zur Eröffnung der zweiten
Sitzung des II.Vatikanischen.Konzils (29.9.1963): AAS 55 (1963) S. 842.
92 PAUL VI. Ansprache zum Abschluß der dritten Siztung des II.Vat. Konz
(21-11-1964): AAS 56 (1964) S.1013.
93 PAUL VI. Ansprache vor der UNO-Versammlung (4.10.1965): AAS 57 (1965) -S.
878.
94 II. VAT.KONZ. Botschaft an die Welt (8.12.1965): AAS 58 (1966)
S.11.
95 Vgl. PAUL VI. Ansprache zum Abschluß der zweiten Sitzung des II.Vat,
Konz. (4.12.1963): AAS 56 (1964) S.39.
96 II.VAT.KONZ. Dogmat.Konstitution Sacrosanctum Concilum, Nr.2.
97 Vgl. II.VAT.KONZ., Dogm.Konstitution Lumen Gentium, Nr. 7-9.
98 Ebd. Nr. 3; cfr. Nr. 13.
99 Ebd. Nr. 3.
100 Vgl. II. VAT. KONZ., Dekret Ad Gentes, Nr. 5.
101 Vgl. II. VAT. KONZ., Dogm.Konstitution Sacrosanctum Concilium, Nr.
7; Nr. 10.
102 Vgl. Ex 12, 1-14.
103 Vgl. Jos 5, 10-12.
104 Vgl. II.VAT.KONZ. Dekr.Ad Gentes, 2; Dogm. Konstitution Lumen
Gentium, 17.
105 Mt 28,19.
106 Vgl. II. VAT.KONZ., Dog.Konstitution Dei Verbum, Nr. 7.
107 Vgl. II. VAT.KONZ., Pastoral Konstitution Gaudium et Spes,
Nr. 38.
108 Vgl. end. Nr. 1-7.
109 Vgl. ebd. Nr. 3; Nr 11.
110 Vgl. ebd. Nr. 43.
111 Vgl. ebd. Nr. 44.
112 Apostol. Schreiben Nobis in animum von Paul VI.,
25.3.1974, über die gesteigerten Bedürfnisse der Kirche im Heiligen Land;
Apostol.Schreiben Apostolorum limina, von Paul VI., 25,5,1974,
zur Proklamation des Heiligen Jahres 1975; Apost. Schreiben Gaudete in
Domino von Paul VI., 9.5.1975, über die christliche Freude des
Heiligen Jahres; Apostol. Schreiben Aperite portas Redemptori von
Johannes Paul II., 6.1.1983, zur Proklamation des Heiligen Jahres 1983; Apostol.
Schreiben Redemptionis anno von Johannes Paul II.,20.4.1984, über
Jersualem, heiliges Erbe aller Gläubigen, zum Abschluß des Heiligen Jahres
1983; Apostol. Schreiben Tertio Millennio Adveniente von Johannes Paul
II., 10.11.1994.
113 PAPST JOHANNES PAUL II., General-Audienz, 9.4.1997, auf seinen
Pastoralbesuch in Sarajewo verweisend.
114 Vgl. Lev 25.
115 Ps 104,13.
116 Apg 2,44-45.
117 Dtn 15,4.7.
118 Lk 1,68
119Vgl. St. Augustinus, Bekenntnisse I,1:CCL 27,1; PL 32, 661; XIII,
38,53:CCL 27, 272f.; PL 32,868.
120Ps 85.11.
121Röm 10,20; cfr Jes 65,1.
122Jes.2,3.
123Offb 21,3.
124“Somos un pueblo que camina/ y juntos caminando queremos alcanzar/ una ciudad
que no se acaba/ sin pena ni tristeza/ ciudad de eternidad” (
Latein-amerikanisches Lied).
125Vgl.Lev 25.
126Vgl. Ex 27,21; 29,4.10-11.30.42.44.
127Vgl.. KONGREGATION FÜR DEN GOTTESDIENST, Orientamenti und Vorschläge für die
Feier des Marianischen Jahres (3.April 1987): Notitae 23 (1987) S.342-396.
128JOHANNES PAUL II. Ansprache an eine Gruppe nord-amerikanischer Bischöfe anl.
des ad limina Besuches (21.Sept. 1993):AAS 86 (1994),S.495.
129Jes 56,7.
130JOHANNES PAUL II. Ansprache an die Teilnehmer des I. Weltkongresses über
Wallfahrts-Seelsorge (28.Febr.1992(: Lehren Johannes Paul II., XV.,1 (1992) 420.
1311 Kön 9,3.
132JOHANNES PAUL II. Enz. Dives in misericordia, 8
133Vgl. ebd. 9.
134Vgl.. II.VAT. KONZIL, Dogmatische Konstitution Lumen Gentium, Nr.
50
135II. vAT.KONZIL, Postoral Konstitution Gaudium et Spes, Nr. 19.
136JOHANNES PAUL II. Apost. Schreiben Tertio Millennio Adveniente, Nr.
6.
137PAUL VI. Apost.Schreiben Evangelii Nuntiandi, Nr. 26.
138Vgl.. Catechismo della Chiesa Cattolica, Nr. 240.
139JOHANNES PAUL II. Brief anls. Der Siebenhundertjahrfeier des Wallfahrtsortes
Loreto (15.Aug.1993): Lehren Johannes Paul II., XVI, 2
(1993) 533.
140Mal 1,11.
141Jes 2,3.
142Vgl.. JOHANNES PAUL II. Apost. Schreiben Catechesi tradendae, Nr. 47.
143Ps 119,105.
144Vgl.. JOHANNES PAUL II. Ansprache an die französischen Diözesan-Wallfahrtsleiter (17.Okt.1980):
Lehren Johannes Paul II. III,2 (1980) 894-897.
145Vgl. II.VAT.KONZIL, Dogmatische Konstitution Dei Verbum, Nr.21.
146Vgl.. PAUL VI. Apost.Schreiben Evangelii Nuntiandi, Nr. 25
147II. VAT.KONZIL Dogm.Konstitution Sacrosanctum Concilium, Nr. 102; Collectio
Missarum de beata Maria Vergine, Introductio, 6.
148Catecismo della Chiesa Cattolica, 777.
149Heb 13,20.
150Ps 23,3.
151Vgl. JOHANNES PAUL II. Ansprache an die französischen Bischöfe anl. ihres ad
limina Besuches (4.April 1992):AAS 85 (1993), S. 368.
152II.VAT.KONZIL, Dekret Presbyterorum Ordinis, Nr. 6
153Vgl. JOHANNES PAUL II. Apost.Schreiben Pastores davo vobis (4.April 1992),
71-72:AAS 84 (1992)
S 782 - 787.
154Vgl. JOHANNES PAUL II. Apost Schreiben Christifidelis laici, Nr. 18.
155Vgl. ebd.23.
156Vgl. ebd.34.
157Vgl. ebd.7
158Vgl. JOHANNES PAUL II. Predigt in der Basilika von Aparecida, Brasilien (4.Juli
1980) Lehren JOHANNES PAUL II., III,2 (1980) S.99.
159Lk 15,24.
160JOHANNES PAUL II. Enz. Dives in misericordia, Nr. 13.
1611 Kön 19,4-8.
162Codex des Canonischen Recht, Can. 1234 §1.
163Vgl. 1 Joh 4,10.
164ebd. 4,11.
165Mt 25,40.
166Vgl. PAUL VI. Apost.Schreiben Gaudete in Domino, c.V.
167Vgl. JOHANNES PAUL II. Enz. Redemptoris Missio, Nr. 37
168Vgl. 1 Tim 2,5.
169Apgb17,27.
170Ps 148, 11-13.
171Jes.21,12.
1721 Kön 19,12.
173Ps 84,6.
174Vgl. Ps 123,2.
175Vgl. Ps 19,2
176Vgl. Weish.9,3-
177Codex des Canonischen Rechts, Can.1234 § 2.
178Ps 47,8.
179Weish 13,5; vegl. Röm 1, 19-20.
180 Vgl. PAUL VI. Apost. Schreiben Marialis cultus, Nr. 37.
181 JOHANNES PAUL II. Enz. Redemptoris Mater, Nr. 25.
182 PAUL VI. Apost.Schreiben Evangelii Nuntiandi, Nr. 82
183 Lk 1,35.
184 Vgl. ebd. 1,39-56.
185 Vg. JOHANNES PAUL II. Enz. Redemptoris Mater, Nr. 37
186 Vgl. Joh 19,26-27.
187 Vgl. Apg1,14; 2,1-4.
188 Vgl. PAUL VI. Apost.Schreiben Arialis cultus, Nr. 25.
189 Vgl. II. Vat. Konzil, Dogm.Konstitution Lumen Gentium, Nr. 67.
190 Anonymer russischer Pilger, Erzählungen, I.
191 1 Thess 4,17.
192 Lk 22,27.
193 Vgl.Offb3,20.
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